GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201414. Nov. 2016 · #1
Samstag, 1.10.16 Endlich ist es soweit: wir reisen wieder nach Afrika. Was erwartet uns wohl? Noch nie haben wir an einer geführten Tour (14 Personen, 2 Reiseleiter, 7 Fahrzeuge mit Dachzelt, und 1 Begleitfahrzeug) teilgenommen. Bald sitzen wir im Zug nach Olten. Dort erwartet uns ein Bus und die anderen Reiseteilnehmer. Das Ziel ist der Airport Frankfurt. Bereits um 17h können die Koffer abgegeben und die Flüge eingecheckt werden.
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201414. Nov. 2016 · #2
Sonntag, 2.10.16 Nach einem ruhigen Flug erreichen wir überpünktlich um 6h den Internationalen Flugplatz von Windhoek und werden bereits von Carlo und Diana (Hannibal-Tours) erwartet. Die zwei bringen uns zu Valuecar (Campervermieter). Rasch geht die Übernahme der 7 Fahrzeuge (Toyota Hilux) über die Bühne. Die Toyotas zeigen einen KM-Stand zwischen 135'000 und 155'000 an. Viele Papiere müssen unterschrieben werden. Doch bereits um 10h sind wir auf der Heja-Lodge. Heute schlafen wir noch im Hotel und ab morgen dann meistens im Dachzelt. Nach dem Mittagessen werden die Kühlschränke und Autos mit Getränken vollgeladen. Die Funkgeräte kontrolliert etc. Ein kurzer Schlaf, eine kühle Dusche und schon geht's zum Nachtessen. Wir lernen unsere Reisekollegen besser kennen und merken uns langsam die Vornamen. Es scheint wir sind eine tolle Gruppe. Bald reiben sich die ersten die Augen und wir gehen schlafen.
hallo Irene, das liest sich ja schon mal interessant 🙂 . Sind gwunderig, wie das so zu und her geht, auf einer "betreuten" Selbstfahrer-Tour. 😕 Könntest du bitte vielleicht noch eure Stationen und Daten anfügen? Danke 🙂
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
Reisebericht 2018: NA, BW, NA
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201414. Nov. 2016 · #4
Hallo Gromi Am Schluss jeder Tagesetappe werde ich jeweils den Übernachtungsort vermerken. Du kannst natürlich auch im voraus unter www.hannibal-tours.ch den genauen Reiseverlauf einsehen. Bis am Samstag. Liebe Grüsse Irene (Grosi)
Champagner8'672 Beiträge · seit 201014. Nov. 2016 · #5
Hallo Irene,
da bin ich auch mal sehr gespannt - da sind ja höchste interessante Gegenden drin 😉 ! Und die ersten Fotos machen auch schon Lust auf mehr 🙂 !
Liebe Grüße und auch bis Samstag (ich schreib dir noch ne PM wegen deiner Frage neulich...)!
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201414. Nov. 2016 · #6
Hallo Bele Auf den nächsten Samstag freue ich mich riesig. Uebrigens kommen Beat und ich mit Gromi und Ernst. Ab dem Rübliland fahren wir zusammen mit einem Auto. Bis bald. Liebe Grüsse Grosi
Puuuh, sieht ja übel (Wasser) aus auf der Heja Lodge.
LG Logi
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201415. Nov. 2016 · #8
Montag, 3.10.16 Wir haben recht gut geschlafen. Einige von uns sind erkältet. Hoffentlich helfen die Kügeli und Pillen! Um 9 Uhr ist Abfahrt. Kurzfristig gibt es eine Planänderung. Da es auf der B1 noch Baustellen hat und Staus vorprogrammiert sind, fahren wir hintenrum auf der Gravelroad D2102 nach Okahandja. Unsere Autos sind mit Funk ausgerüstet und wir fahren mit mehr oder weniger Abstand im Konvoi. Nach dem Mittagessen machen wir einen Kurzbesuch auf dem Holzschnitzermarkt. Einige Kleinigkeiten wechseln den Besitzer. Nun fahren wir über Teerstrassen und die letzten 40km über Gravelroad zu unserem Campground auf dem Waterbergplateau. Das Überholen der Lastwagen mit 8 Fahrzeugen ist ein kleines Kunststück. Dank Funk ist das für uns kein Problem.
Gegen 16h erreichen wir unser Camp und nach einem verdienten Drink werden die Dachzelte aufgestellt. Bei einigen klappt das auf Anhieb, andere haben mehr Mühe.
Diana und Carlo überraschen uns mit einem feinen Nachtessen bestehend aus: Gemischtem Salat, Rindsteak und Patatos mit Sauerrahm.
Übernachtung: Camping Waterbergplateau
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201415. Nov. 2016 · #9
Dienstag, 4.10.16 Trotz dem nur 1,2m breiten Dachzelt und den dünnen und harten Matratzen haben wir einigermassen gut geschlafen. Gewöhnungsbedürftig. Nach dem Frühstück fahren wir auf Gravelroad dem Waterberg entlang, an vielen Farmen vorbei zum Hoba-Meteorit.
Zum Mittagessen gibts einen gemischten Salat und Brot. Später fahren wir nach Grootfontain zum Einkauf beim Superspar. Wir erstehen Maismehl, Zucker und Salz als Geschenk für die einheimische Bevölkerung. Auch unsere Autos haben Durst und werden vollgetankt. Nun nehmen wir die restlichen 50 km unter die Räder und fahren zum Roys Restcamp. Hier wohnen wir in rustikalen Bungalows. Zum Nachtessen wird ein feines Buffet serviert.
Übernachtung: Roys Restcamp
Topobär5'479 Beiträge · seit 200915. Nov. 2016 · #10
Grosi schrieb:
Klare Zweiklassengesellschaft. Der Guide hat einen Landcruiser und der Rest muss sich mit einem Hilux begügen. 😗
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201415. Nov. 2016 · #11
Hallo Topobär Das ist natürlich eine Frage des Preises. Wir hätten natürlich gegen Aufpreis ein anderes Fahrzeug haben können. LG Grosi I
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201416. Nov. 2016 · #12
Mittwoch, 5.10.16 Ab jetzt wird es abenteuerlich! Nach einem auswahlreichen Morgenbuffet fahren wir Richtung Tsumkwe. Es ist eine eintönige Fahrt, unterbrochen vom Veterinärszaun. 1km vor der Station wird das Fleisch im Fahrzeug versteckt und kurz danach wieder in der Kühltruhe verstaut. In Tsumkwe weden die Fahrzeuge nochmals vollgetankt. An der Tankstelle erwartet uns ein San. Er steigt in das erste Fahrzeug und fährt mit uns ca. 20 km zum Buschcamp in der Nähe seines Heimatdorfes Makuri.
Unsere Dusche.
Später dürfen wir das Dorf besuchen.
Die namibische Regierung hat befohlen, dass die San sesshaft werden. Früher war es ein Nomadenvolk, das von Salzpfanne zu Salzpfanne zwischen Botswana und Namibia herumwanderte. Jagen dürfen sie nur noch zum Selbstverzehr. Etwas Geld verdienen die Männer mit Gelegenheitjobs, die Frauen mit der traditionellen Schmuckherstellung aus Strausseneiern. Ein Zustupf gibt es auch mit dem Sammeln und Trocknen der Teufelskrallenwurzeln. Ein Vertreter einer deutschen Pharmafirma besucht das Dorf zweimal jährlich und kauft die Wurzeln.
Die Atmospähre ist bedrückend. Nur die Kinder sind fröhlich, die Gesichter der Erwachsenen zeigen Resignation und Trauer. Wieder ein Volk dem die Lebensgrundlage entzogen wurde und das seine Traditionen verliert.
Zum Nachtessen gibt es Salat, Teigwaren mit Hackfleisch an Tomatensauce.
Übernachtung: Buschcamp bei Makuri (ohne WC und Wasser), dafür sind wir mit Schaufel und WC-Papier bewaffnet.
das freut mich ja, dass ihr die auch von uns hier und da erwogenen "Abenteuerstrecken" (Khaudum z.B.) mal mit fachkundiger Führung vorausfahrt! Nyar-Nyae steht auf unserer Interessenlist ziemlich weit oben, aber die Warnungen vor dem Khaudum-Tiefsand schrecken uns noch ab, da damit ein Besuch im Nyae-Nyae eine "Sackgasse" wäre. Bis jetzt sah es ja nicht so schlecht aus mit den Pisten... Ich bin gespannt auf die nächsten Tage!
Hallo Grosi, Darf ich auch noch mit? Bei so vielen Schweizern fühle ich mich ja ganz heimisch, und sogar "Rüebliländer" sind bereits an Bord 😉 Freue mich auf diese für uns noch ganz unbekannte Gegend! Vielleicht wäre das nach 3 mal Südnamibia dann auch mal was für uns.
Lieben Gruss Matisa
«Reisen ist der schönste Weg, Geld auszugeben und trotzdem reicher zu werden»
Meine bisherigen Afrika-Reisen:
2015: Namibia Süden + KTP, 2016: Namibia Süden + KTP, 2017: Namibia Süden + KTP, 2018: Namibia Mitte (inkl. Etosha) + KTP, 2020: Namibia + KTP, 2022: Namibia, 2023: Namibia + KTP
Einige Bilder und ein kurzer Film dürft Ihr gerne auf meiner Webseite anschauen www.mymoments.ch
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201416. Nov. 2016 · #15
Matisa schrieb:Hallo Grosi, Darf ich auch noch mit? Bei so vielen Schweizern fühle ich mich ja ganz heimisch, und sogar "Rüebliländer" sind bereits an Bord 😉 Freue mich auf diese für uns noch ganz unbekannte Gegend! Vielleicht wäre das nach 3 mal Südnamibia dann auch mal was für uns.
Hallo Matisa Willkommen an Bord. In unseren Autos hat es noch viel Platz. Die Laderäume sind leider schmutzig, voller Staub und Sand (die Autos haben ja schon viele Fahrten auf dem Buckel). Auf den hinteren Sitzen hat es jedoch noch Platz. LG Grosi
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201416. Nov. 2016 · #16
Hallo Birgit Der Kaudum hat es in sich. Während unserer Reise war er sehr schwer zu befahren. Sehr tiefsandig, Staublöcher etc. Du wirst es gleich während den folgenden zwei Tagesetappen sehen. Ohne ein Begleitfahrzeug würde ich die Pads im Oktober nicht fahren. Die Pads waren während ca. 90km sehr schlecht zu befahren und nicht wie im Chobe oder Moremi währen 1-2 km. In der Nacht im Camp Kaudum hat es einige Tropfen geregnet. Am Morgen war die erste halbe Stunde Fahrt schon besser, d.h. der Sand war griffiger.
LG Grosi
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201416. Nov. 2016 · #17
Donnerstag, 6.10.16 Neben dem Boabbaum haben wir gut geschlafen (wir haben uns an das Dachzelt gewöhnt).
Vor dem Frühstück erhalten wir ab heute eine Lektion Chi Gong. (Für die Gesundheit und aus Langeweile. Frühstück gibt es erst ab 8h.)
Um 9h fahren wir weg und bringen den San zurück nach Tsumkwe. Dann fahren wir ca. 55km in den Khaudum Nationalpark. Bis jetzt haben wir wenige Tiere gesehen. Eine einsame Giraffe, Warzenschweine, Tokos, Strausse und Paviane. Jetzt hoffen wir auf gute Sichtungen. Die Pad wechselt sich mit Tiefsand und hartem Untergrund ab. Die Untersetzung manchmal sogar die Diffsperre kommen zum Einsatz. Wir schlittern hin und her.
Um die Mittagszeit beziehen wir den Campground Sikereti.
Trotz der nicht optimalen sanitären Einrichtungen fühlen wir uns wohl. Der Platz ist sauber, nur die Abfallkübel sind übervoll.
Fortsetzung folgt
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201416. Nov. 2016 · #18
Fortsetzung 6.10.16 Später fahren wir 18 km zu einem Wasserloch. Das Wasser wird mit Solarenergie hochgepumt. Sonst ist das Land knochentrocken. Sehnlichst wird die Regenzeit erwartet. Wir sehen mehrere Elefanten, Kudus , Elands und vier unter Bäumen faulenzende Löwen.
Anschliessend kehren wir ins Camp zurück und geniessen eine erfrischende Dusche.
Zum Nachtessen, es gibt Salat,,Oryxbraten und Bratkartoffeln. Es besucht uns ein Honigdachs. Er ist auf der Suche nach Futter und lässt sich gar nicht vertreiben. Sogar eine Pfanne und eine Schüssel klaut er vom Küchentisch, doch er kommt nicht weit damit und Diana bringt alles Essbare in Sicherheit.
Während der Nacht hat die Fotofalle zwei Bilder ausgelöst. Wer hat uns wohl besucht? (Es war ein Steinböckchen.)
Übernachtung: Buschcamp Sikereti Khaudum
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201417. Nov. 2016 · #19
Freitag, 7.10.16 Die erste Reiseteilnehmerin feiert heute Geburtstag (in diesen "Ferien" werden noch 3 weitere folgen). Nach dem Frühstück geht's Richtung Camping Khaudum. Bereits am ersten Wasserloch Soncana sehen wir zwei grosse Elefantenherden mit weit über hundert Tieren.
Weiter geht's zu den Wasserlöchern Shiyambi und Omuramba. Beim ersten halten sich 10 Rappenantilopen auf.
Und beim zweiten sehen wir über hundert Geier. Was diese fressen ist von blossem Auge nicht auszumachen.
Es ist ein Kudu.
Wir sehen in der Ferne drei Rauchsäulen. Feuer und das genau in der Richtung in die wir fahren wollten. Zu riskant. Wir fahren daher nordwärts. Die Pad ist tiefsandig und schon bald meldet der 6. Wagen: bin im Sand ersoffen. Luft auf 1,5 bar reduzieren, Geländegang und Diffsperre rein, schaufeln, Sandrollen unter die Hinterräder etc. Mit Hilfe der letzen Fahrer ist das Auto frei und es kann weitergehen. (Der Clou ist, der Pechvogel ist ein Polizist. Die Fahrerin im zweitletzten Wagen arbeitet bei der Spitex. Nun entsteht der Spruch: wenn man die Polizei ruft, ist die verhindert, dafür kommt rasch die Spitex zu Hilfe.) Beim Wasserloch Dussi stehen 4 Rappenantilopen. Bei Tsau ist nichts los und in Leupaan stillen mehrere Elefantenherden ihren Durst.
Die Tiere sind recht agressiv. Lt. einem zufällig anwesenden Ranger müssen die Elefanten lange Wege zurücklegen, da einige Wasserstellen ausgetrocknet sind. Zwei Herden versperren uns den Weg. Was nun? Nach langem hin und her entscheidet sich unser Reiseleiter für eine andere Pad. Die hat es in sich. Tiefsand, Staublöcher, schmale Wege mit tiefen Spuren. Bald reiten wir Rodeo (min. Level 3 oder 4), dann schlittern und hoppsen wir oder stauben alles ein.
Fortsetzung folgt.
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201417. Nov. 2016 · #20
Fortsetzung 7.10.2016 Bald kommt die Meldung: Wagen drei steckt fest. Nun ist wieder Warten angesagt. Die hinteren Wagen kommen zu Hilfe. Kein Erfolg.
Wie ein Wunder fährt ein Rangerauto dazu. Mit ihrer Hilfe kommt der Toyota bald frei.
Wir fahren an verbrannten Wälder vorbei. Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn beidseits der Strasse die Baumstrünke noch rauchnen. Später sehen wir in der Ferne noch Feuer züngeln.
Mit Verspätung kommen wir im Camp an und müssen uns beeilen, damit wir alles auf die Reihe kriegen: verdientes Bier, Zelt aufbauen, duschen, Reisebericht schreiben.
Inzwischen ist es bereits finstere Nacht. Beim Nachtessen fragen unsere Reisekollegen: wird euch Beiden das nicht alles zuviel? Aber hallo! Wir wissen, dass wir Gruftis (Jg. 47 und 50) sind, doch wir geniessen's. Der Altersunterschied ist halt recht gross. Die jüngsten drei sind unter 50. Der Älteste nach meinem Mann hat Jahrgang 55. Nachtessen: Salat, Spaghetti bolognaise mit Reibkäse