Elephanten Attacke Botswana 08/15

Reisebericht 104 Antworten · 33,9k Aufrufe · gestartet 02. Juli 2018 von safarichili
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8'672 Beiträge · seit 201022. Juli 2018 · #101
safarichili schrieb:
Uwe hat nach unserer Rückkehr sein Elefantenvideo bei YouTube hochgeladen und hatte dann die glorreiche Idee die Bildzeitung anzuschreiben, ob sie nicht Interesse hätten daran.... 🤩
..einen Tag später kam der Anruf - ein gefundenes Fressen für ihr Sommerloch..... 😄
Hallo Juli,

vor allem wenn man weiß (auch wenn die Berichterstattung dabei gar nicht zum Tragen kommen muss), wie solche Geschichten schlussendlich auch für die Tiere enden können (Stichwort "Problemelefant") finde ich es irgendwie geschmacklos, so etwas an die Bildzeitung zu verkaufen (ich verstehe auch nicht ganz, zu welchem Zwecke..... 😕 ) . Sollte es eine Warnung zum Schutz der Tiere (und eventuell der Touristen) sein, dann würde ich ein seriöses Medium wählen.

Schlussendlich wird beim Weiterverkauf durch BILD (vielleicht gehört diese Seite ja auch zu denen, aber das ist völlig egal) nämlich sogar ein AGGRO-DUMBO draus - schlimmer/peinlicher gehts ja kaum:
http://www.news.de/panorama/855619952/nationalpark-botswana-elefant-greift-deutsche-touristen-an/1/

Es ist ein Lebewesen in seinem Territorium, dass sich entweder gestört fühlt, sich Sorgen um sein Kalb macht oder schon sehr schlechte Erfahrungen sammeln musste 🙁 . Dies als reißerische Safaristory zu vermarkten geht für mein Gefühl gar nicht! Afrika als Nervenkitzel verkaufen - unerschrocken (Zitat!) vor dem demolierten Fahrzeug posieren - ist das der richtige Zugang zu dieser herrlichen Natur? Und weckt das bei gelangweilten Touristen nicht vielleicht auch Begehrlichkeiten? Man muss ja nicht gleich umgeschmissen werden - aber die Guides tendieren für mein Empfinden immer mehr dazu, den Tieren zu nahe auf den Pelz zu rücken (Thema Trinkgeld), auch wenn das in diesem Fall gar nicht so gewesen sein muss (sieht zumindest nicht so aus) - aber wer weiß, was eine Stunde davor passiert ist?

Das ist meine ganz persönliche Meinung - niemand muss sie teilen, aber da sich die ganze Geschichte in meinem geliebten Botswana abgespielt hat, konnte ich das einfach nicht unkommentiert stehen lassen.

Verstörte Grüße von Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 22. Juli 2018
Themenstarter115 Beiträge · seit 201623. Juli 2018 · #102
Champagner schrieb:
safarichili schrieb:
Uwe hat nach unserer Rückkehr sein Elefantenvideo bei YouTube hochgeladen und hatte dann die glorreiche Idee die Bildzeitung anzuschreiben, ob sie nicht Interesse hätten daran.... 🤩
..einen Tag später kam der Anruf - ein gefundenes Fressen für ihr Sommerloch..... 😄
Hallo Juli,

vor allem wenn man weiß (auch wenn die Berichterstattung dabei gar nicht zum Tragen kommen muss), wie solche Geschichten schlussendlich auch für die Tiere enden können (Stichwort "Problemelefant") finde ich es irgendwie geschmacklos, so etwas an die Bildzeitung zu verkaufen (ich verstehe auch nicht ganz, zu welchem Zwecke..... 😕 ) . Sollte es eine Warnung zum Schutz der Tiere (und eventuell der Touristen) sein, dann würde ich ein seriöses Medium wählen.

Schlussendlich wird beim Weiterverkauf durch BILD (vielleicht gehört diese Seite ja auch zu denen, aber das ist völlig egal) nämlich sogar ein AGGRO-DUMBO draus - schlimmer/peinlicher gehts ja kaum:
http://www.news.de/panorama/855619952/nationalpark-botswana-elefant-greift-deutsche-touristen-an/1/

Es ist ein Lebewesen in seinem Territorium, dass sich entweder gestört fühlt, sich Sorgen um sein Kalb macht oder schon sehr schlechte Erfahrungen sammeln musste 🙁 . Dies als reißerische Safaristory zu vermarkten geht für mein Gefühl gar nicht!

Das ist meine ganz persönliche Meinung - niemand muss sie teilen, aber da sich die ganze Geschichte in meinem geliebten Botswana abgespielt hat, konnte ich das einfach nicht unkommentiert stehen lassen.

Verstörte Grüße von Bele
Hallo Bele,

vielen Dank für Dein Feedback. Und ich kann Dich sogar verstehen, ob es die richtige Entscheidung war unsere Story an die Bildzeitung zu verkaufen, das kann man tatsächlich hinterfragen, und, wie Du es tust, verurteilen.

Und Du hast ganz recht, eigentlich wäre die Geschichte bei z.B. NatGeo besser aufgehoben gewesen, aber selbst die machen aus so einem Geschehnis eine "reisserische Story". Ich habe da schon entsprechende Filmbeiträge auf NatGeoWild gesehen über Hippoattacken u.ä. die waren auch nicht gerade sachlich-neutral gehalten.... Die Attacke an sich ist schlichtweg schon eine sehr heftige Story. Und Zeitschriften und Verlage interessiert in erster Linie die Auflage. Seriös oder nicht seriös.

Nach der Veröffentlichung in der Bild im Jahr 2015 waren die Kommentare auf FB auch teilweise ziemlich heftig, da hiess es dann z.B. "Was haben die da zu suchen! Sind selber schuld! Schade dass die Elefantenkuh sie nicht gleich totgetrampelt hat!"

Ja, tatsächlich ist es das Territorium der Tiere und wir Mensch dringen in ihren Lebensraum ein, der immer kleiner wird....
Wir alle tun das, jedesmal, wenn wir unsere Urlaube dort verbringen. Die logische Konsequenz wäre, nicht mehr dort hin zu fahren.

Viel schwerer wiegt aber meines Erachtens der Konflikt der einheimischen Bevölkerung mit den Tieren, die sich gegenseitig ihres Lebensraumes beschneiden, und die sich tagtäglich, jahrein, jahraus, dieser Konfliktsituation gegenüberstehen.
Da werden die Tiere dann in ihrem Bestand dezimiert, ohne dass Du jemals davon erfahren würdest.

Dass die Elefantenkuh allerdings, aufgrund des Artikels, der in der Bildzeitung erschienen ist, erschossen wird, halte ich für absolut absurd. Wenn die Ranger und Verantwortlichen vor Ort einen Elefanten/Löwen oder welches Tier auch immer als Problemtier einordnen, welches ihrer Ansicht nach getötet werden muß, dann machen sie das sicherlich nicht von irgendwelchen reisserischen Artikeln abhängig die ein deutsches/europäisches/amerikanisches Boulevardblatt 4 Wochen nach dem Vorfall veröffentlicht hat.

Dass die Elefantenkuh uns angegriffen hat, da sie offensichtlich schlechte Erfahrungen mit Wilderern gemacht hatte wurde bereits ziemlich am Anfang erwähnt, Topobär hat dazu einen sehr guten Beitrag geliefert.
Mir selbst würde es wahnsinnig leid tun, wenn die Kuh aufgrund des Vorfalles getötet worden wäre, aber uns ist diesbezüglich nichts bekannt geworden.

Ich habe den Zeitungsartikel angehängt, weil wir es damals nunmal veröffentlich hatten. Schande über uns. Ich hoffe Du, und alle anderen können uns verzeihen.

Gruß,

Juli
8'672 Beiträge · seit 201023. Juli 2018 · #103
Guten Morgen Juli,

vielen Dank für deine sachliche Reaktion.
safarichili schrieb:
Ja, tatsächlich ist es das Territorium der Tiere und wir Mensch dringen in ihren Lebensraum ein, der immer kleiner wird....
Wir alle tun das, jedesmal, wenn wir unsere Urlaube dort verbringen. Die logische Konsequenz wäre, nicht mehr dort hin zu fahren.
Das sehe ich anders, es ist eher eine Frage des Verhaltens, und damit meine ich alle Beteiligten (Gäste, Lodgebetreiber, Guides, Selberfahrer, Regierung, die die Tourismusindustrie teilweise steuert, und und und). Es gibt nämlich durchaus viele Fakten, die für Tourismus in diesen Gegenden sprechen, wobei immer die Frage bleibt, bis wohin Tourismus "gesund" ist - aber das Ganze ist nochmal ein anderes Thema.
Viel schwerer wiegt aber meines Erachtens der Konflikt der einheimischen Bevölkerung mit den Tieren, die sich gegenseitig ihres Lebensraumes beschneiden, und die sich tagtäglich, jahrein, jahraus, dieser Konfliktsituation gegenüberstehen.
Da werden die Tiere dann in ihrem Bestand dezimiert, ohne dass Du jemals davon erfahren würdest.
Vom Human Wildlife Conflict lese/höre ich (und viele andere hier) mehr als mir lieb ist, alleine schon wenn ich die Arbeit von Flip Stander in Namibia verfolge oder mich mit Guides, die ich näher kenne, unterhalte, die in Khwai Village und am Chobe aufgewachsen sind und diese Dinge von Kindesbeinen auf immer wieder erleben. Aber auch das ist ein ganz anderes, sehr schwieriges Thema, da spielen viele Faktoren mir rein und schlaue Menschen zerbrechen sich die Köpfe darüber - darum ging es hier nicht.
Dass die Elefantenkuh allerdings, aufgrund des Artikels, der in der Bildzeitung erschienen ist, erschossen wird, halte ich für absolut absurd.

Da hast du mich falsch verstanden - das habe ich nicht geschrieben - im Gegenteil:
vor allem wenn man weiß (auch wenn die Berichterstattung dabei gar nicht zum Tragen kommen muss), wie solche Geschichten schlussendlich auch für die Tiere enden können (Stichwort "Problemelefant") finde ich es irgendwie geschmacklos...
Wenn ich das so gemeint hätte, wie du es verstanden hast, dann hätte ich das Adjektiv "verantwortungslos" gewählt 😉 . Mir ging es da eher um den emotionalen/empathischen Zusammenhang....

Aber du scheinst den Artikel ja inzwischen auch nicht mehr so toll zu finden, wenn ich dich richtig verstanden habe.

Und wenn ich es gaaanz positiv sehen will 🙂 , dann könnte man diesen Bericht verstehen als eine eindrückliche Warnung davor, sich - egal wie gut sie zahlt - der Boulevardpresse anzuvertrauen. 😎

Gruß Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 23. Juli 2018
Gast23. Juli 2018 · #104
Mir selbst würde es wahnsinnig leid tun, wenn die Kuh aufgrund des Vorfalles getötet worden wäre, aber uns ist diesbezüglich nichts bekannt geworden.
Guten Morgen safarichili, es könnte durchaus sein, dass das rasch erledigt wurde (siehe Seite 2 deines Berichts), so was kommt vor
Könntest du bitte schreiben, gegebenenfalls per PN, bei welcher Agentur du diese Tour gebucht hast?
Danke und Grüße, Werner
6'369 Beiträge · seit 201123. Juli 2018 · #105
Hoi Juli

Vielen Dank für diesen Bericht, ich weiss aus eigener Erfahrung wie schwer es ist einen Reisebericht nach so langer Zeit zu schreiben, denn meine erste Afrikareise hab ich erst Jahre später niedergeschrieben.
Eine Riesen-Gedankenarbeit mit viel Rückfragen. Möcht ich nicht mehr machen müssen...
Und jetzt, wo Du in Übung bist, gleich weiter mit dem nächsten Reisebericht! 😎
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)