WandererUweThemenstarter28 Beiträge · seit 201801. Juni 2019 · #1
😎 😁 Hallo Forum-Gemeinde Ich hab viel hier im Forum gelesen und daduch unheimlich viel erfahrenüber Namibia und Reisen durch dieses Land. Auch durch die vielen Fotos, die Fragen und Antworten, konnte ich/wir einiges besser einschätzen. Vielleicht können wir ein bisschen mit unserem Reisebericht zurückgeben und kommenden "Ersttäter" helfen. Es ist der erste Reisebericht den Ulla und ich schreiben, wenn es sich nicht ganz so flüssig liest, seit ein wenig nachsichtig.
Am 18.04. 2019 ist es endlich soweit – Wir fliegen nach Namibia. Nach fast 1 Jahr Planung – wo fahren wir hin, wie rum fahren wir, mit wem fahren wir – war es soweit, wir fahren als Selbstfahrer zu viert durch Namibia. Wir, das sind Eckhard und Carola, für die es die Hochzeitsreise ist, sowie Ulla und ich (Uwe). Ach, Carola und Ulla sind Schwestern, wir sind zwischen 50 und 58 Jahre alt und kommen aus Nordhessen. Eckard und Carola waren vor vielen Jahren schon mal in Afrika, Ulla und ich noch nicht. Im Linksverkehr fahren war für uns alle neu, ich habe dann den Posten übernommen. Der Scheiben-wischer wurde anfangs schon ziemlich strapaziert, zum Ende hin wurde es besser. Geplant und organisiert haben wir gemeinsam mit Namibia Click&Travel, ein Reisebüro, das in Swakopmund ansässig ist. Die Damen (besonderen Dank an Desi) können wir uneingeschränkt empfehlen, alles hat super gut geklappt. Das Auto haben wir bei Nambozi 4x4 Car Hire gemietet. Auf Frank Krystofiak bin ich hier im Forum aufmerksam geworden. Wir hatten einen Toyota Hilux DC Model 2016, der Wagen hat uns ohne jedes murren überall hingebracht. Übergabe, Zustand, Preis alles super – auch Nambozi 4x4 können wir uneingeschränkt empfehlen. Geflogen sind wir mit Air Namibia. Den ganzen Gerüchten und Vorhersagen zum Trotz gab es keine Probleme – OK beim Hinflug hat das Entertainment nicht funktioniert und manche Sitze ließen sich nicht in bewegen. Der Rückflug startet erst 90 min. später, weil auf Mitflieger gewartet wurde, die von den Victoria Falls kamen, dafür funktionierte das Entertainment. Nach der Landung, der Prozedur am Einreiseschalter, haben wir noch rasch Geld getauscht und dann hat uns der organisierte Shuttle von Nambozi 4x4 zum Windhoek Gardens Guesthouse gebracht. Wir konnten schon um 08:30 in unsere Zimmer. Die Zimmer sind alle unterschiedlich gestaltet und eingerichtet, sehr nett. Dann gab´s erstmal Kaffee. Da wir gerne wandern, sind wir zu Fuß in die Innenstadt. Es war ja Karfreitag und daher nicht viel los, vielleicht auch gerade richtig zum ankommen.
Wir haben um 15:00 Uhr den Gottesdienst in der Christuskirche besucht und sind danach noch mit Mitgliedern der deutschen Kirchengemeinde ins Gespräch gekommen. Jetzt waren wir doch langsam müde, also zurück – Siesta. Nochmal zu Fuß oder mit Taxi wollten wir nicht los, also haben wir im Guesthouse gegessen und es nicht bereut. Dazu gab es das erste Windhoek Draught Beer. Richtig gut.
Die erste Nacht in Namibia ist vorbei. Geschlafen haben wir so – naja, es war halt schon aufregend gestern und viele Gedanken gehen einem durch den Kopf. Das Frühstück war lecker, es gab viele verschiedene Ei-Variationen, Müsli, Jogurt, Obst, Käse, Wurst, Kaffee, Tee, Wasser, Saft.
Pünktlich um 09:00 kam Frank Krystoviak, ein Riese mit sehr trockenem Humor. Er fuhr uns in sein Geschäft zur Autoübergabe und Einweisung. Wir waren alle sehr aufgeregt, vieles an dem Auto ist anders und Franks Berichte rund um das Autofahren in Namibia waren doch erschreckend (wahrscheinlich beabsichtigt, damit wir auch vorsichtig fahren). Die erste Fahrt ging dann zum Supermarkt um Wasser, Obst und 2 SIM Karten zu kaufen. Und dann ging es in Richtung Süden, also durch Windhoek. Das hat mit Karte, und einer guten Beifahrerin super geklappt und als wir auf der B1 waren, wurde das Fahren auch entspannter. Einen Abstecher haben wir dann zum Lake Oanob gemacht, einen Stausee in der Nähe von Rehoboth. Die Straße war dann unsere erste Wellblechpiste. Jetzt wussten wir was noch auf uns zukam. Der Stausee lädt zum Wassersport ein, wird von vielen „reetbedeckten“ Häusern umsäumt, die ein wenig Wochenendhauscharakter haben. Ein paar Strausse haben wir auch gesehen. Die Zufahrt zum Gelände war nicht teuer: 30N$ pro Person. Kurz vor der Ausfahrt gab es dann einen Aufschrei: rechts Giraffen. Carola hatte eine Gruppe Giraffen entdeckt > unsere ersten Wildtiere. Die Fahrt bis zur Teufelskrallen Tented Lodge war jetzt nicht mehr lang. Wir wurden freundlich empfangen, das wichtigste in einem schnellen Tempo erklärt (was fast in jeder Unterkunft so war, dabei dachten wir, Zeit spielt in Namibia keine Rolle). Zu unseren Zelten mussten wir noch etwa 2 km fahren, dabei auch das erste von noch vielen Gattern öffnen und schließen (den Job hat Carola immer übernommen). Oh war das eine schöne Überraschung als wir die Zelte sahen, richtig toll.
Aber wir wollten gleich weiter zum ersten Game Drive mit Sundowner. Dazu ging`s zu Kalahari Red Dunes Lodge. Die beiden Unterkünfte gehören zusammen und die Aktivitäten finden an der Red Dunes Lodge statt. Das sind etwa 8km zu fahren. Wir hatten noch etwas Zeit für ein Windhoek Lager und konnten die ersten Erdhörnchen und den schöne Ort bewundern.
Auf der Tour sahen wir Elenantilopen, Zebras, Oryx, Springböcke, Streifenknus, eine Fuchsmanguste und Tausendfüssler. Martin, unser Guide erzählte uns viel Interessantes von den riesigen Siedelwebernestern, von den Tausendfüßlern, die, wenn sie tot sind, aussehen wie weiße Kabel und importierten Tieren aus Südafrika. Wir waren begeistert. Die Tiere, die Landschaft und der Himmel - einfach toll. Zum eigentlichen Sundowner fuhr Martin auf eine Anhöhe, wo ein Tisch, Stühle, Getränke und Snacks aufgebaut wurden. Eine tolle Stimmung, aber leider nicht lange, es kam urplötzlich ein heftiger Regenschauer, und so tranken wir unser Bier auf dem Rückweg in die Red Dunes Lodge.
Das Abendessen gab es in der Teufelskrallen Lodge und war sehr, sehr lecker. Die Nacht im Zelt war, vor allem anfangs unruhig, es regnete noch ein paarmal heftig und irgendwelche Tiere waren auch da.
Das war´s für heute, in den nächsten Tagen geht´s weiter. Viele Grüße Ulla und Uwe
Bayernrudi84 Beiträge · seit 201801. Juni 2019 · #2
Hallo Ulla, hallo Uwe,
wir waren im September/Oktober 2018 mit unserer Ersttätertour dran. Deshalb fahre ich gerne mit euch mit. Mal schau'n, ob ihr auch in einigen Quartieren wart, die wir besucht haben. Freue mich schon auf die Fortsetzung.
Guten Abend, Ulla und Uwe, ich freue mich über (fast) jeden Ersttäterbericht und bin gespannt auf die Fortsetzung und das Fazit 😉 Viele Grüße aus dem Habichtswald Friederike
WandererUweThemenstarter28 Beiträge · seit 201803. Juni 2019 · #4
Es geht weiter 😎 😁 21.04. Wir waren zwar zum Sonnenaufgang wach, aber viele dicke, graue Wolken haben die Sonne verdeckt. Das Frühstück war lecker, das Haupthaus der Teufelskrallen Lodge ist nett eingerichtet und mehr als ausreichend groß. Da es nur 6 Zelte sind und nicht alle gleichzeitig zum Essen kommen, ist es ruhig und entspannt. Wir haben dann zwei Handy´s mit den namibischen Simkarten bestückt, damit wir, falls nötig, das Reisebüro oder die Autovermietung telefonisch erreichen können. Vorweg, beides war nicht nötig. Wir hatten in allen Unterkünften freies WLAN, manchmal war es etwas langsam, aber wir hatten ja Urlaub und Zeit. Für ein paar kurze Gespräche nach Hause, hatten die 150N$ auf der Simkarte mehr als gereicht. Ulla und Carola sind dann zu Fuß zur Lodge, etwa 2,5km zurück, Eckhard und ich mit dem Toyota – auf die Hitze hatten wir zwei keine Lust. Bis zur Gamedrive/Sundowner war noch ausreichend Zeit um Fotos zu sichten, lesen und chillen. Um 16:30 war es soweit. Wir hatten einen anderen Jeep, aber wieder Martin als Guide. Das hat uns gefallen. Die zweite Tour war noch viel besser – eine anders Gebiet auf dem riesigen Gelände, viel mehr Tiere und zum Schluss einen super Sonnenuntergang mit einen tollen Truppe.
Was haben wir das genossen. Herrlich. Das Abendessen war wieder gut. Carola ist Vegetarierin, das war bei keiner Unterkunft ein Problem, immer hat die Küche etwas nettes fertig gemacht. Die Nacht war gut, keine lauter Regen, keine hörbaren Tiere. 22.04.
Heute hatten wir eine etwas längere Fahrt vor uns. Über den Remhoogte Pass zum Sossusvlei Desert Camp – 285km und die ersten längeren Wellblechpisten. Da wollten wir etwas früher los. Böse Überraschung – es war kein Wasser da. Ob jemand vergessen hat die Wasserbehälter zu füllen – keine Ahnung. Also nur packen und zum Haupthaus / Rezeption fahren. Dort gab es eine Katzenwäsche in den Toilettenräume und anschließend ein wundervolles Frühstück im Garten. Wir haben uns in der Teufelskrallen Tented Lodge wirklich wohl gefühlt, klein und fein. Das es mal kurz kein Wasser gab, es gibt schlimmeres. Ein kurzes Stück Teerstraße hatten wir noch und dann nur noch Piste. Mal sehr gut zufahren, wahrscheinlich erst vor kurzen geglätten (kann man das so sagen? oder abgezogen), aber zeitweise auch wirklich bescheiden und mit vielen Potholes. Die Wegbeschreibung von Desi (Namibia Click& Travel) war wirklich hervorragend, da konnten wir uns auch in der Zukunft gut drauf einlassen. Die Landschaft veränderte sich sehr oft, mal endlose Weite, mal eine hüglige Umgebung. So gab es immer was zusehen und es kam zu keinem Zeitraum Langweile auf. Ebenso änderte sich die Farbe des Straßenbelags oft. Nicht alles haben wir fotografiert, aber im Kopf behalten
Tiere gab es auch, erst weniger exotisch: Pferde, Esel, Ziegen, dann aber auch Affen, Warzenschweine, Orynx. Kaputte Autos gab es nicht nur in Solitäre. Interessant waren auch die Siedelwebernester an den Telegrafenmasten / Strommasten. Viele Bodenwellen, enge, manchmal steile Straßen/-kurven, lange Staubwolken von entgegenkommenden Autos machten das Fahren zu einem Erlebnis. Ihr dürft nicht vergessen wir sind das erste Mal in Afrika/ Namibia. Viele unter Euch kennen das alles schon sehr gut.
Die Strecke auf der C19 (nach der D1273) war in einem erbärmlichen Zustand, das machte wirklich keinen Spaß. Gut das es nur noch knapp 80km bis zum Desert Camp waren – schlecht das wir in zwei Tagen da nochmal lang musste. Dann begann immer mehr Sand zwischen den Hügeln zu leuchten, wir näherten uns dem Namib Naukluft Park.
Wir sind dann schnell zur Lodge, haben eingecheckt, die Häuser bezogen – toll eingerichtet, viel Platz, riesige Duschen, Outdoorküche mit Grillmöglichkeit – und dann gleich wieder weiter zur Dune 45. Wir haben uns ein Permitt für 2 Tagen geholt (vier Personen, ein Auto = 660N$) Die Strecke führte durch eine traumhafte Landschaft aus Düne, sehr eindrucksvoll. Wir bestiegen dann bei 31°c die Sanddüne
Es war anstrengend, dazu wehte noch der Wind, aber eine Abkühlung brachte er nicht wirklich. Sogar einen Dünengecko haben wir gesehen. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, auch weil wir ganz allein da oben waren. Nachdem wir den Sand aus den Schuhen entfernt hatten ging´s zurück zur Lodge. Duschen, kurz ausruhen, an der Rezeption einen Picknickkorb für den nächste Tage bestellen und zum Abendessen in die Sossusvlei Lodge. Was für eine große Anlage mit vielen Menschen (Gäste und Bedienstete). Nach der beschaulichen und ruhigen Teufelskrallen Lodge war das schon ein krasser Wechsel. Alle Tische unter freien Himmel, nette Bedienung und eine riesige Auswahl an Speisen. Eckhard war völlig geplättet von den Nachspeisen. Es gab vier Stationen wo frisch gegrillt / gekocht wurde (2 mal Fleisch, 1 mal Fisch, 1 mal asiatisch) Alles war sehr lecker und auch geschmackvoll fürs Auge angerichtet. Damit der Sundowner heute nicht völlig ausfiel, haben wir in der Lodgebar zum Vollmond einen doppelten GinTonic getrunken.
Es geht bald weiter 😁
WandererUweThemenstarter28 Beiträge · seit 201803. Juni 2019 · #5
Die Fotos:
WandererUweThemenstarter28 Beiträge · seit 201804. Juni 2019 · #6
23.04.
06:20 - aufstehen, es ist noch dunkel, etwas kühl und windig. 06:50 – Abfahrt nach Sossusvlei 07:00 – Picknickkorb in der Sossusvlei Lodge abholen Mittlerweile hatte sich schon eine lange Schlange vor dem geschlossenen Tor gebildet, etwa 20 Fahrzeuge waren voraus. Wir trafen auch eine Familie aus der Teufelskrallen Lodge wieder. Um 07:18 konnten wir das Tor passieren und eine erneut eindrucksvolle Fahrt nach Sossusvlei, diesmal bis zum Ende, beginnt. Am liebsten möchten wir jede Düne fotographisch festhalten. Das Überholverbot und die max. Geschwindigkeit scheinen niemanden zu interessieren, irgendwann haben wir auch überholt.
An der Düne 45 war schon richtig viel Betrieb, aber wir wollten ja weiter. Gut das wir gestern schon da oben waren. Die letzten 5 km bis zum Dead Vlei ist ja eine Sandpiste – die sind wir nicht gefahren. Da fehlte mir jede Erfahrung und die wollte ich heute nicht machen. Also sind wir mit dem Shuttle gefahren (gehen wollte auch keiner), hat hin und zurück 680N$ für 4 Personen gekostet. Gefahren sind schon einigen die Strecke, nach 500m haben wir den ersten Wagen gesehen, der im Sand stecken geblieben ist. Die Fahrt war lustig, wir wurden ordentlich durch geschüttelt Nun lag nur noch ein ca. 1km Fußweg vor uns.
Das Dead Vlei, ist eine Ton-Pfanne, die von den Dünen umschlossen ist. Im Dead Vlei findet man abgestorbene Akazienbäume, bis zu 500 Jahre alt.
Wir haben unendlich viele Fotos gemacht und konnten uns nur schwer von diesem magischen Ort trennen. Viele Besucher wählten den Weg über die Big Daddy Düne, die ist deutlich höher als die Düne 45, angeblich über 350 m hoch. Hunger und Durst trieben uns dann doch zum Shuttle zurück.
WandererUweThemenstarter28 Beiträge · seit 201804. Juni 2019 · #7
Wir konnten sofort zu unserem Auto weiterfahren, aber am Parkplatz war es noch windiger geworden, das Frühstück haben wir kurzer Hand in die Lodge verschoben.
Und was war das ein toller Picknickkorb. Der riesige Korb war gefüllt mit Kaffee, Hotwater, Tee, Milch, Obstsaft, 2 verschiedene Joghurts, Cornflakes, Butter, Brot, Marmelade, Käse, Wurst, Gurke, Tomaten und Äpfel, Besteck, Tassen, Teller, Becher, Servietten und eine großen Tischdecken. So hatten wir wieder ein schönes Frühstück. Dann war chillen angesagt. Ulla blieb vor der Hütte sitzen, Tagebuch schreiben und Tiere beobachten. Zwischendurch waren 7 Orynx am nur 150m entfernten Wasserloch, eins sogar fast am Pool. Den haben wir dann selber noch genutzt und uns von der Sonne trocknen lassen.
Am späten Nachmittag sind wir dann noch zum Sesriem Canyon. Der Einstieg war etwas schwer zu finden, aber das suchen hat sich gelohnt. Eine eindrucksvolle, kleine Schlucht.
Anschließend zurück zur Lodge, duschen und später wieder in die Sossusvlei Lodge zum Abendbuffet. Das war wieder ein toller Tag, viele ganz unterschiedliche Eindrücke – Namibia ist klasse.
Tolle Fotos von dem Sundowner-Drive. Das Abendlicht ist einfach unschlagbar.
Grausige Fotos vom Sossusvlei. Soo voll habe ich das Dead Vlei und den Sesriem Canyon noch nicht gesehen. Da macht das Fotografieren ja keinen Spaß mehr.
Das Überholverbot und die max. Geschwindigkeit scheinen niemanden zu interessieren, irgendwann haben wir auch überholt.
Soso, könnte es sein, dass sich vielleicht doch Einige an die Geschwindigkeitslimits gehalten haben, nämlich die, die - auch von Euch - überholt wurden? 😉
WandererUweThemenstarter28 Beiträge · seit 201805. Juni 2019 · #9
Hallo Christoph,
ja, die Sundowner waren wirklich klasse. Schön das Dir die Fotos gefallen. Stimmt, ein paar Fahrer hatten sich an die Geschwindigkeitslimits gehalten. Zu den Fotos vom Dead Vlei und Sesriem Canjon: Du meinst die vielen Menschen und hoffentlich nicht die Fotos an sich. Ich hätte auch nur Fotos ohne die Massen zeigen können, hätte aber die Realität nicht richtig wiedergegeben.
Viele Grüße Uwe
WandererUweThemenstarter28 Beiträge · seit 201805. Juni 2019 · #10
24.04. ein neuer Tag
06:20 – der Wecker klingelt, aufstehen, waschen, anziehen, Taschen packen und auf zum Frühstück in die Sossusvlei Lodge. Es ist frisch, kühler als gestern. Es sieht aus als hätte sich Dunst gebildet im ganzen „Tal“. Aber eher nur aufgewirbelter Sand durch Auto´s. Das Frühstückbuffet war auch lecker.
Heute hatten wir den längsten Streckenabschnitt vor uns, und dann auch noch den, vor dem wir vom Reisebüro und vom Autovermieter gewarnt wurden. Na klasse. Die ersten 80km kannten wir ja schon, und wussten wie bescheiden die sind. Und schlecht waren sie immer noch. In Solitaire wollten wir tanken und den berühmten Apple Crumble essen. Das zweite hat geklappt, Diesel war leider alle. Shit. Aber der Tankwart meinte nach einem Blick auf unsere Tankanzeige, damit kommen wir locker bis Swakopmund. Er hatte Recht.
Ab Solitaire war die Strecke dann in einem viel besseren Zustand als erwartet. Durch vorausfahrende oder entgegen kommende Autos war die Sicht zwar ab und an schlecht, aber insgesamt besser als der Streckenabschnitt bis Solitaire. Und die Landschaft hatte einiges zu bieten. Dünen, Hügel, Berge, Mondlandschaften und Pässe, langweilig wurde es nie.
WandererUweThemenstarter28 Beiträge · seit 201805. Juni 2019 · #11
Ab Walvis Bay wurde der Verkehr etwas dichter, aber noch gut erträglich. In Swakopmund fuhren wir zuerst zu unserer Unterkunft – Namib Guesthouse. Netter Empfang, insgesamt 6 Zimmer, alles super. Aber es war KALT in Swakopmund, kälter als von uns erwartet. Wir haben dann Desi im Büro von Namibia Click&Travel besucht. Bei einem Kaffee konnten wir unser kleines Geschenk übergeben und vom bisherigen Reiseverlauf berichten. Desi war 2017 in Kassel um die Documenta 14 zu besuchen, dadurch hatten wir während der Reiseplanung immer ein bisschen Gesprächsstoff. Nach dem Besuch bei Click&Travel wurde endlich getankt, wärmere Klamotten angezogen und die Stadt zu Fuß erkundet. Groß ist Swakopmund ja nicht, aber es gibt doch ein paar interessante Dinge zu sehen.
Im Guesthouse zurück haben wir uns erstmal über eine heiße Dusche gefreut und mit Ellen zum Essen in Kücki´s Pub verabredet. Ulla hatte Ellen in Windhoek im Gardens Guesthouse kennengelernt. Und da Ellen in der gleichen Zeit wie wir in Swakopmund war, haben wir unser kurzerhand getroffen. Kücki´s Pub ist eine schöne Kneipe (innen viel größer als erwartet) mit sehr leckerem Essen, bei Einheimischen sehr beliebt. Wieder ein sehr abwechslungsreicher Tag. Danke.
WandererUweThemenstarter28 Beiträge · seit 201808. Juni 2019 · #12
25.04.
Heute konnte wir etwas länger schlafen – bis 07:00. Das Frühstück im Namib Guesthouse ist auch richtig gut. Selbstgemachtes Birchermüsli, frisch gebackenes Brot, frischer Obstsalat, herrlich. Um 08:00 wurden wir abgeholt zur Katamaran-Tour mit Laramontours. Es ging zum Hafen von Walvis Bay, eine gute halbe Stunde Fahrt. Das Wetter war leider sehr trüb und es war kalt, 13°C.
Ein Kapitän (denName haben wir leider vergessen) und sein Assistent Jackson leiteten die Tour. Bereits nach 5 min Fahrt saß schon der erste Seehund auf dem Schiff, wurde gefüttert und von fast allen mitfahrenden gestreichelt, fotografiert und gefilmt. Später „surfte“ er noch hinter dem Schiff her.
Nach einem oder zwei Sherrys für die Gäste erzählte uns der Kapitän viel über die Austernzucht, die Fischerei, den Hafen, und die Tiere an der Küste. Sehr interessant und kurzweilig. Später kamen auch noch 2 Pelikane an Board. Erstaunlich wie groß und bunt Pelikane sind.
Ja und Austern gab es auch, dazu Sekt und noch ein paar andere Häppchen. Ein tolles Erlebnis. Zurück im Guesthouse haben wir erstmal heiß geduscht und eine Kaffee getrunken. Für den späten Nachmittag und den Abend stand noch eine besondere Aktion an. Über Facebookseite von Namibia Click & Travel bin ich auf eine Foodtour durch Swakopmund aufmerksam geworden - www.swakopfoodtours.com. Die Tour hat Desi dann für uns gebucht.
Es war richtig gut. Frances, eine waschechte Swapomunderin, hat uns durch Ihre Stadt geführt und dabei von Swakopmund und Namibia erzählt. Sechsmal haben wir in verschiedenen Localitäten Halt gemacht, etwas gegessen und getrunken. Es war so klasse und wir können diese Tour nur empfehlen.
Auch heute Morgen wurden wir wieder abgeholt. Wir hatten bei TurnstoneTours eine Sandwich Harbour Tour gebucht und Bruno Nebe, der Chef, war unser Guide. Was für ein Glück. Gefahren hat er einen 7 Jahre alten Landrover mit über 400.000km – unglaublich. Mit dem Wetter hatte wir auch mehr Glück als gestern, ab dem späten Vormittag kam die Sonne raus. Die Fahrt ging von Swakopmund an Walvis Bay vorbei in Richtung Süden. Nach Walvis Bay fährt man an einer riesigen Salzgewinnungsanlage vorbei (die, die Natur immer mehr zerstört) und ab da nur noch im Sand.
Die Fahrt war sehr, sehr eindrucksvoll und aufregend, spätestes als die zufahrende Sandfäche zwischen den fast 200m hohen Kuisebdünen und dem Atlantik nur noch 4-5 m breit war.
Bruno Nebe ist ein wandelndes Lexikon für die Region und ein begeisterter Erzähler.
Wir sahen unzählige Flamingos, große, hellere und kleinerer Zwergflamincos, die kräftig rosa gefärbt waren. Außerdem viele Graureiher und später in der Lagune Pelikane. Auf der Fahrt am Strand entlang kamen wir immer wieder an schlafenden Seehunden vorbei, leider auch an Kadavern.
Ab der Bucht ging es zu Fuß weiter. Bruno Nebe zeigte uns Kapern-pflanzen, Seespargel und dann erkletterten wir die Dünen.
Das war mindestens so eindrucksvoll wie in Sossusvlei. Hier ist der Sand heller, gelber und grobkörniger als in Sossusvlei. Die Aussicht war grandios und die Sonne spielte mit.
Anschließend ging es mit dem Auto einige Minuten auf dem gleichen Weg zurück, immer wieder anhaltend um Plastikflaschen ein zu sammeln. Dann fuhren wir richtig in die Dünen, das ist definitiv nur was für Könner. An einem schönen Ort mit toller Aussicht gab es dann einen supertollen Lunch. Wir wurden mit Salat, selbstgebackenen Brot, Wildpasta, Leberpastete und Käse verwöhnt . Zum Abschluss gab es dann Apfelkuchen und Kaffee. Toll.
Auf der Rückfahrt sahen wir dann noch ein Straußenpaar, Schabrackenschakale und Springböcke, es wurde nie langweilig.
Bruno Nebe erzählte uns viel über die Geschichte Namibias, die Menschen in Namibia und wir waren erstaunt wie schnell die Tour zu Ende ging. Am Abend haben wir uns dann mit Ellen getroffen und gemeinsam im Ocean Cellar gegessen.
Ab morgen wird es wieder wärmer, wir fahren in Richtung Spitzkoppe 😎 🙂
WandererUweThemenstarter28 Beiträge · seit 201811. Juni 2019 · #14
Auch heute ist es wieder trüb und kühl in Swakopmund. Wir genießen noch einmal das leckere Frühstück im Namib Guesthouse, bevor wir zur nächsten Etappe starten. Vorher kaufen wir noch Kaffee in einer kürzlich eröffneten Kaffeerösterei (den Tip hat uns Frances auf der Swakopfoodtour gegeben). Es geht Richtung Usakos, der erste Streckenabschnitt ist eine Teerstrasse (115km). Da kommen wir zügig vorwärts. Einige Kilometer vor Usakos biegen wir dann links ab in Richtung Spitzkoppe, ab hier wieder Wellblechpiste. An der Abzweigung gibt es einen großen Verkaufstand – Armbänder, Ketten, Halbedelsteine.
Die Spitzkoppe aus der Nähe zu betrachten ist schon klasse und der Name Matterhorn Namibias passt hundertprozentig.
Inmitten von riesigen Felsbrocken tauchen plötzlich reetbedeckten Häuser auf (natürlich haben wir vorher zweimal Sicherheitsposten passiert).
Die Rezeption ist gleichzeitig Bar/Cafe/Speisesaal – groß, aber nett eingerichtet. Es gibt mehrere Häuser mit jeweils zwei Wohnungen, alle mit einer schönen Aussicht auf die Steppe.
Für den Nachmittag haben wir uns zu einen Sundownerdrive angemeldet. Dabei erklärt sich auch der Name der Lodge, es gibt in der Nähe mehrere Felszeichnungen zu sehen. Auch ein paar Tiere kreuzen unseren Weg, Warzenschweine, Zebra´s, sogar eine Schildkröte. Der Sundowner ist wieder spektakulär, in der Ferne ziehen Regenfelder vorbei und wir sehen mehrere Blitze.
Danach geht es gleich zu Abendessen. Es gab kleine, noch warme Brötchen mit drei Sorten Butter, ein Suppe aus Sweet-Potatos und Ginger, dann ein Orynx Steak mit Kartoffeln, Möhren, Blumenkohl. Dazu eine Art Zuchinni, die mit Butter/Zimt gewürzt war. Zum Nachtisch einen Lemon Grießbrei. Wir haben den Tag genossen, vor allem die Wärme nach den kalten Tagen in Swakopmund.
WandererUweThemenstarter28 Beiträge · seit 201813. Juni 2019 · #15
28.04. Hallo. Geschlafen haben wir ganz gut, war bisher nicht immer so. Das Frühstück in der Rockpainting Lodge war auch gut, also schon mal ein guter Anfang für den neuen Tag in Namibia. Heute fahren wir zum Madisa Camp im wunderschönen Damaraland.
Campsite in der Nähe von der Ai-Aiba Rockpainting Lodge Auf der Strecke kommen wir an einigen Verkaufsständen von Himbas vorbei. Die sind leider alle wenig zugänglich und unfreundlich. Vielleicht hatten Sie mal schlechte Erfahrungen mit Touris gemacht, wir jedenfalls jetzt mit ihnen. Schade.
Ein paar kurze Fotostops und wir erreichten das Madisa Camp ohne Umwege und Zwischenfällen.
Das Madisa Camp ist schon deutlich anders als die bisherigen Unterkünfte. Im Bereich der „Rezeption“ gab es einen Pool mit Liegewiese, ein „Bistro“. In der Nähe ist dann die Campsite, der Ablution Block und etwas weiter entfernt dann noch die Camp Tents. Alles sehr urig angelegt, mit viel Liebe zum Detail. Unsere Zelte waren super – standen auf Stelzen, hatten ein Vordach mit 2 Stühlen, Doppelbett mit Nachttischen. Hinter den Zelten gab es ein Waschbecken, Dusche, WC. Klasse.
WandererUweThemenstarter28 Beiträge · seit 201813. Juni 2019 · #16
Zum Sundowner kletterten wir auf die Felsgruppe direkt hinter der Rezeption.
Danach ging es direkt zum Diner. Wir saßen gemeinsam mit eine Familie aus Deutschland und einer Familie aus England an einem großen Dreiecktisch. Das Essen war einfach – Salat, Rotkohl, grüne Bohnen, Reis, Soße und gebr. Schweinefleisch, zum Nachtisch Muffins – aber lecker und ausreichend.
Noch ein Windhoek Draught und ab ins Zelt.
WandererUweThemenstarter28 Beiträge · seit 201816. Juni 2019 · #17
29.04. Gefühlt habe ich kein Auge zugemacht, aber irgendwie anscheinend doch geschlafen – Ulla´s Tagebucheintrag. Das Frühstück war ebenso einfach, hat zum sattwerden gereicht. Es war interessant zwischen den vielen Autos (fast alles Toyota Hilux DCab) mit Dachzelten durchzulaufen, da kommt dann doch die Lust auf das auch mal zu machen. Mal sehen.
Heute hatten wir nur eine kurze Fahrt vor uns. Gut, das Ulla schon nach 10km aufgefallen ist, das wir falsch abgebogen sind. In der richtigen Richtung unterwegs machten wir Halt beim Damara-Living Museum. Ein sehr eindrucksvoller Besuch, sicherlich touristisch, aber wir hatten das Gefühl, das die Menschen uns gerne Ihre Lebensart zeigen wollen.
Unser „Guide“ konnte immer wieder ein paar Wörter Deutsch in seinen Vortrag einfließen lassen, übersetze uns die Klicksprache der anderen Stammesmitglieder. Es wurde für uns getanzt, gesungen, viele verschiedene Kräuter erklärt und die Schmuckherstellung gezeigt. Anschließend schauten wir uns noch die Organ-Pipes und den Verbrannten Berg an. Bei 40°C war das alles aber doch anstrengend und wir freuten uns auf die neue Lodge.
Doro Nawas – Sie thront wie eine Festung auf einem Hügel, ein toller Rundblick auf die Wüste und umliegenden Berge das Damaralandes. Im Norden liegen die Etendeka Berge und Richtung Süden ist Twyfelfontein. Da das Huab Tal bekannt ist für Wüstenelefanten buchen wir gleich einen Naturedrive mit Sundowner. Unsere Lodge ist ein Traum (okay, ist auch unsere teuerste Unterkunft). Innen und Außendusche, Toilette mit Ausblick, ein riesiges Appartement. Und das Beste: das Bett lässt sich zum Schlafen unter dem Sternenhimmel auf die riesige Terrasse rollen. Einmalig.
WandererUweThemenstarter28 Beiträge · seit 201816. Juni 2019 · #18
Um 16.00 starteten wir zu dem Gamedrive, unser Guide ist Colin. Er erzählte uns viel über die Gegend, die umliegenden kleinen Dörfer, die verschiedenen Pflanzen und über die Wüstenelefanten. Das Wetter hatte sich geändert. Die gute Sicht vom Vormittag war verschwunden, es war jetzt sehr dunstig.
"Flughafen" in der Nähe
Nachdem Colin ein paar Dorfbewohner nach dem Elis befragt hatte, dauerte es nicht mehr lang und kamen zu einer Gruppe von 20-30 Wüstenelefanten. Was war das toll, bestimmt „100“ fotos haben wir geschossen. Es war ein unvergessliches Schauspiel. Große und kleine Elis, pinkeln, fressen und miteinander raufen.
WandererUweThemenstarter28 Beiträge · seit 201816. Juni 2019 · #19
Leider mussten wir sie dann irgendwann ziehen lassen. Auf der Fahrt zurück, gab es noch einen Stop für den Sundowner (Gin Tonic, Biltong und andere leckere häppchen), aber unsere Gedanken waren noch bei dem Elefanten.
Zurück in der Lodge, duschen unter freien Himmel – ein tolles gefühl nach dem heißen Tag) und weiter zum Buschdinner. Jeden Mo-Mi-Fr wird das angeboten. Treffpunkt war auf der großen Terrasse und dann sind alle gemeinsam mit Taschenlampen/Stirnlampen und Guideführung in den Busch gegangen. Etwa 5 min. Aus der Dunkelheit tauchten plötzlich ein paar Laternen auf und dann sahen wir eine lange, festliche Tafel für 22 Personen. Eine traumhafte Location mit Lagerfeuer und Laternen.
Es gab Brötchen, Butter, eine Linsensuppe, Weiss- oder Rotwein, Wasser. Danach Orynxragout, Gemüse, Lasagne mit Spinat. Wir hatten viel Spaß und bekamen zum Abschluss noch den Sternenhimmel erklärt. In der Lodge war unser Bett schon aufgedeckt. Wir schoben unser Bett auf die Terrasse und versuchten unter dem riesigen Sternenzelt einzuschlafen.
30.04. Es war ein wenig kühl, aber wir sind draußen geblieben. Ein tolles Gefühl, unter so einem Himmel zu schlafen. Ein kurzes Vogelgezwitscher und schnell ging die Sonne auf. Ich hatte mich schon mit der Kamera beschäftigt und Ulla mit frischaufgebrühten Kaffee überrascht.
Hanne6'152 Beiträge · seit 200616. Juni 2019 · #20
hallo Uwe, fahre die ganze Zeit mit Euch, sehr schöne Tour, bei Doro Navas werden schöne Erinnerungen geweckt - wir haben uns jeden Abend das Bett auf die Terrasse rollen lassen , haben es sehr genossen unterm Sternenhimmel zu schlafen. Einen schönen Sonntag wünscht Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland