Geschichten aus Afrika - wer macht mit?

37 Antworten · 9'299 Aufrufe · gestartet 04. Okt. 2018 von Flash2010
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Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201504. Okt. 2018 · #1
Hallo zusammen,

mir kam heute die Idee, dieses Thema zu eröffnen, da ich angefangen habe, unsere besonderen Geschichten nochmal ganz neu aufzuschreiben. Ich denke jeder hat in Afrika schon einmal etwas Wunderbares erlebt, das ihm im Gedächtnis geblieben ist. Sei es eine lustige Begegnung, merkwürdige Begebenheit oder ein sehr emotionales Erlebnis.

Ich bin mir nicht sicher, wie die Idee ankommt, aber mich interessiert es einfach neben all den Reiseberichten und ich denke, man könnte dieses Thema gut füllen, wenn der ein oder andere mitmacht. Für Bilder gibt es so viele verschiedene Themen, aber nicht zu besonderen Erlebnissen, die vielleicht nicht auf Bildern festgehalten worden sind. (Ich habe zumindest nichts gefunden).

Es geht mir um Geschichten aus ganz Afrika, musste mich nur für ein Unterthema entscheiden beim Verfassen.

Auch möchte ich nicht vorgreifen mit meiner ersten Geschichte, da es nicht rüber kommen soll als hätte ich dieses Thema aus Eigennutz gestartet! Bei uns ist in den 5 Namibia-Urlauben so viel zusammen gekommen und mich interessiert einfach, was andere so Eindrückliches erlebt haben - und WIE sie es erlebt haben. Oder vielleicht sogar von Leuten, die in Namibia leben. Gerade auf einer Farm passiert so viel.

Vielleicht findet diese Idee ja Anklang.

Liebe Grüße
Laura
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zuletzt bearbeitet 08. Okt. 2018
749 Beiträge · seit 200604. Okt. 2018 · #2
hallo Laura,

ich finde die Idee super ...................

lg wüstenfee
847 Beiträge · seit 201507. Okt. 2018 · #3
Guten Morgen liebe Laura,
ich finde die Idee auch super. Wir hatten während unserer Reise im August 2017 viele schöne Momente und Begegnungen, aber diese hier ist mir besonders in Erinnerung geblieben und wird hoffentlich noch lange in Erinnerung bleiben 🙂 .

Die Begegnung fand in Okaukuejo im Etosha NP statt. Wir bezogen unser Chalet und wollten es uns auf unserer Terrasse, mit Blick auf das Wasserloch, gemütlich machen. Plötzlich sah ich in weiter Ferne einen Elefanten heranschreiten. Ich zu Josef: es tut sich was, guck mal ein Eli ……. Er: da ist noch einer ………. Ich: da kommen ganz viele ……. Wir sind nur noch aufgesprungen, haben unsere Kamera geholt und sind ans Wasserloch gerannt.
Was dann passierte, kann ich mit Worten nicht ausdrücken und verschafft mir heute noch Gänsepelle 🤩
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Einmalig schön. Diesen Augenblick werde ich nicht vergessen und war für mich sehr bewegend.

LG von der Netti, die sich jetzt auf viele weitere, schöne, magische Momente freut 😉
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Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201508. Okt. 2018 · #4
Hallo Netti,

das kommt mir ja sooooo bekannt vor 🤩

Schön, dass du den Anfang machst!

Liebe Grüße
Laura
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1'715 Beiträge · seit 200608. Okt. 2018 · #5
Die Gelegenheit nutze ich um etwas zu meinem Profilbild zu erzählen.

Wir waren im Wetland Park zwischen St. Lucia und Cape Vidal unterwegs als ich den Chamäleon auf der Strasse entdeckte. Da habe ich angehalten, bin ausgestiegen und schnell zwei Fotos gemacht. Das Tierchen genommen und in einen Busch gesetzt.

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Da kommt mir noch eine Chamäleon-Geschichte in den Sinn, die erzähle ich dann ein andermal.

Gruss
Emanuel
http://africanomads.wordpress.com/ www.nelson2africa.blogspot.com https://europenomads.travel.blog/ YouTube Kanal https://bit.ly/3uEEK59
zuletzt bearbeitet 08. Okt. 2018
83 Beiträge · seit 201508. Okt. 2018 · #6
Mal eine positive Geschichte, da wegen der aktuellen Überfällen noch der Eindruck entstehen könnte, dass es in Namibia nur so von Ganoven wimmelt 😉

Sonntagnachmittag in Swakopmund. Pallas spaziert mit seiner Familie durch das Städtchen. Kaffee hier, Bierchen dort und Päuschen da. Richtig ein schöner, sonniger Nachmittag. Aber oh Schreck! Wo ist mein Handy? Ist nicht dort, wo es sein soll, nämlich im meiner Hosentasche.

Pallas ist sportlich und rennt die ganze Strecke noch einmal ab, ohne gross Hoffnung zu haben, schliesslich sind wir in Afrika, und da wird das Handy wohl rasch verschwunden sein. Fragen hier, und Fragen dort, niemand hat mein Handy gesehen, alle sind aber besorgt und helfen suchen. Dann im Strand Hotel: "Oh yes, we found a cell phone!" Mein Handy! Es muss mir aus der Hosentasche auf den Steinboden gefallen sein, jedenfalls is das Display nun gespalten... Aber voll funktionsfähig. Natürlich gibt es einen schönen Finderlohn und einen grossen Dank an den Finder. "I just do the right things, sir!" war die Antwort. So werden Vorurteile korrigiert! Namibia ist einfach nur toll!
1'411 Beiträge · seit 201308. Okt. 2018 · #7
Hallo Laura, hallo alle 🙂 .
Ich denke mal es ist OK, wenn ich aus meinem Reisebericht 2018 zitiere, so geschehen am 1.Mai 2018:

"
Jetzt sind wir also unterwegs ins Owamboland (ich bleibe der Einfachheit halber bei diesem Begriff).
Für einen ersten Zwischenstopp fahren wir über die C41 und D3612 an Tsandi vorbei nach Outapi.
Unser Interesse dort gilt dem größten Baobab Namibias, dem Ombalantu-Baobab. Mit einem Alter von rund 800 Jahren, 28m Höhe und über 20m Umfang gehört er zu den ältesten und größten Baobabs Afrikas.
Dank unserer Vorrecherche inklusive GPS-Koordinaten finden wir den Baum auch sofort, er liegt unweit des südlichen Ortseingangs.
Dummerweise ist aber das Tor ge- und verschlossen, das komplette Heritage Centre wirkt wie ausgestorben. Was nun ?
OK, ich steige mal aus und schaue, ob ich jemanden finde, den ich fragen kann, Beate wartet „mal kurz“ im Auto. Dabei lande ich unweit des Heritage Centres mitten in einem kunterbunten trubeligen Straßenmarkt und frage nach einem freundlichen „Walelepo meme“ kurzerhand die erstbeste Verkäuferin. Ja, da muß sie auch fragen gehen, ich soll doch bitte „mal kurz“ auf ihren Stand aufpassen !!!
Und schon bin ich der wohl erste weiße Second-Hand Klamotten-Marktverkäufer in Outapi seit der namibischen Unabhängigkeit. So zumindest fühle ich mich und so interpretiere ich auch die Blicke der Umstehenden und der Passanten. Diese Mischung aus amüsiertem ungläubigen Staunen, Irritation, Verwirrung ist unbeschreiblich. So amüsiert ich selbst auch von der Situation bin, etwas (sehr) unwohl fühle ich mich doch in meiner Rolle als Markthändler auf einem schwarzafrikanischen Markt. Denn natürlich bin ich hier der einzige Weiße weit und breit. Oh Mann, hoffentlich kommt die Verkäuferin bald wieder und hoffentlich will jetzt keiner was kaufen … Als Berater in Owambo-Second-Hand-Modefragen bin ich gänzlich ungeeignet. Meine Befürchtungen sind aber wohl unbegründet, denn ich glaube keiner wäre hier auf die Idee gekommen, bei diesem komischen weißen Mann irgendwas zu kaufen ...
Nach einer gefühlten Ewigkeit – wohl so 15 Minuten – ist die Verkäuferin zurück und beendet meine Karriere als Second-Hand-Klamotten-Marktverkäufer. In der Hand hält sie einen Zettel mit einer Telefonnummer. Da soll ich anrufen. Oder ich gebe ihr mein Handy und sie ruft für mich an. Gesagt, getan. Aber es geht keiner ran. Hmm. Wir kommen zu dem Schluß, daß das Centre wohl wegen des Public Holiday geschlossen ist – heute ist der 1. Mai.
Ein dickes „Tangi“ und noch ein wenig Smalltalk mit der netten hilfsbereiten Verkäuferin und einigen doch ziemlich neugierigen Umstehenden, dann verabschiede ich mich von allen und gehe zurück zum Auto, wo Beate inzwischen ihren Walkman ausgepackt hat.
Ich muss erst mal durchatmen, erzähle Beate von meinem Multikultiabenteuer und dann lachen wir uns erst mal schlapp.
"
LG Stefan Die Reise unseres Lebens: Antarktis 2018/19 Unsere Reiseberichte
zuletzt bearbeitet 08. Okt. 2018
4'984 Beiträge · seit 201608. Okt. 2018 · #8
Schönen Abend allen!

Stimmt Pallas, bei den vielen negativen Nachrichten hier, egal ob es um Namibia, oder ein anderes Land im südlichen Afrika geht, ist dieser thread bestens dazu geeignet, die positiven Erlebnisse hervorzuheben, insbesondere jene, die man mit den Menschen in diesen Regionen teilen darf.

Deshalb möchte ich euch unsere Brot-Geschichte erzählen.

Wir waren unterwegs von Antons Mwandi View ins Linyanti camp, als wir etwa auf halber Strecke auf ein hängengebliebenes Fahrzeug der Savute Lodge trafen. Die Insassen allesamt Angestellte der Lodge, die unterwegs zu ihren Familien waren, um ein paar Tage Freizeit mit ihren Lieben zu verbringen. Ein Reifen ihres Wagens war platt, ein Ersatzrad vorhanden, aber kein Radschlüssel. Ob wir damit aushelfen könnten? Klar können wir das, es dauert nur ein wenig, weil unser Radschlüssel ja beim restlichen Werkzeug, in der hinteren Sitzbank ist, die erst von sämtlichem Kram befreit werden musste, um ans Objekt der Begierde zu gelangen. Nachdem also Rucksäcke, Decken, Ferngläser, Jacken, ect., zu einem ansehnlichen Berg neben dem Auto aufgetürmt waren, die Sitzbank sichtbar wurde, Chris diese hochgeklappt hatte und mit seinem Kopf für längere Zeit darin verschwunden war, stellte er ernüchtert fest, dass hier kein Radschlüssel sei. Nun, so ein Mietwagen ja noch viele weitere Klappen und Türchen hinter denen er sich verbergen konnte. Unter den mittlerweile belustigten Augen der Savute Mitarbeiter, stellten wir unseren Wagen quasi auf den Kopf, mit dem Ergebnis, hier ist kein Radschlüssel. Was wenn wir selbst eine Reifenpanne mitten im Nirgendwo gehabt hätten… eine üble Vorstellung!

Aber die Savute Leute hatten eine Idee: da sei doch diese neue Lodge, hier irgendwo, in etwa 10 km Entfernung; die haben sicher einen Radschlüssel. Also, all unser Zeug wieder auf die Rückbank gewuchtet, einen der Gruppe dazugequetscht, und los gings durch den Busch zur neuen Lodge. Etwa eine Stunde später, waren wir samt geborgtem Radschlüssel wieder retour bei der restlichen Gruppe, die bereits das Ersatzrad montiert hatte, weil eine andere helfende Hand vorbeigekommen war, und sogar einen Radschlüssel dabei hatte. Unter großem Palaver, wurden wir ob unseres „selbstlosen Einsatzes“ für die Besorgung eines Radschlüssels von den Savute Lodge Mitarbeitern mit dem Versprechen verabschiedet, dass, wann immer wir in Savuti ein Problem hätten, sie für uns da wären. Das war nett, wirklich nett, aber wann und warum sollten wir in Savuti ein Problem haben, dachten wir…

Drei Tage später bezogen wir unsere campsite in Savuti. Für den nächsten Tag wollte ich uns ein paar Scheiben unseres selbstgebackenen Brotes belegen, doch es war schimmlig geworden. Die Frage nach Brot im camp shop war leider negativ. Aber, wir waren doch in Savuti! Also auf zur Lodge und dort unser Glück versuchen. Wir wurden herzlich begrüßt, erhielten eine Lodgeführung, und trugen dann unsere Bitte um vier Scheiben käuflich zu erwerbendes Brot vor. Nun, das sein nicht möglich meinte Nethi, die Chefköchin, und verschwand in die Küche, um gleich darauf mit einem folienumwickelten Päckchen zurückzukommen. Das wäre die Notlösung, wir sollten nach 16:00 wiederkommen, meinte sie augenzwinkernd. Wir bedankten uns, und versprachen zur vereinbarten Zeit zurück zu sein. Im Auto öffnete ich das Päckchen. Es enthielt vier Scheiben Brot. Was also sollte uns um 16:00 erwarten?

Wie versprochen waren wir am späten Nachmittag zurück in der Savute Lodge. Der Manager meinte, dass uns Nethi bereits erwarten würde. Freudenstrahlend kam sie mit einem Riesenpaket aus ihrer Küche geeilt. „Wenn wir hier unverhofft von jemandem Hilfe bekommen, dann stehen wir ein Leben lang, dankbar in seiner Schuld“, sagte Nethi, und drückte mir das warme Paket in die Hand. Wir mussten versprechen, wann immer wir in der Gegend wären, die Savute Lodge wieder zu besuchen.

Zurück auf unserer campsite öffneten wir das Paket. Wir konnten unseren Augen kaum trauen, als wir das riesige, frisch gebackene, duftende Brot von Nethi ausgepackt hatten. Natürlich haben wir mit der Verkostung nicht bis zum nächsten Tag warten können!

Und ja, wir würden wieder anhalten um zu helfen, denn es gibt viel mehr Nethis im südlichen Afrika, als man, ob der negativen Berichte hier, zu glauben vermag!

Gruß Gina


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Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201509. Okt. 2018 · #9
Guten Morgen allerseits,

toll, dass sich der Thread langsam füllt! Genau solche Geschichten meinte ich - wow 🤩 Ich lese sie mit sehr großer Freude!

Und ihr habt Recht, das ist mir auch erst danach eingefallen, dass man generell das Forum mal mit mehr positiven Ereignissen füllen sollte, wo so viele negative Meldungen über Überfälle auftauchen 🙁

LG
Laura
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Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201509. Okt. 2018 · #10
Ich mache mal weiter mit einer Geschichte, die mich dieses Jahr nach dem Urlaub sehr berührt hat. Ein paar haben es noch als eine Art Nachruf in meinem Bericht gelesen, aber dieser war zu dem Zeitpunkt lange zu Ende geschrieben, daher vielleicht für viele noch neu 🙂

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Eine bestimmte Situation unserer letzten Etosha Tour im Juni 2018 lässt uns so schnell nicht vergessen, wie grausam die Natur sein kann.

Am Vortag durften wir bei Rietfontein zwei Löwenmänner in den Büschen an einem Riss beobachten und hofften nun, sie an diesem Nachmittag wieder dort anzutreffen. Tatsächlich hatten wir Glück und sie waren samt ihrer Beute noch an Ort und Stelle. Viele Schakale wuselten herum und wir konnten jetzt deutlich erkennen, dass es sich im einen Zebra-Riss handelte. Immer wieder wechselten die beiden Paschas ihre Fressposition und zeigten sich kurz für ein Foto.

Nach einiger Zeit erhob sich neben ihnen eine Löwin, die langsam Richtung Wasser trottete. "Du meine Güte", dachten wir uns, "die muss mächtig vollgefressen sein!". Sie bewegte sich in der Tat sehr langsam und hatte nicht den typischen Anmut für eine starke, gesunde Löwin. Selbst mit vollgefressenem Bauch müsste sie beweglicher sein. Als sie fast das Wasserloch erreicht hatte, flüchteten dutzende Zebras auf der gegenüberliegenden Seite mit großer Ehrfurcht. Verständlich, Löwen sind nun mal ihre größten Feinde.

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Als die Löwin allerdings nach rechts abdrehte, mussten wir feststellen, dass es für die Zebras absolut keinen Grund zur Panik gab. Die Arme war furchtbar entstellt und würde wahrscheinlich in ihrem Leben kein Tier mehr jagen können. Ihr Anblick stimmte uns auf der Stelle traurig. Die Vermutung lag nahe, dass dies das Werk von Hyänen gewesen sein könnte, die ihre Gegner meist von hinten attackieren. In diesem Moment wünschten wir ihr viel Kraft und dass sie sich nicht mehr lange quälen muss.

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Ein intaktes Löwenrudel hätte sie vermutlich verstoßen, aber hier waren nur die beiden Paschas ihre Begleitung, was auf eine sehr merkwürdige und außergewöhnliche Konstellation deutete.

Am nächsten Morgen machten wir uns wieder auf den Weg nach Rietfontein und waren gespannt, was uns dort an diesem kalten Morgen erwarten würde. Eine einzelne Hyäne verschwand gerade in die Büsche als wir ankamen, aber von den Löwen war zunächst keine Spur. Einzig zwei Schakale löschten ihren Durst.

Einige Zeit verging, bis sich plötzlich etwas im Gras bewegte. Es war die Löwin von gestern! Und sie hat die Nacht überstanden! Was für eine Kämpferin. Man sah ihr an, dass sie noch immer unheimliche Schmerzen durchleiden muss. Auch wenn wir großes Mitleid mit ihr hatten, war uns bewusst, dass dies der Kreis des Lebens ist und zur Natur gehört.

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Ihre Begleiter entdeckten wir kurz darauf und wunderten uns wirklich, dass sie noch bei ihr blieben. Die Konstellation der drei wurde nunmehr noch merkwürdiger, denn die beiden Paschas sahen nicht unbedingt aus wie Brüder oder als wären sie im selben Alter. Es kann natürlich auch sein, dass der stärkere der beiden viel mehr Testosteron produzierte und daher eine stärkere und dunklere Mähne aufweisen konnte.

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Als die beiden Paschas sich langsam in die Büsche verzogen und die Löwin wieder flach im Gras lag, rissen wir uns los und fuhren weiter. Aber nicht ohne der tapferen Löwin noch einmal zu gedenken.

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Fast vier Monate sind seit dieser Begegnung nun vergangen und ich konnte eine wunderbare Entdeckung im Social Media Bereich machen! She did it! Sie lebt! Tatsächlich wurde ich auf diesen Post der Userin tinelorentz aufmerksam:

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Ich kommentierte den Post und erhielt prompt die Nachricht, dass dieses Bild im Juli an einem Wasserloch entstand. Leider konnte sie sich nicht mehr an den Namen des Wasserlochs erinnern, allerdings sei diese Löwin in Begleitung zweier Paschas gewesen, von denen einer deutlich stärker war als der andere! Diese Antwort machte mich so glücklich! Wir hätten nie gedacht, dass die Löwin diese Verletzungen übersteht. Ich bekam weitere Bilder, auf denen meiner Meinung nach zu sehen ist, dass sie wohl an ihrem rechten Hinterbein genäht wurde, wo vorher noch ein großes Loch klaffte.

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Sie hat ihre zweite Chance und die gönne ich ihr von Herzen! Ich bin mir zwar unsicher, ob sie jemals wieder richtig jagen kann, da bestimmt der Muskel verletzt wurde, aber mit ihren beiden Männern dürfte sie gut über die Runden kommen! Ich drücke ihr die Daumen!

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Ich darf die Instagram Bilder verwenden.


LG
Laura
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zuletzt bearbeitet 09. Okt. 2018
3'883 Beiträge · seit 201110. Okt. 2018 · #11
Ein Erlebnis unserer ersten Namibiareise schlummert seit Jahren in meiner "Schublade". Heute sehe ich zwar ein paar Dinge mit anderen Augen (z.B., dass der Gecko aus dem Schlaf gezerrt wurde), aber ich würde gerne noch einmal diese Tour unternehmen. Leider wurde die Tour in diesem Jahr kurzfristig abgesagt, weil der Guide auf Reise ging.

Die Wüste lebt

Wer als Tourist nach Namibia fliegt, träumt von den „Big 5“: Elefanten, Nashörner, Löwen, Leoparden, Giraffen. Das kleine Unternehmen „Namibia Desert Adventures“ in Swakopmund wirbt mit „Experience The Little 5!“ Die beliebte Tour haben wir von Deutschland aus gebucht.
Douglas, Christopher Nels Mitarbeiter, holt uns morgens an der Rezeption zur Exkursion in den Wüstengürtel zwischen Swakopmund und Walvis Baai ab.
Nach zähem Kampf von Umweltschützern, zu denen Chris, wie er sich vorstellt, zählt, ist die Wüste entlang der namibischen Atlantikküste im Mai 2011 zum Dorob Nationalpark de-klariert worden. Dies hindert Quadfahrer jedoch nicht daran, weiterhin mit ihren Fahrzeugen Spuren in das heikle Ökosystem zu ziehen, die noch in hundert Jahren zu sehen sein wer-den. Chris zeigt uns Fotos und ist entsprechend sauer, aber er kann nicht viel dagegen aus-richten.
Der Mann ist ein Energiebündel und steckt uns mit seinem Enthusiasmus für „seine“ Wüste an. Fünf Stunden lang hält er uns mit ausgezeichneten Kenntnissen über ihre Bewohner und Pflanzen und die ökologischen Zusammenhänge in Atem. Wie er es schafft, aus dem fah-renden Auto heraus in zwanzig Metern Entfernung den Bau eines Skinks zu entdecken, wird allerdings sein Geheimnis bleiben.
Chris beginnt mit einer kurzweiligen Einführung über die Samen und Gräser, die vom Wind aus dem Hinterland und sogar aus der Kalahari herangeweht werden. Sie bleiben an den Dünen, an Büschen und Steinen hängen und tragen als Müsli (O-Ton Chris) zur Nahrung vieler Insekten bei, die wiederum auf dem Speiseplan anderer Tierarten stehen. Mindestens fünf von ihnen sollen wir auf unserer Tour kennenlernen.
Obwohl die Wüste ohne Regen auskommt, können Pflanzen wie der Dollarbusch überle-ben. Sie „trinken“ den Nebel, der nahezu beständig über der Atlantikküste liegt. Chris pflückt ein paar fleischige Blätter ab und zerquetscht sie. Grüner Saft quillt aus seiner Faust. Das sei die Milch zum Müsli, erläutert er. Auch heute Morgen bleibt der Himmel bleiern, die Temperaturen erfordern eine Vliesjacke mit Reisverschluss bis unters Kinn und werden im Laufe des Tages voraussichtlich nicht über 20°C steigen. Welch ein Unterschied zu dem extrem trockenen und heißen Klima im Landesinneren Namibias.
Uns fallen die Farben der Wüstenlandschaft auf. Ob aus beigem oder rotem Sand, die Dünen sehen aus, als hätte sie jemand mit schwarzem Zucker bestreut. Ein dicker Magnet, den Chris in den Sand setzt, bringt Klarheit. In Windeseile streben die schwarzen Sandkörner auf ihn zu, setzen sich fest und bilden schließlich einen dicken Pelz aus Eisenoxyd um den Magneten.
Chris buddelt am Abhang einer Düne, erster Fund: Ein White Lady Spider, höchst giftig, kullert das Gefälle hinunter. Wir bleiben in respektvollem Abstand.
Weiter geht’s. Der harmlose Skink, ähnlich unserer Blindschleiche, muss es sich gefallen lassen, dass wir ihn in die Hand nehmen und seine seidenglatte Haut streicheln, dann darf er seiner Wege schlängeln.
Das schönste Exemplar, das uns Chris präsentiert, ist ein Palmato Gecko. Er ist nachts aktiv und sichtlich irritiert, was mit ihm geschieht. Seine Haut schimmert pastellfarben hellblau, rosa, gelb, orange und ist fast durchsichtig. Man glaubt zu sehen, wie die Äderchen pulsieren. Das Bestechendste an ihm sind die großen schwarzen Augen, die er ab und zu abschleckt, da er keine Lider besitzt. Entzückt betrachten wir die Füßchen, die aussehen wie klitzekleine Schneeschuhe und verhindern, dass der Gecko im Sand einsinkt. Chris setzt ihn wieder vor seiner Wohnung ab, wo er sich in Windeseile eingräbt, um weiterzuschlafen.
Ganz schön aufgeweckt dagegen ist die Schaufelnasen Eidechse, deren Jagdzeit der Tag ist. Sie beißt sich an Chris’ Hand fest und lässt auch nicht los, als sie frei in der Luft baumelt.
Zwischendurch ist eine Pipipause angesagt. Nach kurzer Unterweisung über das richtige Wasserlassen in der Wüste werden wir hinter die Dünen geschickt. Auf keinen Fall dürfen Flächen „bewässert“ werden, auf denen Pflanzen ihr karges Dasein fristen. Die Leeseiten der Dünen sollen wir benutzen und – extra Appell an die Damen: „Bitte nur Lufttrocknung, kein Papier verbuddeln! Der Wind gräbt es wieder aus und treibt es durch die Landschaft, bis es irgendwo hängen bleibt.“
Für den nächsten Wüstenbewohner springt unser Guide mehrmals aus dem Jeep und wieder herein, legt zu Fuß lange Strecken zurück, bis er uns endlich heranwinkt. Dieses Reptil ist schlau und für uns beinahe unsichtbar. Doch Chris’ Argusaugen ist es nicht entgangen. Es dauert, bis wir die Stelle entdecken, wo hin und wieder eine kleine gespaltene Zunge aus dem Sand züngelt. Die Peringuey Otter hat uns mit ihren Augen, die wie ein Teleskop auf dem Kopf liegen und als einziger Körperteil aus dem Sand schauen, längst entdeckt. Blitzschnell schießt sie hervor, wir treten hastig zurück. Für das Gift der Schlange gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht, beruhigt Chris. Die gute: Es ist nicht tödlich, die schlechte: Zwei Tage lang möchte man am liebsten sterben.
Das war Nummer Fünf, doch ein Wüstenbewohner fehlt noch, das Chamäleon. Sein richtiger Name: Namaqua Chamäleon. Nach ihm muss Chris nicht lange suchen. Wir haben den Verdacht, dass es Tag für Tag in seinem Busch sitzt und auf die Ration Schwarzkäferlarven wartet, die Chris züchtet. Dreimal schnellt seine Zunge heraus, kringelt sich um eine Larve und verspeist den Happen mit sichtlichem Genuss. Der handgroße Kerl hat sich einen ordentlichen Ranzen angefressen.
Damit ist der lehrreiche Teil der Exkursion beendet. Den Abschluss bildet eine wilde Fahrt durch die Dünen – nur auf vorgezeichneten Strecken, um das Ökosystem weitgehend zu schonen, wie unser Guide betont – dass uns hören und sehen vergeht.

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448 Beiträge · seit 201410. Okt. 2018 · #12
freshy schrieb:Sie bleiben an den Dünen, an Büschen und Steinen hängen und tragen als Müsli (O-Ton Chris) zur Nahrung vieler Insekten bei, die wiederum auf dem Speiseplan anderer Tierarten stehen.
"Nobody wants to eat dry muesli every day" - das Zitat von Douglas ist bei uns bis heute ein geflügeltes Wort! 😄
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5'479 Beiträge · seit 200910. Okt. 2018 · #14
Auf unserer Namibdurchquerung von Lüderitz nach Walvisbay durften wir einem sehr romantischen und auf die Umgebung perfekt abgestimmten Heiratsantrag beiwohnen. Das einzige Mal, dass mir in Afrika vor Rührung die Tränen in den Augen standen.

Der Einfachheit halber zitiere ich aus meinem damaligen Reisebericht:
"Heute hat Laetizia Geburtstag und Ihr Freund Rudolf hat ein großes Buffet für die ganze Gruppe angerichtet. Dazu gehört natürlich auch reichlich Sekt und eine tolle Geburtstagstorte, die er vor Laetizia verborgen bis hierher geschmuggelt hat. Laetizias Geschenk befindet sich in einer großen, mit Sand gefüllten Kiste und muss von Ihr ausgegraben werden. Schon bald hat Sie einen dünnen Faden entdeckt und zieht
…und zieht
…und zieht
…und zieht, bis sie am Ende des Fadens einen Diamantring aus dem Sand zieht, worauf Rudolf vor Ihr niederkniet und Ihr einen Heiratsantrag macht. Das ist so romantisch, dass uns allen aus der Gruppe vor Rührung die Tränen in den Augen stehen. Darüber hinaus passt die Darbietung natürlich perfekt hier ins ehemalige Diamanten-Sperrgebiet."
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
193 Beiträge · seit 201310. Okt. 2018 · #15
Gute Idee und da mache ich gerne mit.

Immer wieder frage ich mich wann ich den "Afrika Virus" eingefangen habe, denn nun war ich schon ein paar mal in Namibia und Botswana unterwegs und sicher nicht das letzte mal.

Den Virus hab ich bei meiner ersten Reise eingefangen. Das war im Jahr 2013 als ich einfach mal weg musste. Ich habe dann eine Gruppenreise in Namibia gebucht, da ich alleine reise. So kam es dass ich eigentlich keine Ahnung hatte was mich erwartet und ich völlig ahnungslos nach Namibia flog.
Das erste mal in Afrika, in Namibia und auf dem ersten Gamedrive, mit meiner neuen Kamera die ich auch das erste mal benutzte. Wir fuhren also über das Gelände der Lodge und die Sonne ging schon unter. Da kam eine Giraffe über die Hügeln gelaufen im Licht der untergehenden Sonne. Ich mit meiner Kamera wollt das natürlich fotografieren aber geblendet von der Sonne, keine Anzeige auf dem Display habe ich einfach blindlings abgedrückt. Völlig überrollt von meinen Gefühlen, so etwas schönes erleben zu dürfen, kam ich erst später dazu die Fotos anschauen und da hat mich der Virus definitiv befallen. Von da an ging mein Herz auf und ich habe mich in das Land verliebt und die beste Medizin ist es immer wieder dorthin zu reisen.
Eure Tessi

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193 Beiträge · seit 201314. Okt. 2018 · #16
Ich schubse diesen Beitrag mal nach vorne. Finde es schade wenn es einfach so versandet. Vielleicht hat jemand ja noch eine besondere Geschichte zu erzählen.
Eure Tessi
Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201515. Okt. 2018 · #17
Wenn bis jetzt niemand etwas beizutragen hat, mache ich einfach mal weiter. Mein persönliches Ziel ist es, alle unsere kleinen Geschichten aufzuschreiben und daraus mal ein kleines Buch (für den Privatgebrauch) zu machen, was ich vielleicht mal meinen Kindern vorlesen kann.

Diese Geschichte ist zwar in meinem Reisebericht zu finden, allerdings habe ich sie noch einmal, ohne im Bericht nachzuschauen, mehr als Geschichte aufgeschrieben.

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06. Juni 2018 – Der Tag, an dem ich vollends mein Herz verlor.

In dieser Nacht schliefen wir nicht allzu gut. Noch immer plagt uns das Gefühl, heute abreisen zu wollen und nicht noch eine Nacht hier zu verbringen.

Bei unserer Ankunft gestern auf der White Lady Lodge wurden wir bitter enttäuscht. So sehr freute ich mich im Vorfeld auf die berühmten Wüstenelefanten, für diese die Lodge bekannt ist, aber leider wurden sie seit Monaten nicht mehr hier gesehen. Auch wenn es wilde Tiere sind, so konnte ich meine Enttäuschung einfach nicht begraben und bin seitdem zum ersten Mal in diesem Urlaub so richtig geknickt.

Wir möchten das Frühstück abwarten und dann entscheiden, ob wir heute abreisen oder nicht. Draußen ist es sehr frisch, die 37 Grad von gestern wirken gerade nahezu surreal. Dennoch erfrischt diese Morgenluft ungemein und ich gehe in mich. Kann nicht einfach ein kleines Wunder geschehen und die Elefanten spazieren jetzt genau hier über den Platz, wie man es von vielen Fotos und Berichten kennt? Aber wer glaubt schon an Wunder? Es noch so still um uns herum und selbst die Grillen haben ihr Zirpen eingestellt. Alles wirkt so friedlich und genau diese Stille lieben wir so sehr. Kein Verkehr, kein stressiges Hin und Her und kein hektischer Lärm. Europa hat die Uhr erfunden – Afrika die Zeit.

Die Sonne ist noch nicht aufgegangen und im Dunkeln machen wir uns auf den Weg zum spärlichen Frühstück. Jayden, einer der Kellner, begrüßt uns mit seinem ansteckenden Lächeln. Wir sollten uns während des Frühstücks entscheiden, ob wir den geplanten Elephant-Drive als einen Nature Drive wahrnehmen möchten. Jayden bekräftigt uns in der Entscheidung und so willigen wir ein, nachdem er für uns die spontane Umbuchung für die kommende Nacht erledigt hat.

Langsam geht die Sonne auf und hüllt den berühmten Brandberg in ein feuerrotes Kleid. Dieses Bergmassiv macht seinem Namen alle Ehre. Man spürt, wie es mit jedem Sonnenstrahl wärmer wird und jetzt freuen wir uns auch darauf, mehr von dieser tollen Landschaft zu sehen.

Neben uns wartet noch ein Herr aus England, der uns urplötzlich fragt, ob wir auch wegen der Elefanten hier sind. Wir schauen uns verdutzt an. Klar sind wir das, aber sie sind ja leider momentan nicht hier. Er erklärt, dass sie angeblich 30 bis 40 Kilometer entfernt seien und wir sie nun suchen würden. Ich weiß nicht mehr, was mir in diesem Moment durch den Kopf ging, aber ist es wirklich an der Zeit, doch noch an Wunder zu glauben?

Unser Guide Helmuth fährt mit einem alten Landi vor, der stolze 450.000 km auf dem Tacho hat. Da ich noch immer skeptisch bin, frage ich nun ihn, was es mit den Elefanten auf sich hat. Er erklärt uns, dass dies ein Special Drive wird und wir versuchen werden, die Elefanten zu finden, die sich momentan in Richtung Khorixas aufhalten. „Maybe we’ll find them“. Ich finde mein Lachen wieder und strahle nun mit der augehenden Sonne um die Wette.

Wir durchqueren das trockene Rivier des Ugab Rivers und müssen zunächst etwas Strecke gutmachen. Immer wieder vorbei an kleinen Häuschen, deren Bewohner sich so gut es geht gegen die Elefanten rüsten, die hier Jahr für Jahr einiges zerstören. Es geht weiter durch ein paar Tore, die immer wieder geöffnet und geschlossen werden müssen, obwohl der angrenzende Zaun komplett zerstört ist – That’s Africa!

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Die Landschaft hier wirkt sehr karg und es wächst kein Gras. Kein Wunder, dass wir bis auf einen Strauß, einen Schakal zwei Springböcke kein Wild entdecken. Diese Gegend besitzt ohnehin keine große Wilddichte. Die Sträucher und Bäume hingegen erstrahlen in einem satten Grün – die optimale Nahrung für die Elefanten!

Es vergeht eine gute Stunde, bis wir an einer Wasserstelle die ersten Elefantenspuren finden. Ein einsamer Bulle hat hier vor etwa zwei Tagen getrunken erklärt uns Helmuth. Auch wenn der Bulle seitdem schon dutzende Kilometer weitergewandert sein wird, sind unsere Augen nun vollends im Späher-Modus. An einer weiteren Wasserstelle finden wir Spuren, die erst wenige Stunden alt sind, was die Situation immer spannender macht. Helmuth erntet von uns wahnsinnige Bewunderung dafür, wie er die Spuren im Auge behält und ihnen folgt. Ich frage mich nur, wie man vom Weg aus in diesem unglaublich riesigen Gebiet einen einzelnen Elefanten suchen will. Schnell werde ich eines Besseren belehrt, indem es nun Off-Road geht. Helmuth lässt die Spur nicht aus den Augen und wir halten das ein oder andere Mal die Luft an, als es über Felsen und Hackibusch geht. Der alte Landi rüttelt uns ordentlich durch, aber alle Anstrengung bringt nichts – die Spur verliert sich in dicht bebuschtem Gebiet, wo für uns kein Durchkommen mehr ist.

Schade, aber das ist die wahre Natur. Ohne Zäune, ohne Grenzen. Wo die Tiere dorthin ziehen können, wo ihr Instinkt sie hinführt. Es ist sehr schade, dass es nur noch wenige solcher Gebiete auf der Welt gibt.

Wir lassen Helmuth nicht aus den Augen und sind uns sicher, dass er weitersucht. Hat er etwa eine neue Spur entdeckt? Als er sich sicher ist, steigen wir aus und er erklärt uns eindrucksvoll, dies seien die Spuren einer ganzen Herde, die heute Morgen hier entlang gekommen sein muss. Er zeigt uns einen Ruheplatz eines jungen Elefanten und untersucht den hinterlassenen Dung. Dieser ist noch etwas feucht, definitiv erst wenige Stunden alt! Die unterschiedlich großen Spuren sind noch gut erhalten und es ist noch kein Tier oder Insekt durchgelaufen. Auch das deutet auf frische Spuren hin. Er beeindruckt uns sehr mit seinem Wissen und wie er die Natur liest. Die Suche geht weiter und die Spannung ist kaum auszuhalten. Petra und ich verlieren die Spuren immer wieder aus den Augen, aber Helmuths Blick klebt fest daran. Er ist so konzentriert, dass wir uns in einem kleinen sandigen Flußbett schließlich festfahren.

Als der Landi sich nach einigen Versuchen immer noch nicht bewegt, sehen wir schwarz. Allerdings ist Helmuth nicht nur ein exzellenter Guide, sondern auch ein geübter Fahrer und so befreit er uns mit aller Kraft, die der Landi zu bieten hat aus der Misere. Weiter geht die Suche.

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Wir sind jetzt weit über zwei Stunden unterwegs und erreichen schließlich eine Stelle, an der ein ganzes Elefantenmeeting stattgefunden haben muss! Rundherum sind unzählige Spuren und es fühlt sich unheimlich stark an, zu wissen, dass hier Stunden zuvor so viele Wüstenelefanten Rast hielten. Helmuth fährt mit uns auf eine Anhöhe und steigt aufs Dach, um eine gute Rundumsicht zu haben. Auch wir spähen durch unsere Ferngläser und suchen die weite Ebene vor uns ab. Nichts. Helmuth scheint jeden einzelnen Busch abzusuchen, aber auch er wird nicht fündig. Einzig ein paar relativ frische Fresspuren können wir entdecken. Aufgrund der vorangeschrittenen Zeit verabschieden wir uns langsam von dem Gedanken, diese wunderbaren Tiere heute noch zu finden. Allerdings sind wir uns einig, dass dieses Erlebnis trotzdem unvergessen bleibt.

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Helmuth setzt unseren Weg fort und scheint gar nicht daran zu denken, jetzt aufzugeben. Wir durchqueren die Buschebene und gelangen schließlich zu einer weiteren Anhöhe, von der aus wir noch weiter schauen können. Dort findet sich eine Felsformation, die wir hochklettern und ich erkenne weit weg zwei Autos im Busch. Noch bevor ich oben angelangt bin, ertönt von Helmuth ein lautes und freudiges „Elephants!!!!!!“. Zack, springen wir wieder ins Auto und müssen uns nun einen Weg dorthin suchen, da es vor uns nur felsig bergab geht. Er erklärt uns auf dem Umweg, dass es sich bei den Fahrzeugen um die Organisation EHRA (Elephant Humen Relations Aid) handelt, die sich für den Schutz der Wüstenelefanten einsetzt und versucht, den Mensch-Tier-Konflikt im Auge zu behalten.

Unsere Aufregung steigt mit jedem Meter, den wir uns nähern und nach fast drei Stunden intensiver Suche finden wir uns inmitten einer Herde von 14 Wüstenelefanten wieder. Die Tiere kennen Helmuth und den Landi und so können wir sie entspannt beobachten, während sie fressen und Meter für Meter weiterziehen. Irgendwann sind wir von der Herde eingekesselt und keiner macht einen Mucks. Die Anwesenheit dieser erhabenen Tiere verbreitet Zufriedenheit. Dass diese wilden Tiere uns in ihrer unmittelbaren Nähe dulden, danken wir ihnen sehr.

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Helmuth reißt mich aus meiner Schwärmerei heraus als er erklärt, dass sich dort drüben in einem Pulk von einigen Tieren ein stattlicher Bulle versteckt. Er wäre sehr stark und hätte einen abgebrochenen Stoßzahn. Augenblicklich merke ich, wie sich in meinem Hals ein Kloß bildet und mein Herz einen Moment lang aussetzt. Tränen sammeln sich in meinen Augen und ich kann es kaum aussprechen. „Voortrekker?“, frage ich geistesgegenwärtig. „Yes, himself!“, antwortet Helmuth. Damit ist es um mich geschehen.

Niemals hätte ich mir erträumen lassen, den berühmten Sir Voortrekker einmal wahrhaftig zu treffen. Er ist der älteste und berühmteste Bulle hier in der gegend, wobei niemand sein wahres Alter kennt, allerdings ist er weit über 50 Jahre alt. Viele Male habe ich ihn im Internet bewundert und in den letzten Monaten wurde er nicht mehr gesehen. Vor genau einer Woche meldete sich EHRA mit einem kurzen Clip, der zeigte, wie er in Richtung Brandberg unterwegs war – mit einem abgebrochenen Stoßzahn.

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Ich kann mich kaum beruhigen und wische mir hastig die Tränen fort. Voortrekker lässt sich viel Zeit, bis er hinter den anderen hervorkommt und sich uns zeigt. Ein Blick in sein mir bekanntes Gesicht reicht, um mich vollends zu verlieben. Er strahlt eine solche Anmut aus, obwohl er so ein starker Koloss ist. Wir sind umgeben von 14 wundervollen Elefanten, aber ich habe einzig Augen für ihn. So muss sich Liebe auf den ersten Blick anfühlen.

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Als er sich uns nähert und in voller Pracht präsentiert, können wir nur staunen. Stolz wandert er an uns vorbei und Petra hält diesen Moment zum Glück auf Video fest. Ich dagegen kann mich kaum auf ordentliche Fotos konzentrieren. Das Privileg zu haben, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, kann man in diesem Moment kaum beschreiben. Auch wie es in mir drin aussieht oder was mir durch den Kopf geht, vermag ich mich nicht mehr zu erinnern. Viele Emotionen treffen aufeinander, vor allem aber unglaubliche Dankbarkeit.

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Wir folgen der Herde weiter bis zu ihrer momentanen Wasserstelle, wo sich zwischen den Felsen tatsächlich noch Regenwasser befindet. Ein letztes Mal beobachten wir diese wunderbaren Tiere und müssen uns langsam losreißen. Ich verabschiede mich in Gedanken von Voortrekker. Möge man ihn und alle anderen Wüstenelefanten mit aller Macht beschützen.

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Auf dem Rückweg zur Lodge bietet sich uns ein wunderschöner Anblick vieler kleiner gelb blühenden Blumen, die sich über eine weite Landschaft erstrecken. Noch immer sind wir unheimlich dankbar und als mein Blick weiter in die Ferne schweift, kommt es mir schlagartig in den Sinn. „Mama, überleg mal, welches Datum wir heute haben….“. Wir schauen uns an und nun vergießt auch Petra einige Tränen. Heute vor zwei Jahren ist ein geliebter Mensch von uns gegangen, der dieser Begegnung erst recht einen Sinn verleiht. Wir sind uns sicher, da muss jemand mitgeholfen haben an diesem wundervollen Vormittag. Danke Opa!

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Nach etwa fünf Stunden kehren wir zur Lodge zurück und reisen an diesem Tag natürlich nicht mehr ab. Es gilt nun, das Erlebte zu verarbeiten und runterzukommen. Jayden empfängt uns und wir strahlen um die Wette. Wir erzählen ihm und allen anderen von unserer Begegnung und man spürt, wie sich alle freuen, dass die Elefanten langsam zurückkehren.

An diesem Abend singt die ganze Belegschaft der Lodge wieder fröhlich für uns und in meinem Kopf kreisen die Bilder von Voortrekker. Genau dieser Moment, dieser Tag, trägt dazu bei, mein Herz immer mehr an dieses Land zu verlieren und Erinnerungen zu sammeln, die mich mein Leben lang begleiten werden.

Es wird immer Tage geben, an denen man denkt, alles geht schief. In solchen Momenten schließe ich die Augen, rufe mir genau diese Erinnerungen in den Sinn und träume von einem Land, das mich nicht mehr loslässt – Namibia.

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1'324 Beiträge · seit 201315. Okt. 2018 · #18
Sehr nette Erlebnisse.
Afrika ist eben mehr als Tiere und Natur, deshalb fasziniert mich die Begegnung mit den Menschen immer wieder.

Keine Ahnung wie ich es geschafft habe, im KTP mit einem Ford Ranger einen Platten zu bekommen.
Jedenfalls hat sich der Reifen komplett zerlegt, genau in dem Moment als wir eine Gruppe Löwen passierten. Die Entfernung war zwar eher groß, aber so richtig Laune machte das nicht.
Also ran ans Gerät. 2 Mann begannen Reifen zu wechseln, 2 Frau passten auf.
Aber wie so oft ließ sich der Ersatzreifen nicht richtig absenken. Das nächste Auto kam nach 10 Minuten. Ein offizielles Fahrzeug mit der Aufschrift Sanparks Anti Poaching Unit. Der Fahrer war ca. Mitte 50 und der oberste Anti Poacher von Sanparks. Er sei verpflichtet den Reifen in Gefahrensitutionen zu wechseln.
Das war mir natürlich peinlich und ich half dann doch mit. Inzwischen waren 5 weitere Fahrzeuge dazu gekommen, die eine Art Wagenburg gegen die Löwen bildeten. Natürlich spendierte ich jedem ein Windhoek Draft.
Das artete dann so langsam in eine Art Happening aus und es wurde immer mehr Bier gertrunken. Mein gutes Bier! Der Reifen war längst gewechselt, aber das ganze löste sich erst auf, nachdem ich kein Bier mehr hatte. So manch einer unserer "fleißigen Helfer" hatte inzwischen sicher mehr Alkohol als verträglich war.
Man merke sich: Südafrikaner sind hilfsbereit und trinken gerne. Auch dem Joe sein ganzes Bier weg, der die restlichen 4 Tage ohne Bier auskommen musste.
Und Löwen finden Bier eher langweilig.
Und Menschen, die Bier trinken stehen nicht auf dem Speisezettel.
Prost!


Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela 10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
17 Beiträge · seit 201715. Okt. 2018 · #19
Wir waren im Oktober 2016 u.a. im Sabi Sands Game Reserve (Südafrika) unterwegs und durften dort auf ein soeben geborenes Elefantenbaby treffen. Die Hyänen stritten sich noch um die Nachgeburt. Die Elefanten standen sternförmig um die Mutter und ihr Neugeborenes und schirmten sie ab. Kaum 10 Minuten später setzt sich die Gruppe bereits in Bewegung, eskortiert von den Tanten und Schwestern. Zurück bleiben die Hyänen, welche noch sehr aufgeregt umherrennen. Der Ranger meinte, dass die Gruppe der Elefanten genug gross sei, um das Elefantenbaby auch gegen die aktuell 7 Hyänen zu verteidigen.
Ein unvergessliches Erlebnis!

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Viele Grüsse
Andrea
zuletzt bearbeitet 15. Okt. 2018
6'369 Beiträge · seit 201116. Okt. 2018 · #20
Hoi zämä

Im Hotel Okapi in Kigali ist mir auch was passiert was viele nicht mit Afrika in Verbindung setzen würden.
Der Einfachheit halber erlaube ich mir ebenfalls einige Stellen aus meinem Reisebericht 'Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...' zu zitieren:

Schon um 20:30 Uhr gehts in die Zimmer, denn wir müssen ja noch packen!
Ich breite alle meine Sachen aus und packe alles so dass es vom Gewicht her wieder passt und ich im Handgepäck nicht zu viel schleppen muss.
Dazu leg ich alles aufs Bett und kontrolliere ob wirklich alles da ist und da hinkommt wo es hin muss.
Und nach der Kontrolle kommt alles dahin wo es vorgesehen war, so das sich morgen nur noch den Kulturbeutel einpacken muss!
So kann man nichts falsch machen, würde man meinen!
Würde man...
Nach etwas Facebook und Fotos sichern schalt ich um 22:30 das Licht aus, gute Nacht!


Weiter gehts am nächsten Tag:

Afrikanische Accapella-Stimmen würden mich sanft aus dem Schlaf reissen, wenn ich denn noch schlafen würde...es ist 05:00 Uhr!
Seit etwa einer Stunde bin ich schon wach.
Grund unbekannt...der Nachtclub war schon gestern kaum zu hören, der wars also nicht!
Na ja...
Nachdem ich mich wieder mittels Zähne putzen, duschen, waschen, deodorieren, Linsen einsetzen usw zu einem Menschen gemacht habe
wird auch noch den Kulturbeutel eingepackt, das Zimmer nochmals kontrolliert und anschliessend...
...verlassen!!!
Herzlos wie ich bin!
Kaum unten an der Rezeption angekommen heisst mich der Fahrer schon willkommen! :-D
Das hat ja schon mal geklappt!
Und auch Sven kommt schon, so dass wir um 05:55 Uhr abfahren können!
Ohne viel Verkehr können wir durch das frühmorgendliche Kigali fahren und so kommen wir viel zu früh am Flughafen an.


Am nächsten Tag in Dar es Salaam:

Bua, was hass ich Dich Du Wecker!!!
Es ist 04:00 Uhr und ich muss aufstehen!
Was tut man nicht alles um endlich wieder im so heiss geliebten Ruaha-Nationalpark zu stehen!
Ich check nochmals mein Handgepäck und bekomm beinahe einen Herzstillstand!
Wo ist meine kleine Tasche mit dem Bargeld drin?
Verdammt!
Ich durchsuch alle Taschen, alle Kleider, alles, einfach alles wieder und wieder!
Und die kleine Tasche kommt nicht zum Vorschein!
Shit!!!
Da sind rund $600.-, einige zehntausend ruandische Franc und sFr. 120.- drin!
Hab ich die irgendwo verloren?
Ich bin mir sicher ich hab die im Okapi zum Handgepäck gelegt!!!
Hundertprozentig sicher bin ich mir da!!!
Ich suche und suche, finde aber nichts, nicht mal das Geld!
Wurde ich etwa irgendwo bestolen???
Vieleicht bei einem der vielen Rucksackauspackmanöver an den Flughäfen?
Ich kann mich nicht daran erinnern die Tasche aus dem versteckten Beutel im Rucksack genommen zu haben, wo sie immer drin ist...
Nützt nichts, es ist nicht da und ich muss vorwärts machen!
Also noch kurz die Morgentoilette hinter mich gebracht, geduscht, alles eingepackt und um 04:45 Uhr steh ich schon unten in der Lobby!
Der Fahrer ist auch schon da, nur Sven fehlt noch.
Aber auch auf ihn brauchen wir nicht lange zu warten und schon um 04:50 Uhr gehts los!
Weg von diesem Hotel das ich wirklich nicht weiterempfehlen kann!
Es hat zwar schon erstaunlich viel Verkehr im noch nächtlichen Dar es Salaam, aber trotzdem sind wir nach einer guten halben Stunde
am Flughafen.


Und dann Tage später in Makambako im südtansanianischen Hochland muss ich unserem Touroperator und Guide Sikoyo was erzählen:

Ich erzähl Sikoyo von meinem verschwundenen Geld, Sven weiss es eh schon längst.
Und damit ich nicht von Afrika aus ins eBanking muss um mir das Geld selbst zu ersetzen indem ich die Prepaid-Card lade frag ich
ihn ob ich die Restzahlung dann von der Schweiz aus überweisen kann, nach dem Tripp!
Ohne zu zögern ist Sikoyo einverstanden!
Aber auch nur weil er mich kennt und ich ihm schon einige Kunden vermittelt habe.
Super!
Würde auch nicht jeder machen!
Und für mich ists so halt schon angenehmer als übers Handynetz in Afrika aufs eBanking zugreifen zu müssen.
Wäre auch gegangen, aber ungern.
Danke, Sikoyo!
Nach ewig langer Zeit des Dasitzens sucht sich Sikoyo mal eine Bedienstete bei der wir endlich was bestellen können.
Bei mir gibts Curry mit Reis und dazu eine Coke!
Die Bestellungen der Anderen hab ich gar nicht mitgekriegt...
So essen und sitzen wir da und lassen uns von Sikoyo erklären wie's in Tansania so läuft, weshalb die Proteste angekündigt und
dann doch wieder zurückgezogen wurden usw.
Bis wir so um 21:00 aus dem kalten Restaurant in den noch kälteren Abendwind raustreten und uns nach der Verabschiedung in unsere
Zimmer verkriechen.
Ab unter die Dusche und dann check ich meine eMails, SIM-Karte sei dank!
Und was seh ich da?
Das gibts doch nicht!
Egide Ruzindana, der Managing Director des Hotel Okapi in Kigali hat mir in einer eMail mitgeteilt dass in meinem Zimmer eine kleine
Tasche mit viel Bargeld drin gefunden und ihm abgegeben wurde!
Wau!
Ich staune gerade genügend Bauklötze um die chinesische Mauer nachbauen zu können!
Die Tasche wäre unter dem Bett gefunden worden...die muss mir beim Einpacken runtergefallen sein und das so unglücklich dass ich
sie nicht sehen konnte!!!
Und am meisten überrascht mich dass die Person, die dies gefunden hat das Geld abgibt, denn Egide schreibt mir dass $600.- und
sFr. 120.- und einige ruandische Franc drin waren!
Nichts fehlt!!!
Das hätte es in Europa nicht gegeben!!!
Wau!
Ich schreib gleich zurück dass das meine Tasche ist und er die Ruanda-Franc und die Schweizer Franken doch entnehmen soll und,
nachdem die Franken in Franc französisiert wurden, davon die Hälfte der Finderin geben soll!
Die andere Hälfte soll er in die Tipp-Box geben und mir die $600.- abzüglich der Bankkosten auf mein Konto überweisen!
Ich nehms hier mal vorweg: Ich habe das Geld effektiv zurück bekommen und die Finderin will ihr Haus mit dem Finderlohn reparieren
(kann also nicht in sonderlich schlechtem Zustand sein) und ist echt happy über das Trinkgeld.
Win-Win...dank dieser ehrlichen Frau und dem Manager!


Das war eines meiner eindrücklichsten Erfahrungen betreffend der ach so weit verbreiteten Unehrlichkeit in Afrika, wo ja alle und jeder ein Dieb sein soll...den Gerüchten nach. Nur nicht in der realen Welt... 🙂
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)