Sesriem und kaputtes Knie

19 Antworten · 4'117 Aufrufe · gestartet 10. Apr. 2017 von ringelstrumpf
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Themenstarter29 Beiträge · seit 201610. Apr. 2017 · #1
Hallo,

ich habe mir im März mein Bein/Knie gebrochen. Bis zu unserer ersten Namibia-Tour im September (alles schon gebucht) werde ich glücklicherweise wieder laufen können, aber durch die lange Nicht-Belastungsphase (mindestens 8 Wochen) werden meine Muskeln wahrscheinlich noch sehr geschwächt sein.

Mir ist natürlich bewusst, dass mir hier niemand eine Prognose geben kann, aber ich frage mich gerade, ob ich wohl eine Düne besteigen kann.

Ich habe ja schon gelesen, dass es ziemlich anstrengend ist auf eine Düne zu klettern und mit einem noch stark geschwächten Knie stelle ich mir das gerade fast unmöglich vor.

Gibt es bei Sesriem vielleicht kleinere Dünen, an denen man sich versuchen könnte?

Vielen Dank!
2'664 Beiträge · seit 201210. Apr. 2017 · #2
Die Frage kann Dir keiner beantworten, denn keiner kennt Deinen physischen Zustand.
An Deiner Stelle würde ich den Versuch starten, und ganz einfach umdrehen, wenn es anfängt zu schmerzen.
Merke Dir: Eine Düne hoch zu steigen ist nicht wie Treppen steigen, denn Dein Fuß rutscht immer nach und verdreht sich

Frage zur Sicherheit Deinen Orthopäden was er davon hält.
Und ich zum Beispiel halte aus Naturfaulheit nichts davon, Dünen besteigen zu wollen...
Man muß nicht ganz oben auf einer Düne gewesen sein um die Umgebung dennoch zu genießen.
zuletzt bearbeitet 10. Apr. 2017
1'411 Beiträge · seit 201310. Apr. 2017 · #3
Hallo Ringelstrumpf,

das Besteigen der großen Dünen wie Düne 45, Big Daddy usw. ist in der Tat sehr anstrengend, vor allem wegen des losen Sandes, der immer wieder nachgibt.

Vielleicht wäre ja die Elim-Düne was für dich. Sie liegt nur wenige km vom Parkeingang entfernt und ist nicht so sehr hoch.
Der Vorteil ist, dass sie bewachsen ist, der Sand ist damit in vielen Bereichen verfestigt, was dir den Aufstieg möglicherweise erleichtert.
Zudem würde ich es am frühen Morgen versuchen, wenn durch die nächtliche Kühle und Feuchtigkeit der Sand noch etwas fester ist.

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Ob es dir tatsächlich gelingt, kann ich natürlich nicht sagen. Da schließe ich mich meinem Vorschreiber und seinem Rat uneingeschränkt an.

Gute Besserung und viel Erfolg!
LG Stefan Die Reise unseres Lebens: Antarktis 2018/19 Unsere Reiseberichte
zuletzt bearbeitet 10. Apr. 2017
Themenstarter29 Beiträge · seit 201610. Apr. 2017 · #4
Vielen Dank!

Das mit dem Verdrehen ist ein guter Hinweis, denn mein Kreuzband ist ebenfalls beschädigt worden (nicht gerissen, aber wohl auch nicht mehr so stabil wie vorher). Ich werde mir auf jeden Fall eine Stütze anziehen.

Ich werde das mit meinem Orthopäden besprechen, wenn meine Heilung so weit abgeschlossen ist (irgendwann im Sommer). Ansonsten klettere ich halt nur ein Stück hinauf.

...

Danke für den Tipp mit der Elim-Düne. Das sieht schon einiges machbarer aus als die Düne 45. Da werden wir definitv hinfahren! Und wenn ich es nicht ganz hinauf schaffe, ist das ja auch okay.

(Wundervölle Bilder übrigens!)
zuletzt bearbeitet 10. Apr. 2017
1'166 Beiträge · seit 200810. Apr. 2017 · #5
Hallo allerseits,

die Elim-Düne ist bei weitem höher als die z.B. die Düne 45 - aber das tut auch nicht wirklich zur Sache (OFFTOPIC). Der Vorteil der Elim-Düne ist, dass der Sand zu meist fest ist. Die Düne 45 ist meist auch so platt getarmpelt, dass der Aufstieg doch nicht allzu anstrengend ist.

Der Vorteil der Elim-Düne ist meiner Meinung auch, dass man dort in der Regel alleine ist.

Hier die Elim-Düne von ganz oben:
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21.02ElimDüne35.jpg

21.02ElimDüne31.jpg


Grüße
Axel
Solo die zweite 04/19 - Namibia-Teil Kalahari/Nordwest Nam (April/Mai 2018) - Botswana / Kalahari/Nordwest Nam (April/Mai 2018) - Namibia Rastlos durchs Kaokoveld und Damaraland ... (2017) Stippvisite im Damaraland und Kaokoveld (2016)
zuletzt bearbeitet 10. Apr. 2017
873 Beiträge · seit 201410. Apr. 2017 · #6
Dein Kreuzband wird nach der OP nicht mehr existent sein, da du ein künstliches Gelenk bekommst wird es entfernt 🙂
Bei gutem Training wirst du wieder gut laufen, aber eine Düne hochsteigen, egal welche dort, wird dir wohl eher nicht möglich sein.
Lass die das von einem Physio sagen 😉
Und es wird deinem Knie auf keinen Fall gut tun... keine maximale Belastung vor 6 Monaten nach OP!

Klingt hart ist aber gut gemeint!
(img) https://scontent.ftxl1-1.fna.fbcdn.net/v/t1.0-9/18222493_1349849328384214_3849567912357826533_n.jpg?oh=66475f5e6b6160dd3f01b721ab03299a&oe=5A8B63AD (/img)
727 Beiträge · seit 200811. Apr. 2017 · #8
ringelstrumpf schrieb:
Danke für den Tipp mit der Elim-Düne. Das sieht schon einiges machbarer aus als die Düne 45. Da werden wir definitv hinfahren! Und wenn ich es nicht ganz hinauf schaffe, ist das ja auch okay.
Ich bin mir nicht sicher, ob der Abstieg ein kaputtes Knie nicht mehr belastet, als der Aufstieg. Insbesondere kann man in dem rutschenden Sand beim Runtergehen viel schneller den Halt verlieren. Nicht dass Du es rauf schaffst, aber nicht mehr heil runter. Ist dann auch nicht von Vorteil, wenn man sich dann die einsame Düne ausgesucht hat. Ich würde es wirklich nur riskieren, wenn Du absolut trittsicher bist. Das wirst Du wahrscheinlich erst kurz vorher beurteilen können.

Gruß

Dino
zuletzt bearbeitet 11. Apr. 2017
2'844 Beiträge · seit 201111. Apr. 2017 · #9
Hallo Ringelstrumpf,

Dein Knie bzw. geschwächtes VKB wird den Abstieg sicherlich nicht gut verkraften!
Ich spreche aus Erfahrung - nach durchmachter KB-OP. Ein Anstieg ist immer leichter als der Abstieg, die Beugung.
Und wenn Dir Dein Sicherheitsgurt im Knie (das VKB) noch etwas bedeutet, solltest Du auf jede Belastung in der Hitze dort verzichten.
Ich würde Dir zu einer guten Bandage (vl. mit Patella-Ring) raten, auch wenn sie medizinisch nicht unbedingt nötig ist - für den Kopf ist sie es.

Gute Reise
Strelitzie
Themenstarter29 Beiträge · seit 201611. Apr. 2017 · #10
Danke für eure Antworten!

Ihr habt natürlich völlig recht. Der Abstieg wird vermutlich weit problematischer als der Aufstieg. Aber vielleicht kann ich da notfalls auch auf dem Hintern runter. 😗 Oder ist es dafür nicht steil genug?

Zum Kreuzband nochmal: Es ist so, dass es sich um einen knöchernen Ausriss des vorderen Kreuzbandes handelt. Das heißt, es ist möglich, dass das alles wieder bestens einheilt. Aber das ist noch nicht ganz sicher, da der Knochen, an dem das Kreuzband anwächst, auch gesplittert ist. 😕 Ob und wie genau das geheilt ist, weiß ich erst in ein paar Wochen.

Daher ist das hier natürlich alles sowieso Rätselraten, aber ich fand es trotzdem schön, von euren Einschätzungen und Tipps zu lesen. Danke dafür. 🙂

Ich werde es dann wohl vor Ort entscheiden und natürlich sehr vorsichtig sein. Auf noch mehr Operationen habe ich nun wirklich keine Lust.
1'014 Beiträge · seit 201611. Apr. 2017 · #11
Ich habe mir im August 13 mein Mopped aufs Knie geschmissen und mir einen schönen Tibiakopfbruch zugezogen. Ich kann aus Erfahrung sagen, daß Du nach langer Zeit der Nicht-Belastung nicht die Krücken in die Ecke werfen und wieder loslaufen sondern erst mal rummurksen wirst. Eine Besteigung einer Düne kannst Du - sag ich mal - vergessen.

Yanjep

PS: Ich wünsche Dir eine gute und schnelle Genesung
7'296 Beiträge · seit 200611. Apr. 2017 · #12
ringelstrumpf schrieb:
Ich habe ja schon gelesen, dass es ziemlich anstrengend ist auf eine Düne zu klettern und mit einem noch stark geschwächten Knie stelle ich mir das gerade fast unmöglich vor.

... eine Prognose ist zum jetzigen Zeitpunkt natürlich schwierig und es hängt ja auch vom Alter und der Fitness ab, wie sich der Heilungsprozess in die Länge zieht. Und es kommt auch darauf an, ob Du anschließend eine vernünftige Physiotherapie bekommst und wie Du da zu Werke gehst. Ich würde da durchaus Chancen sehen, dass das machbar ist.

Ich hatte selbst mal 'ne größere Verletzung am Knie und bin ein halbes Jahr an Krücken gelaufen. Mit entsprechendem zeitlichen Aufwand war ich danach aber sehr schnell wieder fit.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
2'060 Beiträge · seit 201312. Apr. 2017 · #13
Hallo,

ich sehe das Problem weniger in der allgemeinen Fitness danach, sondern in möglichen "ungeschickten" Bewegungen. Natürlich kann man die auch daheim machen - mein Knie mag es z. B. gar nicht, wenn ich in meiner relativ kleinen Küche hin und her laufe: 2-3 Schritte, dann auf einem Bein drehen - so habe ich das früher gemacht, nun musste ich mir eine knieschonendere Lauftechnik angewöhnen. Auch die Beinbewegung beim normalen Schwimmen ist nach wenigen Zügen schmerzhaft, auch da ist eine Drehbewegung dabei.

Mag sein, dass du ohne große Schwierigkeiten eine Düne besteigen und wieder absteigen könntest, aber die Gefahr des Wegrutschens im lockeren Sand ist groß, und in so einer überraschenden Reaktion bewegen sich dann die Beine wie von selbst, da kommst du nicht zum Nachdenken, wie du dein Knie schonen könntest, da kann mit einem falschen Schritt einiges kaputt gehen.

Wir waren zweimal in den Dünen, ich bin nur beim ersten Mal ein kleines Stück hinaufgelaufen, so weit die Steigung noch ganz sanft war. Ich hatte auch da schon eine traumhafte Aussicht. Du musst es für dich abwägen, wie viel du riskieren willst. Ich wünsche dir einen "unfallfreien" Urlaub!
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
Themenstarter29 Beiträge · seit 201623. Apr. 2017 · #14
Vielen Dank euch allen! Ich werde natürlich keinesfalls irgendetwas riskieren.

Ich weiß jetzt gar nicht, ob das hier schon aufkam und ich es schlicht einfach übersehen habe, aber wie sieht es denn aus mit dem Deadvlei? Denkt ihr, dass ich da hin kann - nehmen wir mal an, dass ich generell normal laufen kann, wenn auch nicht allzu weit?

Wie sieht der Weg dorthin aus? Sandig? Tiefsandig? Steinig?

Vielen herzlichen Dank!
zuletzt bearbeitet 23. Apr. 2017
1'411 Beiträge · seit 201323. Apr. 2017 · #15
Hallo ringelstrumpf,

der Weg vom 4x4 Parkplatz zum Deadvlei ist durchweg sandig bis tiefsandig, sind so etwa 1,2km durch den Sand zu stapfen. Es geht ein wenig auf und ab durch die Dünen:

Hinweg, kurz vor dem Vlei:
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Rückweg, Blick von der ersten Anhöhe auf den Parkplatz, der ist zwischen den grünen Bäumen in der Bildmitte
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(Bilder sind von 2013.)
LG Stefan Die Reise unseres Lebens: Antarktis 2018/19 Unsere Reiseberichte
90 Beiträge · seit 201723. Apr. 2017 · #16
ringelstrumpf schrieb:Wie sieht der Weg dorthin aus? Sandig? Tiefsandig? Steinig?
Sandig. Denke da kommt jeder hin, hat sogar die chinesische Tourgruppe geschafft die zur gleichen Zeit wie wir da war.
Themenstarter29 Beiträge · seit 201623. Apr. 2017 · #17
Danke euch beiden!

Ich denke auch wenn es sandig ist, sollte ich das schaffen, aber im Zweifel werden mir die Bilder sicher bei der Entscheidung helfen. Vielen herzlichen Dank!
1'014 Beiträge · seit 201623. Apr. 2017 · #18
Bei mir war es so, daß ich, auch nachdem ich wieder voll belasten durfte (nach 3 Monaten Rollstuhl und danach 9 Wochen Krücken) erst mal ca. 1 Woche ganz schön rumgeeiert bin. Danach ging es aber zügig weiter und ich bin recht schnell wieder 7,5 Kilometer durch den Wald gelaufen. Ist nach einer so langen Ruheperiode erst mal ungewohnt, ging dann aber wieder gut. Ein bißchen über Stock und Stein ist auch gut für die Koordination, bei der Krankengymnstik mußte ich auch so spezielle Übungen machen.

Also es wird schon

Yanjep
256 Beiträge · seit 201223. Apr. 2017 · #19
Der "Physio" hier im Thread wird sicherlich aus seiner Fachkunde bestätigen, dass wenn der Bruch ausgeheilt, aus medizinischer Sicht an sich keine Gefahr durch Belastung mehr besteht. Die Belastung dann ist ein rein körperliches Empfinden und allermeist setzt die Phsyche die Grenzen.

Aber: Keiner kann dir hier in medizinischen Fragen wirklich eine fundierte Antwort geben, das kann nur der Orthopäde deines Vertrauens, bei dem du in Behandlung bist und der dich kennt.
zuletzt bearbeitet 23. Apr. 2017
1'411 Beiträge · seit 201323. Apr. 2017 · #20
Carsten Möhle hat mir letztes Jahr erzählt, er und sein Team haben mal eine Rollstuhlfahrerin ins Deadvlei geschafft, indem sie sie aus dem Rollstuhl auf eine Zeltplane gesetzt haben und dann damit über den Sand vom 4x4-Parkplatz bis ins Vlei gezogen haben. Den leeren Rollstuhl haben sie ebenfalls ins Vlei geschleift, und vor Ort auf dem harten Lehmboden ist es dann wieder unproblematisch.

Also mit etwas Kreativität, unkonventionellen Ideen und Unterstützung geht (fast) immer was, auf jeden Fall aber erheblich mehr, als sich die meisten vorstellen können. Ich weiß, wovon ich schreibe ...
Von daher nicht zurückstecken und kreativ, aber nicht ängstlich, aber auf jeden Fall realistisch entscheiden was geht oder eben nicht geht. Namibia kann man auch mit Gehbehinderung in vollen Zügen geniessen 🙂
LG Stefan Die Reise unseres Lebens: Antarktis 2018/19 Unsere Reiseberichte
zuletzt bearbeitet 23. Apr. 2017