(Mal wieder) Warnung: Fahrverhalten Touristen

808 Antworten · 145k Aufrufe · gestartet 23. Juli 2017 von travelNAMIBIA
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2'391 Beiträge · seit 201625. Juli 2017 · #21
Hallo Alex,
hier gab es mal vor einiger Zeit Elchtestvideos vom Hilux. Da war kein Dachzelt nötig, um ihn fast umzukippen, mit hätte er wahrscheinlich umgelegen.
Und natürlich verschiebt jedes Gewicht auf dem Dach auch den Schwerpunkt nach oben.
Viele Grüße
Sasa
Die Freiheit des Einzelnen endet da, wo seine Faust die Nase eines anderen trifft. 3 Generationen zum ersten Mal auf Pad, Namibia 2016: http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/291659-3-generationen-auf-grosser-namibia-erstlingstour.html
7'296 Beiträge · seit 200625. Juli 2017 · #22
Sasa schrieb:Hallo Alex,
hier gab es mal vor einiger Zeit Elchtestvideos vom Hilux. Da war kein Dachzelt nötig, um ihn fast umzukippen, mit hätte er wahrscheinlich umgelegen.

https://www.youtube.com/watch?v=xoHbn8-ROiQ

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
5'538 Beiträge · seit 200825. Juli 2017 · #23
Liebe Namibianeulinge, die Ihr gerade Eure erste Selbstfahrertour vorbereitet,

es ist mit dieser Diskussion wie bei einem Arzt, der immer nur die Symptome behandelt, aber nie nach der eigentlichen Ursache sucht. Natürlich ist es wichtig, wie das Fahrverhalten eines Autos ist, natürlich ist es wichtig, dass man vor Anhöhen immer bremsen soll - Sasa, ich habe mehrfach solche Situationen mit einem Schrecken überlebt -, aber was ist der eigentliche Grund?

Die falsche Planung. Wir lesen es hier doch immer wieder. Zum Beispiel - ich fahre von Swakopmund nach Twyfelfontein. Kann ich da mal eben am Cape Cross vorbei oder kann ich da mal eine Schleife an der Spitzkoppe vorbei machen oder am besten Cape Cross und Spitzkoppe reinpacken in diesen einen URLAUBS-Tag. Das hört sich ja googlemäßig alles noch machbar an. Sind ja nur 200 km Umweg (nur Cape Cross, ohne Spitzkoppe). Die schafft man ja locker in zwei Stündchen.

Aber erstens vergessen die Leute bei ihren Planungen, dass sie dann ja auch bei Cape Cross noch einen x-minütigen Aufenthalt haben für Ticket lösen, Fotos machen und Riechwasser unter die Nase halten. Außerdem vergisst man immer wieder, dass man unterwegs ja auch Fotostopps macht oder machen möchte. Jeder Fotostopp kostet aber Zeit. Ach ja, dass man Zeit für Tanken und rasten auch noch braucht, vergessen die meisten Leute bei ihrer Vorbereitung. Dazu kommen dann all noch die Dinge, die hier schon gesagt sind - links fahren, Fahrverhalten des Autos nicht kennen (wer fährt schon zu Hause mit einem Hilux mit Dachzelt rum), Bremswege falsch einschätzen - bei Schotter und Sand oder Salz haben braucht das Auto einmal viel längere Bremswege als hier auf den Teer- oder Asphaltstraßen. Und dann lässt man sich durch das optische Bild bei manchen Straßen leicht zu Fehlverhalten hinreißen. Sie sehen gut aus, man braucht kaum Gas zu geben und der Wagen beschleunigt trotzdem laufen, wie z. B. auf der Strecke Uis - Henties Bay bzw. Kuiseb Pass - Walvis Bay. Der Wagen beschleunigt wie von selbst und ein Blick auf den Tacho lässt einen leicht angenehm erschauern. 120 oder sogar 140 km/h. Wow ist das schön. Und dann kommt da doch so ein dämliches mit Sand gefülltes Schlagloch, das natürlich nicht zu sehen war und bautz reißt es einem das Lenkrad aus der Hand oder ein Reifen platzt oder hinter dem nächsten Hügel kommt jemand auf der linken Fahrspur entgegen.

Also, liebe Afrika- bzw. Namibia-Fahrer. Achtet bei der Planung unbedingt darauf, dass die Tagesetappen nicht zu lang sind und Ihr nicht in Zeitdruck geratet. Lasst lieber etwas aus, auch wenn es ja schön gewesen wäre, wenn .....................(übrigens: eine solche Entscheidung kann man auch vor Ort noch treffen, wenn man merkt, dass man sich verplant hat!!!)

Nein - wirklich schön ist es, wenn Ihr Euren Urlaub entspannt genießen könnt und zu Hause dann sagen könnt, dass es schön war und Ihr wieder kommt.

Liebe Grüße von einem, der fast keinen Fehler ausgelassen hat.

Gerd
Gast25. Juli 2017 · #24
Gerd1942 schrieb:
Nein - wirklich schön ist es, wenn Ihr Euren Urlaub entspannt genießen könnt und zu Hause dann sagen könnt, dass es schön war und Ihr wieder kommt.
Bei diesem Unfall sind drei Menschen ums Leben gekommen, die eben nicht mehr daheim von ihren schoenen Erinnerungen erzaehlen und den naechsten Urlaub planen koennen 🙁
Man weiss noch nichts ueber die Ursache, aber zumindest sollte dies fuer alle genug Grund sein, die Warnungen, die wir hier immer wieder aussprechen ernst zu nehmen.
2'060 Beiträge · seit 201325. Juli 2017 · #25
Hallo,

anfangs haben wir uns gewundert, warum unser Fahrer/Guide gar so gemütlich dahinzuckelte, mit der Zeit haben wir begriffen, wie die Straßenverhältnisse in Namibia sind, wieviel höher als daheim das Risiko ist, dass ein Tier über die Straße läuft,.. Bald wusste ich, dass er niemals direkt unterhalb einer Kuppe anhalten würde für ein Foto, dass er immer einen guten Sicherheitsabstand zu Tieren einhielt, und ich richtete meine Wünsche danach ein, auch wenn mir dadurch möglicherweise ein tolles Bild entging .

Bei solchen Vorfällen weiß ich es umso mehr zu schätzen, wie vor- und umsichtig unser Fahrer gehandelt hat. Allerdings kann ich mir auch vorstellen, dass manche Touristen dies nicht einsehen und die Fahrer bedrängen, wie ja auch die Fahrer bei Gamedrives sicher oft bedrängt werden, näher an Tiere ranzufahren.

Ich fürchte, wir können hier noch so viele Warnungen schreiben, es wird immer Unbelehrbare geben. 🙁
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
1'483 Beiträge · seit 200925. Juli 2017 · #26
Lieber Gerd,
Danke für deine zusammenfassende Darstellung!
Zeitmangel ( weil falsch geplant) und nicht angepasste Geschwindigkeit sind mit Sicherheit die Hauptursachen für die Unfälle von Touristen. Mangelnde Umsicht aufgrund von fehlender Erfahrung ( z.B. vor Kuppen ) spielen auch eine große Rolle.
Jeder, auch der Erfahrene, sollte während der Fahrt immer wider überlegen: "Was mache ich, wenn jetzt von vorn ein Idi kommt?", um dem automatisiertgen Verhalten etwas näher zu kommen. Das ist besonders wichtig für uns Europäer, damit wir in Grenzsituationen nicht schreckhaft nach rechts ausweichen!

Eine Expertendiskussion über den Schwerpunkt beim Hilux mag interessant sein für Experten, aber der Vernunft walten lassende Normalfahrer kommt seltenst in die diskutierten Grenzsituationen. Die können in aller Regel vermieden werden.

Gruß Piscator
197 Beiträge · seit 200725. Juli 2017 · #27
piscator schrieb:
Eine Expertendiskussion über den Schwerpunkt beim Hilux mag interessant sein für Experten, aber der Vernunft walten lassende Normalfahrer kommt seltenst in die diskutierten Grenzsituationen. Die können in aller Regel vermieden werden.

Gruß Piscator
.....mein ich doch, aufs Fahrverhalten kommt es an und nicht ob Hilux mit oder ohne Dachzelt! ....und er schiebt nun mal mit seinen über 2 t Gewicht. Man sollte sich bewußt machen, dass das Fahren auf den Gravelroads so ist, wie bei uns auf Eis und Schnee. 🤩

Es ist doch so herrlich auf Namibia's Gravelroads mit einem Hilux langsam dahin zu cruisen und die Landschaft zu betrachten!
Allerdings, sollte man trotzdem immer 100 %ig die Strasse im Auge haben, eben wegen Schlaglöchern und Rinnen etc. 🙂 😈

Gruß
Alex
1 x Kenia, 2 x Tansania, 2 x Südafrika, 5 x Botswana, 6 x Namibia
Gast25. Juli 2017 · #28
piscator schrieb:
Jeder, auch der Erfahrene, sollte während der Fahrt immer wider überlegen: "Was mache ich, wenn jetzt von vorn ein Idi kommt?", um dem automatisiertgen Verhalten etwas näher zu kommen. Das ist besonders wichtig für uns Europäer, damit wir in Grenzsituationen nicht schreckhaft nach rechts ausweichen!
Das ist ein guter Punkt. Was wuerdet ihr machen, wenn euch ein Wagen frontal auf eurer Fahrbahn entgegenkommt? Ihr vielleicht mit angepasster Geschwindigkeit, der andere aber richtig schnell ist? Ich rede jetzt nicht von Kuppen oder schlecht einsehbaren Kurven - da handelt man ja nur noch instinktiv. Wie lange hofft ihr, dass der andere euch sieht und ausweicht? Und wenn ihr ausweicht - wohin? Ich stell mir das grad vor....nach rechts wuerde ich nicht ausweichen, da ja der andere auch ploetzlich dorthin schwenken koennte weil er auf einmal gemerkt hat dass er auf Kollisionskurs ist. Eher nach links. Und das moeglichst rechtzeitig, damit man eben nicht Gefahr laeuft sich auch noch zu ueberschlagen.
Zum Glueck sind solche Situationen selten, aber trotzdem ist es ratsam, sich da vorher drueber Gedanken zu machen.
1'042 Beiträge · seit 201625. Juli 2017 · #29
Hallo,
WoMa schrieb:
Das ist ein guter Punkt. Was wuerdet ihr machen, wenn euch ein Wagen frontal auf eurer Fahrbahn entgegenkommt? Ihr vielleicht mit angepasster Geschwindigkeit, der andere aber richtig schnell ist? Ich rede jetzt nicht von Kuppen oder schlecht einsehbaren Kurven - da handelt man ja nur noch instinktiv.
Als erstes warnt man den Entgegenkommenden mit Sichtzeichen also wie wäre es mit der Lichthupe. Der kommt ja nicht überraschend sondern man sieht den lange vorher...
Kommt keine Reaktion vermindert man seine eigene Geschwindigkeit.
WoMa schrieb:
Wie lange hofft ihr, dass der andere euch sieht und ausweicht?
Sicher nicht solange bis es knallt.
WoMa schrieb:
Und wenn ihr ausweicht - wohin?
Man weicht immer an den Fahrbahnrand aus. Egal ob Links- oder Rechtsverkehr. Das bedeutet in Namibia, dass man nach links ausweichen muss.
WoMa schrieb:
Ich stell mir das grad vor....nach rechts wuerde ich nicht ausweichen, da ja der andere auch
ploetzlich dorthin schwenken koennte weil er auf einmal gemerkt hat dass er auf Kollisionskurs ist.
Eben kommt es auf der "falschen" Straßenseite zur Kollision, dann ist für die Polizei und die Versicherung direkt klar, wer auf der "falschen" Straßenseite unterwegs war und die Schuldfrage schnell geklärt. Egal wer vorher wo gefahren ist.
WoMa schrieb:
Eher nach links. Und das moeglichst rechtzeitig, damit man eben nicht Gefahr laeuft sich auch noch
zu ueberschlagen.
Nachdem man das Fahrzeug verzögert hat, kann man ganz gefahrlos nach links ausweichen. Mit voller Geschwindigkeit in einen Graben gefahren kann allerdings ziemlich übel enden.
WoMa schrieb:
Zum Glueck sind solche Situationen selten, aber trotzdem ist es ratsam, sich da vorher drueber Gedanken zu machen.
Die Situationen sind gar nicht so selten, meistens aber deswegen, weil jeder versucht die "beste" Spur auf der Gravel Road zu finden und erst wenn Gegenverkehr sichtbar wird diese auf die "richtige" Seite zu verlassen. Wenn man frühzeitig anfängt sich Gedanken zu machen und wild im Zickzack Kurs ständig ausweichend auf den zufährt, dann sind Missverständnisse schnell passiert.
Ausgewichen wird dann, wenn sich ein Unfall nicht mehr vermeiden lässt und das immer weg von der Fahrbahn und keinesfalls auf die Gegenspur.

Prinzipiell sollte man so oder so immer das Gas wegnehmen und das Fahrzeug verlangsamen wenn man Gegenverkehr auf Gravel Roads hat. Das liegt aber auch daran, dass Fahrzeuge zu richtigen Steinschleudern werden, wenn diese schnell fahren und man mit niedrigerer Geschwindigkeit seine eigenen Windschutzscheibe und die des entgegenkommenden Fahrzeugs schützen kann.

Ein Steinschlag in die Scheibe kann auch einen ungeübten Fahrer dermaßen erschrecken, dass er nur aus diesem Grund im Graben oder auf dem Dach landet...

Gruß Markus

PS: Keine Angst, selbst wenn der Gegenverkehr nicht verlangsamt und einen Stein gegen die eigene Scheibe schleudert, so überlebt die das meistens wenn man richtig langsam ist. Erst wenn man selber relativ schnell ist, dann geht die Wahrscheinlichkeit in Richtung 99,9% dass die Scheibe es nicht überlebt.
Gast25. Juli 2017 · #30
Super, vielen Dank Markus! Sollte eigentlich in die FAQs oder aehnliches aufgenommen werden.
2'462 Beiträge · seit 200625. Juli 2017 · #31
Hallo zusammen,

wir haben dieses Jahr ja nach langer Zeit mal wieder ein Fahrzeug in Namibia angemietet. Value Car/ Asco hat für mich einen neuen und wie wir fanden guten Anstoss zum Mitdenken der Mieter gegeben. Man unterschreibt nun so sinngemäß folgendes:
Egal, was die Schilder am Wegesrand für eine mögliche höhere Geschwindigkeit erlauben, im Fall eines Unfalls erlischt JEDER Versicherungsschutz,
1. wenn in Orten/Städten mehr als 60 km/h auf der Blackbox erscheinen
2. wenn auf Gravel mehr als 80 km/h auf der Blackbox erscheinen
3. wenn auf Teer mehr als 100 km/h auf der Blackbox erscheinen

Natürlich kann auch bei geringerer Geschwindigkeit ein Unfall passieren, aber wenigstens nach oben wäre es dann gedeckelt.

Zusammen mit der "Bildergalerie" bei Asco, die dann zeigen, wie hoch die Geschwindigkeit war, welcher Schaden an Mensch und Fahrzeug entstanden ist und OB die Versicherung den wirtschaftlichen Schaden übernahm, war es schon zusätzlich eindrücklich, noch einmal so ein Schriftstück zu unterschreiben. Die teils vollständig zerstörten Fahrzeuge in der Halle zur Ansicht taten ihr Übriges.

Wir gehören zwar nicht zu den Rasern in Afrika, aber sicher zu denen, deren Tagesetappen gelegentlich länger sind als hier im allgemeinen Konsens empfohlen - wir fahren aber auch abwechselnd mit vielen Pausen.
Ich tue mich auch schwer zu glauben, dass ein Ausweichen nach links aufgrund der doch oft sehr hohen Fahrspurkanten unfallfrei erfolgen kann - vor allem wenn ich mir vorstelle, dass solche Manöver ja dann eher abrupt erfolgen müssten...

Namibia hat ja den Vorteil, dass man auf Gravel schon relativ früh an den Staubwolken sieht, dass da jemand kommen könnte... wir sind dann immer schon seeehr langsam geworden, auch wenn der entgegenkommende erst nach vielen Minuten auf der selben Höhe war 😉 😊

Viele Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
1'042 Beiträge · seit 201625. Juli 2017 · #32
Hallo Sanne,

das sind die Grenzen des Forums, in einer Diskussion wäre man sich ganz sicher gleich einer Meinung.
Sanne schrieb:
Egal, was die Schilder am Wegesrand für eine mögliche höhere Geschwindigkeit erlauben, im Fall eines Unfalls erlischt JEDER Versicherungsschutz,
1. wenn in Orten/Städten mehr als 60 km/h auf der Blackbox erscheinen
2. wenn auf Gravel mehr als 80 km/h auf der Blackbox erscheinen
3. wenn auf Teer mehr als 100 km/h auf der Blackbox erscheinen
Auch eine Blackbox macht Fehler und zeichnet unter gewissen Umständen eine total falsche Geschwindigkeit aus. Vor allem die Geräte die ihre Informationen ausschließlich aus dem GPS Signal ziehen. Das zu erklären ist allerdings etwas schwer, das liegt mit den Signallaufzeiten zusammen und es auch denkbar ist, dass Signale falsch ankommen oder falsch interpretiert werden. Jedenfalls muss es dennoch möglich sein, den Beweis zu erbringen, dass man eben nicht so schnell war wie vom Gerät behauptet.
Sanne schrieb:
Natürlich kann auch bei geringerer Geschwindigkeit ein Unfall passieren, aber wenigstens nach oben wäre es dann gedeckelt.
Damit ist nur das Versicherungsrechtliche geregelt. Nicht schneller als 60 km/h innerhalb geschlossener Ortschaft versteht sich von selbst, wobei ich 60 km/h als viel zu viel betrachte, vor allem mit einem Geländewagen mit Geländebereifung... Da quietschen ja schon die Reifen beim normalen Anbremsen.
80 km/h auf Schotter ist ein sehr guter Richtwert und sollte wirklich nie überschritten werden, es gibt auch keine Grund das zu machen.
100 km/h auf Asphalt ist auf der sicheren Seite, da hat man dann auch noch Reserven. Kommt natürlich auf die Strecke drauf an und wie viel Tiere unterwegs sind... 😉
Sanne schrieb:
Zusammen mit der "Bildergalerie" bei Asco, die dann zeigen, wie hoch die Geschwindigkeit war, welcher Schaden an Mensch und Fahrzeug entstanden ist und OB die Versicherung den wirtschaftlichen Schaden übernahm, war es schon zusätzlich eindrücklich, noch einmal so ein Schriftstück zu unterschreiben. Die teils vollständig zerstörten Fahrzeuge in der Halle zur Ansicht taten ihr Übriges.
Das ist reine Show. Unfallbilder und zerstörte Autos schrecken kaum jemanden nachhaltig ab. Sonst würde nicht so gefahren werden wie gefahren wird.
Sanne schrieb:
Wir gehören zwar nicht zu den Rasern in Afrika, aber sicher zu denen, deren Tagesetappen gelegentlich länger sind als hier im allgemeinen Konsens empfohlen - wir fahren aber auch abwechselnd mit vielen Pausen.
Viele Pausen und lange Strecken schließen sich ja eigentlich gegenseitig aus. Ich fahre meistens als einziger Fahrer und lieber etwas länger, dafür langsamer. Mir reichen aber mit einem guten Auto auch 60 km/h auf Gravel meist völlig aus, man hat ja doch ca. 10 Stunden Licht am Tag und wer macht schon über 450 km Gravel an einem Tag im Urlaub?
Sanne schrieb:
Ich tue mich auch schwer zu glauben, dass ein Ausweichen nach links aufgrund der doch oft sehr hohen Fahrspurkanten unfallfrei erfolgen kann -
Du fährst einen schweren 4x4 Geländewagen der mehr Potential hat, als viele hier jemals nutzen werden. Glaubst Du nicht, dass der nicht auch locker über Fahrspurkanten rüber kommt ohne dass großartig etwas passiert?
Sanne schrieb:
vor allem wenn ich mir vorstelle, dass solche Manöver ja dann eher abrupt erfolgen müssten...
Widerspricht sich mit dem nächsten Satz...
Sanne schrieb:
Namibia hat ja den Vorteil, dass man auf Gravel schon relativ früh an den Staubwolken sieht, dass da jemand kommen könnte... wir sind dann immer schon seeehr langsam geworden, auch wenn der entgegenkommende erst nach vielen Minuten auf der selben Höhe war 😉 😊
Eben, man ist schon langsam und muss nur langsam seitlich ausweichen. So überraschend kommt der Gegenverkehr also nicht. Eigentlich immer fährt der maximal in der Mitte wenn nicht gleich ganz auf seiner Seite, daher reicht es im Notfall doch völlig aus, einfach links ran zu fahren und wenn es wirklich extrem eng würde, dann besser über die Fahrspurkante hinweg.

Schlechter sieht das auf Passstraßen aus, wo auf der einen Seite eine Felswand ist und auf der anderen Seite der Abgrund. Aber ich denke das sollten eigentlich alle aufmerksam fahren und nicht auf der falschen Seite. Gefährlich ist doch immer nur eine "eintönige" Landschaft mit langen, geraden Strecken und da rollt man neben der Straße im Notfall aus niedriger Geschwindigkeit ganz einfach aus.

Gruß Markus
Gast25. Juli 2017 · #33
Markus615 schrieb:
Auch eine Blackbox macht Fehler und zeichnet unter gewissen Umständen eine total falsche Geschwindigkeit aus. Vor allem die Geräte die ihre Informationen ausschließlich aus dem GPS Signal ziehen. Das zu erklären ist allerdings etwas schwer, das liegt mit den Signallaufzeiten zusammen und es auch denkbar ist, dass Signale falsch ankommen oder falsch interpretiert werden. Jedenfalls muss es dennoch möglich sein, den Beweis zu erbringen, dass man eben nicht so schnell war wie vom Gerät behauptet.
Unsere Geraete zeichnen Sekunde fuer Sekunde auf. WENN da mal ein Fehler aufgrund des Signals auftritt, dann sicherlich nicht jede Sekunde. Ein Unfall besteht ja nicht nur aus ein oder zwei Messpunkten - die Chance, dass die Geschwindigkeit unkorrekt gemessen wird ist da gering. Wir koennen auch die Anzahl der Satelliten benennen, die jeweils zur Verfuegung stehen, sowie die Signalstaerke des GSM-Netzes (wobei dies da nur nebensaechlich ist). Wie da der Gegenbeweis aussehen soll, weiss ich nicht.
Markus615 schrieb:Das ist reine Show. Unfallbilder und zerstörte Autos schrecken kaum jemanden nachhaltig ab. Sonst würde nicht so gefahren werden wie gefahren wird.
Das ist leider wahr...aber man versucht halt alles um Unfaelle tunlichst zu vermeiden.
Markus615 schrieb:Du fährst einen schweren 4x4 Geländewagen der mehr Potential hat, als viele hier jemals nutzen werden. Glaubst Du nicht, dass der nicht auch locker über Fahrspurkanten rüber kommt ohne dass großartig etwas passiert?
Vor allem wenn man bedenkt, was die Alternative sein wuerde. Lieber riskiere ich minimalen Schaden beim Fahren in den Busch, als einen Frontalzusammenstoss.
zuletzt bearbeitet 25. Juli 2017
197 Beiträge · seit 200725. Juli 2017 · #34
....wenn man das hier so liest, dann könnte man meinen, dass von euch in Deutschland keiner mehr ins Auto steigt! Bei den ganzen I....., die da unterwegs sind. 🤩

Wie gesagt, einfach den normalen Menschenverstand einschalten und dann macht man das doch alles irgendwie intuitiv! 🤪

Gruß
Alex
1 x Kenia, 2 x Tansania, 2 x Südafrika, 5 x Botswana, 6 x Namibia
1'796 Beiträge · seit 201425. Juli 2017 · #35
Liebe Fomis,

zunächst einmal mein Beileid den Angehörigen und eine hoffentlich baldige Genesung den möglicherweise überlebenden Verletzten.

Ich finde es schon recht befremdlich, dass bei einer solch schrecklichen Meldung eine 6-seitige Diskussion spekulativ über mögliche Ursachen, technische Details und Fahrverhalten diskutiert wird - aber nur wenige Worte des Mitgefühls.

Von solch einem Schicksal könnten auch die eigenen Angehörigen, Freunde, Bekannte, Fomis oder man selbst - auch durchaus völlig unschuldig - betroffen sein.

Nach wie vor gibt es nur sehr spärliche Informationen zu diesem tragischen Unfall (datiert 24.7.2017) - um genauer zu sein exakt nur diese Meldung:

http://www.hitradio.com.na/nachrichten/24-juli-2017-nachrichten-am-mittag

"Bei einem schweren Verkehrsunfall unweit von Mata Mata in der Kalahari sollen unbestätigten Angaben nach mindestens drei Touristen ums Leben gekommen. Möglicherweise sind die beiden Bakkies mit Dachzelten frontal zusammengestoßen. Einzelheiten zum Unfallhergang hat die Polizei bisher nicht bekannt gegeben."

Und hier ein ziemlich aktueller und trauriger Bericht über die aktuelle Verhandlung des schrecklichen Unfalls am 29. Dezember 2014 des einzig überlebenden Familienmitglieds einer 4-köpfigen Familie:

https://www.morgenpost.de/berlin/article211246675/Ueberlebende-Berlinerin-schildert-Horror-Unfall-in-Namibia.html

Dieser Fall hat mich damals sehr beschäftigt, da unser Sohn in gleichen Jahr in Namibia gelebt hat und eben auch mit seinen Freunden auf den Straßen Namibias unterwegs war.

@ Christian bzw. alle anderen "Insider": habt Ihr schon nähere Informationen zum Unfallhergang?

Nachdenkliche Grüße
Sabine
Kaoko BA Light //"Nix als Wüste" // Botswana Bush Adventure Light // Von Wilderness zum Addo NP // Karibuni Tansania // ... und das Beste kommt zum Schluss! // Ein 80ster Geburtstag // Neulinge auf Tour
zuletzt bearbeitet 25. Juli 2017
Gast25. Juli 2017 · #36
Applegreen schrieb:
Ich finde es schon recht befremdlich, dass bei einer solch schrecklichen Meldung eine 6-seitige Diskussion spekulativ über mögliche Ursachen, technische Details und Fahrverhalten diskutiert wird - aber nur wenige Worte des Mitgefühls.
Ich denke schon, dass hier alle mehr oder weniger betroffen sind angesichts der toedlichen Folgen dieses Unfalls, nur wird es halt nicht jeder so ausdruecken. Ich persoenlich bin immer noch sehr geschockt. Ueber moegliche Ursachen dieses Unfalls wurde imho nicht diskutiert, nur darueber, wie man sich auf Namibias Strassen moeglichst sicher bewegt, und dazu gehoert natuerlich auch, dass man technische Details und Fahrverhalten anspricht. Gerade letzteres ist in den allermeisten Faellen die Ursache fuer Unfaelle, und gerade so schreckliche Unfaelle wie diesen hier will ja keiner wiederholt haben. Unfallvermeidung ist quasi mein taegliches Brot.
Applegreen schrieb:Und hier ein ziemlich aktueller und trauriger Bericht über die aktuelle Verhandlung des schrecklichen Unfalls am 29. Dezember 2014 des einzig überlebenden Familienmitglieds einer 4-köpfigen Familie:

https://www.morgenpost.de/berlin/article211246675/Ueberlebende-Berlinerin-schildert-Horror-Unfall-in-Namibia.html
Der verfolgt mich auch immer noch. Kann gar nicht in Worte fassen was ich fuehle, wenn ich an den Unfall denke.
1'796 Beiträge · seit 201425. Juli 2017 · #37
WoMa schrieb: Ueber moegliche Ursachen dieses Unfalls wurde imho nicht diskutiert,
... aber indirekt spekuliert schon: in einigen Beiträgen finde ich schon, wenn auch unterschwellig, Beiträge zur vermuteten Unfallursache - zu schnell, zu wenig Zeit, selbst überschätzt.....

Fakt ist jedoch, dass man die Unfallursache bislang noch nicht kennt oder nicht darüber berichtet.

Ich hatte gehofft, Du hättest eventuell schon ein paar mehr Informationen. Es wäre schön, wenn Du uns auf dem Laufenden halten könntest.
Kaoko BA Light //"Nix als Wüste" // Botswana Bush Adventure Light // Von Wilderness zum Addo NP // Karibuni Tansania // ... und das Beste kommt zum Schluss! // Ein 80ster Geburtstag // Neulinge auf Tour
Gast25. Juli 2017 · #38
Wenn ich sie haette, koennte ich sie nur weitergeben wenn sie sowieso oeffentlich bekannt gemacht wuerden....ansonsten wuerde ich da erstmal nichts drueber sagen, solange die ganze Geschichte noch so frisch ist.
1'796 Beiträge · seit 201425. Juli 2017 · #39
WoMa schrieb:Wenn ich sie haette, koennte ich sie nur weitergeben wenn sie sowieso oeffentlich bekannt gemacht wuerden....ansonsten wuerde ich da erstmal nichts drueber sagen, solange die ganze Geschichte noch so frisch ist.
Da hast Du sicher Recht, vielleicht auch vor dem Hintergrund, dass sofern Touristen aus dem deutschsprachigem Raum betroffen sein sollten, Angehörige eventuell auch auf Beiträge dieses Forums stossen könnten.
Kaoko BA Light //"Nix als Wüste" // Botswana Bush Adventure Light // Von Wilderness zum Addo NP // Karibuni Tansania // ... und das Beste kommt zum Schluss! // Ein 80ster Geburtstag // Neulinge auf Tour
2'845 Beiträge · seit 201125. Juli 2017 · #40
Liebe Sabine,

da ich vielleicht mit meiner technischen Frage diese Diskussion ausgelöst habe, möchte ich mich kurz äußern:
außer Frage ist der Unfall ganz entsetzlich; mein Mitgefühl ist bei den Angehörigen, Freunden, den eventuell Verletzten.
Unendliches Leid wird über Familien gebracht, hoffen wir, dass die Verletzten physisch genesen - auch wenn das psychisch vermutlich nie möglich sein wird.

Meine Intention so technisch zu fragen ist die Möglichkeit, Neulingen nicht nur Routen -und Übernachtungsvorschläge zu machen - sondern auch auf die Gefahren beim Fahren mit dem Dachzelt hinzuweisen!
Aber Du hast recht, es war respekt-und gedankenlos. Ich hätte dies gesondert machen müssen. 😊
Wie oft wird über Gefahren durch Überfälle etc. geschrieben - aber über die Gefahr der "Waffe" Auto wurde/ wird selten diskutiert.

Nachdenkliche Grüße
Strelitzie