ANNICKThemenstarter8'054 Beiträge · seit 200811. Sept. 2020 · #21
@Rehema, schön dass du auch dabei bist! 🙂
Sonntag, 26.07.2020
Nach dem Frühstücksbuffet begleichen wir unsere Rechnung. Das Zimmer bezahlen wir in US$ und die Extras in TZS. Der Kurs US$/TZS ist im Hotel ganz OK. 1 US$ = 2300 TZS. Auf der Bank 1 US$ = 2318 TZS.
Punkt um 07.45 erscheint auch schon eine Dame von Shilashi Car Hire. www.shilashicarhire.com
Zuhause hatte ich 5 verschiedene Angebote zukommen lassen. Das Billigste lag bei 90 US$ pro Tag und das Teuerste bei 160 US$. Da wir nicht nur Safari fahren würden, habe ich gleich auf ein Auto mit Open Roof verzichtet. Blieben noch 3 Angebote. Bei Shilashi war das Angebot ausführlich geschildert. Man wusste genau was im Preis eingeschlossen war. Bei den zwei Anderen war es schwierig die Details zu bekommen. Musste immer wieder nachfragen. So haben wir nicht lange gezögert und uns für Shilashi entschieden. Preis pro Tag für den Landcruiser 95 US$ inkl Versicherung und Driver. Der Driver kümmert sich selber um seine Unterkunft und Verpflegung. Wir müssen nur seine Park Fees sowie die vom Wagen bezahlen. Benzin geht auf unsere Kosten.
Wir schauen uns schon einmal die Karre an. Immerhin behalten wir sie 21 Tage. Der 4 X 4 Standard Landcruiser macht schon einmal einen guten Eindruck.
Die Reifen und Innenausstattung sind ganz in Ordnung.
Anschliessend unterzeichnen wir den Vertrag und bezahlen in US$ Cash den Gesamtbetrag. Danach machen wir mit Godfrey, dem Fahrer näher Bekanntschaft. Er wirkt etwas verklemmt und zürückhaltend. Punkt um 08.30 verlassen wir das Coral Beach Hotel. Für einen Sonntag ist der Verkehr in der Stadt schon wahnsinnig!
Ausserhalb wird es nicht besser.....
Dann gibt es auch sehr viele 50 Geschwindigkeitsbegrenzunzen, Unfälle
und Pannen, die uns sehr viel Zeit kosten.....
Polizisten sehen wir um jede Ecke. Radars gibt es häufig! 😣 Gegen 13 Uhr erreichen wir endlich Morogoro. Der Driver spricht leider kein sehr gutes Englisch. Wir können ihm aber klar machen dass wir etwas im Flora Hotel essen wollen. Da waren wir als Selbstfahrer 2015. Es liegt zentral. Das Hotel ist leer. Wir können nur ein Omelette und Bier bestellen....Reicht uns!
Eine halbe Stunde später fahren wir schon weiter Richtung Dodoma. Es gibt unterwegs einige Baustellen und Staub.
Gegen 18 Uhr kommen wir im Morena Hotel in Dodoma an.
Das Hotel sieht wie ein Bunker aus. Da der Regierungssitz 1973 in Dodoma verlegt wurde, empfängt es öfters Parlementarier. Der Rezeptionsbereich sieht etwas kitschig aus.
Wir erkundigen uns über die Zimmerpreise. 90 US$ für ein Doppelzimmer mit B&B antwortet die Rezeptionistin. Ich frage auch nach dem Preis in TZS. Man weiss ja nie..... 😛 Da sind es nur 180'000 TZS. Das heisst der Kurs hier im Hotel ist miserabel. 1 US$ = 2100 TZS. Wir überlegen nicht lange und bezahlen in TZS.
ANNICKThemenstarter8'054 Beiträge · seit 200814. Sept. 2020 · #22
Fortsetzung
Wir duschen schon einmal und wechseln die Kleidung. Heute Abend wollen wir unbedingt bei Leone l'Africano essen gehen. Wurde uns von Expats in Dar Es Salaam empfohlen. Das Telefon klingelt auf einmal. Margaret, die Managerin von Shilashi Car Hire, wartet auf uns bei der Rezeption. Sie möchte uns unbedingt kennen lernen. Der Hauptsitz von Shilashi befindet sich auch in Dodoma. Margaret erweist sich als eine sehr nette Dame. Wir plaudern eine Weile und erklären ihr dass wir noch auswärts essen wollen. Leone l'Africano kennt sich überhaupt nicht. Sie erkundigt sich aber sehr schnell und fährt uns dort hin.
Da verabschieden wir uns auch von ihr. Sie gibt uns noch ihre private Telefonnummer im Fall des Falles. Im Restaurant sehen wir absolut keine Musungus. Wir stellen auch sehr schnell fest dass die Portionen hier riesig sind. Wir teilen uns zuerst einen Salat mit Mozarella
dann eine Pizza.
Miam miam einfach lecker. Dazu wird ein kühles Bier getrunken. Das Ganze kostet 30'000 TZS. Kann man ohne weiteres verkraften! 🙂 Mit einem Bajaji fahren wir zürück ins Hotel Morena. Gegen 22 Uhr gehen wir schlafen.
27.07.2020
Um 7 Uhr begeben wir uns zum Frühstücksbuffet. Auf dem Weg dahin schauen wir uns noch die Gartenanlage
und das Schwimmbad an.
Um den Pool sieht es nicht gerade gemütlich aus! Das Frühstück erweist sich auch als sehr afrikanisch. Nicht gerade my cup ot tea. Zum Glück können wir frische Früchte, ein Spanish Omelette, Brot und Butter bestellen. Danach packen wir unsere Sachen ein. Hier der Balkon von unserem Zimmer. Man kann ohne Problem das Nachbarzimmer besuchen...
Godfrey erscheint pünktlich um 8 Uhr vor dem Hotel.
Heute geht es weiter nach Tabora. Im Wagen stinkt es fürchterlich. Wir bemerken sehr schnell von wo dieser Gestank kommt. Es ist Godfrey! 😣 Er hat sich warscheinlich nicht gewaschen und trägt dieselben Klamotten. Wir öffnen ganz breit unsere Fenster um ein wenig den Gestank loszuwerden. Wenn er morgen weiter so stinkt müssen wir eingreifen.... 😗 Nach 30 Minuten Fahrt sieht man praktisch keinen Verkehr mehr. Die Strasse ist auch nagelneu. Sie wurde durch die Chinesen gebaut.
Die Landschaft wird auch abwechslungsreicher.
Am Strassenrand kann man so Einiges kaufen.
Zum Glück habe ich meine Strassenkarte dabei denn unser Fahrer scheint nicht immer genau zu wissen welche Richtung er fahren muss. Kann er überhaupt lesen?....
Zweimal muss ich seine Richtung korrigieren. Manchmal fährt er auch ganz kommisch. Irgendwie stimmt bei ihm etwas nicht.... 🙄 Mein Toni wird auch langsam misstrauisch und lässt ihn nicht aus den Augen. Mit der Zeit wird die Strasse zu einem richtigen Boulevard.
Es gibt kaum Verkehr. Polizisten lassen sich auch keine mehr blicken.
Unterwegs gibt es natürlich auch die obligatorische Pinkelpause.
Gabi-Muc2'191 Beiträge · seit 201614. Sept. 2020 · #23
Hallo Annick,
danke für Deinen Bericht, die ich immer sensationell finde. Und ich wette darauf, dass der Fahrer bald ausgetauscht wird. 😐 Bin mal gespannt, ob ich Recht behalte.
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
ANNICKThemenstarter8'054 Beiträge · seit 200816. Sept. 2020 · #24
@Gabi, du sollstest einen anderen Job ausüben: Hellseherin! 😎
Nach der Pinkelpause scheint unser Godfrey Schlafanfälle zu bekommen. Wir machen ihn darauf aufmerksam und fragen immer wieder: are you tired? Er antwortet jedes Mal: no, no. Toni hat vorsichtshalber unterwegs einige Coca Cola Dosen gekauft um ihn aufzumuntern. Wir reichen ihm Eine. Scheint zu wirken denn er fährt wieder "normal".......
Unterwegs halten wir an um etwas Honig zu kaufen. Der Honig aus der Tabora Region ist in Tansania sehr bekannt.
Für die Literflasche "Wild Honey" bezahlen wir 9'000 TZS.
Die Dame die uns bedient ist dazu auch noch sehr nett.
40 Kilometer vor Tabora geht die Boulevard Teerstrasse zu Ende. Die Chinesen arbeiten hart daran um sie später auch zu teeren.
Wir kommen an einigen Dörfern
sowie schöne Landschaften vorbei.
Kurz vor Tabora ist es bald soweit mit dem Teeren.
Gegen 14 Uhr kommen wir endlich in Tabora an und fahren direkt zu unserer Unterkunft: Orion Tabora Hotel.
Es wurde irgendwann zwischen 1900 und 1914 gebaut. Vor der Hoteltreppe gibt es den obligatorischen Hygiene Stop!
Bei der Rezeption merkt man schon das das Hotel renovierungsbedürftig ist.
Es besitzt aber sehr viel Charme. Man kann die ganze Geschichte vom Gebäude erfahren. Ist alles an der Wand angeschlagen.
Zimmer hat es genügend. Wir sind die einzigen Gäste! 😛
ANNICKThemenstarter8'054 Beiträge · seit 200817. Sept. 2020 · #25
Fortsetzung
Wir bekommen Zimmer 108 mit King Size Bett. Im Hotel gibt es sowieso keine Zweibettzimmer.... 😎
Um zum Zimmer zu gelangen laufen wir durch einen langen Korridor.
Unweit gibt es auch noch eine Sitzecke.
Das Zimmer ist geräumig und sehr einfach.
Man findet aber einen Fernseher und einen Kühlschrank.
Es besitzt einen Nebenraum mit Sessel und Tisch.
Das Badezimmer finden wir sauber aber nicht gerade modern.....
Wifi ist momentan nicht in Betrieb. Da keine Gäste, hat die englische Besitzerin den Vertrag gecancelt. Die Hotelbar finde ich einmalig.
Die Zeit scheint da stehen geblieben zu sein!
Im Garten kann man auch alte Wagons bewundern.
Anschliessend laufen wir in die Stadt. Im 19. Jahrhundert war Tabora ein zentraler Handelsplatz für den ostafrikanischen Karavanhandel. Während der deutschen Kolonialzeit kam dann die Eisenbahn und der Karavanhandel verschwand mit der Zeit. Heute leben hier um die 165'000 Einwohner. Die Stadt liegt auf einer Höhe von 1241m. Es ist nicht viel los.
Die Einheimischen sprechen uns öfters an. Sie denken wir wären Missionare..... 🙄
Gegen 19 Uhr essen wir einen Chicken Curry im riesen Restaurant.
Das Huhn muss die ganze Zeit unterwegs gewesen sein denn sein Fleisch ist steinhart..... 😣 Später entfernen wir den ganzen Staub auf unserem Gepäck. Gegen 21 Uhr sind wir schon im Bett und gucken Fernseher.
ANNICKThemenstarter8'054 Beiträge · seit 200818. Sept. 2020 · #26
28.07.2020
Mit dem Frühstück werden wir bestimmt nicht ersticken! Zum Glück können wir fried eggs bestellen. Punkt um 8 Uhr verlassen wir Orion Tabora Hotel. Godfrey hat zwar sein Hemd gewechselt aber er stinkt immer noch fürchterlich! 🤩 Wir fragen ihn ob sein Guest House eine Dusche hatte. Er antwortet mit YES. Darauf sagen wir ihm das seine Dusche warscheinlich "out of order" war denn er hat nicht geduscht..... Etwas verlegen verspricht er uns sich heute Abend zu waschen. Wir öffnen ganz breit unsere Autofenster denn der Gestank wird echt unerträglich! 😣 Am Anfang ist die Strasse geteert
und wir kommen schnell vorwärts. Man merkt dass wir uns langsam dem Land Uganda nähern denn wir erblicken immer mehr Ankole Rinder.
90 Minuten später geht leider die Teerstrasse zu Ende. Die Chinesen haben noch viel Arbeit......
Dann kommt wieder einen Teil geteert. Ausser Motorräder und Fahrräder gibt es kaum Verkehr.
Leider dauert es nicht lange bis wir wieder Staub erwischen! Hier fühlt man sich schon in eine andere Welt.
Godfrey hat auch wieder den obligatorischen Schlafanfall. Mit Coca Cola und Snickers können wir ihn wieder aufmuntern....
Dann kommt eine Schranke.
Die letzten 80 Kilometer sind zum Glück geteert.
Die Landschaft wird abwechslungsreicher.
Kurz vor 15 Uhr erblicken wir endlich Kigoma.
Wir passieren Kigoma Railway Station
und ein paar Kilometer später erreichen wir unsere Unterkunft für 3 Nächte: das Kigoma Hilltop Hotel
ANNICKThemenstarter8'054 Beiträge · seit 200821. Sept. 2020 · #27
Fortsetzung
Wir verabschieden uns von Godfrey und erwarten ihn morgen um 9 Uhr, geduscht! 🙂
Das Kigoma Hilltop Hotel gefällt uns auf Anhieb. Es liegt auch ausserhalb des Zentrums. An der Rezeption werden wir recht herzlich begrüsst. Wir bekommen Zimmer 202. Um es zu erreichen läuft man durch eine tolle Gartenanlage.
2 Zebras verbringen hier seit etlichen Jahren Ihre Rente! 🤪
Unser Gepäck wird mit einem elektrischen Wägeli in unser Zimmer gefahren. Das Hotel ist auch erst seit dem 7. Juli wieder geöffnet. Das Zimmer macht gleich einen guten Eindruck.
Es gibt Aircon (braucht man schon hier tagsüber denn es wird richtig heiss!), Kühlschrank, Safe, Fernseher und schnelles Wifi.
Das Badezimmer ist klein aber fein.
Von Zimmer aus bekommt einen Blick auf den Tanganyika See.
Eine Terrasse lädt zum Sundowner ein.
Wir packen schon einmal unsere Koffer aus. Gegen 18 Uhr wollen wir noch eine Runde schwimmen. Der Pool ist leider "out of Order".....T.I.A. Er soll in den nächsten Tagen repariert werden.....
Später begeben wir uns zum Hotelrestaurant
wo ein gedeckter Tisch auf uns wartet.
Ausser uns übernachten noch 4 Chinesen seit einer Woche. Sie sprechen kein Swahili und noch weniger Englisch. Das Personal hat jedesmal Mühe sich mit ihnen zu verständigen. Wir bestellen ein Chicken Curry. Es schmeckt sehr gut aber die Portionen sind zu klein für den Preis...... Im Hotel wird auch kein Alkohool ausgeschenkt. Man kann sich aber in der Stadt Bier oder Weinflaschen kaufen und es mitbringen. Der Sonnenuntergang ist fantatisch, fehlt nur ein Glas Weisswein! 😎
ANNICKThemenstarter8'054 Beiträge · seit 200822. Sept. 2020 · #28
29.07.2020
Gegen 07.45 gehen wir frühstücken. Von der Restaurantterrasse aus, kann man die Fishermen beobachten. Sie kehren von ihrer langen Nacht auf See zurück.
Das Frühstück erweist sich als sehr lecker.
Es gibt frischausgepresster Watermelon Saft, frische Früchte, Pancakes, Toasts, Eier, usw..... Punkt um 9 Uhr stehen wir schon vor der Rezeption und warten auf Godfrey. Wir unterhalten uns mit dem Manager aus Simbabwe. Das Hotel gehört einer tansanischen Firma, Mbali Mbali Safaris. Da alle andere Hotels von der Mbali Kette geschlossen sind, stehen momentan etwa 15 Safari Waren im Grundstück. Hier sind sie wenigstens sicher!
Das Kigoma Hilltop Hotel wurde 1996 inauguriert.
Godfrey erscheint unterdessen auch. Wouah er riecht sogar sehr gut heute morgen und er trägt neue Kleidung. Da wir echt Probleme haben uns mit ihm in Englisch zu verständigen, erklären wir dem Manager was wir heute genau unternehmen wollen. Er übersetzt es Godfrey. Danach lassen wir uns in die Stadt fahren. Erster Stop: das "Park Office" vom Gombe NP.
Ein Angestellter will sich unbedingt mit den Musungus fotografieren lassen......
und bringt uns danach zum Büro.
5 Minuten später erscheint der Chef. Er erklärt uns die momentane Lage um Gombe NP zu besuchen. Normalerweise können nur 20 Leute pro Tag in den Park. In den letzten Jahren musste er öfters in der Hochsaison einige Permits auf einen anderen Tag verschieben. Die Situation hat sich aber wegen dem Covid 19 geändert. Für die nächsten Tage gibt es absolut keine Reservation oder Anfrage......Das heisst wir müssen blechen wenn wir den Park besuchen wollen. Ursprünglich wollten wir mit einem einheimischem Boot zum Park und am nächsten morgen mit dem selben Boot wieder zurück. Da zahlt man 20 US$ pro Nase + 1 Tag Entry Fees. Man kann im Park nämlich übernachten. Es gibt verschiedene Varianten.
Morgen früh gibt es schon ein Boot Richtung Gombe. Es fährt aber gleich weiter und kommt erst am Samstag Nachmittag zurück. Da heisst wir müssen 3 Tage Permits bezahlen. Absolut kein Schnäppchen bei diesen Preisen! 🤩 Und so lange können wir auch nicht im Park bleiben.....
Der Chef erklärt uns die einzige Möglichkeit wäre morgen früh ein TANAPA Boot für eine Tagestour zu nehmen. Die Kosten:
Tanapa Boot inkl 18 % VAT: 354 US$ 2 X Entry Fees zu 118 US$: 236 US$ 1 guiding Ranger (obligatorisch): 23,60 US$ Macht alles zusammen 613,60 US$ für den Tag. Nicht gerade billig..... 🙄
Wir zögern aber nicht sehr lange. Wir sind hauptsächlich nach Kigoma gereist um die Chimps von Gombe zu besuchen. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen. Viele Expats haben uns davon erzählt. Soll ein Muss sein.... Wir reservieren also den nächsten Tag für Gombe NP.
Anschliessend wechseln wir noch US$ in TZS auf der Exim Bank. Kigoma ist heute in erster Linie eine Hafenstadt, die den Handel zwischen Tansania, Burundi und dem Kongo abwickelt. Neben den Einheimischen beleben die Geschäftsleute und die Mitarbeiter der zahlreichen Hilfsorganisationen die Strassen.
Danach kaufen wir noch 2 Südafrikanische Chardonay Weinflaschen und Bier in diesem Laden.
Indem Geschäft werden auch US$ im Schwarzmarkt in TZS getauscht. Das Ambiente ist schon eigenartig da drin. Später besuchen wir Kigoma Railway Station.
Der überdimensionale dreistöckige Bahnhof mit gewaltigen Rundbögen
ist schon ein Muss.
Er stamm aus der deutschen Kolonialregierung. Sein Ausbau began 1912. Man hoffte Kaiser Wilhelm II. höchspersönlich hier zu empfangen. Doch seine Reise zum westlichen Ende von Deutsch-Ostafrika wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vereitelt. Heute verkehren in der Woche 2 Züge nach Dar Es Salaam. Ein Express Zug und ein Normaler. Sie fahren via Tabora - Dodoma und Morogoro. Der Express Zug benötigt 1 1/2 Tag und der Langsamere 2 1/2 um Dar Es Salaam zu erreichen.
ANNICKThemenstarter8'054 Beiträge · seit 200823. Sept. 2020 · #30
@Picco: genau so ist es! Wenn man Zeit hat, bestimmt ein tolles Erlebnis! 😎
Fortsetzung
Danach fährt uns Godfrey nach Ujiji. Die kleine Stadt liegt 10 Kilometer südlich von Kigoma.
Der Ort wurde durch das Wirken des Forschungsreisenden David Livingstone ein Begriff. 1871 stiess der Journalist Henry Morton Stanley auf den vermissten Afrikaforscher. Nachdem Stanley sich seit Wochen durch den Busch geschlagen hatte und zum Schluss auf den einzigen Weissen im Umkreis von mehreren hundert Kilometern traf, brachte der Journalist nur ein " Doctor Livingstone, I presume" über die Lippen. Dieses Zitat kann man heute noch in den Geschichtsbücher lesen.
Wir erkundigen uns gleich wo sich das Livingstone Museum befindet und fahren direkt hin.
Der Eintritt kostet 23'500 TZS pro Nase. Finden wir echt zu teuer! Zum Schluss lassen wir uns überreden das Museum zu besuchen denn wir bekommen den Resident rate: 10'000 TZS. Der obligatorische Guide begleitet uns durch die Anlage. Wir marschieren zuerst zum Livingstone Memorial.
Da trafen sich Livingstone und Stanley unter Mangobäumen. Godfrey scheint sehr interessiert zu sein und stehlt dem Guide viele Fragen. Er fotografiert auch die ganze Zeit. Unweit erinnert uns auch ein Denkmal an die Forscher Richard Burton und John H Speke die bereits 1858 den Tanganyika See auf den Landkarten vermerkt hatten.
Kein Schild im Ort deutet auf seine Geschichte. Nur einige Infotafeln im Museum zeigen die Orte des Geschehens.
Im 19. Jahrhundert wurde Ujiji sehr wohlhabend. Dies lag an der strategischen Lage auf der zentralen Elfenbein-und-Sklavenroute zwischen Kongo und Sansibar. Sklaven waren damals stark gefragt, da viele Plantagen Arbeitskräfte benötigten. Ujiji war daher zentraler Sammelpunkt, bevor die Sklaven bis Bagamoyo laufen mussten und in Sansibar auf dem Sklavenmarkt nach Persien, Indien, Mauritius, Réunion, Arabien und Südafrika verkauft wurden.
Im Museum selber erinnert man sich an das Treffen von Livingstone und Stanley.
Man kann viele Gegenstände aus dieser Zeit bewundern.
Beim Verlassen des Museums, tragen wirt uns noch in das Visitor Buch ein. Der letzte Besucher kam vor einer Woche.... Es ist schon nach 12 Uhr und wir werden langsam hungrig. Wir entscheiden im Hotel Lake Tanganyika in Kigoma eine Kleinigkeit zu essen. Liegt auf dem Weg zu unserem Hotel. Zuerst wollte ich in diesem Hotel übernachten. In französischen Foren gab es aber keine gute Bewertungen. Der Service soll lausig sein und die Zimmer brauchen einen Lifting....Unweit gibt es auch eine Moschee die Nachts für Unterhaltung sorgt. Der Hoteleingang macht aber einen guten Eindruck.
Hier die Zimmer mit Seeblick und einer kleinen Terrasse.
ANNICKThemenstarter8'054 Beiträge · seit 200825. Sept. 2020 · #31
Fortsetzung
Unweit vom Ufer sehen wir eine Terrasse wo man essen kann. Wir setzen uns dahin
und geben unsere Bestellung auf. Ausser uns gibt es auch ein englisches Pärchen. Wir unterhalten uns ein wenig mit ihnen über das Hotel. Preis/Leistung soll OK sein wenn man nicht so viel erwartet. Unser Fisch schmeckt auf jeden Fall sehr gut
und das Ambiente finden wir sehr angenehm.
Gegen 14 Uhr kehren wir zum Hotel zurück . Wir verabreden uns mit Godfrey für den nächsten morgen um 06.30 vor dem Hotel. Da wir das Schwimmbad immer noch nicht benutzen können
schlägt uns der Manager vor uns zum Hotelstrand zu fahren. Wir nehmen natürlich das Angebot an. Der Strand befindet sich 5 Autominuten entfernt. Ehrlich gesagt, wir haben etwas ganz anderes erwartet........Zum Glück ist das Wasser sehr sauber!
Wir wundern uns auch wieso diese Strohhütte im Wasser steht.
Die Erklärung bekommen wir später vom Manager. Im März und April hat es um den Tanganyika See sehr starke Regenfälle gegeben. Viele Flüsse schmeissen sich in den See. An manche Orte soll der See sogar um 10 Meter gestiegen sein......
Da der Strand uns nicht vom Hocker haut, laufen wir eine Stunde später zurück ins Hotel. Nach der Dusche gönnen wir uns einen Chardonnay auf der Restaurantterrasse. Heute hat ja Toni Geburtstag! Dazu geniessen wir die tolle Aussicht auf dem Tanganyika See. Da ist immer etwas zu beobachten.
Punkt um 19 Uhr wird das Abendessen serviert. Die Servietten nehmen jeden Tag eine andere Form. Der Kellner achtet auf das Detail.
Der Fisch ist ein echter Genuss!
Der Manager macht auch einen guten Job. Er hat bei unserer Ankunft auf Toni's Pass geachtet und bemerkt dass er heute Geburtstag hat. Und so kommt für ihn eine kleine Ueberraschung.
Toni freut sich wie ein kleines Kind. Da wir morgen früh aus den Federn müssen, haben wir mit dem Chef abgemacht dass er uns 2 Frühstücksboxes für morgen früh organisiert.
30.07.2020
Um 6 Uhr wird aufgestanden. 20 Minuten später holen wir unsere Frühstückboxes im Restaurant ab. Punkt um 06.30 stehen wir vor dem Hotel und warten auf Godfrey. 10 Minuten später ist unser Godfrey immer noch nicht erschienen. Wir rufen ihn an. Es braucht seine Zeit bis er antwortet. Er erklärt uns dass der Hotelmanager ihm übersetzt hätte er solle um 07.30 kommen. Das kaufen wir ihm nicht ab. Wir sind sehr verärgert und bestehen dass er gleich kommt. Hoffentlich versteht er was wir ihm sagen..... 😗 Die Kommunikation ist ein echtes Problem mit ihm. Schlau scheint er auch nicht gerade zu sein.....Ich habe echt die Schauze voll. Mein Toni sieht die Sache viel gelassener. Ist ja Urlaub! 🙂 Godfrey erscheint tatsächlich 10 Minuten später.......Das Problem heute morgen, er hat sich gestern nicht informiert wo genau der Tanapa Kiribizi Dock sich befindet. Und so fahren wir ein Hin und Her und verlieren wieder Zeit.....Endlich finden wir die Stelle. Einige Fishermen verkaufen unweit schon ihre Wahre.
Punkt um 07.15 stehen wir vor dem Tanapa Dock. Im Office kein Mensch. Wir hupen eine Weile. Endlich geht eine Tür auf. Der Kapitain hat verschlafen........Eine echte Krankheit hier .......... 🙄 Er beeilt sich
und um 07.30 geht die Fahrt Richtung Gombe NP endlich los.
Enilorac65768 Beiträge · seit 201725. Sept. 2020 · #32
Es ist sehr interessant bei euch mit zu reisen. Vielen Dank für‘s Berichten! Schade, dass ihr keinen besseren Fahrer erwischt habt. Ich bewundere euch für eure Geduld...
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200626. Sept. 2020 · #33
ANNICK schrieb: Punkt um 19 Uhr wird das Abendessen serviert. Die Servietten nehmen jeden Tag eine andere Form. Der Kellner achtet auf das Detail.
... ich hoffe, Du hast Dir zeigen lassen, wie man die Serviette legen und falten muss, um das hinzubekommen und kannst uns das jetzt zeigen. 😉
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
ANNICKThemenstarter8'054 Beiträge · seit 200828. Sept. 2020 · #34
@Enilorac: wir mussten den Fahrer aber später doch wechseln......Unsere Geduld hatte Grenzen..... 😎
@Wolfgang: natürlich habe ich es mir zeigen lassen. Das Problem: am nächsten Tag hatte ich es schon vergessen.... 😗
Fortsetzung
Auf dem Tanganyika See verkehren viele Taxiboote für die Einheimischen.
Eine Stunde später erreichen wir das Kasekela Gate von Gombe NP. Vom Tanapa Kigoma Dock sind es 25 Kilometer mit dem Boot. Auch hier merkt man dass das Niveau vom See gestiegen ist. Die Anlegestelle kann man hier nicht mehr benutzen.
Unser Boot nähert sich dem Ufer und wir steigen aus. So sieht die Anlegestelle vom Land aus.
Das kristallklare Wasser ist schon der Hammer!
Wir marschieren Richtung Park Office. Auf der rechten Seite sieht man die einfachen Zimmer die man vor Ort buchen kann.
Auf der linken Seite vom Park Büro gibt es die teuere variante. Die Zelte sind nicht luxurios aber ganz OK und mit Dusche/WC.
Vor dem Office empfangen uns Paviane.
Der Angestellte erklärt uns sie wären friedlich und würden sich hier im Park ungestört bewegen.
An der Wand, im Büro, können wir eine Karte vom Park studieren.
Leider hat Tanapa seit einem guten Jahr sein Permit System geändert. Wenn man seine Entry Fees bezahlen will (für uns nur mit Krekitkarte), wird es ein echter Kampf..... Der Angestellte versucht mehrmals einen Code für die Austellung der Permits zu bekommen. Geht leider nicht. Das System weigert sich jedesmal.... 😣 Der Angestellte rät uns schon einmal das kleine Jane Goodall Museum zu besuchen. Es liegt neben dem Büro. Da erfährt man schon vieles über die berühmte Dame.
ANNICKThemenstarter8'054 Beiträge · seit 200829. Sept. 2020 · #35
Fortsetzung
Der Gombe NP wurde 1968 gegründet. Er ist der kleinste Nationalpark Tansanias. Er besteht aus einem 15 Kilometer langen, von tropischem Wald bewachsenen Streifen, der die steilen Hänge und Flusstäler rund um das nördliche Ufer des Tanganyikasees bedeckt.
Vieles was wir heute über Schimpanzen wissen, haben wir Jane Goodall zu verdanken. Etwa, dass Schimpanzen Wekzeuge benutzen können. Als erste Forscherin gab sie den Tieren, die sie beobachtete Namen statt Nummern. 1977 gründete sie das Jane-Goodall-Institut, dessen Forschungszentrum sich in Gombe befindet. Sie setzt sich bis heute noch für den Schutz der Schimpanzen und ihrer Lebensräume ein. Unter anderem durch die Errichtung des Gombe Stream NP. Jedes Jahr besucht sie wenigstens einmal das Institut.
Der Parkangestellte kommt auf einmal und erklärt unsere Permits wären jetzt OK. Er informiert uns auch dass unser Ranger/Guide draussen auf uns wartet.. Die tour kann also losgehen. Der Ranger ist mit dem Park sehr vertraut. Er erklärt uns auch dass momentan Trackers unterwegs sind um die Chimps zu finden. Bevor wir starten bekommen wir einen genauen Briefing. Es erinnert mich sehr an die verschiedene Gorilla Touren die ich in Uganda und Rwanda gemacht habe. Da wird erklärt was man machen darf oder nicht und wie man sich verhalten muss. Wir haben genau eine Stunde Zeit um uns die Chimps genauer anzusehen. Wenn wir uns den Schimpanzen nähern müssen wir auch alle die Maske tragen um ja keine Krankheit zu übertragen.
Schimpanzen teilen mehr als 98% Gene mit uns Menschen. Während eines Chimp Track hier im Park ist es möglich, den Affen, die an die Präsenz des Menschen gewöhnt wurden, sehr nahe zu kommen.
Das Telefon vom Ranger klingelt auf einmal. Hier gibt es keine Funkgeräte. Es sind die 3 Trackers. Sie haben eine Chimps Familie gefunden. Sie befindet sich ungefähr eine Stunde zu Fuss entfernt. Wir machen uns gleich auf den Weg. Einige Baboons begleiten uns
und dies während 10 Minuten. Unglaublich!
Danach wird es ihnen zu steil und sie laufen in eine andere Richtung.
Das Telefon klingelt wieder 40 Minuten später. Wir erfahren dass die Chimps sich am Boden aufhalten. Welch ein Glück! 😁 Wir sind noch mehr motiviert. Toni hat auch auf einmal keine Knieprobleme mehr. Es geht immer bergauf.......Die Wege sind nicht gerade sehr gut. Manchmal muss man sich auch schön bucken. Auf einmal sagt unser Guide. Here we are, put your masks on! Viel Zeit zum Ueberlegen habe ich nicht. Auf einmal erscheint dieser fresche kleine Kerl und nimmt mein Kikoy in seine Hände.
Er will es unbedingt haben.
Ich ziehe aber dagegen und gebe ihm zu verstehen es gehöre mir. Seine Reaktion war so menschlich und kindisch dass ich die Szene total vergessen habe zu fotografieren. Er sprang immer auf und ab und brüllte wie verrückt. Er gab mir zu verstehen dass er sehr verärgert war. Auf einmal rennt er davon und bleibt einige Meter weiter sitzen.
Wir marschieren wieder und entdecken andere Schimpanzenmitglieder.
Unser Ranger erklärt uns es seien Chimps von der Kasakela Community. Es handelt sich hier um die "G Family". Bei den Gorilla Tracks war ich schon extrem begeistert. Ich muss aber gestehen dass dieser Chimps Track mir noch mehr bringt als die Gorillas. Es bleibt ein unbeschreibliches Erlebnis! Man kann den Affen sogar in die Augen schauen (bei den Gorillas nicht). Die Augen erzählen Vieles.
Sie ruhen da aus ohne sich um uns zu kümmern.
Gaia, warscheinlich die zukünftige Matriarchin dieser Gruppe (die Mutter Gremlin ist schon 48 Jahre alt), sorgt besonders für unsere Aufmerksamkeit. Sie ist 27 Jahre alt.
Enilorac65768 Beiträge · seit 201729. Sept. 2020 · #36
Ich kann leider nicht ganz alle Fotos sehen. Aber was ich sehe ist sehr beeindruckend. Das muss ein unvergessliches Erlebnis sein! Der Blick des Kleinen und die Reaktion ist wirklich wie bei einem kleinen Kind.
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
Oliver74158 Beiträge · seit 201629. Sept. 2020 · #37
Hallo Annick, vielen Dank für die wunderbaren Eindrücke aus dem Gombe NP 😄. Ich bin schon sehr auf die Fortsetzung gespannt. Liebe Grüße, Oliver