Hanne6'152 Beiträge · seit 200611. März 2017 · #61
hallo Topobär, gerade zurück aus Afrika , Tiere waren dieses Jahr bewusst nicht im Vordergrund, geniesse ich Dein Reisebericht mit tollen Fotots von Landschaft-Wasser und Tieren. Liebe Grüsse Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200914. März 2017 · #62
10.Tag (Mo. 02.01.2017) Kisaki – Mikumi 265km
Das wird ein Scheißtag. Das steht schon 30 Sekunden nach dem Aufwachen fest, als ich vergeblich meine Hose suche und den geöffneten seitlichen Reißverschluss am Zelt sehe. Nachts müssen sich Diebe ans Zelt geschlichen haben und während ich schlief den Reißverschluss geöffnet und die direkt darunter liegende Hose gegriffen haben. Mit der Hose ist mein Portemonnaie weg, d.h. ein viertel unserer Bargeldreserven, meine Visa und Maestro-Karte sowie Perso und Führerschein. Es hätte allerdings noch schlimmer kommen können. Normalerweise war auch der Autoschlüssel in der Hose und nur weil gestern noch einer von uns kurz an den Wagen musste, nachdem ich schon im Zelt lag, war es diese Nacht anders. Der Dieb hätte zwar mit Sicherheit den Wagen nicht gestohlen und noch nicht einmal leise das Fahrzeug öffnen können, aber der Schlüssel wäre weg gewesen und wir hätten ein paar Tage hier festgesessen. Auch mein Smartphone ist noch da, da es zwischen uns lag. Unsere wichtigsten Dokumente (Reisepass und internationaler Führerschein) sind sowieso sicher separat gelagert. Am meisten ärgere ich mich über mich selbst. Selbstverständlich habe ich schon von dieser Art Diebstähle gehört und früher haben wir auch entsprechend Vorsorge getroffen. Über 20 Jahre Reisen in Afrika, ohne dass etwas passiert ist, haben uns aber sorglos werden lassen. Das wurde jetzt bestraft und wir deponieren jetzt auch unsere Wertsachen wieder unter den Isomatten, wo keiner ran kommt, wenn wir darauf schlafen.
Der Camp-Manager und der Askari machen einen rat- und hilflosen Eindruck. Angeblich ist so etwas hier bislang noch nie vorgekommen. Nach dem Frühstück begleiten uns die beiden zur Polizeistation des Dorfes. Die hätten wir ansonsten auch niemals gefunden. Es ist eine armselige Baracke in einer Seitenstraße. Einen Hinweis, dass es sich um eine Polizeistation handelt, sucht man vergeblich. Der Askari wird gleich in die Gemeinschaftszelle der Station gesperrt. Als deren Tür geöffnet wird, weht ein strenger Uringeruch durch die Wache. Nähere Details über die Zelle will man gar nicht wissen. Ob das Einsperren des Askaris nur Aktionismus uns gegenüber ist, oder ob die Massai, die in dieser Region eine Minderheit sind, unter Generalverdacht stehen, entzieht sich meiner Kenntnis.
Danach wird über eine Stunde lang eine Kladde nach der anderen mit unserer Anzeige und dem Sachverhalt gefüllt. Nachdem mehrere Seiten Papier handschriftlich gefüllt wurden, reißt der Polizist einen Fetzen braunes Packpapier von einem größeren Bogen ab, schreib eine Nummer darauf und versieht das ganze mit Stempel und Unterschrift. Das ist das Aktenzeichen, unter dem wir in einigen Tagen auf der Regionalwache in Morogoro eine Kopie des Berichts erhalten können. Man gut, dass die gestohlenen Sachen sowieso nicht über die Reisegepäckversicherung versichert sind, denn es wäre sicher ein Spaß geworden, wenn ich der Versicherung den Papierfetzen vorgelegt hätte.
Jetzt kann es endlich weiter gehen, allerdings nur für 20km. Dann höre ich veränderte Abrollgeräusche von hinten rechts und stelle fest, dass wir dort einen Platten bekommen. Reifenwechsel sind für mich Routine und so ist der Wagen schnell neu besohlt. Allerdings muss ich feststellen, dass beide Reservereifen einen viel zu niedrigen Luftdruck aufweisen. So geht es zunächst sehr vorsichtig weiter bis ins nächste Dorf. Dort stehen wie üblich die Piki Piki-Fahrer unter einem großen Baum und warten auf Kundschaft. Wir fragen, ob einer eine Luftpumpe hat und haben Glück. Der Besitzer der Pumpe lässt es sich nicht nehmen, persönlich zu Pumpen und langsam aber sicher nimmt der Reifen eine akzeptable Form an. Irgendwann ist dann die Pumpe überfordert und mit einem lauten Knall platzt der Schlauch der billigen Chinaware. Wir geben ihm 10US$ für seine Hilfe und eine neue Pumpe und er scheint damit zufrieden zu sein. So ist allen geholfen.
Die Piste verlässt langsam die Ebene und führt durch die Uluguru Mountains. Dabei verändert sich die Landschaft komplett. Die verdorrte Vegetation wird durch dichten grünen Bergwald ersetzt. Um die Dörfer herum sieht man bestellte Felder. Immer wieder ragen bizarre Felsen aus dem Dickicht. Schade, dass wir schon so unter Zeitverzug stehen und deshalb durchfahren müssen, anstatt Pausen zu machen, um zu schauen und zu fotografieren. Motive hätte es sicher reichlich gegeben. Die Straße ist teilweise asphaltiert, weist aber zahlreiche tiefe Schlaglöcher auf, so dass man nur langsam vorankommt. Bergauf kommt unser schwerer Wagen auch nicht sonderlich schnell voran.
In Morogoro hat uns dann die Zivilisation wieder. Wir können tanken, Luftdruck checken und Bargeld am ATM ziehen. Was uns nicht gelingt ist Lebensmittel einzukaufen. Es ist unglaublich, das eine Distrikthauptstadt an der wichtigsten Verkehrsachse des Landes und mit 250.000 Einwohnern noch nicht einmal einen kleinen Supermarkt aufweist.
Als Übernachtungsziel für den heutigen Tag haben wir uns für die Tan-Swiss Lodge in Mikumi entschieden. Bevor wir dort ankommen führt die Straße noch durch den Mikumi National Park. Auf der Transitstrecke muss man keinen Eintritt zahlen, darf aber auch nicht anhalten. So sehen wir zwar viele Tiere, verzichten aber auf das Fotografieren. An der Straße stehen Schilder mit Tarifen, was das Überfahren der verschiedenen Tierarten kostet. Bei einem Baboon kommt man mit 120US$ noch relativ günstig davon; ein Elefant reißt mit 15.000US$ schon ein größeres Loch in die Reisekasse.
Die Tan-Swiss Lodge ist super gemanagt. Da funktioniert alles reibungslos. Die Campsite liegt im hinteren Teil, so dass man von der Straße kaum etwas hört. Flammenbäume spenden Schatten. Mit Pools hab ich es nicht so, aber alle die Spaß am baden haben, kommen hier in der Lodge voll auf ihr Kosten.
Zum Abendessen geht’s ins Restaurant der Lodge. Ist nix dolles, aber der Service ist schnell und freundlich. Am wichtigsten ist aber, dass es kaltes Bier gibt.
picco6'369 Beiträge · seit 201114. März 2017 · #63
Hoi Topo
Du lebst!!! 🤩
...und vor allem: Du schreibst!!! 🤩 😉 😛 😎
Topobär schrieb:Das wird ein Scheißtag. Das steht schon 30 Sekunden nach dem Aufwachen fest, als ich vergeblich meine Hose suche und den geöffneten seitlichen Reißverschluss am Zelt sehe. Nachts müssen sich Diebe ans Zelt geschlichen haben und während ich schlief den Reißverschluss geöffnet und die direkt darunter liegende Hose gegriffen haben.
marimari2'240 Beiträge · seit 201114. März 2017 · #64
Hoi Topo, oje...das hört sich nicht so toll an. Kisaki..so viele Leute auf Durchfahrt hat es da nicht 😕 🤨 . Vielen Dank für den Bericht...Eure Bodenzelt-Reise ist sehr interessant. LG M.
PApaulinchen475 Beiträge · seit 201214. März 2017 · #65
Hi Topobär,
das ist extrem ärgerlich, was euch da passiert ist... hoffentlich hat eure weitere Reise dadurch nicht all zu sehr gelitten, in der Tat, es ist "nur" Geld und irgendwie zu verschmerzen...hätte mit Verlust von Gesundheit, Autoschlüssel und Reisepässen noch schlimmer ausgehen können... 🙁
Kapitel Erfahrung und danke für´s teilen, denn die einfachsten Vorsichtsmaßnahmen werden manchmal doch vernachlässigt, da ja fast immer alles gut geht....
Wäre hier ein Dachzelt etwas beruhigender gewesen (einfach mal vom Zugang her.....?)
Es gibt noch andere Gründe: waren auf Monamodi 2 bei einer Vollmondnacht während ca 3 Std
mit 4Hyänen (eine furchterregend gross....eine normal gross...zwei halbwüchsig) beschäftigt,die
mit kurzen Pausen immer wieder an den Reifen und an den Gummihaltern des Seednetzes vor dem
Kühler sich zu schaffen machten und weder durch Lärm noch durch Licht sich vertreiben liessen.....
habe für mich so überlegt........lieber im Dachzelt wie auf Aufgenhöhe oder darunter mit einem
Pack Hyänen.......
lg......BMW
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200915. März 2017 · #69
Hallo BMW,
mir sind vergleichbare Diebstähle auch aus dem Dachzelt bekannt. Entweder auch durch den Reißverschluss, oder indem das Zelt aufgeschlitzt wurde. Was hilft ist, die Wertsachen unter die Matratze oder Isomatte zu legen.
Tiere hatten wir jede Menge am Zelt. Kommt noch. Waren sehr intensive Erlebnisse.
Dachzelte kommen für uns in Ostafrika auf keinen Fall in Frage, da dann die Hubdächer nicht mehr nutzbar sind. Auf die wollen wir auf gar keinen Fall verzichten. Wer einmal damit unterwegs war, wird es sehr bedauern, dass es im südlichen Afrika keine Fahrzeuge mit Hubdach zu mieten gibt.
leofant754 Beiträge · seit 201016. März 2017 · #70
Hi Topo,
zunächst einmal: Das mit dem Diebstahl ist natürlich richtig blöd, aber zumindest konntet ihr die Reise fortsetzen, das ist ja zumindest ein Lichtstreif am Horizont 😵
Worauf ich mich nächstes Jahr freue ist die Vielfältigkeit der Landschaft in Tanzania. Ich liebe diese Ausblicke von den Bergen hinab. Da ist die Landschaft in Botswana schon ein wenig langweiliger ...
Zitat: An der Straße stehen Schilder mit Tarifen, was das Überfahren der verschiedenen Tierarten kostet. Bei einem Baboon kommt man mit 120US$ noch relativ günstig davon; ein Elefant reißt mit 15.000US$ schon ein größeres Loch in die Reisekasse.
Na DAS würde ich gerne mal sehen, wie man mit einem normalen Fahrzeug einen Eli ÜBERFÄHRT 😗 😗
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200916. März 2017 · #71
Hallo Leofant,
auf dem TanZam-Highway herrscht starker LKW-Verkehr. Die erwischen hin und wieder auch mal einen Elefanten. Vor allem nachts. Der ist dann meist so schwer verletzt, dass er von den Rangern erschossen werden muss. 🙁
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200921. März 2017 · #72
11.Tag (Di. 03.01.2017) Mikumi – Iringa 202km
Während sich die anderen um den Abbau des Camps kümmern, fahre ich nach Mikumi zu einem Reifen-Fundi, der unseren kaputten Reifen flicken soll. Die Empfehlung habe ich in der Lodge bekommen, die dort auch die Reifen ihrer Fahrzeuge flicken lässt. Der Reifen ist schon so verschlissen, dass er sich nicht mehr flicken lässt, sondern ein Schlauch eingezogen werden muss.
Durch das Baobab Valley führt uns dann die sehr schöne Strecke entlang des Ruaha River. Nach dem Verlassen des Tals führt uns eine recht steile Paßstraße hinauf ins Hochland von Iringa. Die Paßstraße gilt als eine der gefährlichsten Strecken Tansanias und so kommen wir auch an einigen Wracks verunglückter LKWs vorbei.
Schon kurz vor Mittag erreichen wir das Rivervalley Camp welches einige Kilometer südlich von Iringa liegt. In manchen Reiseführern wird das Camp auch Little Ruaha Camp genannt. Es handelt sich dabei um ein und dasselbe Camp. Zu unserer großen Freude und Überraschung werden wir gleich von dem großen schwarzen Schmusehund begrüßt, der uns schon vor 4 Jahren Gesellschaft leistete. Er war damals schon nicht mehr der Jüngste und da Hunde in Afrika allgemein nicht so alt werden, hätten wir niemals vermutet, dass er noch lebt. Unsere Zelte schlagen wir auf einer schönen grünen Wiese unter großen Schattenbäumen auf.
Nach einem kurzen Mittagssnack machen wir uns auf den Weg nach Iringa. Wir haben uns auf der Campsite nach einem Fundi für Kühlschränke erkundigt und auch eine Empfehlung bekommen. Nur dank dieser Empfehlung finden wir den Fundi überhaupt, denn die Werkstatt liegt in einer Seitengasse und ist nicht beschildert. Einzig ein paar vor der Tür stehende Kühlschränke lassen erahnen, welchem Handwerk man hier nachgeht. Man nimmt sich sofort unseres Engel-Kühlschrankes an. Wir müssen zunächst einiges im Wagen umräumen, um den Kühlschrank auszubauen und dann machen sich die beiden Handwerker sofort an die Fehlersuche. Sie stellen fest, dass Kühlmittel fehlt und dass ein Kabel sich gelöst hatte. Das erklärt, weshalb der Kühlschrank erst schlecht und dann gar nicht mehr funktioniert hat. Nach einer Stunde ist unser Fahrzeug wieder mit einem funktionierenden Kühlschrank ausgestattet. Die Rechnung beläuft sich auf 60.000TSH. Jetzt können wir auf erfrischende Kaltgetränke im heißen Ruaha National Park hoffen.
Danach kümmern wir uns um einen Teil der Einkäufe für die Tage im Ruaha National Park. Hier in Iringa gibt es einen kleinen, aber gut sortierten Supermarkt, wo wir alles an Getränken und Lebensmitteln für die nächsten Tage einkaufen. Einzig Obst und Gemüse werden wir morgen früh auf dem Markt kaufen.
Den Nachmittag verdaddeln wir dann gemütlich auf der Campsite. Es fängt zwischenzeitlich leicht zu tröpfeln an und kühlt so weit ab, dass ich mir das erste Mal seit einer Woche eine dünne Jacke überziehe.
Abends gehen wir ins Restaurant der Camps. Wie beim letzten Mal gibt es Buffet. Es ist einfach, aber lecker. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gut.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200923. März 2017 · #73
12.Tag (Mi. 04.01.2017) Iringa – Ruaha National Park 175km
Als erstes geht es heute auf den Markt nach Iringa, um uns für die drei Tage im Ruaha National Park mit frischem Obst und Gemüse zu versorgen. Da wir uns in Ostafrika überwiegend vegetarisch ernähren, kommt da einiges zusammen.
Die Strecke zum Ruaha National Park ist von vielen Dörfern und einfacher Landwirtschaft geprägt. Verwundert sind wir, dass in dieser trockenen Region häufig Nassreis angebaut wird. Wir verlassen dabei das Hochplateau auf dem Iringa liegt und kommen in tiefer gelegene Regionen, in denen es auch wieder deutlich heißer ist. Die Piste ist zum Teil übelstes Wellblech. Das hat Folgen, denn als wir am Gate ankommen, müssen wir feststellen, dass unser Kühlschrank erneut den Dienst quittiert hat. 😈
Hier am Gate nehmen sie es ganz genau. Solange ich nach Tansania reise, werden die normalen Safari-Geländewagen immer in die Klasse bis 2.000kg eingestuft. So wenig wiegen die Fahrzeuge natürlich schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Hier im Ruaha werden wir erstmals in die nächst höhere und damit auch teurere Klasse eingestuft. Sollte auf dieser Reise das einzige Mal sein, bei dem so verfahren wurde, aber ich bin gespannt, ob das in Zukunft um sich greift und Reisen in Tansania noch teurer macht.
Schon kurz nach dem Gate begegnen wir den ersten Elefanten. Die verhalten sich uns gegenüber aber derart aggressiv, dass wir schnell weiterfahren.
Am Picknickplatz bei der Ruaha-Brücke machen wir einen Fotostop. Von der Brücke aus hat man einen schönen Blick über das Flussbett. Der Ruaha fließt derzeit nicht und es sind lediglich noch vereinzelte Tümpel vorhanden, in denen sich die Hippos und Krokodile gesammelt haben.
Weiter geht es auf direktem Weg zur Campsite. Diese ist traumhaft schön am Ufer des derzeit leider trockenen Ruaha gelegen. Die Campsite ist gut besucht, außer uns sind noch zwei weitere Parteien hier. Da die Campsite aber auch sehr weitläufig ist, bekommt man nicht viel voneinander mit. Ein Nachteil der Campsite ist, dass es so gut wie keinen Schatten gibt. Deshalb bauen wir zusätzlich zu unseren Zelten diesmal auch das Tarp als Schattendach auf.
Als wir am Nachmittag zu einem ersten kleinen Gamedrive aufbrechen, hat es ziemlich zugezogen, worunter die Fotos etwas leiden. Es bleibt aber trocken.
Nur wenige hundert Meter von unserer Campsite in Richtung Park Headquarter entdecken wir ein Paar Löwen unter einem Busch. Es wäre mir schon recht, wenn die heute Abend nicht noch näher kommen.
Danach fahren wir entlang des Ruaha in Richtung Osten. Wir müssen einige Umwege fahren, da die Tracks teilweise weggespült und nicht mehr passierbar sind. Hier haben die letzten starken Regenzeiten einige Spuren hinterlassen. Wir sehen die üblichen Verdächtigen und genießen es, in einem Nationalpark zu sein, wo die Tiere nicht gleich die Flucht ergreifen, wenn man kommt. Einzige Ausnahme sind die Elands, aber die sind überall sehr scheu.
Durch die Bewölkung fiel der Sundowner leider aus, was angesichts der fehlenden Kaltgetränke aber auch nicht allzu schlimm war. Wir versuchen die Getränke mit Wasser zu kühlen, was angesichts der Wassertemperaturen aber auch kaum etwas bringt. Die Erkenntnis des Tages ist, das GinTonic mit reichlich Limettensaft (eine Limette je Glas) warm besser schmeckt als Bier oder Weißwein.
Heute bin ich wieder mit kochen dran. Da wir auf dem Markt Auberginen, Paprika und Zucchini bekommen haben, mache ich Ratatouille.
Heute gibt es mal wieder Busch-TV. Auf der Campsite liegt Feuerholz bereit und da der Untergrund aus Sand besteht, brauchen wir uns auch keine Sorgen machen, dass sich das Feuer ausbreitet.
Als es dunkel wird kommen die Insekten. Diesmal wieder sehr viele, so dass ich unsere starke Akkulampe wieder als Lichtfalle in einiger Entfernung aufstelle.
Ebenfalls mit der Dunkelheit werden auch die Löwen aktiv. Rings um unser Camp hören wir sie brüllen. Wir können mindestens 3 Parteien ausmachen und sie hören sich sehr nah an. Immer wieder leuchte ich mit der Taschenlampe die Umgebung ab. Das Gelände ist aufgrund der vielen Büsche sehr unübersichtlich, so dass ich die Löwen nicht entdecken kann. Lediglich ein paar Schakale kann ich dabei beobachten, wie sie um uns herum schleichen.
KarstenB2'397 Beiträge · seit 201123. März 2017 · #74
Hallo Thomas, heute habe ich mal 'ne Frage, die sich mir bei dem Blick in Eure Einkaufskiste stellte: Als wir 1995 zum ersten Mal in den Mana-Pools NP einfuhren, wurde auf großen Schildern davor gewarnt, Obst (insbesondere Apfelsinen) in den Park mitzunehmen, da die Elefanten ganz wild darauf seien. Wir haben dann immer darauf verzichtet, frisches Obst in die NPs mitzunehmen, da ich keine Lust hatte, mich mit einem Elefanten um eine Apfelsine zu streiten. 😎 War das jetzt eine Marotte der Elefanten in Mana-Pools? Ich kann mich eigentlich auch nicht daran erinnern, in anderen Parks so eine Warnung gelesen zu haben. LG aus Puerto de la Cruz,
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200923. März 2017 · #75
Hallo Karsten,
das Obstverbot kenne ich auch nur vom Mana Pools National Park. Elefanten stehen aber überall auf Obst. Schau Dir mal auf Youtube den Film "apples in the tent" an. Die Episode spielt im Moremi. Aus den dort ersichtlichen Gründen lagern wir unsere Lebensmittel immer im Auto und nie im Zelt. Mir ist nicht bekannt, dass in Afrika Tiere schon verschlossene Autos aufgebrochen haben, um an die darin gelagerten Lebensmittel zu kommen. In Nordamerika kommt es dagegen immer wieder zu Autoaufbrüchen durch Bären.
Wir hatten auf dieser Reise immer sehr viel Obst und Gemüse im Auto. Nachts auch immer mal wieder Elefanten auf der Campsite. Für unser Auto haben sie sich nie interessiert.
Also, wenn Obst im Auto und Elefanten in der Nähe auf jeden Fall rechtzeitig die Fenster (und natürlich Türen) schliessen!
Der Wagen von unseren in Südafrika lebenden Freunden wurde fast umgeworfen, weil der Eli den unbemerkt hinter den Sitz gekullerten Apfel gerochen hat und da unbedingt dran wollte. Und da sass die Tochter noch auf dem Rücksitz...
Aber zurück zum Bericht: Schöne Tour, die ihr da gemacht hat, klasse Bericht und prima Bilder. Tansania als Selbstfahrer hat was! Wann kommen denn die Leos? Viele Grüße Mabe
leofant754 Beiträge · seit 201024. März 2017 · #77
Hi Topo,
wenn ich Deinen Bericht lese merke ich wieder mal, dass ich wirklich Afrika-süchtig bin. Ich hatte ja schon geschrieben, dass Tanzania nächstes Jahr auf der Liste steht. Obwohl ich selbst bald wieder ins südliche Afrika reise, packt mich beim Lesen Deines Tagebuchs das riesige Verlangen, gleich morgen in Tanzania vorbeizuschauen - es ist leider noch soooo lange hin! Also bleibt mir nur, bei Dir mit zu fahren. Das ist zwar schön, aber selbst vor Ort zu sein wäre vielleicht noch einen Ticken schöner 😉
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200931. März 2017 · #78
13.Tag (Do. 05.01.2017) Ruaha National Park 128km
Heute Nacht hat unsere Wildtierkamera erstmals auf dieser Reise angeschlagen. Ein Hippo ist mitten durch unser Camp gelaufen. Wir alle haben tief und fest geschlafen und nichts davon mitbekommen.
Wir bauen heute weder das Camp ab, noch frühstücken wir. Dafür starten wir früh zu einem ganztägigen Gamedrive im Nationalpark. Zunächst führt uns unsere Fahrt zum Unterlauf des Mdonya Sand River. Die Strecke ist landschaftlich sehr schön, Tiere sehen wir aber erst einmal so gut wie keine. Unsere erste nennenswerte Sichtung ist dann ein Frankolin auf einem Findling direkt neben dem Weg, wo es sich perfekt in Pose stellt.
Weiter geht es entlang des Mdonya Sand River, der momentan kein Wasser führt und dem Begriff Sand River voll gerecht wird. Unweit der alten Mdonya Campsite entdecke ich ein Löwenpaar, das die ersten Strahlen der Sonne genießt.
Im weiteren Verlauf der Strecke entlang des Mdonya Sand River und auch auf der weiteren Strecke über die Mwajembe Springs zum Oberlauf des Mwagusi Sand River wimmelt es von TseTse-Fliegen. Mal mehr und mal weniger, aber immer so sehr störend, dass man keine Lust hat, bei Tierbeobachtungen länger zu verweilen. Das ist sehr schade, da es am Oberlauf des Mdonya Sand River und bei den Mwajembe Springs einiges zu sehen gab.
Ich hätte mir auch gerne einmal eine der riesigen Ameisenstraßen, die es hier immer wieder gab, aus der Nähe angesehen, aber nicht bei der TseTse-Plage.
Je weiter wir dem Mwagusi Sand River abwärts in Richtung Ruaha River folgen umso weniger werden die TseTse-Fliegen. Nach wenigen Kilometern haben wir es hinter uns. Gerade zum richtigen Moment, denn bei einer Gruppe von Wasserlöchern hat sich eine riesige Herde Büffel versammelt. Die Rindviecher machen nur wiederwillig Platz und schon bald stehen wir mitten in der Herde und können die Tiere perfekt beobachten.
Danach kommen wir in sehr unübersichtliches Gelände mit dichtem Busch. Ausgerechnet hier wimmelt es vor Elefanten und nach unserer gestrigen Begrüßung bevorzuge ich einen sehr respektvollen Umgang mit den Dickhäutern. Ich habe absolut kein Interesse um die Ecke zu fahren und plötzlich Aug in Aug mit einem schlecht gelaunten Elefanten zu stehen. Aus den genannten Gründen brauchen wir sehr lange für diese Passagen und es gibt auch keine Elefantenbilder. Fotos habe ich hier lieber von harmloseren Tieren gemacht.
Suchbild - wie viele Affen seht Ihr?
Inzwischen sind wir alle hungrig und machen uns auf die Suche nach einem schönen Picknickplatz für ein verspätetes Frühstück oder ein frühes Mittagessen – das liegt allein im Auge des Betrachters. Schon bald werden wir fündig. Ein großer Schattenbaum steht inmitten einer Wiese direkt am Ufer des Mwagusi Sand River. Perfekt!
Wir lassen uns viel Zeit, denn inzwischen ist es sehr heiß geworden und nur im Schatten des Baumes ist es noch einigermaßen erträglich. Erst als Elefanten am Waldrand jenseits der Wiese auftauchen, räumen wir lieber zusammen. Sollten sie uns zu nahe kommen, möchte ich jederzeit zurückweichen können. Sie lassen uns aber links liegen.
Da wir nun schon zusammengeräumt haben, machen wir uns auch auf den Weg, weiter am Mwagusi Sand River entlang in Richtung Ruaha River.
Plötzlich ruft Kathrin: „Da liegt eine Giraffe.“ Ich schaue in die angezeigte Richtung und entgegne: „Die liegt nicht, die ist tot. Da steht schon ein Schakal daneben.“ Darauf schaut auch Kathrin genauer hin und meint: „Stimmt. In den Büschen ringsum liegen jede Menge Löwen:“ Ohne die tote Giraffe hätten wir die Löwen niemals in den Büschen entdeckt. Sie waren mit Ihrem Fell unter den vertrockneten Blättern der Büsche perfekt getarnt. Wir verbleiben hier eine ganze Weile und werde für unsere Geduld belohnt. Ein Löwe ist durstig und kommt zu einer Pfütze ganz in unserer Nähe. So komme ich doch noch zu ein paar weiteren Löwenfotos. Bei den in den Büschen liegenden Löwen wäre ein Foto sinnlos gewesen.
Unser nächstes Ziel ist der Confluence point, wo der Mwagusi Sand River in den Ruaha River mündet. Derzeit nur eine riesige Sandfläche. Allerdings gibt es hier einen schattigen Hide und zahlreiche Tiere an den Ufern und in den Bäumen zu entdecken.
Irgendwo in der riesigen Sandfläche scheint es auch noch Wasser zu geben, denn immer wieder können wir Hippos hören, ohne sie zu sehen. Dafür macht sich eine Gruppe Impalas auch den Weg, die weite Fläche zu durchqueren. Man merkt den Tieren an, dass sie sich lieber in der Deckung des Buschs aufhalten, anstatt sich schutzlos auf dieser weitern Fläche zu präsentieren.
Als sich die Sonne so langsam dem Horizont nähert, brechen wir auf in Richtung Camp. Die Strecke führt entlang des Ruaha River und auch hier sehen wir immer wieder Tiere, es springt aber kein richtiges Fotomotiv ins Auge.
Zurück auf der Campsite will ich gar nicht glauben, was ich höre. Es zischt aus dem in Mikumi reparierten Reifen. Der war anscheinend schon so vorgeschädigt, dass auch der zusätzlich reingezogene Schlauch nichts mehr ausrichten kann. Zum Glück bin ich heute nicht fürs kochen zuständig. So kann ich den Reifen wechseln, während Hedda das Abendessen zubereitet.