....ach so - ich hatte an „lehren“ gedacht .... Leer war diese Region aber 2015 auch noch, als wir sie durchquerten. Ich denke immer noch voller Freude an die phantastischen Farben der Landschaft ... Gruß Friederike
franzicke2'085 Beiträge · seit 201206. Apr. 2021 · #42
Hallo Bsc, bei euch bin ich auch noch aufgesprungen - wir waren über Weihnachten und den Jahreswechsel auch in Namibia und ich zehre heute noch von der Auszeit. Ins Kaokoveld starten wir auch nochmal im September/Oktober (verschobene Reise aus 2020). Bis Etambura sind wir 2017 schon mal gekommen, dieses Mal wollen wir aber auch weiter bis Camp Syncro. Daher war ich eben auch sehr gespannt auf die letzten beiden Stationen und auch darauf, wie ihr Camp Syncro vorgefunden habt. Das hört sich ja alles gut an. Den Joubert-Pass hast du als kleine Herausforderung geschrieben - würdest du das "klein" im Rückblick stehen lassen? Im Camp Syncro wart ihr wohl auch nur eine Nacht - wir hätten einen Puffer für eine zweite Nacht dort oder eben auf der Strecke von dort mit einem kleinen Umweg dann nach Opuwo. Daher bin ich jetzt mal sehr auf eure Weiterreise gespannt! Vielen Dank fürs Berichten und viele Grüße Ingrid
BscThemenstarter173 Beiträge · seit 201914. Apr. 2021 · #43
11.1. südwärts So gut habe ich lange nicht geschlafen.Totale Stille, durchdrungen von ständigem Flußrauschen ist ein ausgezeichnetes Schlafmittel- und morgendliche Vogelstimmen der schönste denkbare Wecker (selbst wenn ich als völliger Vogel-Unkundler keine Ahnung habe, wer uns da alles geweckt hat..). Der Donkey war schon wieder angeheizt (wirklich guter freundlicher Service für uns einzigen Gäste!), wir genießen die heißen Duschen und dann das Frühstück mit Aussicht auf Flussbett und Landzunge mit durchgestyltem Vorzeigebody (s.o.). Nicht ganz so genießen wir die ständige Anwesenheit eines sehr verflohten, deutlich depressiv wirkenden und kontaktsuchenden Hundes, und auch die 2 Himbafrauen aus dem benachbarten Himbadorf, die sich (zu) dicht neben die CS setzen und ihre Armbändern zum Verkauf ausbreiten, stören uns eher…Jeder von uns findet eine andre Möglichkeit, damit umzugehen: Eine ist zunehmend genervt vom Angestarrt-werden, ich lächle die 2 jedesmal freundlich an, gehe ansonsten unbeteiligt vorbei, einer gibt am Ende Geld, ohne ein Armband zu wollen - und der 4. bemerkt sie kaum…Sozialstudien… Um 9.00 verlassen wir das Camp wieder. Es war schön hier, vor allem, weil wir es ganz für uns allein hatten. Wir vereinbaren „Treffpunkt Roidrum“, da wir nicht dauernd hintereinander fahren wollen, und wollen die in der T4A - Karte eingezeichnete Alternativstrecke nehmen. So zumindest ist der Plan. Es ist nicht so ganz leicht, eindeutig die Strecke zu finden - viele unklare Spuren sind irreführend, das Navi weiß meistens auch nur, daß wir offroad sind, aber letztlich landen wir auf oder neben der gleichen Strecke, die wir hergekommen sind, 2 Std. später an der Roidrum.
mein Lieblingsfoto von dieser Strecke muß noch einmal herhalten...
Unsre Freunde sind noch nicht da. Wir warten. Und warten. Vorbei kommt zunächst aus dem Nirgendwo eine Himbafrau mit Kind auf dem Arm, später ein Polizeiauto. Die 3 Uniformierten, die beim Aussteigen alle ihre Masken aufsetzen und offenbar nur pinkeln wollen (oder mit der Himbafrau verabredet waren? Oder neugierig sind?), haben niemanden gesehen… wir warten. Es war offenbar keine gute Idee, nicht hintereinander her zu fahren.Endlich, ca 2 Std. Später, der Landy unsrer Freunde….Sie hatten sich verfahren…war wohl ziemlich stressig zwischendrin. Also in Zukunft: Bei nicht ganz klar definierten Strecken zusammen bleiben ! Ca. 1/2 std. später an der Bluedrom machen wir Picknickpause,
die Bluedrom von allen Seiten... dann gehts zusammen weiter Richtung Süden - eine leere, trocken, schöne Strecke
Schön, aber trocken...viele Kuhkadaver am Weg
hier stehen sie also, die Steinmännchen, nach denen wir dauernd Ausschau halten...
Sie sind aber wirklich nicht leicht zu entdecken - während sie selbst den tollsten Überblick haben
nicht nur Steinmännchen und Kadaver
Da, wo die D3707 den Khumib überquert, fahren wir ins trockene Flussbett und finden einen schönen Nachtplatz. Denken wir. Aber kaum haben wir das Dachzelt aufgestellt und erste Lebensmittel aus dem Auto geholt, sind wir umringt von 10000enden von Wildbienen. Unglaublich, wo die in diesen Massen plötzlich herkommen! An Campen ist hier nicht zu denken. schade, der Platz wäre schön gewesen
Also schnell alles wieder eingepackt und weiter Richtung Purros.
Die Straßenschilder in der Einsamkeit finde ich immer wieder verblüffend. Aber vermutlich ist hier in Non-Corona-Zeiten deutlich mehr Verkehr
Und tatsächlich kommt immer die angekündigte Kurve Einen Wildcampplatz finden wir nicht mehr, also entscheiden wir uns für die Purros Community CS. Die finden wir allerdings in der inzwischen aufkommenden Hektik (es ist kurz vor Sonnenuntergang) auch nicht, also stellen wir uns doch wieder „wild“ ans Flußufer des Hoarusib. Es ist schön, aber so ganz sicher fühlen wir uns nicht. Überall (älterer) Elefantendung - und hier irgendwo hat ein Elefant einen Menschen getötet, hörten wir immer wieder in verschiedenen Varianten. Dennoch, wir genießen den Abend.
(Am nächsten Morgen kommen 2 gut englisch sprechende Himbas von der benachbarten Purros Canyon CS und monieren, daß wir hier illegal stehen, daß wir auf der CS hätten übernachten sollen und daß wir dafür 1/2 des CS-Preises zahlen sollen. Ok, sie bekommen 100ND pP und sind zufrieden.)
Namibia Camper 1999, 2005,2007, 2011, 2012; Botswana 2011,2012, 2018 ; Uganda+ Ruanda 2016; Südtansania 2018; Botswana/Limpopo zu Pferd 2018; Madagaskar zu Pferd 2019;Botswana+ Namibia/ Kaokofeld 2020; Namibia Camper 2021, Tansania-Vet-farm 2021, Okavango zu Pferd 2024, Lesotho zu Pferd 2024
mika1606663 Beiträge · seit 201614. Apr. 2021 · #44
... dann wollen wir mal die schöne Bloudrom aufrecht stellen .... 😎 Kommt mir die Tonne doch bekannt vor .... 😛
Gruss, Gerhard
Namibia 1998/2002/2005/12-2020 & 05+06/2021
Namibia/Botswana/Vic-Falls 1987/1995/2017
Namibia 1980 (u. a. 2 Monate auf einer Rinderfarm nördl. Okahandja)
BscThemenstarter173 Beiträge · seit 201914. Apr. 2021 · #45
mika1606 schrieb:... dann wollen wir mal die schöne Bloudrom aufrecht stellen .... 😎 Kommt mir die Tonne doch bekannt vor .... 😛
Gruss, Gerhard
Ganz vielen Dank! Darauf habe ich gehofft!
Namibia Camper 1999, 2005,2007, 2011, 2012; Botswana 2011,2012, 2018 ; Uganda+ Ruanda 2016; Südtansania 2018; Botswana/Limpopo zu Pferd 2018; Madagaskar zu Pferd 2019;Botswana+ Namibia/ Kaokofeld 2020; Namibia Camper 2021, Tansania-Vet-farm 2021, Okavango zu Pferd 2024, Lesotho zu Pferd 2024
BscThemenstarter173 Beiträge · seit 201914. Apr. 2021 · #46
Bsc schrieb:
mika1606 schrieb:... dann wollen wir mal die schöne Bloudrom aufrecht stellen .... 😎 Kommt mir die Tonne doch bekannt vor .... 😛
Gruss, Gerhard
Ganz vielen Dank! Darauf habe ich gehofft!
Achja, Du bist ja daneben fast daheim...wann war das?
Namibia Camper 1999, 2005,2007, 2011, 2012; Botswana 2011,2012, 2018 ; Uganda+ Ruanda 2016; Südtansania 2018; Botswana/Limpopo zu Pferd 2018; Madagaskar zu Pferd 2019;Botswana+ Namibia/ Kaokofeld 2020; Namibia Camper 2021, Tansania-Vet-farm 2021, Okavango zu Pferd 2024, Lesotho zu Pferd 2024
mika1606663 Beiträge · seit 201614. Apr. 2021 · #47
Bsc schrieb: Achja, Du bist ja daneben fast daheim...wann war das?
Im November 2017 nach 2 Ü im Camp Syncro in einem der beiden schönen Bungalow.
Namibia 1998/2002/2005/12-2020 & 05+06/2021
Namibia/Botswana/Vic-Falls 1987/1995/2017
Namibia 1980 (u. a. 2 Monate auf einer Rinderfarm nördl. Okahandja)
BscThemenstarter173 Beiträge · seit 201915. Apr. 2021 · #48
12.1. Purros - Palmwag
Um 9.00 brechen wir auf. Die D3707 bis Seisfontein ist ziemlich staubig und rel. langweilig im Vergleich zum Vortag. Aber die Fahrer wollten heute mal weniger action….Wir sehen viele Elefantenspuren, aber keine Elefanten, nur ab und zu ein paar Esel.
In Seisfontein (überall Baustellen, Staub…) tanken wir, nach kurzer Picknickpause gehts weiter nach Palmwag. Wir haben noch keinen Übernachtungsplatz geplant und wollen uns die Lodge-CS nur kurz anschauen. Die sonst so überfüllte Lodge gähnt vor Leere…Nur einzelne Camper und einzelne Lodge-Gäste, eine schöne leere Restaurant-Terrasse und 2 leere Swimmingpools, wo auch Camper gern gesehen sind.…Wir beschließen zu bleiben, suchen uns den schönsten Platz aus (mit geräumigem eigenem Duschhaus, heißen Duschen, Strom, Schattendach) und genießen mal wieder etwas Komfort für wenig Geld - mal wieder ein Pool für uns allein, Zeit zum Wäschewaschen, Internetsurfen… und abends nutzen wir die Gelegenheit, uns auf der schönen fast leeren Terrasse bei Sonnenuntergang bedienen zu lassen (das einzige Mal während des ganzen Urlaubs..), mit kaltem Bier und gutem Gamesteak und Salat.
Der „Hauselefant“, der überall frische Spuren hinterlassen hat, kommt in dieser Nacht leider nicht.
Namibia Camper 1999, 2005,2007, 2011, 2012; Botswana 2011,2012, 2018 ; Uganda+ Ruanda 2016; Südtansania 2018; Botswana/Limpopo zu Pferd 2018; Madagaskar zu Pferd 2019;Botswana+ Namibia/ Kaokofeld 2020; Namibia Camper 2021, Tansania-Vet-farm 2021, Okavango zu Pferd 2024, Lesotho zu Pferd 2024
BscThemenstarter173 Beiträge · seit 201921. Apr. 2021 · #49
13.1. Lost im Desolation Valley
Wie gut, daß wir den nun folgenden Tag ausgeruht und bestgelaunt begannen - so hatte unsere Stimmung viel Spielraum nach unten, bevor sie völlig absackte… („Unsere“ schreibe ich aus reiner Solidarität mit den Fahrern…ich fand den Tag einfach nur abenteuerlich, und ich liebe Abenteuer…). Zunächst ging es ganz langweilig los auf der C43 Richtung Süden, dann Abzweig nach Fonteine.
Mit diesem kleinen Rastplatz verbinde ich eine bleibende Erinnerung - die muß ich jetzt doch loswerden, weil sie mich nicht losläßt…also Exkurs vom Reisebericht: (wer keine langatmige Handystory lesen mag, überspringe den folgenden Absatz bis --)
Ich hatte eingangs schon erwähnt, daß ich beim Autovermieter mein „weitgereistes“ altes iPhone in Empfang nehmen konnte. Dazu die Geschichte: -Vor ziemlich genau 1 Jahr waren wir in Botswana und Namibia unterwegs, ebenfalls mit einem Hilux von Bushlore , ebenfalls (zumindest in Namibia) ohne Vorausbuchungen. Vor allem deshalb hatte ich extra ein altes abgelegtes Iphone mitgenommen, um es mit einer namibischen SIM-Karte bestücken zu können. (Leichtsinnig wie ich in solchen Dingen bin, waren auf dem iPhone alle meine ungeschützten Daten noch abrufbar…) OK, wir hatten bereits bei Ankunft in Windhoek eine SIM-Karte und entsprechendes Kontingent gekauft und das dann 2 Wochen später nach Grenzübergang von Botswana nach Namibia aktiviert. Da einige Probeanrufe nicht funktioniert haben (warum auch immer….?), wir es aber auch nicht wirklich brauchten, legten wir es erst mal zur Seite..(Ja wohin genau??) Einen dringenden Anruf beim Autovermieter in Windhoek erledigten wir mit unsrem normal gebräuchlichen Iphone. Ging ja auch. Erst weitere 4 Tage später - wir waren inzwischen über Anib Lodge - Spitzkoppe - Desolation Valley - Fonteine in der Khowarib-Community-CS gelandet - suchten wir wieder nach dem Handy. Stundenlang, vergeblich. Wir nahmen das ganze Auto auseinander….nichts. Wir telefonierten mit der Anib-Lodge, wo ich meinte, es noch in der Hand gehabt zu haben. Nichts. Ich war zunehmend verzweifelt: Die SIM-Karte war ja nicht das Problem, das alte abgelegte Iphone konnte ich auch verschmerzen - aber der Gedanke, daß alle meine Daten, Fotos, Kontakte usw. ungeschützt irgendwo rumlagen, beunruhigte mich ziemlich. (Daß ich mir dauernd anhören mußte, wie absolut dumm ich doch sei, die Daten alle auf dem alten iPhone gelassen zu haben, machte die Sache nicht erträglicher..) Schließlich versuchte ich mich mit dem Gedanken zu trösten, daß das gute alte Stück incl. der Daten drauf unentdeckt und einsam irgendwo im Wüstensand verenden würde, und versuchte zu vergessen. Bei Abgabe des Fahrzeuges am Ende der Tour durchsuchten wir noch einmal alles. Nein, das arme Ding mußte wirklich einsam im Wüstensand liegen. Monate später…..erreichte mich eine mail eines völlig unbekannten Absenders: „Hi, we picked up an iPhone with this emailaddress“- ich war erst mal total verblüfft, bis ich kapierte, das das iPhone offenbar dem in jedem Sinne sicheren Ende im Wüstensand entkommen war. Ebenso überrascht war ich von der Ehrlichkeit des Finders/der Finderin. Toll! Viele emails folgten. Es stellte sich heraus: Die lange völlig anonyme Absenderin hatte das iPhone „im Damaraland“ gefunden, wo sie lebte. Ich schickte ihr ein Foto von unsrem Stop am Fonteine-Rastplatz: Ja, genau dort! Sie stamme aus der Ansiedlung dort. Nein, sie könne es nicht schicken, habe weder Verpackungsmöglichkeit noch Porto usw. Aber sie werde es pflegen, damit es nicht kaputt gehe. Sie habe selbst ein neueres iPhone und kenne sich daher aus (aha, kein Geld, aber ein neues iPhone?) Wir vereinbarten: Ich schicke an eine Freundin in Windhoek eine Verpackung in einer Verpackung, darin Geld für Porto und Finderlohn. Sie werde irgendwann dorthin fahren und mir das iPhone dann schicken. - Das Päckchen kam zurück: Inzwischen hatte Corona sämtlichen Flugverkehr zwischen Deutschland und Namibia lahm gelegt. Also tröstete ich mich mal wieder mit dem Gedanken, dass das Handy nun zwar nicht einsam im Wüstensand verenden würde, aber bei einer offenbar ehrlichen Finderin gut aufgehoben sei. Die Finderin bekam in weiteren emails, später auch per WhatsApp, zunehmend ein Gesicht (die Kommunikation war immer etwas schwierig, sie hatte offenbar selten Internetverbindung , und englisch war ganz offenbar nicht ihre Muttersprache): eine sehr junge dunkelhäutige hübsche Namibierin, die gerne mit ihren Kurven posierte. Zwischendrin wurde es auch mal spannend: Das iPhone sei plötzlich verschwunden - Polizeidrohung - wiedergekommen usw. Jedenfalls ein interessanter Kontakt. Klar, dass wir uns vorgenommen hatten, bei erneuter Reise nach Namibia diese ehrliche Finderin kennenzulernen und das iPhone gegen guten Finderlohn selbst in Empfang zu nehmen . Wegen erneuter Coronawelle änderten wir den Plan - wir wollten nicht lange durch Windhoek irren und uns mit Unbekannten treffen. Also kamen wir auf die Idee, sie könne das Handy beim Autovermieter abgeben, erhalte von dem einen Finderlohn, und er bekomme das Geld später von uns. Hat super geklappt, alle zufrieden: Der junge „Stationsleiter“ von Bushlore fuhr extra an einen Treffpunkt in der Stadt, freute sich über die hübsche junge Bekanntschaft, die Finderin freute sich über das Geld, und ich freute mich über das iPhone. Happy End. So, sorry, viel zu lang. Aber mich hat diese Handyreise irgendwie bewegt. -- Nun endlich weiter im Text! Wir machen also ziemlich genau 1 Jahr später wieder Rast in Fonteine, diesmal aus Norden kommend. Und wollen fast genau die gleiche Strecke in der anderen Richtung durch den Huab /durchs Desolation Valley fahren. Auch das vor allem deshalb, weil es mich Abenteuersüchtige wieder hierher zog, wo wir vor 1 Jahr den aufregendsten Abend des Urlaubs erlebten: Damals schlichen sich lautlos kurz vor Sonnenuntergang, als wir gerade das Abendessen beendet hatten, gefühlt alle in der Gegend lebenden Wüstenelefanten an (auch wenn andere dafür extra Pirschfahrten unternehmen - für uns kamen sie sehr überraschend und ziemlich ungelegen) und versammelten sich um unseren Hilux, in den wir uns in letzter Sek. noch zurückziehen konnten. Und zwar ohne Übertreibung „hautnah“ = die große Leitkuh, die zu allem Überfluss auch noch ein zu schützendes Baby bei sich hatte, schaute uns durchs Autofenster seehr kritisch-fragend an : „Freund oder Feind?“ Sie hätte nur mit den auffallend langen Zähnen wackeln müssen, um unser Fenster zu zertrümmern….Nach unendlich langen seeehr aufregenden stummen gefühlten Stunden (es waren ca. 30 Minuten), in denen die Gedanken Kreise jagten ( „Jaa, ich hab euch gaanz lieb - hoffentlich glauben die das - wißt ihr nicht, daß ich früher immer einen Elefanten als Haustier wollte? Weil das so intelligente gutmütige Tiere sind?- Ruhig bleiben! Luft anhalten! - Warum nur geht dies blöd blau leuchtende Display des Autos nicht aus?Das wirkt doch bedrohlich - Hoffentlich riechen die Lbm. hinten im Auto nicht-die Tür ist nur angelehnt…“ usw…) trottete sie von dannen, die ganze Herde im Schlepptau. Wir sahen nur noch die weißen Zähne, dann waren sie in der Dunkelheit verschwunden. Wir drehten damals im Stockdusteren noch um und nächtigten auf einem andren Platz (ungestört). Erst am nächsten Tag verstanden wir: Wir hatten uns mitten auf deren Versammlungsplatz gestellt… Ich bat die Dickhäuter nachträglich um Verzeihung.
Foto vom Jan. 2020: rechts um den Hügel herum der Elefantenplatz
das war das letzte mögliche Foto von den ersten Elefanten, bevor es zu dunkel wurde (es ist schon per Fotoshop aufgehellt) Allerdings war mir danach auch nicht mehr nach Fotografieren zumute...
Sorry für dies erneute Abschweifen. Aber diese Erinnerung wird noch gebraucht… auch bei dieser Tour sollte das Desolation Valley für bleibende Erinnerung sorgen .. Wir fahren also endlich weiter von Fontaine nach Süden und wollen dieses Mal die in der T4A - Karte (dicker) eingezeichnete Strecke nördlich des Riverbed nehmen, die ja irgendwo beim Viewpoint über den Huab führen sollte, dann weiter Richtung Ugab Base Camp. Soweit der Plan. Ich muß gestehen: Wir waren ja die Strecke „in etwa“ schon gefahren, und dann auch noch allein - diesmal waren wir 2 Autos! Also hatte ich mich nicht näher informiert. Sonst hätte ich vorher schon im Forum den „Point of no return“ oder die Bemerkung „river crossing difficult to impossible“ lesen können….Wie wir genau gefahren sind, weiß ich bis jetzt nicht. Jedenfalls fuhren wir voller Elan ins trockene Riverbed,
nachdem es zunächst noch recht "zivil" aussah, verlor sich die Spur zunehmend; die Fahrer mußten sich sehr auf die Strecke konzentrieren , die beiden Navis war ebenso ratlos wie wir. Ich genoß die Landschaft und behielt auch den Überblick :da drüben ist die andere Seite, wo wir hin wollen… Vorher allerdings wurde es eng- wohl die Stelle, die andere als den „Point of no return“ bezeichnen… immer enger und immer sumpfiger.
Da ging es definitiv nicht weiter - und wenn uns jetzt dazu noch ein Elefant begegnen würde, hätten wir ein sehr großes Problem. Angesichts dessen schien uns das unmöglich erscheinende Umdrehen immer noch die bessere Alternative. Ein Lob an die Fahrer : sie schafften es ohne Verluste….Allerdings fing danach der Streß erst richtig an: die Fahrer, die sich ja immer auf den Weg konzentrieren mußten, hatten die Orientierung verloren, die Meinungen, wohin man jetzt fahren solle, gingen auseinander….
ich war mir zwar sicher, die Richtung zu wissen (schließlich sieht man ja das andere Ufer - wenn es vorher links von uns war und jetzt immer noch links ist, haben wir nicht umgedreht, sondern irgendwie das Flussbett durchquert…), konnte mich aber nicht durchsetzen…(Ich hatte Recht, zeigte sich später!). Ratlose Minuten, zum einzigen Mal gereizte Stimmung… Und dann kam mir die Eingebung: Genau dort war doch der Elefantenversammlungsplatz, wo wir letztes Jahr umringt waren! Mein visuelles Erinnerungskästchen ging plötzlich auf - aus andrer Perspektive sieht alles so anders aus! Aber nun erkannte auch mein Mann: genau hier war es!
Hier stehen wir genau auf dem Elefantenversammlungsplatz, wo sie uns vor 1 Jahr umringt hatten; inzwischen wirkt er seit langem ungenutzt
Damit war die Situation gerettet. Wir kannten den weiteren Weg.
Zum Vergleich: oben das aktuelle Foto, von NO kommend; darunter das Foto von vor 1 Jahr von SW aus fotografiert
Blick zurück ins Riverbed; an dieser Stelle hatten wir vor 1 Jahr übernachtet (wie wohl schon einige andere Fomis auch)
Also hatten wir irgendwie tatsächlich den River überquert (was ich ja gesagt hatte! Recht gehabt! Habe ich aber nicht wiederholt, die Fahrer hatten Streß genug...) Jetzt gings raus aus dem Flußbett, weiter nach Süden Richtung Ugab Base Camp.
ein sehr steiniger Weg
zur Abwechslung ab und zu Spielkugeln (was ist das für eine Pflanze?? )
und einzelne Welwitschien
Zwar gab es vorher auf der landschaftlich wieder sehr reizvollen Strecke voller interessanter Steinformationen (ein Eldorado für Geologen!) schon einige Plätze, wo man hätte nächtigen können, aber der Wind (und vielleicht auch ein wenig das Bedürfnis nach etwas mehr Sicherheit) trieben uns bis zum Camp, das wir um 17.00 erreichten. Es wirkte wie ausgestorben. Nur 2 junge neugierige Hunde schnupperten um uns rum und zeigten uns, dass irgendwo jemand sein müsse.
Der aufregende, für die Fahrer sehr stressige, für mich trotz allem unvergesslich schöne Tag hatte es verdient, mit viel GT und Spaghetti Bolognese verabschiedet zu werden. (Das Desolation Valley hat sich seitdem in meine größte Schublade mit den Erinnerungskästchen eingenistet…)
Namibia Camper 1999, 2005,2007, 2011, 2012; Botswana 2011,2012, 2018 ; Uganda+ Ruanda 2016; Südtansania 2018; Botswana/Limpopo zu Pferd 2018; Madagaskar zu Pferd 2019;Botswana+ Namibia/ Kaokofeld 2020; Namibia Camper 2021, Tansania-Vet-farm 2021, Okavango zu Pferd 2024, Lesotho zu Pferd 2024
BscThemenstarter173 Beiträge · seit 201921. Apr. 2021 · #50
ojeee-da fehlen alle Fotos - irgendwas mal wieder verkehrt gemacht - wird morgen nachgeholt...
Namibia Camper 1999, 2005,2007, 2011, 2012; Botswana 2011,2012, 2018 ; Uganda+ Ruanda 2016; Südtansania 2018; Botswana/Limpopo zu Pferd 2018; Madagaskar zu Pferd 2019;Botswana+ Namibia/ Kaokofeld 2020; Namibia Camper 2021, Tansania-Vet-farm 2021, Okavango zu Pferd 2024, Lesotho zu Pferd 2024
mika1606663 Beiträge · seit 201621. Apr. 2021 · #51
Hallo Bsc,
Danke für Euren letzten Teil (Desolation Valley) des RB und die erklärenden Fotos.
Für uns ganz besonders interessant - sind wir doch bald (Mitte Mai) selbst in dieser Gegend unterwegs. Anreisen werden wir vom Ugab Rhino Camp und dann weiter Ri Palmwag. Haben auch 2 Tage Zeit vergesehen und werden irgendwo auf dem Weg unseren Übernachtungsplatz wählen.
Gesunde Grüsse & freue mich schon auf die Fortsetzung Gerhard
Namibia 1998/2002/2005/12-2020 & 05+06/2021
Namibia/Botswana/Vic-Falls 1987/1995/2017
Namibia 1980 (u. a. 2 Monate auf einer Rinderfarm nördl. Okahandja)
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200621. Apr. 2021 · #52
Bsc schrieb: zur Abwechslung ab und zu Spielkugeln (was ist das für eine Pflanze?? )
Es ist nicht genau zu erkennen und die Pflanze selbst sieht schon ein wenig kaputt aus, aber ich denke, es sind Nara-Melonen. Hast Du noch ein größeres Foto von den Früchten?
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Bsc schrieb: zur Abwechslung ab und zu Spielkugeln (was ist das für eine Pflanze?? )
Es ist nicht genau zu erkennen und die Pflanze selbst sieht schon ein wenig kaputt aus, aber ich denke, es sind Nara-Melonen. Hast Du noch ein größeres Foto von den Früchten?
Richtig, es sind Nara-Melonen und so sehen sie von innen aus:
LG Logi
BscThemenstarter173 Beiträge · seit 201921. Apr. 2021 · #54
hallo Gerhard, dann fahrt ihr ja genau die Strecke und in gleicher Richtung wie wir letztes Jahr! Die ist echt schön! Macht nur nicht den gleichen Fehler wie wir - wir haben ewig und vergeblich den "viewpoint" gesucht ...und dann unten am Rande / im riverbed nächtigen wollen... da gabs den Elefantenbesuch und viele Löwenspuren... Gute Fahrt!
Namibia Camper 1999, 2005,2007, 2011, 2012; Botswana 2011,2012, 2018 ; Uganda+ Ruanda 2016; Südtansania 2018; Botswana/Limpopo zu Pferd 2018; Madagaskar zu Pferd 2019;Botswana+ Namibia/ Kaokofeld 2020; Namibia Camper 2021, Tansania-Vet-farm 2021, Okavango zu Pferd 2024, Lesotho zu Pferd 2024
BscThemenstarter173 Beiträge · seit 201921. Apr. 2021 · #55
Danke, Logi! Again what learned....
Namibia Camper 1999, 2005,2007, 2011, 2012; Botswana 2011,2012, 2018 ; Uganda+ Ruanda 2016; Südtansania 2018; Botswana/Limpopo zu Pferd 2018; Madagaskar zu Pferd 2019;Botswana+ Namibia/ Kaokofeld 2020; Namibia Camper 2021, Tansania-Vet-farm 2021, Okavango zu Pferd 2024, Lesotho zu Pferd 2024
Enilorac65768 Beiträge · seit 201722. Apr. 2021 · #56
Das ist ja eine coole Geschichte mit dem Handy!
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
BscThemenstarter173 Beiträge · seit 201922. Apr. 2021 · #57
find ich auch...
Namibia Camper 1999, 2005,2007, 2011, 2012; Botswana 2011,2012, 2018 ; Uganda+ Ruanda 2016; Südtansania 2018; Botswana/Limpopo zu Pferd 2018; Madagaskar zu Pferd 2019;Botswana+ Namibia/ Kaokofeld 2020; Namibia Camper 2021, Tansania-Vet-farm 2021, Okavango zu Pferd 2024, Lesotho zu Pferd 2024
BscThemenstarter173 Beiträge · seit 201903. Mai 2021 · #58
14.1.21 Abschied von unsren Freunden Gerade habe ich gelesen, daß das Ugab Basecamp wegen Löwenbesuchen momentan gesperrt ist (oder zumindest kurz war)…Nun, als wir dort waren, gab es außer den 2 jungen Hunden nichts und niemanden außer Horden von Moskitos - die hätte ich hier am wenigsten erwartet. Löwengebrüll hätte mich auch nicht weniger am Schlafen gehindert… Beim Frühstück erklärten unsre Freunde, daß sie jetzt eine Unterbrechung des Unterwegs- Seins bräuchten und sich für eine Weile ein Haus in Henties Bay mieten wollten. ( Sie waren ja schon 1 Mon. vor uns daheim in SA aufgebrochen und wollten so lange wie möglich, also visumbedingt max. 3 Monate, v.a. der damals in SA heftig wütenden Coronavariante entfliehen. Im Gegensatz zu uns gehörte für sie das Unterwegs-Sein im eigenen Camper zum normalen Leben, hatte also nicht so sehr den Reiz des Abenteuers.) In Anmietung eines Hauses auf die Schnelle hatten sie Routine … auch heute sollte es auf Anhieb klappen, wie sich später herausstellte. Also trennten sich vorerst unsere Wege 12 km nach Verlassen des Camps. Der Abschied fiel uns schwer, hatten wir doch den aufregenderen Teil unseres Urlaubs gemeinsam erlebt und super gemeistert. Also auf ganz baldiges Wiedersehen in Henties Bay! Sie nahmen die D 2303 zur Küste, wir folgten der D 2342 westlich am Brandberg vorbei, eine sehr lohnende und interessante Strecke durch Steingebirge und Schluchten.
Eigentlich hatten wir die Spitzkoppe als nächstes Ziel angepeilt. Aber der Himmel war trüb, es sah nach Regen aus - und die Spitzkoppe lebt vom Farbenspiel der Sonne; wir hatten wunderschöne Bilder vom letzten Jahr im Kopf, die wollten wir nicht trüben. Also ging es stattdessen kurzentschlossen nach Omaruru zum Einkauf im super sortierten Sparmarkt und in der Schlachterei in derselben Strasse. Um Omaruru ist der deutsche Einfluß überdeutlich zu spüren: Im Sparmarkt viele deutsche Fabrikate und sogar deutsch sprechendes Personal, im Metzgerladen „Käseknacker“, „Zigeunerspieße“, „Krakauer“ usw. - und glücklicherweise auch eine große Auswahl an ausgezeichnetem Biltong, unser Lieblingssnack beim Autofahren.
Die Nacht verbrachten wir im Camp Mara: normalerweise schöne große Campingplätze unter schattigen Bäumen am River mit sehr guten Spaziermöglichkeiten und Scharen von Greif-, Sing- und Wasservögeln - ein Traum für jeden Vogelkenner.
Heute wirkte es etwas verlassenen und trostlos - ganz offenbar war hier schon lange kein Gast mehr. Auch der Betreiber war nicht daheim, nur eine hochschwangere Hausangestellte und 2 verspielte Hunde. Ein ausgedehnter Abendspaziergang im Flußbett zeigte uns, daß hier am Vortag reißende Wassermassen durchgekommen sein mussten.
Jetzt floß es nur noch spärlich. Nach gutem deutsch- südafrikanischem Abendessen mit Rotkraut, Boerwurst und Kartoffeln verzogen wir uns ins Dachzelt . Der erwartete Regen kam nicht.
Namibia Camper 1999, 2005,2007, 2011, 2012; Botswana 2011,2012, 2018 ; Uganda+ Ruanda 2016; Südtansania 2018; Botswana/Limpopo zu Pferd 2018; Madagaskar zu Pferd 2019;Botswana+ Namibia/ Kaokofeld 2020; Namibia Camper 2021, Tansania-Vet-farm 2021, Okavango zu Pferd 2024, Lesotho zu Pferd 2024
bin euch noch schnell hinterhergedüst und komme jetzt verspätet an. Ich hatte den "Vorzeigebody" wörtlich verstanden und ihn gesucht und gesucht und leider nicht gefunden 😊 . Herzlichen Dank für das spannende und kurzweilige Berichten 🙂 .
Herzliche Grüße aus Aachen Ute
BscThemenstarter173 Beiträge · seit 201903. Mai 2021 · #60
hallo Ute! schön, daß Du uns auch noch begleitest! Aber schade, daß Du durch das Kaokofeld durchgedüst bist -das ist der interessanteste Teil der Reise gewesen! (Meintest Du, ich hätte den Vorzeigebody fotografieren sollen? Ich hatte den Eindruck, dann würde der vollständig abheben, da hab Ichs lieber gelassen und still genossen..) Ab jetzt erwartet uns nur noch ein einziges "Abenteuer" - aber dazu mußt Du weiter mitfahren 🙂 - und ich verspreche, etwas mehr Gas zu geben!
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