Wüstenpferde in Garub

153 Antworten · 38,6k Aufrufe · gestartet 04. Okt. 2016 von solitaire
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5'479 Beiträge · seit 200920. Nov. 2018 · #61
Hallo,

da ich davon ausgehe, dass meine folgenden Worte nicht jedem gefallen werden, möchte ich vorausschicken, dass ich Pferde mag, selbst lange geritten bin und meine Frau noch immer zwei Pferde hat. Trotzdem bewahre ich mir einen neutralen Blick auf die Situation.

Pferde sind Sympathieträger und viele Menschen lieben Pferde. Das macht die ganze Geschichte sehr emotional und drängt rationale Überlegungen in den Hintergrund. Würde es sich um entlaufene und im Laufe der Generationen verwilderte Hausschweine handeln, würde ganz sicher nicht solch ein Aufriss veranstaltet werden.

Was mir bei der ganzen Diskussion fehlt ist das Eingestehen der Tatsache, das Pferde in Namibia nicht Teil des natürlichen Ökosystems sind. Das ist auch der Grund, weshalb sie im Vergleich mit den anderen Herbivoren der Namib schlechter mit der Dürre und der Bedrohung durch Raubtiere zurecht kommen. Was ist so schlimm daran sich einzugestehen, dass Pferde an diesen Lebensraum nicht angepasst sind und nur überleben können solange die Rahmenbedingungen günstig sind?

Was mir Sorgen macht ist der Umstand, dass die Hyänen zu Sündenböcken für die Bedrohung der Pferdepopulation gemacht werden. Hyänen gehören in dieses Ökosystem und die Jagd auf Beutetiere ist ihr natürliches Verhalten. Das Pferde damit schlechter zurecht kommen als z.B. Oryx oder Springbock, ist nicht Schuld der Hyänen sondern der Tatsache geschuldet, dass Pferde und Hyänen sich naturgegeben nie den selben Lebensraum teilen.

Weshalb sich das MET dem Einfangen der Pferde widersetzt kann ich allerdings auch nicht nachvollziehen. Auch in einem Nationalpark sollte es erlaubt sein, Tiere die nicht in das Ökosystem gehören zu fangen oder zu jagen. Das geht woanders auch. Australien ist da ein gutes Beispiel.

Ich stelle mir allerdings die Frage, wohin die Pferde gebracht werden sollen. Wo in Namibia gibt es einen freien Lebensraum ohne Zäune und Raubtiere?

Alles Gute
Thomas
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33,1k Beiträge · seit 200620. Nov. 2018 · #62
Hi Thomas,

ich stimme Dir absolut zu. Die Pferde haben zwar nun 100+ Jahre überlebt, die Hyänen gab es aber auch schon immer in dem Gebiet. Man muss nur die Farmer befragen. Nun kommen natürlich 5 extreme Drürrejahre zusammen, in denen sich die Pferde schwer tun und die Hyänen ein einfaches Fressen gefunden haben. Die letzten 2,5 Jahre bis Anfang 2018 haben die Pferde nur durch zufüttern (für sich selber und füttern der Hyänen) überhaupt überlebt.
Ich stelle mir allerdings die Frage, wohin die Pferde gebracht werden sollen. Wo in Namibia gibt es einen freien Lebensraum ohne Zäune und Raubtiere?
eine dementsprechende, ich meine 30.000 Hektar große "Farm", südlich von Aus, ist bereits von der Foundation erworben worden bzw. kann erworben werden. Dorthin sollen die Pferde verbracht werden.

Viele Grüße
Christian
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390 Beiträge · seit 201720. Nov. 2018 · #63
Yoda911 schrieb:
welcher Link? Habe ein PDF hochgeladen und das funktioniert einwandfrei 🙂
Bestätigung: Link auf die PDF funktioniert.
Bei mir über Tapatalk nicht.
2'530 Beiträge · seit 201120. Nov. 2018 · #64
travelNAMIBIA schrieb: ...eine dementsprechende, ich meine 30.000 Hektar große "Farm", südlich von Aus, ist bereits von der Foundation erworben worden bzw. kann erworben werden. Dorthin sollen die Pferde verbracht werden.

Viele Grüße
Christian
Auf deren Webseite ist davon aber nichts zu finden und macht auch wenig Sinn wenn die Pferde eine Touristen Attraktion um Aus bleiben sollen. Auf der Homepage stehen sinnvollere Vorschläge. http://www.wild-horses-namibia.com/future/
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33,1k Beiträge · seit 200620. Nov. 2018 · #65
Hi Cruiser,

noch nicht 100%ig spruchreif - aber schon Anfang 2018 berichtet. Unter anderem auch hier nachzulesen: https://www.namibian.com.na/173313/archive-read/Action-group-pleads-with-ministry-to-relocate-wild-horses
Die Pferde sollen unbedingt bei Aus bleiben, da sie dort eine touristische Attraktion sind und praktisch das ganze Dorf finanziell daran hängt.

Viele Grüße
Christian
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zuletzt bearbeitet 20. Nov. 2018
2'530 Beiträge · seit 201120. Nov. 2018 · #66
Das glaube ich erst wenn ich das sehe. Wenn die Foundation sich eine Farm leisten kann, dann können sie auch die Pferde durchfüttern.
Wie gesagt, macht kein Sinn. Auch ich habe letztes Jahr gespendet, aber nicht für eine Farm.
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16,9k Beiträge · seit 201220. Nov. 2018 · #67
travelNAMIBIA schrieb:....eine dementsprechende, ich meine 30.000 Hektar große "Farm", südlich von Aus, ist bereits von der Foundation erworben worden bzw. kann erworben werden. Dorthin sollen die Pferde verbracht werden.
Wenn ich mich recht erinnere - wir hatten uns ja ausführlich mit Piet über die Situation unterhalten - ist diese "Farm" bereits Teil des Sperrgebiet-Rand-Parks.

LG
Logi
5'479 Beiträge · seit 200920. Nov. 2018 · #68
Wenn die Pferde auf abgezäuntes "Farmland" umgesiedelt werden, stelle ich mir die Frage, worin dann das Besondere dieser Tiere noch liegt? Worin unterscheiden sich die Pferde dann noch von anderen Farmpferden? Dann sind sie auch keine Touristenattraktion mehr.

Für mich liegt das Problem darin, dass durch die Konzentration der Pferde, durch Zufüttern und Wasser, auf die Region um das Wasserloch Garub, für die Hyänen der Tisch gedeckt wurde. Meiner Ansicht nach müssen Futter und Wasser an mehreren Stellen in einer weiten Region zur Verfügung stehen. Dann wird es auch für die Hyänen schwieriger, sich auf Pferde zu fokussieren.
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778 Beiträge · seit 200620. Nov. 2018 · #69
Cruiser schrieb:Das glaube ich erst wenn ich das sehe. Wenn die Foundation sich eine Farm leisten kann, dann können sie auch die Pferde durchfüttern.
Wie gesagt, macht kein Sinn. Auch ich habe letztes Jahr gespendet, aber nicht für eine Farm.
Hallo Cruiser,

das größte Problem ist momentan ja nicht, dass die Tier zu wenig zu fressen haben, sondern dass die Hyänen alle Fohlen töten und somit kein Nachwuchs mehr dazukommt.
Gruß
Tanja
1'014 Beiträge · seit 201620. Nov. 2018 · #70
Wenn keine Stuten mehr nachwachsen (können), ist es in absehbarer Zeit aus mit den Wüstenpferden. Wenn die Hyänen bleiben und die Pferde (oder wenigstens Stuten mit Fohlen bei Fuß) nicht zumindest eine Zeitlang, bis sich die Bestände erholt haben, umgesiedelt werden, wars das wohl. So richtig "wild" leben sie ja auch nicht, wenn sie auf die künstliche Wasserstelle und Futter angewiesen sind.

Yanjep
33,1k Beiträge · seit 200621. Nov. 2018 · #71
Hi Topobär,
Wenn die Pferde auf abgezäuntes "Farmland" umgesiedelt werden, stelle ich mir die Frage, worin dann das Besondere dieser Tiere noch liegt? Worin unterscheiden sich die Pferde dann noch von anderen Farmpferden? Dann sind sie auch keine Touristenattraktion mehr.
Die Pferde haben eh ein extrem kleines Gebiet in dem sie sich aufhalten, was dem Futter und dem Wasser geschuldet ist. Eine Farm mit z.B. 30.000+ Hektar wäre vermutlich deutlich größer als ihr bisheriges Nutzungsgebiet.

Viele Grüße
Christian
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2'391 Beiträge · seit 201621. Nov. 2018 · #73
Hallo zusammen, rein rational hat Thomas recht, aber es werden viele Entscheidungen nicht rational gefällt.
Warum ist es in Ordnung einen Oryx zu jagen und zu essen, aber bei einem Elefanten oder einer Raubkatze nicht? Das ist nicht nur Rational. Man kann argumentieren, dass es weniger dieser Tiere gibt als Oryxe. Das gilt aber auch für diese Pferde.
Außerdem sind die Pferde eine Touristenatraktion und bringen somit Geld in diese Region. Das ist auch ein rationales Argument.
Nicht desto trotz werden Emotionen immer eine Rolle spielen bei solchen Entscheidungen und da wir Menschen und keine Roboter sind, finde ich das in Ordnung.
Ich hoffe, dass es eine Lösung für die Pferde geben wird, allerdings ist es aller höchste Zeit. Da ist nicht mehrvZeit, noch mal drei Jahre zu diskutieren.

Viele Grüße
Sasa
Die Freiheit des Einzelnen endet da, wo seine Faust die Nase eines anderen trifft. 3 Generationen zum ersten Mal auf Pad, Namibia 2016: http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/291659-3-generationen-auf-grosser-namibia-erstlingstour.html
1'927 Beiträge · seit 200821. Nov. 2018 · #74
Wenn es Touristenattraktion ist, Pferde in einer Wüstengegend zu bewundern, für die sie nicht geschaffen sind, in der sie sich Jahr für Jahr über die Dürre quälen müssen, dann sollten wir auf derartige "Reisehöhepunkte" verzichten.
Das Wasserloch von Garub wird von zahlreichen Tieren besucht und ist auch ohne die Pferde sehenswert. Die ausgemergelten Pferde sind bestimmt woanders besser aufgehoben.

Gruß
Peter

Namibia-2013-(1109).JPG
zuletzt bearbeitet 21. Nov. 2018
33,1k Beiträge · seit 200621. Nov. 2018 · #75
für die sie nicht geschaffen sind, in der sie sich Jahr für Jahr über die Dürre quälen müssen,
2013 bis 2017 waren die ersten schwierigen Jahre für die Pferde in der Art überhaupt... und das in 100+ Jahren. Sie haben sich von anfänglich 20-30 Tieren immerhin ohne Probleme auf 300+ vermehrt gehabt. Also so viel mit "quälen" hatte das nicht zu tun. Die letzten Jahre sahen in der Tat anders aus. Unbestritten ist aber, dass die Pferde dort natürlich nicht ursprünglich hingehören, sich aber sicherlich über die Jahrzehnte dorthin entwickelt haben. Das Vorkommen des Fasans in Deutschland stellt ja auch keiner grundsätzlich in Frage 😉

Viele Grüße
Christian
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zuletzt bearbeitet 21. Nov. 2018
5'479 Beiträge · seit 200921. Nov. 2018 · #76
Eine Lösungsvorschlag der noch überhaupt nicht genannt wurde wäre das Aussetzen neuer Pferde. Nichts anderes war es ja auch mit den Vorfahren der heutigen Pferde. Das würde auch den Genpool auffrischen.
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33,1k Beiträge · seit 200621. Nov. 2018 · #77
Eine Lösungsvorschlag der noch überhaupt nicht genannt wurde wäre das Aussetzen neuer Pferde.
ist aber auf Grundlage der Naturschutzgesetze nicht erlaubt. Das Auswildern von "alien plants or animals" in staatlichen Schutzgebieten in Namibia ist verboten.

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 21. Nov. 2018
5'479 Beiträge · seit 200921. Nov. 2018 · #78
Das ist dann aber schon eine sehr kuriose Situation. Auf der einen Seite dürfen fremde Tiere nicht ausgesetzt werden und auf der anderen Seite erfahren sie doch den Schutz des Nationalparks und dürfen nicht entnommen werden.

In australischen Nationalparks ist es sogar eine der wichtigsten Aufgaben des Parks fremde Tiere aus diesem zu entfernen.
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33,1k Beiträge · seit 200621. Nov. 2018 · #79
Hi Topobär,
In australischen Nationalparks ist es sogar eine der wichtigsten Aufgaben des Parks fremde Tiere aus diesem zu entfernen.
ich vermute, dass deshalb auch das MET so zögerlich ist. Die Frage ist halt, ob etwas nach 100+ Jahren "natürlich" dorthin gehört oder nicht. Ansonsten verfährt man hier aber wie Du es aus Australien beschreibst, v.a. beim Entfernen von fremden Pflanzen (insbesondere Kakteen).

Viele Grüße
Christian
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33,1k Beiträge · seit 200626. Nov. 2018 · #80
Es soll nun kurzfristig Abhilfe zur Rettung der Wildpferde geschaffen werden.

Viele Grüße
Christian

📎 Wildhorsesfinal.pdf
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