Lotusblume schrieb:Moin,
Namibia hat mit 374 die vierthöchste Inzidenz, nach Seychellen (1009), Mongolei (491), Kolumbien (401), weltweit. 😵
Quelle: OSCOVIDA/Johns Hopkins University / Stand: 26.6.2021
Die Seychellen haben 60% ihrer Bevoelkerung durchgeimpft, die Mongolei ueber 50%, Kolumbien 20% und Brasilien (wo die Zahlen wohl auch wieder stark angestiegen sind) 30%, aehnlich wie Deutschland.
Die Seychellen haben genauso wie Namibia Sinopharm und AZ verimpft. In der Mongolei verwenden sie zusaetzlich Pfizer und Sputnik. Die Mongolei ist uebrigens das am duennsten besiedelte Gebiet weltweit - und soweit ich es erfahren konnte (man berichtige mich wenn ich falsch liege), waren die Grenzen bis 1. Juni zu. Ich frage mich, ob man den Mongolen auch unterstellt, sie wuerden Geburtstage indoors feiern mit vielen Gaesten und ohne Maske, und dass sie Party machen ohne Ende, um einen "Schuldigen" fuer die hohen Infektionszahlen zu finden.
Jeder kann sich selber damit beschaeftigen, und seine eigenen Schluesse ziehen. Ich bin die Fingerzeigerei Leid. Ich bin es Leid, wie, nicht unaehnlich dem Mittelalter, Personen oder Personengruppen an den Pranger gestellt werden, weil sie angeblich Schuld sind an der Situation. Diejenigen, die sich anstecken sind komischerweise immer die Opfer, obwohl man ihnen genauso Eigenverantwortung zuschreiben koennte. Kenne inzwischen ein paar Leute, die sich akribisch an die Regeln gehalten haben und trotzdem krank wurden - warum sollten andere, die diese Leute nicht mal von weitem gesehen haben daran Schuld sein? Mir geht es zunehmend auf die Nerven, dass jeder, der das Wort "Covid" buchstabieren kann sich fuer einen Experten haelt (und das gilt fuer beide Seiten!), und den jeweils anderesdenkenden Teil der Gesellschaft beleidigt, beschuldigt, ausgrenzt, zur Impfung zwingen will (das gilt nur fuer eine Seite - und das erlebe ich massiv, tagtaeglich).
Ich sage die meiste Zeit nichts dazu, weil es einfach nichts bringt und ich mich nicht streiten will. Ich wuerde nur gerne mal wieder daran erinnern, dass sich selbst die Experten nicht einig sind, weder ueber das Virus, noch ueber die Impfung, und dass vor allem den Deutschen schon immer die Freiheit in Namibia fasziniert hat, und die Natur, und die Weite.
Jetzt ist die Freiheit auf einmal der Feind. Die Natur genauso - man muss sie "bekaempfen". Und die Weite, die Einsamkeit ist auch kein Grund mehr, beruhigt auf Safari zu gehen, weil ja in Windhoek jemand Geburtstag gefeiert hat, drinnen, ohne Maske. Ich sehe tagtaeglich Menschen alleine im Auto mit Maske, alleine joggen mit Maske, am Damm spazierengehen, alleine, kein Mensch sonst zu sehen, mit Maske. Ueberall wird man angesprueht, ich kann nicht mal Geld ziehen ohne dass der ATM vorher akribisch desinfiziert wird und ich mir, wieder, die Haende einspruehen lassen muss.
Ich bin auch die staendige Unkerei Leid. Wir werden sehen, wie die Zahlen in Namibia sich entwickeln. Wir werden sehen, ob die Welle noch monatelang anhaelt, oder ob sie dennoch, fuer viele unvorstellbar und magischerweise, abflaut.
Ich danke allen, die sich trotz aller Widrigkeiten nicht von einem Urlaub abbringen lassen, nochmal verschoben haben, auf jeden Fall wiederkommen wollen sobald wie moeglich.
Alle anderen duerfen jetzt natuerlich ihren Senf hierzu abgeben wenn sie wollen. Nicht boese sein wenn ich nicht antworte. Meine Meinung ist zwar nicht in Stein gemeisselt weil sich jeden Tag etwas Neues ergeben kann, aber einer Diskussion hier kann ich nichts abgewinnen.
Danke an Christian/travelnamibia, fuer all seine Recherchen, Muehen, den Zeitaufwand und die Geduld. Ich glaube, speziell Letzteres waere mir schon lange ausgegangen.