Namibia schützt seine Wüste.....

13 Antworten · 2'444 Aufrufe · gestartet 06. Jan. 2017 von Can
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Themenstarter890 Beiträge · seit 201606. Jan. 2017 · #1
...scheinbar nur vor uns Touristen, damit wir nicht solche Spuren hinterlassen, die man in 100 Jahren noch sieht....
https://www.youtube.com/watch?v=R51T64OQgac
VG
218 Beiträge · seit 201306. Jan. 2017 · #2
Also was die Spuren betrifft ist das harmlos. Alles nur auf richtigem Sand. Die Spuren verschwinden rasch, die bleiben nicht 100 Jahre.

Über Lärm, Abgase .... kann man diskutieren, über die Spuren auf DIESEM Untergrund meines Erachtens nicht.
Themenstarter890 Beiträge · seit 201606. Jan. 2017 · #3
Hallo,
naja so harmlos kann es ja nicht sein... Auszug aus: http://www.spiegel.de/reise/fernweh/dorob-nationalpark-in-namibia-sandberge-an-der-skelettkueste-a-815486.html

1000 Fotos gegen die Zerstörung

Nel kämpft gegen das Image der Küstendünen als tote Sandberge an. Er erklärt, wie der Wind nährstoffreiche Biomasse aus dem Inland in die Wüste trägt, und der stetige Morgennebel die nötige Flüssigkeit zu diesem trockenen Mix liefert - nur zehn Millimeter des jährlichen Niederschlags sind Regen. Der 42-jährige Familienvater liebt den Lebensraum Wüste und kämpft für den Erhalt seines einzigartigen Arbeitsplatzes.

Der bisherige Hauptfeind: Quadbike-Fahrer. Die vierrädrigen Motorräder sind beliebte Action-Spielzeuge für Erwachsene, mit verheerenden Folgen: "Die Namib ist die am meisten zerstörte Wüste der Welt", sagt Nel. 1000 Fotos hat er gemacht, um das zu belegen. Als die Politiker im fernen Windhuk ihm nicht glauben wollten, organisierte er ein Flugzeug und nahm eine Delegation mit auf einen Panorama-Flug. Die Aufnahmen sind verblüffend und erschreckend zugleich: Selbst alte Ochsenwagen-Spuren der ersten Siedler sind in den sensiblen Flechtenfeldern zwischen den Dünen noch klar zu erkennen, daneben die ewig wiederkehrenden Schleifen der Quads.

Die Namib braucht Schutz, denn das trockene Paradies ist bedroht. Das wird jedem deutlich, der sich ihr ein paar Tage lang näher widmet. "Der Nationalpark sollte helfen", sagt Nel vorsichtig, wartet aber noch auf Taten. "Sie müssen jetzt nur jemanden erwischen und ein Exempel statuieren, dann wäre es vollbracht", fordert er die Parkbehörde zum Durchgreifen gegen Quad-Fahrer auf. Zitat Ende

Soweit mir bekant ist, wurde z.B. der Dorob NP gegründet, um gerade diesen Dünenfahren Einhalt zu gebieten und diese Umweltschäden in der Wüste zu minimieren....

Ein Naturschutzbeamter wird dir das sicher erklären können, wenn du mit deinem Touriauto 20 m zu weit eingefahren bist. ....
VG
zuletzt bearbeitet 06. Jan. 2017
284 Beiträge · seit 201406. Jan. 2017 · #4
Was willst du uns eigentlich sagen? Dass dort nicht für Ralleys getestet werden sollte? Oder dass du den neuen NP nicht magst? Oder einfach nur rumnörgln ohne bestimmtetes Ziel?
franzastische Reisen, Fotos und mehr - https://franzastisch.de
Themenstarter890 Beiträge · seit 201606. Jan. 2017 · #5
@Matthias & A Wolf,
ihr zwei habt das schon richtig verstanden...
VG
568 Beiträge · seit 201407. Jan. 2017 · #6
Ein ernstes Thema mit vielen Aspekten!
Da ist zum Einen der notwendige Schutz, zum Anderen die wirtschaftliche Seite.
Kleine Verstöße machen kleine Schäden, bringen aber auch k(l)eine Einnahmen.
Große Verstöße bringen große Einnahmen und der liebe Gott wird's schon wieder richten...

Viele kleine Schäden machen einen großen Schaden.
Und es bleibt bei k(l)einen Einnahmen.
Da denken wir jetzt einfach mal darüber nach, bevor wir weiter "Witzchen" machen.

Fröhliche aber nachdenkliche Grüßle
Randfontein
7'263 Beiträge · seit 200607. Jan. 2017 · #7
Hallo

Vielleicht dazu noch ein paar Infos.
Der im Spiegel-Bericht zitierte Nel ist Chris Nel. Der Inhaber von http://www.livingdesertnamibia.com
Wenn man seine Tour mitmacht, zeigt er auch die Bilder von den Fahrspuren und erklärt dabei auch genau, dass es sich um die Steinnamib handelt und nicht um die Sandnamib. Er erklärt auch sehr schön, dass es nur etwas Wind braucht und in der Sandnamib alle Spuren innerhalb von Stunden komplett weg sind. Trotzdem ist es natürlich so, dass die Fahrzeuge in der Sandnamib auch negativen Einfluss haben. Z.B. auf die Höhlen der Dancing White Lady.

1400.jpg


Natürlich muss irgendwo eine Balance gefunden werden zwischen Naturschutz und Kommerzieller Nutzung. Naturschutz funktioniert sonst nicht. Aus diesem Grund hat Namibia das riesige Gebiet zwischen Lüderitz und Walvis Bay geschützt. An einigen Stellen ist es aber erlaubt diese Gebiete zu nutzen. Z.b. grosse Teile der Dünen zwischen Walvis Bay und Swakop. Speziell bei Düne 7 oder auch der Bereich vom Sossus Vlei.

Wo die Bilder aus dem Video entstanden sind, weiss ich nicht. Ich vermute bei Walvis Bay. Sie sind grösstenteils auf Sand. Von dem her, machen die Leute nichts, was ein Tourist da nicht auch machen darf. Zumindest wenn er sein eigenes Auto nimmt und nicht das von einem Fahrzeug Verleiher.

Herzliche Grüsse
Chrigu
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zuletzt bearbeitet 07. Jan. 2017
348 Beiträge · seit 201107. Jan. 2017 · #8
Hallo zusammen

Von was reden wir hier überhaupt?
Praktisch alle die hier schreiben karren irgendwo in Namibia umher, und nicht nur dort, überall wird irgend welche Natur zerstört,
allerdings am wenigsten in einer Sandwüste.

Wir waren über Jahre in Libyen unterwegs, teilweise auf den gleichen Routen, nur ein Jahr später war von unseren Spuren nichts mehr zu sehen.

Hat sich schon mal jemand überlegt, was die Tiere fühlen, wenn ihnen im Okavango Delta ein Flieger knapp über den Kopf donnert und sie fluchtartig in alle Himmelsrichtungen rennen, und wie viele Tiere verletzt werden wenn man mit den Booten dort herumeiert, etc pp?

Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen.
828 Beiträge · seit 201607. Jan. 2017 · #9
Turi schrieb:

Von was reden wir hier überhaupt?
Praktisch alle die hier schreiben karren irgendwo in Namibia umher, und nicht nur dort, überall wird irgend welche Natur zerstört, allerdings am wenigsten in einer Sandwüste.

Wie Chrigu schon geschrieben hat musst du unterscheiden zwischen Sand und Steinwüste. Bei der Sandwüste reicht ein kleiner Sturm, dann sind alle Spuren wieder weg.

Bei Bild unten handelt es sich um eine Steinwüste, es sind hier nur die Tracks der Tiere zu sehen. Was glaubst du wie das aussehen würde, wenn irgend so ein Stoffel mit seinem Quad hier Spuren in den "Sand" ziehen würde... die siehst du in 10 oder 20 Jahren noch ...

gg.jpg
348 Beiträge · seit 201107. Jan. 2017 · #10
Hallo Maputo
Ich schrieb auch von der Sandwüste,
Wüsten zB mit kargem Bewuchs sollte man sicher nicht befahren, allerdings gibt es auch Steinwüsten wo absolut nichts ist, kein Pflanzen, da bleiben zwar die Spuren sichtbar, die Frage ist, wen stört's bzw. wen hat das zu stören.
Darum sind besonders in Namibia viele Gegenden gesperrt, dort wo es den Staat stört, der im Grundgesetz einen schonenden Umgang mit der Natur festgeschrieben hat,
in welchem Land findet man das schon?
Da ist Namibia den meisten Ländern einen Schritt voraus.
An diese Gesetze muss man sich in Gottes Namen halten.
Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen.
873 Beiträge · seit 201607. Jan. 2017 · #11
Wenn von vielen tausend Quadratkilometern ein paar für die touristische Nutzung rund um Walvis Bay und Swakopmund 'abgezweigt' werden (und da natürlich möglichst immer die selben), ist das völlig verhältnismäßig. besonders, wenn man z.B. einen Teil der Einnahmen wie bei einer Kurtaxe oder einem Nationalparkzuschlag für den Erhalt der 99 % anderen Flächen nutzt. Im Yosemite Nationalpark in den USA konzentrieren sich 90 % der Millionen Besucher in einem kleinen Tal und entlang von zwei Straßen, die sonstigen Flächen haben teilweise im ganzen Jahr keinen Menschen gesehen.
Ein einzelner ' Individual-Urlauber ' im Landrover auf sensiblem Untergrund zieht eine jahrelang wirkende Spur der Zerstörung über Kilometer in den Boden, zehn tägliche Living-Desert-Fahrzeuge auf immer der gleichen Route stören vergleichsweise kaum.
Und über die Schäden einer kompletten Rallye-Karawane, die tagelang ohne Piste quer durch die Wüste rauscht, brauchen wir selbstverständlich nicht zu reden.
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19 Beiträge · seit 201607. Jan. 2017 · #12
Hallo zusammen
Yoda911 schrieb:Wenn von vielen tausend Quadratkilometern ein paar für die touristische Nutzung rund um Walvis Bay und Swakopmund 'abgezweigt' werden (und da natürlich möglichst immer die selben), ist das völlig verhältnismäßig. besonders, wenn man z.B. einen Teil der Einnahmen wie bei einer Kurtaxe oder einem Nationalparkzuschlag für den Erhalt der 99 % anderen Flächen nutzt. .
Stimmt, solange jeder einzelne von uns, die Eigenverantwortung für sein tun übernimm. Aber wenn nicht und die Folgen seines tuns der Tierwelt und der Natur schaden, solange kann die Natur nur mit strengen Auflagen vom Staat geschützt werden.

Betreffend der Wüstentour.
Wir waren Sept. 2016 auch auf einer geführten Wüstentour, mit einem "alt" eingesessenen und sehr kundigem Ranger. Wer so eine Führung geniessen darf, versteht um was es geht. Auch wir sahen die alten Spuren und konnten es fast nicht glauben! Wir durften dort wirklich viel über die Wüste und Ihre Bewohner erfahren. Deshalb
sind Wüstentouren im Prinzip sehr sinnvoll. Aaaaaber, auch da gibt es schwarze Schafe, wie diese nun mal leider überall zu finden sind.
Es ist dann nicht mehr in Ordnung, wenn die Natur und Tierwelt zu sehr belastet wird. Wir mussten von unserem Ranger hören, dass es anscheinen unvernünftige Personen gibt, die Wüstenchamäleone immer wieder vor die Linsen der Touris ziehen, bis diese am Ende so erschöpft sind, dass sie am nächsten Tag tot sind. (Gut vorstellbar! Denn man will ja uns Touris zufrieden stellen!) Aber ob die Tierchen den Stress überstehen ist eine andere Geschichte!
Denn ein ähnliches Beispiel ereignete sich auch bei uns in der Gruppe. Eine ach so vermeintliche, nach aussen gerichtete, feinfühlig Dame, schaufelte doch tatsächlich eine kleine Echse wieder aus dem Sand. Nicht nur einmal, nein, gleich zwei mal! Obwohl der Ranger diese einigen Sekunden zuvor in den Sand zurück entlassen hatte. Diese Echse war schon vom langen halten und präsentieren (auch wenn es noch so achtsam gemacht wurde) sehr gestresst. Leider hat der Ranger es nicht gesehen! Dank Intervenieren belies sie es bei 2x.

Wer kann wirklich sagen, ob die kleine Echse nicht am nächsten Tag od. sogar ein paar Stunden später von einer anderen Tour wieder ausgebuddelt wird. Wenn das kein Stress ist?

Betreffend Wüstenrennen!

Nachdem wir ja jetzt wissen, wieviel leben in der Wüste ist, muss man sich einfach einmal nur vorstellen, wie wir uns fühlen würden, wenn riesige Camions durch unser Heim fahren. (Fände ich echt nicht lustig! Zumal mein Leben extrem bedroht wäre!)

Wir leben in einer Zeit, wo die Natur vor uns Menschen einfach geschützt werden MUSS. Ob die verschiedenen Wüsten, Urwälder, Meere, Alpenregionen etc. Da wo wir sind, wird genutzt, abgeholzt, ausgefischt, abgetragen, geschürft und vieles mehr!

Eines sollte jedem von uns einfach einmal Bewusstsein, dass wir alle durch unsere Handlungen entweder zum guten oder auch zum schlechten beitragen.
zuletzt bearbeitet 07. Jan. 2017
Themenstarter890 Beiträge · seit 201607. Jan. 2017 · #13
Hallo,
also noch kurz eine Erklärung zu den "Spuren" Damit meinte ich nicht nur die Fahrzeugspuren - für mich zählen auch die Spuren an Flora und Fauna. Wie ich immer so lese dauert es in solchen Gebieten Jahre bis selbst kleine Eingriffe wieder "auf Anfang" gestellt sind. Zumindest immer in vielen Dokumentarfilmen so gezeigt und erzählt.
Viele Länder haben das Strandfahren verboten aus o.g. Gründen - da könnte man ebenso sagen, die nächste Flut spühlt alles wieder "glatt". Warum machen die das so? (Moz an vielen Strandabschnitten)
Und wenn man so manchen Naturschutzbeamten erlebt hat, wenn man als Touri mal falsch gestanden hat, eine imaginäre Linie im Etosha 40 cm überfahren hat weil nen Bus nicht durchgekommen ist, dann versteht man halt manches nicht.
Aber scheinbar lag ich falsch und wenn es beim nächsten Wind alles wieder gut ist, dann beruhigt mich das. Auch wenn ich es nicht gut finde, wenn dort kreuz und quer rumgedonnert wird - ob Quad oder Rallyeauto.
Gruß
zuletzt bearbeitet 07. Jan. 2017
284 Beiträge · seit 201408. Jan. 2017 · #14
Violetta schrieb:
Nachdem wir ja jetzt wissen, wieviel leben in der Wüste ist, muss man sich einfach einmal nur vorstellen, wie wir uns fühlen würden, wenn riesige Camions durch unser Heim fahren. (Fände ich echt nicht lustig! Zumal mein Leben extrem bedroht wäre!)
Die Annahme, dass die Echse eine auch nur annähernd ähnliche Vorstellung von "Heim" und "nicht lustig" hat wie ein Mensch ist falsch. Von daher kann man sich sowas nicht vorstellen wie ein Tier das empfindet.

Und zumindest bei uns hier in den Städten fahren jede Menge Autos, Laster, usw. zwischen den "Heimen" rum und es kommt auch regelmäßig zu Unfällen, so dass auch Lebensbedrohung besteht, auch werden dort viele Bewohner täglich gezwungen ihr Heim zu verlassen um ihren Lebensunterhalt zu verdienen...

Ich gebe dir ja recht, dass die Natur geschützt und erhalten werden sollte, aber jetzt alles zu vermenschlichen ist auch nicht der richtige Weg, im Gegenteil, ich denke es gehört zum Respekt vor der Natur, dass man Tieren eben zugesteht anders zu empfinden, reagieren, verhalten als Menschen.
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