graugans60 Beiträge · seit 201809. Sept. 2018 · #21
Hi Biggi, ihr habt eine sehr interessante Route gewählt, ich wäre also auch noch gerne dabei und habe deinen Blog bereits abonniert 🙂 Liebe Grüsse - Claudia
tiggiThemenstarter1'558 Beiträge · seit 201110. Sept. 2018 · #22
@graugans, liebe Claudia, ich freue mich, euch hier in meinem Bericht begrüßen zu dürfen. 🙂 Viele der Mitreisenden kenne ich schon, habe sie live erlebt, aber euch kannte ich noch nicht, darum habe ich schnell mal in eurem Bericht geblättert. Oh man, der Skorpion - welch ein Glück du doch hattest! @Enilorac65 und Beatnick, Bettina - auch ihr seid herzlich willkommen, schön, dass ihr uns begleitet! 😘 Es ist noch viel Platz vorhanden 😉 und damit soll es auch bald weiter gehen.
Moin, puh, hinterher gelaufen und noch aufgesprungen. Wird langsam eng, aber dann ist es eben kuschelig. 😄 😄 😄 😄 Hartmut
tiggiThemenstarter1'558 Beiträge · seit 201110. Sept. 2018 · #24
Ein neues Land, ein neues Soft-Abenteuer, auf nach Mosambik! 1.7.18 Heute Morgen lassen wir uns Zeit beim Frühstücken auf der Terrasse. Der Sohn von Cheryl (frühere Besitzerin) kontrolliert bei Tageslicht noch einmal die Schrauben, zusammen mit Manfred. Alles fest, gut! Ich jage, mehr oder eher weniger erfolglos, mit der Kamera hinter ein paar Vögeln her. Vögel kann ich irgendwie nicht… . Wir verlassen gegen 9.00 Uhr das Buckler`s Africa. Im nur wenige Kilometer entfernten Komatiport kaufen wir an der Tankstelle den „Drive MOZ“- Sticker (jeweils ein großer und ein kleiner Aufkleber gehören zusammen, 50 R). Mit dem Sticker dokumentiert man seine Zugehörigkeit zur Facebook-Gruppe von Mosambik und zeigt sich solidarisch im Kampf gegen die Korruption. Dieses soll für alle Polizeikontrollen gelten.
Wenige Minuten später stehen wir am Grenzübergang nach Mosambik. In SA sollte es eigentlich mit dem Ausstempeln des Passes sehr schnell gehen. Aber…! Leider findet der Officer keinen Einreisestempel in Manfreds Pass. Unsere Pässe beinhalten so viele Stempel, dass es an ein Wunder grenzt, wenn der richtige Stempel sofort gefunden wird. Wir suchen selber einige Zeit. Der Officer meint doch tatsächlich, dass wir zum Airport zurück müssten, um den Einreisenachweis zu erhalten. 😈 Mein Mann ist sich aber sicher, dass er gesehen hat, wie an der Immigration gestempelt wurde. Also, noch einmal suchen wir Seite für Seite ab und tatsächlich, auch ohne Lupe, versteckt sich ein Einreisestempel zwischen anderen Stempeln aus den Vorjahren aus Südafrika. Ich gebe zu, es bedarf schon eines genauen Hinsehens, wo sich die Stempel verbergen. Für die Zukunft habe ich mir immer die Seite notiert, auf die unsere Stempel gedruckt wurden. Das war am frühen Morgen schon ein Schreck, wenn auch unbegründet! Einreise nach MOZ Wir sind aber in Mosambik an der Grenze. Ich bin auf viele Schlepper und Nepper eingestellt. An der Grenze zu Sambia war es kaum auszuhalten, vor Schleppern. Hier hält es sich wortwörtlich in Grenzen. Ein netter junger Mann kommt auf uns zu und möchte uns von Schalter zu Schalter führen. Ich mache ihm gleich klar, dass es nicht nötig sei und wir auch alleine zurechtkommen, außerdem würde ich nicht für solche Dienste zahlen. Unseren Wagen parken wir auf einem Platz vor mehreren Buden, wir folgen dem Schild „Immigration“, unser „unerwünschter Begleiter“ 😵 immer an unserer Seite, so eine Art Begleitschutz! Da wir bereits unser Visum im Pass haben, wird dieses nur abgestempelt. Ein Schalter und es geht sehr schnell. 😉 An einem weiteren Schalter sollen wir eine Third Party Insurance abschließen, man verlangt die Autopapiere. Ich lege stattdessen den Beleg über eine bereits im Internet abgeschlossene Versicherung vor, der Officer ist zufrieden, wir können gehen. Hip, hip! 😉 Nun benötigen wir lediglich noch eine Police... (irgendetwas) /Zolldokument fürs Fahrzeug. Wir müssen in ein anderes Büro. Mir erschließt sich die Notwendigkeit zuerst nicht, ich bin skeptisch und lehne es erst ab. Leider wird mir aber unmissverständlich klar gemacht, dass ich dieses Papier benötige, sonst gibt es keine Einreise mit dem Auto. Es war auch tatsächlich so! Alles lief korrekt ab. Bei der Ausreise wurden wir danach gefragt, mussten es sogar wieder abgeben. Ich habe es mir leider nicht genau angeschaut, deshalb kann ich nicht sagen, was darauf stand. Wir zahlten 720 Rand dafür, unser „Schlepper“ lief damit ins Office zurück, ließ es abstempeln und brachte auch unseren Gatepass abgestempelt mit und wir waren fertig für die Weiterfahrt. Wir nehmen das Dokument, bedanken uns und gehen. Ich denke mir, ob das mit den 720 Rand so stimmt? Beim Auto angekommen, möchte ein junger Bursche ein paar Münzen für die Bewachung, ein anderer erklärt uns, wir müssen noch sehr lange auf den Zollbeamten warten, der sich den Wagen von innen anschaut, es sei denn, wir bezahlen einen Obolus, dann kontrolliert er nicht. 😈 Unser Schlepper ist auch wieder da und erklärt uns, dass da so üblich sei. 😈 Ich gebe ihm zu verstehen, dass ich im Urlaub sei und Zeit hätte, ich warte gerne auf den Zollbeamten. Verärgerte Gesichter schauen mich an. 😮 Unser Schlepper meint aber, wenn wir ihm etwas Geld geben, überbringt er es dem Beamten und wir können ohne Kontrolle fahren. 😗 Ich habe ein komisches Gefühl und lass mich da nicht drauf ein. Als ich frage, warum der Beamte nicht selber nach dem Betrag fragt, da hat der Schlepper eine plausible Antwort parat: „Hier sind überall Überwachungskameras, man würde ihn wegen Korruption anschwärzen,“ und das ist genau der Grund, weshalb wir den Drive Moz-Aufkleber am Auto haben. Wir unterstützen so etwas nicht. Plötzlich sollen wir doch schnell am Zoll vorbeifahren und schwupp! Sind wir im Mosambik. Na also, geht doch - auch ohne Schmiergelder. 🤪 Die gesamte Grenzabfertigung hatte kaum mehr als 40 Minuten gedauert.
Großes Gewusel in Grenznähe! Wenige Kilometer weiter, wenig Verkehr! Unser Weg führt uns geradewegs in die Hauptstadt nach Maputo.
Wir haben dort ein Hotelzimmer gebucht und wollen einen Eindruck von der Stadt gewinnen. Bis nach Maputo fahren wir über die N4, an zwei Mautstellen zahlen wir (190MTC und 35 MTC). Wir zahlen in Rand, da wir noch keine Gelegenheit hatten, Geld zu wechseln - 1 Rand entspricht 4 MTC. Der erste Eindruck von Maputo ist eher ernüchternd. Aber es gibt auch palmengesäumte Straßen.
Die Stadt hat wenig Hübsches, kaputte Straßenränder und Bürgersteige, Häusergerippe überall, dazwischen aber eine neue Einkaufsmall (am Westrand) und Baukräne an der Großbaustelle der Maputo-Katembe Bridge. Es soll die größte Hängebrücke Afrikas werden, ermöglicht wird das Projekt durch Investoren aus China. Es passiert hier etwas.
Sehr zentral gelegen ist das Hotel Villas dos Mangas. Es ist nicht das Schönste, soll sogar 4 Sterne Standard haben (?), aber für das Geld kann man nicht so viel erwarten. Unseren Wagen konnten wir sicher im Hinterhof abstellen, das ist hier wichtig.
Sehr zentral gelegen ist das Hotel Villas dos Mangas. Es ist nicht das Schönste, soll sogar 4 Sterne Standard haben (?), aber für wenig Geld kann man nicht so viel erwarten. Unseren Wagen konnten wir sicher im Hinterhof abstellen, das ist hier wichtig.
In Maputo gibt es viele hochpreisige Hotels, da die Stadt durch die Geschäftswelt und viele Konferenzen geprägt ist. Wir erhalten ein kleines, aber sauberes Zimmer. Der Safe ist nur mit einem Schlüssel zu bedienen, das Zahlenfeld ist „out of order“, die Dusche wird auch nicht richtig warm 😣 , ein Kühlschrank und ein Fernseher sind vorhanden 😄 , eigentlich ist alles gut. Leider befindet sich unser Zimmer im Erdgeschoss, direkt vor dem Pool. Hier stehen viele Raucher und unterhalten sich etwas lauter, der eine Teil unseres Fensters ist nur ein Fliegenschutzgitter, so dass alle Geräusche und Gerüche ins Zimmer ziehen. Ach ja, eine Klimaanlage gibt es auch. 🤩 In der angrenzenden Brasserie gibt es Kuchen, Cappuccino und andere Leckereien. Ein sehr gutes Weinangebot und eine Speisekarte mit netten Angeboten. Für den Cappuccino zahlen wir 250 Meticais, ein Bier gibt es für 175 MTC und zum Abend hatte ich einen Wrap, mit Pommes und Salat für 550 MTC.
In Maputo gibt es viele hochpreisige Hotels, da die Stadt durch die Geschäftswelt und viele Konferenzen geprägt ist. Wir erhalten ein kleines, aber sauberes Zimmer. Der Safe ist nur mit einem Schlüssel zu bedienen, das Zahlenfeld ist „out of order“, die Dusche wird auch nicht richtig warm, ein Kühlschrank und ein Fernseher sind vorhanden, eigentlich ist alles gut. Leider befindet sich unser Zimmer im Erdgeschoß, direkt vor dem Pool. Hier stehen viele Raucher und unterhalten sich etwas lauter, der eine Teil unseres Fensters ist nur ein Fliegenschutzgitter, so dass alle Geräusche und Gerüche ins Zimmer ziehen. Ach ja, eine Klimaanlage gibt es auch. In der angrenzenden Brasserie gibt es Kuchen, Cappuccino und andere Leckereien. Ein sehr gutes Weinangebot und eine Speisekarte mit netten Angeboten. Für den Cappuccino zahlen wir 250 Meticais, ein Bier gibt es für 175 MTC und zum Abend hatte ich einen Wrap, mit Pommes und Salat für 550 MTC. Am Nachmittag erkunden wir zu Fuß diesen Teil der Stadt und ich kann schon versprechen, es gibt auch bunte Ecken ... weiter geht es demnächst. Biggi
ich bin natürlich auch mit Bord, auch wenn ich nicht jedesmal meinen "Senf" dazu abgebe.
Ihr habt Euch eine ganz tolle Tour ausgesucht, und wenn jemand nach Maputo fährt, dann zollt mir das schon Respekt ab. Vor zwei Jahren wollten wir eine ähnliche Tour fahren, leider ist nichts draus geworden. Aber irgendwann - über den Krüger und in der Mitte rein über Giriyondo, dann ab zur Küste bis hinauf nach Vilanculos und anschl. wieder zurück über Maputonach SA, so war der Plan.
Wir sind schon sehr gespannt auf Eure weiteren Abenteuer. Das Abenteuer Grenzübergang habt Ihr ja schon mal gut gemeistert. 😉
Feuerspatz37 Beiträge · seit 201711. Sept. 2018 · #26
Hallo Biggi, Da sprinte ich auch noch schnell über die Grenze und steige mit ein. Und freue mich auf noch mehr Infos über und schöne Bilder aus Mozambique, das bei uns auch gerade in den näheren Focus gerückt ist. Und der Rest interessiert uns auch sehr. LG Gabriele
If we kill off the wild, then we are killing a part of our souls. -Jane Goodall
1x Namibia, 5x Südafrika, 3x Nigeria. Nächstes Ziel Kruger pur 2020 (und träume schon wieder vom KTP)
Mustang05339 Beiträge · seit 201511. Sept. 2018 · #27
Hallo Biggi,
leider habt ihr unwissentlich die Korruption unterstützt.Man hat euch mit den 720 Rand über den Tisch gezogen. An alle die nach Mosambik reisen wollen..... An der Grenze muss kein Cent bezahlt werden an niemanden....!!!
Das Dokument für das Fahrzeug nennt sich TIP Temporary Import Permit und wird kostenlos am Customs Schalter ausgegeben.Bei Ausreise aus MOZ wird es wieder abgegeben.
Die Runners/Schlepper arbeiten mit den Zollbeamten zusammen und müssen den größten Teil des Geldes an die Beamten abgeben.Man muss in kein Büro oder gesonderten Raum gehen.Alles wird an den Schaltern im Hauptgebäude erledigt.
Musterformular TIP
Unser Freund Dirk Fourie (Gründer von Drive MOZ) hat sich viel Mühe gegeben und die Vorgehensweise am Grenzübergang Komatipoort hier erklärt.Weitere wichtige downloads werden Drive MOZ Facebook Mitgliedern auf einer gesonderten Website zur Verfügung gestellt.Besonders Wichtig am Grenzübergang auf der Mosambikseite Punkt 5,6 und 7
tiggiThemenstarter1'558 Beiträge · seit 201111. Sept. 2018 · #28
Ein Nachmittag in Maputo Bevor man so eine Reise plant, wird der Reiseführer durchgeblättert und die typischen Sehenswürdigkeiten ausgesucht. In Maputo könnte man den Bahnhof, das alte Fort, die Kirche und dieses und jenes Denkmal anschauen. Ja, das kann man machen, muss man aber nicht gleich. Morgen ist auch noch ein Tag dafür. 😉 Uns interessiert vielmehr, wie die Menschen hier leben und wie sieht deren Alltag aus. Also müssen wir erst einmal Kontakte knüpfen. Da ist sehr einfach, da die Menschen sehr aufgeschlossen sind. Schnell wird uns erzählt, wo man sich am Nachmittag trifft. Wir sollen zum "Feima", einem Kunsthandwerkermarkt, gehen. Nun haben wir schon einen jungen Mann, Anfang 20 Jahre, kennengelernt. Er möchte uns begleiten, jedoch arbeitet er bis 15.00 Uhr. Wir treffen ihn aber später noch einmal und bummeln schon einmal alleine los.
Auf dem Weg zum Feima müssen wir noch einen ATM aufsuchen. Es ist Sonntagnachmittag, die Straßen sind wenig belebt und wir laufen los. Zuerst gehen wir am National Museum der Geologie vorbei. Gegenüber befindet sich diese außergewöhnliche Giraffe vor einem Farbengeschäft.
Immer wieder trifft man auf mobile Obstläden mit einem verlockenden Angebot. Doch die Preisbildung richtet sich nach dem Herkunftsland der Kunden. 😈 Also, Vorsicht! Vielen Häusern sieht man an, dass Maputo mal bessere Zeiten erlebt haben muss. Zu Beginn des 20 Jhdts. wurde Mosambik von den Portugiesen kolonialisiert. Dann folgten der 1. und der 2. Weltkrieg und eigentlich hat das Land bis vor zwei Jahren immer mit Kriegen und Unruhen zu kämpfen gehabt. Die Wirtschaft wird stark durch südafrikanische Investitionen gestützt. Ob Fabriken, Minen, Hotels oder Lodge, immer wieder treffen wir auf Südafrikaner. Beim Anblick der Stadt werden viele Erinnerungen an Kuba wach. 😉 Wir erreichen den Feima durch einen Nebeneingang, durch den Haupteingang (Foto) verlassen wir diesen.
Gepflegte Grünanlagen umgeben die Buden und zwei kleine Restaurants sind auch gut platziert. Wir hatten ja noch keine Gelegenheit zu einem Lunch, also bestellen wir dort eine Pizza, zwei Cola und ein Wasser, dabei kann man herrlich das Leben beobachten. Auffallend ist, dass in den zwei Lokalen fast nur Weiße anzutreffen sind.
Wir kaufen eine hübsche, allerdings ziemlich unhandliche, Schale.
Auf der Straße werden wir immer wieder von Einheimischen begrüßt und teilweise aufgefordert an ihrem Stand Obst, Gemüse oder anderen Billigkrempel zu kaufen. Wir schlendern dann hinunter zu dem (angeblich) modernen Teil und zur sogenannten "Goldenen Meile" von Maputo. In diesem Stadtteil herrscht werktags ein großes Treiben, heute ist es ruhig. Moderne Geschäfte sind zu finden... und das stolzeste Hotel der Stadt, das Polana Hotel. Erbaut wurde das Gebäude bereits 1920.
Der Blick aufs Meer ist einmalig.
Hier gibt es dann noch etwas zum Trinken und einen Fernseher mit Fußballübertragung und der Formel 1. Es scheinen viele Spanier und Italiener im Hotel zu sein. Dieses Hotel ist zwar sehr hübsch, aber wir haben schon bessere Hotels mit 5 Sternen gesehen. Es war sauber und eben altmodisch schick eingerichtet. Die Lage über dem Meer ist sehr schön. Unterhalb des Hotels kann man einen Blick auf die Villen der reicheren Maputoraner (nennt man die so?) werfen. Wir sind dann ein ganzes Stück an der Promenade entlang gegangen. Hier befindet sich eine Steilküste, an den Hängen wächst der Müll, ... (es gibt schon Mülleimer in der Stadt; hier; am Kunsthandwerkermarkt) ... die Wege sind ebenfalls wenig gepflegt. Auf der Straße begegneten uns immer wieder Menschen, denen Gliedmaßen fehlten. Im Jachthafen lagen nur wenige Boote. Wir schlendern langsam zum Hotel zurück, neben einer Moschee befindet sich eine Schischa-Bar. Männer in langen Gewändern sitzen herum und rauchen oder andere Einwohner verfolgen auf der Straße im Fernsehen die Fußballspiele. ...was ein echter Fußballfan ist, der verpasst kein Spiel. Bei diesem Mann handelte es sich um einen Security! Hübsche Kirche im Abendlicht
Sonnenuntergang in der Stadt 🤪 😣 oder Sonnenuntergang mal anders in Afrika!
Nette Menschen trifft man.
Am nächsten Morgen folgt der andere Teil von Maputo..... bis dahin muss ich den Schock über die unnötig gezahlten Rand verdauen! 😈
tiggiThemenstarter1'558 Beiträge · seit 201111. Sept. 2018 · #29
Hallo Maputo, da unterbreche ich prompt meinen Reisebericht--- 🤩 😈 Danke für deine Hinweise. Mir kam das schon etwas komisch vor, weil ich nach Kameras und deren Wert gefragt wurde. Wir haben das jedoch herunter gespielt und nur eine Billigkamera angegeben. 😮 Dann kam der "Mensch" auf das Dokument. Wir haben allerdings im Immigration Office kein weiteres Papier erhalten und mussten in eine der Buden, die ja zahlreich vorhanden waren. Vielleicht hätte ich doch vorher all die Unterlagen von Drive MOZ genauer lesen sollen, aber vor dem Urlaub ist es immer sehr hektisch bei uns und dann geht es schon los. Ärgerlich, 🙁 aber wir haben alles heile überstanden!
tiggiThemenstarter1'558 Beiträge · seit 201117. Sept. 2018 · #30
Von Maputo nach Bilene 2. 7.2018 Nach der kühlen Dusche gehen wir in die Brasserie zum Frühstücken. Das Büffet ist ganz ordentlich. Wir bepacken unser Auto und fahren gegen 8.30 Uhr zum Bahnhof „Estação do Caminho de Ferro“ und dem Platz der Unabhängigkeit, ...
Im Bahnhof stehen alte Lokomotiven, im hinteren Teil befindet sich ein kleines Museum. Nach 8 jähriger Bauzeit wurde 1916 der Kopfbahnhof mit Pretoria, als erste Strecke, verbunden.
Fahrplan!
Sehr sauber wirkt die Bahnhofshalle, doch auf dem Unabhängigkeitsplatz davor herrscht ein Verkehrschaos; alte Busse halten zwischen mobilen Obstständen, Menschen eilen hin und her oder errichten ihre Straßenstände ein. Eigentlich kann man alles, was man zum Leben benötigt, auf der Straße kaufen.
Wir fahren dann zur Kathedrale...“Catedral Metropolitana de Nossa Senhora de Conceição“, die ich nur schwer im Gegenlicht fotografieren kann.
(1936-1944 erbaut)
Zwischen kommunistischen Plattenbauten und halb verfallenen Kolonialbauten kämpfen wir uns durch den morgendlichen Verkehr. Vor dem Rathaus finden wir einen Platz, um die Kathedrale und das Präsidenten-Denkmal anzuschauen. (Sicher nicht der beste Platz!)
Am Hafengebiet springen uns Parkwächter und Autowäscher vor den Kühler und wollen uns in Parklücken stecken, die vorne und hinten nicht passen, aber das stört hier niemanden. Ein jeder möchte ein paar Metzicais verdienen und versucht sein Glück, alles geht hier! Das alte Fort fotografiere ich nur im Vorbeifahren, hier ist der Verkehr sehr eng und alle Parkplätze sind offensichtlich belegt.
Die wenigen Sehenswürdigkeiten haben wir dann auch bald abgegrast, auf der SD Karte gespeichert und verinnerlicht.
Wir steuern einen Sparmarkt etwas außerhalb an. Dieser Sparmarkt ist auf mosambikanische Kunden und deren Wünsche ausgerichtet und deshalb im Angebot sehr spartanisch. Ein frisches Brot und ein paar Kleinigkeiten bekommen wir aber. Unser nächster Stopp ist eine Tankstelle an der Ausfallstraße nach Norden, der N1. Man versucht uns hier noch ganz geschickt Motorenöl anzudrehen, aber wir benötigen keines. Wenig später erreichen wir tatsächlich ein nagelneues Shoppingcenter. Viele Geschäfte sind noch nicht eingerichtet, aber der Shoperite hat schon ein gutes Angebot zu bieten, wir füllen unsere Vorräte auf. Daneben ist bereits ein Pep, ein Optiker, Jimmy`s Imbiss und ein Laden mit Babyausstattungen eingerichtet. Nun geht es auf die EN 4 nach Bilene.
Die Landschaft ist noch langweilig, immer wieder sehen wir viele Busch- und Feldbrände, die den Himmel verdunkeln, die Luft beinhaltet einen starken Brandgeruch. Diese Lagune von Bilene ist unser heutiges Ziel. Mit 60-80 Km/h halten wir die vorgeschriebene Geschwindigkeit ein, es wird viel geblitzt. Darüber hinaus kontrolliert die Polizei die Fahrzeuge und die Führerscheine. Wir dürfen aber durchfahren, ob das nun an unserem Drive MOZ-Aufkleber liegt oder am Bushcamper, wissen wir nicht. (oder am Gepäck! 🤢 ) 😈
Gegen 14.00 Uhr erreichen wir das Laguna Camp. Es wird von einem älteren Südafrikaner geführt. Nach einem netten Gespräch mit ihm, lassen wir uns in Boma 7 nieder. Die Anlage liegt sehr windgeschützt an der Lagune. Es sind nur drei Plätze belegt. Eine Reservierung hatten wir nicht, ist aber auch nicht notwendig. Die Übernachtung kostet 200 Rand. Zu jedem Platz gehört ein eigener Ablutionblock, Strom und ein Braaiplatz. Wir fühlen uns hier gleich sehr wohl.
Nach einer Stärkung laufen wir zur Lagune, Frauen waschen ihre Wäsche in einem kleinen Zufluss,
Kinder suchen im Müll nach Brauchbarem und kleine Fischerboote liegen idyllisch am Rand.
Am Himmel ziehen Rauchschwaden entlang 🤢
Wir bummeln am Strand entlang und gelangen bald zu einer, europäisch wirkenden, Strandanlage. Auch hier betreibt man Raubbau an der Natur und versetzt ganze Berge ... damit es den Touristen gut geht. 😵
Kurze Zeit später verschwindet mein Mann im Schatten auf einen Barhocker, knüpft neue Kontakte und alles nur weil… Fußball WM!!! 😈 🤪 Ein großer Flatscreen mit Fussball!!! 🤪 😏 (Es spielt Brasilien gegen Mexiko). Und eine Bar mit Getränken. Diese Anlage gehört zum Nachbarhotel, auch ich erfrische mich in einer der Affenschaukeln mit Savanna und etwas Fußball, schlendere dann aber weiter.
Zum Abend werden wieder Fleischspieße auf den Grill gelegt, ein weiteres gutes Getränk nebst Zubehör. Nun folgt unsere erste Nacht im Bushcamper – herrlich!
tiggiThemenstarter1'558 Beiträge · seit 201118. Sept. 2018 · #31
Es geht weiter nach Norden
Früh verlassen wir die Campsite. Vom Eigentümer erfahren wir, dass das Wetter nach Norden hin immer schlechter wird. Aber wir können das Wetter nicht ändern, nehmen es, wie es kommt. Im Schilderwald von Bilene machen wir noch ein Foto und am See im Ort, dann geht es auf die Piste.
Die ersten Regentropfen erreichen uns, der See sieht trübe und grau aus.
Am Straßenrand arbeiten Männer- und Frauenkolonnen mit Macheten und schlagen den Grasrand, eine körperlich harte Arbeit. Die Hauptroute -N1- nach Norden ist schnell erreicht. Sie lässt sich gut befahren, nur selten folgen Schlaglöcher.
Wir kaufen Orangen, die sind wirklich billig, aber das Innere besteht aus mehr Kernen, als Fruchtfleisch! 🙄 😈 Die zulässige Geschwindigkeit sollte man unbedingt einhalten. Außerhalb geschlossener Ortschaften sind 100 Km/h erlaubt, kurz vor einem Dorf findet man häufig den Hinweis auf 80 Km/h und unmittelbar vor einer Ortschaft steht ein 60 Km/h -Schild. Die Polizei blitzt erbarmungslos und die Strafen sollen nicht günstig sein, nur 6 Km/h zu schnell kosten schon ca. 15 €!!! Leider kann man häufig nicht erkennen, ob der Ort schon begonnen hat oder ob man sich noch außerhalb befindet. Wir erreichen bald Inhambane, einen kleinen Ort mit einem Krankenhaus, Apotheken, Geschäften, Schulen und einem Behördenzentrum, viele kleine Straßenläden säumen die Hauptstraße. Unser Ziel liegt aber etwas weiter auf der Halbinsel Barra mit ihren weißen Stränden. Folgende Fotos sind aus Inhambane:
Nach 6,5 Stunden erreichen wir die Areira Branca Lodge und befinden uns im weißen Sand. Zur Lodge gehören kleine Chalets, die Campsites sind mit privaten Ablutions und Sonnendach ausgestattet.
Dieses Foto habe ich erst einen oder zwei Tage später aufgenommen, als die Sonne mal wieder lächelte! 😉 🙂
John, der Campboy, ist sehr um unser Wohl bemüht und hilft beim Einweisen. Der Chef, der Lodge, wieder ein Südafrikaner, begrüßt uns herzlich. Nach einer Lunchpause zieht es uns an den Strand. Zwischen weiteren Bungalows führt ein Weg hindurch an den Strand. Schaut man zur linken Seite sieht man nur Strand und Meer, nach rechts ist es nicht anders, kilometerlange Strände! In der Ferne befindet sich noch eine weitere Lodge in Strandnähe. Die Areira Branca Lodge liegt am äußeren Ende der Halbinsel und ist zu beiden Seiten von Wasser umgeben. Nebenan befindet sich die White Sand Lodge, die ebenfalls sehr zu empfehlen ist. Nach unserem Strandspaziergang hat John bereits den Donkey mit Palmenrinden angeheizt. Wir haben heißes Wasser zum Duschen. Den ganzen Abend über legt er „Holz“ nach. Unter den Kokospalmen residieren wir wie im Paradies! Strandbilder folgen erst am nächsten Tag!
tiggiThemenstarter1'558 Beiträge · seit 201118. Sept. 2018 · #32
4.7.18 Strandurlaub bei wechselhaftem Wetter!
Ausschlafen und gemütlich frühstücken war geplant, aber unser Frühstück wird durch Gäste unterbrochen. Immer wieder kommen irgendwelche junge Leute vorbei, die uns etwas verkaufen wollen. Wir müssen ein trauriges und vor allem hungriges Bild abgegeben haben, denn alle Menschen waren sehr um uns bemüht, vor allem um unseren Geldbeutel! 🤩 Der Morgen beginnt mit dem Besuch des Fischhändlers. Frischen Fisch möchte er „günstig“ verkaufen. Frisch ist der Fisch bestimmt, aber günstig..? 😗 Schon bald folgt eine junge Frau, die in einem Eimer frische Brötchen bei sich hat und verkaufen möchte, es folgen die Holzschnitzer, der Maler, der Sarongverkäufer, der Obst- und Gemüsehändler, der nächste bietet Bootsausflüge an und der übernächste hat Trommeln im Angebot. Puh, hier kommt überhaupt keine Langeweile auf und die gesamte Ware kommt zum Camp. 😊 Am spannendsten sind die Familienschicksale aller Händler. Viele Waisen befinden sich unter ihnen, von fast allen Händlern sind Vater oder/und Mutter schwer erkrankt oder bereits verstorben und er kann nicht zur Schule gehen… usw. Ich könnte ganze Romane darüber schreiben. Ob wir noch unseren Spaß haben? Na klar, glauben muss man die Geschichten nicht. Die Preise sind sehr geschickt für Touristen gemacht, so soll eine Kokosnuss 200 MTC kosten, eine Ananas 500 MTC. Große Scheine können sie nicht wechseln, ich handel eine Kokosnus auf 70 MTC herunter und reiche einen 200 MTC Schein. Das Wechselgeld beträgt 40 MTC. Kann ich jetzt nicht rechnen oder der junge Mann? Ja, er hat nicht mehr Geld zum Herausgeben, leider kommt unser Geschäft dann nicht zustande. Nur zum Verglich, an der Straße zahlt man 20 MTC für 2 Kokosnüsse 🤩, das sind ca. 6 Cent für eine!
Die meisten Händler haben wir abgewimmelt, bevor sie ihre Waren bei uns ausbreiten. Außerdem ist John, der Campboy immer in der Nähe und achtet darauf, dass die Touristen nicht zu sehr genervt werden, er schreitet dann ein. Dann flüchten wir ans Wasser: Es ist noch Ebbe und wir machen uns auf, zuerst zur „Binnenseite“ und dann um die Spitze der Halbinsel auf die offene Seeseite zu. Auf der Binnenseite liegen die Mangroven frei, tausende von kleinen Krebsen huschen um unsere Füße.
Am Himmel ziehen sich schwarze Wolken zusammen, tolle Impressionen lassen sich fotografisch einfangen. Wir wandern immer der Sonne entgegen und sehen zwischen den Wolken den blauen Himmel. Zum Glück bleiben wir trocken . Wir müssen durch einen Priel waten, um ans Meer zu gelangen. Eine tolle Gegend!
Bei dem schwarzen Himmel, kann man sich kaum vorstellen, dass wir keinen Tropfen abbekamen.
In meinem Rücken sind die schwarzen Wolken! Auf dem Rückweg schauen wir uns noch ein paar der Strandchalets an, die vor unserer Campsite stehen. Einige Braaiplätze sind bereits den Dünen zum Opfer gefallen.
Als wir gerade auf eine Terrasse gehen, werde ich von einem Insekt ins Bein gestochen. Meine Sonnencreme hat wohl gut geschmeckt! Leider kann ich das „Vieh“ nicht identifizieren, es ist länger als eine Wespe und grau schwarz. Den Schmerzen nach, könnte es eine Wespenart gewesen sein. Mein Bein wird dick, ich behandle es mit Fenistil, nach ein paar Tagen setzt ein Juckreiz ein und heute kann man immer noch die Stelle erkennen. Aber, es hatte offensichtlich keine weiteren Folgen außer, dass mir der Afrikavirus in überhöhter Dosis eingespritzt wurde! Den Tag verbringen wir mit Faulenzen und Lesen. Am Nachmittag gehe ich erneut an den Strand, mache noch ein paar Fotos.
Da ich alleine unterwegs bin, hier ein Selfie! 🙂
Im Abendlicht tauchten die großen Krebse auf, die sich aber immer gleich entfernten, wenn man ihnen zu nah kam.
Strandgut! Zum Abend essen wir Hähnchenbrustfilet, Butternut und Reis, später lernen wir an der Bar eine Familie aus Südafrika kennen, mit denen wir einen geselligen Abend verleben. Werner und Vanette kommen aus Johannesburg und verbringen mit ihren Jungs (6 und 10 Jahre) ein paar Urlaubstage hier. Werners Familie stammt ursprünglich aus Norwegen. Unser Gespräch endet irgendwann bei den Verhältnissen in SA, mit der Problematik zwischen Schwarz und Weiß, auch die beiden denken daran auszuwandern, weil sie für ihre Söhne keine Zukunft sehen. Der Eigentümer der Areira Branca Lodge setzt sich ebenfalls dazu und berichtet, dass das auch sein Grund war, nach Mosambik zu kommen. Seine Frau hält sich zurzeit in SA auf, um das Haus zu verkaufen. Die Familie bleibt hier. Solche und ähnliche Geschichten hören wir immer wieder und treffen viele Weiße aus SA, die entweder in Botswana, Sambia oder Mosambik leben und sich dort ein neues Leben aufbauen. Vor zwei Jahre lernten wir Frauen in Perth/Aus kennen, die ebenfalls ausgewandert sind und dort eine SA-Community gegründet haben. Es ist traurig und bewegend, von all diesen Schicksalen zu hören. Wir erfahren, dass die Schule in Mosambik teilweise bis zu 60 Schüler/Innen in einer Klasse sitzen hat, der Unterricht beginnt bereits um 6.00 Uhr für Grundschüler, endet mittags, dann beginnt der Unterricht für die High-Schüler. Das ist für uns nicht einfach nachvollziehbar. Die Frau des Eigentümers unterrichtet deshalb ihre Söhne selbst – hometeaching. (Die Namen habe ich mir leider nicht aufgeschrieben oder gemerkt!)
Der Eigentümer mit Sohn und dem Hund, der auch immer gut auf uns geachtet hat.
Dieses Foto entstand am ersten Abend, da hoffte Hundi noch, dass etwas für ihn übrig bleibt. Ein süßes Tier!
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200819. Sept. 2018 · #33
Hallo, tiggi, vielen Dank für deinen Reisebericht! Gespickt mit guten Reiseinfos und schönen Impressionen von Land und Leuten - und buntem Streetlife. Besonderen Dank für den Eisenbahn-Fahrplan! 😁 Leider lassen sich in vielen Städten/Ländern die architektonischen „Errungenschaften“ unserer sozialistischen Brüder und Schwestern nicht verbergen - irgendwann befindet man sich immer in der Situation, die kolonialen Bauten zu bewundern... – trotz ihrer Geschichte! 😊 In Mozambique scheint vieles ganz nach unserem Geschmack zu sein, wir ahnen es schon lange, unsere eigene Planung liegt schon ewig „auf Halde“, - aber immer wieder zieht es uns dann doch in den Busch und die Wüste...
Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
tiggiThemenstarter1'558 Beiträge · seit 201119. Sept. 2018 · #34
Liebe Lillytrotter, die Zeit wird irgendwann kommen, dann werdet auch ihr MOZ erobern! 😉 Danke für euren Kommentar! Das Land ist noch so ursprünglich und deutlich einfacher als Angola zu bereisen. Biggi
tiggiThemenstarter1'558 Beiträge · seit 201119. Sept. 2018 · #35
... Und weiter nach Norden - Vilancolus!
Wir stehen wieder um 6.00 Uhr auf, bummeln durch die Bungalows an die innengelegene Seite (südwest) des Meeres und begutachten den Wasserstand.
Der Himmel lässt auch hoffen..... 😮 Gegen 7.50 Uhr verlassen wir den Platz. Wir müssen sehen, dass wir bei Niedrigwasser die Durchfahrt von der Halbinsel "Ponta da Barra" zur Teerstraße erreichen. Eine Brücke befindet sich gerade im Bau! Man kann sehr gut eine Stunde vor und nach dem Hochwasser den Weg befahren.
An diesem Strandabschnitt haben sich ein paar Lodges angesiedelt, manche sind dem Verfall preisgegeben und die Spuren des Bürgerkrieges sind noch deutlich, andere schauen zuversichtlich in die Zukunft. Eine kleine Budenstadt mit Handwerkern, die Souvenire verkaufen hat sich schon etabliert.
Unserer Freunde vom Strand sind bestimmt von hier geschickt worden!!!! 😈 Problemlos erreichen wir bald Inhambane.
Kleine Dörfer vor Inhambane Noch während des Fotografierens, treffen mich die ersten Regentropfen!
Unser Bushcamper ist hervorragend ausgestattet, doch ein wichtiges Teil fehlt. Ein Reifendruckprüfgerät. Am Kompressor kann man erkennen, wieviel Druck auf die jeweiligen Reifen gelangt, doch mal eben messen ist nicht möglich. Der Aufwand ist zu groß. Also fragen wir an der Straße beim Reifenhändler nach, der schickt uns zum Supermarkt. Nun kann man sich einen Supermarkt in Inhambane nicht wie einen Shoperite vorstellen. Hier gibt es nur chinesischen Unnützkram, und natürlich keinen Reifendruckmesser. Wir werden von einem Laden zum nächsten geschickt, alle Menschen sind hilfsbereit, aber keiner hilft wirklich. Schließlich sprechen wir einen Weißen auf der Straße an, der mit einem Pick up unterwegs ist. Sein Tipp ist genial. Ein kleiner Laden, von außen kaum zu erkennen und leider noch geschlossen, aber wir warten davor eine halbe Stunde, dann erscheint ein Angestellter, der erst einmal seine Chefin anruft und diese sagt zu, sich gleich auf den Weg zu machen. Wir warten und beobachten das Treiben. Tatsächlich taucht bald eine hochschwangere dunkelhäutige Frau auf – die Chefin. Sie schließt den Laden auf und sie hat tatsächlich unser Wunschgerät. Ich habe es nicht glauben wollen. Warum ist man nur immer so skeptisch. Eigentlich sollten wir inzwischen so viel Erfahrung haben, um zu wissen, dass die unscheinbaren Geschäfte besondere Waren verkaufen. Für 1500 MTC erhalten wir den Reifendruckprüfer, das ist kein überteuerter Preis. Inhambane ist die Provinzhauptstadt, dennoch kann man sie nicht mit einer Provinzhauptstadt in Namibia oder Südafrika vergleichen.
Warten vor dem Laden! Dann starten wir nach Vilancolus. Die direkte Verbindungsstrecke zur EN 1 von der EN 101 kommend, nehmen wir den Shortcut über Mutambo. An dieser Strecke gibt es viele Ziegeleien, d.h. die Ziegel werden in Handarbeit herausgestellt und an der Luft getrocknet...
Wieder auf der EN 1 kommen wir an Verkaufsständen mit Orangen vorbei. Irgendwo halten wir auch mal und kaufen wieder Orangen, die junge Frau ist überglücklich, kann aber kaum das Geld wechseln. In Mosambik sollte man immer viel Kleingeld bei sich tragen.
Das Angebot sieht verlockend aus.
Die nächste Stadt ist Maxixe, hier gibt es eine Tankstelle und weitere Geschäfte und ATM`s. Ein Shoperite Einkaufszentrum befindet sich im Bau und wird wohl demnächst eröffnet. Auf der Hauptverbindungsstrecke zwischen Maputo und dem Norden sind viele Chappas, sogenannte Minibusse unterwegs, teilweise sind sie völlig überladen. Gastarbeiter aus Südafrika bringen den gesamten Hausstand mit in die Heimat. Polizeikontrollen häufen sich, jedoch nicht für uns.
In Mosambik gibt es nicht viele Privatwagen, streckenweise ist nur wenig Verkehr, die EN 1 ist in einem guten Zustand, trotzdem muss man sehr aufpassen. Aufpassen vor den irren Busfahrern. Schon von Weitem erblicke ich einen der großen Überlandbusse, wie er immer schneller an uns herankommt. Wir fahren bereits 110 Km/h und der Bus holt uns schnell ein. Er fährt aber hinter uns, schließlich gibt es Gegenverkehr mit LKWs. Vor uns fährt ein langsamer Pick up, schwer beladen. Irgendwann setzen wir zum Überholen an und denken noch, der Bus wird uns folgen, aber es kommt anders. Der Busfahrer gibt Gas, bleibt nicht hinter uns, er überholt uns, während wir bereits am Überholen sind und es kommt noch schlimmer, es gibt Gegenverkehr! 🤩 Ein PKW wird durch den Bus abgedrängt, wir werden zwischen Bus und dem zu überholenden Fahrzeug eingeklemmt. Ich sehe uns schon im Jenseits. Das alles interessiert den Busfahrer nicht, er heizt an uns vorbei und ist mit 120 KM/h nicht einzuholen! Dank des umsichtigen Fahrers im ersten überholten Auto, haben wir die irre Busraserei unbeschadet überstanden. Ich bin stinksauer, völlig verantwortungslos rasen die Busfahrer durchs Land. Nie würde ich mich da hineinsetzen, am liebsten hätte ich den Busfahrer zusammengesch…. . Leider spreche ich kein portugiesisch. Später erfahren wir, dass die Busfahrer unter einem enormen Druck stehen, wenn sie ihr Ziel nicht planmäßig erreichen, verlieren sie u.U. ihren Job. Ich bin sehr froh, als wir endlich von der EN 1 nach Vilancolus abbiegen. In Vilancolus wollen wir ein bisschen einkaufen. Auf der Straße findet der tägliche Markt statt, in der Padaria bekommen wir Brot und Brötchen. Auch hier erleben wir, dass die Leute nur kleine Mengen Geld abrechnen können. Vielleicht liegt es auch daran, dass viele Einheimische kein Englisch sprechen. Ich reiche mein Geld und bekomme für ca. 1 € sechs Brötchen und ein Brot. Ein kleines unscheinbares Haus stellt den Taurus Supermarkt dar. Hier bekomme ich tatsächlich alles, was wir benötigen, von Joghurt über Käse und sogar Snickers. Große Geschäfte, wie Shoperite oder Pick`n Pay gibt es nicht. An der Straße verhandeln wir noch am Obststand, das ist ganz schön nervig, weil es immer spezielle Touristenpreise gibt. Die Kokosnüsse handeln wir von 400 MTC auf 140 MTC, ich glaube für 3 Stück! für die Ananas zahlen wir 200 MTC für zwei. Das ist ein echter Touripreis und entspricht fast unserem deutschen Preisniveau. Hier muss man sehr hart sein, das fehlt mir manchmal! Wir verlassen Vilancolus und folgen der Pad an der Küste entlang nach Norden. Irgendwo außerhalb soll sich das Villas dos Indico-Resort befinden. Unser Navi versagt leider und bei Maps me stimmen die Koordinaten auch nicht. Wir fahren also erst einmal die Pad entlang, sie führt immer wieder von der Küste ab, irgendwann fragen wir nach dem Weg und obwohl wir uns in der Nähe befinden, kennen die Anwohner die Anlage nicht. Ein Buscharbeiter zeigt uns dann aber die richtige Richtung. Wir haben wohl eine Ausschilderung verpasst, erreichen aber bald das Resort. Wir sind angemeldet, doch irgendwie findet man unsere Buchung nicht. Es ist aber kein Problem, zum einen habe ich eine Kopie dabei, zum anderen ist die Campsite völlig leer.
Die anderen Gäste haben die Chalets oder die Bungalows gemietet. Wir erfahren, dass der Manager die Lodge vor einer Woche verlassen hat, nun ist das Eigentümerpaar persönlich für alles zuständig. Wir werden aber nett empfangen. Die Lodge gehört einem portugiesischem Ehepaar, man führt uns herum und zeigt die Einrichtung, ans Personal geht noch eine Info, die Toiletten noch einmal zu reinigen und dann sitzen wir endlich beim Cappuccino und chillen. Es ist keine neue Lodge, manches könnte mal wieder renoviert werden, aber wir fühlen uns trotzdem wohl und auch die Angestellten geben ihr Bestes. Nach einem längeren Strandspaziergang lassen wir uns in der Bar nieder, Savanna kennt man auch hier und mit dem WLAN Draht senden wir Lebenszeichen in die Welt.
Der Weg an den Strand!
Heute Abend kochen wir selber und begnügen uns mit Nudeln, Bolognese und Käse.
Angekommen! Wir bleiben drei Tage! Der Himmel hat sich schon wieder zugezogen...
tiggiThemenstarter1'558 Beiträge · seit 201120. Sept. 2018 · #36
Tipps zum Entschleunigen, 6.7.18
In der Nacht hat es geregnet, um unseren Camper herum ist alles nass, aber mit unserer hervorragenden 270 ° Markise sitzen wir im Trockenen. Jetzt ist es noch etwas windig, aber vom Himmel kommt kein Tropfen mehr. Leider fehlt das Blau!
Unser Frühstück zieht sich, denn das Kinoprogramm ist so entschleunigend, dass es ansteckt. Wir schauen einem Gärtner bei der Arbeit zu. In Zeitlupentempo schiebt er die mit Laub gefüllte Karre von einer Ecke zum Komposthaufen an der Auffahrt. Dann bummelt er langsam zurück. Weiteres Personal kommt an unserem Platz vorbei, da einige Leute in einem Bungalow neben dem Ablutionraum wohnen. Heute werden viele Gäste erwartet, das Villas dos Indico ist ausgebucht. Die Angestellten müssen aus dem Bungalow umziehen in ein Zelt. Dieses befindet sich kurz dahinter. Den Charme eines Luxurresort hat das nicht. 😗 😐 Als Luxuxresort ist die Anlage in den Reiseführern beschrieben. In der ersten Reihe zum Strand stehen Chalets mit eigenem Bad, dann folgt ein Beachvolleyballfeld und der Parkplatz, dahinter liegt die Campingwiese und angrenzend stehen drei weitere Bungalows. Die Gäste nutzen die Ablutions der Campsite. Es stehen jeweils zwei Duschen und zwei Toiletten für die Damen und Herren zur Verfügung. Ein weiterer Block mit Aufenthaltsraum für die Angestellten liegt links daneben. Das portugiesische Eigentümerpärchen kommt uns besuchen, erkundigt sich nach unserem Befinden und dann kommen wir ins Gespräch, wie schwierig es ist, hier geeignetes Personal zu finden. Ständig müssen sie beaufsichtigt und angeleitet werden. Verträumte Zimmermädchen, die in den Betten zur Probe liegen, sind offensichtlich normal. Warum wundern wir uns über den Gärtner? Vielleicht sollten wir von deren Arbeitstempo lernen, dann gäbe es nicht so viele Herzinfakte bei uns!!! 🤢 🤪 🙄
Wir ziehen wieder an den Strand und laufen nach Osten, zum Baden ist es mir zu frisch, obwohl andere Gäste, insbesondere Kinder im Wasser sind. Der Strand ist umgeben von hohen roten Dünen, die stark bewachsen sind. Einige Resorts liegen versteckt zwischen den Büschen, ein paar Fischerboote ankern im ablaufenden Wasser. Wir genießen die Atmosphäre, bummeln weiter. Manfred schlitzt sich an einem rauhen Felsen einen Zeh auf. Es blutet, er spült das im Wasser ab, kein Hai in Sicht! 🤩 Von nun an muss er aber geschlossene Schuhe tragen. Wir laufen weiter, begegnen zwei Fischern, die ein Boot reparieren, das man (aus unserer Sicht! 🤩 ) nicht mehr reparieren kann. Wir sprechen Englisch, die beiden haben ihre eigene Sprache, wir nicken, sie lachen und dann macht sich so jeder seine Gedanken. Kommunikation funktioniert auch ohne viel Worte! 😏
Manche Boote eignen nur noch als Fotomotive....
.. oder finden doch noch einen Besitzer, der es liebevoll restauriert.
Der Strand lädt zum Sammeln von vielen Muscheln und großen Seesternen ein. Leider fehlt uns eine geeignete Tasche, aber morgen gibt es auch wieder Muscheln!
Der Strand ist kilometerlang und einsam, wir laufen einfach weiter und faulenzen am Strand.
Das Licht war leider nicht das Beste, ließ die Sonne aber ein paar Strahlen frei, sah die Welt gleich hübsch aus!
Später trinken wir in der Strandbar einen Cappuccino und/oder Savanna, lesen, schreiben Notizen auf und tun nichts Wichtiges. Wir lassen es uns einfach nur gut gehen, in den gemütlichen Mokoro- Couches. Vor uns befindet sich ein Glastisch mit Literatur in Deutsch.
Dann zieht mal wieder ein Regenschauer vorüber und plötzlich haben wir einen herrlich blauen Himmel. Das Wetter ist sehr wechselhaft. Im Hintergrund plätschert der Regen nieder!
Damit wir wissen, wo wir uns befinden!!! 😮
Sogar der Pool sieht bei Licht gut aus! 😉 🙂 Am Nachmittag reist eine Großfamilie aus Frankreich an. 3 Generationen, die Großeltern feiern ihre Goldene Hochzeit, ein Sohn lebt mit seiner Familie in SA, ein Sohn in Dubai und der Rest kommt aus Frankreich. Und das heute, da ist doch Fußballnachmittag! Um 16.00 Uhr wird das Spiel Frankreich gegen Brasilien angepfiffen. Alle versammeln sich in der Bar, auch wir. Schon bald kommen wir ins Gespräch, die Franzosen haben viel Mitleid mit unserem deutschen Fußball und laden uns zum Rotwein ein. Ein kurzweiliger Nachmittag geht bald zu ende.
Fußball mit Franzosen! Das Dinner nehmen wir im Restaurant der Lodge ein, das Essen ist ganz in Ordnung: Gegrillte Hähnchenbrust mit Peanutbutter oder Fetasoße, mit Pommes und Salat. Der Fisch soll hier ganz hervorragend sein, erfahren wir von den Franzosen. Leider essen wir keinen Fisch! Mein Mann lag nach einer Fischvergiftung zwei Wochen im Krankenhaus (vor Jahren), und seit der Zeit ist Fisch für uns ein Tabu.
tiggiThemenstarter1'558 Beiträge · seit 201120. Sept. 2018 · #37
7.7.18 Strandtag! In der Nacht hat es wieder geregnet und ab 8.00 Uhr hört es auch heute wieder auf. Unser Frühstück zieht sich in die Länge, wir haben keine Pläne für den Tag. Ein Franzosen Pärchen übernachtet im Bungalow hinter uns, wir sprechen ein wenig miteinander.
Dann wandern wir wieder am Strand entlang, relaxen, lesen und beobachten die Arbeiter im Resort. Das ist wirklich spannend, hier hat man die Langsamkeit der Arbeit erfunden. Auch die Zimmermädchen bummeln heute morgen wieder ganz verträumt von Chalet zu Bungalow oder zum Ablutionblock. Das Tempo ist wirklich einschläfernd. 🤪 Viel gibt es an diesem Tag nicht zu berichten. Ein paar Fischer präsentieren uns stolz ihren Fang.
Einholen der Netze
Kleine Sardinen für kleine "Leute". 😛
Wieder bummeln wir vormittags nach Osten und am Nachmittag nach Westen am Strand entlang, den Abend runden wir an der Bar ab. Fotografiert werden ein paar Boote und sobald die Sonne einen Fleck im Licht erscheinen lässt, auch diesen! 😉
Boote gibt es hier in allen Farben!
So sieht der blaue Himmel aus, im Hintergrund erkennt man die Funkmasten aus Vilancolus.
Netze liegen wild durcheinander, mir ist es unverständlich, dass sie nicht vertüteln. 😈
Und so endet ein weiterer Strandtag wenigstens mit ein klein bisschen Sonnenschein. Zum Essen gibt es Kartoffeln mit Kräutercreme und Feta-Tomaten-Salat. Wir huschen früh ins Bett, denn am nächsten Morgen wollen wir um 5.00 Uhr aufstehen. Ausgerechnet diese Nacht ist aber sehr unruhig, da immer wieder Gäste mit den Türen an den angrenzenden Bungalows quietschen oder die Alarmanlage am Auto auslösen. Heute ist das Resort bis auf die Campsites ausgebucht. Außerdem dürfen wir drei sehr heftige Tropenschauer in der Nacht erleben. Nun sind wir ausgesprochen dankbar, dass wir im Bushcamper ein festes Dach haben. Unser herkömmliches Dachzelt hätte den Schauern nicht standgehalten.
tiggiThemenstarter1'558 Beiträge · seit 201121. Sept. 2018 · #38
Auf dem Weg nach Xai-Xai
Es ist ein Sonntag. Wir sind bis 7.30 Uhr mit dem Packen, Frühstücken und Abrechnen fertig, sodass wir tatsächlich früh abfahren. In Vilancolus versuchen wir frische Brötchen zu kaufen, aber die kleine Padaria Bento an der Mainroad hat geschlossen. Erst am Ortsausgang sehen wir eine geöffnete Bäckerei. Die Auswahl beschränkt sich auf eine Sorte Brötchen, da fällt die Entscheidung leicht, was man möchte. Die Stichstraße bis zur EN 1 ist bald erreicht und immer auf der Hut vor den teuflischen Überland-Reise-Bussen, fahren wir in Richtung Xai-Xai. Wir halten mal hier und mal dort, Baobabs werden fotografiert, wir kaufen Obst am Straßenrand, dieses Mal bei einem jungen Mädchen, ganz ohne zu handeln, zu Preisen, die auch die Einheimischen zahlen. Der Preis für eine Kokosnuss beträgt 10 MTC, gleich 6 Cent! Für das Öffnen der Kokosnüsse müssen wir später unseren Werkzeugkoffer heranziehen. 🤪
Zahlreiche Polizeikontrollen passieren wir, eine Polizisten fragt einmal, wo wir herkommen und wie es uns geht, ansonsten winkt man uns schnell weiter. Die Fahrt ist eine willkommene Abwechslung zu unseren Strandtagen, denn hier gibt es viel zu sehen...
Z.B. einsame Kinder, die ich am liebsten eingepackt hätte. 😘 🤩
Hält irgendwo ein Minibus (Chappa), kommen die Geschäfte angelaufen!! 🤩 Eigentlich eine gute Idee, die ich mir für Deutschland auch manchmal wünschen würde, vielleicht nicht gleich so viele--- 🤪 🙄
Gesunde Baobabfrüchte am Straßenrand, gegenüber stehen die Bäume.
Gute Straße dazwischen..
Kurz vor Maxixe kommt die Sonne durch und lässt den Blick auf die Halbinsel Barra frei.
Bei Sonnenlicht sieht die Landschaft herrlich traumhaft aus. Um 13.30 Uhr erreichen wir Xai-Xai. Hier gibt es einen Shoperite und weitere gute Einkaufsmöglichkeiten. Wir gehen shoppen 😉 , treffen noch eine schweizer Familie mit ihrem Expeditionsmobil, die auf einer mehrmonatigen Reise sind. Manfred unterhält sich mit ihnen, während ich noch einkaufe.
In Xai-Xai stehen noch etliche Häuser aus der Kolonialzeit.
Das Leben verläuft auch hier entspannt. 😈
Dann folgen wir der 12 km langen asphaltierten Straße an die Küste zum Montego Resort. Wir passieren moderne und gepflegte Häuser. Erst an der Küste stehen wieder verfallene Hotels und Schuppen. Die letzten Kilometer sind eine echte Sandpiste, die sich bei Regen schnell mit kleinen Teichen füllt. 🤩 Eine Reservierung haben wir nicht. Das Camp ist gut belegt. Zurzeit sind noch die Teilnehmer der „Foot on Put“ Rallye unterwegs. Wir treffen sie überall im Land, auch später noch im Krüger NP. Einen der letzten Stellplätze finden wir noch und nach einem Lunch zieht es uns wieder an den Strand. Leider ziehen hier auch bald dunkle Wolken auf, sodass wir erneut in der Bar enden. Wir bestellen für 19.00 Uhr einen Tisch im Restaurant und lesen solange am Auto.
Chalet im Montego Resort
Im Restaurant - hier fühlen wir uns gleich wohl, es ist urig und für uns Traveller toll. 😘 Der Weg zum Strand führt durch Tamarisken..
Ach ja, da war auch ein Stromanschluss... (nur Handyaufnahmen) , Hier kommt der Strom aus dem Baum, sehr ökologisch! 😈
Eine sehr einladende Einfahrt hat die Campsite.
Das Essen ist eher durchschnittlich, aber man wird satt. Mit unseren südafrikanischen Nachbarn tauschen wir noch ein paar Worte an der Bar und so vergeht wieder ein ereignisreicher Tag, aber lange nicht so spannend, wie der folgende Tag. 😈 Dieses Camp würden wir bei besserem Wetter unbedingt wieder besuchen wollen!
tiggiThemenstarter1'558 Beiträge · seit 201122. Sept. 2018 · #39
Danke, an alle Danke-Button-Drücker! 🙂
Unser vorletzter Tag in MOZ! 9.7.18 Ich mag es nicht mehr schreiben… Regen! In der Nacht gab es wieder heftige Tropenschauer. Ab 6.00 Uhr hört der Regen auf und damit meine ich nun endlich den Regen für den restlichen Urlaub. Am Vormittag erwischen uns noch ein paar letzte Tropfen, aber es reicht langsam, schließlich ist jetzt Trockenzeit in MOZ und auch während der Regenmonate, sind es nur 10 Tage im Jahr!!! Soweit sie Statistik! Langsam ist genug. Wir verlassen dann eben das Land. Wir frühstücken draußen mit einem genialen Blick aufs Meer.
Die Meerkatzen lassen uns auch in Ruhe und so ganz entspannt verlassen wir gegen 8.00 Uhr den Platz. Wir wollen über Chonguene nach Norden in den Limpopo NP fahren. Dazu zeigt unser Navi eine Verbindung direkt an der Küste bis Chonguene. Anfangs sieht die Sandpad auch noch sehr gut aus. Nach 2 Kilometern wird sie schmaler und gleicht einem Fußweg, für meinen Mann immer noch ein Highway (! ) und nach weiteren 2 Kilometern endet die Pad plötzlich vor einer Düne an den Ruinen des Chonguene Hotels.
Es ist traurig auf so ein Gerippe zu blicken, wenn man sich vorstellt, wie schön es hier mal gewesen sein muss!
Für meinen Mann ist das alles kein Problem. Er sieht Spuren im Sand. „Da ist schon einmal jemand gefahren – das schaffen wir auch!“ Ich bin da eher ängstlich und rate von der Weiterfahrt ab. Zu Fuß schaue ich mir die Dünen an und bin sicher, dass wir uns festfahren. Ich winke ab , sehe die Spuren anderer Fahrzeuge im Tiefsand. Hier hat schon jemand versucht den Untergrund zu festigen. Aber Manfred schafft das schon, meint er. Oh je, ohne näher darüber nachzudenken, gibt er Gas und und und…. Ich stehe fassungslos im Sand. Nun graben und buddeln wir.
Es sieht so schön aus!
"Macht doch nichts!" 😄 😁 😄 😁 🙂 „Hab ich es nicht gesagt?“ Typisch, Mann hätte ja auch den Reifendruck ablassen können, usw…. Mit vereinten Kräften von uns beiden buddeln wir zwei Stunden lang. Oh, wie schön war doch die Kindheit, als es noch Sandkisten gab! Sandgitter gehören zum Inventar des Bushcampers und sind absolut hilfreich.
Irgendwie sieht es doch ganz harmlos aus, oder? Wir schaffen es aus dem Sand und während wir dort stehen und buddeln und schauen, erblicke ich auf dem Meer eine Gruppe Wale. Wasserfontänen und Schwanzflossen zeigen sich – oh, wie herrlich! Gut, dass wir im Sand festhängen! Leider sind meine Finger so sandig, dass ich nicht zur Kamera greifen kann, aber schön ist der Anblick der großen Meerestiere. Nach dem Freibuddeln müssen wir uns und das Auto entsanden, den Reifendruck wieder auffüllen (wir haben einen sehr guten und leistungsstarken Kompressor!) und alle Teile einsammeln.
Ein bisschen Abenteuer (oder Leichtsinn 🤩 ) gehört irgendwie dazu und MOZ war bisher echt langweilig, was das anging. Auf der Strecke bis Xai-Xai sind durch den Regen teilweise kleine Seen entstanden.
Hier sieht es noch gut aus,
Und dann haben wir wieder einen festen Untergrund erreicht. Das ist erholsam!
Wir fahren zurück bis Xai-Xai und dann über die EN1 nach Chonguene, dort biegen wir nach Chonkwe und zum Massingir Dam ab. Anfangs ist die Straße noch gut, wir kommen durch viele Dörfer...
Überladene Fahrzeuge sind normal! 🙄
(Überladene Frauen auch 🤩 )
Kirchen dekorieren die Landschaft! Bis Chonkwe ist die Strecke sehr schwierig zu fahren. Die Chinesen erneuern die Brücken, bauen die Straße aus und ständig müssen wir auf Umleitungen (Detour) ausweichen. Diese Umleitungen bestehen aus Lehm und nach dem vielen Regen sind sie aufgeweicht und in einem Zustand, dass 2x4 Fahrzeuge immer wieder wegrutschen oder stecken bleiben. Die Schlammschlacht nimmt also viel Zeit in Anspruch. LKWs rutschen in den Graben und blockieren die Piste, Bagger müssen kommen und ziehen sie heraus, all das kostet Zeit in.
Achtung, Gegenverkehr!
Das Wetter sieht noch nicht sehr freundlich aus.
Die Kinder müssen in die Schule.
Wieder eine der zahlreichen Umleitungen.
Eine neue Brücke führt über den Limpopo. In Chonkwe tanken wir noch einmal. Der Kraftstoff ist in MOZ günstiger, als in SA, obwohl er von dort angeliefert wird. Wir passieren den täglichen Straßenmarkt.
Hinter Chonkwe nehmen wir den Abzweiger nach Massingir. Die Straße ist wellig, aber fast gut, ein paar Potholes hin und wieder, kein Verkehr und sehr einsam. Wenige kleine Dörfer am Rande, sonst nichts mehr. 100 Kilometer sind es bis zum Damm, die wir durch eine eintönige und trockene Gestrüpplandschaft fahren. Massingir ist auch eigentlich kein Dorf, nur ein paar kleine Häuser mehr. Die 5 kilometerlange Staumauer beginnt direkt am Dorf.
Und hinter der Staumauer befindet sich das Büro des Nationalparks. Wir müssen das Permit kaufen (600 MTC/pro Person) und erklären, wo wir übernachten. Eine Reservierung haben wir nicht, aber der Park ist so einsam und leer, dass es kein Problem ist, dort zu nächtigen. Im Südteil des Parks gibt es noch Siedlungen, Ziegen und Rinder.
Ein ungewöhnlicher Anblick für einen National Park.
Erschreckend sind die vielen Mülltüten, die hier wachsen 🤪 Nach 24 Kilometern erreichen wir das Campismo Aguia Pesqueira. Eine wirklich sehr schöne Campinganlage mit Chalets und direkt an der Kante zum Damm gelegen, mit herrlichem Ausblick auf den Stausee. Die Campsite kostet 600 MTC/pro Pers, (ca. 10€), leider besitzen wir nur noch 420 MTC, können aber den Rest in Rand zahlen. Wechselgeld gibt es nicht, somit ordere ich Feuerholz dafür. Es passt dann schon. Wir sind die einzigen Gäste und da zurzeit kein Strom vorhanden ist, funktioniert die Wasserpumpe auch nicht. Das heißt, wir können weder duschen, noch die Toilettenspülung benutzen. Die nette Frau an der Rezeption bietet uns einen 5-Liter-Kanister mit Brauchwasser an, aber wir sollen, wenn möglich für den Toilettengang lieber den Busch nutzen! OK, Wasser haben wir noch im Auto und Duschen wird in Afrika überhaupt überbewertet. Die Campsites liegen abseits der Chalets und der Rezeption, sehr einsam und ruhig, einfach nur schön. Uns wird Platz Nr. 6 empfohlen, von hier soll der Ausblick besonders schön sein. Schon bald kommt unser Feuerholz in der Karre an und wir lassen uns entspannt nieder.
Die Ablutiongebäude sehen sehr nett aus und mit funktionierendem Wasser wäre das sehr schön.
Der Abendhimmel über dem Stausee. OHNE REGEN!!! Zum Abend gibt es ein einfaches Menü: Nudeln, Meatballs und Gemüse in Currysoße. Das schmeckt am Lagerfeuer und unter dem fantastischen Sternenhimmel natürlich besonders gut. 😄 Unsere Markise öffnen wir, damit sie trocknet und nicht stockig wird. Am nächsten Morgen stellen wir viele Wassertropfen, auf und unter ihr, fest, die nächtliche Feuchtigkeit des Sees schlägt sich nieder.
tiggiThemenstarter1'558 Beiträge · seit 201122. Sept. 2018 · #40
Letzter Tag in Mosambik! 10.7.18 Kein Regen! 😛 😘
Die Nacht war ruhig und ohne Besucher, wir haben wunderbar geschlafen. Uns bietet sich auch am Morgen ein toller Blick über den See. Bedingt durch die hohe Luftfeuchtigkeit, bilden sich Wolkenbänder über dem Land. Noch während des Frühstücks beobachten wir die Veränderungen.
Bevor wir abfahren, überprüfen wir erneut den Reifendruck. Ein Hinterreifen scheint hin und wieder etwas Luft zu verlieren. Wir müssen uns aber wohl hoffentlich keine Sorgen machen. Die Gravelroads im Park sind gegradert und lassen sich gut befahren.
Auf dieser Seite sind nur wenige Touristen unterwegs, insgesamt ist uns ein südafrikanisches Pärchen mit ihrem Trailer begegnet. Ebenso verhält es sich mit der Tierwelt. Die Landschaft wechselt von kurzen Savannenstücken zu dichtem Buschland und so ist die Sicht nicht besonders gut. Wir sehen Zebras, Klippspringer und viel Elefantenkack. Im Norden des Limpopo NP soll es mehr Tiere geben, vielleicht? Quer durch den Limpopo NP sind es noch 50 KM bis zur Grenze nach SA und damit endet das erste Abenteuer „Mosambik“.
28 Km vor der Grenze befindet sich noch ein Rangerposten mit Schlagbaum, es wird das Permit kontrolliert und unsere Reisedaten werden notiert. Um 9.00 Uhr stehen wir vor dem Grenzposten „Giriyondo“.
Die Grenzabfertigung geht sehr schnell, auf mosambikanischer Seite wird das Zolldokument der Einreise verlangt, ein Ausreisestempel in den Pass gesetzt und schon umrunden wir das gemeinsame Gebäude von SA und MOZ und stehen am Immigrationschalter von SA. Diesen Grenzübergang nutzen nur wenige Gäste, laut den Officern sind es ca. 8-10 täglich. Wir werden in Mosambik noch gefragt, ob wir Zigaretten für den Officer hätten. Als Nichtraucher müssen wir das verneinen. Er schaut ein bisschen traurig. Die Polizei in SA hat wenig zu tun und freut sich immer mal wieder über Reisende aus Deutschland. So standen wir fast 30 Minuten mit dem Officer vor dem Auto und tauschen uns über Fußball (! So begann das Gespräch), seine Familie und seine Zukunftsplanungen aus. Er studiert neben der Arbeit noch Wirtschaft, ist in einem Jahr fertig und möchte sich dann selbständig machen. Als Polizist verdient er zu wenig, außerdem lebt er in Phalaborwa, ca. 80 Km vom Grenzposten entfernt. Sein Bruder war Schulleiter und arbeite jetzt auch selbständig. Die Gehälter sind einfach zu gering in SA. Es ist sehr interessant, was er so erzählt. Leider ruft ihn dann ein Kollege weg, eine Fahrzeugkontrolle erfolgt nicht mehr. Reist man in den Nationalpark, so verlangt die NP Behörde eine gebuchte Übernachtung und ein Permit, beides konnte vorgelegt werden. Wir werden heute in Letaba im Hut übernachten. Es waren bereits im Dezember 17 alle Campsites nördlich und südlich des Grenzüberganges ausgebucht, so dass wir nur noch dieses eine Hut buchen konnten. Damit mussten wir unsere gesamte Route umlegen.
Kurzfazit Insgesamt hat uns MOZ sehr gut gefallen, nur das Wetter hat nicht gepasst. Aus Schnorchel oder Bootstouren wurde leider nichts, 🙁 aber wir haben ein paar kleine Einblicke in das Land mit seinen Menschen gewinnen können. Wir kommen bestimmt wieder! Es gibt hier noch so viel zu sehen und der Regen hält sich hoffentlich das nächste Mal an die üblichen Zeiten. 🤩 Der Kontrast zu Südafrika oder Namibia ist groß. Hier hat der Tourismus aber noch nicht die Menschen verändert. Die üblichen Fragen nach Sweeties oder Money halten hoffentlich noch lange keinen Einzug in dieses Land. 😗 Überwiegend haben wir uns am Küstenstreifen aufgehalten, doch auch das Landesinnere birgt einige Schätze. Insgesamt sind wir sehr positiv überrascht und wünschen uns, dass das Ursprüngliche dieser Menschen noch lange erhalten bleibt.
Nun sind wir wieder auf bekannten Wegen unterwegs - vom Krüger National Park geht es nach Botswana, dann weiter in den KTP und über Südnamibia nach Windhoek und alles jetzt ohne Regen - versprochen! 🤩 Ob der Regen zu Mosambik gehört? NEIN!