21 Tage Namibia/Botswana - Selbstfahrer

24 Antworten · 7'649 Aufrufe · gestartet 03. Dez. 2018 von Phil0811
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Themenstarter66 Beiträge · seit 201803. Dez. 2018 · #1
Hallo liebe Leute,

dies ist mein erster Beitrag im Forum, ich hab schon ein paar Dinge gelesen und würde hier gern einmal gesammelt meine Fragen posten. Ich hoffe, ich bin hier richtig - ich konnte mich für kein Unterforum entscheiden, weil meine Fragen verschiedene Punkte betreffen. Ansonsten gern darauf hinweisen oder verschieben. So und nun genug der Eingangsrede.

Wir - eine Freundin und ich - wollen im Oktober 2019 eine 3-Wochen Namibia/Botswana Rundreise machen. Wir sind Anfang 30, für beide wäre es das erste Mal Afrika, Reiseerfahrung ist aber vorhanden. Ich war schon in Südamerika und Indien unterwegs, Sie in verschiedenen asiatischen Ländern. Jeweils selbstorgansiert, Backpacking.

Also, was wollen wir:

- 3 Wochen Rundreise mit Schwerpunkt Tier und Naturbeobachtung. Strand, Städte und Events müssen nicht sein.
- Wir möchten auf jeden Fall selbst fahren und dadurch zumindest die Flexibilität haben anzuhalten und loszufahren wann wir wollen.
- Unser Budget sollte mit Flügen und eigentlich allen Ausgaben pro Person 4.000€ nicht überschreiten

Fragen:

- Sollten wir eine Tour über einen Reiseveranstalter buchen? Also quasi selbst fahren und die Unterkünfte gesammelt vorbuchen lassen? Ich bin hier unsicher. Ich bin durchaus bereit im Vorfeld Zeit in diesen Urlaub zu investieren, mir geht es auch nicht darum, dass es billiger ist, wenn ich es selbst organisiere. Ich habe nur bedenken, mich in die "Hände" eines Veranstalters zu begeben und dann in so eine klassische "Touristenfalle" zu tappen mit vollen Campsites, wenig Ausblick usw. Vielleicht ist diese Angst ja auch total unbegründet und jemand kann mir einen guten Veranstalter empfehlen (der vielleicht sogar eigene Wünsche berücksichtigt). Auf der anderen Seite weiß ich nicht, wie einfach es ist aus Deutschland heraus gute Campsites vorzubuchen. Ich kann mich erinnern, dass das in Patagonien extrem viel Nerven gekostet hat - und da ging es nur um einen 6 Tage Trek.

- Für den Mietwagen habe ich mir von Kalahari Car Hire Team ein Angebot schicken lassen - ich bin preislich davon ziemlich positiv überrascht, habe hier bisher viel positives gelesen und würde vermutlich dort buchen. Gibt es Beachtenswertes? Ich würde jetzt nicht die ältesten Wagen nehmen, aber so Jahrgang 2011/2012.

- Route - da stehen wir echt total am Anfang. Ich würde nur wahnsinnig gern in den Etosha Nationalpark und ans Okavango Delta. Aber wie gesagt, totaler Anfang und bisher auch zu wenig gelesen um da einen abschließende Meinung zu haben. Da werde ich hier auch im Forum noch etwas Zeit verbringen, nehme aber auch gern in diesem Thread Hinweise entgegen. Aber die wichtige Frage ist: Ist Botswana und Namibia in 21 Tagen sinnvoll oder artet es in Stress aus?

- Buchungszeitraum. Wann sollten wir Buchen damits preislich nicht nach oben schießt? Im Moment sind die Flüge ziemlich teuer, deshalb würd ich gern noch etwas warten. Was denkt ihr?

Ich glaube damit bin ich erstmal fertig. Vielen Dank fürs Lesen & Antworten!

Gruß
Phillip
zuletzt bearbeitet 03. Dez. 2018
33,1k Beiträge · seit 200603. Dez. 2018 · #2
Hallo Phillip,

willkommen im Forum!
Ist Botswana und Namibia in 21 Tagen sinnvoll oder artet es in Stress aus?
das kommt drauf an was ihr alles in beiden Ländern sehen wollt. Etosha und MoremI/Okavango ließe sich schon in 3 Wochen verbinden. Bedenkt, dass Botswana ein teures Pflaster ist, v.a. wenn es um "ins Delta" geht, d.h. Fly-In etc. Ihr benötigt durchaus für Moremi auch einige 4x4-Kenntnisse.

Was die Namibia-Tourenplanung angeht dürfte dieser Thread ein guter Anfang sein: https://namibia-forum.ch/forum/7-routen/289845-ersttaetertouren-so-sehen-sie-aus.html

Grob könntet ihr folgende Tour ins Auge fassen:
- Windhoek (1 Nacht)
- Etosha (x Nächte)
- Caprivizipfel (1 Woche)
- Chobe bzw. für Euch eher Moremi (1 Woche)

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Themenstarter66 Beiträge · seit 201803. Dez. 2018 · #3
Ihr benötigt durchaus für Moremi auch einige 4x4-Kenntnisse.
Vielen Dank für die Tipps - ich lese mich ein.

Kannst du zu den 4x4 Kenntnissen noch etwas sagen? Ich bin mal Geländewagen in der Atacama gefahren, das war zwar buckelig, aber keine große Herausforderung. Ich würd ganz Greenhorn-mäßig eigentlich mal sagen, dass würden wir schon irgendwie hinbekommen. Oder ist das echt ne Sache, die man lieber lassen sollte?

Achso und Delta - ja, Fly in dürfte zu teuer werden. Aber die Peripherie soll ja auch ganz nett sein, oder? 🙂
zuletzt bearbeitet 03. Dez. 2018
4'984 Beiträge · seit 201603. Dez. 2018 · #4
Hi Phillip,

Christians Vorschlag ergibt bestimmt eine schöne Runde, und Moremi sollte im Oktober auch machbar sein,
solange du mit den tech. Hilfen des Leihwagens auf Sand umzugehen weißt.
Die Miete eines Sat-phones kann uU sehr hilfreich sein.
Für den Botswana-Teil würde ich persönlich die campsites an der Strecke selbst auswählen,
die Buchung inkl der notwendigen permits aber einer örtl. Agentur überlassen (spart Nerven 😉 , kostet P 500)
Gruß Gina
Themenstarter66 Beiträge · seit 201803. Dez. 2018 · #5
GinaChris schrieb:

Für den Botswana-Teil würde ich persönlich die campsites an der Strecke selbst auswählen,
die Buchung inkl der notwendigen permits aber einer örtl. Agentur überlassen (spart Nerven 😉 , kostet P 500)
Gruß Gina
Das heißt eigene Recherche und dann sozusagen eine "Wunschliste" einer Agentur übergeben? Hast du da eine Empfehlung? Also was die Agentur angeht? Ich könnte mir so eine Mischung durchaus vorstellen, also eigene Wünsche und dann eine gesammelte Buchung.

Danke 🙂
502 Beiträge · seit 201603. Dez. 2018 · #6
Moin Phillip,
meine Vorgehensweise bei 2 Namibia/Botswana Reisen war:
1. Wunschroute "austüfteln"
2. Wunschunterkünfte/Campsites vorgeben
3. Das Ganze an eine Agentur übergeben
4. Dann zusammen mit der Agentur den "Feinschliff" einarbeiten
5. Agentur bucht alles Gewünschte
Der Vorteil ist, dass Du nur einen Ansprechpartner hast

Ich empfehle auf Grund meiner positiven Erfahrungen aus der Liste der Forums-Partner die Mädels von Namibia Click&Travel.
Zügige e-Mail-Kommunikation auf Deutsch. Flexibel bei Änderungen. Keine Zusatzkosten. Bezahlung ca. 8 Wochen vor Reiseantritt auf einen Schlag.

Viel Erfolg und gutes Planen!
Gruß,
Dieter
873 Beiträge · seit 201603. Dez. 2018 · #7
Schließe mich beim Vorgehen voll den Empfehlungen von Dieter im vorhergehenden Posting an, meine Empfehlung für eine Agentur wäre allerdings magic vibes. Die Rahmenbedingeungen (deutsch, flexibel, keine Zusatzkosten) sind die gleichen.
Bei der Route plädiere ich für die erste Tour Nambia pur (siehe Ersttätertouren). Caprivi & Botswana ist dann ein eigener Urlaub. Man KANN auch Deutschland und Frankreich in einem Urlaub zusammenpacken, weil die so schön nebeneinander liegen, empfehlenswert finde ich das darum aber nicht.
Christoph
NAM 09/2017 mit Galerie NAM 07/2019 mit Galerie NAM 08/2021 mit Galerie Südafrika 08/2023 mit Galerie NAM 08/2025 mit Galerie
4'984 Beiträge · seit 201603. Dez. 2018 · #8
Phil0811 schrieb:
GinaChris schrieb:

Für den Botswana-Teil würde ich persönlich die campsites an der Strecke selbst auswählen,
die Buchung inkl der notwendigen permits aber einer örtl. Agentur überlassen (spart Nerven 😉 , kostet P 500)
Gruß Gina
Das heißt eigene Recherche und dann sozusagen eine "Wunschliste" einer Agentur übergeben? Hast du da eine Empfehlung? Also was die Agentur angeht? Ich könnte mir so eine Mischung durchaus vorstellen, also eigene Wünsche und dann eine gesammelte Buchung.

Danke 🙂
Ja genau, so ist es am einfachsten. Du kannst sogar, wenn du das möchtest, die Nr. des gewünschten Stellplatzes einer bestimmten campsite in deine Liste an die Agentur einfügen, und auch Alternativen, falls ausgebucht. Vergiss nicht die permits für die NPs gleich mitzubestellen. Die Agentur verrechnet dir exakt jenen Betrag, den du selbst beim Betreiber der campsites bezahlen würdest, zuzüglich einer einmaligen Pauschale von etwa P 500, egal wie viele Übernachtungen, permits, Aktivitäten, ect., du buchst.
Die voucher und die permits bekommst du nach online-Bezahlung dann per email zum Ausdrucken.
Agenturen zB: http://www.ndmtravelagency.com/ oder http://www.botswanafootprints.com/
Gruß Gina
16,9k Beiträge · seit 201203. Dez. 2018 · #9
hhdkram schrieb:
1. Wunschroute "austüfteln"
2. Wunschunterkünfte/Campsites vorgeben
3. Das Ganze an eine Agentur übergeben
4. Dann zusammen mit der Agentur den "Feinschliff" einarbeiten
5. Agentur bucht alles Gewünschte
Der Vorteil ist, dass Du nur einen Ansprechpartner hast
Genau so machen wir das auch.

Und ich schließe mich den, hier gegebenen, Empfehlungen der Forumspartner an:

Entweder namibia click & travel: https://namibia-forum.ch/partner/85-bronze/235-namibia-click-travel.html

oder

Magic Vibes: https://namibia-forum.ch/partner/85-bronze/231-magic-vibes-tours-and-services-cc.html

Beides deutschsprachige Agenturen, ansässig in Swakopmund.

LG
Logi
Themenstarter66 Beiträge · seit 201803. Dez. 2018 · #10
Yoda911 schrieb:
Bei der Route plädiere ich für die erste Tour Nambia pur (siehe Ersttätertouren). Caprivi & Botswana ist dann ein eigener Urlaub. Man KANN auch Deutschland und Frankreich in einem Urlaub zusammenpacken, weil die so schön nebeneinander liegen, empfehlenswert finde ich das darum aber nicht.
Christoph
Ist ein schöner Vergleich - aber wenn ich z.B. gern eine Weinreise machen würde, dann würde ich ja auch eher die Moselregionen in Deutschland mitnehmen und dann in Frankreich vielleicht noch das Burgung bereisen, statt dann nur weil es ein Land sein soll in Sachsen nach Wein zu suchen. Was ich sagen will - ich dachte für eine Reise mit Tierschwerpunkt böte sich die Ecke Etosha, Caprivi und dann eben Botswana an. Aber ich bin da im Moment noch für alles offen und nehme deine Kritik mal auf 🙂
Themenstarter66 Beiträge · seit 201803. Dez. 2018 · #11
Und an die anderen: Euch auch vielen Dank! Ich werde die besagten Agenturen mal kontaktieren und mich beraten lassen, das klingt nach einer sinnvollen Idee und scheint hier ja auch mehrheitlich empfohlen.

Eines noch, der Zeitplan. Wenn es im Oktober soweit sein sollte, wie weit im Voraus sollte ich dann hier meine Wunschliste beisammen haben?
16,9k Beiträge · seit 201203. Dez. 2018 · #12
Phil0811 schrieb:
Eines noch, der Zeitplan. Wenn es im Oktober soweit sein sollte, wie weit im Voraus sollte ich dann hier meine Wunschliste beisammen haben?
So schnell wie möglich!

LG
Logi
291 Beiträge · seit 201403. Dez. 2018 · #13
Dann könnte es jetzt bei einigen beliebten Unterkünften schon knapp werden. Also gleich loslegen! 😉

VG
Holger
502 Beiträge · seit 201603. Dez. 2018 · #14
Hi Phil,
leider ist es so, daß Du jetzt schon spät dran bist. Warte nicht noch länger, denn leider ist es so, daß Du bei NAM/BOT inzwischen 1 Jahr Planungsvorlauf hast. Das heißt, Du bekommst schon noch etwas zusammengestellt, doch ob all Deine Wünsche erfüllt werden können ist fraglich.
Gruß,
Dieter
Themenstarter66 Beiträge · seit 201803. Dez. 2018 · #15
Krass. Na gut. Dann mal Beeilung. Vielen Dank!
106 Beiträge · seit 201804. Dez. 2018 · #17
Hallo Phillip,

wir haben vor ein paar Wochen denke ich so ziemlich genau das gemacht, was du vorhast. Es war auch unsere erste Tour nach Namibia und Botswana, aber die zweite ins südliche Afrika. Vielleicht gleich vorweg einmal der Link zu meinem Planungsthread: https://namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/295100-lohnt-noch-die-reiseplanung-fuer-okt-nov-2018.html - ich bin noch nicht dazu gekommen, das Fazit/Reisebericht zu schreiben, kommt aber noch... 😉

Vielleicht ebenfalls vorweg: Es war super, wirklich ein grandioser Urlaub, eine der tollsten Reisen bisher... und hat alles gut geklappt.

Hier die wichtigsten Punkte zu deinen Fragen, danach kannst du dann gerne noch genauere Fragen stellen:

- Wir haben alles selbst gebucht . Ich muss sagen, dass es schon etwas Zeit und Arbeit gekostet hat, aber die meiste Zeit hat eher das Recherchieren und Entscheiden eingenommen, nicht das Buchen selbst. Fast überall ging das Buchen total reibungslos. Bei SKL Camps (Savuti) konnten meine E-Mails irgendwann nicht mehr zugestellt werden, da hat dann mein Freund die Kommunikation übernommen, und bei Kwalate (Xakanaxa/South Gate) waren erst die Buchungsdaten auf der Bestätigung falsch, wurden aber sofort korrigiert - nix, was einen jetzt zur Verzweiflung bringt 😉 Vor Ort hat dann auch alles super geklappt, alle Buchungen waren durchgegangen. Wir haben erst im März angefangen zu planen für November (wobei das noch mehr Nebensaison ist als Oktober), und haben bis auf 1 von 2 Nächten Sesriem alle Camps bekommen, die wir wollten. Oft auch mit ziemlich guten Plätzen. Man konnte eigentlich alles mit Kreditkarte oder alternativ bar vor Ort zahlen. Meist muss man dann die KK-Daten inkl. Prüfziffer übersenden, zunächst befremdlich, aber das ging alles gut. Fazit: Ich würde es wieder selbst buchen! Hauptsache du hast erstmal das Auto... der Flug kann auch noch warten 😉

- Budget: Wir haben 6700 Euro zu zweit ausgegeben, Nissan Double Cabin mit Dachzelt bei Pegasus, 5000 Fahrkilometer, nicht die günstigsten Campingplätze, 2 Übernachtungen in günstigeren Lodges (ca. 150 €/Nacht) und Rundflug übers Okavango-Delta inklusive. Wir haben im alltäglichen Leben nicht bewusst gespart. Dein Budget reicht also locker. Der Abstecher nach Botswana war aber schon nochmal ein Kostentreiber, z.B.: Savuti allein kostet 50 US-Dollar pro Person pro Nacht.

- Route/Machbarkeit: Wir hatten 22 Nächte für unsere Tour und es war absolut machbar. Ja, man ist schon recht viel gefahren, aber ich fand es noch okay, und da wir viel erleben wollten hat das für uns so gut gepasst. Vorne raus war es etwas enger getaktet und intensiver, da wir hier fast nur 1-Nacht-Stopps hatten (die mit Dachzelt aber okay sind, da man sowieso immer alles abbauen muss), und da man dort mehr sehen und wandern konnte, hinten raus haben wir dann auch häufiger einfach auf der Campsite gesessen und gelesen (du kannst einfach nicht 14 Stunden am Tag Game Drives machen). Das einzige, was ich ändern würde: Wir haben 1 Nacht in Windhoek übernachtet, am nächsten Morgen Auto und SatPhone abgeholt und sind dann nach Sesriem gefahren. Ich fand das extrem anstrengend, insb. weil nach Solitaire die Straßen grottig schlecht waren. Danach waren wir schon echt fertig, da der Flug nach 1 Nacht Schlaf noch nicht ganz verdaut war, das Auto ungewohnt und das Fahren auf Schotter, jedenfalls bei schlechtern Straßen, am Anfang noch sehr konzentrationsintensiv ist. Am nächsten Tag um 4:30 aufstehen für Sonnenaufgang in den Dünen ging dann einfach nicht mehr, was jetzt nicht soo schlimm war, aber irgendwie unentspannt. Das Auto direkt nach dem Flug zu übernehmen wäre mir aber auch zu viel gewesen, da man sich schon vieles merken muss und dafür wach sein sollte. Ich würde daher das Auto wieder erst am 2. Tag übernehmen, aber dann zwischen Windhoek und Sesriem noch eine Nacht irgendwo zwischendrin in den Bergen einbauen und entspannt wandern gehen. Dann an Tag 3 nach Sesriem weiter. Eine weitere Änderung: Ich würde ich bei nur 1 Nacht in Kasane nicht wieder das Senyati Camp buchen, wenn man eine Bootstour machen will, da die Bootstour fast unseren gesamten Aufenthalt eingenommen hat und das hin- und herfahren dann sehr lästig war (im Dunkeln!). Senyati lohnt sich eher bei 2 Nächten oder wenn man keine Bootstour macht. Generell hatten wir in Botswana etwas bessere Sichtungen erhofft, aber es war einfach sehr heiß und das ist so sehr glücksabhängig, dass ich von so etwas nicht die Route abhängig machen würde.

- 4x4-Fahren: Mein Freund ist früher mal Geländewagen gefahren, ich noch nie. Wir haben alle sandigen oder hubbeligen Strecken (Savuti, Moremi und die Kwando Core Area) gut gepackt, sind nie stecken geblieben. Wir hatten nicht mal einen Reifenplatzer - Glück gehabt! Ich selbst bin die tiefen Sandpisten auch gefahren und fand es mehr spaßig als stressig. Ja, man sollte es nicht unterschätzen. Ja, es ist schon ein Abenteuer. Aber total machbar. Wobei das Sat-Phone da sehr geholfen hat als Beruhigung... Aber: Wenn es geregnet hat, möchte ich nicht im Moremi sein. Die Zeugnisse tiefster Schlammlöcher dort fand ich schon im getrockneten Zustand angsteinflößend.

- Botswana/Caprivi: Es wird im Allgemeinen davon abgeraten, das bei der 1. Reise zu machen. Beim Caprivi sehe ich das anders. Uns hat es gut gefallen, nicht nur drei Wochen Wüstenklima und trockenen Sand zu sehen. Wir fanden es eine schöne Abwechslung, als es dann nach zehn, zwölf Tagen, die großartig waren, in der Sambesi-Region grüner wurde, man Flüsse gesehen hat und Bootstouren machen konnte. Außerdem ist das nochmal ein anderes "Afrika-Feeling". Wobei wir vorher auch schonmal in Südafrika waren. Botswana ist so eine Sache. Für uns war es gut, und es war ein tolles Abenteuer, aber ich sage es mal so: Wenn wir nur Namibia gemacht hätten, wäre das auch ein genauso grandioser Urlaub gewesen! Es brauchte diese Steigerung nicht unbedingt noch oben drauf, weil bis dahin schon alles so großartig war. Und viele Parks in der Sambesi-Region (Caprivi) sind vom Feeling recht ähnlich wie Chobe + Moremi. Es waren zwar auch in Botswana noch viele Highlights dabei, doch Namibia mit Caprivi bietet allein schon genug und wir hatten dort in Summe auch etwas bessere Sichtungen. Daher überlegt es euch genau. Insbesondere, wenn man noch nicht in Afrika war, kann ein nicht-umzäunter Campingplatz mit ggf. Elefantenbesuch usw. schon eine Herausforderung sein. Ist schon manchmal echt gruselig 🤩 Ich denke es ist schon besser (und sicherer), wenn man zumindest einmal vorher diesen Tieren in der Natur begegnet ist, bei einer frühere Afrikareise, bevor man diese Parks in Botswana besucht. Aber packen würdet ihr es bestimmt, wenn ihr es unbedingt wollt. Dann aber unbedingt in Maun auch den Rundflug machen 😉

Wenn du magst, frag gerne so viel du willst. Ich teile gerne mein Wissen und meine Erfahrungen 🙂

Liebe Grüße
Offbeat
Südmarokko März 2012 | Südafrika & Swasiland September 2014 | Namibia & Botswana November 2018
zuletzt bearbeitet 04. Dez. 2018
Themenstarter66 Beiträge · seit 201804. Dez. 2018 · #18
Oh toll! Wahnsinn, vielen Dank für diese ausführliche Antwort! Ich les jetzt erstmal euren Plannungsthread und komme dann bestimmt auch noch mit der ein oder anderen Frage auf dich zu! Und ich freue mich auf den Reisebericht, der dann sicher auch in unsere Planung einfließen wird!
Themenstarter66 Beiträge · seit 201808. Dez. 2018 · #19
So! Es nimmt Formen an. Wir werden die Tour mit Magic Vibes planen. Die Kommunikation mit den beiden ist von Anfang an super nett gewesen und wir haben ein gutes Gefühl.

Hier ist mal unsere - bisher geplante und überhaupt noch nicht feste oder bestätigte - Route mit ein paar Anmerkungen, Gedanken und Fragen. Wer mag ist sehr herzlich eingeladen seinen Senf dazuzugeben, wir würden uns freuen 🙂

28.09
Ankunft in Windhoek, Übernahme des Mietwagens, Einkauf dann Richtung Spitzkoppe

29.09
Spitzkoppe - hier sind wir unsicher. Entweder nehmen wir die Spitzkoppe mit oder bleiben eine Nacht länger im Etosha (5 statt 4 Nächte) was meint ihr? Falls Spitzkoppe: Empfehlung für eine Campsite? Von dort weiter nach Erindi

30.09
Erindi
Pirschfahrten im Game Reserve

01.10
Von Erindi über Outjo zum Okaukuejo Camp

02.10
Okaukuejo bis Halali

03.10
Von Halali geht es weiter in den Ostteil des Parks und dann aus dem Namutoni Gate hinaus zum Onguma Bush Camp

04.10
Tagesfahrten

05.10
Onguma bis Hakusembe River Lodge

06.10
Hakusembe bis Mobola Lodge Campsite (Hier wurde uns auch das Ngepi Camp empfohlen, etwas belebter und mit Hippos im Fluß vor der Campsite - wie ist eure Einschätzung?)

07.10
Tagesfahrt Mahango Game Reserve, den Buffalo Park und zu den Pops Falls

08.10
Nunda bis Mavunje
Campsite
http://www.mashiriversafaris.com/campsites.html

09.10
Namushasha bis Livingstones Camp

10.10
Nkasa Lupala über die Grenze nach Botswana bis zum Senyati Camp

11.10
Senyati Camp
Tagesausflug

12.10
Senyati Camp bis Savuti Camp

13.10
Savuti Camp Tagesausflug

14.10
Savuti bis Xakanaxa

15.10
Xakanaxa Tagesausflug (Mokoro Tour?)

16.10
Xakanxa bis South Gate

17.10
South Gate bis Thakadu Camp
Campsite
http://www.thakadubushcamp.com/index.php?Language=2

18.10
Thakadu Camp bis Okambara Elefant Lodge (421km/5:06h)
Lodge
http://okambara.de/

19.10
Rückgabe Mietwagen, Abflug Windhoek

Wir haben uns da in Botswana direkt ganz schön was vorgenommen glaube ich, aber haben beide Lust darauf diese Herausforderung anzunehmen. Sagt aber ruhig offen eure Meinung.

Schönes Wochenende und beste Grüße
Phillip
106 Beiträge · seit 201808. Dez. 2018 · #20
Hallo Phil,

immer gut, wenn schonmal ein Plan da ist, an dem man dann rumfeilen kann. Ihr lasst euch also von Botswana nicht abbringen 😉

Grundsätzlich: Wenn ihr das so in der Art macht, habt ihr fast nur Safari. Seid ihr euch da sicher? Da ihr Safari-Neulinge seid, weiß ich nicht, ob ich dazu raten würde. Ihr verpasst ganz schön viele grandiose Landschaften in Namibia. Ihr habt gar keinen Stop mit Sandwüste. Und zu viel Safari kann meiner Meinung nach auch anstrengend oder langweilig werden. Manche lieben es, aber ihr wisst ja noch gar nicht, wie sehr euch das gefällt! Man fährt eben manchmal auch 3 Stunden in der Gegend rum und starrt ins Gebüsch, ohne dass man irgendwas sieht. Man sitzt immer im Auto, bewegt sich wenig. Und auch wenn es ganz verschiedene Gegenden sind, die ihr dann safarimäßig bereist... mir fehlt da etwas Abwechslung. Bei unserer Tour hatten wir gen Ende schon das Gefühl, dass man irgendwann gesättigt ist mit Tieren, und das obwohl wir die erste Woche schon den Fokus auf Landschaft hatten. Mehr Safari-Anteil hätte es nicht sein dürfen. Irgendwann ist auch der 625. Elefant nicht mehr sooooo spannend. Da solltet ihr vielleicht nochmal drüber nachdenken.

Der Botswana Teil ist ansonsten total machbar so. Beim Namibia Teil wird es allerdings etwas enger. Hier ein paar Kommentare zu den Stationen:

28.09
Ankunft in Windhoek, Übernahme des Mietwagens, Einkauf dann Richtung Spitzkoppe
No way. Egal wann ihr ankommt - unbedingt die erste Nacht in Windhoek schlafen. Das gefährlichste in Namibia ist der Straßenverkehr! Und je nachdem wie routiniert man im Linksfahren ist umso mehr. Generell als Richtwert: Immigration und Orga am Flughafen dauert 2 Std., Wagenübernahme auch mind 2 Std., Großeinkauf 1 Std.. Das allein reicht nach dem Flug... glaubt mir. Und zur Spitzkoppe ist es ein ganzes Stück. 278 km, ich schätze viel LKW-Verkehr... egal, wie früh ihr landet, tut das nicht!

29.09
Spitzkoppe - hier sind wir unsicher. Entweder nehmen wir die Spitzkoppe mit oder bleiben eine Nacht länger im Etosha (5 statt 4 Nächte) was meint ihr? Falls Spitzkoppe: Empfehlung für eine Campsite? Von dort weiter nach Erindi
Die Spitzkoppe war für uns ein Highlight, die Campsites sind soooo schön (wir waren Nr. 12 oder 13, aber man fährt einfach rum und sucht sich eine aus, die man mag) und die Tour zu dem Felsmalereien war auch toll. Hätte ich nicht drauf verzichten wollen.

30.09
Erindi
Pirschfahrten im Game Reserve

01.10
Von Erindi über Outjo zum Okaukuejo Camp

02.10
Okaukuejo bis Halali

03.10
Von Halali geht es weiter in den Ostteil des Parks und dann aus dem Namutoni Gate hinaus zum Onguma Bush Camp

04.10
Tagesfahrten

05.10
Onguma bis Hakusembe River Lodge

06.10
Hakusembe bis Mobola Lodge Campsite (Hier wurde uns auch das Ngepi Camp empfohlen, etwas belebter und mit Hippos im Fluß vor der Campsite - wie ist eure Einschätzung?)
Wir sind an einem Tag von Namutoni bis zur Mobola Lodge gefahren und fanden die Strecke okay. War schon lang, aber mit Fahrerwechsel machbar. Halt ein Fahrtag. Die Lodge (haben gecampt) hat uns gut gefallen, schön angelegt, Campsites direkt am Okavango, keine Hippos, wo wir aber eher froh drüber waren 😉 , nette Eigentümer, Pool und eine Bar auf einer kleinen Insel.

07.10
Tagesfahrt Mahango Game Reserve, den Buffalo Park und zu den Pops Falls
Mahango hat uns gut gefallen. Buffalo und Popafalls haben wir nicht gesehen da wir dann mittags zum Camp Kwando weitergefahren sind. Ob man beides am selben Tag noch schafft weiß ich nicht... müsst ihr schauen. Aber das kann man ja spontan sehen.

08.10
Nunda bis Mavunje
Campsite
www.mashiriversafaris.com/campsites.html

09.10
Namushasha bis Livingstones Camp
Wieso Namushasha? Ich dachte ihr seid im Mavunje? Ich würde dann eher 2 Nächte im Mavunje bleiben, damit ihr die Aktivitäten dort mitnehmen könnt. Sonst lohnt sich das glaube ich nicht. Die Bootsfahrten sollen toll sein, es gibt dort auch overnight tours. Vom Livingstones Camp würde ich zwar nicht abraten, da es landschaftlich sehr schön ist, mit Blick auf die Floodplain, und einsam... wir hatten dort zwei schöne Entspannungstage, die sich ziemlich wild angefühlt haben (nachts Hippogeräusche, Augenpaare, eine Büffelherde am anderen Ufer). Aber ist auf eine Art auch was Spezielles (der Manager ist etwas schräg und wirkt nicht sehr glücklich, darf man sich halt nicht von runterziehen lassen). Eher ein Stop zum chillen. Und in den Mamili o.ä. zu fahren schafft ihr bei nur 1N Stops in der Gegend auch eher nicht, abgesehen davon, dass er auch eher anspruchsvoll zu fahren sein soll.


10.10
Nkasa Lupala über die Grenze nach Botswana bis zum Senyati Camp
An dem Morgen würde ich keine Aktivitäten mehr planen sondern direkt nach Katima, da zum Crafts Market und weiter Richtung Kasane. Die Strecke ist weiter als man denkt, wir sind gegen 8/8:30 losgefahren und waren mit Einkaufsstop in Kasane um 14/14:30 am Senyati.
11.10
Senyati Camp
Tagesausflug

12.10
Senyati Camp bis Savuti Camp

13.10
Savuti Camp Tagesausflug

14.10
Savuti bis Xakanaxa

15.10
Xakanaxa Tagesausflug (Mokoro Tour?)
Hier sähe ich eine Möglichkeit, recht entspannt eine Nacht einzusparen. Wir hätten die zusätzliche Nacht in Xakanaxa nicht unbedingt gebraucht, wobei sie jetzt auch nicht schlecht war, aber dir fehlt ja vorne noch eine Nacht in Windhoek.

16.10
Xakanxa bis South Gate

17.10
South Gate bis Thakadu Camp
Campsite
www.thakadubushcamp....index.php?Language=2

18.10
Thakadu Camp bis Okambara Elefant Lodge (421km/5:06h)
Lodge
okambara.de/

19.10
Rückgabe Mietwagen, Abflug Windhoek



Überlegt mal, ob ihr die Nächte in Hakusembe (wobei ich die Lodge nicht kenne, einfach nur aufgrund der Route selbst) und eine in Xakanaxa streicht und dafür am Anfang 1 Nacht Windhoek und 1 Nacht Swakopmund einbaut. Dann ist der Start in Ordnung und in Swakop könntet ihr die Living Desert Tour machen, da seht ihr wenigstens einmal Wüste, und das ist ja auch mit Tieren (eben die Little Five 😉 )

Evtl. kann man auch noch eine Nacht weniger Etosha machen (siehe Kommentar zu sehr viel Safari) und dafür noch eine Nacht Erongo/Damaraland oder eine zweite Nacht in Swakopmund.

Bin gespannt, was die anderen sagen 🙂

Lieben Gruß
Offbeat
Südmarokko März 2012 | Südafrika & Swasiland September 2014 | Namibia & Botswana November 2018
zuletzt bearbeitet 08. Dez. 2018