JUJulia+LarsThemenstarter9 Beiträge · seit 201814. Mai 2018 · #1
Hallo, ich hin neu hier. Ich heute eine Frage, wo viele evtl gleich die Augen verdrehen weil Sie schon gefragt wurde (ich habe hierzu leider nichts gefunden) oder weil die Frage echt doof ist. 🙂 Wir sind Anfang August das erste mal in Namibia mit Dachzelt unterwegs. Ich lese immer wieder von Reifenplatzern etc. So weit so gut, kann mir aber jemand sagen was wir machen sollen wenn wir mitten im Etosha zb eine Reifenpanne haben?? Man soll ja den Wagen nicht verlassen! Aber ohne das Auto zu verlassen wird es schwierig den Reifen zu wechseln. Vielleicht kann mir ja jemand berichten. Liebe Grüsse und Danke im vorraus. Julia
So weit so gut, kann mir aber jemand sagen was wir machen sollen wenn wir mitten im Etosha zb eine Reifenpanne haben??
das war in der Tat schon mehrfach Thema (z.B. hier: https://namibia-forum.ch/forum/11-diverses/293147-touristen-in-etosha.html?start=6#483497). Du darfst nicht aussteigen (der Löwe macht keinen Unterschied bei seiner Auswahl ob man einen triftigen Grund zu Aussteigen hatte oder nicht ;-)). Du wartest also bis ein Mitarbeiter des Umweltministeriums vorbei kommt. Rein theoretisch kann das zwischen 10 Minuten und unendlich dauern. Also fragst Du andere Fahrzeuge die an Dir vorbei fahren, ob sie bitte anhalten und Ausschau halten. Und dann wechselst Du den Reifen in Windeseile und mit viel Obacht. Und nein, ein Reifenproblem ist auch kein Grund nicht bei Sonnenuntergang im Camp oder aus dem Park raus zu sein.
Viele Grüße aus Windhoek Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
MAMarkus6151'042 Beiträge · seit 201614. Mai 2018 · #3
Hallo Julia,
Julia+Lars schrieb: Wir sind Anfang August das erste mal in Namibia mit Dachzelt unterwegs. Ich lese immer wieder von Reifenplatzern etc.
Reifenplatzer sind nicht so unüblich, meistens ist das aber eher ein Druckverlust und man fährt sich den Reifen infolge dessen kaputt. Um die Wahrscheinlichkeit zu senken, dass das passiert prüft man den Reifendruck regelmäßig, im Etosha z.B. überall wo man sicher aussteigen kann, also in den Camps oder in den umzäunten "WC" Bereichen etc.
Julia+Lars schrieb: So weit so gut, kann mir aber jemand sagen was wir machen sollen wenn wir mitten im Etosha zb eine Reifenpanne haben??
Dasselbe wie bei jeder anderen Panne. Z.B. wenn man den zweiten Tank "verliert" (ein weiterer Mann aus einem anderen Fahrzeug und ich hatte so einem Pechvogel mitten im Etosha geholfen den wieder zu befestigen). Möglichst nicht an der unübersichtlichsten Stelle stehen bleiben, mit mehreren Fahrzeugen eine "Wagenburg" bauen und dann rund herum "Wachposten" haben, so dass man auch eilig wieder in die Fahrzeuge springen könnte, falls sich etwas in der Umgebung "bewegt".
Julia+Lars schrieb: Man soll ja den Wagen nicht verlassen!
Man darf den Wagen nicht verlassen und das hat auch seine Berechtigung. Tiere sind extrem gut getarnt! Eine Panne die man vor Ort schnell selbst beheben kann ist die einzige Ausnahme, weswegen man das sichere Fahrzeug verlässt, das aber auch nur, wenn man weitere Touristen dazu bewegen konnte, etwas Deckung (Wagenburg) zu geben. In der Regel hilft da jeder! Die "Helfer" müssen ja auch nicht aussteigen. Machen das aber normalerweise selbstlos 😉
Julia+Lars schrieb: Aber ohne das Auto zu verlassen wird es schwierig den Reifen zu wechseln.
Bei einer Reifenpanne gibt es noch die teurere Alternative: Auf der Felge weiter fahren. Kommt zum kaputten Reifen eben noch eine zerstörte Felge. In einer Gegend in der es extrem unübersichtlich ist, man kein Handyempfang hat und sonst auch kaum jemand vorbei kommt ist das möglicherweise die einzige sinnvolle Variante. Im Etosha fällt mir dazu der Eland Drive (oft nur mit 4x4 und großer Bodenfreiheit befahrbar) ein, da ist man möglicherweise stundenlang alleine...
Gruß Markus
JUJulia+LarsThemenstarter9 Beiträge · seit 201814. Mai 2018 · #4
super danke für die schnellen antworten. jetzt weiss ich da auch bescheid 🙂
1) Sind Löwen da, die Ihr seht (und umgekehrt !!!!) versucht wenn möglich das Fahrzeug auf geschätzte Mindest 50 Meter Abstand zu bewegen...einer wechselt Rad, der Beifahrer scannt IM Fahrzeug die Lage...
2) Sind Löwen da, die Ihr nicht seht, von deren Anwesenheit ihr aber wisst...versucht das Fahrzeug in einen auf wieder geschätzte 50 Meter scannbaren UMKREIS zu bewegen....aufgepasst...liegende Löwen z.Bsp hinter fahlbraunen niedrigen Grasbüscheln sind oft auf 20 Meter nicht zu erkennen.......heikel
3) nähert Ihr euch Löwen an einem Riss und bleibt zum Beispiel in einem Hyänenloch mit einem Rad stecken dann wird es richtig heikel...dann würde ich auf fremde Hilfe zu warten empfehlen (hatten wir guided im MARA)
4) Alleinfahrer können 1) und 2) unter erhöhter Vorsicht und dauerndem Scannen mit etwas Erfahrung und erhöhtem Puls auch...... 🙂 🙂 🙂
Die Antworten decken nicht alle Situationen ab....sind aber grobe Guidelines...
lg.....BMW
franzicke2'085 Beiträge · seit 201214. Mai 2018 · #6
Hallo Julia, eine weitere Möglichkeit wäre auch noch, das am nächsten gelegenen Camp anzurufen - die schicken dann jemanden los. Auf dem Weg von Dolomite nach Okaukuejo hatten wir einen Totalausfall unseres Fahrzeugs als wir nach einer längeren Zeit am Wasserloch wieder starten wollen und weil wirklich gar nichts mehr ging, hab ich in Okaukuejo angerufen, die uns dann zwei Männer als Retter geschickt haben. Die waren super nett! Nur für den Fall, dass ihr euch irgendwie in einer brenzligen Situation befinden solltet - aber geht mal nicht davon aus. Viele Grüße Ingrid
Nur gibt es in Etosha außerhalb der Camps fast nirgendwo Handy-Empfang...
Viele Grüße aus Windhoek Christian
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Cruiser2'530 Beiträge · seit 201114. Mai 2018 · #8
Mit Reifenpanne hat man ja einen triftigen Grund aussteigen zu müssen.
Beide aussteigen, sie geht aufs Dachzelt und beobachtet die Lage, er wechselt den Reifen. Wenn andere Fahrzeuge vorbeikommen oder in der unmittelbaren Nähe sind dann einfach fragen ob sie eben auch mit aufpassen können.
Best Regards
Adolf
Conservation is our passion!
Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'!
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Topobär5'479 Beiträge · seit 200914. Mai 2018 · #9
Cruiser schrieb:Mit Reifenpanne hat man ja einen triftigen Grund aussteigen zu müssen.
Beide aussteigen, sie geht aufs Dachzelt und beobachtet die Lage, er wechselt den Reifen.
KarstenB2'397 Beiträge · seit 201114. Mai 2018 · #10
Hallo, Cruiser und Topobär meinten: "Beide aussteigen, sie geht aufs Dachzelt und beobachtet die Lage, er wechselt den Reifen. Genau so handhaben wir das auch immer. " Ich ziehe die umgekehrte Variante vor. 😗 LG aus dem sonnigen und heißen HH, Karsten
Wir hatten vor Jahren im KTP nähe Kij Kij einen Reifenpanne. Ein spitziger nicht gesehener Stein am Wegrand war die Ursache & schlitzte den Pneu auf. Zum Glück war das Gras nieder & man hatte Aussicht!! Es ging alles gut, aber so ganz geheuer war und die Pneuwechsel Aktion schon nicht 🙁 😮 😐 Jedenfalls waren wir beruhigt, als wir weiter fuhren konnten.
Gruss Margrit
NONOGRILA1'794 Beiträge · seit 201314. Mai 2018 · #12
Hi, ...eigene Erfahrung bei unserer ersten Reise im Etosha/Olifantsbad und Reifen komplett kaputt:
Handy Empfang ja, Hilfe vom Camp nein, Hilfe von anderen ja, Ausgestiegen ja...!
LG NOGRILA
JUJulia+LarsThemenstarter9 Beiträge · seit 201814. Mai 2018 · #13
dann hoffen wir mal dass wir keinen reifenplatzer im etosha haben, ich auf dem dach wäre keine gute option, da müsst ich dann zu den kontaktlinsen extra noch brille aufsetzen dass ich was sehe 😄 😄
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200614. Mai 2018 · #14
KarstenB schrieb: Cruiser und Topobär meinten: "Beide aussteigen, sie geht aufs Dachzelt und beobachtet die Lage, er wechselt den Reifen. Genau so handhaben wir das auch immer. " Ich ziehe die umgekehrte Variante vor. 😗
... ja, das scheint mir wesentlich vernünftiger.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Clamat1'425 Beiträge · seit 201314. Mai 2018 · #15
Blende18.21'165 Beiträge · seit 201715. Mai 2018 · #16
Wir hatten die Situation als Helfer auch letztes Jahr...
Im Endeffekt brauchten wir 2 Helfer-Fahrzeuge. Die liegen gebliebenen Italiener waren zu nix zu gebrauchen. Sie rannte planlos in der Gegend rum (aber Wagennähe), er dankte uns unentwegt wir würden ihnen das Leben retten. Reifenwechsel blieb aber an den beiden Helfer-Fahrzeugen hängen. Ein Auto vorne schräg, eines hinten schräg. Frauen passten auf und die Männer haben den Reifen gewechselt und die restlichen Reifen mal unter 2,6 Bar gebracht. 😗
Also: - Reifen für Schotter füllen... 1,8 Bar bzw. was euer Vermieter sagt. - Und wenn man selber die Panne hat, besonnen bleiben und mit anpacken. 😉 - ergänzend: wir hatten an jedem Wagen noch Türen auf, damit man schnell ins Auto kommt bei Bedarf
Topobär5'479 Beiträge · seit 200915. Mai 2018 · #17
Wenn man es mal ganz nüchtern sieht, ist es doch so, dass in den meisten afrikanischen Nationalparks noch nicht einmal die Camps umzäunt sind und dort auch ständig wilde Tiere umherlaufen. Dazu gibt es jede Menge andere Gründe das Fahrzeug innerhalb eines Nationalparks zu verlassen. Festgefahren, Defekt am Fahrzeug, Picknick, Aussichtspunkt, Sehenswürdigkeit, anderen helfen und vieles mehr. Ihr seht, eine Reifenpanne ist nur ein Grund von vielen, das Auto zu verlassen. Das Besondere ist lediglich, dass in KNP und Etosha so ein großes Brimborium um das Verlassen der Fahrzeuge gemacht wird, während es in den meisten Nationalparks etwas ganz Selbstverständliches ist. Letztendlich gilt immer und überall, dass man die Umgebung sehr gut im Auge behalten muss und sich nur dorthin begeben sollte, wo man die Umgebung gut überblicken kann.
Rajang1'115 Beiträge · seit 201015. Mai 2018 · #18
Sambia, North Luangwe NP, 1 Std. bis Sonnenuntergang, 1 Std. vom Camp weg, Funkgerät Parkeingang funktionierte nicht, somit konnte Camp von unserer Ankunft nicht avisiert werden. Enger Pfad und nun noch ein Akazienbaum quer über der Strasse. Die Elefanten lassen grüssen. Was tun? Mit 99% Sicherheit kommt hier niemand in den nächsten 24 wenn nicht 72 Stunden vorbei. Umkehren bringt nichts, die Fähre über den Fluss hat Betrieb für diesen Tag eingestellt. Co-Fahrerin hält Wache aus der FZ-Kabine (erhöhter Blick), ich Klappsäge und Baum zerkleinern. Die Chance von Raubtieren die Touristen auf dem Menuplan haben, hatten wir als minimal eingeschätzt. Einzig die Tsetse Fliegen waren anderer Ansicht - holte mir 30 Stiche. Aber das 'schönste' war, dass sich 2 km weiter das GLEICHE nochmals wiederholte 🤩
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200615. Mai 2018 · #19
Topobär schrieb:Das Besondere ist lediglich, dass in KNP und Etosha so ein großes Brimborium um das Verlassen der Fahrzeuge gemacht wird, während es in den meisten Nationalparks etwas ganz Selbstverständliches ist. Letztendlich gilt immer und überall, dass man die Umgebung sehr gut im Auge behalten muss und sich nur dorthin begeben sollte, wo man die Umgebung gut überblicken kann.
... in den meisten Parks darf man das Auto trotzdem nur in den Camps oder an besonderen Stellen verlassen. Was letztlich in der Praxis gemacht wird, ist wieder 'ne andere Sache.
Einen anschleichenden und dann angreifenden Löwen oder Leoparden würde man erst sehr (zu) spät entdecken. Ein Löwe legt im Sprint in drei Sekunden locker 65 Meter zurück, ein Leopard knapp 50. Jetzt essen Löwen wie Menschen lieber lecker Antilope, aber wenn ein Löwe z.B. verletzt ist oder sein Rudel an einen Kontrahenten verloren hat und alleine jagen muss, könnte es halt doch mal sein, dass einer "Dosenfutter" probiert.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Flash20101'425 Beiträge · seit 201516. Mai 2018 · #20
Ob es in anderen Parks erlaubt ist oder nicht, man sollte sich einfach an die Regeln vor Ort halten, man ist eben nur Besucher. Zum Thema aussteigen in Etosha: Wir hatten uns letztes Jahr mal die Toiletten bei Homob angeschaut. Die liegen mitten im Busch, wo sich viele Raubtiere ungehindert verstecken können, was ich auch sehr ungünstig fand. Allerdings aufgrund der Verschmutzung und Vermüllung drum herum sind wir unverrichteter Dinge weiter gefahren. An manchen Picknick Sites muss man auch erst einmal aussteigen um die Tore zu öffnen. Irgendwo anders habe ich Bilder gesehen, wo Löwen um die Toiletten Häuschen herum liegen.
Im Fall der Fälle (also einer Panne) sollte man einfach sehr umsichtig sein. Wenn man recht nah an einem Camp ist, würde ich immer zuerst versuchen, dort jemanden zu erreichen.
Es ist nun mal auch so, dass das Aussteigen auch deswegen verboten ist, weil das Steppenwild die Autos gewohnt ist, nicht aber herum laufende Menschen. Aus diesem Grund sollte man ebenfalls Respekt wahren und sich an die Regeln halten, wenn es kein Notfall ist.