Wüstenpferde in Garub

153 Antworten · 38,6k Aufrufe · gestartet 04. Okt. 2016 von solitaire
Bilder klein
Antworten
16,9k Beiträge · seit 201227. Nov. 2018 · #81
Heute dazu in der AZ:

Umweltministerium erwägt Hyänen-Umsiedlung: https://www.az.com.na/nachrichten/umweltministerium-erwgt-hynen-umsiedlung2018-11-27/

Das Ministerium für Umwelt und Tourismus (MET) wägt eine Umsiedlung der bei Garub lebenden Tüpfelhyänen ab. Dies gab der Pressesprecher des Ministeriums gestern in einer schriftlichen Mitteilung bekannt...

LG
Logi
5'479 Beiträge · seit 200927. Nov. 2018 · #82
Eine für mich sehr befremdliche "Naturschutzmaßnahme". Da werden zugunsten der nicht in das Ökosystem gehörenden Pferde, die in dieses Ökosystem gehörenden Hyänen umgesiedelt.

Wohin sollen denn die Hyänen umgesiedelt werden? Derzeit haben sie ein sehr gutes Revier. Andere gute Reviere sind bereits von anderen Rudeln besetzt. Es drohen also entweder Auseinandersetzungen mit anderen Rudeln oder ein leeres, weil schlechtes Revier.

Was soll andere Hyänen-Rudel daran hindern in das sehr gute und jetzt unbesetzte Revier um das Garub-Wasserloch nachzurücken. Hyänen sind in dieser Hinsicht sehr mobil.

Ich werde den Eindruck nicht los, dass hier die bei den meisten Menschen eher unbeliebten Hyänen dem Sympathieträger Pferd weichen müssen. Die Hyänen wurden seit einiger Zeit als Sündenbock für den Rückgang der Pferdepopulation aufgebaut. Den Sinn und Zweck eines Nationalparks hatte ich bislang immer im Erhalt des natürlichen Ökosystems gesehen. In Namibia scheint aber die touristische Nutzung wichtiger als der Naturschutz zu sein.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
33,1k Beiträge · seit 200627. Nov. 2018 · #83
Hi Topobär,

Deine Kritik ist sicher berechtigt.; aber hast Du die Erklärung des MET gelesen? Dort steht klar, dass es in "Erwägung gezogen wird die Hyänen umzusiedeln", solange "das natürliche Ökosystem nicht gestört wird, da sich die Hyänen schließlich in ihrem natürlichen Umfeld aufhalten würden". Als das liest sich zumindest noch nicht wie eine definitive Entscheidung noch, dass sich das MET eine solche Entscheidung leicht machen würde.

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
5'479 Beiträge · seit 200927. Nov. 2018 · #84
Hallo Christian,

ja, ich habe die Erklärung des MET gelesen. Die Umsiedelung der Hyänen ist aber auch die einzige Maßnahme, die das MET in Erwägung zieht. Alternativen werden nicht genannt. Daher meine Befürchtungen. Sich erst aufzuregen, wenn die Hyänen bereits umgesiedelt wurden bringt auch nichts. Dann ist es zu spät.

Alles Gute
Thomas
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
16,9k Beiträge · seit 201228. Nov. 2018 · #85
Heute ein Kommentar dazu in der AZ:

Der Wert von Nationalem Erbe: https://www.az.com.na/nachrichten/der-wert-von-nationalem-erbe2018-11-28/

....Tatsächlich wird bei dem Vorschlag, die Hyänen umzusiedeln, gleich zurückgerudert. Dies müsse abgewogen werden, heißt es, weil das „natürliche Ökosystem“ nicht zerstört werden dürfe und die Raubtiere dort in ihrer „natürlichen Umgebung“ leben würden....

LG
Logi
1'014 Beiträge · seit 201628. Nov. 2018 · #86
Entweder werden die Pferde so schnell wie möglich fortgeschafft, oder durch Zäune, Hütehunde oder was sonst geschützt, bis sich der Bestand erholt hat, oder die Hyänen werden umgesiedelt. Wenn es so bleibt wie es ist und keine Fohlen mehr das fortpflanzungsfähige Alter erreichen, ist in wenigen Jahren der Zenit überschritten und die Wüstenpferde sterben aus (bereits jetzt sind die jüngsten Pferde laut Artikel 6 Jahre alt, da ist die fruchtbare Zeit der Stuten bald abgelaufen). Wäre zwar schade, aber sie haben es dann halt nicht geschafft, sich durchzusetzen und verloren.

Yanjep

Wobei ich mir die Frage stelle, ob die Pferde aus rechtlichen Gründen nach einer Umsiedlung überhaupt wieder in den Nationalpark zurück kehren dürfen
33,1k Beiträge · seit 200614. Jan. 2019 · #87
"Für die Wilden Pferde der Namib nahe Aus im Süden des Landes gibt es frische Hoffnung. Zurzeit seien fünf Fohlen in der Herde, teilte die Namibia Wild Horses Foundation laut Allgemeiner Zeitung mit. Auch gebe es genügend Weide. Den Fotos zufolge hat sich der Zustand der Pferde deutlich gebessert. Im November hatte die Stiftung in einem dramatischen Appell vor dem Aussterben der Pferde gewarnt, weil Tüpfelhyänen seit Jahren sämtliche neugeborenen Pferde gerissen haben sollen und die Zahl der Stuten auf 33 gesunken war. Das Umweltministerium ist nach eigenen Angaben zurzeit dabei, die geplante Umsiedlung der Hyänen vorzubereiten." (Hitradio Namibia, 14.1.2019)

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
2'530 Beiträge · seit 201114. Jan. 2019 · #88
Und auch der Link dazu. 😗

https://www.az.com.na/nachrichten/lange-beine-grosse-augen-wilde-pferde-haben-nachwuchs2019-01-14/
Best Regards Adolf Conservation is our passion! Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'! Sponsor of Desert Elephant Conservation. Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA. Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
33,1k Beiträge · seit 200605. Feb. 2019 · #89
Ganz aktuell:
"Zwei Drittel der trächtigen Stuten haben inzwischen gefohlt. Alle Fohlen, mit Ausnahme von einem, wurden von Hyänen gerissen - die Situation ist kritisch, die Uhr tickt unerbittlich. Für die wilden Pferde hat die letzte Stunde geschlagen. Nur sofortiges Handeln kann sie noch retten."
Dazu gibt es auch ein aktuelles Video (ohne Konto einsehbar: https://www.facebook.com/NamibiaWildHorses/videos/1018324608352629/)

VIele Grüße
Christian

📎 2019-02-05NamibsvomAussterbenbedroht_Presseerklärung-2.pdf
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 05. Feb. 2019
1'250 Beiträge · seit 200906. Feb. 2019 · #91
Das mit der Umsiedelung der Hyänen wird nix, denn offensichtlich kümmert sich ja niemand darum?!! Die Pferde werden wohl aussterben?! Ich habe da gar keine Hoffnung. Eine ganz traurige Geschichte!

Grüße vom Elch
Ein Freund ist ein Mensch, vor dem ich laut denken kann. R.W. Emerson Namibia 2013 - http://www.namibia-forum.ch/forum/17-news/278435-unterkunftsbeschreibungen-unserer-letzten-reise.html?start=12 Namibia 2015 - http://www.namibia-forum.ch/forum/8-camping/286282-unsere-campsites-im-maerz-2015.html
2'391 Beiträge · seit 201606. Feb. 2019 · #92
Ich finde es sehr traurig. Für die Pferde sowieso, aber auch für Piet und Christine, die so viel für die Namibs getan haben.
Diese Pferde sind genauso wie die amerikanischen Mustangs oder unsere Dülmener Wildpferde. Die Vorfahren der Mustangs sind auch von den Spaniern und Portugiesen aus Europa gebracht worden, trotzdem sind es jetzt amerikanische Wildpferde und so sehe ich das bei den Namibs auch. Sie haben sich an diese lebensfeindliche Umgebung 100 Jahre lang angepasst und es ist wirklich sehr schade, dass sie vermutlich aussterben werden.

Viele Grüße
Sasa
Die Freiheit des Einzelnen endet da, wo seine Faust die Nase eines anderen trifft. 3 Generationen zum ersten Mal auf Pad, Namibia 2016: http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/291659-3-generationen-auf-grosser-namibia-erstlingstour.html
16,9k Beiträge · seit 201210. Feb. 2019 · #94
Nachdem auch das letzte Fohlen von den Hyänen getötet wurde, will der Minister nun doch endlich handeln:

https://www.facebook.com/informantenam/posts/2101081806625435?__xts__%5B0%5D=68.ARCzf8J6-mCT9T8vTn-kNemuq3bsT-LlzjnCQJoIR4NnlfoDR3pTYyPoAKs4NQx4v8igDUIL4XJ8_tW0sFgS4LShsCikpOS8uQ_I6dYugIU9mAwDwlJKNSbewcZFJC9sBnOcJxYbOP2njWl5RMYKIu5teBaVhv0culVVgvrSBVWrDDF_xQ4DL5I033PULbjGrQOSzwgv_PhQ23R4GW9ElIr-0FhuxhAi_ndZKEOaDvGtgD-Gw5YephlCLW0vHFC47BxR-nvvaJhbavrp_XcUYlXJJZNU1hqXzFwyWll_Vneu00t-zpNGCL9TutL4dJUO3buvTqmsn4vgPno2Hry9SApb_A&__tn__=K-R

LG
Logi
1'014 Beiträge · seit 201610. Feb. 2019 · #95
Seit Jahren guckt man zu, wie jedes einzelne Fohlen und ein guter Anteil geschlechtsreifer Pferde gerissen werden. In diesem Jahr wurden gerade mal 5 Fohlen geboren und samt und sonders ebenfalls gerissen. Das jüngste Pferd ist schon 7 Jahre alt, der Genpool fortpflanzungsfähiger Stuten ist nicht mehr gerade der größte Und alles was kommt ist Gefasel von irgendwelchen Strategien, die man sich überlegt haben will.....

Yanjep
2'530 Beiträge · seit 201111. Feb. 2019 · #96
Der Pressesprecher des Ministeriums, Romeo Muyunda, bestätigte dies im AZ-Gespräch. „Nun hoffen wir, dass diese zeitnah geschieht, damit der Nachwuchs der derzeit tragenden Stuten eine Überlebenschance hat“, so die Stiftung abschließend.
https://www.az.com.na/nachrichten/letztes-fohlen-verendet2019-02-11/
Best Regards Adolf Conservation is our passion! Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'! Sponsor of Desert Elephant Conservation. Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA. Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
98 Beiträge · seit 201811. Feb. 2019 · #97
Es war für mich als Pferdebesitzerin ein spezielles Erlebnis, diese Pferde sehen zu dürfen.......

Pferde4.jpg


Pferde8.jpg


Pferde10.jpg


Pferde6.jpg
425 Beiträge · seit 201814. Feb. 2019 · #100
Guten Tag Logi,
leider kann ich den Artikel in der AZ nicht lesen.Ich habe schon einige Male versucht mich an zu melden, leider ohne Erfolg.
Zum Thema einmischen bringt Verantwortung ist zu sagen, das man sich durch den Bau des Zaunes, mit dem die Gharub Ebene nach Osten abgesperrt wurde, massiv eingemischt hat. Dadurch wurde nicht nur den Pferden die Nahrungsgrundlage entzogen. Wenn so etwas gemacht wird ist man für die Folgen verantwortlich. Das scheinheilige Geschwätz und das zögerliche Handeln zeugt von Versagen der Naturschützer auf ganzer Ebene.
Gruß Georg