SuperfantiThemenstarter806 Beiträge · seit 201728. Mai 2019 · #121
06.10.2018 Okaukuejo Camp
Greg war nicht mehr so geduldig, als ich die nächsten Wasserlöcher aufschrieb, so dass ich mir etwas unsicher bin mit den nächsten Namen.
Am Tobiroen waren Zebras und Giraffen. Danach folgten einige inaktive Wasserlöcher ohne Tiere.
Wir fuhren nach Sonderkop. Ein paar Elefanten waren schon zusammen mit Zebras, Straußen und Springböcken am Wasserloch.
Greg fielen müde die Augen zu- aber ich musste ihn vor Aufregung wecken- von links näherte sich geräuschlos aus dem Nichts eine kleine Elefantenherde bestehend aus 9 Tieren, einem riesigen Elefanten und auch kleinen Elefanten. Sooo traumhaft schööön, ihr umsichtiges Sozialverhalten gerade mit den Kleinen zu beobachten. Sie bildeten ein richtiges Knäul im Wasserloch, die kleinen tranken auch bei ihrer Mama. Wie immer hielten die anderen Tiere einen gewissen Abstand zu den Elefanten und warteten geduldig. Auch hier schauten wir 45 Minuten zu. immer wieder kamen Autos und fuhren teils auch recht schnell und desinteressiert wieder weiter.
Wir genossen die Fahrt, sahen Springböcke und Giraffen, aber auch einen Schakal, der sich zusammen mit Geiern ein Zebra teilte. Es wurde landschaftlich richtig schön und grün bei Sprolieswood, ein dekorativer Baum. Ein Erdhörnchen erblickten wir auch noch am Straßenrand. Wir hatten an diesem Tag angefangen, Giraffen zu zählen- bis zum Camp waren es 25.
Gegen 17 Uhr kamen wir in Okaukuejo an. Wir checkten ein und ich schaute mir die Angestellten am Check-In an- schließlich hatte ich ja noch einen Auftrag. Da bemerkte ich, dass wir an der falschen Schlange standen und wechselte diese aber nicht. Als wir an der Reihe waren, sprach ich Meriam von der Seite an und übergab ihr das Foto von Laura und ihrer Mutter, die sich unheimlich freute und das Foto immer wieder anstrahlte. Leider konnten /durften wir keine Wasserloch- Chalets Wünsche äußern. Ich ging erstmal noch auf die Toilette und Greg checkte die Nahrungsmittel- Lage im Shop, da wir gemütlich in unserem Wasserloch Chalet mit Blick aufs Wasserloch vespern wollten. Greg begrüßte mich trocken: „Hier ist es wie in der DDR!“ Ich schaute mich um- alles ausverkauft. Es gab nichts mehr- so ein Mist. Kurz darauf folgte die riesige Enttäuschung mit unserem Waterhole Chalet. Ich hatte es mir aus den Forums Berichten so romantisch vorgestellt- Vesper und Weinchen auf der eigenen Terrasse mit direktem Blick auf das Wasserloch. Wir aber waren megaweit entfernt und hatten aus dieser Perspektive sicherlich keinerlei Chance, irgendein Tier im Sitzen zu sehen.
Ich war genervt, dass wir dafür soviel gezahlt haben und alles so anders wie gewünscht lief. Ich hatte mich soooo auf diese Übernachtung gefreut und fand es eine einzige Enttäuschung. Im Restaurant nahmen wir eher schlechtes wie rechtes Büffetessen zu uns.
Wir gingen zum gut besuchten Wasserloch. Stative wurden in Position gebracht, Reisegruppen unterhielten sich gnadenlos laut, besonders unangenehm fiel eine französische Reisegruppe auf. Individualreisenden schwiegen oder flüsterten. Es war eine gewisse Unruhe, Menschen kamen und gingen. Greg holte die Weinflasche- vielleicht besserte sich so meine Laune. Zum Sonnenuntergang besuchten einige Giraffen, Zebras und Springböcke das Wasserloch.
In der Dunkelheit streunten Schabrakenschakale umher. Gegen 20:20 Uhr stockte uns der Atem, als tatsächlich ein NH mit seinem Baby ans Wasserloch kam und die zwei rund 15 Minuten im Wasser badeten- ist das wirklich wahr? Unglaublich! Sie gingen aus dem Wasser, um sich dann 5 Minuten später wieder für 10 Minuten im Nass zu abzukühlen.
Es kamen Giraffen ans Wasser und- nein, das gibt’s doch gar nicht, ein drittes NH kam von links aus dem Nichts. Die 2 Alten begrüßten sich schmusend an Land. Wow wir beobachteten die NHs rund eine Stunde, bis wir uns gegen 21:15 Uhr erneut die Augen rieben. Ehrfurchtsvolles Flüstern „Lions“. Ich glaub es nicht. Da sind die NHs im Wasser und 5 Lions trinken am Wasserloch.
Nach 10 Minuten waren die Löwen weg und auch die NHs zogen davon. Wahnsinn- das ist Natur, ich war total geflasht. Eine gewisse Zeit war nichts mehr am Wasserloch los. Aber da- es ging uns durch Mark und Bein, ein Tier schrie und wurde wohl qualvoll von den Löwen in einiger Entfernung zerfetzt. Ruhe am Wasserloch- minutenlang lauschten wir dem Todeskampf und den Schreien zu. Gänsehaut- ein unvergesslicher Moment.
Nach 20 Minuten tauchten drei andere NHs auf- diese hatten kein Kind dabei.
Die Löwen kehrten zurück und tranken gleichzeitig mit den NHs. Ein Wahnsinnsabend. Greg ging zuerst ins Bett und ich folgte ihm ein paar Minuten später, da ich auch völlig müde war.
P.S. Da wir ja auch erstmal mit der Kamera in der Nacht ein wenig rumexperimentierten, sind die Fotos nicht perfekt, aber sie vermitteln doch einen kleinen Eindruck;-).
SuperfantiThemenstarter806 Beiträge · seit 201729. Mai 2019 · #122
Hallo,
so wieder da und schon wieder in voller Urlaubsplanung;-).
@ Stefan: Danke für deinen Al Aiba Link- ich habe eben auch nochmals nach einem Wasserloch- Blick Zimmer angefragt und auch der Sundowner und die Wanderung ist gebongt;-).
@ Netti: Da hatten wir ja denselben Eindruck vom Besitzer der Gepardentour. Aber halt trotzdem ein Erlebnis;-). Und ja ich versuche jetzt wieder im Etosha voranzukommen, denn ich will vor den Azoren meinen Bericht beendet haben;-). Hauprsache, man setzt sich selbst unter Druck.
@ Hartmut: Schön, dass ihr auch dieses tolle Erlebnis mit Audrey hattet. Giftschlangen? Ne, davon wussten wir nichts und haben diese auch nicht gesehen. Seltsam…
@ Laura: Ich glaube schon, dass ihr einen gewissen Robyn Bonus hattet. Ich hatte es damals nicht geblickt, dass ich selbst auch Robyn hätte buchen können. Das wäre sicherlich eine bessere Übernachtungsalternative gewesen. Schade. Danke auch für deinen NH Tip- das ist echt ne gute Idee;-).
@ Friederike : Na, vielleicht hilft es Licht ins Dunkel zu bringen, wenn ich Dir verrate, dass Fantis keine Fantas trinken. 😉
Danke für Eure Kommentare und fürs Mitlesen. Allen einen schönen Abend, Silke P.S. Ich schaffe es nicht, die Etosha Tage am Stück zu schreiben, da ich gerade privat ein bissel eingespannt bin- ich hoffe das ist okay.
Flash20101'425 Beiträge · seit 201529. Mai 2019 · #123
Guten Morgen Silke,
viiiieelen vielen Dank nochmal für die Foto-Übergabe 🙂
Jaaa - Okaukuejo..... Man darf eben wirklich NICHTS erwarten außer einem tollen Wasserloch. Der Shop war bei uns auch leer, was daran lag, dass Sonntag war und erst am nächsten Tag wieder alles geliefert wurde. Unser Schrank fällt jedes Jahr fast auseinander und die Klospülung läuft nie nach. Abendessen hatten wir bei unseren fünf besuchen noch nie dort. Es ist sehr schade, dass es jedes Jahr teurer wird und immer mehr auseinander fällt. Aber hey, die Löwen toppen ja alles am Wasserloch 🙂 das hatten wir dort noch nie.
Liebe Grüße Laura
PS: Bei uns geht's nächsten Freitag endlich wieder los 😎
Netti59847 Beiträge · seit 201529. Mai 2019 · #124
Liebe Superfanti, das ist meckern auf ganz hohem Niveau 😘 😉 ok die Waterhole Chalets sind unverschämt teuer und nur in vorderster Front das Geld wert, aber hey was habt ihr da gesehen 🤩 🤩 ich kann mich Laura nur anschließen - Löwen !! mehr geht doch wohl gar nicht, dazu die Langbeine und die "Kurzbeine" so vieleeeee. Grandios. Zum Essen und da meine ich eigentlich nur das Frühstück - Augen zu und durch oder gar nicht erst hingehen 😉 Das Buffet fand ich ok, aber die Atmosphäre schrecklich. Also ……….. weiter im Text 😉 🙂 LG von der Netti
SuperfantiThemenstarter806 Beiträge · seit 201729. Mai 2019 · #125
20. Tag / 9.10.2019 Halali Camp 270km
Wir starteten bereits vor 7:00 Uhr zu einem kleinen einstündigen Before Breakfast-Drive. Wir ließen das Wolfnes Wasserloch aus, da wir direkt auf Lauras Empfehlung nach Okondeka wollten- leider war der Zauber des Sonnenaufgangs schon vorbei. Das Wasserloch war ebenso inaktiv wie Adamax, Natco und Leubron (alle 3 laut Etosha Führer eigentlich aktiv) und somit war die Fahrt nicht megaergiebig. Das Licht allerdings war in der Früh sehr schön und so sahen wir Springböcke, Schabrackenschakale und Giraffen.
Am Okaukuejo Wasserloch waren Springböcke, Gnus und, Oryxe, Zebras und Kudus.
Wir frühstückten zügig, denn wir wollten weiter. Fazit Okaukuejo: Das Wasserloch Okaukuejo war schon toll, aber ich fand unser Waterhole Chalet völlig überteuert und auch recht nutzlos. Sicherlich hätte uns ein normales Doppelzimmer genügt. Eigentlich darf es auch nicht sein, dass der Shop dermaßen ausverkauft ist, so dass man sich selbst nichts zubereiten kann. Ansonsten ist es ein Großbetrieb und recht rummelig.
Wir fuhren gegen 9:30 Uhr Richtung Etosha Pfanne und waren vom Ausblick auf das „Meer“ echt begeistert. Das war schon sehr sehenswert.
Am Wasserloch Nebrownii waren unzählige Zebras, Springböcke und Oryxe,
Am Gemboksvlakte wurde ein Traum wahr- 3 Löwen am Wasserloch. Einige Herden (Springböcke, Zebras, eine Giraffe, Strausse, evt. ein Kapfuchs?) standen wie eingefroren da und hofften, dass die Löwen endlich verschwinden, damit sie selbst endlich ans Wasser kommen. Auch fünf Schabrackenschakale warteten geduldig auf ihren Anteil der Beute. Ich ärgerte mich etwas über das misslungene Fotomotiv, denn ein Löwe lag direkt demonstrativ neben einem Scheishaufen und die zwei anderen an einem Betonblock. Die Löwen lagen recht faul da, ab und zu streckte sich einer und schaute auf die Herden. Wahrscheinlich suchte er sich ein Opfer aus, aber das schien anzudauern, so dass wir ungeduldig nach einer halben Stunde weiter fuhren.
Olifantsbad machte seinem Namen alle Ehre. Auch hier waren viele Springböcke, Kudus eine Giraffe und ganz viele Fantis und Fantibabys. Yippieh! Ich war echt selig, das Familienleben und diese Minifantis zu beobachten, wie sie bei der Mama tranken, sich am Wasser erfreuten und rumtollten. Auch das Rüssel- Rücken- Schmusen und das Rüssel-Rüssel-Schmusen gefiel mir- solche liebevollen Familientiere. Selbst die Kleinen ahmen die Erwachsenden damit schon nach;-) Mir fiel es hier furchtbar schwer, nach über einer halben Stunde weiterzufahren.
In Aus waren die Tiere aus- nur vereinzelte Kudus waren da. Ondogab war entgegen des Etosha Buches inaktiv. Wir fuhren zurück nach Kapupuhedi- wir liebten den Blick auf die Etosha Pfanne, die hier so nordseehaft und durch die Grasbüschel so dünenmäßig wirkte. Hier gab es nur vereinzelte Oryxe, Springböcke und Strauße. Auch ohne viele Tiere, wirkte die Landschaft einzigartig schön- grün, vereinzelte Bäume, Nordseefeeling. Besonders gefiel uns die Strecke Sueda- Salvadora und Charitsaub. Auch in Rietfontein waren nur die üblichen Verdächtigen (Gnus, Zebras und Springböcke) und keine Spur von Löwen oder Fantis.
Wir liebten die Strecke entlang der Etosha Pfanne. Gegen 15 Uhr kamen wir bereits in Halali an und checkten ein. Auf dem Gelände sprangen Erdhörnchen rum und wir sahen einige blaue Vögel. Im Supermarkt gab es glücklicherweise einiges an Vorräten und wir waren sehr positiv überrascht- wir gönnten uns sofort ein Magnum Mint und kauften für unser Abendvesper Käse, Brot und Savannah Dry.
Unser Bush Chalet war recht großzügig mit Küche, Wohnzimmer, Grill, Kühlschrank, 2 Zimmer, Klima und die Handtücher waren sogar in Schwanenform geknotet- das hatten wir auf dieser Reise sonst nirgends Von allen NWR Unterkünften spürte man sogar einen Hauch von Liebe.
Greg hatte durch die Hoppelei auf den Strassen Rückenschmerzen und wollte sich ein wenig strecken und ausruhen. So lief ich allein mit einem kleinen Umweg in der glühenden Hitze Richtung Wasserloch, wo kein Tier zu sehen war, so dass ich nach einigen Minuten den Rückweg antrat. Wahrscheinlich ist das hier das absolute Verarscher Wasserloch und wir werden hier gar nichts sehen. Langsam verstand ich, warum die erfahrenen Formis draußen übernachten und sich diese überteuerten Unterkünfte im Park nicht antun. Ich war schon wieder bissel genervt. Grrr. Ich ging zurück und tatsächlich war Greg wieder abfahrbereit und machte mich überglücklich. Yippieh- auf geht’s zu neuen Abenteuern! Hey, wir haben heute noch gar kein NH gesehen- vielleicht begegnet uns ja noch eines.
Wünsche allen einen schönen Feiertag! Die nächsten Tage gehts weiter.
SuperfantiThemenstarter806 Beiträge · seit 201730. Mai 2019 · #127
es geht weiter- Halali Nachmittag und Abend
Auf dem Weg nach Goas schritt tatsächlich ein NH durch den Busch- super!!! Was für ein Glück. Auch stand eine Kuhantilope am Wegesrand.
Am Wasserloch Goas war ein riesiges Bus- Verkehrauskommen- was war denn hier los? Wir sahen es zuerst nicht- ahhh ein Tüpfelhyänenpaar. Wir wollten zum hinteren Aussichtspunkt fahren, da dort weitaus weniger los war, brachen die Route aber wegen der schlechten Straßenqualität ab. Gerade als wir gedreht hatten, kamen uns plötzlich alle Tourbusse rückwärts entgegen und verfolgten regelrecht die Tüpfelhyäne, die uns leid tat. Wir fanden das schon übertrieben krass. Die Tüpfelhyäne ging wieder ins Wasser und Ihre Silhouette spiegelte sich schön. Wir fragten uns, ob sie schwanger ist, der Bauch zeigte jedenfalls enorme Rundungen an.
Nach 5 Minuten fuhren alle Autos davon und so profitierten wir alleine vom Auftritt des schwarzen NHs, das an das Wasserloch schritt und genossen eine Viertel Stunde das Schauspiel.
Noniams hingegen war völlig unergiebig.
Es war Zeit heimzufahren. Greg wollte keine weiteren Runden drehen und so fuhren wir auf dem selben Weg hinter einer Herde Springböcke her, die sich schön gleichmäßig über die Strasse verteilten.
Eine Giraffe stand auch am Wegesrand und – Stop Gregor- zurück. Da saß im schlechten Licht eine Gabelracke, die einzige des Urlaubes, aber immerhin. Gegen 18:00 Uhr fuhren wir durch das Tor von Halali. Wir hatten heute übrigens 11 Giraffen gesehen.
Wir fuhren zum Halali-Wasserloch und sahen noch eine Rotschnabelfrankolin (Danke Logi;-)
?Wieder gähnende Leere am Wasserloch- das ist ja echt ein Witz. Ich blieb da, während Greg das Auto heimfuhr und das Abendbrot holte. Ringsum waren einige Sitzbänke auf verschiedenen Ebenen angelegt - versuchen kann man es ja. Nach und nach kamen immer mehr Gäste, setzten sich und schauten ins Nichts. Pünktlich zum Sonnenuntergang gegen 18:28 Uhr kam von links aus dem Nichts völlig geräuschlos eine Elefantenherde mit Jungtieren, wie im Dschungelbuch trabten sie hintereinander her und die weit über 20 Tiere verteilten sich rund ums Wasserloch Die erwachsenen cleveren Tiere strömten direkt zum Frischwasserquelle und tranken von da direkt. Nur einer verrichtete halt mal direkt daran sein Geschäft. Was ein Lump. Wir trauten unseren Augen kaum, als wir sahen, dass von hinten rechts ein NH ebenfalls im schönsten Abendlicht zum Wasserloch trabt. Zunächst trinkt ea recht ungestört weiter hinten, während die Elefanten ringsum Spaß haben. Dem NH wird’s zuviel der Elefanten und trabt davon- ah ne, es wendet nochmals und sucht sich eine andere Stelle. Nur ein kleiner Minielefant rennt immer wieder in seine Richtung und versucht sein Wasserloch zu verteidigen, aber das Nashorn bleibt cool. Die Herde macht ihre Show, sie baden, tauchen unter Wasser, jagen sich, drücken sich spielerisch immer wieder gegenseitig unter Wasser, kuscheln, trinken, necken sich. Gerade die kleinen sind megasüss. Es macht sooo Freude, Ihnen zuzuschauen- großes Kino. Ich bin im Megafotoflash. Die Sonne geht langsam unter und ich habe Gänsehautfeeling. Die Herde geht wieder, einige verweilen noch kurz am Wasserloch, um noch etwas Wasser zu trinken. Die Kleinen stolpern tollpatschig über ihre Füße und werden liebevoll wieder per Rüssel hochgezogen. Erst gegen 19:15 Uhr mit dem letzten Licht verließen die letzten Elefanten das Wasserloch. Immer wieder drehen sich Elefanten zu uns um, schwangen ihre Rüssel beifallheischend in unsere Richtung, als würden sie eine Reaktion/Applaus unsererseits erwarten. Ja, ihr Süßen- ihr habt volle Arbeit geleistet und mein Herz erwärmt.
Wir warteten- vor uns hängte sich eine Fledermaus in den Zaun. Stille, Ruhe, erwartungsvolle Spannung. Eigentlich war ich ja eh schon glücklich- NH und Elefantenshow. Mehr brauche ich doch eigentlich nicht. Ich war glücklich und zufrieden, hier zu sein- alles richtig gemacht.
Sehr kurz erscheinen Schiesser Zebras, die aber sofort verschwinden, als aus der Dunkelheit ein weiteres NH auftaucht. Das NH lief äußerst fotogen über den Steg des Wasserlochs und zeigte sich in seiner ganzen Pracht. Die Silhouette spiegelte sich in der Wasserfläche. Ich stelle fest, dass ich die NHarten schlecht voneinander unterscheiden kann. Es dreht sich gemächlich in alle möglichen Positionen, trinkt, badet kurz und bietet uns ebenso 45 Minuten Show. Die Fotos klickern. Unglaublich, besser wie jedes Kino- Das NH verschwindet Richtung Büsche und stoßt fast mit den lauernden Hyänen zusammen, die es wild anfauchen. NHs sind wohl halb blind und in aller Seelenruhe trottet es nach links weg.
Es ist unglaublich- 2 Minuten später ist wieder Elefantentrubel am Wasserloch. Wieder laufen sie direkt zum Frischwasserlieferant, aber statt uns ihren Hintern herzustrecken, schauen sie in unsere Richtung. Manchmal denke ich, besuchen uns die Elefanten im Zoo. Auch hier wird wieder der Rüssel geschwungen in unsere Richtung gedreht. Elefanten scheinen echt Spaß am Leben zu haben.
Greg ging müde heim. 20 Minuten war nichts los am Wasserloch- Rekordzeit. So nahm ich mehr die Besucher des Wasserlochs wahr. Gerade die Reisebustouris nervten mich. Sie verhielten sich recht egoman und waren regelrechte Störenfriede. Bierflaschen wurden aus der Kühlbox genommen, laut und klirrend zugeprostet und mit Stirn- und Taschenlampen Tiere geblendet oder diese mit Blitz fotografiert. Individualtouris wiesen sie zurecht, dass sie Lampen ausmachen sollten bzw. einfach mal ruhig sein sollen.
Plötzlich taucht eine NHmutter mit ihrem Kind auf-Ist das denn die Möglichkeit- das kann doch alles nicht wahr sein. Es wird geflüstert- teils sind es dieselben Besucher wie in Okaukuejo. Auch jetzt sind wieder die Nashörner zeitgleich mit 9 Fantis am Wasserloch- die Fantis an der Wasserquelle, die Nashörner gegenüber. Sie lassen sich gegenseitig in Frieden. Innerhalb von 5 Minuten tauchen 3 Elefantenfamilien auf- es ist unglaublich!
Ich schaute ihnen ein wenig zu. Es war mittlerweile 21:50 Uhr und mir fielen nach diesem Kino ebenso langsam die Augen zu. Ich folgte Greg äußerst ungern-schließlich haben wir morgen noch einen Tag Etosha und dieser muss genutzt sein
Ich sag nichts mehr gegen das Wasserloch, ich bin restlos begeistert. Ich war rundum glücklich und innerlich irgendwie von dem heutigen Abend völlig aufgedreht. Wir haben 5 Nashörner heute gesehen- das ist doch der Wahnsinn hier. An diese Momente werde ich wohl mein Leben lang denken.
wenn ich mal hilfreich eingreifen darf? 😗 Die braune Hyäne ist eine Tüpfelhyäne und die Kapente hat sich als Rotschnabelfrankolin verkleidet.
Good night Logi
SuperfantiThemenstarter806 Beiträge · seit 201730. Mai 2019 · #129
@ Laura: Hui- Ihr hattet noch keine Löwen am Okaukuejo Wasserloch? Dann ist es ja echt was Besonderes;-). Euch jedenfalls viel Spaß in Namibia- in welche Richtung (außer Etosha) geht’s dieses Mal? Ich freue mich schon auf euren Reisebericht;-)!, Am Liebsten würde ich mich in euren Koffer schmuggeln;-)
@ Netti: Na, da peitschste mich ja wieder mit dem Weiterschreiben;-). Ja, das Wasserloch toppt natürlich bei Weitem die Unterkunft- hätten wir das günstigere Doppelzimmer gebucht, hätte ich mich auch ned sooo geärgert. Aber gut- ein Wahnsinns-Erlebnis war es auf alle Fälle!
SuperfantiThemenstarter806 Beiträge · seit 201730. Mai 2019 · #130
Danke Logi- Fasching in Namibia- gibts denn sowas? ich ändere es sofort im Text. Viel Spass auf Jersey- besucht ihr auch noch die anderen Kanalinseln? Ich war 1993 als Tagesausflug von Saint- Malo aus dort. Enjoy your holiday, Silke
Flash20101'425 Beiträge · seit 201531. Mai 2019 · #131
Guten Morgen Silke,
wir hatten 2014 dort mal eine Löwin gesehen, aber nur für ein paar Sekunden, denn sie hat sich nicht ans Wasser getraut wegen der Ellies.
Wir sind dieses Jahr tatsächlich das erste Mal im Sossusvlei. Vorher Kalahari, danach Swakop und Damaraland. Dann folgt natürlich Robyn und Etosha, dann sind auch schon wieder drei Wochen rum... Ich nehme dich gedanklich mit 😉
SuperfantiThemenstarter806 Beiträge · seit 201702. Juni 2019 · #133
21. Tag/10.10.2018 Emanya@Etosha Lodge 295km
Wir fuhren nach einem kurzen Frühstück bereits um 07:30 Uhr wieder aus Halali raus. Die Straße am scheinbar aktiven Nuamses Wasserloch war schlichtweg schlecht und tierlos. So genossen wir die Fahrt entlang der Etosha Pfanne. Nur am Etoshas Lookout kann man etwas in die Pfanne hneinfahren und der Anblick auf die trockene Weite mit Nordseebüschel ist einzigartig. Ein Mann war dort aus dem Auto gestiegen- ist das dort eigentlich offiziell erlaubt? Letztendlich gibt es ja keinen Schutz für den Menschen.
Wir genossen den Morgen und sahen eine Kuhantilope und Strausse. Wir liebten es, immer wieder zur Pfanne zu schauen, einzelne Bäume und Büsche wirkten sehr kunstvoll.
Am Batia Wasserloch war zwar nicht los, aber in der Nähe des Wasserloches sahen wir viele Gnus, Zebras und Kuhantilopen, die die Gnus zu ärgern schienen, denn diese jagten daraufhin die Kuhantilopen, die actionreich in die Luft sprangen.
Auf dem schönen Weg nach Okerfontein erblickten wir hinter Bäumen zwei Elefanten. Viele fuhren an ihnen vorbei, aber wir erfreuen uns immer noch über Tiersichtungen am Wegesrand. Immer wieder sahen wir auch Zebras oder auch Elefanten fotogen durch die Pfanne laufen, Wir waren begeistert von der Landschaft und schon allein deswegen lohnte sich die Fahrt, auch wenn es nicht so mega tierreich war. Das Okerfontein Wasserloch war tierlos, aber in der Nähe waren wieder einige Gnus und auch Zebraherden, die in aller Gemütsruhe die Strasse querten oder schmusten. Die Kleinen tranken bei der Mama.
Jetzt musste ich aber wirklich dringend auf Toilette und das mitten im Etosha. Und als Greg etwas schneller um die Ecke fuhr, bremste ich ihn durch ein lautes „Stoooooppppp“!!! Direkt vor der Toilette querte doch tatsächlich ein Elefant die Straße und blieb direkt am Wegesrand stehen.
Na hoffentlich bleibt er da hinten und zerlegt meine Toilette nicht. Ich hatte ja einige Horrorgeschichten gelesen und die Toilette war zwar zugegebenermaßen kein Augenschmaus, aber mit Hygienetüchern lassen sich auch ein fehlendes Waschbecken und fehlende Seife leichter ertragen.
Wir fuhren am tierleeren Ngobib einem Wasserloch vorbei und stoppten auf der Straße hinter einen PKW. Elefanten ruhten sich direkt an der Strasse unter einem Baum aus und der Vordermann wagte es tatsächlich und fuhr los. Uns stockte der Atem und wir beobachteten das Geschehen. Das Auto fuhr langsam vorbei, es wurde aus dem Auto eifrig fotografiert und die Herde gefilmt.
Diese erhob sich und kam uns zügig auf der Straße direkt mit bedrohlich wehenden Ohren entgegen. Ups. Panisch sagte ich:“Greg sie kommen!!!Versuch zu wenden!!!“ Greg blieb erstaunlich ruhig. Da wir alleine waren, konnte Greg problemlos rückwärts fahren und lenkte uns kurvig hunderte Meter sicher aus der Gefahrenzone. Glücklicherweise gab es keine Schlaglöcher. Ja, jeder kuscht vor den Elefanten, auch wir. Daheim stellte ich erstaunt fest, dass die Beifahrerin aus dem Vorderauto verrückterweise ausgestiegen ist und unsere Flucht fotografierte. Das Aussteigen ist im Park aus Sicherheitsgründen für Mensch und Tier verboten und bereits am Parkeingang sind Verhaltensregeln angebracht. Im Forum sagte man mir, dass ich das am besten gleich im Park gemeldet hätte und es daheim dafür zu spät sei. Schade- ich fand deren Verhalten leichtsinnig und unmöglich.
Die Elefanten verließen die Fahrstrasse durch ein leicht bewaldetes Gebiet Richtung Wasserloch und wurden von neugierigen Schwarznasenimpalas aus dem sicheren Schatten der Bäume beobachtet
Wir warteten immer noch voller Adrenalin auf die Fantis am Wasserloch. Ein weiteres Auto war am Wasserloch und die Insassen behaupteten, dass sich Löwen versteckt hätten, die wir aber nicht sahen. Die Elefantenherde kam anmarschiert und der erste Elefant trötete furchterregend. Die zwei Löwen kamen aus ihrem Versteck und trollten sich gemächlich unter einen Schattenbaum.
In Kalkheuwel waren Zebras zu sehen.
Das Chudop Wasserloch hat eine fotogene Riedgrasinsel, wo auf der einen Seite 4 Elefanten tranken und sich auf der anderen Seite auch viele trinkende Zebras, Steinböckchen und Kudus aufhielten.
In Koasaneb Wasserloch sahen wir unter einem grünen Baum, etwas entfernt eine Löwenfamilie im Schatten ausruhen und bekamen diese leider nicht so richtig vor die Linse.
Greg hatte Hunger und so fuhren wir weiter nach Namutoni, wo wir sogleich den Shop stürmten. Wir reihten uns mit 2 Magnum Peppermints ein, als plötzlich von hinten eine Stimme ertönte:„ Silke?“ Ich schaute etwas verdutzt drein und konnte so schnell gar nicht begreifen, wer mich hier kennen könnte. Natürlich war es Gabi aus dem Forum- es gab ein großes Hallo. Vor der Reise hatten wir festgestellt, dass wir meist dieselbe Route mit teils den gleichen Übernachtungen fuhren- nur waren wir ihnen meist einen Tag voraus. Wir waren uns sehr sympathisch und verschoben den Plausch auf abends in der Emanya Lodge, da wir alle 4 im Tierfieber waren.
Wir schauten uns das von deutschen Schutztruppen in den Jahren 1902/1903 errichteten weiße Fort an. Am Wasserloch war nur ein großer Vogel, der sich mit seinem Schnabel im Gefieder kratzte und daher nicht sehr fotogen war.
Wir fuhren Richtung Twee Palms und sahen einige Palmen. Am sumpfigen Wasserloch selbst stehen 2 Palmen und ein Elefant und ein Zebra versanken richtiggehend im Loch.
In Tsumcor waren unendlich viele Tiere da- ca 12 Giraffen, Kudus, Zebras, Oryxe, Elenantilopen und zwei Elefantenherden. Wir waren völlig geflasht. Hier tranken sogar Zebras, Giraffen und Elefanten gemeinsam. Um 15:20 Uhr rissen wir uns schweren Herzens los. Die Fahrt zum Adoni Wasserloch dauerte uns dann letztendlich zu lange, so dass wir wendeten und erneut am Tsumcor vorbeischauten, um eine größere Elefantenherde zu beobachten.
In Groot Okevi und Klein Okevi war wenig los.
Greg musste in Namutoni auf Toilette und ich fotografierte die zahmen Mangusten mit ihren roten Näschen.
In Klein Namutoni waren eine Giraffe, Oryxe und Schwarznasenimpalas. Es waren einige Autos da und wir hörten, wie sie untereinander auf deutsch per Mikro kommunizierten. Anscheinend wurde ein Leo gesichtet und auf einmal fuhren alle weg, fanden den Leo aber augenscheinlich doch nicht.
Beim Dik Dik Drive sahen wir die kleinen 5-6kg schweren Antilopen. Die Päarchen leben bis zu ihrem Tod beisammen, nur wenn der Partner stirbt, suchen sie einen neuen.
Wir machten erneut einen Abstecher nach Klein Namutoni. Dort standen mittlerweile einige Autos und eine Elefantenherde gab ein richtiges Schauspiel. Die Kleinen waren mal wieder zuckersüß, erfreuten sich am Wasser und tauchten öfters mal unter.
Landschaftlich und tiermäßig gefiel uns der Tag sehr. Heute hatten wir den Fanti Rekord gebrochen und auch 54 Giraffen gezählt- allein in Tsumcor gab es 12.
Um kurz nach 17:30 Uhr fuhren wir los- schließlich mussten wir heute leider den Park verlassen. Am Gate waren die Mitarbeiter des Parks bestens gelaunt, fragten uns, woher wir kämen. Ihr „Bis morgen“, mussten wir leider verneinen. Auf der Teerstraße rollten mir traurig die Tränen runter.
Wir sahen noch einige Wildschweine und kamen gegen 18:30 Uhr in der Emanya Lodge an.
Wir whatsappten mit Gabi und Fridolin und verabredeten uns zum Abendessen. Netterweise wurden die zwei für uns gedeckten Einzeltische zusammengestellt. Wir verstanden uns auf Anhieb, quatschten wild drauf los und verbrachten so einen schönen unkomplizierten Abend mit einem wirklich leckeren Essen. Der „ Amarula-Song“ der Angestellten brachte uns aber eher zum Schmunzeln.
SuperfantiThemenstarter806 Beiträge · seit 201703. Juni 2019 · #134
Fazit ETOSHA: Mit 22.700 ha entspricht der Park etwas mehr wie die Fläche der halben Schweiz. Die beste Zeit für Tierbeobachtungen ist von Juni bis Oktober, da in der Trockenzeit die Tiere auf die künstlichen Wasserstellen angewiesen sind.
Wir durchquerten den Park innerhalb von 3,5 Tagen von West nach Ost und nächtigten in 3 staatlichen Camps mit Wasserlöchern. Dolomite Camp im Westen, Okaukuejo im Mittelteil, Halali im Osten und direkt vor den Toren Etoshas in der Emanya@Etosha Lodge. So bekam man einen hervorragenden Einblick in alle Ecken Etoshas und wir nutzten die Wegstrecken als Gamedrives. Für Ersttäter fanden wir das die beste Option. Die Camps im Park sind zwar einerseits überteuert, aber die Wasserlöcher in Halali und Okaukuejo waren natürlich unschlagbar. Vielleicht sind uns unbekannte Lodges wie Hobatere, Etosha Village oder auch Onguma gute Alternativen. Für 2020 haben wir das Etosha Village und Halali gebucht und verzichten dieses Mal auf Okaukuejo. Wo wir im Ostteil übernachten werden, ist noch unklar- ich finde Onguma als kurzen Übernachtungsstop echt zu schade.
Wir waren begeistert, so nah an die Tiere ranzukommen und mit dem eigenen PKW durch den Park zu fahren. Es hatte etwas Entschleunigendes das Tierverhalten zu beobachten: • geräuschlose fürsorgliche, gutgelaunte, kuschelnde, badende, respektvolle Elefanten. Sie sind eindeutig die Obersten in der Hierarchie- selbst Löwen kuschten vor ihnen • aufmerksam und am Geschehen interessierte und beobachtende Giraffen • behäbige, meditative, ruhige Nashörner • angsteinflössende Löwen, die immer für eine Grundspannung am Wasserloch sorgten • die ängstlichen Zebras, die eine Opferrolle einnahmen
22. Tag/11.10.2018 Okonjima Plains Camp 338km
Heute konnten wir fast ausschlafen und frühstückten um 07:30 Uhr mit Gabi und Fridolin. Ich besuche gerne spezielle Städteevents in verschiedenen Ländern und sie erzählten mir vom spannenden Kuhkampf im Wallis und dem Schwingerfest. Die Streetparade und den Basler Morgenstraich kenne ich ja bereits. Vielleicht schaffen wir es ja, uns bald bei einem dieser Events oder im Schwarzwald / der Schweiz zum Fotobuchaustausch wiederzusehen. Es passte einfach zwischen uns und die Stimmung war sehr harmonisch.
Wir verquatschten uns etwas und fuhren nach einem gemeinsamen Abschiedsfoto gegen 09:15 Uhr los. Wir legten einen Zwischenstop am Otjikoto See ein und bezahlten die 100 NAD Eintritt. Als sich die deutsche Schutztruppe 1915 zurückziehen musste, versenkte sie den Grossteil Ihrer Ausrüstung im See, um diese nicht den nachrückenden südafrikanischen Truppen zu überlassen. Nur einige Stücke wie beispielsweise ein Munitionstransporter, Maschinengewehre, Kanonen und unzählige Waffen wurden geborgen, während der Geldsafe unbekannten Inhalts noch verschollen ist Naja, eine weitere Z Sehenswürdigkeit. Sehenswert waren die Phyton Bäume-ein Baum verästelt sich so in einen weiteren Baum, umschlingt diesen, bis er diesen abtötet. Auch gibt es dort die ungewöhnlichen Bäume mit grünem Stamm, deren Namen ich nicht kenne.
Manchmal liefen Menschen mitten auf der Strasse, aber ansonsten war die Teerstraße einfach öde und langweilig. Wir tankten und meldeten uns am ersten Gate von Okonjima an. Okonjima ist Sitz der African Foundation, eine Organisation, die 1992 gegründet wurde, um Namibias Raubtiere vor der Ausrottung zu bewahren und ihre Verhaltensweisen zu studieren. Heutzutage gibt es weltweit 7000 Geparden, 2.500 leben in Namibia und davon nur 5 Prozent in geschützten Nationalparks. Africat versucht in Gesprächen mit Farmern, diesen Alternativen aufzuzeigen, statt die Tiere zu töten. Auf Pirschfahrten kann man Leoparden und Geparden, die meist ein Funk Halsband zur Aufenthaltsortbestimmung tragen, näherkommen. Nach dem zweiten Gate sahen wir Geparden und Leoparden-Warnschilder- da wurde uns schon ein wenig mulmig. Nach dem dritten Gate sahen wir Warzis, mehrere Giraffen, Zebras, Kudus und Steinböckli. Die Fahrt zum Hauptgebäude zog sich und wir wurden vom Personal sehr freundlich und lustig empfangen. Wir entschieden uns gegen den vorgeschlagenen Cheetah Drive/Walk am Nachmittag, da wir ja bereits Cheetahs erleben durften. Stattdessen buchten wir den Morning-Leopard Drive für 700NAD.
Bis zur gebuchten Garden Lodge fuhren wie weitere Minuten. Wir richteten uns ein und waren über das fehlende Moskitonetz erstaunt.
Zum Ausgangspunkt der Wanderung musste man leider fahren - Greg war es zu heiß und ich wollte nicht alleine losziehen. Wir liefen zurück zum Hauptgebäude und genossen unsere vorerst letzte Kaffee und Kuchen Time. Greg las entspannt in der Lounge und ich saß erwartungsvoll in der prallen Sonne vor dem Wasserloch- Warzis, Wild Dogs und Steinböckchen gaben sich die Ehre
Wir blieben hier entspannt bis zum Sundowner mit Savannah Light und einem Malawi Shandy.
Danach gab es ein leckeres, immer schön angerichtetes Abendessen. (Greg hat die Speisekarte mitgenommen). Die Bedienungen waren wieder superfreundlich.
Der Heimweg zu Fuß war aufgrund der schlechten Beleuchtung gar nicht so einfach- zudem versagte der Handy Akku und somit unsere Lichtquelle. Wir hatten nicht erwartet, dass wir nicht mehr zwischenrein zurück in das Zimmer kommen und hatten die Taschenlampe vergessen. Das war ein bisschen nervig. Im Zimmer- sorry- tötete Greg zwei Riesenspinnen und ich ging auf Moskitojagd. Das Surren nervte- eine bekam ich, die andere nicht und hoffte darauf, dass sie keine Malaria überträgt.
SuperfantiThemenstarter806 Beiträge · seit 201703. Juni 2019 · #135
@ Laura: Wow, das erste Mal Sossusvlei, das war mir gar nicht so bewusst. Ihr werdet es bestimmt lieben! Genießte es und ich freue micih schon auf den Bericht;-). Ich versuche diesen Bericht bis zum Freitag zu Ende zu bringen.
@ Netti: Wieso Übergewicht? Das müsste doch klappen- Laura nimmt einen zweiten 23kg Koffer mit und Mama Flash auch;-)
SuperfantiThemenstarter806 Beiträge · seit 201703. Juni 2019 · #136
So, iich möchte endlich fertig werden und schiebe daher gleich den nächsten Morgen hinterher.
23. Tag /12.10.2018 Abflugstag morgens 275 km
Um 05:15 Uhr klingelte erst unser Wecker und zusätzlich klingelte uns um 5:30 Uhr unser Telefon- Wake Up Call aus den Federn. Um 6:00 Uhr frühstückten wir mit anderen Gästen Kaffee und Muffins. Wir waren etwas verschrocken über die wachsende Teilnehmeranzahl am Leo Drive und erwarteten missmutig eine Massenabfertigung. Aber wir wurden sogleich positiv überrascht, denn wir waren nur zu sechst mit schweizerischen Reisebustouris im Jeep und jedes Auto fuhr zudem in eine andere Richtung davon, so dass wir bei einem Sichtungsglück doch alleine wären. Unser Führer Mathew hielt erstmal an, um den Zauber des Sonnenaufgangs zu genie0en. Dann klärte er uns auf, dass wir nur eine 50% Chance hätten, Leos zu sehen, da das Gebiet mit 22000ha riesig sei und auch nicht alle Leos ein Funkband besitzen. Er machte uns auf Vögel, Kudus und Impalas aufmerksam und ich fotografierte und freute mich bereits an dem, was ich sah.
Eine verächtliche Stimme tönte von hinten: „Sie sind wohl erst hier angekommen in Namibia?!!“ Greg erwiderte:“Nein, wir sind schon länger hier.“ Und ich fügte schnippisch hinzu:“ Ja, und wir können uns immer noch über jedes Tier freuen.“ Der Ton macht einfach die Musik und so reagierte ich dementsprechend. Und zugegebenermaßen hatte sich während des Urlaubs eine gewisse Aversion gegen Bustouris gesteigert- aber egal.
Mathew fuhr durch die weite Landschaft, ab und zu stieg er mit seiner Wünschelrute auf die Motorhaube und nahm die Piling auf.
Links vermutet er Leos und je näher wir einem der 6 getrackten Leos kämen, desto stärker würde das Signal und das damit verbundene Geräusch werden. So ein wenig erschien mir das schon als Humbug, aber nach kurzer Zeit wurde das Signal tatsächlich stärker und die 10 jährige Saskia sollte in der Nähe sein. Echt krass- wir fuhren in der völligen Wildnis einige Sträucher und Busche um, teilweise schlug er diese auch mit seinem Stock nieder und meinte, dass man hier eh vorhatte, das Gebiet zu entbuschen- also warum nicht gleich;-). Na dann geht’s los –„Achtung links- Ast- ducken!“;-). Es war schon ein bissel abenteuerlich, Das Signal wurde lauter, aber der Leo schien sich zu bewegen und so stieg die Spannung. Wir drehten um und sahen sie ganz versteckt im Dickicht liegen. Mathew war das nicht nah genug und fuhr gnadenlos weitere Bäumchen um, damit wir sie besser sahen. Saskia ließ sich kurz fotografieren, hatte aber sichtlich keine Lust auf uns und lief davon. Mathew meinte, dass es hier eigentlich sinnlos ist, da das Gebiet zu unwegsam sei. Naja, wenigstens einen Leo hatten wir gesehen.
Wir fuhren weiter und Mathew bekam relativ schnell ein neues Signal. Noah, der 18 monatige Sohn Saskias, sei in der Nähe und wir spürten ihn recht schnell auf, da er ungeschützt da lag. Noah war schlichtweg ein Traum, ein richtiger Poser, wie er im Bilderbuch steht- mal legte er verträumt den Kopf auf seinen Pfoten ab, mal streckte er sich ausgiebig, mal lag er auf dem Rücken, mal wälzte er sich, mal legte er sich zur Seite. Wie ein Topmodel wechselte er seine Pose und ließ uns genug Zeit für Fotos. Ich ahnte nicht, dass Leos so beweglich sind und war völlig hingerissen von dem kleinen Leo, der auf uns ganz tiefenentspannt wirkte und sich ungestört fühlte. Es war wirklich ein besonderes Erlebnis, einem Leo in ca 8-10 m Abstand zu begegnen und selbst völlig ungeschützt zu sein.
Leider mussten wir wieder zur Lodge zurück. Bevor wir das Gate der Lodge passierten, sahen wir ungeschützte Arbeiter im Leo Bereich. Hm- naja, es muss ja erledigt werden, aber sind diese wirklich vor den Leos sicher? Die Gates Sperren erinnerten Greg ein wenig an Jurassic Park- hier war es eben der Leo Park. Im Bereich des Lodgegeländes hielt Mathew nochmal an, damit wir eine Zebrafamilie sowie Oryxe, Warzis und Vögel beobachten konnten- der Abschied aus dem tierreichen Afrika fällt mir immer schwerer.
Pünktlich um 09:30 Uhr erreichten wie die Lodge, frühstückten ausgiebig und waren richtig traurig, später am Tag abzufliegen. Im Zimmer stellten wir fest, dass die Putzfrau bereits das Zimmer gereinigt hatte, obwohl wir ja abreisten und noch nicht fertig gepackt hatten. Seltsam, aber ich kann es nun auch nicht ändern und wir packten alles zusammen. Meine Jeans ließ ich im Zimmer- vielleicht freut sich ja noch jemand darüber. Wir waren 15 Minuten über der Check out Zeit und mussten aber trotz eindringlicher Warnung keine Konsequenzen spüren. Wir fuhren um 10:45 Uhr wieder die 23 km zur Hauptstraße raus und sahen letzte Affen. Tschüüüüßßßß Afrika- wir kommen wieder!!!
Fazit Okonjima. Das Gelände und die Lodge ist groß und die Wege lang, so dass man selbst bei Wanderungen ein Auto benötigt. Im Zimmer war zwar Peaceful Sleep vorhanden, aber kein Moskitonetz, was ich bei der Preiskategorie schon erwartet hätte. Die Mitarbeiter waren supernett und lustig und das Essen wirklich super. Es ist recht grün und auf dem Gelände sind einige Tiere. Der Leo Drive hat uns super gefallen, war spannend und wir können hier einen Besuch auch weiterempfehlen.
Gabi-Muc2'191 Beiträge · seit 201604. Juni 2019 · #137
Hallo,
schade, dass Dein Bericht bald zu Ende ist. Ich bin gerne mit Dir gereist. Und Deine Leo-bilder erinnern mich an unseren Okonjima-Aufenthalt vor 2 Jahren. Wir sind auch so nah an die Leo's rangekommen. Von dem Erlebnis erzählen wir noch heute.
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
Netti59847 Beiträge · seit 201504. Juni 2019 · #138
Superfanti schrieb: @ Netti: Wieso Übergewicht? Das müsste doch klappen- Laura nimmt einen zweiten 23kg Koffer mit und Mama Flash auch;-)
😗 😗 stimmt, so wie ich das mitbekommen habe, sind jetzt sogar 30 kg möglich, also …. wir treffen uns am Flughafen 😉 🙂
Liebe Silke - du Superfanti, ich hoffe es gibt noch ein Fazit von dir, da du aber schon wieder gebucht hast (oder dabei bist 😄 😄 ) gehe ich davon aus, das ihr begeistert ward. Das jedenfalls konnte ich bei deiner Berichterstattung spüren. Danke für den sehr informativen Reisebericht. Die Sichtungen, davon träumt doch jeder Ersttäter, waren grandios. Ich habe gerne im Auto gesessen, bin jetzt aber auch froh wieder auf die Couch zu können. 5711km ….. puuuhhhhh das war ein Monstertrip 🤩
Superfanti schrieb: Wir reihten uns mit 2 Magnum Peppermints ein, als plötzlich von hinten eine Stimme ertönte:„ Silke?“ Ich schaute etwas verdutzt drein und konnte so schnell gar nicht begreifen, wer mich hier kennen könnte. Natürlich war es Gabi aus dem Forum- es gab ein großes Hallo. Vor der Reise hatten wir festgestellt, dass wir meist dieselbe Route mit teils den gleichen Übernachtungen fuhren- nur waren wir ihnen meist einen Tag voraus. Wir waren uns sehr sympathisch und verschoben den Plausch auf abends in der Emanya Lodge, da wir alle 4 im Tierfieber waren.
Liebe Silke, wenn wir das abgemacht hätten, uns in Namutomi zu treffen, es hätte nicht besser klappen können. Ich musste so lachen, ich hab mit Fridolin noch gesprochen "Das ist doch Silke aus dem Forum, soll ich sie ansprechen? Das kann doch nicht sein, so ein Zufall". Zum Glück hast du mir zwischendurch Selfies geschickt. Es war herrlich, dein überraschtes Gesicht zu sehen. Der Abend war wunderbar und das Frühstück ging viel zu schnell vorbei. Wir haben uns den Mund fusselig gequatscht. Ich freu mich schon sehr auf ein Wiedersehen und vorallem freu ich mich auf dein Fotobuch. So schön, schreibst du hier deinen Reisebericht, hab immer wieder das Gefühl, vorort zu sein. Jetzt geht es reiseberichttechnisch leider schon in den Endspurt...... Liebe Grüsse Gabi und Fridolin
SuperfantiThemenstarter806 Beiträge · seit 201704. Juni 2019 · #140
23. Tag /12.10.2018 Abflugstag mittags
Wir ignorierten den Schnitzermarkt von Okahandja und düsten direkt durch bis nach Windhoek. Jeder hing seinen Gedanken nach und wir waren traurig, dass es die letzte Fahrt ist. Die öde Teerstraße macht einem dernAbschied ein wenig leichter.
Die Hauptstadt Windhoek ist 45 km vom Flughafen entfernt, hat rund 400.000 Einwohner und wird von den Bewohnern aufgrund Ihrer Übersichtlichkeit auch als Dorf bezeichnet. 2% der Bewohner haben als Muttersprache Deutsch gelernt- es gibt Brezeln, Buletten und einige Ortsschilder haben deutsche Namen, beispielsweise Molkte Strasse, Schuster Strasse, Gartenstrasse, Bahnhofsstrasse.
Wir fühlen uns wegen Überfallgefahren in Städten nicht mehr so wohl und konzentrierten uns daher auf das Nötigste.
Wir fuhren erstmal zu Joes Beerhouse und waren erstaunt über die vielen Warnschilder von Autoaufbrüchen am eigenen Parkplatz. Das Beerhouse war recht originell und es gab viel zu entdecken. Greg trank Cola und ich ein Abschieds Rockshandy.
Wir parkten an der Christuskirche und mit unserem ganzen Gepäck im Kofferraum waren wir etwas unentspannt. Wir hofften, dass der von uns bezahlte Parkwächter einen guten Job macht. Wir besichtigten das Wahrzeichen der Stadt, die Christuskirche. Sie wurde von 1907-1910 als Symbol des Friedens gebaut. Kaiser Wilhelm II hatte wie in Lüderitz die Glasfenster hinter dem Altar gespendet, seine Frau Augusta die Bibel. In der Kirche selbst gibt es noch eine Ehrentafel mit deutschen Namen, die in der Kolonialphase verstorben sind.
Wir liefen zum Tintenpalast, der 1913 errichtet wurde und früher Sitz der deutschen Kolonialregierung war, Heute tagt darin das Parlament. Leider war der Park beim Tintenpalast gesperrt, nur vereinzelte Absolventen trauten sich und posierten für Fotos Überall blühten lilane Jakarandabäume..
Greg und ich schlenderten noch kurz durch das Independence Memorial Museum. Dieses wurde von Koreanern erbaut, 2014 eröffnet und zeigt den Weg Namibias auf dem Weg in die Unabhängigkeit. Wir entdeckten ein Genscher-Foto und aßen ein letztes Magnum Mint im schönen Dachterrassencafe. Dort hat man eine tolle Sicht auf den Tintenpalast, die Christuskirche und die lilanen Bäume. Dieser Abstecher war überaus lohnenswert. .
Im Namibia Craft Center kaufte Greg eine Namibia Fahne und ich ein Armband. Hier gibt’s allerlei Souvenirs, Bücher, Schnitzereien, Schmuck, sogar Christbaumschmuck (Engel, Sterne, Weihnachtsmänner etc) und Krippen.
Auf der Dachterrasse der Heinitzburg aßen wir Käsekuchen, Apfelstrudel und tranken Milchkaffee. Hier wars ein bissel schicker und man hatte einen tollen Blick auf die Stadt, die nebenan gelegne Sanderburg sowie das bergige Umland. Es war schon fürs Abendessen eingedeckt und wir hatten Glück, noch einen Tisch zu bekommen. Die Milch im Kaffee flockte und als wir das dem Kellner sagten, mussten wir den Kaffee fairerweise nicht bezahlen.
Letztendlich benötigten wir für dieses Programm ca. 4 Stunden und fanden das völlig ausreichend. Wir waren froh, hier nicht übernachtet zu haben und hatten auch nicht das Bedürfnis, Weiteres ansehen zu wollen.
Schwermütig fuhren wir zur Tankstelle und wurden sogleich von der schwarzen Tankwärtin angestrahlt, Sie fragte uns nach Klopapier, Kulis, Wasser oder Kosmetika und als Nicht-Camper hatten wir nichts. Greg und ich wollten unsere Schuhe in Namibia lassen und so fragten wir sie, ob sie diese vielleicht brauchen könnte. Sie strahlte über beide Ohren, nahm es dankend an und verschwand mit ihrer Beute glückselig. Uns berührte das sehr und gerade Greg nahm es ziemlich mit. Wir hätten von vorneherein anders planen sollen- wir hätten echt die ganzen Kosmetika, Duschgels etc. der Lodges mitnehmen und in kleine Tüten verpackt an der Tankstelle oder unterwegs abgeben sollen. Auch hätten wir von vorneherein mehr Kleidung mitnehmen sollten, von der wir uns eh trennen wollten. Man freut sich einfach dort über vieles, was für uns selbstverständlich ist.
Wir gaben unser Autochen ab und der Autovermieter freute sich über unsere letzten Kekse. Das Einchecken dauerte nur 5 Minuten und auch die Security war superschnell. Alles problemlos. Der Duty Free Shop war leider geschlossen, aber ich fand dann in dem Souvenirshop tatsächlich noch ein Armband. Am Gate schrieben wir noch beide ein wenig Tagebuch und man spürte dass wir so gar keine Lust auf den Heimflug hatten. Wir merkten plötzlich, dass wir einen kleinen Koffer nicht eingecheckt hatten und eigentlich zuviel Handgepäck dabei hatten, aber das interessierte beim Einsteigen in den Flieger niemand.
Der Rückflug verlief problemlos, die Bahn wiederum zickte wegen Streckensperung… und so dauerte die Rückfahrt mit Bummelzügen ewig.
So unglaublich - das wars! Finito!
DANKE, dass ihr mich alle auf unserer ersten Tour begleitet habt und ich hoffe, es hat euch ein wenig gefallen! DANKE auch an alle Danke Drücker!
Mal schauen, ob ich heute noch das Fazit der Reise schaffe- ansonsten folgt es sehr sehr bald;-).