GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201423. Nov. 2016 · #41
Zuerst ein herzliches Dankeschön den Buttondrückern.
Donnerstag, 13.10.16 Heute feiern wir das dritte Geburtstagskind. Die Nacht war ruhig. Die harten und dünnen Matratzen stören nicht mehr. Nur vereinzelt hörten wir Hyänengeschrei. Auch die Fotofalle zeigte keinen nächtlichen Besuch an. Im Geheimen hoffte wohl Jede und Jeder auf etwas Action. Gegen 5h wecken uns die Vögel mit ihrem Konzert. Heute steht Wildbeobachtung auf dem Programm. Vorher sollen die Fahrer noch eine Prüfung ablegen. Carlo kommt mit uns zu einem der wenigen Hügel Botswanas. Dort hinauf führt ein steiniger und steiler Weg. Mit allen 8 Autos nehmen wir den Pfad unter die Räder. Oben haben wir kaum Platz. Fazit: wer das hinauf und hinunter ohne Probleme schafft, der ist ein guter Offroadfahrer.
Es ist wieder sehr heiss und dazu windig. Beim Mittagessen unter einem Baum zeigt das Thermometer 41 Grad. Starke und warme Windböen kommen dazu. Kaum im Auto, erfolgt kurz ein Sandsturm. Überall Staub. Wir haben Staub in den Haaren, Kleidern, im Mund, im Auto, im Bett. Eigentlich überall. Und unsere Füsse sind am Abend schwarz vom Sand. Wir sehen einige Tiere wie 4 Löwen (träge schlafend unter einem Kameldornbaum), eine Elefantenherde (12 Stk.), Giraffen, Gnus, Leier-Antilopen, einen Schabrackenschakal, Kudus, Steinböckchen etc.
Uns fällt auf, bei der Elefantenherde fehlen die Jungtiere. Auf dem Rückweg lag neben der Strasse ein toter Elefant. Er besass noch die Stosszähne. Vermutlich war er geschwächt und ist verdurstet. Die Hyänen und Geier waren noch nicht aktiv. Beim Nachtessen bewacht die Polizei, dein Freund und Helfer, mit einem Spaten bewaffnet, das Rindsfilet auf dem Grill vor einer Hyäne.
Spruch des Tages: "Ich habe schon von Menschen gehört, denen sind vor Kälte die Zehen abgefroren, doch noch nie von Menschen, denen die Zehen vor Hitze wegschmelzen!"
Übernachtung: Camping Savute
LG Grosi
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201423. Nov. 2016 · #42
Freitag, 14.10.16 Die Nacht verlief ereignislos. Doch nach dem Frühstück kommt der Hammer! Unser Toyota lässt sich nicht starten. Der Wagen hat schon gestern komische Geräusche von sich gegeben. Wir vermuteten den Keilriemen, doch der sitzt straff. Dann ist es halt der Anlasser. Zwei unserer Mitreisenden sind ausgebildete, ehemalige Automechaniker und der Rest der Männer sehr sachverständig. Alle versuchen den Toyota zu schieben, doch der Motor macht keinen Wank. Nun kommt das Abschleppseil zum Zug und bald läuft der Motor wieder.
Nun dürfen wir diesen bei Tierbeobachtungen nicht abstellen. Nur beim Mittagessen machen wir eine Ausnahme.
Auf Pads, die von normalen Touris nicht befahren werden, haben wir tolle Tiersichtungen. Wir fahren dem Khwai-River entlang.
Mehrmals kreuzen Elefanten die Pad oder stehen 1m neben der Strasse. Verschiedene Tiere wollen uns nicht passieren lassen. Es ist ein Kunststück und es braucht Geduld, mit 8 Fahrzeugen an den verärgerten Tiere vorbeizufahren. Zum Pech hat der drittletzte Wagen keine Luft mehr im Pneu. Radwechsel ist angesagt: vor und hinter dem Toyota sind Elefanten und die Giraffen schauen neugierig zu.
Endlich ist es geschafft, doch schon meldet der nächste Wagen einen "Platten". Die Pad ist teilweise sehr schlecht und ist kaum erkennbar. Äste vom Kameldornbaum liegen auf der Strasse sowie ganze Bäume. Wir müssen aussteigen und den Weg freimachen.
Die letzten Meter zu unserem Camp führt über eine Brücke (aus Holzstämmen).
Rechts davon steht ein Riesenelefant. Den letzten Toyota lässt er nicht passieren. Er kommt immer näher, zeigt dem Fahrer kurz den Meister, schüttelt den Kopf und zieht von dannen. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich. Teils offene Savanne, dann Gebüsch oder Bäume an denen sich die Elefanten ausgetobt haben.
Wir sind ja schon mehrmals im südlichen Afrika gewesen, doch so nah an unseren Afrikavorstellungen waren wir noch nie. Während dem Nachtessen belagern uns 5 Hyänen. Wir drohen den Tieren mit der Steinschleuder und Spaten.
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201424. Nov. 2016 · #43
Samstag, 15.10.16 Und die Affenbande brüllt! Achtung vor den Affen.
Unser Toyota steht direkt am Hippopool. Das Grunzen begleitet uns in den Schlaf. Und am Morgen um sechs steht ein Hippo neben unserem Auto.
Die Ueberwachungskamera zeigt leider nur den Rücken eines Hyppos. Auch die Affen sind wach, machen bereits Morgentoilette, haben Sex oder turnen auf den Dachzelten herum. Wegen den Affen fällt sogar unsere Chi-Gong-Lektion aus. Während dem Morgenessen, als wir kurz unachtsam sind, stiehlt uns ein grosser Pavian ein ganzes Toastbrot. Einige von uns hinterher, doch chancenlos. Jetzt hat unser Pneu hinten rechts wenig Luft, d.h. immer wieder mit dem Kompressor aufpumpen. Den Anlasser und der Pneu sollen am Montag in Maun geflickt werden. Tagsüber sehen wir die üblichen Tiere, besonders viele Hippos.
Unterwegs fahren wir an einigen toten Elefanten vorbei. Gegen Abend kühlt unser Kühlschrank nicht mehr.
Vor dem Camp erwartet uns eine Holzbrücke (aus Stämmen) und anschliessender Wasserdurchfahrt.
Wir campieren bei einem Sumpfgebiet. Hier hat es Mücken, daher ist die Malariaprophylaxe (Gin Tonic) besonders wichtig.
Abendessen: Currygeschnetzeltes mit Reis
Übernachtung: Camping Third Bridge, Moremi
LG Grosi
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201425. Nov. 2016 · #44
Sonntag, 16.10.16 Während der Nacht hören wir viele Geräusche. Nebst dem Grillenkonzert, dem Grunzen der Hyppos erkennen wir Hyänengebrüll. Am Morgen summen Wildbienen. Die Reiseleiter telefonieren mit dem Autovermieter in Windhoek wegen unserem Auto. Dieser ist bereit, ein Ersatzfahrzeug nach Maun zu bringen. Unsere Reiseleiter lehnen diesen Vorschlag ab und so wird vereinbart, das Auto in Maun reparieren zu lassen. Wir fahren wieder erst um neun los! Vorher muss unser Auto noch abgeschleppt werden, damit der Motor startet. Schnell und ohne Stopp (uns geht es viel zu schnell) verlassen wir den Park, daher sehen wir auch wenig Tiere. Nun folgt eine üble Staubpiste. Links und rechts sind die Bäume ganz weiss, fast wie Weihnachten.
Die Mittagszeit verbringen wir an einem Weiher.
In Maun fahren wir direkt zu einer Tankstelle. Unsere Autos haben grossen Durst. Mit neuem Diesel startet auch unser Motor wieder, oder ist es der ungeduldige Schwarze der hinter uns tanken möchte??? Anschliessend werden zwei Cessnas samt Piloten gemietet. Einige von uns werden morgen einen einstündigen Flug über das Okovangodelta machen.
Abendessen: à la Carte im Restaurant
Übernachtung: Audi Camp Maun im Safarizelt
LG Grosi
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201425. Nov. 2016 · #45
Montag, 17.10.16 Im Zelt mit 2 Betten war es warm diese Nacht, obwohl der Ventilator lief. Heute morgen machen 10 Reiseteilnehmer einen Flug übers Okovangodelta. Sie sind bei der Rückkehr richtig begeistert. Ich hatte das Glück, schon vor 17 Jahren einen solchen Flug absolvieren zu dürfen.
Wir Zurückgebliebenen verbringen den Morgen mit Reiseberichten zu versenden oder im Internet zu surfen. Vor dem Mittag fahren auch wir in die Stadt zu einem gemeinsamen Essen. Am Nachmittag relaxen alle im Pool und lassen es sich gut gehen. Im Schatten misst der Thermometer 39 Grad. Unser Auto ist repariert zurück. Eine Batterie wurde ersetzt und der Anlasser neu aufgespult. Ein Loch im Pneu wurde nicht gefunden. Wir sind ja gespannt; heute morgen war kaum mehr Luft drin. Das à la Carte-Abendessen im Restaurant ist wieder prima. Nach der Bestellungsaufnahme kommt die Bedienung zurück und meldet wir haben kein Filetsteak mehr. Nun bestellen wir Chateaubriand (im Wissen, das dafür auch Filet benötigt wird). Die Bedienung kommt zurück: es gibt auch kein Chateaubriand. Endlich bestellen wir ein Rumpsteak.
Übernachtung: Audi-Camp Maun im Safarizelt
LG Grosi
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201425. Nov. 2016 · #46
Dienstag, 18.10.16 Während der Nacht war es windig und noch wärmer als während der Letzten.
Prompt hat der Pneu unseres Toyotas nicht mal mehr ein Bar und muss aufgepumt werden.
Warum nicht Radwechsel? Unser Kofferraum ist so mit Getränken vollgestopft, dass das Reserverad nicht zugänglich ist und die Getränke erst kurz vor der Abfahrt verteilt werden. Unser Reiseleiter vertröstet uns auf den heutigen Abend.
Nun fahren wir ostwärts 200 km auf der Teerstrasse nach Gweta. In der Hälfte ist wieder ein Veterinärzaun. Kurz vorher wird das Fleisch versteckt und einige Km weiter wieder im Kühlschrank verstaut. Alle müssen aussteigen und die Schuhe desinfizieren, dann müssen die Fahrer mit den Autos noch durch eine Pfütze fahren. Nach Fleisch wird nicht einmal gefragt.
Nun geht's nach Süden zur Ntwetwe Pan.
Auf sandigen Pisten an kleinen Dörfern entlang erreichen wir den legendären Champans Boabab. Bereits auf eine Entfernung von 20km sollte der zweitgrösste Boabab Afrikas mit seiner siebenfachen Stammverzweigung zu sehen sein. Der Baum besitzt ein geschätztes Alter von über 2500 Jahren und diente in früheren Jahren als Postoffice Tree. Der Stammumfang des ehemaligen Postamtes beträgt gewaltige 25m. Doch vom Baum ist nichts zu sehen.
Am Platz angekommen sehen wir, der Boabab liegt in mehrere Teile zerbrochen am Boden. Was ist wohl passiert? Letztes Jahr um die gleiche Zeit soll der mächtige Baum noch gestanden sein. (Internetrecherche zuhause: Am 7.1.16 stürzte der Chapman's Baobab um. Als Grund für den Zusammenbruch wird Altersschwäche vermutet. Es blieb lange unklar, ob der Baum abgestorben war. Mitarbeiter des Department of National Museum and Monuments in Botswana untersuchten den Baum und gaben im Juni 2016 bekannt, dass er nicht zu retten gewesen sei, dass aber möglicherweise einige Schösslinge ausschlagen könnten.)
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201425. Nov. 2016 · #47
Später durchqueren wir die Salzpfanne Ntwetwe Pan (gehört zur Makgadikgadi Pan). Diese gilt als grösste zusammenhängende Salzpfanne der Welt. Die Gesamtfläche misst gut 12'000 km2.
Der Weg ist recht staubig.
Wir kommen erneut zu einem Veterinärszaun in der Pampa. Diese zwei Beamten geben sich mit einigen Äpfeln zufrieden und fragen nicht nach Fleischwaren. Aber alle Fahrzeuge werden gefilmt. Gegen Abend suchen wir uns ein Plätzchen für ein Buschcamping (kein Wasser und WC) und machen eine Wagenburg. Ein Fussbad muss genügen.
Wir werden wegen der fehlenden Waschgelegenheit den Pneu nicht wechseln.
Wir geniessen einen schönen Sonnenuntergang.
Plötzlich wird der Wind stärker. Während dem Abendessen bekommt er Orkanstärke. Die ersten Dachzelte klappen sich selber zu. Erstmals ist um 21h Nachtruhe.
Hilfe! In unserem Kühlschrank hat es 19 Grad. Wir verstehen es nicht, das Auto war doch in der Reparatur und es wurde eine neue zweite Batterie eingebaut.
Abendessen: Salat, Gulaschund Kartoffelstock
Übernachtung: Buschcamping Ntwetwe Pan
LG Grosi
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201426. Nov. 2016 · #48
Mittwoch, 19.10.16 Heute feiern wir das vierte Geburtstagskind. Die ganze Nacht rüttelt und schüttelt der Wind unser Auto und Dachzelt. An Tiefschlaf ist kaum zu denken. Auch am Morgen hält der Orkan an. Frühstücken ist fast nicht möglich. Alles ist voll Sandstaub. Durch alle Ritzen ist er ins Auto eingedrungen. Die Haare zu kämmen ist kaum möglich. Eine Katzenwäsche muss genügen. Es ist kalt und wir ziehen uns die Faserpelzjacken über (Thermometer zeigt 22 Grad). Die Sachverständigen bemühen sich um unser Fahrzeug und stellen fest, eine grosse Sicherung ist defekt. Diese wird nun überbrückt und tatsächlich: der Toyota lässt sich starten und der Kühlschrank kühlt. Wurde der Toyotagarage ein falscher Auftrag erteilt? Den ganzen Tag über ist der Himmel ganz weiss und überall ist Staub. Wir fahren Richtung Mopipi, wo die Toyotas aufgetankt werden und wir etwas zu Mittag essen. Bald geht es auf der Teerstrasse nach Rakops. Unterwegs geraten wir (der Tacho zeigt Tempo 80) in eine Windhose. Rings um uns ist alles weiss und wir sehen gar nichts mehr. Nun fahren wir in die Central Kalahari Game Reserve und geniessen die Ruhe im wenig besuchten Park. Er umfasst 52'800 km2 und zählt zu den grössten Naturschutzgebieten der Welt.
Auf der Campsite gibt's ein Plumpsklo und eine Kübeldusche. Für uns die Möglichkeit allen Sand abzuspülen und für kurze Zeit einigermassen sauber zu sein.
Toilette
Dusche
Das sind die Dornen, die in den Pneus stecken.
Jetzt erfolgt auch der Pneuwechsel und der Kühlschrank kühlt und heizt nicht mehr. Der Wind ist nicht mehr stark, der Temperaturmesser zeigt 25 Grad und wir empfinden dies als recht kühl.
Zum Abendessen gibt es Rindsfilet auf dem Grill und später sitzen wir am Lagerfeuer und singen altbekannte Lieder, doch bald macht sich der Schlafmangel der letzten Nacht bemerkbar und wir verkriechen uns in die Dachzelte. Gute Nacht.
Übernachtung: Campsite Deceptions Valley (CKGR)
LG Grosi
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201426. Nov. 2016 · #49
Donnerstag, 20.10.16 Früh morgens werden wir durch die vielen Vogelstimmen geweckt. Chi Gong findet immer noch Anklang.
Heute haben wir bereits um 9h alles zusammengepackt und fahren zu den Letiahau- und Piper Pans Waterholes und dann weiter bis zu unserem Übernachtungsplatz Xeda. Auf schmalen Feldwegen hat es entweder ausgefahrene Fahrspuren oder diese sind wie aus Wellblech. So holpern und schlingern wir 170 km. 2 Radantrieb im 3. oder 4. ist aber oft möglich. Unterwegs sehen wir am Strassenrand Streifenhörnchen und müssen aufpassen, dass wir keines überfahren.
Im weiteren treffen wir Giraffen, Kudus, Springböcke, Strausse, Schakale, Riesentrappen, Oryxe usw. an. Wir sehen auch eine Gepardenmama mit 3 Jungtieren und last but not least 3 Kalaharilöwen. Ein Männchen lässt sich wegen zu hohem Gras nicht fotografieren.
Die Landschaft wechselt sich zwischen offener Savanne mit hohem gelben Gras, Tiefebenen und Gebüsch ab. Alles auf einer Meereshöhe von rund 1000m. Der Himmel ist klar, manchmal leicht bewölkt. Jedenfalls ist es nicht mehr so heiss und der Durst hält sich in Grenzen. Noch in Maun dachten wir, dieser sei nicht mehr zu löschen. Neuerdings sind wieder Elefanten in der Central Kalahari. Sie seien vom Okovangodelta zurückgekommen. Hier hat es neu Wasserlöcher, wo ganzjährig Wasser gepumpt wird. Heute gibt es auf dem Campingplatz nur eine kalte Dusche, da die Elefanten die Solaranlage beschädigten. Obwohl es hier keine Mücken hat und wir das Malariagebiet seit 3Tagen verlassen haben, frönen wir der Prophylaxe. Im Vorrat sind noch drei Liter Gin. Übrigens wurde niemand von uns von einer Mücke gestochen. Es hatte schlichtweg nur wenige Mücken. Einige Stechfliegen waren tagsüber aktiv und wir haben uns einige Stiche eingefangen.
Abendessen: Salat, Spaghetti bolognese
Übernachtung: Camping Xade (CKGR)
LG Grosi
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201427. Nov. 2016 · #50
Freitag, 21.10.16 Das war die letzte Nacht in freier Natur während dieser Reise. Kein Löwengebrüll oder ungebetene Gäste. Schade, waren wir doch im Dachzelt sicher und hätten gerne etwas Action gehabt. Heute Abend kommen wir wieder in die "Zivilisation". Im heutigen Tag scheint der Wurm drin zu sein. Nach dem Frühstück besuchen wir das Wasserloch Xade. Einige Oryxe, Gnus und Perl-Hühner sind dort. Kein Wasser, nur etwas feuchte Erde. Die Elefanten haben die Wasserzufuhr zerstört und das Zuleitungsrohr ausgegraben.
Auch an den Bäumen haben die Elefanten gewütet. Leider sehen wir keinen dieser grossen Säuger, nur deren Hinterlassenschaft. Es ist recht kühl und der Himmel ist meistens bewölkt. Manchmal fallen wenige Regentropfen.
Der Fahrer des letzten Wagens meldete schon gestern Probleme mit den hinteren Stossdämpfern. Nun tropft sogar Öl aus diesen. Wir fahren etwa 60km auf einer schlechten, teilweise tiefsandigen Piste. Der Sand ist wegen dem bedeckten Himmel etwas besser zu befahren als gestern. Plötzlich meldet der drittletzte Fahrer: ich habe Probleme mit dem Auto. Der Toyota ist komplett blockiert. Die hinteren Fahrer nehmen sich dem Problem an. Kein Erfolg. Vermutlich ist ein Stossdämpfer gebrochen. Nun fahren die Reiseleiter ca. 6km zum Pechvogel zurück. Tatsächlich: ein Bruch. Unsere Sachverständigen schaffen es, das Problem irgendwie zu überbrücken, sodass das Auto über die schlechte Strasse und über die Gravelroad die restlichen 120km in langsamem Tempo fahren kann.
In Ghanzi wird das Auto zur Reperatur gebracht und sollte bis zum Nachtessen geflickt sein. Vor der Einfahrt zum Camp steht ein PW mit einem schwarzen Fahrer im Sand fest und blockiert die ganze Strasse. Unsere Männer versuchen den Wagen zu schieben, doch glücklicherweise kommt ein herbeigerufenes Auto, das diesen Unglücksraben abschleppt.
Endlich wieder wifi! Die Verbindung ist leider schlecht. Mail versenden und empfangen geht nicht. Whatsup und sms gehen raus und kommen rein. Da warten wir halt bis morgen.
Grillabend im Restaurant. Wir geniessen Oryxbratwürste, Rinds- und Springbocksteak mit Milipap und feinen Salaten.
Übernachtung: Camping Xaragu, Ghanzi
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201428. Nov. 2016 · #51
Samstag, 22.10.16 Puh, haben wir in der Nacht geschwitzt. Plötzlich begann es zu regnen und der Wind rüttelte an den Zeltstangen. Glücklicherweise dauerte dies nicht lange. Die sandige Lodgezufahrt war ganz anders (viel besser) zu befahren als gestern.
Eine Sanfamilie wird von der Lodge verpflegt.
Eine langweilige Fahrt über die Teerstrasse von 495km steht uns bevor. Trotzdem - auch am letzten Tag unserer Reise sehen wir noch viele Tiere wie Warzenschweine, Elandantilopen, Paviane und Strausse.
Ca. eine halbe Stunde vor dem Grenzübertritt Namibia/Botswana steht eine mobile Station der Polizei. Das erste Fahrzeug unserer Kolonne wird von zwei Polizisten angehalten. Tempoübertretung von 10 km/h: Busse 200 Botswanische Pula und 100 Pula Grundgebühr. Kostet umgerechnet ca. Fr. 30.--. Dieser Vorfall interessiert auch die Schweizer Polizei. Trotz Gespräch zwischen Schweiz und Botswana, die Busse muss bezahlt werden. Entweder mit Kreditkarte oder bar.
Der Grenzübertritt nach Namibia erfolgt problemlos und rasch.
Um halb sechs treffen wir bei der Heja Lodge ein. Rasch werden die Funkanlagen demontiert, die nicht benötigten Getränke ausgeladen. Nun bringen wir das Gepäck in unsere Zimmer und wir packen die Koffer um, duschen und schon ist Zeit fürs Abendessen. Wir essen à la carte. Wie vor drei Wochen schmeckt es uns hervorragend.
Übernachtung: Heja Lodge, Windhoek
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201428. Nov. 2016 · #52
Sonntag, 23.10.16 Ade Sand und schmutzige Füsse! Wir alle haben die Koffer und Taschen gepackt. Nach dem Frühstück bringen die Männer die Toyotas dem Vermieter zurück. Wir Frauen werden in die Stadt gefahren, wo wir das Windhoek-Craft-Center aufsuchen. Letzte Einkäufe werden getätigt. Schade, dass unsere Koffer bereits übervoll sind. Um 12.30h finden sich alle zum gemeinsamen Mittagessen beim "Wirtshaus" im Biergarten ein.
Um 14h gibts noch einmal Action: mit 2 offenen Landrovern (Jg. 1967)
machen wir eine dreistündige Stadtrundfahrt. Phineas und Res von der Firma Bwana Tucke sind die Fahrer. Letzterer beherrscht das Fahrzeug eindeutig schlecht (lt. Kommentar unserer ehemaligen Militärfahrer). Zuerst tuckerten wir auf einen Aussichtsberg 1900m), wobei unser Fahrer mehrmals den Motor abwürgte, diesen oben nicht mehr starten konnte. Da der Landrover so unglücklich parkiert wurde, müssen wir ihn mehrmals zurück und wieder nach vorne schieben, damit der Wagen die Kurve kriegt.
Beim Runterfahren bremste Res stark, statt im ersten Gang zu fahren. Manch Seufzer (wenn wir das lebend überstehen, haben wir Glück) wurde hörbar. Hoppsen und Schütteln fast wie im Khaudum!
Anschliessend besuchen wir die Slums Katatura (in der Landessprache: der Ort, wo ich nicht hinwollte). Alle sind erschüttert über die Zustände. Wir wollen zukünftig nicht mehr jammern (wie lange das wohl anhält?).
Nach einem letzten Rockshandy im Hilton (9. Stock) werden wir zum Flughafen gefahren. Um 21.35h startet unser Flugzeug Richtung Frankfurt. Auf Wiedersehen Namibia/Botswana.
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201428. Nov. 2016 · #53
Montag, 24.10.16 Nach einem einigermassen ruhigen Flug landen wir um 7.30h in Frankfurt. Europa erwartet uns mit Regenwetter. Es ist recht kühl! Kurz gibt es ein letztes Mal Action. Unsere zwei Reisetaschen sind nicht auf dem Gepäckband. Was zum Donnerwetter ist jetzt los? Alle von unserer Gruppe haben ihre Koffer und Taschen. Das Gepäckband ist abgestellt. Halt das Kabinenpersonal hat sein Gepäck auch noch nicht erhalten. Nach ca. 10min beginnt das Band wieder zu ruckeln und als erstes sehen wir unsere Reisetaschen. Nun nichts wie los durch den Zoll zum Ausgang. Hier erwartet uns bereits der Kleinbus für die Rückreise in die Schweiz. Via Olten kommen wir gegen 16h zu Hause an. Der Kreis hat sich geschlossen.
Danke an alle die mitgefahren sind und danke nochmals an alle Buttondrückern.
PS. Wir haben weder Schlangen noch Skorpione gesehen. Ein Hoch an alle Fahrer und Fahrerinnen der Toyotas.
E N D E
Gromi1'415 Beiträge · seit 201428. Nov. 2016 · #54
Hallo Grosi, ein grosses Dankeschön für deinen sehr interessanten Bericht 😁 die Vermittlung eurer Erfahrungen in einer (eher) grossen (Camper-) Gruppe waren für uns sehr aufschlussreich. Danke 😘
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
Reisebericht 2018: NA, BW, NA
Daxiang5'050 Beiträge · seit 201428. Nov. 2016 · #55
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201429. Nov. 2016 · #59
Hallo Gromi, Konni, Barbara B., Elisabeth und Beate: danke, dass ihr mitgereist seid.
@Elisabeth du fragst, ob wir nochmals so eine Gruppentour machen würden. Es wohnen zwei Seelen in unserer Brust. Ohne Gruppe hätten wir sicher nie den Kaudum durchquert, hätten nie im Busch und im freien Feld campiert, hätten nie im Niemandsland angehalten und dort das Mittagessen eingenommen. Man muss sich nicht um den Einkauf, das Kochen oder den Übernachtungsplatz kümmern, findet immer jemanden zum quatschen usw. Andererseits musst du Rücksicht auf die Gruppe nehmen, kannst nicht nach Lust und Laune losfahren. Übrigens war das unsere fünfte Reise ins südl. Afrika. Vorher waren wir zu dritt oder zu viert mit einem oder zwei Fahrzeugen unterwegs. Was eine Gruppenreise bedeutet, war uns im Vorfeld bekannt. Wir hatten jedoch grosse Bedenken wegen dem Tiefsand, das war der Grund, warum wir uns für eine solche Reise entschieden haben.
Liebe Grüsse Grosi
P.S. Zukünftig reisen wir wieder alleine. Freshy hat dies während unserem Forumtreffen in Büsnau zutreffend formuliert: wir alte Hasen sind für eine solche Gruppentour schon zu fest "versaut".
Hallo Grosi, vielen Dank auch von uns für Deinen Bericht. Der hat uns in unserer Meinung bestätigt - wie ja auch hier schon geschrieben wurde -, dass eine Gruppenreise mit so vielen Personen für uns nicht in Frage käme. Eine gemeinsame Tour mit max. 2-4 befreundeten Personen können wir uns dagegen vorstellen. Angesichts der vielen Autopannen hat sich uns der Gedanke aufgedrängt, dass der Veranstalter hier wohl ein spezielles "Afrikafeeling", zumindest bei den Neulingen, erzeugen wollte - eine Truppe mit solch mäßiger Ausstattung loszuschicken, finden wir schon ein wenig grenzwertig und verantwortungslos. Nun - alle haben es wohl genossen und sind heil und mit vielen Geschichten zum Erzählen nach Hause gekommen. Ich bin gespannt, wann und ob Ihr wieder alleine losziehen werdet. Viele Grüße CuF