Simbabwe...aktuelle, prekäre Situation

847 Antworten · 139k Aufrufe · gestartet 09. Nov. 2017 von GinaChris
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Themenstarter4'984 Beiträge · seit 201609. Okt. 2018 · #203
Der Minister für Wirtschaftsplanung, Dr Tapiwa Mashakada, zeichnet in der heutigen Parlamentssitzung
ein wirklich übles Bild der dzt wirtschaftlichen Situation in Simbabwe:

ein paar Beispiele:
Vor Einführung der neuen Steuer, wären 2l Öl zum Kochen für US$ 2,90 im Handel erhältlich gewesen, heute würden US$ 10 verlangt.
Am Schwarzmarkt muss man heute für 1 US$ bereits 3,80 Bond Notes bezahlen.
Den Apotheken gehen die Medikamente aus, da die meisten importiert werden müssen. Die wenigen die noch da sind,
werden ausschließlich gegen US$ verkauft.
Die Inflationsrate liege bei 5%, die Arbeitslosigkeit bei 95%.

Er empfiehlt u.a. die Einführung des Rand als Währung, da 60% der Importe aus Südafrika kommen.

Quelle: https://twitter.com/OpenParlyZw?lang=de

Gruß Gina
517 Beiträge · seit 201809. Okt. 2018 · #204
Hallo,
lt. kurzer Info aus HRE gehen die Preise in den Supermärkten auch durch die Decke - ein Stück Butter 13 US $....

Man kann nur hoffen, das die Hoffnung auf Besserung und Erholung in dem Land nicht einschläft bzw. umschlägt.

Ich befürchte nichts Gutes, ich wünsche das ich mich irre.....

VG
33,1k Beiträge · seit 200609. Okt. 2018 · #205
wären 2l Öl zum Kochen für US$ 2,90 im Handel erhältlich gewesen, heute würden US$ 10 verlangt.
Die Inflationsrate liege bei 5%, die Arbeitslosigkeit bei 95%.
dann rechner er aber schlecht... wenn alleine Öl binnen Tagen sich im Preis verdreifacht hat, da ist eine Inflation von nur 5 Prozent praktisch nur möglich, wenn alle anderen Waren im KOrb eine extreme Deflation hätten. Oder meinte er 5% Inflation in der Stunde? 😉

Viele Grüße
Christian
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Themenstarter4'984 Beiträge · seit 201609. Okt. 2018 · #206
Hallo Christian,

vermutlich hat er das gemeint, nur nicht gesagt 😗
denn Hanke, einer der es grundsätzlich ein wenig realistischer betrachtet,
kommt in seiner Berechnung Ende Sept. auf 69,9%
http://www.businessdaily.co.zw/index-id-Economy-zk-47295.html

Gruß Gina
3'883 Beiträge · seit 201110. Okt. 2018 · #208
Hallo Gina,
wie gut, dass die Überbringer schlechter Nachrichten heutzutage nicht mehr gemeuchelt werden. Herzlichen Dank, dass du uns ganz sachlich über negative bis grauenhafte Nachrichten z. B. aus Simbabwe oder Südafrika auf dem Laufenden hältst.

Sonnige Herbstgrüße aus Süddeutschland
von freshy
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348 Beiträge · seit 201110. Okt. 2018 · #209
Hallo zusammen
Seit einer Phase galoppierender Hyperinflation im Jahr 2008 hat Simbabwe keine eigene Währung mehr, sondern nutzt vor allem den US-Dollar. Da aber nicht genügend Dollarnoten im Umlauf sind, hat die Regierung Schuldscheine als Parallelwährung eingeführt. Die sogenannten bond notes sind dem US-Dollar per Gesetz gleichwertig, werden aber zu einem deutlich niedrigeren Kurs gehandelt.

Das bringt Unternehmen wie KFC in eine schwierige Lage: Wenn sie zum Beispiel 100 bond notes einnehmen und dann den gleichen Betrag in US-Dollar an Lieferanten zahlen müssen, verlieren sie Geld. Die Regierung droht Unternehmen, die ihre Preise erhöhen oder auf US-Dollar bestehen, mit der Schliessung./pma/DP/fba
Zieht die Regierung das durch, werden alle Firmen und Ladenketten schliessen, wenn sie das noch nicht getan haben und das Land verlassen.
Unter den Voraussetzungen läuft das Land über kurz oder lang in einen Bürgerkrieg.

Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen.
517 Beiträge · seit 201810. Okt. 2018 · #210
Der aktuelle Dollar Bond Kurs gerade eben 1 zu 4
Immer mehr Läden schließen und alle Hoffnung liegt auf Montag.
VG
90 Beiträge · seit 201811. Okt. 2018 · #211
Hallo,

Simbabwe hat die letzten 10 Jahre verschenkt und ist wieder bzw. immer noch genau da, wo man 2008/2009 schon war. Die nötigen Reformen sind nicht umgesetzt. Das mangelnde Vertrauen hat damals den ZimDollar gekillt. Jetzt killt mangelndes Vertrauen Bond-Notes und Electronic-/Plastic-Money. Mnangagwa ist nicht schuld. Er hat die Probleme geerbt. Aber er ist eben auch nicht die Lösung. Er hat nicht die Autorität, um die notwendigen Veränderungen durchzusetzen. Vielleicht hat er auch nicht mal den Willen dazu.

Die Krise verstärkt sich über verschiedene Wirkmechanismen zwangsweise selbst immer mehr. Ein Beispiel: Alles fährt nun zum Tanken nach Simbabwe. Man nimmt US-Dollar mit (oder Rand), tauscht die auf dem Schwarzmarkt im Verhältnis 1:3 oder nun vielleicht auch schon 1:4 gegen Bond-Notes und tankt dann mit den Bond-Notes effektiv für konkurrenzlose 0,35-0,50 USD/Liter. Dadurch steigt der Treibstoffabsatz in Simbabwe gerade sprunghaft an. Die Regierung muss noch mehr harte Devisen aufwenden, um mehr Treibstoffe im Ausland einzukaufen und es nicht zu einem Engpass kommen zu lassen. Teufelskreis.

Simbabwe ist längst über den Punkt hinaus, an dem es aus eigener Kraft eine Trendwende schaffen kann. Die Rettung kann nur noch aus dem Ausland kommen. In Form von einer Geldinfusion von Minimum 2 Milliarden US-Dollar, besser 5-10 Milliarden. Mnangagwa ist direkt nach der Wahl nach China geflogen und hat fest darauf gesetzt, dass die Chinesen ihm das Geld geben. Haben sie aber nicht.

Wahrscheinlichstes Szenario: Simbabwe wird wirtschaftlich kollabieren. Danach liegen alle Optionen auf dem Tisch: Von rapider Gesundung bis Bürgerkrieg. Namibia sollte genau hinsehen. Es hat strukturell die gleichen Probleme wie Simbabwe. Ohne Veränderungen wird es das gleiche Auskommen erleben.

D.
Themenstarter4'984 Beiträge · seit 201611. Okt. 2018 · #212
Update:

insges. 52 Gewerkschaftsmitglieder wurden heute in Harare, Mutare, und Masvingo bis jetzt verhaftet;
darunter auch der Gewerkschaftspräsident Mutasa.

https://news.pindula.co.zw/2018/10/11/zctu-leaders-arrested-for-attempting-to-protest-against-2-percent-tax/

In sozialen Netzwerken sind wieder Videos zu sehen die zeigen,
mit welcher enormen Brutalität die Polizei auf die bereits Festgenommenen mit ihren Schlagstöcken einprügelt...

Gruß Gina
Themenstarter4'984 Beiträge · seit 201615. Okt. 2018 · #215
Malyo Wilderness Camp warnt Besucher auf seiner fb-Seite

https://www.facebook.com/Malyo-Wilderness-Camp-104092636353896/?hc_ref=ARQDXDWw0X8-CsoNWVVgdNdnKavoeQhHb5fCgkwFhwc8xBoaDxPkCRBrRd6mNf7R2Ec&fref=nf&__tn__=kCH-R

die nach Victoria Falls fahren wollen, vor der dort herrschenden Treibstoffknappheit.
Die Abgabe sei auf 20 Liter beschränkt.
Man rät bereits in Kasane zu tanken.

Gruß Gina
2'530 Beiträge · seit 201115. Okt. 2018 · #216
Viele Regale in den Supermärkten sind auch leer und einige Fastfoodketten oder Restaurants schließen die Türen bis auf weiteres da es kein cash gibt. Die Leute können ihre Lieferanten nicht bezahlen. Das Gleiche spüren wir gerade mit unseren Kunden dort.
Best Regards Adolf Conservation is our passion! Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'! Sponsor of Desert Elephant Conservation. Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA. Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
2'530 Beiträge · seit 201115. Okt. 2018 · #217
...
Best Regards Adolf Conservation is our passion! Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'! Sponsor of Desert Elephant Conservation. Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA. Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
124 Beiträge · seit 200615. Okt. 2018 · #218
Hallo zusammen,

wir planen Anfang November 2018 von Windhoek über Botswana/Kasane nach Victoria Falls zu fahren, um von dort weiter über den Hwange NP, Bulawayo, Gweru, Great Zimbabwe, Mutare nach Mosambik zu reisen.

Wenn wir die letzten Berichte hier lesen, sind wir aber nicht mehr sicher, dass dies möglich ist, u.a. natürlich wegen der Versorgung mit Diesel bzw. Lebensmittel.

Da wir nichts vorgebucht haben, könnten wir auch noch umplanen.

Wie ist Eure Meinung? War in letzter Zeit jemand auf unserer geplanten Route unterwegs?

Vielen herzlichen Dank und viele Grüße

Alexandra und Rainer
3'883 Beiträge · seit 201115. Okt. 2018 · #219
Hallo ihr zwei,
was hilft es euch, wenn ich schreiben würde, dass ich vor 2 Monaten auf eurer Strecke unterwegs war, immer Diesel tanken konnte und die Regale in den Supermärkten voll waren?
Ich erinnere mich an die griechisch-türkischen Auseinandersetzungen 1975. Da standen wir mit ähnlichen Fragen vor der griechischen Grenze. Unsere Strategie: Wir fahren so weit ins Land, dass unser Sprit bis nach Jugoslawien zurück reicht. Was das Essen anging, haben wir darauf vertraut, dass in den kleinen Dörfern Brot, Oliven und Tomaten gekauft werden könnten.
Und dann kam unser Umkehrpunkt. Doch bevor wir die Autoschnauze gen Norden richteten, kam die gute Nachricht, die Zeit der Notrationen sei vorbei, die Tankstellen könnten wieder liefern. Ehrlich, wir hätten nichts riskiert, trotz unseres jugendlichen Alters. Wir sind halt Schisser!

LG freshy
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Themenstarter4'984 Beiträge · seit 201615. Okt. 2018 · #220
Ein paar Preisbeispiele aus Harare von heute,
gepostet auf John McDemotts (Afrika Korrespondent für The Economist) Twitter Account:

Kellogg's Coco Pops 500g US$ 19,56
Nivea Men Deo Spray 150ml US$ 19,25
Huggies Babywindeln 6-10kg 72 Stk US$ 49,20

https://twitter.com/johnpmcdermott

Gruß Gina