LOlottinchen12 Beiträge · seit 201816. Okt. 2018 · #21
Danke für all eure schönen Geschichten!
@Flash2010: Du hast deine Geschichte so wunderbar und mitreißend geschrieben, dass ich ebenfalls Tränen in den Augen hatte. Ja, die Tiere Südafrikas sind einfach magisch!!!
Es war einer der anstrengenden Fahrtage während einer meiner letzten Ostafrikasafaris 2013. Von Pangani ging es über Tanga in die Usambaraberge (Tansania). Die Fahrstrecke war lang und es gab unterwegs auch noch viel zu sehen und zu erleben. So quälte sich mein vollbesetzter Land Cruiser mit großem, doppelachsigem Anhänger am Haken spät nachmittags langsam im zweiten Gang den steilen Paß von Mombo nach Soni hinauf. Auf halber Höhe gibt es einen „Road Bloc“ der Polizei, bei dem ich aber bisher immer freundlich durchgewunken wurde, …diesmal jedoch nicht! Genervt mußte ich anhalten. Ein Pylon stand auf der Fahrbahn. Kein Offizieller war zu sehen. Nachdem mein Fahrzeug zum Stillstand gekommen war, schlurfte dann ein Polizist in fast „namibisch-gewohnter“ Ruhe auf mich zu …mit einer Banane in der Hand, in die er vorab genüßlich hineinbiß, sodaß wir mit dem Beginn unseres „Small Talks“ noch so lange warten mußten bis er heruntergeschluckt hatte.
Ich lachte innerlich, verkniff es mir aber und legte mit äußerst ernster Mimik meine rechte Hand zum militärischen Gruß an meinen Hut. Normalerweise wird eine solche Grußart in Ostafrika immer auch mit einem militärisch korrekten Gruß erwidert. „Mein“ Polizist konnte diesen Gruß jedoch nicht erwidern, da er in seiner rechten Hand noch die Reste seiner Banane hielt. Empört fragte ich ihn im seriösen Ton, ob er denn einem alten Soldaten nicht auch entsprechend mit der Hand an der Mütze grüßen könnte?
..… Seine Reaktion dauerte ca. fünf Sekunden. Das ist schon eine lange Zeit in einer solchen Situation! Dann griff er jedoch mit seiner linken Hand in seine Jackentasche und zog eine weitere Banane heraus, …die er mir anbot! Aus meinem Auto schallte das Gelächter meiner neun Gäste! Ich öffnete die Türen, und zusammen aß ich mit „meinem“ Polizisten eine Banane, während meine Gäste sich den Small-Talk-Wünschen der nunmehr anderen Polizisten aus der Hütte hingaben.
Diese Anekdote ist seitdem fester Bestandteil in meinem Repertoire der „Reiseleitererfahrungsgeschichtchen“ und erfreut immer wieder während der abendlichen Gespräche am Lagerfeuer! Ich hoffe Euch hier im Forum ebenso!
Herzliche Grüße aus Windhuk, Olli
Wer aus der Wüste zurückkommt, ist reicher, aber auch einsamer. Denn die Zahl derer, die einen verstehen können, ist kleiner geworden. Zitat nach B. Baumann
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201523. Okt. 2018 · #23
Wirklich toll, was hier für Erlebnisse zu Tage kommen, auf genau so eine Resonanz hatte ich gehofft 🙂
2015 besuchten wir erstmals die Etosha Safari Lodge. Eine wirklich wunderschöne Lodge mit einer Wahnsinns Aussicht, unheimlich netten Leuten und einer tollen Lage. Zu dem Zeitpunkt waren wir noch keine Selbstfahrer und buchten von der Lodge aus einen Sundowner Game Drive in Etosha. Wir hatten Glück und waren nur zu zweit. Unser Guide Rodney begrüßte uns herzlich und man merkte sofort, dass er in seinem Job vollends aufgeht. Wir genossen die Fahrt und die Gespräche mit ihm unheimlich. Er konnte uns Löwen, Elefanten und ein Nashorn zeigen, aber er ist auch ein Mensch, der mit Begeisterung viel über das Steppenwild erzählen kann, ohne dass es standart-mäßig rüberkommt. Nach dem Drive verabschiedeten wir uns herzlich von ihm und dachten auch nach dem Urlaub noch gerne an diesen Nachmittag zurück.
2016 waren Petra und ich mit dem Bakkie unserer Freundin Jutta von Robyn zum ersten Mal alleine unterwegs und unsere erste Übernachtung war wieder in der Safari Lodge. Wir nahmen uns vor, wieder mit Rodney einen Drive machen zu wollen, falls er dort ist. Als wir an der Rezeption nach ihm fragten, funkte die nette Dame ihn an und man hörte, dass er sich sehr freute, dass man sich nach ihm erkundigte. Als er uns für den Drive abholte, erinnerte er sich an uns und konnte uns wieder Löwen, Elefanten und Nashörner präsentieren. Wir freuten uns gemeinsam und waren wieder ungestört zu dritt unterwegs. Abends mussten wir dann unbedingt noch ein Erinnerungsfoto machen.
2017 herrschte die gleiche Ausgangssituation und die Wiedersehensfreude war riesig! Auch wenn der Drive nicht ergiebig war, so genossen wir die gemeinsame Zeit und machten auch in diesem Jahr wieder ein Erinnerungsfoto. Das Foto vom letzten Jahr ließen wir ihm schon Monate vorher zukommen, welches, wie er uns stolz erzählte, in seinem Esszimmer hing. Einen Monat später, auch noch passend an meinem Geburtstag, war unsere Freundin Jutta auf der Safari Lodge und übergab Rodney einen Schlüsselanhänger von uns mit der Aufschrift „Best Guide Rodney“. Die Freude war groß und ich bekam eine Geburtstags-Sprachnachricht von ihm, die mich zu Tränen rührte.
2018 waren wir ja das erste Mal in den kompletten drei Wochen Selbstfahrer und trafen Rodney schon am ersten Nachmittag im Park. Wir vergaßen, unser jährliches Foto zu machen, aber ich war mir sicher, wir vergaßen dies nur, weil wir ihn in den nächsten Tagen nochmal treffen sollten. Am nächsten Morgen in Okaukuejo war es dann wieder soweit und drei Tage ebenfalls. Unser war dieses Jahr unser Glücksbringer, da waren wir uns schnell einig.
Sein Schlüsselanhänger ist übrigens unter seinen Kollegen sehr wohl bekannt und er trägt ihn mit Stolz. Am letzten Tag trafen wir seinen Kollegen Ivan und erkundigten uns nach unserem Glücksbringer, der aber leider nun in Urlaub war. Wir wollten ihm eigentlich von unserer Sichtung des Jahres erzählen und Ivan versuchte, ihn anzurufen. Leider ging er nicht ran, aber wollte ihm einen Zettel schreiben mit lieben Grüßen von uns. Als wir sagten, wir schenkten ihm letztes Jahr einen Schlüsselanhänger, wusste Ivan sofort, wer wir sind.
Vorletzte Woche, Swakopmund. Nächster Stopp - Ugab Terrace Lodge. Wir checken aus im Namib-Guesthouse, wie üblich alles zusammenpacken, ins Auto laden, nochmals zurück und alles durchsuchen, ob wir auch ja nichts vergessen haben. Unters Bett schauen, im Bad überall, hinterm Vorhang, tja, mehr geht nicht, so fahren wir Richtung Ugab. Dort checken wir ein und plötzlich meine "bessere Hälfte" - haben wir den Safe ausgeräumt? Wir hatten nie was im Safe, aber in Swakop wollte ich nichts riskieren 😉 Da waren mein Pass, das meiste Bargeld und eine Bankomatkarte zurückgeblieben. Die nette Dame hat uns bei unserem Anruf beruhigt, sie fragt mal bei den Gästen, ob jemand in die Richtung fährt. Dem war nicht so. So hat sie den Formula Kurier beauftragt. Es war aber Wochenende und wir fuhren am nächsten Tag weiter Richtung Outjo. Wir haben gesagt, egal, was es kostet, sie möge die Sendung versichern und nach Outjo schicken lassen. Sie meinte, am Montag um 9.00 Uhr ist das Paket dort. Ich war sehr unsicher, ob das denn klappt. Und siehe da, um 8.30 Uhr wurden wir angerufen, das Paket ist da und wir konnten alles komplett dort abholen. Und das Ganze hat lediglich ND 84.-- gekostet. Ich war hin und weg. Zumal wir am Montag Richtung Etosha fuhren, ich war sowas von glücklich. Da sieht man wieder, wie manche Sachen einfach suuuper funktionieren. Ich weiss nicht, ob ich jemals wieder was im Safe deponieren werden, auf alle Fälle werde ich dort definitiv immer reinschauen, auch wenn ich nichts reingelegt hab 🙄 LG Gabi
swisschees1'715 Beiträge · seit 200624. Okt. 2018 · #25
Wie versprochen hier die zweite Kameleon-Geschichte.
Hier ein Auszug aus unserem Blog.
Die Farmers Frau kam noch vorbei um die 200 Rand zu kassieren und um uns zu erklären wie wir den Platz zu verlassen haben, weil die grosse Bewässerungsanlage über dem normalen Weg stehe und wir nicht unten durch kämen.
Wir packten unsere sieben Sachen zusammen und waren an diesem Tag schon um neun Uhr reisefertig. Den beschriebenen Weg fanden wir ohne Schwierigkeiten, aber der von Büschen gesäumte Weg war zum Teil ziemlich eng. Aber unser guter Nelson hat schon ganz andere Sachen geschafft.
In Mooi River bogen wir dann auf die stark befahrene N3. Nach etwa 40 Kilometer sahen wir, dass wir einen blinden Passagier an Bord, respektive am rechten Scheibenwischer hatten. Ein kleines Chamäleon sich mit seinen zweizehigen Füssen und dem Schwanz am Gestänge festgeklammert. Der Winzling war vermutlich bei unserer Fahrt durch die Büsche runtergefallen und dort hängen geblieben. Nach weiteren 10 Kilometern hielten wir bei einer Autobahnraststätte an der Tankstelle an und befreiten den Kleinen und setzten ihn in einen Busch. Vorher mussten wir aber noch verhindern dass ein diensteifriger Angestellter gleich mit dem Scheibenputzen anfing. Er staunte nicht schlecht als Emanuel das arme Tier vom Scheibenwischer klaubte.
waldfee395 Beiträge · seit 200725. Okt. 2018 · #26
Namibia Fish River Canyon Lodge
Im Dezember 2007 nächtigten wir, während unserer Rundreise, auch 3 Nächte in der Fish River Canyon Lodge. Es war einmalig schön und wenn es dem Esel zu gut geht, geht er auf‘s Glatteis tanzen... So auch wir und unternahmen mit einem Guide, einer Lodgeangestellten und unserem damals 6 jährigem Sohn eine Ausritt zu Pferde durch einen trockenen Flusslauf. Wer diese Lodge kennt und wenn es die Pferde noch gibt, so laufen sie uneingezäunt und stehen meistens an der Tränke. Nachdem die Pferde gesattelt waren und es losging, meinten die nicht gesattelten Pferde uns begleiten zu müssen. Es war ein wunderschöner Ausflug mit traumhafter Kulisse für Photos. Ich bat die weibliche Lodgebegleitung meinen Sohn auf dem Pferd vor einem Tafelberg in Position für ein Photo zu bringen. In der Zeit rutschte ich mich auf dem Pferderücken zurecht , hatte eine Hand am Zügel und eine hinten am Sattel. In dem Moment meinten die umgesattelten Pferde jetzt nach Hause zu reiten und ausgerechnet meines hatte die gleiche Idee. Von null auf hundert fand ich mich in einem John Wayne Film wieder. Mein Mann brüllte, zieh die Zügel zurück.... ich dachte, du Blödmann, wie denn mit einer Hand hinten am Sattel..... zeitweise hing ich seitwärts bei gefühltem Tempo 100 neben dem Pferd. Meine größte Sorge war mein kleiner Sohn, denn da ich meinen Mann hinter mir hörte, dachte ich, die anderen Pferde sind bestimmt auch durchgegangen. Dann kam der Guide an mir vorbeigeritten und versuchte zwischen meinem und den anderen Pferden eine Schneise zu schlagen und es auszubremsen. Es gelang ihm jedoch nicht. Jetzt war ich verloren, dachte ich, denn wenn er es nicht schafft, schafft es keiner und ich verlor das Bewusstsein.
Ich weiß nicht wie ich abgestürzt bin, nur, dass dann ein fremder Mann neben mir hockte und beruhigend auf mich einredete. Leider verstand ich seine Sprache nicht. Mein Mann erzählte mir hinterher, dass er es war. Der Guide organisierte dann ein Fahrzeug aus der Lodge und ich wurde abgeholt. Davon weiß ich leider nichts. Erst als mein Mann mich unter die Dusche stellte, wurde ich wieder wach. So ist es wohl wenn man im Schockzustand ist. Insgesamt soll ich mich ca. 4 km auf dem Pferd gehalten haben. Mein li. Arm verharrte für ca. 1 Woche im 90 Grad Winkel , konnte ihn nicht gerade kriegen. Das zeigt wieviel Kraft ich aufgebracht habe. Des Weiteren könnte ich nicht mehr richtig sehen, sah auf meinem re.Auge wie verzerrt ein zweites Bild dahinter. Das war so dermaßen belastend und es brauchte 2 Jahre, die Ursache zu finden. ( Blutgrinsel genau vor dem Seenerv mit Vernarbung)
Und die Moral von der Geschichte... ich habe eine Pferdephobie, kann diese vor Panik nicht einmal anschauen. Etwas ähnliches erlebte ich auf einem vom Affen geärgerten Elefanten bei einem Ausflug.
Seitdem steige ich auf kein Tier mehr, habe vor jedem Respekt, denn Tiere sind unberechenbar. Mein Mann war vor 3 Jahren mit unserem Sohn in der Fish River Lodge und möchte mir diese unbedingt zeigen. Auchwenn es eine andere Lodge ist. Mich zieht es da nicht mehr hin.
Feuerspatz37 Beiträge · seit 201725. Okt. 2018 · #27
E.R.T. oder Another Day in Africa Es war einmal ein Elefant, nennen wir ihn E.R.T.. Man schrieb den 9. November 2017 nach Christus. E.R.T. war aber nicht einfach „ein“ Elefant, nein, ein stattlicher Bulle mit gewaltigen Stoßzähnen. In vielen Zweikämpfen war sein Gesicht breit und sein Rüsselansatz dick geworden. Er hatte die ersten Regenfälle im Süden gespürt. Mit der Erfahrung einiger Lebensjahrzehnte wusste er genau wann es wo das schmackhafteste Grünzeug und die verführerischsten Kühe gab, eine unschlagbare Kombination. So hatte er zusammen mit einigen Kumpels im Gefolge einiger Herden mit attraktiven Damen und dem einen oder anderen seiner Sprösslinge das trockene Limpopo-Flussbett von Norden her überquert. Sie kamen hier jedes Jahr her, da es auf der anderen Seite des Limpopo an einem Ort namens Mapungubwe dichte Mopanewälder gab, an denen sich jetzt die ersten und zartesten jungen Mopaneblätter zeigten, ein Festschmaus für jeden Elefanten, der schon kauen kann. Es war noch früh am Morgen, eine dunkle ruhige Stunde die er liebte. Noch krochen nicht diese aufdringlich riechenden und brummenden Kästen über die besten Wege der Gegend – diese Kästen aus denen oft seltsame Klickgeräusche aus – lächerlich kurzen- schwarzen Stummelrüsseln kamen. E.R.T. war bester Laune, hatte die ganze Nacht die leckersten Mopanetriebe genossen. Und den einen oder anderen Baumstamm, der ihm in den Weg kam, umgeworfen und sich an den Wurzeln gelabt. Die aufdringliche Löwenbande hatte er die ganze Nacht in sicherer weiter Entfernung brüllen gehört. Und jetzt hatte er Durst, gewaltigen Durst, und er wollte zu seiner Lieblingswasserquelle, noch bevor der große Stern das Land erleuchten und mit Hitze überziehen würde. Die Wasserquelle war über 3 Hügel auf der anderen Seite eines Ortes mit seltsamen Steinhaufen, wo sich immer diese Kästen und auch Zweibeiner herumtrieben. Die Zweibeiner suhlten sich sogar manchmal tagsüber im kleinen oberen Teil der Quelle, so dass das Wasser nach ihnen schmeckte. Deshalb ging er gerne im Morgengrauen dorthin. Vor ihm waren schon einige hübschen Damen samt Rüsslernachwuchs durch das Gebüsch getrabt und hatten die Abkürzung über Felsen und Gebüsch genommen. Er zog es jedoch vor, einen der steinigen, harten aber ebenen Pfade zu nehmen, die gerade breit genug für seine imposanten Ausmaße war, besonders hier an dieser Stelle, wo sich sogar Pfad steil auf und ab und um etliche Kurven wand. Doch was war das? An einer besonders steilen und unübersichtlichen Stelle tauchte auf einmal einer der Qualmkästen mit hell leuchtenden Augen auf, blieb abrupt stehen und verstummte. E.R.T. war verwundert, hatte aber nicht die Absicht den bequemen Pfad zu verlassen, den der Kasten jetzt versperrte, und setzte gemächlich seinen Weg fort. Als er näherkam, brummte der Kasten auf einmal, kroch neben dem Weg ins Gebüsch und verstummte wieder. Alle Achtung, dachte E.R.T., zwischen den Felsblöcken und Büschen einen Platz zu finden. Das wollte er sich doch ansehen. Er blieb neben dem Kasten stehen und späte hinein. Da seine Augen ja nach unten ausgerichtet waren, ging er auch ganz nah heran, zumal er seltsame Keuchgeräusche aus dem Inneren hörte. Darin erspähte er zwei ungewöhnlich blasse Exemplare dieser Zweibeiner. Das eine – es war ganz ohne Haare im Gesicht - schien zu zittern und gab dieses schnelle Röcheln von sich. E.R.T. war ja ein alter und erfahrener Bulle aber er wusste nicht was mit diesen bleichen Wesen los war. Er fasste sich mit dem Rüssel an die Stirn, wie er es immer machte wenn er unsicher war. Da gab das röchelnde Exemplar etwas wie „Fahr los!“ von sich. Dann krachte es auf einmal im Kasten und er heulte laut auf und machte einen Satz rückwärts. E.R.T. wich auch erschrocken zurück und der Kasten machte sich in Windeseile nach vorne aus dem Staub. E.R.T. schaute ihnen noch etwas verwundert nach, aber dann setzte er seinen Weg fort Richtung Morgentrunk. Epilog: Das Wesen mit der Schnappatmung (namens Feuerspatz) und ihr Liebster kamen immer noch zittrig und bleich aber pünktlich bei ihrem Morning Drive an. Es dauerte bis sie diesen wirklich geniessen konnten, auch wenn sich der Guide Lennard alle Mühe gab. Noch häufig denken sie an E.R.T. und beschlossen nach einigen Schock-Stunden, Tagen und Wochen, 13 Monate später wieder nach Mapungubwe zurückzukehren zu wollen, in der Hoffnung dass der Mopane im Dezember schon älter und weniger Elefanten aus Botswana im Park sein werden. Prophylaktisch mit einem Exemplar von „How to understand elephants“ zur Hand. Und einen Morning-Drive, zu dem man mit dem eigenen Wagen durch den halben Park vor Sonnenaufgang fahren muss, wollen sie ganz sicher nicht mehr machen. Naja, fast sicher….
If we kill off the wild, then we are killing a part of our souls. -Jane Goodall
1x Namibia, 5x Südafrika, 3x Nigeria. Nächstes Ziel Kruger pur 2020 (und träume schon wieder vom KTP)
waldfee schrieb: Und die Moral von der Geschichte... ich habe eine Pferdephobie, kann diese vor Panik nicht einmal anschauen.
Ooohhh mein Gott. Ich bin Pferdebesitzerin und finde es einfach schrecklich, dass dir sowas passiert ist. Ich höre immer wieder solche Geschichten, auch in meinem Umfeld. Es ist kaum auszudenken, was da alles passieren kann, das ist den Guides leider nicht bewusst. Das ist nicht nur in Namibia so, ich erlebe das leider überall auf der Welt. Wir sind vor 3 1/2 Wochen in der Bagatelle Kalahari Lodge ausreiten gewesen. Mein Partner reitet nur, wenn wir in den Ferien sind. Deshalb bestehe ich darauf, dass beim Ausritt nur Schritt gegangen wird und ich kann abschätzen, was geht und was nicht. Immer wieder wurde mir gesagt während dem Ausritt, ich könne ja galoppieren........jaaaaa, und das andere Pferd bleibt dann einfach stehen...........jaaaaaa..........das machen die ohne weiteres mit einem Anfänger auf dem Rücken. Hab versucht, dem Guide zu erklären, dass es nicht mein Ziel ist, zu galoppieren, ich möchte einfach die Landschaft vom Rücken eines Pferdes aus betrachten. Vorallem möchte ich nicht mit einem fremden Pferd galoppieren, mach ich auch hier zuhause nicht, da ich den Gesundheitszustand des Tieres nicht kenne......... Falls du irgendwann mal in der Schweiz bist, komm uns doch besuchen, meine Kleine und mich, vielleicht können wir dir die Angst wieder nehmen......... Ganz liebe Grüsse Gabi
MichaelAC350 Beiträge · seit 201426. Okt. 2018 · #29
Hi liebe Afrikafreunde,
auch von mir eine kleine Geschichte, über die Kreativität, die Modernität und den Geschäftssinn in Afrika (der mich insgesamt positiv stimmt, dass es langfristig dort aufwärts geht).
Rundu, Handyreparatur, alle Modelle werden innerhalb von einer Stunde repariert, es gibt 1 Monat Garantie ( 😎 ). Der Lötkolben wird von der Autobatterie unter dem Tisch gespeist. Alle paar Stunden fährt ein Auto vor, die Batterie unter dem Tisch wird gegen die (aufgeladene) aus dem Auto getauscht. 🙂
hier unsere Geschichte aus Afrika. 2015 hatten wir unser Zelt in Aus aufgeschlagen. Von Aus machten wir einen Tagesausflug nach Lüderitz. In Lüderitz, in der Bismarckstraße gibt es einen Laden, der das beste Biltong Namibias haben soll. Wir bummelten durch Lüderitz, waren an der Waterfront, zur Felsenkirche, aßen zu Mittag im Cafe Diaz. Wohl gestärkt wollten wir unsere Einkäufe erledigen. Wir mußten feststellen, dass alle Geschäfte geschlossen waren. Es konnte ja nur die Mittagspause sein und die sollte in einer Viertelstunde zu Ende sein. Wir bummelten noch mal zur Waterfront. Die Viertelstunde war um, kein Geschäft öffnete und die Stadt wurde immer ruhiger und leerer. Als auch zwanzig Minuten später kein Laden öffnete, fing ich an nach zu rechnen, welcher Wochentag wäre. Verdammt, Sonnabend! Es würde an diesem Tag kein Geschäft mehr öffnen. So haben wir nicht erfahren, ob das Biltong aus der Bismarckstraße in Lüderitz wirklich das beste Biltong Namibias ist. Was aber noch schlimmer war, der Biervorrat von Toralf neigte sich dem Ende. Das konnte ein "schöner" Sonntag werden. Am nächsten Tag, dem Sonntag, wollten wir von Aus weiter zur Farm Namtib in den Tirasberge. Vorher noch tanken und in den Shop der Tankstelle. Toralf war einkaufen. Als er wieder kam, zog er ein langes Gesicht. Irgendetwas hatte er nicht bekommen. Brot hatte er, und etwas Süßes und ein paar Aufkleber. Aber kein Bier! Er war fassungslos. Er hatte den Besitzer des Shops gefragt, wo denn das Bier wäre und der hatte ihm geantwortet: "No alcohol, it`s Sunday Mister!" Mein Toralf wusste, das es am Sonntag in Namibia keinen Alkohol gibt. Aber er hatte aus dem Namibia- Forum die Information, dass dieses Verbot für Bier und Wein gelockert wurde. Doch anscheinend ja nicht. Mein Toralf konnte darüber gar nicht fertig werden. Zum Glück hat mein Toralf auf der Farm Namtib noch ein paar Flaschen Bier bekommen, für einen hohrenden Preis. Aber der Sundowner mit einem isotonischen Getränk war gerettet. Einige Tage später waren wir in Otjiwarongo. Es war Sonntag und die Geschäfte hatten geöffnet. Wir nutzten die Gelegenheit zu einem Einkauf. Eigentlich sollten es nur ein paar Süßigkeiten sein und Marmelade. Aber Toralf bestand noch auf .... Bier. Dabei hatten wir doch gelernt, dass es am Sonntag keinen Alkohol zu kaufen gibt! Mein Mann packte sich drei Flaschen in den Einkaufskorb. Von den Umstehenden wurden wir verständnislos angeschaut. Innerlich lachten die bestimmt über uns, weil sie genau wussten was passieren wird. An der Kasse kam, was kommen musste. Die junge Frau entschuldigte sich und packte die Flaschen konsequent beiseite. Das Gesicht von meinem Mann wurde immer länger und ich musste mich umdrehen, um nicht zu lachen. Hatte ich ihm doch eingringlich gesagt, dass es Sonntag ist! Und die Leute um uns grinsten jetzt auch offen. So ein Dumm- Touri! 😄 😄 😄 Auf der Straße trauerte mein Mann seinem verlorenen Bier hinterher 🙁 und er behauptete wieder, im Forum hätte man geschrieben, für Bier und Wein gelte das Verbot nicht, nur noch für Spirituosen.
Viele Grüße von Monika und Toralf
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SASandra133 Beiträge · seit 200727. Okt. 2018 · #31
Mein Name ist Clarence und ich bin Löwe. Nun ist bald Vollmond und die zwei Jahre sind auch um. Ich werde also mal nachschauen, ob die beiden blonden Ladies aus Germany mal wieder im Lande sind. Ich habe sie das erste Mal vor vier Jahren getroffen. Ich kam morgens im Sonnenaufgang die Straße entlang, um am Wasserloch Kannaguass meinen Durst zu löschen und sie kamen mir in ihrem Auto entgegen. Wir trafen uns am Wasserloch aber sie ließen mir den Vortritt beim Trinken, wie rücksichtsvoll. Auch bedrängten sie mich nicht sondern warteten in einem angemessenen Abstand, bis ich fertig war. Als ich dann näher kam, um mir die beiden Weibchen näher anzusehen, lächelten sie mich lieb an. Ich blieb so lange ich konnte, aber Weib und Kind warteten und ich dachte, die beiden nie wieder zu sehen.
Doch zwei Jahre später waren sie plötzlich wieder da. Ich war im Flussbett unterwegs mit zwei meiner Weibchen als plötzlich ein Auto auf dem Weg scharf bremste. Die Insassen erkannte ich sofort wieder als die beiden Blondchens aus Germany. Na solch ein Zufall. Und gerade an dem Tag war ich Zielscheibe des Sextriebs meiner Löwinnen. Ich wies sie ab, es war mir peinlich vor den beiden Zuschauern. Aber später…!!!
Nun sind wieder zwei Jahre vergangen und ich habe so eine Ahnung, dass die beiden wieder hier sein könnten. Deswegen werde ich direkt im Camp mal selber vorbeischauen. Leider ist es schon dunkel, so dass ich nicht genau erkennen kann, ob sie es wirklich sind, die dort an der Hütte 4 stehen. Deswegen komme ich beim nächsten Mal zum Sonnenaufgang und tatsächlich, sie sind es! Die Mädels aus Germany sind zurück. Sie haben sich überhaupt nicht verändert. Die eine hat immer noch dieses lange Ding vor dem Gesicht…ob das nicht unbequem ist? Und die andere hat immer noch die gleichen hellen Löckchen und winkt mir ständig zu. Zum Anbeißen! Nach dem Trinken gehe ich direkt an der Hütte vorbei, um noch einmal genauer zu schauen. Doch dann werde ich bereits von den Autos der anderen Gäste verfolgt und kann nicht länger bleiben. Also ziehe ich mich erst einmal über die Grenze nach Botswana zurück und versuche es später noch einmal.
Am nächsten Tag versuche ich es abends, doch die beiden scheinen nicht da zu sein. Sind sie etwa schon wieder abgereist? Das wäre schade. Doch da kommt ein Auto angerast und heraus springen die beiden. Die haben es aber eilig…nicht mal die Autotür wird richtig zu gemacht. Dann stehen sie wieder da und schauen mir beim Trinken zu. Sie scheinen mich genauso zu mögen, wie ich sie. Ich kann mich gar nicht richtig losreißen und bleibe über Nacht in der Nähe der beiden.
In der Nacht findet mich Elsa, eine Löwin aus meinem Rudel. Die ist auch nett. Zum Sonnenaufgang gehen wir gemeinsam zum Trinken ans Wasserloch und natürlich sind auch die Ladies schon wach. Ich würde ihnen ja gern etwas mehr von mir zeigen, was ich alles kann, doch Elsa lässt mich nicht, sie ist ganz schön komisch in der letzten Zeit. Immer wenn ich will, hat sie keine Lust.
Jetzt will Elsa gehen und ich muss ihr folgen. Sie hält genau auf die Hütte der beiden Blondies zu. Schön, da kann ich ja noch mal einen Blick riskieren, denn ich hab‘ die Ladies aus Germany wirklich zum Fressen gern. Als wir schon an der Hütte vorbei sind, bleibe ich noch einmal stehen und drehe mich um. Wir schauen uns an und meine beiden Freundinnen winken mir wieder zu. Ob wir uns wohl noch einmal wiedersehen?
swisschees1'715 Beiträge · seit 200631. Okt. 2018 · #32
Letztes Wochenende haben wir im Addo folgendes erlebt.
Gegen Abend fuhren wir auf dem Weg zurück zum Camp am Ghwarrie Wasserloch vorbei, wo wir eine kleiner Herd mit etwa sechs Elefanten sahen. Offenbar hatten sie ihren Durst bereits gelöscht und sich „geschminkt“, denn sie waren bereits im Aufbruch um zurück in den Busch zuglangen.
Da sahen wir dann wie einem ungeduldigen Autofahrer eine Lektion erteilt wurde. Die Elefanten liefen auf der Strasse und wir fuhren als drittes Fahrzeug hinter ihnen her. Da überholte ein Pickup uns alle, aber der Fahrer hatte er sich verrechnet. Die Leitkuh stellte sich quer auf die Strasse und sperrte den Weg ab.
Der Übeltäter ist auf dem Foto durch das rechte Fahrzeug verdeckt.
Auch als der Rest der Herde sich in die Büsche verzogen hatte, blieb sie noch eine weil stehen um zu zeigen wer hier das Sagen hat. Schliesslich machte sie dann den Weg wieder frei und der Rüppel konnte an Ihr, ganz vorsichtig vorbei fahren. Wir haben uns köstlich amüsiert.
Gruss Emanuel
PS: Am Wochenende haben wir in Parks jeweils einige unverschämte Fahrer aus der Umgebung der Parks erlebt.
Birgitt1'667 Beiträge · seit 200904. Nov. 2018 · #33
Hallo, ich kann noch einen kleinen Beitrag aus Zimbabwe dazusteuern. Ich kopiere den Text aus meinem Reisebericht. Ist zwar schon etwas her, aber bestimmt noch aktuell 🤩
Wir waren in der Eastern Highlands unterwegs nach Chimanimani. Da es sehr stark nieselte, entschieden wir , nicht unser Bodenzelt aufzubauen, sondern uns im altehrwürdigen Chimanimani Hotel einzuquartieren.....
Die Rezeptionistin erzählte uns ganz stolz, es gäbe auch eine Bar im Hotel. Na, dann nix wie hin. Es war eine einfache Bar, die Getränke, die zur Auswahl standen, waren auf drei Holzregalen an der Wand ausgestellt, das letzte bestimmt in 3 Metern Höhe. Nun folgt eine unendliche Geschichte, wie man sie wohl nur in Afrika erlebt. Ich erzähle sie mal im Wortlaut. Vorweg genommen, wir haben eine ¾ Stunde auf unser Getränk gewartet. Also, wir auf dem Barhocker. Bardame erkennt Gäste, und bewegt sich Zentimeter um Zentimeter auf uns zu. Dame: Hallo, wie geht,s ? Ich: Gut, und dir ? Dame: auch gut,….was darf es sein ? Ich: wir hätten gerne 2 Gläser Weisswein Dame: Oh, Weisswein,…..welchen denn? Ich: einen trockenen Dame geht langsam weg in einen hinteren Raum, kommt noch langsamer wieder zu uns , mit einer Mappe in der Hand. Dame: wir haben verschiedene Weissweine Es waren 5 an der Zahl. Sie las alle Namen langsam vor. Ich: die kenne ich alle nicht, aber die Weine aus Südafrika sind immer gut, also nehmen wir diesen. Und tippe mit meinem Finger auf den Namen. Die Dame entschwindet wieder mit der Mappe in der Hand, aber nicht zu schnell. …..UND schon kommt sie wieder, mit einem riesigen Taschenrechner in der Hand. Nun ging die Rechnerei los,…..24 Dollar geteilt durch 5 Gläser. Es war wohl nicht so einfach, die riesige Tastatur zu treffen, oder sie war die höhere Mathematik am späten Nachmittag einfach nicht gewohnt, jedenfalls musste der Vorgang mehrere Male wiederholt werden. Aber dann,…. die Summe stand fest, die Gläser kamen auf den Tresen, die Flasche wurde geholt, sie war schon geöffnet, es wurde eingeschenkt,…..ich probiere, ….und kotz, würg, brech,…..der Wein war völlig vergoren. Die Dame roch selber daran und sah es dann auch sofort ein. Dame: es war schon lange niemand hier, der Wein trinken wollte, nun ist der Wein schlecht, ich hätte ihn kalt stellen sollen. Ich: dann nehmen wir irgendeinen anderen Weisswein. Dame: ok, wir haben auch nur noch eine andere Flasche. Moment, ich hole eben die Mappe und den Taschenrechner. Ich: NEIN, nicht nötig , wir nehmen ihn….. Es wurde wieder eingeschenkt, und wieder waren sich alle Parteien einig, dass auch dieser Wein schlecht war. Dame: Entschuldigung, das war die letzte Flasche Weisswein. Ich: ok, dann nehmen wir einen Rotwein. Die Dame entschwand wieder unseren Blicken, um mit der Mappe und dem Taschenrechner zurück zu kehren. Wieder suchten wir eine Flasche aus. Sie ging mit der Mappe weg, kehrte aber ohne Flasche zurück. Dame: Sorry, den Wein haben wir nicht mehr. Sie ging wieder, um mit der Mappe zurück zu kommen. Meine Fresse, ich kann diese Mappe nicht mehr sehen…….beim nächsten Mal zerreiß ich sie…….. Aber ich übte mich in afrikanischer Höflich – und Gelassenheit, und wählte den nächsten Wein aus. Die Dame strahlte. Dame: jaa, den haben wir…. Ich auf meinem Barhocker eine halbe LA OLA Welle angedeutet…….das Problem war nur, dieser Wein stand auf dem obersten Regal in 3 Metern Höhe….. ICH: dann nehmen wir den da unten… Nein, die Dame bestand darauf, der da oben soll es sein. Ein anderer Angestellter erhielt auf einer mir nicht geläufigen Sprache eine Order, verschwand, und kehrte 5 Minuten später mit einer riesigen Leiter aus dem Garten zurück. Er lehnte die Leiter an, natürlich unter Anweisung der Bardame, kletterte hoch, griff nach der Flasche, und kam heile wieder unten an. Endlich was zu trinken, denn diese Flasche war noch ungeöffnet………aber weit gefehlt. Es sollte noch etwas dauern. Erstmal kam der Taschenrechner wieder auf den Tisch. Um die erneute Prozedur zu verkürzen, sagte ich, wir nehmen die ganze Flasche. Da strahlte sie wieder. Nun kam das Problem des Flasche Öffnens. Ihr kennt ja sicher alle diese Flaschenöffner, die links und rechts einen Hebel haben, wo man die Hebel runter drückt, und der Korken kommt hoch. So einen hatte sie, aus Plastik, und mit einem alten Korken tief im Innern steckend. Dieser ließ sich nicht heraus drehen. Kein Problem für die Bardame. Sie ging kurz weg, und kam mit einem Messer zurück, das eher an eine Machete erinnerte. Damit pröckelte sie kleine Bröckchen des alten Korkens ab. Ich sah schon den halben Finger ab….. Josef übernahm die Sache etwas gekonnter. Der Korken löste sich. Dann wollte die Gute die Banderole der Flasche ebenfalls mit der Machete zerschneiden. Wir zeigten ihr, dass man das Ganze auch etwas stilvoller machen kann, indem man das rote Bändchen abzieht. Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit konnten wir anstossen……..PROST
Langweilig? Mit Absicht! Sind ja "nur" Giraffen, die unser Leben verändert haben... Ich hätte ja auch "saftigere" Geschichten, die kann ich später immer noch posten.
Bin aber irgendwie dem "Durchschnitt" näher, als dem "Sensationellen", dem Menschen näher als dem Gockel. Soll nichts gegen die bisherigen poster in diesem thread sein, nur eine Erklärung für das Folgende:
Seit ich nach langen Jahren "leerer" Versprechungen endlich meiner lieben Frau "mein" südliches Afrika zeigen konnte sind wir mit einer besonderen Verbindung privilegiert:
Wo immer wir hinkommen, wir werden von Giraffen begrüßt und verabschiedet. "Locals" sagen oft, es sei "unwahrscheinlich, Giraffen zu sehen" und haben wohl recht. Außer wir sind da: alle Tiere mögen sich verstecken, aber "unsere" Giraffen stolzieren majestätisch vorbei.
Okay, sie gehören nicht zu den "Big5" der Trophäenjäger, sind also "Ziele zweiter Klasse". Perversionen gehören aber in einen Psychiater-thread, nicht hier her!
In allen möglichen und auch unmöglichen Situationen grüßen uns die lieben Giraffen. Warum dieser langweilige Beitrag? Weil jedem wohlmeinendem Besucher des südlichen Afrika eine solche Geschichte persönlich erwachsen kann. Angeben kann ich mit Spektakulärerem, wofür ich aber ebensowenig kann.
Über die Jahre gesehen sind die Giraffen ein Teil unserer Familie geworden, Sind uns ans Herz gewachsen und verbinden uns als Symbol unserer gemeinsamen Freude. Und immer wieder bestätigen sie unsere "Freundschaft", egal wo. Warum auch immer...
Wie gesagt: keine spektakuläre Geschichte, Und das mit Absicht. Solche gemeinsamen Freuden sind sinnstiftender, als das "Megahighligt", was es auch immer sein möge.
Danke für den thread, evtl. gibt's noch mehr Geschichten von mir, Ich will aber v.a. die Geschichten von Menschen hören, die nicht an "facebook-youtube-instagram-Diarrhoöe" leiden. Also von den - wie mir - verschnarchten analogen Zombies, die die Realität noch als relevant ansehen. Die, die lieber in der "virtual reality" unterwegs sind, verstehen mich eh nicht. Grüßle Randfontein
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201505. Nov. 2018 · #36
Hallo Randfontein,
ich finde das gar nicht langweilig! Wir wurden auf unserer Stamm-Farm auch bisher auch jedes Mal von Giraffen empfangen und sowas ist einfach schön, wenn man es jedes Mal aufs Neue zu schätzen weiß 🙂
An alle anderen: Wirklich tolle Stories! Vor allem diese "That's Africa"-Geschichten sind einfach nur zum Schmunzeln - sei es die Handyreparatur oder das lange Warten an der Bar.. Oder Stefan (loeffel), der von jetzt auf gleich zum Marktverkäufer wurde... So kann's weiter gehen 🤩
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201505. Nov. 2018 · #37
Rubrik: Geschichten von der Farm
Farm Robyn bei Kamanjab ist sowas wie unser Zuhause in Namibia. Jutta ist eine Freundin aus Kindheitstagen meiner Mutter. Daher stehen wir auch abseits von unseren Urlauben in sehr gutem Kontakt und kriegen immer die neusten Updates vom Farmleben
Da Kamanjab ja alleine schon nicht allzu groß ist, liegt die Farm (ca. 45 Kilometer entfernt) irgendwo im Nirgendwo, direkt an der Grenze Etosha. Daher kamen früher auch Wilderer über dieses Land (jetzt gibt es einen starken Elektrozaun), da der Westteil ja eher ruhig liegt und man nicht so schnell erwischt wird. Deswegen muss Jutta immer auf der Hut sein und nach einem Plan A und B immer einen Plan C in der Tasche haben. Dies gilt auch für den Fall eines Überfalls.
Eines Nachts gegen 0 Uhr läutete die Glocke am Farmtor. Auch die Hunde bellten und Jutta schrak auf. Wer klingelt denn hier bitte um diese Uhrzeit?! Sie war alarmiert, jedoch auch verwirrt - denn Räuber würden ja wahrscheinlich nicht klingeln. Vielleicht brauchte jemand von der Lokasie Hilfe? Sie rief, aber niemand antwortete. Es klingelte wieder. Sie schaltete alle großen Scheinwerfer an und ihr bot sich ein Bild, über das sie zum Glück herzlich lachen konnte! Max, eines der Kutschpferde war der Störenfried. Beruhigt ging sie wieder ins Bett und er klingelte noch eine ganze halbe Stunde munter weiter. Auch wir mussten herzlich lachen als sie uns dies erzählte! Das Gewehr im Anschlag und mit dem Schlimmsten gerechnet und dann so etwas 🙂