Gebuchte Flüge mit Qatar

86 Antworten · 17,2k Aufrufe · gestartet 06. Juni 2017 von Plasmodium
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33,1k Beiträge · seit 200614. Juni 2017 · #41
Moin zusammen,

QA will jetzt wohl rechtlich gegen die Überflugverbote vorgehen:
http://www.aerotelegraph.com/qatar-airways-chef-nimmt-uno-in-die-pflicht

VIele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
274 Beiträge · seit 200814. Juni 2017 · #42
Hallo wir sind am vorigen Samstag von Windhuk nach Wien via Doha geflogen. Die Vorverlegung des Fluges statt 13.00 Uhr auf 11.30 haben wir am Vorabend erfahren - leider NACHDEM der TRANSFER zum Flughafen und das Frühstück für den nächsten Tag bereits fixiert waren und wir eigentlich niemanden mehr erreichen konnten. Rene von Savannah war jedoch Gott sei Dank trotz Schliesszeit noch erreichbar und so konnten wir den Transfer ändern und Frühstück haben wir dann auch noch bekommen. Einige der mitfliegenden Personen haben das erst am Samstag in der Früh mitbekommen, die haben wir aus den Betten geholt als wir sie abholen wollten. Die Situation war nicht super toll, zumal dann am Flughafen die Condor, KLM, Air Namibia und eine South African zur Qatar Air abgefertigt werden mussten - etwas Chaos war das schon. Geflogen sind wir rund um Saudi Arabien was die längere Flugzeit erklärte. Hinflug sind wir von Doha am 25.05 noch über Saudi Arabien geflogen. Trotzdem hat letztendlich alles geklappt - wenn es auch etwas stressig war.
1'059 Beiträge · seit 200614. Juni 2017 · #43
Hallo zusammen

Um auch mal noch etwas Optimismus zu verbreiten: ich war heute ganz rebellisch und habe für Januar - Februar 2018 Flüge ZRH - DOH -
WDH mit QA gebucht. Wenigstens wir tragen so nicht zur negativen Buchungsbilanz bei. 😛

(Tut eigentlich nicht viel zur Sache, aber ich habe so wenigstens auch hier noch erwähnen können, dass ich Flüge gebucht habe und es somit definitiv wieder nach Afrika geht!) 😄

Liebe Grüsse
Sam
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Gast20. Juni 2017 · #44
Hallo,

es zeigt sich immer mehr, dass Saudi-Arabien keine richtige Strategie für die Katar-Blockade hatte. Aber die Prinzen in irgendwelchen Ämtern sind vielleicht damit aufgewachsen, dass sich jedes Problem per Scheckbuch lösen lässt? Das reicht als strategisches Mittel gegen Katar aber nicht. Eine Liste mit Vorwürfen an Katar hat man nicht, die will man jetzt erst erstellen und dann den USA überreichen. Dinge wie die Unterstützung der Muslimbruderschaft (ist von den USA nicht als Terrororganisation eingestuft) oder ein Verbot von Al Jazeera (=Zensur) braucht Saudi-Arabien gar nicht auf die Liste zu schreiben. Wird spannend, was an konkreten Vorwürfen übrig bleibt.

Durch vergleichsweise smarte Außenpolitik hat Katar aber die militärische Option vom Tisch genommen, die von den UAE mehrfach erwähnt wurde. Die ganze Aktion dürfte bislang ein massiver Fehlschlag für Saudi-Arabien und die UAE sein. Statt Katar wie gedacht die eigene Außenpolitik aufzuzwingen, haben die Katar noch mehr zu den Gegnern getrieben: der Türkei als selbst ernannter sunnitischer Führungsmacht in Konkurrenz zu Saudi-Arabien und dem Iran als schiitischen Erzfeind. Das Golf Cooperation Council - quasi das regionale, weniger integrierte Gegenstück zur EU - wurde faktisch zerstört. Und wirtschaftlich hat man sich auch geschadet. Ca. 3 Mrd. Export pro Jahr aus den Vereinigten Emiraten nach Katar werden wegfallen und selbst dann nicht zurück kommen, wenn die Blockade mal enden sollte.

Katar hat einstweilen die Nase voll und stellt nun selbst Bedingungen auf. Der katarische Außenminister sagt jetzt: Verhandelt wird erst, nachdem die Blockade gelockert wird. Das dürfte es erheblich schwieriger machen, eine diplomatische Lösung zu finden.
http://www.aljazeera.com/news/2017/06/qatar-fm-won-negotiate-blockade-lifted-170619135028966.html

Beste Grüße

Guido
Gast21. Juni 2017 · #45
Hallo,

Saudi-Arabien und die UAE stehen immer blöder da. Offizielle Aussage des US-Außenministeriums:
Now that it’s been more than two weeks since the embargo started, we are mystified that the Gulf states have not released to the public, nor to the Qataris, the details about the claims that they are making toward Qatar. The more that time goes by, the more doubt is raised about the actions taken by Saudi Arabia and the UAE. At this point, we are left with one simple question: Were the actions really about their concerns regarding Qatar’s alleged support for terrorism, or were they about the long simmering grievances between and among the GCC countries?
https://www.state.gov/r/pa/prs/dpb/2017/06/272056.htm
Das ist für diplomatische Verhältnisse und in bezug auf angebliche Partnerländer schon auffallend eindeutig.

Wie Christian auch schon schrieb, hat der heute gerade zum saudischen Kronprinz beförderte Mohammed bin Salman das wohl maßgebliche zu verantworten und mal wieder eine grandiose strategische Fehlleistung zustande gebracht. Wie auch im Jemen. Wie auch bei seiner Anti-Terror-Allianz.

Beste Grüße

Guido
1'079 Beiträge · seit 201621. Juni 2017 · #46
Hallo Guido!
Da du ein ausgewiesener Insider bist, eine kurze Frage: In einem anderen Thread wird die Situation der SAA ausführlich erläutert. Weist du schon näheres wie es weiter gehen soll?
LG
Ernst
Gast21. Juni 2017 · #47
Hallo,

ich habe da genau null Insiderkenntnisse. Es rauscht bei mir nur das eine andere aus öffentlichen Quellen durch den Feedreader.

Ist hier komplett offtopic, aber da Zuma ausgewiesener Fan von SAA ist und im Finanzministerium nun kein Zuma-Widersacher mehr sitzt, würde ich erwarten, dass man das irgendwie gelöst bekommt. SAA im Notfall das Geld für die Rückzahlung des eines Kredites zu geben, ist kurzfristig für den Staat in jedem Fall billiger, als SAA offiziell zahlungsunfähig werden zu lassen und einen Cross-Default zu riskieren, bei dem dann 19 Milliarden fällig werden. Das ist aber nur meine persönliche Einschätzung, die Dir am Ende null hilft, falls es wider Erwarten anders kommt und doch irgendwelche Einschnitte beim Flugbetrieb gibt. Hätte ich selbst noch abzufliegende SAA-Tickets wäre ich jetzt aber nicht sehr beunruhigt.

Beste Grüße

Guido
30 Beiträge · seit 201721. Juni 2017 · #48
Hallo Ihr fleißigen Helfer in diesem Forum,
vielen Dank erst einmal an Euch alle, habe schon viel interessantes und auch wichtiges aus diesem Forum entnehmen können.

Wir werden im kommenden Jahr im Mai 2018 das erste Mal nach Namibia reisen, Camper ist bei Bushlore gebucht, Campgrounds im Etosha und Sossus ebenfalls fest 😎 und auch die Flüge habe wir in der vergangenen Woche bei QATAR gebucht und es gibt keinerlei Zweifel für mich, wir haben bei den richtigen gebucht 🙂 . Nach Anfrage bei LH zur Premieum Eco über Johannesburg bekamen wir einen Preis von 4100, 00 € genannt. Bei Qatar ist im Preis der Zug zum Flug schon inkludiert und bedeutend günstiger, klar alles Tagespreise. Tickets buchen kommt dem Handel an der Börse gleich, das kann zum Fieber werden, aber egal. Wir freuen uns riesig auf diese Reise und werden die 20 Tage ganz entspannt geniessen und danach ganz sicher noch mal nach Namibia fliegen.
Schönen Abend noch an Euch alle
Einsteiger 2018
2'534 Beiträge · seit 200724. Juni 2017 · #49
Maputo schrieb:
Da bin ich mit dir. Über den Golf zu fliegen macht eigentlich nur nach Australien richtig Sinn. Um ein paar Euro zu sparen, wäre mir persönlich A: die reine Flugzeit viel zu lange und B: die Transferzeit dort unten viel zu mühsam.
Hängt immer vom Abflughafen ab 😉
Von Wien ist's gar nicht so übel. Einmal umsteigen muss man da ohnehin.

lg
Wolfgang
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026
Gast28. Juni 2017 · #50
Hallo,

Laut einem anonymen Twitterer, der sich in den letzten Jahren angeblich als zuverlässiges Leak aus dem saudischen Königshaus erwiesen hat, stand eine militärische Invasion Katars zwischenzeitlich unmittelbar bevor. U.a. Martin Gehlen (Nahost-Korespondent führender deutscher Medien wie Zeit, Tagesspiegel - kein typischer Verschwörungstheoretiker) hatte das auch berichtet. Saudi-Arabien sollte von der Landseite her einfallen und die UAE mit Unterstützung von Söldnern von Academi vom Meer (Academi hieß früher Blackwater und ist u.a. von Irak-Einsätzen berühmt-berüchtigt).

Die CIA hat Wind davon bekommen. Das Pentagon hat dann sofort Druck auf Saudi-Arabien ausgeübt. US-Verteidigungsminister Mattis hat dann einen zu diesem Zeitpunkt überraschenden Deal unterschrieben, demzufolge Katar F-15 Kampfjets in den USA kauft und das Pentagon hat noch überraschender unmittelbar 2 Kriegsschiffe nach Katar entsandt und eine gemeinsame Militärübung mit Katar ausgerufen. Alles um Saudi-Arabien abzuhalten? Gemeinsame Militärübungen werden für gewöhnlich wohl mit Monaten oder Jahren Vorlauf geplant. Insofern erscheint die ganze Story nicht unplausibel. Was auch dazu passt: In den ersten Tagen der Blockade hat der UAE-Außenminister gesagt, man hoffe, dass das nicht in einen militärischen Konflikt eskaliert. Damit legt man die militärische Option ausdrücklich auf den Tisch. Mittlerweile sagt er, dass ein militärisches Eingreifen ausgeschlossen ist.

Aktuell läuft das bizarre und unerfüllbare Ultimatum. Wenn man ein Ultimatum aufstellt, muss man nach Ablauf auch irgendwie handeln. Was genau nach dem Ultimatum passieren soll, haben Saudi-Arabien und die UAE nicht gesagt. Die militärische Option dürfte dank US-Außen- und Verteidungsministerium vorerst vom Tisch sein. Wahrscheinlich wollen sie dann Katar aus dem GCC schmeißen (GCC = Golf Cooperation Council, Gegenstück zur EU, aber weniger integriert) und die 4 Länder beschließen noch ein paar Finanzsanktionen gegen Katar? Das würde an der aktuellen Lage nichts ändern. Theoretisch könnten Saudi-Arabien und Co. noch eine vollständige See-Blockade Katars probieren, um das Land auszuhungern. Aber das dürfte wenig wahrscheinlich sein. Das würde gegen noch mehr internationale Vereinbarungen verstoßen, internationale Proteste hervorrufen und im Zweifelsfall müssten die dann türkische oder iranische Frachter abschießen. Viel Spaß mit der Reaktion aus Ankara oder Teheran. Wenn Saudi-Arabien und die UAE ganz "mutig" sind, probieren sie noch die US-Nummer: Wer mit Katar Handel treibt, darf zukünftig nicht mehr mit Saudi-Arabien und den UAE handeln. Der UAE-Botschafter in Russland machte entsprechende Andeutungen ("One possibility would be to impose conditions on our own trading partners and say you want to work with us then you have got to make a commercial choice."). Da Saudi-Arabien und die UAE selbst massiv importabhängig sind und nicht ansatzweise die Macht der USA haben, wäre das ein reichlich bekloppter Machtspielchen-Versuch. Nebenbei sind in den UAE wieder Telefonate per Skype und Whatsapp geblockt.
https://www.theguardian.com/world/2017/jun/28/uae-ambassador-threatens-further-sanctions-against-qatar
http://www.thenational.ae/business/telecoms/uae-skype-block-leaves-small-businesses-frustrated

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 28. Juni 2017
548 Beiträge · seit 201628. Juni 2017 · #51
Moin Guido,

ich war auf einem Vortrag von Michael Lüders ( keine Ahnung ob er als Verschwörungstheoretiker gilt), der hat in etwa das Gleiche gesagt. Finde ich schon sehr interessant.

viele Grüße und vielen Dank für die ausführlichen Infos die du immer postest
Elke
Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.
Gast03. Juli 2017 · #52
Hallo,

Das Ultimatum an Katar ein heute Nacht abgelaufen. Katar hat öffentlich verkündet, dass die 13 Forderungen von Saudi-Arabien und Co. unannehmbar sind. Eine offizielle Antwort Katars wurde heute Vermittler Kuwait übergeben. Saudi-Arabien und Co. haben großherzig eine Verlängerung des Ultimatums um 48 Stunden gewährt, damit Katar "positiv auf die Forderungen reagieren kann" - welchen Sinn auch immer das macht, wenn die Forderungen doch schon abgelehnt sind? Vollpfosten Trump hat gestern noch mal mit Katar, Saudi-Arabien und den UAE telefoniert. Der deutsche Außenminister Gabriel reist heute in die Region, um mit allen Parteien zu sprechen.

Der frühere US-Army-Afghanistan-General und CIA-Chef David Petraeus hat noch einmal bestätigt, dass in Katar ein Büro von Taliban und Hamas auf ausdrücklichen Wunsch der USA eröffnet wurde, weil die verlässliche Kommunikationskanäle zu diesen Gruppen gesucht haben. Also das was Saudi-Arabien und auch Trump Katar nun als Terrorunterstützung auslegen. Absurdistan.

Ebenfalls Absurdistan: Es gibt täglich 30-40 Direktflüge zwischen den UAE und Iran. Also zum Erzfeind, den man angeblich entschieden bekämpfen will und wegen dem man Katar blockiert. Nach Katar gibt es von den UAE dagegen keinen einzigen Flug mehr. 7 iranische Airlines fliegen Dubai an. Qatar Airways darf nicht. D.h. "Bruderland" und Noch-GCC-Mitglied Katar wird ganz erheblich feindlicher behandelt als der Primärfeind Iran.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 03. Juli 2017
Gast17. Juli 2017 · #53
Hallo,

den vorher angedeuteten Ausschluß aus dem GCC gab es für Katar nach Ablauf des Ultimatums nicht. Der Ausschluß aus dem GCC kann nur einstimmig erfolgen. Oman und Kuwait und vermutlich Katar selbst hätten zustimmen müssen. Die Peinlichkeit, erneut vor der Weltöffentlichkeit Verträge zu brechen, wollten sich Saudi-Arabien und die UAE wohl nicht geben.

Finaler Auslöser der ganzen Aktion gegen Katar waren die angeblichen Zitate des katarischen Emirs pro Iran und gegen Saudi-Arabien in einer katarischen News-Agentur. Katar hat sofort gesagt, dass die Aussagen ein Fake und das Ergebnis eines Hacks waren. Und dann hat Katar etwas gemacht, womit die dummen Kronprinzen in Saudi-Arabien und den UAE mal wieder nicht gerechnet haben: Die haben den Hack nicht selbst untersucht. Jegliche katarische Untersuchungsergebnisse hätten Saudi-Arabien und die UAE leicht diskreditieren können. Die haben mit den USA/dem FBI eine unabhängige Stelle um die Untersuchung des Falls gebeten. Und laut Washington Post haben die US-Geheimdienste nun Belege, dass die UAE den Hack mit den fabrizierten Aussagen des katarischen Emirs organisiert haben. Wenn das so stimmt, wäre es von bemerkenswerter Niedertracht und weil anfangs anscheinend auch eine Militäraktion gegen Katar geplant war, kommt einem da fast Gleiwitz in den Sinn... Das man so einen fabrizierten Auslöser brauchte, belegt dann auch, das man nichts Substantielles gegen Katar vorzubringen hat.
https://www.washingtonpost.com/world/national-security/uae-hacked-qatari-government-sites-sparking-regional-upheaval-according-to-us-intelligence-officials/2017/07/16/00c46e54-698f-11e7-8eb5-cbccc2e7bfbf_story.html?utm_term=.1b7c36e9b71d

Der Vorsitzende des Auswärtiges Ausschusses des US-Senats, der Republikaner Bob Corker, hat letzte Woche mitteilen lassen, das er vorerst Waffenverkäufe an GCC-Staaten blockieren wird, was dann wohl Teile von Trumps 110-Milliarden-Waffenverkauf an Saudi-Arabien einschließt. Corker sagte: "support for terrorism by Saudi Arabia dwarfs what Qatar is doing." und zur Blockade Katars "I think possibly this is a rookie mistake by crown prince who I think could be the future of Saudi Arabia,"
http://edition.cnn.com/2017/07/13/middleeast/tillerson-gulf-crisis/index.html

Das das weiter eskaliert, scheint dank westlicher Diplomatie erst mal unwahrscheinlich. Vermutlich gibt es über Monate eine Annäherung, aber zu heilen dürfte der Zwist auch über viele Jahre vorerst nicht mehr sein. Da ist zu viel kaputt gegangen.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 17. Juli 2017
211 Beiträge · seit 201318. Juli 2017 · #54
Vielen Dank Guido für Deine regelmäßigen und detaillierten Informationen! Ich lese sie sehr gerne, weil ich demnächst selber mit Qatar fliegen werde und so wenig über die Situation berichtet wird...
Wie kann man Namibia nicht lieben?
Gast19. Juli 2017 · #55
Hallo,

harte Beweise haben US-Medien bislang nicht präsentiert und die UAE streiten energisch ab, den Hack organisiert zu haben, der letztlich der finale Auslöser der Katar-Blockade war. Unabhängig vom Bericht der Washington Post will nun aber auch NBC News von Offiziellen der US-Geheimdienste die Information bekommen haben, das die UAE hinter dem Hack stecken. Nebenbei soll es kurz vor dem Beginn der Blockade gegen Katar eine orchestrierte Kampagne in US-Medien gegen Katar gegeben haben. Zwergstaat Katar ist in US-Medien sonst kaum ein Thema und kurz vor Beginn der Blockade soll es plötzlich gehäufte negative Berichte zu Katar gegeben haben.

Das an die Presse geleckte Ultimatum mit den 13 bizarren Forderungen (u.a. Schließung türkische Militärbasis, Schließung Al Jazeera, Unterwerfung unter saudische Außenpolitik, Schadensersatzzahlung) war schon schlecht für das Ansehen Saudi-Arabiens und der UAE. Das nun die UAE hinter einer derart niederträchtigen Aktion stecken sollen, ist desaströs für deren Reputation. Die stehen in der Weltöffentlichkeit gerade als fieser Schurkenstaat da.

Die 4 Blockadestaaten rudern ansonsten zurück und haben in Form ihres UN-Botschafters noch mal das Kairo-Statement betont: Katar soll nur noch 6 Grundprinzipien erfüllen. Katar soll sich zur Terrorbekämpfung, zum Riad-Abkommen von 2013, zum arabischen Gipfel 2017 (der mit Trump) usw. bekennen. Das sind alles Forderungen, die Lichtjahre von den 13 Forderungen im ursprünglichen Ultimatum entfernt sind und die Katar sicher sofort unterschreiben kann. Vielleicht ist auf der Basis eine baldige Entspannung möglich.

Auf der anderen Seite wird Katar zunehmend garstig und setzt einen fiesen Nadelstich nach dem anderen. Katar hat angekündigt, mit allen Mitteln vor internationalen Gerichten gegen die Offiziellen aus den UAE vorgehen zu wollen und diese zur Strecke zu bringen, die hinter dem Hack stecken sollen. Schon vor Wochen hat Katar ein Komitee gebildet, dass Schadensersatzforderungen von Privatpersonen und Unternehmen sammelt, die durch die Blockade begründet sind. Es wurden tausendfach Verträge gebrochen. Allein Qatar Airways dürfte 3stellige Millionenbeträge als Schaden anmelden können. Katar will die Schadensersatzforderungen mit allem was möglich ist vor nationalen und internationalen Gerichten durchsetzen und hat dazu bereits ein internationales Anwaltsteam verpflichtet. Keine Ahnung, ob Katar das wirklich durchziehen will oder das nur Taktik zur Verbesserung der Verhandlungsposition sein soll. Zur Entspannung der Krise trägt es aber vermutlich nicht bei.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 19. Juli 2017
1'003 Beiträge · seit 200828. Juli 2017 · #57
Hallo,

Darf ich hier an die Qatar Flieger eine praktische Frage stellen?
Kann mir jemand sagen, ob man die 30 kg in der Economy Klasse auf 2 Gepäckstücke aufteilen kann? Auf der Web page und auf meinem Ticket steht nichts davon und per Telefon erreiche ich Immer nur die Warteschleife.
Flug geht von Frankfurt nach Windhoek.
Vielen Dank & Gruss
Doro
1'059 Beiträge · seit 200628. Juli 2017 · #58
Hallo Doro
Reisemaus schrieb:Hallo,

Darf ich hier an die Qatar Flieger eine praktische Frage stellen?
Kann mir jemand sagen, ob man die 30 kg in der Economy Klasse auf 2 Gepäckstücke aufteilen kann? Auf der Web page und auf meinem Ticket steht nichts davon und per Telefon erreiche ich Immer nur die Warteschleife.
Flug geht von Frankfurt nach Windhoek.
Vielen Dank & Gruss
Doro
So ganz klar ist mir das jetzt auch nicht geworden. Habe das hier gefunden: http://www.qatarairways.com/de/de/baggage.page

Für deinen / meinen Flug müsste demnach
Flüge mit Start und Ziel an allen anderen Orten: 30 kg (66 lb) und eine maximale Abmessung von 300 cm (118 Zoll)
gelten. Dann steht weiter unten:
Ein einzelnes aufgegebenes Gepäckstück darf nicht mehr als 32 kg (70 lb) wiegen. Sollte ein Gepäckstück mehr als 32 kg (70 lb) wiegen, muss das Gewicht entsprechend verteilt werden, so dass jedes Gepäckstück nicht mehr als 32 kg (70 lb) wiegt.
Daher gehe ich davon aus, dass sich die 30 kg einfach auf das maximal zulässige Gewicht pro Passagier bezieht, ob jetzt das ein oder zwei Gepäckstücke sind.

Aber eben, so genau kann ich das eigentlich auch nicht beantworten. Auf meinem Ticket steht auch einfach, dass es max. 30 kg sind.

Liebe Grüsse
Sam
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33,1k Beiträge · seit 200628. Juli 2017 · #59
Hi Doro,

ich weiß es auch nicht, aber es wird sich vermutlich auf 1 oder maximal 2 Gepäckstücke beziehen. Ich denke nicht, dass Du mit 30 Plastiktüten à 1 kg bei Qatar einchecken kannst 😉 Was verwirrend ist, ist eine Angabe wie "45 kg (99 lb) und eine maximale Abmessung von 300 cm (118 Zoll)*" Denn das müssten dann mind. 2 Stücke sein, da jedes ja nicht mehr als 32 kg wiegen darf....

Ein Anruf bei QA wird die Frage sicher schnell lösen.

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 28. Juli 2017
Gast28. Juli 2017 · #60
Hallo,

Du kannst 2, 3, 4, .. Taschen aufgeben, die zusammen 30 kg nicht überschreiten. Es gibt (für die "anderen Strecken") kein formales Stückzahllimit - nur das Gewichtslimit. In der Praxis dürfte sich kaum die Konstellation ergeben, dass mehr als 2 oder im Extremfall 3 Taschen aufgegeben werden. Wenn ein Scherzkeks 300 Schokoladentafeln a 100g einzeln aufgeben wollte, dann würden die schon aus technischen Gründen darauf bestehen müssen, dass er die in 1-2 Umverpackungen aufgibt. Damit ist für Qatar Airways sicher gestellt, dass das im Rahmen bleibt.

Eine Reihe westlicher Diplomaten hat mittlerweile den Golf besucht und versucht zu vermitteln. Eine Entspannung hat man nicht erreicht, aber immerhin wurde so eine weitere Eskalation verhindert. Alle fordern direkte Gespräche zwischen Katar und den Blockadestaaten. Die Blockadestaaten schließen solche Gespräche aus, weil Katar erst die "Terrorunterstützung" aufgeben soll. Katar schließt direkte Gespräche aus, weil erst die Blockade aufgehoben werden soll.

Der UAE-Außenminister sagt nun, dass man die Blockade Katars als dauerhaft betrachtet und in der Golfregion ohne das "anachronistische" Katar "voran" schreiten wird. Demnächst trifft man sich in Bahrein und wird wohl weitere Maßnahmen gegen Katar beschließen. Katar arbeitet derweil intensiv daran, weniger importabhängig zu sein und baut unter anderem eiligst eine Milchindustrie auf, für die auch schon hunderte Holsteiner-Kühe aus Deutschland eingeflogen wurden.

Was die 4 Blockade-Staaten treiben, wird immer wilder. Eine saudische Lobbygruppe hat in den USA TV-Spots geschaltet, in denen Katar verunglimpft wird. Man weiß ja, dass der US-Präsident sein "Wissen" vor allem aus dem Morgenfernsehen bezieht. Dazu gibt es von der saudischen Lobby-Gruppe eine Website - theqatarinsider.com - auf der kübelweise Dreck über Katar gekippt wird. In den UAE wird in Kürze eine Dokumentation ausgetrahlt, in der Katar nun sogar 9/11 angehangen wird. Titel "Qatar ... The Road to Manhattan". Wir erinnern uns: Von den 19 Hijackern kamen laut US-Ermittlungen 15 aus Saudi-Arabien und 2 aus den UAE. Keiner kam aus Katar. Katar erhöht währenddessen auch die Lobby-Anstrengungen und schaltet u.a. auf Londoner Taxis Pro-Qatar-Werbung ("Lift the Blockade against the people of Qatar").

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 28. Juli 2017