Plastiksackverbot in NWR-Nationalparks

206 Antworten · 28,5k Aufrufe · gestartet 15. Juni 2018 von Namtom
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1'014 Beiträge · seit 201615. Juni 2018 · #21
So lange an jedem Rastplatz und am Rand von Siedlungen Müll, PET-Flaschen und sonstiges Plastikzeug in Mengen herumliegen, ist es aus umweltschonender Sicht völlig egal, ob Touristen ihre dreckigen Klamotten und Schuhe in Stoffbeutel oder hoffentlich nicht in die Gegend geworfene Plastiktüten stecken. Zumal die Nationalparks sowieso Spielplätze für wohlhabende (ausländische) Besucher sind und Einheimische als Personal vor Ort Dienst tun. Wobei mich mal interessieren würde, wie es mit Plastikmüll bei den Unterkünften des Personals aussieht.

Yanjep

PS: Bevor mir das jetzt gleich unterstellt wird: Ich bin selbstverständlich keine Umweltsau, werfe nichts in die Gegend und nutze Plastiktaschen nur als Müllbeutel oder Verpackung.
zuletzt bearbeitet 15. Juni 2018
33,1k Beiträge · seit 200616. Juni 2018 · #22
Hier nun die offizielle Erklärung des MET - was NWR mitteilen wollte ist sozusagen als "verfrüht" zu bezeichnen. Es wird weiterhin nichts diesbezüglich umgesetzt, denn es gibt noch gar nicht die nötigen Kontrollmechanismen.

Viele Grüße
Christian
📎 PlasticsinNationalParks.pdf
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33,1k Beiträge · seit 200617. Juni 2018 · #23
OFF TOPIC
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Hi Loser,
Ein vernünftiges Metallrecycling gibt es dort ja nicht.
da bist Du unzureichend informiert. Windhoek war die erste Hauptstadt in Afrika die Recyclinglösungen umgsetzt hat. Aktuell wird fast alles, außer KLeidung und organisches Material, recycled. Plastik wird sogar bald in Windhoek direkt wiederverwehrtet (https://www.newera.com.na/2018/03/08/namibia-plastics-launches-construction-of-n95m-plant/), während der andere Recycling"müll" nach Südafrika zum Recycling geht.

Viele Grüße
Christian

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Gast17. Juni 2018 · #24
@ travelNamibia
Super!!! und Danke für die Information. Ist das flächendeckend, haben andere Städte und Orte auch Metall- und Wertstoffrecyling?
Danke und Grüße
und Zusatzfrage 17:10.
Gibt es in Namibia metallurgische Betriebe, Papier- und Glasproduktion, die Dosenschrott aus Weißblech, Alu, Schrott i.A., Altpapier und Glas recyclen können oder geht das alles weiter nach SA und auf den Weltmarkt?
zuletzt bearbeitet 17. Juni 2018
33,1k Beiträge · seit 200618. Juni 2018 · #25
Hi Loser,

ich bin kein Recycling-Experte, aber derzeit geht wohl alles nach Südafrika. Mit Fertigstellung der Plastikfabrik soll ein Großteil an Plastik in Namibia verwertet werden. Recyclingsysteme wie von mir gepostet gibt es u.a. in Windhoek und Swakopmund.

Viele Grüße
Christian
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Gast18. Juni 2018 · #26
Danke Christian,
Das ist eben das Dilemma. Wenn die Primärmaterialien (Metalle, Karton, Papier, Glas, Plastik etc.) im Land nicht hergestellt werden, ist Abfall-„Recycling“ a la Namibia mE eigentlich MüllTRENNUNG. Die eigentliche Aufbereitung und Wiederverwertung (=RECYCLING) muss in das Ausland ausgelagert werden. Aber besser als alles vermischt in einer Grube zu vergraben, ist es natürlich allemal.
Die Abfallwirtschaft in SA ist mE selber noch rudimentär und erst in den Anfangsstadien eines modernen Recyclings. Die Trennung größtenteils auf der Deponie durchzuführen, ist zwar als Beschäftigungsmaßnahme verständlich, effizient ist es nicht und die Qualität leidet.
Danke und Grüße
33,1k Beiträge · seit 200618. Juni 2018 · #27
Hi Loser,

habe gerade noch diese zwei Seiten/Artikel zum Thema "Recycling in Namibia" gefunden. Vielleicht interessiert Dich das?
- http://www.travelnewsnamibia.com/news/recycling-in-namibia/
- http://rnf.com.na/

Viele Grüße
Christian
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Gast18. Juni 2018 · #28
@ Christian, ja das interessiert mich sehr.
Danke und Grüße
15 Beiträge · seit 201522. Juni 2018 · #29
danke für die Info 🙂
Viele Grüsse, Zuk
235 Beiträge · seit 201622. Juni 2018 · #30
Es gibt doch viele Möglichkeiten Plastikmüll zu vermeiden, und ich bin mir sicher viele die hier im Forum unterwegs sind werden das auch tun.
Zum Trennen meines Gepäcks verwende ich seit vielen Jahren keine Plastikbeutel mehr sondern diese speziellen Packtaschen aus Nylon oder Stoff. Soll alles staubdicht verpackt sein kommt es eben in einem wasserdichten Packsack.
Es gibt auch leichter wasserdichte Nylon Säcke die man sehr gut den Müll packen kann. Unnötiger Geruch wird eben durch Auswaschen vermieden. Zwar ist das dann wieder ein erhöhter Wasserverbrauch.
Ausscheidungen und Lebensmittelreste beim Campen werden vor Ort vergraben.
Keine Alternative gibt es meines Erachtens bis jetzt zum vakuumieren von Fleisch in Plastiktüten. Und ansonsten gibt es überall günstig Kunststoffgefäße zu kaufen das ist dann zwar auch Plastik das irgendwann mal wie recycelt werden muss kann aber wenigstens wiederverwendet werden.
545 Beiträge · seit 200622. Juni 2018 · #31
Hallo,
ich bin gerade total hilflos.
Mir ist ein Fleecewaschlappen vom Hacken gefallen.
Was soll ich tun?
-so tun als wäre nichts geschehen und wieder zurüchhängen
-in die Wäsche geben (Wasserverbrauch)
-einfach liegenlassen
-liegenlassen und mit Bioethanol verbrennen
-Kleinanzeige bei ebay schalten, Waschlappen zu Verkaufen (nur Abholung möglich)
Ihr seht, ein echtes Problem, gut gemeinte Hinweise werde ich genauestens Prüfen und danach ignorieren.

Einträchtliche Grüße
785 Beiträge · seit 200822. Juni 2018 · #32
Hi,

Hm, was soll ich da jetzt sagen...?

Wer wirklich ernsthaft etwas für die Umwelt tun will, der sollte seine Flugfernreise absagen, den der Schaden der hierbei entsteht ist um ein zig faches größer wie die Verwendung einer Plastiktüte....!

Viele Grüße

Markus
3'883 Beiträge · seit 201122. Juni 2018 · #33
camperfan schrieb:
Ausscheidungen und Lebensmittelreste beim Campen werden vor Ort vergraben.
Ausscheidungen sind okay, sofern die Löcher tief genug sind! Aber Lebensmittel würde ich nicht vergraben. Wildtiere mit ihrer superguten Nase graben a) aus, was sie als fressbar identifizieren und b) merken sich den Platz für spätere Besuche. Wie war das noch mit dem Leopardenbesuch in Matopi (KTP)?

Gruß freshy
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83 Beiträge · seit 201522. Juni 2018 · #34
nicht dass ich falsch verstanden werde: ich finde das Verbot von Plasiksäcken grundsätzlich gut, weil diese sehr schlecht abbaubar sind und in der freien Natur nichts verloren haben. Aber...
Vor kurzem wurde eine dänische Studie http://mst.dk/service/publikationer/publikationsarkiv/2018/mar/plastposer-lca/ veröffentlicht, in der aufgezeigt wurde, dass ein Bio-Baumwollsack rund 20'000 (sprich während knapp 55 Jahren täglich einmal) wiederverwendet werden müsste, bis er die gleichen Auswirkungen auf die Umwelt hat wie ein einfacher LDPE-Plastiksack. Der Grund dazu ist der enorme Wasserverbrauch, der Baumwollanplanzungen brauchen. Klar kann man die Verhältnisse von Mitteleuropa nicht 1:1 auf andere Gebiete dieser Welt übertragen, da bei uns der Müll ganz anders verwertet wird als anderswo.

Meine Rede hier: am besten ist der grundsätzliche Verzicht auf Verpackung. Eine Verpackung durch eine andere zu ersetzen kann aus ökologischer Sicht ganz falsch herauskommen, der gesunde Menschenverstand greift leider nicht immer.
Auf eine Afrikareise zu verzichten dafür Ferien in der Heimat zu machen nützt der Umwelt übrigens deutlich mehr als jeder Verzicht auf einen Plastiksack...

Das Leben ist leider nicht immer einfach. Lasst das Euch von einem sager, der dieses Jahr auch seinen ökologischen Fussabdruck durch eine Namibiareise versauen wird 😎
Gast22. Juni 2018 · #35
Pallas8330 schrieb:Klar kann man die Verhältnisse von Mitteleuropa nicht 1:1 auf andere Gebiete dieser Welt übertragen, da bei uns der Müll ganz anders verwertet wird als anderswo.
Einfach zum Nachdenken:
https://www.nationalgeographic.com/environment/planetorplastic/
50 % alles jemals produzierten "Plastiks" wurden in den letzten 15 Jahren hergestellt.....Tendenz weiter exponentiell steigend. Und nur ein geringer Teil davon wird "recycelt", auch nicht in hochentwickelten Industriestaaten.
699 Beiträge · seit 201025. Juni 2018 · #36
Hallo, zu bedenken ist, dass NWR selber in seinen Shops Produkte verkauft, die in Plastik verpackt sind. Es macht wohl keinen Unterschied, ob Plastik als Sack oder als Chipstüte, Flasche, vakuumverpackte Produkte wie Fleisch etc.
Gruß Giselbert
Gast27. Juni 2018 · #37
Berg-Eule schrieb: es ist wirklich erstaunlich, wie schnell die Menschen Dinge verlernen und meinen, ohne die modernen "Annehmlichkeiten" nicht mehr auskommen zu können. In meiner Jugend gab es noch keinen Kunststoff, man lebte trotzdem, 🤪 man wanderte sogar in der freien Natur und machte Picknicks - ganz ohne Plastiktüten, -flaschen, -dosen, … klappte seinerzeit wunderbar, scheint aber heute für manche nicht mehr vorstellbar zu sein. 😕
Auf den Punkt Berg-Eule! Ja, es gab Leben vor der PET-Flasche, sogar "Safari"!!... wenn auch für Zivilisationsgeschädigte schwer vorstellbar.
33,1k Beiträge · seit 200623. Aug. 2018 · #38
Hi zusammen,

brandaktuell zum Thema von heute:
"Plastiktüten in Namibia werden in Zukunft mit einer staatlichen Abgabe belegt. Eine dementsprechende Entscheidung hat die Regierung nun gefällt. Die Abgabe komme vollständig dem „Environmental Investment Fund” EIF zu Gute, hieß es. Zudem sind fortan alle Plastiktüten ohne Ausnahme in allen staatlichen Naturschutzgebieten im Land verboten. Die Einfuhr und Herstellung von Plastiktüten mit Calciumacetat werde gänzlich untersagt. " (Hitradio Namibia, 23. August 2018)

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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873 Beiträge · seit 201623. Aug. 2018 · #39
Irgendwie kommt mir diese Diskussion so ein bisschen wie eine akademische Übung vor. Bevor es keine Erfahrungen mit der praktischen Umsetzung gibt (wird kontrolliert? wo? wie? wird bestraft? oder nur ermahnt? werden Tüten weggenommen? ...) können wir hier eiiirg im luftleeren Raum herumdiskutieren.
Ein grundsätzlich vernünftiger Gedanke wird bei gnadenloser Umsetzung wohl zu Chaos führen - aber auch das ist wieder Spekulation.
Die Regel kann wohl nicht ernsthaft gedacht sein für eine Chipstüte oder einen Eisbeutelsack aus der Kühlbox oder ein Flugzeug-Zip-Beutel für Kosmetika oder für eingeschweißtes Grillgut oder oder oder
Gibt es in den Shops innerhalb der Parks überhaupt flächendeckend Papiertüten oder andere Alternativverpackungen?

Ich bin gespannt auf die ersten Vor-Ort-berichte, wie das Ganze sich praktisch auswirkt!
NAM 09/2017 mit Galerie NAM 07/2019 mit Galerie NAM 08/2021 mit Galerie Südafrika 08/2023 mit Galerie NAM 08/2025 mit Galerie
33,1k Beiträge · seit 200623. Aug. 2018 · #40
Hallo Yoda911,
Gibt es in den Shops innerhalb der Parks überhaupt flächendeckend Papiertüten oder andere Alternativverpackungen?
nein, wieso sollte es. Die Regelung ist ja noch nicht in Kraft... (hast Du den Thread hier gelesen?)

In Kenia hat sich bei dem generellen Verbot von Plastiktüten im Land auch keiner um Alternativen gekümmert... aber als es dann akut war, gab es diese binnen Wochen.

Viele Grüße
Christian
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zuletzt bearbeitet 23. Aug. 2018