Mit dem Bus durch Südafrika

28 Antworten · 5'904 Aufrufe · gestartet 05. Juni 2017 von Patoucha
Antworten
Gast02. Juli 2017 · #21
Hallo Patoucha,
danke für’s Schreiben. Oft habe ich mich gewundert, wie man Südafrika oder andere Länder in zwei oder 3 Wochen bereist, jetzt weiß ich mehr darüber und auch über die Erwartungslage mancher derartig Reisender.

Und noch ein Hinweis, der definitiv nicht als Belehrung gemeint ist: Der „boy“ ist mir auch aufgefallen/aufgestoßen. Die Zeiten sind vorbei, als erwachsene Männer als Bürschchen tituliert wurden ….auch wenn sich manche Südafrikaner noch nicht daran gewöhnt haben.

Grüße
zuletzt bearbeitet 02. Juli 2017
785 Beiträge · seit 200802. Juli 2017 · #22
Hallo Helga,

Danke für deinen Bericht und ich freue mich, dass dir die Reise und auch das Land gefallen hat!


Viele Grüße


Markus
831 Beiträge · seit 200902. Juli 2017 · #23
Liebe Helga,
danke dass Du auf meine Anmerkung reagiert hast.
Den Exkurs mit dem "zweibeinigen Wecker" fand ich durchaus amüsant, da jeder, der weckt, damit gemeint sein kann.
Mit dem Begriff "boy" ist etwas gemeint was aus kolonialen Zeiten herrührt, abschätzig gemeint ist und in Postapartheidzeiten nicht mehr verwendet werden sollte. Weiße Südafrikaner/ Buren kann ich leider nicht belehrten und würden auch von mir dies nicht annehmen. Nicht- Afrikaner verwenden diesen Ausdruck ohne böse Absicht, sollten aber bedenken, dass es heutzutage nicht mehr konform ist. Auch in westlichen Englisch sprechenden Ländern ist diese Anrede nicht gebräuchlich.
Wenn man im südlichen Afrika auf die Dienste eines "boys" hingewiesen wird, sollte man selbst versuchen, mit Respekt diesen Menschen entgegenzutreten- sie werden sich selbst kaum zu wehren wissen.
Du wirst mir diesen Exkurs hoffentlich nicht krumm nehmen!
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung Deines Berichtes!
Viele Grüße
Marga
2'391 Beiträge · seit 201602. Juli 2017 · #24
Hallo zusammen,
iIch benutze den Begriff Boy zwar nicht, aber das hat jetzt nichts mit Political Correctness zu tun, sondern weil ich wohl noch nie einen Zimmer-Mann? (Ist wohl auch missverständlich) hatte. Einen Stuart hatte ich schon, aber eben keine männliche Zimmeraufräumkraft? Wie nennt ihr diesen Menschen denn dann? Der Begriff Liftboy z.B. taucht zumindest im englischen Schulbuch unserer Tochter auf und hat nichts mit Afrika oder Kolonialmacht zu tun.
Wir alle sprechen doch auch vom Zimmermädchen und das sind normalerweise auch gestandene Frauen. Oder wie nennt ihr diese denn? Nichts für Ungut. Ich lerne gerne dazu, bin gespannt welche Vokabeln mir fehlen. Aber mir fehlen im scheinbar wahrsten Sinne die richtigen Worte.
Viele Grüße
Sasa
Die Freiheit des Einzelnen endet da, wo seine Faust die Nase eines anderen trifft. 3 Generationen zum ersten Mal auf Pad, Namibia 2016: http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/291659-3-generationen-auf-grosser-namibia-erstlingstour.html
zuletzt bearbeitet 02. Juli 2017
831 Beiträge · seit 200903. Juli 2017 · #25
Der Ausdruck "boy" ist -ich wiederhole mich gern und deutlich- im südlichen Afrika, genauso wie "Neger", negativ besetzt und zwar seit den Zeiten der Unterdrückungen. Daran gibt es sicher keinen Zweifel. Zumal dort der Ausdruck "boy" für Männer jeden Alters verwendet wurde als Ersatz für den Personennamen.
Themenstarter63 Beiträge · seit 201703. Juli 2017 · #26
Hallo zusammen,

Meine Güte, was so ein harmloses Wort auslöst. Hotel- und Zimmerboy sind Berufsbezeichnungen. Ich habe das jetzt davorgesetzt, damit es politisch korrekt ist. Obwohl ich finde, man kann es auch übertreiben.

In einem Reiseführer fand ich den Hinweis, dass man bei einem farbigen Kellner keinen "Black coffee" bestellen dürfte, um ihn nicht zu beleidigen. Ich habe das hinterfragt und schallendes Gelächter geerntet bei Farbigen - wie wir politisch korrekt, sagen, was in Südafrika aber keine "Schwarze" meint, sondern Inder.

Gute Nacht

Helga
2'497 Beiträge · seit 201103. Juli 2017 · #28
Hallo,

ich habe gerade Stellenanzeigen gegoogelt und tatsächlich "Zimmermädchen/Roomboy" gefunden, gleich mehrmals von renomierten Häusern. "Hausboy und Hotelboy" waren auch gesucht. Mein Hotelfachmann-Sohn, der ja alle Abteilungen während der Ausbildung durchlaufen musste, hat immer von "Etagendamen" gesprochen, deren Chefin war natürlich "Hausdame", so ist auch die offizielle Bezeichnung. Männer gab´s in dem Bereich nicht. Er würde wahrscheinlich so was wie "Etagenkraft" wählen, passt aber in Afrika auch nicht so recht. Und "Servicemitarbeiter" ist ein wenig umständlich, aber zumindest politisch korrekt. Hoffentlich sagt da jetzt keiner, das sei in Afrika ironisch angehaucht. 😐

Ich gebe mir durchaus Mühe, niemanden respektlos zu behandeln, manchmal scheint das fast eine Herausforderung zu sein. Ich bin aber sicher, dass keiner der hier Schreibenden "Hey Boy, komm mal" hinter irgendeinem Menschen hinterherruft und was hier steht, kann man diskutieren, aber es beleidigt keinesfalls einen ... wen auch immer ... in Afrika und ist sicher auch nicht negativ gemeint.

Ich versuch´s vor Ort immer mit "Sorry, could you please ..." und umgehe so jede Anrede.

Viele Grüße
Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein. Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung" Namibia 2015: Namibia - Mein Seelenland Namibia und Botswana 2014: Überraschungstour Namibia und Botswana mit Guide Namibia 2013: Drei Heidjer in Namibia - Guck mal, Elefanten!
Gast03. Juli 2017 · #29
Einige Argumente sind schon interessant in einem Forum, in welchem großer Wert auf Netikette gelegt wird. Das und das Thema weiter zu vertiefen stört aber nur den Bericht von Patoucha, der hoffentlich noch fortgesetzt wird.
Aber zur Geschichte und Kultur eines Gastlandes wird man in einem Reiseforum doch etwas sagen dürfen, also gebe ich auch noch meinen Kren drein.
Ich erinnere mich noch an die (für manche gute, alte) Zeit, als ein schwarzer Mann einfach ein „boy“ oft auch „kaffir boy“ war. Das Land ist heute nicht mehr wieder zu erkennen, und das ist m. E. gut so. Aber einige Stereotype haben offensichtlich teilweise überlebt, sonst gebe es ja die Debatte nicht. Wohl hauptsächlich aus Gedankenlosigkeit (womit Absicht durch die Schreiber ausgeschlossen ist!) und man sollte so was m. E. nicht durch gedankenlose Weiterverwendung am Leben erhalten, auch wenn es andere tun.
Damit bin ich draußen, versprochen Patoucha!
Grüße