Nachthimmel fotografieren

11 Antworten · 4'688 Aufrufe · gestartet 03. Jan. 2019 von Nina1994
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Themenstarter69 Beiträge · seit 201603. Jan. 2019 · #1
Hallo zusammen,

in neun Tagen gehts wieder los 🤩
Da in meiner Sammlung noch ein geniales Nachthimmelfoto fehlt und ich das irgendwie nicht hin bekomme, wollte ich hier mal nach der Einstellung fragen.

Ich habe eine Canon 60D, ein Makro- und Teleobjektiv.
Ist das mit dieser Kamera überhaupt möglich? Oder brauche ich dafür Profiausrüstung?
Ich bin eher die Sport-/Tierfotografien ... 😗

Ich habe die Suche bemüht, allerdings nichts zufriedenstellendes gefunden.

Vielen Dank und LG!
zuletzt bearbeitet 03. Jan. 2019
125 Beiträge · seit 201503. Jan. 2019 · #2
Hallo,

ich habe mich anhand dieser Anleitung an das Nachthimmelfoto erfolgreich herangetastet: http://www.wild-eye.co.za/photograph-stars/

Ausrüstung: Nikon D7100, Weitwinkel (10-24mm), Fernauslöser, Stativ

Sofern nicht extra im Artikel erwähnt: Stell bei Deiner Kamera die Spiegelvorauslösung ein.

Viel Spaß!
7'255 Beiträge · seit 200603. Jan. 2019 · #3
Hallo Nina

Dazu gibt es ein sehr gutes Buch: Astrofotografie
Das genialste ist, dass der kostenlose "Blick ins Buch" das Kapitel Milchstrasse fotografieren ist. So kannst Du Dich umfangreich in das Thema einlesen.

Herzliche Grüsse
Chrigu
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284 Beiträge · seit 201303. Jan. 2019 · #4
Hallo Nina,
grundsätzlich geht das mit deiner Kamera.
Allerdings muss man einige Dinge beachten.
Die Erde dreht sich gar nicht so langsam, dadurch kann man abhängig von der Brennweite nicht sehr lange belichten. D.h ideal ist ein sehr lichtstarkes Ultra-Weitwinkelobjektiv.
Mit ca. 10-12 mm Brennweite sollten so ca. 20 Sekunden möglich sein (+/-). Bei längerer Belichtung werden die Sterne durch die Erddrehung dann zu Strichen.
Du brauchst also auch ein stabiles Stativ (möglichst nicht hoch ausziehen!). Dann solltest du mit einem Fernsuslöser oder Srlbstauslöser Arbeiten, um Vibrationen beim Auslösen zu vermeiden. Abhängig von der Livhtstärke des Objektive musst du dann den ISO Wert wählen. Bei Lichtstärke 2,8 und 20 Sek. könnte ISO 1600 reichen.
Den Idealen Wert musst du ausprobieren, ist dein Objektiv lichtschwächer, dann musst du den ISO Wert weiter hochdrehen, dann bekommst du aber mehr Rauschen ins Bild....
Grundsätzlich solltest du alle Einstellungen komplett manuell vornehmen, auch die Scharfreinstellung. Def Autofokus kann das nicht, aber auch manuell auf unendlich einstellen ist bei Dunkelheit nicht leicht, unbedingt bei Licht üben und die Einstellung merken oder gar fixieren.
Weiterhin empfiehlt es sich unbedingt im Raw-Formst zu fotografieren, und dann in der Bearbeitung noch einiges zu machen...
Wenn du noch mehr Infos brauchst, dann könnte ich später am PC mal schauen. Da habe ich sicher noch einige hilfreiche Links zum Thema.
Viele Grüße
Michael
Meine Reiseberichte: Drei Wochen zu dritt in Namibia ...: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283595-drei-wochen-zu-dritt-in-namibia.html Die Hunde sind los! Zu dritt in Botswana 9.2019: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/298322-die-hunde-sind-los-zu-dritt-in-botswana-9-2019.html Gruppenreise Tansania September 2022: https://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/302189-reisebericht-gruppenreise-tansania-september-2022.html
177 Beiträge · seit 201503. Jan. 2019 · #5
Noch ein paar Sachen ergänzend/differenzierend.

Stativ ist ein Muss. Dann auch bitte alle Stabilisatoren (IS bei Canon-Objektiven) abstellen.

Manuell fokussieren (MF am Objektiv anwählen!) am besten mittels des Displays, je nach Brennweite und Bauart des Objektivs (und gewünschtem Effekt) ist die Unendlich-Stellung nicht immer die "korrekte".

Wichtig ist die Lichtstärke des Objektivs, denn hierdurch wird die Belichtungszeit (die möglichst gering sein sollte) bestimmt. Die Brennweite spielt nur insofern eine Rolle als dass sie den Bildausschnitt bestimmt. Da man für gute Photos idealerweise auch "Vordergrund" dabei haben möchte, empfehlen sich kurze Brennweiten, sind aber kein Muss. Kurze Brennweiten sind unempfindlicher gegen Sternenspuren, also besser für Aufnahmen der Milchstrasse. Will man andererseits effektvolle Sternenspurphotos machen, sollte man zu langen Brennweiten und höheren Blenden greifen, dann spielt die Lichtstärke des Objektivs auch keine große Rolle mehr. Was genau hast Du denn? Du wirst doch neben dem Makro und dem Tele sicher auch ein Immerdrauf-Objektiv für Landschaftsaufnahmen etc mitnehmen?

Generell empfiehlt sich das Herumprobieren im M oder B-Modus (letzteres, wenn man besonders lange Belichtungszeiten für Sternspuren haben will). Grundsätzlich möchte man auch in solchen Situationen tendenziell etwas überbelichten, da bei der späteren Bearbeitung durch ein Absenken der Tiefen und Schwarztöne auch Rauschen eliminiert wird. Das bedeutet aber andererseits hohe ISO-Einstellungen und resultierendes ISO-Rauschen. Aber grundsätzlich: lieber so belichten, dass das Photo am Display etwas zu hell erscheint als umgekehrt.

An Deiner Kamera gibt es möglicherweise auch eine Einstellung "Rauschreduzierung bei Langzeitbelichtung", diese ggf. nutzen. Da werden dann zwei Photos gemacht (eines mit geschlossenem Verschluss) und das Pixelrauschen (sogenannte Hot Pixels) raaugerechnet, hilft zwar nicht gegen Iso-Rauschen, macht die Bilder aber in den dunklen Bereichen doch meist besser.

Zu guter Letzt: schau in den Kalender. Nur rund um Neumond kannst Du auf gute Sternenbilder hoffen.
1'014 Beiträge · seit 201603. Jan. 2019 · #6
Ich empfehle das Foto- c`t Sonderheft "Meisterkurs: Natur- und Nachtfotografie". Dort ist sehr gut erklärt, welches Equipment und welche Einstellungen man wählen sollte.
Ansonsten stabiles Stativ und Selbstauslöser (Zubehör oder Selbstauslöser der Kamera nutzen und Spiegelvorauslösung einstellen, damit nichts verwackelt). Die größte Blende und die kürzeste Brennweite wählen, ISO so hoch, wie es nötig ist und und so niedrig wie möglich. Am besten zu Hause unter ähnlichen Bedingungen (aber dank Lichtverschmutzung ohne Milchstraße) ausprobieren, bis zu welcher ISO das Bildrauschen noch erträglich ist.

Yanjep
81 Beiträge · seit 201703. Jan. 2019 · #7
Ein Tipp von meiner Seite: Die Canon ist vom Aps-C Chip etwas betagter (Baubeginn 2002) und daher nicht so rauscharm. ISO 800 maximal 1600 verwenden. Wir nutzen auf der Sternwarte, wenn wir mit Spiegelreflexkameras arbeiten https://ideiki.com/astro/Default.aspx diese Programm auf dem Laptop.
Das funktioniert sehr gut und ist Basismäßig kostenlos.
Falls ohne Laptop
Spiegelvorauslösung ist sehr praktisch. Stativ pflicht. Alles manuell einstellen. Ebenso kann man mit dem Selbstauslöser prima arbeiten.
30 sec sind gut machbar unter 55mm Brennweite.
Mein Tip mehrere Aufnahmen machen und im Anschluss per Software aufeinander "addieren"

https://gwegner.de/tipps/deep-sky-aufnahmen-stacken-und-bearbeiten/
Gruß Ingo
zuletzt bearbeitet 03. Jan. 2019
Themenstarter69 Beiträge · seit 201611. Jan. 2019 · #8
Vielen lieben Dank allen und sorry für die späte Antwort ... 🙁

Ich habe mich jetzt mal durchgelesen. Ich habe weder Weitwinkelobjektiv noch ein Stativ ... 😕
Evtl muss ich mich darum mal kümmern wenn ich wieder da bin.

Trotzdem danke!
1'014 Beiträge · seit 201611. Jan. 2019 · #9
Nichts für ungut, aber so einen Sternenhimmel siehst Du so bald nicht wieder. Ich würde mir ein Stativ anschaffen und mitnehmen, sonst beißt Du Dir vor Ärger in den Allerwertesten. Und ein Stativ kann ohnehin nie schaden und macht sich auch bei anderen Gelegenheiten ganz nützlich. Was ist denn Deine kürzeste Brennweite? Übrigens kann man sich z.B. bei Calumet Objektive mieten oder gebraucht (mit Händlergarantie) kaufen.

Yanjep
Themenstarter69 Beiträge · seit 201611. Jan. 2019 · #10
yanjep schrieb:Nichts für ungut, aber so einen Sternenhimmel siehst Du so bald nicht wieder. Ich würde mir ein Stativ anschaffen und mitnehmen, sonst beißt Du Dir vor Ärger in den Allerwertesten. Und ein Stativ kann ohnehin nie schaden und macht sich auch bei anderen Gelegenheiten ganz nützlich. Was ist denn Deine kürzeste Brennweite? Übrigens kann man sich z.B. bei Calumet Objektive mieten oder gebraucht (mit Händlergarantie) kaufen.

Yanjep
Hey Hey,

danke dir für deine Antwort 🙂

Ich fliege aber a) schon morgen 😛 und gehe b) im April/Mai wieder hin 🤩
Da hab ich dann genug Gelegenheit.

LG!
873 Beiträge · seit 201611. Jan. 2019 · #11
Habe auch mal eine Frage zu diesen Langzeitaufnahmen vom Nachthimmel: Wenn man die Kamera mehrere Stunden lang alle paar Sekunden ein Foto machen lässt, muss diese da nicht einen gewaltigen Batterieverbrauch haben? Sie kann ja mehr oder weniger nie 'ausgehen'. Braucht man dafür besondere Batterien oder eine anderer externe Stromversorgung o.ä. ?
Christoph
NAM 09/2017 mit Galerie NAM 07/2019 mit Galerie NAM 08/2021 mit Galerie Südafrika 08/2023 mit Galerie NAM 08/2025 mit Galerie
350 Beiträge · seit 201412. Jan. 2019 · #12
Hi Christoph,

man sollte das Display auf der Rückseite ausschalten, dann kann man mit einer Akkuladung 100 bis einige 100 Bilder mit jeweils (z.B.) 25 sec Belichtung machen. Besser wäre natürlich ein Batteriegriff - aber wenn man nach z.B. 100 Bildern ganz schnell den Akku wechselt, fällt es im zusammen gebauten Star Trails Bild fast nicht auf.
Viele Grüße, Michael