Reisebericht

5711 km Namibia Abenteuer (große Ersttäter Runde)

von Superfanti · begonnen 15. Apr. 2019 · 39 Teile

Teil 115. Apr. 2019
Hallo zusammen,

Nach langem Hin- und Herüberlegen habe ich mich jetzt doch dazu entschlossen, unsere dreieinhalbwöchige Namibia- Ersttäter- Klassiker- Lodge Rundtour niederzuschreiben. Ich denke, dass es für neue Ersttäter durchaus hilfreich sein kann. Auch ich habe bei unserer Reise vom Forum, den Erfahrungsberichten und den Antworten profitiert und möchte mich auf diese Weise bedanken. Unser Fotobuch über die Reise ist bereits fertig und die Caprivi Tour für Herbst 2020 fast fertig geplant und gebucht. Also kann ich auf diese Weise auch ein wenig in Erinnerungen schwelgen und die tolle Reise Revue passieren lassen.

Ich habe noch nie einen Reisebericht geschrieben und bitte um Nachsicht bei Tippfehlern oder nicht vorhandenen Vogelbestimmungen. Nobody is perfect. Ich werde versuchen, dass ich den Kommentaren und Fragen recht schnell nachkomme, aber da wir beide berufstätig sind, kann es hier durchaus zu Verzögerungen kommen. Mein Prolog wird etwas länger dauern, aber dann geht’s recht schnell zur Reise über - Nicht Interessierte können den Teil gerne auslassen.

Wir sind ein Paar rund um die 45 und kommen aus Karlsruhe. Wir lieben das Reisen und das Entdecken per Mietwagen, zu Fuß oder per Rad. Wir lieben die Natur und die Tierwelt.
So waren wir bereits in Neuseeland, Island, USA, Singapur, Australien, La Réunion, Mauritius, Madeira, um nur wenige Ziele zu nennen.


Lebe deinen Traum:

Eine Safari zu machen, war schon immer mein Kindheitstraum. Früher wollte ich hierfür nach Kenia, da ich dort zu Schulzeiten eine Brieffreundin aus Nairobi hatte. Der Dokumentarfilm „Omulaule heisst schwarz“, den ich im Jahr 2003 in einem kleinem Frankfurter Art-House Kino sah, bestärkte mich hingegen darin, in das ehemals deutsche Land zu reisen und dort eine Safari zu erleben. Das Schicksal der namibischen Kinder aus dem Film, die in der ehemaligen DDR aufwuchsen, berührte mich sehr, und ich kann jedem diesen Film wirklich nur ans Herz legen.

Als ich erfuhr, dass meine Bekannte recht spontan nach Namibia flog, musste ich endlich handeln und damit aufhören, diesen Traum immer weiter in die Zukunft zu verschieben.

Wir buchten einen Direktflug über Air Namibia am 16.10.2017- Reisezeitraum 19.09.- 12.10.2018 - ja und mir sind zum ersten Mal beim Knopfdruck – Flug buchen- die Tränen runtergelaufen. Ich war echt bewegt und selbst über mich erstaunt. Traum ist und bleibt eben Traum!

Die Reiseplanung:
In den letzten Jahren haben wir schon einige Bildvorträge über Namibia besucht. So kannten wir die Highlights aus Bildern. Daheim lagen auch schon einige Bildbände über das Land bereit. Ich habe mir alle Reiseführer aus der Bibliothek ausgeliehen und dieses tolle Forum entdeckt.

Gregor vertraut mir seit Jahren bei der Reiseplanung und so lastete auch hier die Flug- , Hotel und Ausflugsbuchung eher auf meinen Schultern. Er lässt mich machen und ist dann immer glücklich mit meiner Wahl;-). Nur dieses Mal fühlte ich mich ehrlich gesagt etwas überfordert und erschlagen von der Weite. Ich wollte schließlich den perfekten Traumurlaub verbringen. Ich war hin und hergerissen - eigentlich sind wir mit einfachen Dingen zufrieden und brauchen keinen Luxus, aber diese teuren Megatraumlodges wecken schon Begehrlichkeiten und ich verlor etwas die Bodenhaftung;-) Und so versuchte ich, eine gewisse Balance zu finden. Beim ersten Wurf waren es zu lange Fahrtstrecken- Greg wollte die große Runde fahren und noch am liebsten zu den Victoria Falls. Glücklicherweise riet mir das Forum von dieser Mammuttour ab und ich konnte auch Greg vom Gegenteil überzeugen. Er war aber schon sehr enttäuscht, die Victoria Falls zu streichen. Daher holen wir das nächstes Jahr nach.

Sinnvolle Tips aus dem Forum für Individualreisende
Wir haben alles selbst gebucht und standen so manches Mal vor Schwierigkeiten.
Es gibt sehr viele wertvolle Tips im Forum und ich möchte nur einige herausfiltern, die mir unheimlich bei der Reiseplanung geholfen haben und ich auch nun für die neu geplante Caprivi Route bekam:
- Falls man einen Reiseanbieter nimmt, kann man diesem die Hotel- Wunschliste zusenden und dieser bucht alles durch. Vorteil ist, dass dieser unter anderem dann gefragt ist, Alternativen zu finden, wenn beispielsweise überraschend eine Lodge schließt (ich habe bsp. von der Ameib Lodge Schließung im Forum erfahren und mussten dann kurzfristig selbst nach einer Alternative suchen)
- Oft standen wir auf Wartelisten, da die großen Reiseveranstalter ihre Hotelkontingente blocken. So bekamen wir nicht immer die gewünschten Unterkünfte. Es brachte mich zeitweise zur Verzweiflung, da ich nie erwartet hätte, dass wir bei 11 Monaten Vorausplanung Probleme bekommen würden - völlig verrückt! Sasa gab mir den super Tip bei deutschen Reiseveranstaltern zu schauen und ich konnte die ausgebuchte Vingerklip tatsächlich über Neckermann im Internet selbst buchen. Danke Sasa - darüber war ich sehr glücklich.
- Sasa gab uns auch den Tip, dass man bei den Reiseveranstaltern Vormerkungen machen kann. Wenn beispielsweise der Reisezeitraum noch nicht offiziell freigeschaltet ist, kann man sich vormerken lassen und erhält somit ein Vorrecht auf die Hotelbuchung.
- „Weniger ist mehr“- wird hier häufig erwähnt. Packt das Programm nicht zu voll, denn man kann auf den Lodges auch entspannt den Tag am Pool, bei Gamedrives, Wanderungen, Sundownern verbringen. Unser Programm sieht für manche sicher auch gehetzt aus, aber für uns war es ok. Manchmal fanden wir es auch schade, so schnell wieder weiterzufahren.
- Lodges in maps me, einem offline Navi eingeben, dass man im Notfall die Unterkunft findet (Danke Gabi für den Tipp; es war nur ab und zu bissel verwirrt, half aber trotzdem immens)

Packen:
- Denkt an den internationalen Führerschein
- nur Gregs EC Karte ist namibiatauglich und so testete ich daheim meine Visakarte mit dem PIN Code, damit auch ich vor Ort abheben kann (ich habe noch eine Kreditkarte mit Unterschrift).
- bei Bootstouren ist eine warme Jacke und Handschuhe Gold wert, da es in Lüderitz und Swakopmund durchaus kalt sein kann
- Fliegenklatsche (war sehr hilfreich, da man so ungeliebten Tieren einen Schub in die richtige Richtung nach draußen geben konnte- sorry -bzw. gegen Mücken)
- Taschenlampe oder Stirnlampe (v.a. auf Lodgegebiet angedacht; aber auch in den Städten gibt’s immer wieder Stromausfälle- unbedingt immer dabei haben!! Dazu später mehr)
- Taschenmesser mit Flaschenöffner für unterwegs
- Fernglas (war wirklich Gold wert)
- Gasspray (dieses hatte ich aufgrund der letzten Überfälle im großen Gepäck drin. Allerdings fragte man mich explizit am Flughafen danach und ich musste es ausdrücklich wegschmeissen. Dieses würde ich vor Ort kaufen)
- Grosses Outdoor Handtuch (wurde letztendlich für den Autositz bei langen Fahrtstrecken gebraucht, da ich allergisch auf das Kunstleder reagierte)
- Hygienesprays und Feuchtigkeitstücher
- Immodium, Augentropfen, Ceterizin und Creme bei Hautausschlag
- Mückenschutz und Stichheiler (letztendlich hatten wir 3 Stiche). Würde beim nächsten Mal das Peaceful Sleep vor Ort kaufen.
- Die von Applegreen geliehene MTC Karte, die ich gleich am Flughafen aufgeladen hatte. Danke nochmals dafür!

Das hätten wir unbedingt gebraucht:

- Nasensalbe (wir hatten beide Nasenbluten), Hautcremes, Labello (wegen trockener Luft)
- Medikament bei Magenkrämpfen

Unsere Route:
• 20.9. Auas Safari Lodge
• 21.9. Bagatelle Kalahari Game Ranch
• 22.9. Quiver Inn Guesthouse
• 23.9./24.9. Canyon Village war gebucht, aber erhielten kurzfristig ein kostenloses Upgrade in die Canyon Lodge
• 25.9/26.9. Hansa Haus Guest Haus, Lüderitz
• 27.9. Duwisib Guest Farm
• 28.9./29.9. Elegant Desert Lodge
• 30.9.-2.10. Namib Guesthouse, Swakopmund:
• 3.10. Ameib Lodge geschlossen; Ersatz Hohenstein Lodge
• 4.10. Twyfelfontein Country Lodge
• 5.10. Vingerklip Lodge
• 6.10. Kaoko Bush Lodge
• 7.10. Etosha Dolomite
• 8.10. Etosha Okaukuejo Waterhole Chalet
• 9.10. Etosha Halali
• 10.10. Emanya@Etosha
• 11.10. Okonjima Plains Camp
• 12.10 Abflug

Das Auto:
Greg buchte wie immer über Cardelmar und zwar einen Toyota Fortuner. Die Autovermietung war direkt am Flughafen - Avis.

Meine größten Befürchtungen vor der Abreise waren:

• Reifenpanne-am Besten im Etosha
• Toilettengänge im Etosha
• Überfälle


Die nächsten Tage startet unsere Reise nach Namibia., natürlich mit Bildern.
Allen einen schönen Abend, Silke
Teil 215. Apr. 2019
Der Abflugstag: 19.09.2018 via Air Namibia

Greg war bereits am Vortag auf ein Meeting mit Übernachtung gereist und versprach mir, dieses wirklich pünktlich zu verlassen Das machte mich schon ein bisschen nervös.

Ich hatte am Abflugtag frei und konnte in Ruhe packen.
Jeder von uns durfte tatsächlich 2 Koffer a 23kg; ein Handgepäckstück a 10kg sowie eine Laptoptasche mitnehmen. Da wir keine Dachzelter sind, brauchten wir das bei weitem nicht. Wir hatten
• 2 große Koffer (meiner wog 15kg)
• einen kleinen Koffer (Kamera, Kamerareiniger, Tablet, Fernglas, 2 Reiseführer)
• einen weiteren leeren Koffer (da waren unsere Jacken und ein leerer kleiner Rucksack drin; in diesen Koffer sollten die unzähligen Souvenirs reinwandern - diesen gaben wir mit auf),
• 1 Umhängetasche
• einen großen Wanderrucksack (dieser war völlig unnötig, da wir kaum wanderten)
Klamottentechnisch war ein leichter Rock sowie Outdoorshirts und Flip Flops bei langen Autostrecken Gold wert. Die Unterhosen habe ich wegen Staubfreiheit in Zipbeutel gepackt.

Greg kam pünktlich. Den ganzen Tag über war ich absolut entspannt- endlich ging es los.
Nun wurde Greg plötzlich nervös und sagte immer: „Das wird unser größtes Abenteuer“.

Um 14:30 Uhr nahmen wir die Straßenbahn und um kurz nach 15:00 Uhr den Direktzug von Karlsruhe zum Frankfurter Flughafen, den wir um kurz nach 16 Uhr erreichten. Wir wechselten via Bus in das Terminal 2.
Beim Check- In Schalter fragten wir nach Notausgangsplätzen. Wir wurden gefragt, ob wir gut englisch könnten, bejahten und ergatterten diese, ohne einen Aufpreis zahlen zu müssen.

Wir hatten noch genügend Zeit und schlenderten durch gewisse Geschäfte- alles war in Oktoberfestlaune. Eine Blaskapelle marschierte trompetend auf dem Gang, Mozartkugeln wurden als typisch deutsches Mitbringsel betitelt und von Asiaten gekauft. Greg trank Espresso und studierte endlich die Landkarte.



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Die Passkontrolle war ein Novum für uns- als erstes scannten wir den Pass - die erste Schiebetür ging auf, dann wurde man fotografiert und danach ging die weitere Schranke auf und wir liefen an der Grenzpolizei vorbei. Moderne Welt!
Dann ging es ganz entspannt durch den Nacktscanner.

Im Air Namibia Terminal wurden ein großzügiges Angebot von Zeitschriften und Zeitungen ausgelegt. Krass fand ich aber, dass dem Zeitungsausleger teils die Zeitungen direkt aus der Hand gerissen wurde und er gar nicht die Möglichkeit hatte, erstmal alles in Ruhe auszulegen. Manche ergeierten sich so bestimmt 5 Zeitschriften. Im Nachhinein denke ich, dass es vielleicht eher die Bustouris waren?
Auch war ich erstaunt über den unterschiedlichen Kleidungsstil: Outdoor- und Safariklamotten versus Frauen in Lackballerinnas/ Stöckelschuhen und schöne Kleidchen; Herren in Anzügen. Ich empfand das schon befremdlich.

19.20 Uhr ging das Boarding recht geordnet nach Sitzreihen los, Abflugszeit war 20:10h.
Wir stellten fest, dass wirklich der Grossteil der Bildschirme an Bord nicht funktionierte, was uns nicht störte, da wir nachts üblicherweise schlafen. Zudem waren wir erstaunt, dass wir nicht die sonst übliche Einweisung in den Notausgang bekommen haben.
Sehr angenehm fand ich die Zweiersitze in den Außenreihen, so dass man recht ungestört sitzen bzw. schlafen kann.
Uns wurde warmes Essen serviert und wir tranken Schlummerwein dazu. Nach einem kurzen Schlaf wurden uns die Einreiseformulare ausgehändigt und Greg füllte unsere aus. Danach folgte ein Frühstück,

... so das wars für heute- bald sind wir gelandet und es geht richtig los;-).

Viele Grüße Silke
Teil 316. Apr. 2019
1. Tag: 20.09. Auas Safari Lodge, Pavillon 3; 97 km
Windhoek Flughafen- B6 nach Windhuk- B1 Richtung Süden- D1463 zur Auas

Wir landeten gegen 06:20 Uhr in Windhoek. Der erste Eindruck von Namibia: Boar ist das kalt hier. (Gegen 09:00 Uhr zeigte uns das Auto-Thermometer gerade mal 10 Grad an).

Am Einreiseschalter wirkten die Einreisedamen bissel streng und es bildeten sich schon Warteschlangen. Manche Touris wurden zurückgeschickt, da sie das Formular unvollständig ausgefüllt hatten. Auch ich wurde gebeten, dass „Employee“ näher zu präzisieren.

Ich hob in der Flughalle die ersten 3.000 NAD ab und lud meine von Applegreen geliehene MTC Karte auf. Greg ging zur AVIS / Budget Autovermietung, die wir über cardelmar gebucht hatten. Dort wurde er belehrt: „If you leave the Auto full of Dreck, you have to pay.“ Ich fragte noch explizit nach einem Nachtfahrverbot- das gab es bei diesem Vermieter nicht. Wir überlegten ja, ob wir nachts zum Sossusvlei Gate fahren sollten. Ein Fahrer brachte uns zum Parkplatz der Autovermietung. Uns erwartete ein Toyota Fortuner- für uns ein richtiges Schiff! Mit dem Auto waren wir sehr zufrieden und für unsere Lodge Zwecke zu zweit auch völlig ausreichend.

Wir erhielten eine kurze Einweisung. Uns wurde erklärt, wie man das Reserverad unter dem Wagen abmontiert. Der schwarze Mitarbeiter amüsierte uns mit Sätzen wie: „If you wanna use the Wagenheber, .. You know, I love this german word „Wagenheber. It is such a nice word.“ Greg prüfte die Reifen und bemängelte zudem einen kleinen Steinschlag an der Windschutzscheibe.

Darauf folgte eine Power- Point Einweisung mit 4 anderen Neulingen bei Kaffee und Keksen.
Wir wurden auf die schlechtesten Straßen hingewiesen, die hohe Todesrate (50 fach so hoch wie in Deutschland) und die Geschwindigkeitsbegrenzungen (60-80 auf Gravelroads, 120 auf Asphalt). Er meinte, man müsse hier besonders auf die freilaufenden Tiere achten, die sich mögen, gegenseitig besuchen und daher hoerfür auch die Straße queren müssen. Immer wieder ließ er beiläufig deutsche Worte einfließen-echt putzig.


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Endlich ging es los. Auf in den Linksverkehr. Greg setzte versehentlich die Scheibenwischer beim Blinken in Betrieb;-). Trotz Vorerfahrung- immer wieder dasselbe Spiel;-).
Auf dem Weg in die Stadt begrüßten uns die ersten Bärenpaviane und wir staunten bei der Überquerung des Flusses Bismarck- wie cool.

Wir fuhren durch Windhoek und hielten in „The Groove“, da wir an vorherigen Supermärkten vor Aufregung vorbeifuhren. Wow wie schick hochpoliert und leer alles ist. Ich bezweifle, dass sich Einheimische leisten können, hier einzukaufen. Greg zog noch Geld aus dem Bankomat.
Der Supermarkt war bestens ausgestattet und mit großer Freude entdeckte ich auch mein geliebtes Magnum- Mint- yippieh! Wir kauften im Supermarkt Wein, Wasser, Snacks und ein Mitbringsel für die Kids meiner Freundin (von Dory) ein. Ich entdeckte einen kitschig dekorierten Weihnachtsbaum und so etwas wie Faschingsmasken.


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Weiter ging es- raus aus der Stadt. Wir fuhren vorbei am kostenpflichtigen Heroes Acre. Wir bogen nach links auf die erste Gravelroad an. Greg hielt, um auf 4X4 umzustellen. Eine weiße Autofahrerin hielt neben uns an, lächelte und sagte im akzentfreien Deutsch: „Das ist unnötig. Hier müssen Sie noch nicht umstellen, das geht auch so.“ Grins, gleich als Ersttäter geoutet.

Es ging über staubige einsame Straßen, vorbei an Warzenschweinen, mit dem Blick auf die Berge. Ist das schön hier.


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Am Hotel Gate werden wir vom Gate- Öffner begrüßt, der dann die Hand auf drei unterschiedliche Weisen berührte. Das war etwas außergewöhnlich und Greg nannte ihn den Handstreichler. Unsere Personalien wurden aufgenommen.

Auf dem Weg zur Lodge sahen wir unseren ersten Strauß hinter Büschen und waren hin und weg. Johanna begrüßte uns mit leckerem O-Saft. Wir reservierten auch gleich den Nachmittagsgamedrive, da wir die ersten Tiere sehen und in Afrika ankommen wollten. Es war erst 11:45 Uhr und da das Zimmer noch nicht fertig war, schlenderten wir etwas über das Gelände. Alles wirkte so positiv. Bald konnten wir in das von mir gewünschte Zimmer - in der vorderen Reihe mit Ausblick in die Prärie (Pavillons 1-6) einchecken. Greg hatte vor, sich umgezogen an den Pool zu legen. Ich verschwand zwei Minuten auf Toilette, und siehe da… Greg hatte zuvor auf der Bettkante gesessen, sein Oberkörper lag aber mittlerweile auf dem Bett und er schlief tief. Ich legte mich auch hin, schickte kurze Zeit die Room- Checkerin weg und war auch durch die Fegegeräusche auf der Terrasse gestört. Greg bekam von allem nichts mehr mit. Daher kann ich jetzt auch die häufigen Warnungen, nach einem Nachtflug keine langen Strecken mehr zu fahren, absolut nachvollziehen.


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Ich stellte vorsichtshalber den Wecker, denn ich wollte voller Tatendrang über das Gelände wandern; Greg war es zu heiß und dementsprechend unmotiviert. Als wir den Einstieg in die Wanderung nicht gleich fanden, gab ich mich geschlagen und genossen stattdessen um 15 Uhr unsere erste Kaffee- Kuchen Time in Namibia. Ich finde das echt ein super Angebot der Lodges, das umsonst bereitzustellen. Wir entspannten uns auf den Poolliegen und ich beobachtete Strauße und Vögel.

Unser Game Drive mit Frederik startete um 16:00 Uhr. Sehr erfreut waren wir darüber, dass wir allein mit ihm unterwegs waren. Er erklärte viel, aber wir waren wohl teils zu müde und zu aufgeregt, um alles aufzunehmen. Wir waren so entzückt- wir sahen Antilopen, 2 Giraffen mit Giraffenkindern, Strauße und Gnus. Alles so frei, alles so wild. Es war einfach mega. Wir fuhren zu einem schönen Sundownerplatz. Frederik deckte den Tisch- es gab getrocknetes leckeres Biltong- Fleisch, Chips und Cidre. Wir sahen, wie es entfernt regnete- Frederik war glücklich über die beginnende Regenzeit. Er hatte 9 Jahre für einen deutschen Lodge Besitzer gearbeitet, der ihn wie einen Sohn behandelte. Daher sagte auch er so deutsch- englische Sätze wie: „ I love Fleisch“. Auf dem Rückweg sahen wir weitere Giraffen, die die Blätter von den Bäumen aßen und hörten nach Sonnenuntergang die Schakale heulen. Das war echt aufregend. Frederik lachte immer wieder, wie wir uns begeistert über jedes Tier freuten und das motivierte ihn. Er nahm sich statt zwei sogar drei Stunden für uns Zeit, was wir wirklich sehr lieb von ihm fanden. Im Nachhinein (nach dem Etosha) hatte die Lodge nicht so viele Tiere, aber der Drive war individuell und wirklich gelungen. Wir denken gerne daran zurück.


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Als wir an der Lodge zurückkamen, bemerkte Greg, dass er versehentlich das Autolicht angelassen hatte und glaubte, dass es kein Problem sei.
Es gab Spinat Quiche- Streifengnu mit Babykartoffeln, Karotten- Tiramisu und südafrikanischen Wein zum Abendessen. Wir wurden gefragt, ob man den Zimmerofen anfeuern sollte. Da es doch sehr kühl wurde, bejahten wir. Glücklich schliefen wir ein.
Teil 418. Apr. 2019
2. Tag: 21.09. Bagatelle Kalahari Game Lodge: Savannah Dune Chalet
227 km D1463- C23 über Dordabis- C15 /M33, dann M45 und D1268 /Abfahrt 09:50 Uhr, Ankunft 14:00 Uhr

Um 07:00 Uhr frühstückten wir sehr lecker- es gab frisch zubereitetes Rührei sowie Obstsalat mit Erdbeeren und Ananas. Wir waren zunächst alleine im Frühstücksraum und kamen mit dem Kellner ins Gespräch. Er sagte uns, dass er aus der Kalahari stammt, aus dem Gebiet der Bagatelle Lodge. Was für ein Zufall, denn sie war unser heutiges Tagesziel, und wir wollten früh dort ankommen.

Um 08:50 Uhr waren wir startklar, aber unser Auto nicht. Welch Schreck. Die Batterie war leer. Die Verbindung mit der Kälte der Nacht ließ wohl die Batterie schwach werden.
Wir gingen zu Johanna an die Rezeption, die Frederick zu Hilfe rief. Er erschien mit 2 Kollegen und dem Safari-Fahrzeug, um zu überbrücken. Zuerst mussten wir den Fortuner aus dem Unterstand schieben. Ich beobachtete das Ganze sichtlich nervös und da ich nichts gewinnbringendes beitragen konnte, ging ich zurück ans Wasserloch zum birden und zum Nerven beruhigen. So beobachtete ich rotbäuchige und blaue Vögel und einen Strauß. Ich sah schon die schlimmsten Szenarien, denn schließlich hatten wir eine längere Tagesetappe vor und wir wollten noch einen Kalahari Gamedrive machen.


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An der Reperaturfront ging es währenddessen so weiter:
Frederik manövrierte sein Fahrzeug so nahe heran, dass die Starthilfe-Kabel angeschlossen werden konnten. Die Kabel waren offensichtlich schon älter, und eine der Zangen hing nur noch an 3 Drähten am Kabel. Prompt riss es. Die Männer flickten es sehr geschickt wieder zusammen, und nach einiger Zeit versuchten sie, zu starten. Erst als Greg den Allrad-Antrieb deaktivierte, sprang der Fortuner endlich an, und wir konnten glücklich und sehr dankbar gegen 09.50 Uhr die Lodge verlassen. Gerne wären wir länger geblieben.


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Fazit Auas Safari Game Lodge:

Die Lodge liegt ca. 45 km südöstlich von Windhoek im 12.000 ha großen Auas Schutzgebiet. Sie besteht aus nur 16 Zimmern und man ist auch auf meine Wunschreservierung, nämlich einen Bungalow in der vorderen Reihe (1-6 ) eingegangen. Dort hatte man einen schönen Panoramablick auf die Auas Berge. Es war alles gepflegt und sauber. Die Zimmer waren groß und der Kachelofen ein großes Plus. Es gibt ein kleines Wasserloch, zu dem abends einige Tiere kamen, tagsüber war aber recht wenig los. Man kann wandern, Räder können leider nicht mehr wie angegeben ausliehen werden. Die Mitarbeiter sind sehr freundlich und es wirkte auf uns alles sehr persönlich. Das Essen war sehr lecker, morgens gab es sogar einen selbstgemachten Obstsalat mit frischen Erdbeeren. Der Gamedrive war super persönlich. Auch die Starterhilfe am Morgen fanden wir unglaublich nett.
Wir würden diese Lodge auf dem Weg in den Süden weiterempfehlen, da man gleich als Ersttäter einen schönen Afrikaeindruck gewinnt! Es hat uns wirklich super gefallen und wir werden die ersten positiven Eindrücke nie vergessen.


Vor der Lodge fragte uns ein Auas Mitarbeiter, ob wir ihn ein Stück in Richtung seines Zuhauses mitnehmen könnten. Kurzer Blickkontakt mit Greg- wir fühlten uns sicher und getreu dem Motto- jeden Tag eine gute Tat nahmen wir ihn mit. Leider war sein Englisch zu schlecht, um mit ihm über das Leben in Namibia zu sprechen.
Zunächst ging es entlang der Berge. Die Landschaft änderte sich ständig- mal blühte es, mal war es karg. Mit unserem Mitfahrer an Bord, war ich gehemmt, diese herrliche Landschaft zu fotografieren. Unser Mitfahrer öffnete an meiner Stelle das erste Gatter (oh wie hatte ich mich innerlich darauf gefreut). Gemeinsam fuhren wir insgesamt 31 km bis zu seinem Zuhause. Unvorstellbar! Wie oft muss dieser Arbeiter wohl diese Strecke laufen? Hier ist ja kein Verkehr oder wartet er täglich auf abreisende Touristen? Wir konnten das Rätsel nicht lösen.

Wir bogen auf die gut asphaltierte Straße ab und trauten unsere Augen nicht- drei Rennradfahrer. Wir sahen weitere trampende Männer, Rinder, Esel und blütenfressende Ziegen.

Wir fuhren am Turm von Klein Auas und an einigen kunstvollen Webervogelnestern vorbei. Eigentlich sollte man nicht von unten fotografieren, da wohl Schlangen rausfallen könnten. Naiv fotografierte ich fasziniert diese riesigen Bauten.



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Die zwei Orte Dordabis und Uhlenhorst waren nichtssagend und bestanden aus einer kleiner Häuseransammlung. Dort sahen wir aber die ersten zwei Plattmacher;-), die Fahrzeuge, die für die Begradigung und das Walzen der Straßen zuständig sind. Wir waren von der Landschaft geflasht.

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Teil 519. Apr. 2019
Um 14:00 Uhr kamen wir in der Bagatelle an. An der Rezeption war viel los und wir überbrückten die Zeit mit einem leckeren Begrüßungs- Saft. Als wir endlich an der Reihe waren, erhielten wir folgende Instruktionen:
- Wir sollten ausdrücklich nur den Weg vom Hauptgebäude schnurstracks zu unserem Savannah Bungalow laufen wegen gefährlicher Tiere auf dem Gelände.
- Wir dürfen nicht wandern. Dabei wollte ich eigentlich zum Sundowner Punkt wandern. Wie schade. Um gar nicht erst in Versuchung zu geraten, wurde uns eine Wanderkarte verweigert
Der Ton war barsch und unfreundlich. Wir erhielten auch keine Info über die Existenz des Wasserlochs. Ich hatte es vergessen und wir somit schlichtweg übersehen. Wir überbrückten die Zeit, bis das Zimmer bezugsfertig war- Greg trank Kaffee und ich fotografierte allerlei Lodge Tiere, wie beispielsweise Strauße und einen Pfau. Ich wollte die bekannten Erdmännchen sehen und fragte an der Rezeption nach. Unwillig wurde ich an eine Stelle geführt und mir wurde geschwind eines gezeigt. Da wir ja nicht rumlaufen sollten, wurde ich umgehend wieder zum Hauptgebäude begleitet. Ich war schlichtweg enttäuscht Es wirkte auf uns alles sehr rummelig und unpersönlich und wir sehnten uns bereits jetzt nach der kleinen Auas.

Freunde f+rs Leben:

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Das Beweisfoto:

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Das Haus war ready und so fuhren wir zu unserem Häuschen, das wirklich sehr schön und großzügig war.

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Teil 619. Apr. 2019
Wir freuten wir uns auf den Nature Drive durch die Kalahari. Dieser sollte um 16 Uhr starten. Viele hatten diesen Ausflug gebucht und so stürmten die Touris regelrecht die Jeeps. Wir waren zu zurückhaltend und so blieben noch 7 Dumme übrig, aber kein Auto. Unser Führer suchte tatsächlich geschlagene 15 Minuten seinen Jeep und somit starteten wir später als die anderen Gruppen. Wir Verbliebenen wunderten uns schon über die schlechte Organisation. Endlich konnten auch Greg und ich die Sitzplätze hintereinander auf Außenplätzen einnehmen.

Das Bagatelle Gelände ist riesig. Beim Anblick dreier Giraffen durften wir sogar kurz aussteigen. Das war schon ein besonderer Moment, so frei mit den Tieren in der Natur zu sein. Sie wirken so majestätisch, bewegen sich so grazil und traben so schön davon.


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Wir jagten rasant über einige Hügelkuppen. Wir waren begeistert vom Anblick der roten trockenen Kalahari und den Salzpfannen. Der Guide aber nervte uns, denn er wollte so gar nicht reden oder stoppen, selbst als die Tiere sehr nah am Wegesrand standen. Ich rief des öfteren „Stop“, um ihn überhaupt mal zum Halten zu bewegen. Die Mitfahrer waren mir dafür sehr dankbar, da auch sie Frischlinge in Namibia waren. Überhaupt sahen die Gäste die Tiere oft vor dem unmotivierten und lustlosen Fahrer. Wir sehnten uns Frederik herbei und uns wurde bewusst, was für ein Glück wir am Vortag hatten.


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Wir sahen springende Oryxe, Gnus, Giraffen, flüchtende Zebras, Springböcke und Antilopen und waren fasziniert über die rasanten Strauße. Der Guide hielt an einem verlassenen Straußeneinest und entnahm ein Ei für die Buschmänner. Der arme Strauß wird bei seiner Rückkehr verdutzt sein.


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Am Ende fuhren wir durch die Salzpfanne und erfreuten uns an drei Giraffen.


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Wir fuhren zum Sundownerpoint, einem tollen Webervogelnest in Hasenform. Natürlich stießen wir als letzte zur lärmenden Großgruppe. Romantisch war es hier nicht. Der Sundowner Snack war bereits vernichtet und es gab nur eine beschränkte Getränkeauswahl. Ich hatte schlechte Laune - liebloser uninformativer Gamedrive, nichts zu Essen, kein Sonnenuntergang, Massenabfertigung. Natürlich düsten wir wieder als erstes davon. Ich ärgerte mich über den misslungenen Gamedrive, da ich die Landschaft und auch die Tierwelt dort grandios fand. Vielleicht kann ja jemand meine Stimmung nachvollziehen.

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Das Abendessen wurde draußen am offenen Feuer serviert- es wirkte wirklich sehr schön und romantisch. Es war ein Mix aus Bedienung und Büffet. Wir entschieden uns für Butternut Soup, leckeres Kudu mit Couscous, Reis, Zucchini, Salat; Crème brûlée. Das Essen war wirklich herausragend.


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Teil 719. Apr. 2019
3. Tag: 22.09. Keetmannshoop, Qziver Inn Guesthouse
Abfahrt 10:10- Ankunft 14:10 Uhr/ 348 km hauptsächlich die B1

Die ersten Tage war es immer bedeckt- umso mehr freuten wir uns beim Aufwachen über den ersten blauen Himmel in Namibia.

Um 07:30 Uhr gab es ein Frühstück- Büffet (Toast, Rührei und enttäuschendes Dosenobst).
Frisch gestärkt liefen wir verbotenerweise zu den Dune Chalets und machten auf dem Gelände Fotos. Schließlich müssen ja auch diese Bewohner zum Hauptgebäude und es liefen alle Touris sorglos rum. Vielleicht hatten wir uns zu einschüchtern lassen?

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Der Blick von den Dünenchalets:

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Passt gerade zu unserer Jahreszeit:
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Wir stöberten noch ein bisschen im Souvenirshop und kamen mit einem Paar aus Mühlacker ins Gespräch.
Gegen 10:10 Uhr fuhren wir weiter und freuten uns darauf, durch den Köcherbaumwald zu latschen (unser Hummeldumm Lieblingssatz)


Fazit: Bagatelle Kalahari Game Lodge
Da ich mich soooo auf diese teure Lodge mit den durchweg positiven Bewertungen gefreut hatte, war ich schon enttäuscht. Wir fanden sie zu groß, unpersönlich, zu rummelig und überteuert. Die coolen, noch teureren Dünenchalets mit Weitblick waren meines Erachtens mittlerweile durch die zubetonierte Stelzen verschandelt. Traumhaft war der große Pool und auch unmittelbare Tierbestand, der natürlich auf dem roten Dünensand super fotogen gewirkt hat. Auch das leckere Abendessen unter freiem Himmel war wirklich ein Erlebnis, beim Frühstück hätte es ruhig frisches Obst und Brot geben können.
Wir bereuten ein wenig unsere Entscheidung, nicht die Kalahari Anib Lodge oder Lapa Lapa Lodge (mit umwerfenden Wasserloch), die ebenfalls zur Diskussion standen. Für uns stimmte das Preis-Leistung Verhältnis nicht. Wir waren erstaunt, als wir später erfuhren, dass andere Gäste am nächsten Tag anreisten und keinerlei Anweisungen und Verbote erhielten. Diese liefen somit völlig unbekümmert herum. Wir fanden das alles suspekt.

Bei uns ist einfach nicht der Funke übergesprungen. Die kalahari selbst ist mega!
Teil 819. Apr. 2019
Endlich fuhren wir wieder auf der schönen Schotterpiste. Wir haben uns schon richtig eingegroovt und sahen einige Erdmännchen. Wir kehrten kurz im Bastion Farmyard Coffee Shop ein und tranken Fanta bzw. Kaffee. Nach einer längeren Fahrtstrecke kann man in dieser grünen Umgebung hier sicher gut einkehren.

Wir folgten der geteerten öden endlosen B1- Linkerhand sah man einen endlosen Gebirgszug und eine Zugstrecke. Die Umgebung war flach und savannenhaft. Unterwegs sahen wir Affen, Pferde, Ziegen und Schafe.


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In Mariental tankten wir das erste Mal bzw. ließen tanken und unsere Scheiben wurden geputzt.


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Gegen 14:10 Uhr errichten wir die wichtigste Kleinstadt des Südens- Keetmannshoop mit rund 22.000 Einwohner). Die Besitzer des Quiver Inn waren wortkarg. Sie stellten sich nicht mal vor und uns wurde auch kein Saft angeboten. Ganz ungewohnt. Das Zimmer der Stadtpension lag ruhig, war sauber und für den Zweck absolut okay.


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Wir spazierten kurz durch die Stadt, die nicht sonderlich einladend wirkte. Das sehenswerte kaiserliche Postamt sowie zwei Kirchen waren leider verschlossen


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Wir fuhren gegen 16:15 Uhr 15 km nordöstlich von Keetmanshoop zur Gästefarm Gariganus, um den Permit für den Köcherbaumwald und den Giant´s Playground für 170 NAD zu kaufen. Auch diese Besitzer waren etwas wortkarg. Ist das der südliche Charme? Auf dem Grundstück trieb sich ein zutrauliches Warzenschwein rum.


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Als erstes besichtigten wir den Giant´s Playground und ich durfte endlich mein erstes Farmtor hierfür öffnen. Ich hatte auf der Reise eigentlich mit mehr zu öffnenden Toren gerechnet. Im Nachmittagslicht wurden die riesigen Felsbrocken schön angestrahlt und sie wirken wie von Riesenhand in die Landschaft gestreut. Der kleine Rundwalk von ca 20 Minuten war ganz nett. Es gab auch vereinzelte Köcherbäume.


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Danach ging es zum Köcherbaumwald. Der Köcherbaum ist eigentlich eine Aloenart, die bis zu 8 Meter hoch werden kann und ist vor allem durch Ihre Fähigkeit der langfristigen Wasserspeicherung gekennzeichnet. Früher höhlten die San die Äste der Bäume aus und die das Pflanzenmark umgebende Rinde diente als Köcher für die Pfeile. Manche der 300 Aloen sind 200 Jahre alt und erst mit Alter von 20-30 Jahren beginnen sie im Juni gelb zu blühen. Sie wachsen fast immer in schwarzen Felsformationen.

Wir mussten an das Buch Hummeldumm denken und so latschten wir durch den Köcherbaumwald und hüpften von einem Bein aufs andere. Zwei große Asiatenbusladungen schafften es, die mystische Atmosphäre des Waldes mit Lärmen zu zerstören. Sie rannten uns immer wieder geschickt ins Bild oder standen im Weg. Das war etwas nervig. Nur ein entzückender kleiner Klippschliefer wagte sich raus und die Asiaten nahmen von diesem glücklicherweise im Bäumerausch keine Notiz. Die Köcherbäume selbst fand ich im Sonnenuntergangslicht echt so schön angestrahlt; der Stamm sieht so anders aus, wie wir es eben kennen. Wir kamen in wahre Fotoflashs und genossen das Licht und die Bäume. Richtung Ausgang sahen wir weitere Europäer, die sich wohl vom Lärm abgehalten fühlten und es gar nicht erst in die Tiefen des Waldes wagten. Schade darum. Im letzten Licht fuhren wir gegen 18:45 Uhr heim.


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In Keetmannshoop liefen wir zum nahegelegenen gut besuchten Schützenhaus, das überall in Deutschland hätte sein können. Die Inneneinrichtung war kurios- Oktoberfestbierkrüge, Teller vom Frankfurter Römer, Schützenpokale und Inschriften mit „Gut heil“. Wir gönnten uns eine Butternutsoup als Vorspeise. Ich aß Rouladen, die letztendlich besser schmeckten als sie aussahen. Greg aß Rumpsteak. Die Beilagen waren nicht so dolle, da sie verkocht waren. Wir fanden es auch mal wieder schön, nicht direkt in der Lodge zu essen, sondern in einem Restaurant.


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Fazit: Viele rasen ab der Kalahari bis zum Fish River durch- wir waren super froh, den Köcherbaumwald so ausgiebig zum Sonnenuntergang zu erleben und den Tag so entspannt ausklingen zu lassen! Ein wunderbares Erlebnis.
Teil 922. Apr. 2019
4. Tag 23.09.2018 Tag Fish River Canyon:

Abfahrt: 0850 Uhr - Ankunft 12:50 Uhr/ 151,60 km
Um 07:30 Uhr gab es englisches Frühstück mit Würstchen vom Wild, was ja so gar nicht mein Fall ist. Ein am Nebentisch sitzendes chinesisches Paar fragte, ob die Würstchen "german" sind.
Insgesamt waren wir froh weiterzufahren. Sicherheitshalber tankte Greg nochmal voll, während ich im Supermarkt nebenan unsere Snackvorräte aufbesserte. Nach einer kurzen Irrfahrt durch Keetmanshoop, die uns weitere Eindrücke der Stadt vermittelte, ging es über die asphaltierte langweilige B4 Richtung Lüderitz, beidseitig sah man Weidezäune.

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Endlich ging es auf die Sandpiste C12 Richtung Fish River Canyon und wir fühlten uns sogleich wieder heimisch;-). Schon jetzt wissen wir, dass wir viel lieber gravel fahren, da man das das Gefühl der Weite viel mehr spürt.



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Wir durchquerten auf einer kleinen Furt den wasserführenden Fluss "Löwen" , stoppten an einer Destillerie am Naute Damm und Greg bestellte sich einen Espresso, Wir kamen mit der Besitzerin, deren Vorfahren Kolonisten waren, ins Gespräch. Sie sprach völlig akzentfreies Hochdeutsch;-) Es ist sehr grün mitten im Nirgendwo und es wird dort erstaunlicherweise Wein angebaut.


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Süsser Hund im Restaurant:
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Wir fuhren auf der C37 in den Gondwana Park, der auch als „klein Etoscha des Südens“ bezeichnet wird. Er ist zaunfrei und es gibt neben Antilopenarten sogar Bergzebras und vier Spitzmaulnashörner, die wir aber nicht zu Gesicht bekamen.


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Wir hielten am Canyon Roadhouse. Dieses ist aufgrund der vielen dekorativ schönen Oldtimer bekannt. Aus dem Motorraum eines Wracks ragt ein Köcherbaum. Im Innenraum des Restaurants sind lustige Blechschilder und weitere Fahrzeuge, wie beispielsweise ein Krankenwagen, zu bestaunen. Greg war hin und weg, denn er war absolut ahnungslos gewesen und somit gänzlich überrascht. Wir setzten uns an die Bar, die rundum mit allerlei deutschen Autokennzeichen geschmückt war. Wir bestellten unseren ersten Rockshandy sowie einen Apfelstrudel. Wir unterhielten uns sehr nett mit dem Personal, fragten sie nach namibischen Worten und versuchten die Klick Sprache nachzusprechen, was uns mißlang und die Kellner sehr amüsierte.


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Wir fuhren weiter. Es war wenig los, so dass Greg die Weite Namibias mit dem wilden Westen verglich. Riesige Staubwolken warnten uns bereits von weitem vor entgegenkommenden Autos. Als wir aneinander vorbeifuhren, wurden wir dermaßen eingestaubt, dass wir sekundenlang nichts mehr sahen. Unglaublich.
Teil 1022. Apr. 2019
Ursprünglich hatten wir das Canyon Village gebucht und wurden wegen Überbuchung kurzfristig upgegradet. Gegen 12: 40 Uhr erreichten wir die traumhafte Canyon Lodge. Ein Oryx erwartete uns direkt am Parkplatz. Die kleinen Häuschen liegen inmitten von rotbraunen Felsen, Felsen dienen teilweise auch als Außenwände. Wir waren hin und weg von unserem einsamen Häuschen Nummer 25, das sich an vorderster Front befand und eine tolle Aussicht in die unendliche Weite bot. Ich hatte es explizit reserviert und war superglücklich mit der Wahl, denn wir fanden es das beste und einsamste.

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Wir spazierten über das einzigartig schön angelegte Gelände und waren immer wieder geflasht: Der Poolbereich hatte eine superschöne Weitsicht. Dort befand sich auch ein Kühlschrank des Vertrauens- man durfte Getränke rausnehmen und sollte im Gegenzug die Zimmernummer aufnotieren. Klippschliefer tummelten sich auf dem Gelände und gelbe Vögel nisteten in Bäumen Wir gingen kurz zur Kaffee und Kuchen/Kekstime und genossen nach unserem Spaziergang die endlose Weitsicht auf der Terrasse unseres Häuschens. Es war wieder einmal etwas windig und kühl und es schaute nach Regen aus.

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Wir nahmen um 17:45 Uhr am kostenlosen, wirklich empfehlenswerten Sundowner Walk teil. Eine Angestellte trug den Snack die kleine Anhöhe hinauf. Der Walk führte an einigen Felsformationen vorbei und dauerte ca 8 - 10 Minuten. Von oben hatte man einen umwerfenden 360 Grad Blick auf die Landschaft, das Canyon Village und das Gelände der Lodge. Oben stand erstaunlicherweise ein prall gefüllter Kühlschrank mit alkoholischen und antialkoholischen Getränken bereit und die Angestellte richtete den Snack an, der aus Käse, Cracker, Chips, Nüssen und Camembert bestand. Wir waren nur eine kleine Gruppe von acht Personen: 2 Berliner, 2 Schweizer aus Winterthur, die Magdeburgerin Silvia mit ihrem Mittelfranke Manni aus Dieburg. Greg und ich teilten uns lieber aus Furcht vor dem Rückweg ein Glas Wein. Die Angestellte erzählte uns, dass sie ursprünglich aus dem Norden kommt, drei Kinder hat, die sie nur alle zwei Monate für zwei Wochen sehen kann.


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Leider gab es aufgrund einer Wolkenfront wieder keinen Sundowner und mittlerweile glaube ich, dass die traumhaften Sonnenuntergänge ein Märchen sind, um Touristen nach Namibia zu locken.

Da ich die Bilder tagsüber vom Sundownerpoint schöner fand, füge ich diese ein;-)

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Die Stimmung unter uns war super entspannt, so dass wir uns kurzerhand entschlossen, zusammen zu Abend zu essen- wie eine lustige Reisebusgruppe 😉. Die Konstellation passte gut und das Reisen verband. Uns wurde von zwei weiteren Traumzielen vorgeschwärmt, die wir ebenso auf der Must-Do Liste haben: Costa Rica und die Galapagos Inseln. Auch stellten wir fest, dass zwei Paare ebenso den Ritt über Ai- Ais , Rosh Pinah nach Lüderitz wagen wollten und es war beruhigend, dass es noch andere Verrückte gab.

Es gab wieder einen Mix aus Bedienung und Büffetessen und so speisten wir überbackene Aubergine, Kudusteak mit Kartoffeln und Karotten sowie Griessauflauf.

Es war wirklich ein schöner gemeinsamer Abend, verließen als letzte das Restaurant und verabschiedeten uns mit bester Laune.
Teil 1124. Apr. 2019
5. Tag 24.09.2018 Tag Fish River Canyon:

Fahrt 10-16 Uhr / 94,5 km

Heute ließen wir es gemütlich angehen, da der Canyon eh erst 2,5-3 Stunden nach Sonnenaufgang ausgeleuchtet ist. Also keine Hektik, gemütlich frühstücken und losfahren.

Wir hielten am Hobas Camping, um uns den Permit für 170 NAD zu besorgen. Von dort führt eine
10 km lange Autostrasse direkt zum Hauptaussichtspunkt Der Fish River Canyon gilt als drittgrößter Canyon der Welt und ist bis zu 160 km lang, 27 km breit und bis zu 550 m tief. Wir genossen die umwerfende Aussicht am Hauptaussichtspunkt und liefen entlang des Canyonrandes zum Hikers Point, wo auch die 86km geführte Wanderung beginnt. Da man wirklich keinen Schatten im Grund entdecken konnte, wäre das für uns nichts. Der Fischfluss hatte vereinzelt noch Wasser und so konnte man den Flussverlauf nachvollziehen. Wir trafen Manni und Silvia und sind mit ihnen bei netten Gesprächen zurückgelaufen. Ich testete die Toiletten am Hauptaussichtspunkt, die erstaunlicherweise sauber waren.



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Vom Hauptaussichtspunkt aus biegt man nach ca zwei km auf einer Strasse nach rechts ab, um am östlichen Canyonrand zu weiteren vier Aussichtspunkten zu fahren und evt. ein wenig zu laufen. Diese wurden von vielen gar nicht angefahren, aber wir fanden auch diese Ansichten grandios.


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Greg reizte es auch, zu einem 12 km entfernten Aussichtspunkt zu fahren, der nur mit Allrad zu erreichen war. Na denn- wer weiß, was noch alles auf uns zukommt und vorherige Übung schadet ja bekanntlich nicht. Schlaglöcher, Steine, hoch und runter- für uns was das schon aufregend. Auf der gesamten Strecke sahen wir auch nur ein weiteres Auto. Die Aussicht war eher enttäuschend, so dass sich dieser einstündige Umweg nicht lohnt. Für die Aussichtspunkte haben wir uns wirklich sehr viel Zeit genommen. Greg kannte den Grand Canyon und war trotzdem vom Fishriver begeistert.


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An der Lodge genossen wir wieder Kaffee und Kuchen. Greg ist zum entspannten Lodger geworden und so lief ich alleine zum Sundownerpoint, um die Aussicht bei besserem Licht zu genießen. Oben angekommen war es echt richtig windig und ich hatte ein bisschen Angst, weggeweht zu werden. Ich schlenderte noch etwas über das Gelände.

Da es heute schon wieder so zugewölkt war, verzichteten wir auf den Sundownerwalk.



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Zum Essen gab es: Kudu Capaccio- Oryx Steak mit leckerer Süßkartoffel- Karotte- Orangen Salat- Maiskolben- Schokokuchen und dazu noch einen Rockshandy. Greg hielt mich vom Souvenirkauf ab, dabei fand ich den Flaschenhalten, den ich ja bereits bei Lauras Bericht entdeckt hatte, sehr cool.

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Nachts machte Greg die ersten Versuche der Sternenfotografie und wir hörten ungewohnte Tiergeräusche. Irgendwann schritt aus dem Nichts ein einsamer Oryx durch die Nacht- ein besonderes Erlebnis.
Teil 1227. Apr. 2019
6. Tag: 25.09.2018 Hansa Hotel, Lüderitz
538km / Abfahrt 09:10 Uhr-Ankunft 18:50 Uhr kurz vor Sonnenuntergang /Zeit gelassen)

Nach dem Frühstück fotografierte ich gelbe Vögel, die ihre Kids in den Nestern versorgten. Die Klippschliefer versteckten sich leider - zum Glück habe ich am ersten Tag ein paar Bilder gemacht. Wehmütig verließen wir diese Traumlodge und fuhren erst um 09:10 Uhr los.

Wir hatten gezögert, ob wir den langen Umweg über Ai- Ais und den Oranje auf uns nehmen sollten. Wir fragten uns, ob wir uns damit einfach unnötig stressten. Wir können nur soviel sagen: Es war für uns eine absolut einsame und landschaftlich wunderschöne Traumstrecke, die wir zur schönsten unserer Tour krönten.

Anfangs war die Landschaft lange Zeit zaunfrei. Man sah Gerölllandschaften sowie vereinzelte Köcherbäume. Es war geradezu wüstenhaft karg.

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Wir fuhren einen 12 km langen Abstecher nach Ai- Ais, einer grünen Oase inmitten einer großartigen Mondlandschaft, die am Ende des Canyons liegt. Hier entspringt eine 60 Grad heiße Quelle, die rheumatische Beschwerden lindern soll. Der Fluss war ausgetrocknet, das Camp menschenleer und so gönnten wir uns nur ein Magnum Mint aus dem Supermarkt.

Weiter ging es auf einsamen Staub- und Schotterpisten durch wüste und karge Gebiete Richtung Süden zum Zusammenfluss des Fish River und dem Oranje, dem längsten Fluss Südafrikas (1.860 km Länge). Außer uns schien in dieser lebensfeindlichen Umgebung niemand unterwegs zu sein. Wir fuhren diverse Kuppen hoch und der Ausblick auf diese endlose Weite faszinierte uns. Wir genossen die Fahrt und immer wieder bat ich Greg anzuhalten, um Fotos zu machen. Greg wartete absolut geduldig.


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Es war ein Highlight, als wir das erste Mal den immerblauen Fluss Oranje sahen und wir liebten es, an diesem entlang und durch das fruchtbare grüne Tal zu fahren. Immer wieder stießen wir auch auf Paviane, die aber schnell wieder wegrannten. Berge, Weite, Pisten und der Fluss boten eine fantastische unvergessliche Szenerie.
Teils waren die Pads sehr sandig und wir spaßten ahnungslos- „fast wie auf dem Karakorum Highway im Pamir“. Der Vergleich hinkt natürlich- das wissen wir auch;-)


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Zeitweise haben wir wegen Straßenbauarbeiten Zeit verloren. Wir winkten den Arbeitern immer freundlich zu und diese uns zurück. Leider scheint es eine Asphaltstrasse zu werden, was wir als schade empfinden, denn wir liebten dieses sandige und abenteuerliche Fahren- das macht hier ja gerade den Reiz aus.

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Irgendwann hatte diese schöne Strecke ein Ende und wir kamen zur Nationalparkkontrolle. Als wir auf unsere Nachfrage erfuhren, dass es nur 4 km zur Fähre nach Sendelingsdift sind, genehmigte ich Greg diesen kurzen, letztendlich netten Abstecher. Er hatte echt die Ruhe weg und wir fuhren also erneut zum Grenzfluss Oranje, an dessen Ufer sich einige Paviane jagten. Der Fluss war an dieser Stelle wirklich nicht breit und so erschien es uns sogar recht einfach, gar nach Südafrika zu schwimmen. Die Mini Autofähre, die immer nur 2 Allradfahrzeuge nach Südafrika transportieren kann, erinnerte uns an die kleine Fähre von Neuburgweiher. Weder auf dem Hin- noch auf dem Rückweg interessierten sich die Grenzposten für uns.


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Wir kehrten um und auf dem weiteren Weg sahen wir Kanuveranstalter, die auf dem Oranje entlangpaddelten. Nach einem kurzen Tankstop in Rosh Pinah konnte man dann auf einer Asphaltstrasse recht zügig durchdüsen. Nun war es nimmer so spannend und mir fielen erschöpft die Augen zu. Wir stärkten uns nach 160 km am Bahnhof Aus ein- es gab Strawberry Cheese Cake und Passion Fruit Cheese Cake- uns war es fast ein wenig zu heavy und Greg bekam noch die Hälfte von meinem Stück ab.


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Aus Zeitgründen ignorierten wir die Garub Wasserstelle und waren voller Glücksgefühle, als zwei Wildpferde am Straßenrand entlang liefen. Insgesamt sahen wir auf der Strecke 10 Wildpferde. Wir konnten unser Sichtungsglück kaum fassen und empfanden es als magischen Moment, da es nur noch so wenige Wildpferde gibt und sie ja vom Aussterben bedroht sind, denn der Bestand ist wohl unter 100 Tiere gesunken. Angeblich können die Pferde 5 Tage ohne Wasser auskommen.

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Wir fuhren lange entlang einer verlassenen Eisenbahnlinie und stellten fest, dass wir vor lauter Fahrerei wohl einen perfekten Sonnenuntergang am Meer verpassen. Vor Lüderitz kamen Sanddünen und einige Schilder warnten vor Wind und Sand und es gab auch tatsächlich Sandverwehungen auf der Strasse.


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Teil 1328. Apr. 2019
Weiter im Bericht unseres Mammutfahrtages: Da es jetzt in die Nacht geht, habe ich ein paar Bilder von den Folgetagen dazugefügt, damit es nicht zu textlastig wird.

Wir passierten die Ruinen der alten Diamantenstadt Kolmannskuppe, die wir am nächsten Tag besuchen wollten.

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Wir kamen im beschaulichen Lüderitz, einer Kleinstadt am Atlantik kurz nach Sonnenuntergang an. Wir checkten im Hansa Hotel ein. Cecily empfing uns freundlich und informierte uns über die Stadt, Restaurants und die Ausflugsmöglichkeiten. So ausführlich und nett wurden wir bisher noch nicht begrüßt. Wir fühlten uns willkommen und sicher.


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Zimmerausblick:
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Es war dunkel und wir waren hungrig. Ich wollte unbedingt zur besseren Orientierung zum Bootsanleger, da wir früh morgens eine Bootstour nach Halifax vorgebucht hatten. Wir liefen los und bestaunten die deutschen Kolonialbauten.


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Wir fanden den Jetty recht schnell und liefen nicht gerade zielstrebig umher. Die Restaurantsuche gestaltete sich schwierig und so wollte mich dann per Handynavi zum Ritzi leiten lassen. Auf einmal gab es Stromausfall und da teils das Trottoir etwas uneben und aufgerissen war, leuchteten wir uns den Weg per Handy Taschenlampen. Wir spaßten: „Jetzt sind wir in Afrika“. Mittlerweile waren für uns die Stromausfälle auf dem Land fast selbstverständlich, aber in einer Kleinstadt wie Lüderitz erwarteten wir es nicht. Wir liefen hungrig durch die Dunkelheit- Greg vor mir, als ich deutlich den Namibier in seiner Kapuzenjacke kommen sah. Er schlug Gregs Hand von unten, das Handy fiel auf den sandigen Boden, der Dieb schnappte es sich schneller und rannte davon. Wir waren völlig aufgelöst, ich kreischte nach Hilfe, Greg schrie ebenso und wir rannten im Affekt dem Dieb hinterher. Ein Typ, der auf Treppen saß, rannte ebenso plötzlich dem Dieb hinterher. Ich dachte zuerst, er will uns helfen, steckte aber wahrscheinlich mit ihm unter einer Decke. Sie verschwanden in der Dunkelheit- und Greg und ich mit. Als wir außer Atem stehenblieben, schaute ich mich um- völlige Dunkelheit, ein Bauzaun keine Menschenseele. Ich meinte zu Greg, dass wir hier lieber schleunigst abhauen, da wir jetzt völliges Freiwild wären. Wir ärgerten uns über unsere eigene Naivität und Leichtsinnigkeit, waren aber froh, dass wir nicht mehr zu Schaden kamen, keine Messer oder andere Waffen im Spiel waren und wir unverletzt waren. Naja, Gregs Handy mit den unendlich vielen ungesicherten Namibia Selfies trauerten wir ziemlich hinterher. Wir waren schon etwas geschockt und zitterten etwas.

Wir gingen zur Polizeistation. Der Polizeibereich war mit Hilfe von Gittern geschützt und Constable Johannes nahm die Anzeige entgegen. Er teilte uns mit, dass er uns nur einen Bericht mitgeben kann, wenn wir die Serialnumber des Handys hätten. Er meinte, dass die deutsche Versicherung für den Schaden haften würde. Wir konnten es uns kaum vorstellen. Er versprach uns am nächsten Tag in Handyreperaturshops zu gehen, da oft Diebe versuchen, den Händler um Entsperrung zu bitten. Gregs Handy war per Fingerabdruck geschützt. Johannes war recht nett und ließ es sich auch nicht nehmen, uns sicher heimzubegleiten.

Uns ist der Hunger vergangen und wir klingelten bei unseren Vermietern, da Greg die Simkarte sperren wollte. Cecily bereute, uns nicht vorgewarnt zu haben, denn Überfälle und Diebstähle hätten zugenommen und auch Ihrer Tochter wurde das Handy geraubt. Natürlich denkt man im Nachhinein, was man alles hätte anders machen können, bsp. Taschenlampe mitnehmen, mit dem Auto fahren etc. Aber es bringt ja letztendlich nichts.

Abends lasen wir folgendes im Iwanowski Reiseführer folgenden Sicherheitshinweis: „Bedrückend ist die hohe Kriminalitätsrate. Viele Geschäfte haben selbst tagsüber ihre Tür vergittert und öffnen sie nur für Kunden, die davor stehen. Abends sollte man auf keinen Fall durch die Straßen gehen, sondern direkt vor das Hotel und Restaurant fahren.“
Oder auch im Domont stand: „Obwohl Lüderitz verträumt und beschaulich wirkt, sollten Besucher keinesfalls in Versuchung geraten, nach Einbruch der Dunkelheit spazieren zu laufen. Die Kriminalität ist aufgrund der vielen Arbeitslosen in den Townships sehr hoch.“
Wir hatten uns durch das vertraut heimelige deutsche Gut sicher gefühlt.
Ich schrieb abends immer schön während des Urlaubs Reisebericht, aber den Überfall selbst habe ich als letztes -erst 6 Monate später- verfasst. Ich wollte mich mit diesen negativen Gedanken während der Reise nicht belasten.
Teil 1429. Apr. 2019
7. Tag 26.09. Hansa Haus Lüderitz
95 km

So richtig wohl fühlten wir uns beim Aufwachen nicht. Der Schreck von gestern steckte uns noch in den Knochen, aber auf in den Tag- es wird schon alles gut gehen. Wir genossen die umwerfende Aussicht auf die Felsenkirche und Lüderitz von unserem geräumigen Eckzimmer aus.

Das Frühstück fiel mangels Auswahl aus- in der Pension gab es nur richtig harte Kekse und Zeit zum Einkaufen hatten wir keine mehr.

Wir hatten heute um 8:00 Uhr die Bootstour nach Halifax Island zu den Brillenpinguinen über Penguin Tours gebucht. Anstelle zum Anleger zu laufen, fuhren wir unter den neuen Umständen lieber zeitig los, damit wir noch einen Parkplatz finden. Wir waren eine Kleingruppe (6 Deutsche, 2 Spanier und 2 Franzosen).Der Skipper sprach fließend deutsch und ermutigte uns während der Fahrt, aufzustehen, zur Reling zu laufen und uns einhändig festzuhalten- das war auf dem kleinen Boot gar nicht so einfach, da man jede Welle spürte. Mir war das nicht ganz geheuer und so setzte ich mich lieber wieder hin. Auf dem Weg zur Insel sahen wir Flamingos, Robben und auch 5 Delfine. Auf den Halifax Islands lebt eine Kolonie von ca 1200 Brillenpinguinen (laut Reiseführer Dumont. Ich hatte aber in Erinnerung, dass der Skipper uns etwas von 6000 erzählte. Was ist denn richtig?)


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Das Boot wiegte sich im Takt der Wellen und wir beobachteten die putzigen Tiere. Uns wurde heiße Schokolade gerei
cht. Dieses Jahr hat die Crew leider hier noch keine Wale gesehen und auch uns blieb dieses Sichtungsglück verwehrt. Ein weiterer Skipper, der in Urlaubszeiten das Boot steuern sollte, war ein erfahrener Seebär und bemerkte, Gregs bekanntes aufkommendes Unwohlsein auf See. Erfolgreich lenkte der Skipper Greg mit einem Gespräch ab, so dass Schlimmeres verhindert wurde. Greg war ihm dafür sehr dankbar. Der Skipper erzählte ihm, dass sie sogar noch altdeutsche Schrift in der Schule gelernt hatten und daheim alle in der Familie drei Sprachen (Afrikaans, Deutsch und Englisch) perfekt sprachen. Manchmal mixten sie die Sprachen auch, so dass in einem Satz durchaus alle 3 Sprachen vorkommen können. Er bedauerte, dass Lüderitz nicht so sehr vom Tourismus profitieren kann, da doch viele eher die Verbindung Fishriver- Helmeringhausen- Sossusvlei wählen.
Während Greg sich unterhielt, war ich einfach superhappy- ich genoss selig die Meeresluft und die Tiere und bekam von Gregs Kränkeln nichts mit- Uuuppps- ja ich hatte dann schon ein schlechtes Gewissen. Pünktlich um 10 Uhr war die Tour dann beendet- insgesamt ein ganz netter Ausflug für 450 NAD.

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Wir fuhren in die 15 km von Lüderitz entfernte Geisterstadt Kolmanskuppe und kamen dort gegen 10:30 Uhr an. Wir mussten vor der Führung unbedingt noch schnell was frühstücken und bestellten im anliegenden Cafe zwei Sandwichs. Wir warteten und warteten und wunderten uns, warum das so lange dauert. Ahhhh- es war ein warmer Toast mit Pommes. Für mich ist fettes und warmes Essen am Morgen eine Zumutung, aber auch ich hatte Hunger und so blieb mir kaum was anderes übrig. Wir mussten es unter Zeitdruck ziemlich herunterschlingen.
Um 11:00h begann pünktlich die interessante fast einstündige Führung mit Gisela. Zu Beginn machte sie uns gleich auf die vielen blühenden gelben Blumen aufmerksam, die es normalerweise so gar nicht gibt Im Mai hatte es einen Tag geregnet und das war das faszinierende Ergebnis.

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Gisela erzählte uns die Geschichte vom kurzen Diamantenrausch in Kolmanskuppe:
Kolmanskuppe entstand innerhalb von 2 Jahren inmitten der Namibwüste. Die heutige pittoresk verfallene Diamantenstadt war 1911 eine der modernsten Siedlungen 20% der Weltdiamanten-produktion kamen 1914 alleine aus diesem Gebiet. Bis zum ersten Weltkrieg wurde 1t Diamanten gefördert, dann war das Vorkommen erschöpft und neue Diamantenfelder wurden entdeckt. In den 1920 er Jahren wohnten hier 300 erwachsene Europäer, vorwiegend Deutsche mit rund 44 schulpflichtigen Kindern. Die 800 ungelernten Arbeiter aus dem Stamm der Ovambo lebten außerhalb der Stadt und so war es eigentlich schon eine frühe Form der Apartheid. Es gab dort 1911 schon Strom. Sie hatten ein Kasino, ein Krankenhaus, eine Schlachterei, eine Bäckerei, eine Turnhalle, eine Kegelbahn und sogar eine Eisfabrik. Jedes Mitglied eines Minenarbeiters erhielt pro Tag als Luxusgut eine halbe Stange Eis für den Kühlschrank, 20 l Wasser pro Tag und gratis Milch. Hier gab es auch das beste Röntgengerät seiner Zeit, da viele die Diamanten schluckten, um sie rauszuschmuggeln. Auffällige Personen durchleuchtete man dann.
Die letzten Bewohner verließen 1956 Kolmanskuppe. Danach entnahmen Lüderitzer dort Türen, Fenster und Fußböden für ihren eigenen Hausbau; Vandalen zertrümmerten Türen und Wände. Erst seit 1980 ist die Stadt geschützt und es darf nichts mehr mitgenommen werden.

Wir besichtigten gemeinsam diverse Räumlichkeiten- die Kegelbahn, die Eisfabrik die Schlachterei sowie das Haus des Ladenbesitzers. Nach der Führung liefen wir durch das Museum. Wir besichtigten das Haus des Lehrers, des Buchhalters und des Minenverwalters. Teils waren die Häuser schon sehr marode und manche Häuser durfte man auch gar nicht mehr wegen Einsturzgefahr betreten Ich war tief beeindruckt von den aufwendigen Bauten, den bunten Bordüren, den schönen Holzdielen, den schönen Farben und dem Luxus, der einfach in der Luft liegt. Es schien alles so aufwendig und liebevoll gestaltet zu sein. Einmal setzte ich mich in eine mit Sand prall gefüllte Badewanne und vertraute naiv darauf, dass sich keine Schlange eingenistet hatte Es faszinierte mich auch, wie die Wüste ihr Reich zurückerobert. Wer weiß, wie lange man die Häuser noch besichtigen kann- irgendwann werden sie wohl eines nach dem anderen zusammenfallen. Beim Durchschlendern fragte ich mich, wie das Leben damals so war und wäre gerne in einer Zeitmaschine zurückgereist.
Die Zeit rannte uns davon und ich bedauerte es, dass wir nicht alle Häuser bis zur Schließung um 13 Uhr besichtigen konnten, auch wenn sie sich ähnelten. Aber der Wind wirbelt nachmittags eh dermaßen den Sand auf, dass das Fotografieren im Freien schier unmöglich ist und somit ist die Schließung auch durchaus sinnvoll. Als eine der letzten Besucher verließen wir diese einzigartige Geisterstadt.


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Danach fuhren wir erstmal auf die Polizeistation. Constable Johannes war nicht da. Falk hatte uns die Serialnummer des Handys mitgeteilt und Greg bekam die Anzeige gleich mit. Tatsächlich erstattete die Hausratversicherung 200€. Johannes rief mich im Laufe des Tages an, berichtete von einem wohl gestohlenen und gefundenen Handy und schickte mit per whats app Bilder durch. Die Hoffnung war groß, aber es war nicht unseres. Schade. Ich fand es trotzdem sehr nett, wie er sich darum kümmerte und auch heute noch schaut er ab und an meine Bilder im whats app Status an. Ich finde das ganz amüsant.

Nach der Polizeistation fuhren wir erstmal heim und Greg checkte vorsichtshalber das Internetbanking.
Teil 1529. Apr. 2019
Wir fuhren weiter zur Lüderitzbucht, beobachteten dutzende Flamingos und vertraten uns am Diaz Point die Beine. Es war total windig und das Aussteigen bei den Buchten war manchmal schwierig, da man die Autotür kaum aufbekam. Aus Sicherheitsgründen hatte ich meine gro9e Kamera daheim gelassen und vermisste diese.


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Am Spätnachmittag fuhren wir nach Lüderitz. Ein bisschen verunsichert durch das nächtliche Erlebnis kehrten wir trotzdem auf einen Kaffee auf der Terrasse im Cafe Essenszeit ein, dass sich direkt an der Waterfront mit Blick auf den Steg befand. Am Supermarkt lungerten uns zu viele rum-wir trauten uns nicht rein und verschoben den Einkauf auf den nächsten Tag. Wir waren schon sichtlich migenommen und hofften darauf, dass das schlechte Gefühl bald verflog.

Danach besichtigten wir aus dem Auto heraus die Stadt mit ihren schönen deutschen Jugendstil Kolonialbauten und fuhren am Görke Haus, der Turnhalle, der Lesehalle, der Kegelbahn, dem Hartmann Haus und der Reichs Apotheke vorbei.
Wir besichtigten die sehenswerte Felsenkirche, die zwischen 17 und 18 Uhr geöffnet hatte. Kaiser Wilhelm II hatte das hübsche Glasfenster gespendet, seine Frau Augusta die Bibel auf dem Altar. Man sah sogar den preußischen Adler sowie einige altdeutsche Inschriften. Über dem Eingangsportal stand: „ Der Herr segne deinen Eingang und Ausgang“.


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Cecily hatte uns das Crayfish Restaurant des Nest Hotels empfohlen und wir haben dort super lecker gegessen. Von dort hatte man einen tollen Blick auf die beleuchtete Felsenkirche und den Steg. Leider war der Handyakku so gut wie leer, so dass ich diesen schönen Moment nicht per Foto festhalten konnte.

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Fazit Hansa Haus:
Das blaue historische Hansa Haus ist aus dem Jahr 1909 und zentral gelegen, Zimmer Nummer 4 war ein schönes geräumiges Eckzimmer mit 4 Betten und Blick auf das Meer und auf die Stadt mit der Felsenkirche. Bedauerlicherweise gab es kein Frühstück, aber man konnte sich in einer Küche, Kaffee und eigenes Frühstück zubereiten. Die Gastgeber sind sehr freundlich und hilfsbereit, Sie haben für uns die Penguin Tour gebucht und ließen Greg nach Deutschland telefonieren. Wir können es wirklich weiterempfehlen.
Teil 1630. Apr. 2019
Grrrr, System schon weder abgestürzt, also mache ich den Teil wieder auf zweimal.

8. Tag: / 27.09.2018 Duwisib Guesthaus

360km; Fahrtag 10:20- 16:20

Morgens sperrte Greg doch noch vorsichtshalber sein Bankkonto und fühlte sich so besser.

Als erstes machten wir bei blauem Himmel eine kurze Fotostop- Autofahrt durch die Stadt. Kurz raus, Fotos und weiter- mehr wollten wir hier nimmer. Nicht dass wir nochmals beraubt werden. Schon seltsam- so unsicher hatten wir uns noch nie gefühlt. Ich habe eigentlich keine Angst.


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Ich glaube es ist einfach dieser Schreck, der uns bei etwas alltäglichem verunsichert hat - schaut euch mal in Deutschland um- jeder hat das Handy in der Hand, läuft zur Haltestelle, sitzt in der Bahn, fotografiert- und keiner hat Angst, dass es geklaut wird. Auch in Karlsruhe gab es mal einen stundenlangen Stromausfall und auch damals liefen hier alle mit der Handytaschenlampe rum.
Ich saß damals im Kino und der Film stoppte. Das Geld wurde zurückerstattet, die Leute steckten in der Tiefgarage fest, die Schranke musste abmontiert werden und in den Restaurants blieb die Küche kalt – dafür wurden Kerzen angezündet. Nur eine kleine Anekdote am Rande…

Es war für mich fast eine Mutprobe im Spar Salamiwurst, Schinken, Brot, einen Muffin sowie Getränke und Cracker einzukaufen. Greg wartete im Auto. Wir fuhren Richtung Ortsausgang und Flamingobucht, frühstückten belegtes Brot und beobachten die schönen grazilen Tiere im Wasser.


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Wir waren erleichtert, diesen Ort des Überfalls mit den schlechten Erinnerungen gegen 10:20 Uhr zu verlassen und wieder on Tour in die Natur zu sein. Ich bin immer noch zwiegespalten- es ist wirklich ein schöner Ort der deutschen Kolonialgeschichte. Vielleicht ist es die bessere Alternative, in Klein Aus Vista zu übernachten und von dort Kolmanskuppe morgens und Lüderitz am Nachmittag zu besichtigen. So wäre die Oranje Fahrt entspannter geworden und man hätte auch keine Zwischenübernachtung zum Sossusvlei benötigt.

Richtung Aus sahen wir keine Wildpferde auf der Straße und zweifelten, ob sich der Weg zur Garub Wasserstelle überhaupt lohnt. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir ein einsames Pferd und waren im nächsten Moment geflasht, als wir an der Wasserstelle auf ca 60 Tiere stießen. Man rätselt ja, woher diese Tiere kommen- evt. sind sie Nachkommen von Schutztruppenpferden oder gar aus dem Duwisib Gestüt. Sie sind an die Wüste adaptiert und können so Wasser bis zu 6 Tagen speichern. Am Parkplatz schleckten sie an den Autos rum- bei uns kamen Erinnerungen an Kroatien hoch, wo wir diese Schleckspuren Tage später noch erkennen konnten. Sie standen direkt an der Toilette, waren uns sehr nah und wirkten zutraulich. Ein weiteres Touripaar streichelte und fütterte die Tiere. Sie erdulden dies wohl, um Kräfte zu sparen. Ich empfand es als Segen, diese Tiere in dieser hohen Anzahl anzutreffen. Als Pferde Laie beschreibe ich den Zustand mal als ganz gut. Wir haben sogar ein Fohlen gesehen. Hoffentlich überlebt es, denn die Tiere werden oft von Hyänen angegriffen.


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Nach 120km kerzengerader Teerstrasse tankten wir in Aus.


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Teil 1730. Apr. 2019
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Wir bogen links auf die Gravel C13 ab und später links auf die so viel gelobte Panoramastrasse D707- links die roten Dünen, rechts die Tiras Berge, rote Piste, ausgedorrte Grasbüschel. Wir waren noch von unserer aufregenden Oranje River Strecke so geflasht, dass wir die Strecke schön, aber nicht so atemberaubend wie erwartet fanden. Die Landschaft war mal bergig, mal ockerfarben. Wir sahen einige Oryxe und Strauße. Ein Oryx sprang sogar geschickt durch den Weidezaun.


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Ich stieg immer wieder fürs Fotos aus, bis Greg die Geduld verlor und weiterfahren wollte. Wir beobachteten noch wahnsinnigere Touristen als wir, die sogar über einen Weidezaun stiegen, um das perfekte Weidenfoto zu bekommen. Es ist sicher ein tolles Erlebnis, in den einsamen abgelegenen Lodges entlang der Straße zu übernachten, vielleicht ein anderes Mal. Der letzte Teil der D 707 gefiel uns fast am Besten- es war grüner und wir fuhren auf eine Berglandschaft zu. Bei Betta bogen wir auf die D826 Richtung Schloss Duwisib ab. Greg überzeugte mich, zuerst zum Schloss zu fahren, das von der Sonne angestrahlt wurde. Es stand so herrlich im Nichts. Besichtigt haben wir das bollwerkartige viereckige Schloss am Rand der Namibwüste nicht. Es wurde auf Wunsch eines deutschen Offiziers und seiner amerikanischen Frau 1909 errichtet. 20 Ochsenwagen benötigten 2 Jahre, um das Material von der Lüderitzbucht zum 300 km entfernten Schloss zu transportieren. Aufgrund des Ausbruches des ersten Weltkrieges lebten das Paar nur fünf Jahre dort.


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Im Guesthaus servierte uns der Besitzer auf unsere Nachfrage netterweise Kaffee auf unserer Terrasse. Ein schöner Ort und jaaa endlich machten wir tatsächlich Sonnenuntergangsfotos.


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Das Abendessen wurde an einer langen Tafel serviert. Der gesprächige Gastgeber gesellte sich zu seinen zehn deutschen Gästen und erzählte von den Schwierigkeiten des Farmlebens. Es war ein gemütlicher und geselliger Abend mit einem leckeren Abendessen (Kürbissuppe, Oryx Gulasch, Oryx Auflauf, Salat, Kartoffeln, Reis und Karottenkuchen).

Greg versuchte sich ein wenig in Sternenfotografie. Ich entdeckte in der Ferne ein undefinierbares Tier (Löffelhund?). Wir verzogen uns ins Häuschen und hörten ein schnaubendes Tiergeräusch.

Fazit Duwisib Castle:
Ein sinnvoller Stop, wenn man von Lüderitz kommt, da der Weg in den Sossusvlei weit und die Straße auch wellblechartig ist. Vom Guesthaus hat man einen wirklich schönen Blick auf das Schloss und nachts einen tollen Sternenhimmel. Der Besitzer ist gastfreundlich und vermietet nur sieben Doppelzimmer. Es war sauber und es gab leckeres Essen. Wir fanden es einen lohnenswerten Abstecher, denn wo sonst findet man ein solches Schloss in der einsamen Wüste?
Teil 1802. Mai 2019
9. Tag 28.09.2018 Elegant Desert Lodge
250km

Morgens genoss ich die Ruhe des Sonnenaufgangs. Wie schön war die Umgebung angestrahlt! Vieh wurde von Schäfern weggetrieben.

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Nach einem kurzen Frühstück verließen wir bereits gegen 9 Uhr das Guesthaus. Wir freuten uns, daß es endlich Richtung Dünen geht.

Auf der Fahrt sahen wir Oryxe und in der Ferne Zebras. Es wurde deutlich heißer, der Verkehr merklich stärker, die Straße ausgefahren.


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Um 12:00 Uhr ereichten wir die Elegant Desert Lodge. Unser Zimmer war noch nicht bezugsfertig. Wir durften das Gepäck dort lassen, denn wir konnten es nicht abwarten, gleich zum 40 km entfernten Gate des Sossusvlei fahren.


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Teil 1902. Mai 2019
Greg wollte mehr über die Straßenbeschaffenheit und den Weg wissen, da wir immer noch haderten, ob wir die 40 Kilometer Autofahrt in der Nacht zum Gate wagen sollten. Die Autovermietung hatte uns ja für Nachtfahrten die Erlaubnis gegeben, aber im Forum wurde eindrücklich davor gewarnt, da es schnell zu Wildunfällen kommen kann und es nicht ungefährlich ist

Am Gate angekommen, sagte Greg, dass wir nur schauen wollen und so mußten wir keine Gebühr zahlen. Greg war es schlichtweg zu heiß und hatte keine Lust mehr, zu den roten Sanddünen zu fahren. er wollte lodgen. Letztendlich ließ er sich für den Sesriem Canyon breitschlagen. Die Straße dorthin war etwas wellblechartig. Der Sesriem Canyon lag schön beleuchtet in der Nachmittagssonne und es war durchaus nett durch die die 1km lange und 30m tiefe Schlucht zu laufen. Die meisten kommen nach dem Dünenbesuch dorthin, so dass auch einige Busse da waren, deren Passagiere aber teilweise fußfaul nur von oben in die Schlucht schauten. Ich war zufrieden, wenigstens die Schlucht schon abgehakt zu haben und hoffte auf einen intensiven Dünentag am nächsten Tag


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An der Tankstelle gönnten wir uns natürlich noch ein Magnum Peppermint.

Wir kamen rechtzeitig zur Kaffee und Kuchen Zeit in der Lodge an, entspannten bis zum Abendessen um 19 Uhr.

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Es wurde unter freiem Himmel serviert. Neben uns saß eine ostdeutsche Reisegruppe, die panisch mit der Handytaschenlampe die Wiese nach Kleinkrabbeltieren ableuchtete und mich mit ihrem Geleuchte auch nervös machte. Man merkte, dass sie sich teilweise gegenseitig annervten und sich aus dem Weg gingen. Sie fragten sich, was wohl dieser weiße Streifen am Nachthimmel sei und waren ganz aus dem Häuschen, dass es die Milchstraße sei. Wir waren froh, nicht in einer Gruppe zu reisen- wir wären wohl recht schnell genervt. Es ist so unkompliziert, selbst unterwegs zu sein und wollten das nicht missen, selbst entscheiden zu können, wann man aussteigt und wie lange man an einem Ort sein möchte. Das ist einfach pures Glück und dieses genossen wir täglich aufs Neue.
Teil 2004. Mai 2019
10. Tag 29.09.2018 Elegant Desert Lodge
229 km

Der Wecker klingelte um 5 Uhr. Nach einem kleinen Frühstück fuhren wir um 5:40h los, da wir um 06:15 Uhr zur Gateöffnung am Sossusvlei sein wollten.
Greg traute sich die nächtliche Autofahrt zu und wollte unbedingt die Schatten der Dünen sehen.
Die Fahrt durch die Dunkelheit war schon gruslig und wir hatten 4 Augen sperrangelweit offen- wir sahen kein einziges Tier, wurden aber von einem wahnsinnigen Raser überholt. Problemlos erreichten wir um 06:17 h als drittes Auto das Gate, das erstaunlicherweise verschlossen war. Ups… Gateöffnung war offiziell erst um 6:45h- sorry Greg. Naja, dafür waren ganz vorne. Unsere Autonummer wurde notiert, das Gate ging um 6:40 Uhr auf, alle rasten los und wir mit. Niemand hielt sich hier an die 60er Geschwindigkeitsbegrenzung. Würde hier die namibische Polizei eine Radarfalle aufstellen, könnten sie reich werden.

Wir fuhren durch die älteste Wüste der Welt, die Namib. Der Namib Naukluft Park umfasst 50.000km² und ist Afrikas größtes Wildschutzgebiet und das viertgrößte weltweit Die trockenste Wüste Namibias besticht mit den höchsten Dünen der Welt. Die roten Dünenriesen ragen bis zu 385 Meter hoch auf und morgens und abends gibt es herrliche Schattenspiele. Aber genug der Superlativen.

Zunächst war das Tal zwischen den Dünen um einiges breiter als erwartet und erst gegen Ende verengte es sich. Uns begleitete beharrlich der Schatten unseres Autos.

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Parkbewohner erklommen bereits die Düne 45, wir aber fuhren erstmal die 60 km lange Teerstraße bis Sossusvlei durch.
Dort entschlossen wir uns spontan, die letzten 5 Kilometer in das Dead Vlei selbst zu fahren. Ohne Luft abzulassen, fuhren wir problemlos die Sandstrasse mit 2,0 bar Richtung Dead Vlei Parkplatz. Es gab nur eine sandigere Stelle und wir blieben glücklicherweise davon verschont, steckenzubleiben und uns aus dem Sand ziehen zu lassen.

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Am Parkplatz folgten wir einer Gruppe und bestiegen mit ihnen die Düne Big Daddy- oder kommt da erst Big Mama??? Egal- es war ganz schön steil und anstrengend auf dem unter uns einsinkenden Sand zu laufen. Eigentlich wandere ich viel, aber hier kämpfte ich schon ein bisschen mit der Wärme, der Luft und- oh nein- einem aufkommenden Sandsturm.

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Wir beobachteten die Tok Tokki Käfer, die sich von einer Seite die Dünen hochkämpften, hinter dem Kamm Richtung Deadvlei rollten, um die dort durch Nebel entstandene Feuchtigkeit in ihrem Körper aufzunehmen. Clevere Tierchen. Die Sicht auf den Deadvlei und den Hidden Vlei war toll, aber immer mehr Leute gaben aufgrund des Sandsturms auf und stiegen ab. Zum Schluss waren 4 kleine Negerlein übrig und auch Greg appellierte an meine Vernunft, denn es machte keinen Sinn und Spaß mehr, gegen den starken Wind und den aufgewirbelten Sand zu kämpfen. Man hatte zeitweise wirklich das Gefühl weggeweht zu werden. Nebel kam auf. Somit ging es mit Riesenschritten wie durch Tiefschnee die Dünen hinunter Richtung Dead Vlei- ein großer Spaß. Unsere Wanderschuhe waren voller Sand und wir leerten sie erstmal aus. Greg bemerkte meinen aufkommenden Sonnenbrand am Oberarm und ermahnte mich, mich trotz des bedeckten Wetters vorsichtshalber einzucremen.

Ich hatte mich so auf die Bilder mit ausgetrockneten Boden, abgestorbenen Kameldornbäumen mit gebleichtem Stamm und die roten Dünen gefreut. Aber jetzt traute ich mich kaum beim Sandsturm zu fotografieren. Zugegebenermaßen wirkte das Dead Vlei bei Sandsturm und Nebel schon extrem mystisch.

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Auf dem 2 km langen Rückweg zum Auto orientierten wir uns an einer Reisegruppe, denn die Strecke war kaum zu erkennen und wir wären fast falsch gelaufen. Erstaunt stellten wir fest, dass es eine direkte, ebene Strecke ins Dead Vlei gab und man gar nicht über eine Düne steigen musste. Uns fehlte eine eindeutige Beschilderung. Im Auto sahen wir dann, dass sich durch den Sandsturm an meinem eingecremten Oberarm eine zentimeterdicke Sandschicht gebildet hatte, die sich selbst mit Feuchtigkeitstüchern schwer entfernen ließ. Auch war der Sand in den Zähnen und im Ohr sehr unangenehm.

Das Wetter hatte sich weiter zugezogen. Wir fuhren zurück Richtung Sossusvlei, bemerkten gleich, dass wir keine Fahrspuren mehr sahen und wohl auch hier kurz vom Weg abgekommen sind. Das war schon ein bissel gruelig und so fuhren wir brav zurück zum Parkplatz, um abfahrenden wegweisenden NWR Bussen zu folgen Diese halfen erstmal einem anderen Autofahrer, der sich eingegraben hatte, aus der Patsche. Darauf folgten wir den Bussen. Die Passagiere saßen im offenen Bus und so waren sie dem Wind und peitschendem Sand schutzlos ausgeliefert. Sie sahen etwas mitgenommen aus und versuchten sich mit Schals zu schützen. Ich hätte nicht mit ihnen tauschen wollen. Wir bezweifelten, ob wir ohne abfahrende Autos, den Weg gefunden hätten und fanden es bei den Wetterverhältnissen nicht ungefährlich.

Wir waren etwas wetter- deprimiert und beratschlagten die weitere Planung. Ich hoffte auf Wetterbesserung und wollte nicht aufgeben. Nachdem man zeitweise keinerlei Dünen mehr erkennen konnte, kämpfte sich leicht die Sonne wieder durch. Greg blieb im Auto, denn er hatte keine Lust mehr- der Sand war in den Augen, Ohren, überall. Ich lief vom Sossusvlei Parkplatz minimalst Richtung Hidden Vlei- es war immer noch neblig, menschenleer und ich wollte mich nicht verirren, so dass ich den Parkplatz lieber nicht aus den Augen verlor.

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Das Wetter besserte sich etwas- der Himmel wurde blau, die Sonne brutzelte heiß auf unsere Haut, aber der Sandsturm blieb leider.
Wir hielten an der 170 m hohen Düne 45, wo der Wind den Sand über die Düne fegte, den Sossusport mit der pyramidenartigen Düne und der Elim Düne, wo ein einsamer Oryx durch die Wüste zog.

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Am Ausgang bezahlte Greg die 170 NAD (Auto mit 2 Personen) und wir erfuhren, dass sie bereits am frühen Morgen aufgrund des Sandsturms und den damit verbundenen Gefahren keinen mehr in den Park hereingelassen hatten. Krass, so kann das Wetter die beste Planung zerstören- ich hatte damit nicht gerechnet. Ich hatte mich ja insgeheim auch schon geärgert, dass wir nicht einen Teil bereits am Vortag besichtigt hatten, da gestern perfektes Wetter war. Nicht auszudenken, wenn wir erst nach dem Frühstück losgefahren wären und vor einem verschlossenen Gate gestanden hätten.

Fazit Sossuvlei
Für uns war die Namib ein absolutes unvergessliches Highlight, so dass wir uns noch vor Ort entschlossen, wiederzukommen, um die Wüste ohne Sandsturm zu erleben. Es fühlt sich einfach noch unvollständig an, da wir nicht alles sehen konnten. Wir wollten bei der zweiten Reise unbedingt im Park, nämlich direkt in der Sossus Dune Lodge übernachten, aber die vorgeschlagenen .650€ pro Nacht mit Frühstück finden wir unangemessen. Somit entschieden wir uns jetzt gegen den Zeitvorteil. Wir haben jetzt über einen Veranstalter bereits eine Lodge gebucht, die 5 km vom Eingang entfernt ist, da wir unbedingt die faszinierenden Schatten der Dünen wiedersehen möchten. Wir fanden, dass mit dem endgültigen Sonnenaufgang auch ein wenig der Zauber verschwand. Vielleicht sollte man auch vernünftigerweise nur bis zur beliebten Düne 45 oder der vielgelobten verlassenen Elim Düne fahren, da man bis zum Dead Vlei schon viel Zeit verliert. Prinzipiell würde mich auch eine Ballonfahrt reizen, aber Greg würde mit der Höhenangst die Megakrise bekommen und so bleibt es eben ein Traum. Vielleicht wird es ein Helikopterflug? Hat jemand gute Erfahrungen mit einem Anbieter gemacht bzw. hat bereits mal bei der Sossusvlei Lodge gebucht?

Greg tankte und der Tankwart notierte sich mit dem Kugelschreiber die Höhe des getankten Benzins einfach auf seine Hand und begleitete Greg zur Kasse, wo er mit Kreditkarte bezahlte. Wir gönnten uns wieder ein Magnum Peppermint und wurden von einer Busreisenden angesprochen, ob wir in dem Kleingruppenbus seien. Wir erwiderten, dass wir individuell zu zweit reisen. Das machte sie ganz sprachlos, dass wir bei den Straßenverhältnissen alleinreisend sind und meinte, dass sie durch das Rumpeln im Bus ganz schön nervig rumgeschaukelt werden würde. Fraglich ist, ob ihr dann im Nachhinein Namibia gefallen hatte.

Gegen 14:30 Uhr erreichten wir wieder die Lodge, rechtzeitig zur geliebten und bereits gewohnten Kaffee und Kuchen Time. Wir wollten uns noch ein wenig auf die Terrasse setzen, aber ein riesiges Krabbeltier hatte sich breitgemacht. Was ist das denn? Ich bin auch kein großer Freund von Krabbeltieren- der Gedanke, dass dieses mein Bein hochklettert, lässt mich etwas hysterisch werden. Ich drängte das Tier mit Hilfe einer Fliegenklatsche zu unseren Nachbarn. Sorry;-). Somit hat die Fliegenklatsche ihren Zweck erfüllt und kommt bei der nächsten Reise wieder mit.

Das ist eine Dikpens = Sattel(heu)schrecke - danke Logi;-)

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Das Abendessen war nicht so gut- mein Fleisch war trotz meines Wunsches von well done, fast roh. Ich würgte einen Bissen runter und ließ es liegen. Greg fands ok und aß es. Ich hätte wirklich darum bitten sollen, es nochmals auf den Grill zu legen und ärgerte mich etwas darüber. Wir ließen uns vom Personal das Kreuz des Südens und andere Sternenkonstellationen zeigen. Nach einer kurzen Sternenfotografie flogen wir ins Bett.

Hoffe, ich konnte euch ein wenig mit den Bildern von unserer Faszination rüberbringen.

Allerseits ein schönes Wochenende!

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