Ria2005244 Beiträge · seit 201527. Okt. 2016 · #81
Liebe Susanne,
auch wenn ich nicht regelmäßig hier kommentiere, genieße ich es, Deinen Bericht zu lesen. Danke dafür!
Viele Grüße Ria
mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200628. Okt. 2016 · #82
Samstag, 13.08.2016: Auf dem Weg zur Fish River Lodge
Heute hieß es Abschied nehmen von Lüderitz. Wir hatten uns gestern Abend noch eine Weile mit Charlotte unterhalten und angekündigt, heute Morgen erst gegen halb neun zum Frühstück zu erscheinen. Als war dann kamen, war der kleine Frühstücksraum komplett voll bis auf einen kleinen Tisch zwischen Wand und Büffettisch, an den maximal zwei Personen gepasst hätten. Das lag daran, dass Charlotte die Leute nicht entsprechend ihrer Anzahl an die Tische verteilt hatte, sondern die beiden größeren Tische für bis zu vier Leute jeweils von zwei Paaren belegt waren. Auf unser etwas erstauntes Nachfragen, wo wir den sitzen sollen, wies sie uns den Ecktisch zu und meinte, wir könnten Mara ja entweder auf den Schoß nehmen oder in die Ecke quetschen, sie müsste dann eben ihren Teller auf den Schoss nehmen…. 🤢
Mach einer mag jetzt mit den Schultern zucken, aber da ging gar nicht. Unsere Tochter ist definitiv aus dem „auf den Schoß nehm“-Alter raus und ich finde es ein Unding, vorzuschlagen, dass sie alternativ ihren Teller auf den Schoß nehmen könnte. Später nochmals wiederkommen war auch keine Option, das absehbar kein Tisch frei werden würde und wir ja auch weiterfahren wollten. Lange rede, kurzer Sinn: Nachdem wir diesen Tisch nicht wollten und Charlotte sich außerstande sah, eine andere Lösung zu finden, musste Micha den Gartentisch reintragen, wo wir dann – Gesicht zur Wand, alle in einer Reihe, weil sonst kein Platz war – saßen. Ein echt nettes Frühstück. 🙁
Besonders geärgert hat mich, dass Charlotte beim Zahlen dann noch echt unfreundlich wurde. Wir wurden regelrecht hinauskomplimentiert. Von daher: An sich eine nette Unterkunft, aber für uns ganz sicher keine Wiederholung.
Vor der Abfahrt aus Lüderitz füllten wir im Supermarkt noch kurz unseren Getränkevorrat auf und tankten. Da wir an der Tankstelle Haiko mit Frau und Hunden trafen, dauerte das dann ein bisschen länger…. 😗
Dann nahmen wir die doch recht lange Strecke in Angriff: Wir hatten uns nach längerer Diskussion dazu entschieden, bei Aus auf die C 13 und dann auf die D 463 abzubiegen und nicht die kürzere Variante über die B4, D459 zu fahren.
Erster Stopp war natürlich wieder Garub. Wildpferde, die zweite. Irgendwie scheinen uns die dieses Jahr nicht wirklich zum mögen…. 😗
Von der Fahrt gibt es leider nur wenige Bilder und diese auch nur vom Handy.
Ich weiß gar nicht warum, gerade die D 463 wäre absolut fotowürdig gewesen. Die schlängelt sich entlang des Arimas River, quert ihn auch einige Male. Später kommt dann noch der (Klein) Aub River dazu. Falls es irgendwann im Süden mal wieder ausreichend regnen sollte, könnte das eine durchaus interessante Fahrtstrecke werden. 😈 So blieb es bei uns bei einer netten kleine Wasserdurchquerung, die ich euch auf der Rückfahrt in einigen Tagen zeige. An der Stelle aber schon der Hinweis: Die Strecke ist unseres Erachtens aufgrund der Wasserquerung nicht mit einem normalen Fahrtzeug befahrbar, man braucht mindestens einen SUV. Aber wer zur Fish River Lodge will, sollte den eh spätestens bei der Lodgezufahrt haben. Die hat es nämlich durchaus in sich. Wir haben für dieses letzte Teilstück gute 45 min gebraucht.
Die Fish River Lodge haben wir als 3=2-Angebot über Dertour gebucht. Hauptziel unseres Besuchs war die Fahrt in den Canyon. Wir hatten viel über die Lodge im Vorfeld gelesen und können die Zwiespältigkeit, die sich aus dem Bewertungen ergibt, vollkommen nachvollziehen. Aber dazu mehr im Fazit.
Jetzt erst mal ein paar Fotos:
Wie ihr seht, optisch ein absoluter Traum. Man kommt an und kann durch die verglaste Außenfront des Hauptgebäudes direkt in den Canyon schauen. Wir kennen den Fish River Canyon von der anderen Seite und waren trotzdem von dem Anblick total beeindruckt. Einziger Wehmutstropfen: Es hat so unglaublich gewindet, dass wir unser Begrüßungsgetränk (blau, pappsüß mit Zuckerrand) nur direkt im Gebäudewindschatten genießen konnten. Ein Schritt vom Gebäude weg und der kalte Wind hat richtig ein einem gezerrt. Als wir dann den Check-In erledigen wollten, standen wir erst mal ein bisschen wie bestellt und nicht abgeholt herum. Keiner vom Personal wollte und wirklich wahrnehmen. Erst als wir dann nachfragten, ob wir denn jetzt einchecken könnten, nahm sich die Masseurin der Lodge unserer an. Das wichtigste war ihr, uns zu erzählen, was es zum Abendessen geben würde. Den Rest mussten wir ihr eher mühselig aus der Nase ziehen.
Ausgestattet mit unserem Körbchen (Ohropax, Zimmerschlüssel, Taschenlampe, Nothupe) ging es dann zu unserem Häuschen. Sehr schön gelegen, top eingerichtet.
Auf den ersten Blick wirklich toll. Auf den zweiten Blick: Absolut nichts für Hausstauballergiker. Und das liegt wohl nicht (nur?) am unmotivierten Putzen. Man konnte auf unseren Kindles schauen, wie sich innerhalb von einer Stunde Staubflocken dort niederließen. Ein echtes Staubeldorado! 😵
Einziges echtes Manko war der Wind. Kein Problem auf dem Weg, der auf der Rückseite der Häuschen verläuft. Sobald man nach vorne an die Abbruchkante kommt, pfeift er extrem. Und da die Häuschen natürlich typisch afrikanisch mit viel Luftdurchlass gebaut sind, pfeift er nicht nur auf der Terrasse. 😊
Der Wind machte es leider so ungemütlich, dass wir unsere ursprünglich angedachte Idee von einem Spaziergang am Canyonrand wieder über Bord bzw. in den Canyon warfen und uns einen lesenden gemütlichen Nachmittag im Häuschen machten. Die Bettdecken sind immerhin total kuschelig! 🙂
Zum Abendessen hatte der Wind leider immer noch nicht nachgelassen, was insbesondere nachteilig ist, wenn man einen Tisch am Fenster hat. Es zieht deutlich spürbar an die Beine. Ob das der Grund ist, dass die Tischplatzierung täglich wechselt und man sich jeden Tag von neuem auf die Suche nach seinem Tisch machen darf? 🤪
Am besten haben es wohl die erwischt, die in der Nähe des Feuers sitzen dürfen. Allerdings muss man dann auch bereit sein, selbst nachzufeuern, was gar nicht so einfach ist, weil man passende Ästchen durch die schmalen Öffnungen des Feuerkorbs werfen muss und es nicht allzu viele dünne Ästchen gibt. Es ist echt nett, was sich die Fish River Lodge so alles an Beschäftigungsmöglichkeiten für ihre Gäste ausgedacht hat. 😉
Das Abendessen (3 Gänge, keine Auswahlmöglichkeit) war geschmacklich keiner Erwähnung wert, der Service noch viel weniger. Auch für Kinder sind keine Änderungen des Speiseplans möglich. Außer beim Check-in hat man uns auch nie vorher erzählt was es gibt. Für Allergiker also auch hier eher schwierig.
Falls man am Ende des Abendessens eine Wärmflasche mit ins Häuschen nehmen möchte, sollte man das idealerweise schon zu Beginn des Abendessens sagen, sonst sitzt man nach dem Essen ewig. Vielleicht mussten sie erst Feuer machen, um das Wasser zu erwärmen? 😵
Zum Schlafen packen wir übrigens tatsächlich die Ohropax aus. Wir lassen uns normalerweise von Geräuschen nicht stören, aber dieses Pfeifen war schon ziemlich extrem. Im wirkich gemütlichen Bett, warm eingepackt und mit Wärmflasche haben wir dann aber richtig gut geschlafen. Bis Mara die Sonne, die sich durch die Vorhänge nur eingeschränkt ausschließen lies, an der Nase gekitzelt hat...
mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200630. Okt. 2016 · #83
Sonntag, 14.08.2016: Sundowerdrive
Eigentlich wollten wir es heute Morgen etwas gemütlicher angehen lassen, aber nachdem Mara wach war, ging es natürlich nicht, dass er Rest der Familie noch weiter schläft. 😈
Also sind wir aufgestanden und haben mal vorsichtig die Glastüren nach draußen aufgemacht: Der Wind war blies leider immer noch. Trotzdem war es einfach nur schön:
Über das Frühstück kann man nicht allzu viele Worte verlieren: Wer Eier möchte, sollte viel Zeit mitbringen. Beim Rest sollte man sich eher etwas beeilen, leere Schüsseln werden nämlich nicht unbedingt nachgefüllt. Und über das Thema getoastetes Brot sprechen wir besser gar nicht… 🙁
Nach dem Frühstück standen Naturwissenschaften für Anfänger auf dem Programm: Trocknet Wäsche im kalten Wind genauso schnell wie im warmen? Ändert der tolle Blick in den Canyon vielleicht etwas am Trocknungsverhalten oder die Tatsache, dass jede Socke mit zwei Klämmerchen befestigt werden musste, um das Wegfliegen zu verhindern? 🤪
Ernüchternde (und vorhersagbare) Erkenntnis: Die Socken haben sich vom tollen Ausblick nicht beeindrucken lassen und Wärme scheint ein entscheidender Faktor zu sein. Wind alleine reicht nicht. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Mara diese Erkenntnis unter „wirklich wichtig“ verbucht hat. 😗
Nachdem wir uns einen faulen Vormittag auf dem Gelände der Lodge gemacht hatten, stand am Nachmittag der Sundowner-Drive an. Verteilt auf zwei Fahrzeuge ging es um 16 Uhr nach dem Kaffee los. Inzwischen hatte übrigens der Wind ein Einsehen gehabt und seine Tätigkeit eingestellt. So konnten wir gemütlich auf der Terrasse sitzen und noch ein Stückchen Kuchen essen.
Über den Drive selbst gibt es nicht allzu viel zu erzählen, ich lasse lieber mal die Bilder sprechen:
Die alte Lodge von hinten (hier übernachten inzwischen die Tourguides)
Blick vom ersten Haltepunkt in den Canyon
Aktuelle Lodge von hinten
Bergzebras im Abendlicht
Insgesamt eine sehr schöner Tour. Der Blick in den Canyon ist absolut beeindruckend, die Bilder bringen das aus meiner Sicht leider nur eingeschränkt rüber. Das kleine Finger-Food-Büffet, das passend zum Sonnenuntergang aufgebaut wurde, war nett gemacht und lecker. Der Sonnenuntergang ein Traum. Auf Tiersichtungen sollte man auf dem Lodgegebiet keine allzu großen Erwartungen setzten. Sie sind alle ziemlich scheu. Aber deswegen kommt man ja auch nicht hierher. 🙂
Noch eine Info am Rande: Die Lodge plant, den Campingplatz, den es wohl vor einigen Jahren gab und der zwischenzeitlich mangels Interesse geschlossen wurde, jetzt wieder neu abzubauen. Die angedachte Stelle liegt sehr schön und ist auch nicht allzu weit von der Abbruchkante entfernt. Nachdem man den Wind nur direkt vorne an der Kante deutlich merkt, sollte das kein Problem sein.
Morgen steht die Fahrt in den Canyon auf dem Programm. Obwohl auf der Homepage ausdrücklich unterschiedliche Zeiten für Sommer und Winter vermerkt sind, wollte man vor Ort nichts mehr davon wissen. Start sei um 07:00 Uhr, wir sollen um 06:00 Uhr zum Frühstück gehen. Hm, dann schauen wir mal, wie das morgen klappt… 😗
ich oute mich als begeisterte Leserin deines schönen Berichts. 🙂 Der Süden Namibias steht noch auf meiner Dreamlist und deine Fotos tragen dazu bei, die Verwirklichung dieses Traums bald in Angriff zu nehmen. 🙂
mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200603. Nov. 2016 · #85
Hallo zusammen,
zunächst einmal ein herzliches "Danke" an die treuen "Danke-Button"-Drücker. Ihr motiviert mich zum Weiterschreiben! 🙂
Montag, 15.08.2016: Heute geht es runter…
Nachdem wir in diversen Reiseberichten über den Trip in den Canyon gelesen hatten, war für uns klar: Das wollen wir auch erleben.
Heute war der große Tag. Pünktlich um sechs waren wir beim Frühstück. Nur das Frühstück war nicht so wirklich pünktlich. Bis wir dann endlich was auf dem Teller hatten, näherte sich der Zeiger schon bedenklich unserer Abfahrtszeit…. Naja, alles andere hätte uns auch überrascht. 🙁
Nachdem es der Lodge offenbar nicht möglich ist, ausreichend warme Decken für die Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen, lief Micha nochmals zurück zu unserem Häuschen und holte einen der dortigen Wolldecken. Es war nämlich noch ziemlich frisch heute Morgen und wäre ohne Decke doch ziemlich unangenehm geworden. Mit vollem Fahrzeug (5 Deutsche und 5 Spanier) nebst unserem Guide ging es dann um kurz nach sieben los. Nachdem nicht alle beim gestrigen Abenddrive dabei waren, wiederholte er zum Teil dort schon erklärte Dinge zu diversen Pflanzen , teilweise kamen auch neue Erklärungen zu Gesteinsarten und der Entstehung des Canyons dazu. Die erste halbe Stunde Fahrt, die noch auf recht angenehmen Wegen verlief, haben wir gefühlt alle fünf Minuten für Erklärungen angehalten.
Irgendwann kam dann die Ansage, dass jetzt der interessante Teil der Fahrt beginnen würde…. Übersetzt wollt das wohl heißen, dass ab jetzt die kleinen Steine auf dem Pad durch weitaus größere Steine und diverse Absätze ersetzt würden und wir fortan zum Teil ziemlich heftig über Stock und Stein gehoppelt sind.
An einer Stelle war dann sogar Fußmarsch bergabwärts angesagt, da die Strecke zu „bumpy“ zum Fahren sei. Ich sags mal so: Auch zu Fuß war der Abstieg teilweise nicht ganz ohne. Ein paar Impressionen von unterwegs:
Nach ungefähr 1 ½ Stunden Gerüttel gab es einen Zwischenstop:
Danach erfolgte dann der berühmt berüchtigte „Terror-Paß“:
Aus meiner persönlichen Sicht eher einer der harmloseren Stellen des Drives, zumindest nach den ersten Metern. Es geht zwar etwas steiler nach unten, aber die Fahrtspur ist nicht besonders uneben und im Gegensatz zu diversen anderen Stellen war zwischen Rad und Abgrund hier meistens noch ein gute Handbreit Platz. Da gab es weitaus schlimmere Stellen.... 🤢
Gegen halb zwölf waren wir schließlich unten angekommen und hatten Zeit für eine Mittagspause. Geplant war wohl so ungefähr eine Stunde, so zumindest die Ankündigung. Wer wollte, bekam ein Handtuch, um in einem der Tümpel zu baden.
Inzwischen war es in der Sonne auch richtig gut warm geworden, so dass wir uns ein Schattenplätzchen auf einem der Felsvorsprünge suchten. Gerade, als wir mit unserer Lunchtüte fertig waren und noch ein bisschen auf Fotopirsch gehen wollen, hieß es: Aufbruch! Wie, das waren doch nur gute 30 min? 🙄
Blöd nur, dass sich die anderen beiden Deutschen aus unserer Gruppe schon aufgemacht hatten, um sich die Umgebung anzusehen und jetzt erst mal nicht mehr auffindbar waren. Daraufhin entschied sich unser Guide, den Weg bis aufs nächste Plateau hochzufahren und dort nach ihnen zu suchen. Das fand ich schon mal ziemlich interessant, da wir ja von unserem Picknickplatz bis zum Fahrzeug schon einige Meter über diverse Felsvorsprünge klettern mussten. Wenn die beiden noch irgendwo da unten waren, würde das Auffinden von noch weiter oben nicht unbedingt einfach werden.
Aber Glück gehabt, nach einigen Minuten rufen hat unser Guide sie dann ein Stück weiter unter entdeckt. Sie beiden waren bedingt glücklich, dass sie mit einem nicht besonders freundlichen „wo seid ihr denn bloß“-Blick begrüßt wurden. Das wäre wohl alles nicht passiert, wenn wir tatsächlich die angekündigte Stunde Pause gemacht hätten…. 😗
Danach ging das Geholpere dann wieder lodgewärts. Offenbar hatte er es eilig, unsere mehrfachen Versuche, unseren Guide zum Stoppen für Fotos zu bewegen, gingen meistens in Leere. So gibt es von der Rückfahrt leider auch kaum scharfe Bilder.
Ziemlich durchgeschüttelt und erschöpft kamen wir dann wieder in der Lodge an.
Fazit des Canyon-Drives: Ich bin froh, ihn gemacht zu haben, damit ich weiß, wie es ist. Ein (teures) Erlebnis ist es auf alle Fälle, aber keines, das ich jemals wiederholen muss. Zum einen fand ich die Fahrt doch sehr lang und sehr (!!!) holperig (Menschen mit Rückenproblemen sollten davon auf alle Fälle absehen), zum zweiten hat mich die viel zu kurze Mittagspause im Canyon selbst sehr gestört und zum dritten sollte einem klar sein, dass bei einem Canyon von oben reinschauen optisch meistens spannender ist als selbst unten drin zu sein. Die Landschaft war interessant, keine Frage, aber ich hatte mehr erwartet. Die Perspektive von oben gefällt mir eindeutig besser.
Den restlichen Nachmittag verbrachten wir gemütlich in unserem Häuschen und beobachteten die Rock Dassis und die Erdhörnchen, die sich bei windstiller Witterung auf den Steinen vor unserem Häuschen tummelten:
Heute hatte uns das Tischlotto zum Abendessen in die Nähe der Küchentüre verschlagen. Vielleichte eine Chance darauf, vom Servicepersonal eher wahrgenommen zu werden? 😗 Nicht wirklich, aber immerhin merkte man kurz vor dem Servieren des Desserts, dass Alkohol enthalten wäre. Ob Mara lieber ein Eis haben möchte? Ja, tatsächlich, es gibt hier Vanille- und Schoko-Eis! Es wäre echt schön gewesen, wenn man uns das schon vor zwei Tagen angeboten hätte, statt Mara immer einen wenig kindgerechten Nachtisch hinzustellen. Aber so endete unser Lodge-Aufenthalt wenigstens mit einem leckeren Dessert… 🙂
Morgen geht es weiter Richtung Norotshama an der Grenze zu Südafrika. Wir diskutierten noch, ob wir die D463 wieder zurückfahren oder ob wir früh starten sollten und noch an der anderen Seite des Canyons vorbeifahren sollen. Da wir uns nicht so recht entscheiden können, vertagten wir das Thema auf morgen.
Fazit Fish River Lodge: Lage wirklich wunderbar, Unterbringung auch sehr gelungen, Service quasi nicht vorhanden. Man ruht sich offenbar auf dem Umstand aus, dass die Touristen wegen der Lage kommen. Aus unserer Sicht stimmt das Preis-Leistungsverhältnis definitiv nicht. Das ist schade. Man könnte aus der Lodge mit ein bisschen Engagement richtig viel machen. So kommen eben viele (auch nur für eine Nacht) hierher, um den Canyonblick zu haben. Teilweise kommen Gäste auch im Rahmen des Fly-In nur zum Mittagessen. Ich möchte keinesfalls sagen, dass man die Lodge nicht buchen sollte: Allein der Ausblick ist ein Grund, es zu tun. Man sollte sich nur im Klaren sein, was man für sein Geld bekommt. Wir haben versucht, den Ärger über Essen und Service so klein wie möglich zu halten und haben stattdessen genossen, weswegen wir hier waren: Die wunderbare Aussicht. Nochmals fahren wir sicher nicht zur Fish River Lodge, aber man sollte mal dort gewesen sein.
speed66751 Beiträge · seit 201103. Nov. 2016 · #86
Hallo,
ich möchte zwischendurch mal ausdrücklich deine Beurteilungen im Fazit loben. Ich schätze deine -auch kritischen Aussagen- sehr! Da ich einen Teil der Unterkünfte ebenfalls kenne, kann ich wirklich zustimmen und finde es ganz toll von dir formuliert. Danke und Grüße Nette
mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200603. Nov. 2016 · #87
Hallo Nette,
danke für das Lob! 🙂 Ich finde, ein Reisebericht sollte nicht nur eine "alles war ganz toll"-Beschreibung sein, sondern auch ehrlich sagen dürfen, wenn etwas nicht ganz so gepaßt hat. Das ändert nichts daran, dass wir den Urlaub in vollen Zügen genossen haben.
Abgesehen davon schreibe ich den Reisebericht ja auch für uns zum Nachlesen und da hilft es mir schon, wenn ich auch so schreibe, wie wir es empfunden haben.
mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200606. Nov. 2016 · #88
Mit einem herzlichen "Danke" an die treuen "Danke-Button"Drücker geht es weiter Richtung Süden:
Dienstag, 16.08.2016: Es wird grün!
Heute Morgen hieß es wieder Koffer packen. Unser nächstes Ziel war die Norotshama Lodge am Orange, nahe der Grenze zu Südafrika.
Ein letzer Blick aus dem Bett in den Canyon
Üblicherweise sind wir es gewohnt, dass man sich beim Auschecken und Bezahlen noch ein bisschen unterhält und wir auch gefragt werden, wohin es weiter geht. Hier: Nichts. Ein kurzes Präsentieren der handgeschriebenen Rechnung, einmal Kreditkarte durchziehen und weg waren wir. Auch okay. Es hat zum Rest gepasst. 😐
Der Abfahrt von der Lodge zog sich wieder hin. Die Zufahrt selbst mit einem Ford Ranger unangenehm zu fahren. Da kommt einem doch der böse Gedanke, ob man nicht viel lieber mehr Fly-Inn-Gäste hätte und sich deshalb so wenig wie möglich um die Zufahrt kümmert. Wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass die Strecke zwischen Flugplatz und Lodge keinen Deut besser ist als die restlichen Kilometer.
So, endlich geschafft. Die Zufahrt lag hinter uns. Da wir uns nicht entscheiden konnten, ob wir nun links Richtung Witputs oder rechts zur anderen Seite des Fish River Canyon fahren sollten, warfen wir kurzerhand eine Münze. Die Variante über Witsputs gewann. Und so ging es wieder über die landschaftlich zwar wunderschöne, aber teilweise recht anstrengend zu fahrende D 463 zurück. (Es ist mir immer noch ein Rätsel, warum es von dieser Strecke keine Bilder gibt. 🙁 )
Ich hatte ja schon bei der Hinfahrtsbeschreibung berichtet, dass es sogar ein bisschen Wasser gab. Hier mal ein Video unserer „höchst aufregenden“ 😎 Wasserdurchfahrt:
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Einige Zeit später dann ein komisches Geräusch. „Micha, ich glaube, da stimmt was nicht mit dem Reifen.“ Und tatsächlich, unser erster Platten in insgesamt 6 gemeinsamen Afrikareisen. 🤩 Praktischerweise im völligen nirgendwo. Also Rückbank freigeräumt, um das Werkzeug herauszuholen, Ersatzrad aus dem Kofferraum geholt (das unter dem Auto befestigte machte war einen deutlich besseren Eindruck, aber wir wollten uns nicht auch noch mit der Frage herumschlagen, wie man das denn von dort wegbekommt 😗 ) und meinen reifenwechseltechnisch begabten 😘 Mann dabei beobachtet, wie er das Problem löst. Luft braucht das Ersatzrad auch noch, wie gut, dass wir den Kompressor dabei hatten. 😗
Danach wieder alles im Auto verstaut, Staub abgeklopft und weiter. Nach kurzer Zeit ein Fluch von Micha: Das Ersatzrad war nicht ausgewuchtet gewesen, unser Lenkrad führte ein hübsches Eigenleben. Na toll! Wir beschlossen, unser defektes Rad trotz des miesen Profils nach Möglichkeit in Rosh Pina reparieren zu lassen, statt so weiterzufahren. Aber zunächst einmal mussten wir die restlichen 30 km auf der D 463 hinter uns bringen.
Leute, ich war echt dankbar, als wir vorne an der Kreuzung der Teerstraße standen. Mir ist ja Gravel normalerweise viel lieber, aber nach der Reifenaktion hat es mir erst mal gereicht.
Als wir dort unseren mittlerweile fast üblichen Reifenaufpumpstop machten, kam ein Pärchen im Corolla aus Richtung Rosh Pinah und hielt bei uns. Ob wir Hilfe brauchen würden? Nein, alles gut, wir pumpen nur auf. Die beiden setzten ihren Weg auf der D 463 fort. Micha und ich schauten uns kurz an, dann lief Micha ihnen winkend hinterher. Ob sie wüssten, was für eine Straße sie erwarten würden und dass die Wasserdurchfahrt mit dem Corolla wahrscheinlich schwierig werden würde? Ob sie auf dem Weg zur Fish River Lodge wären? Völlig erstaunte Gesichter: Nein, sie würden nur ein Restaurant zum Mittagessen suchen….. 🤩 Okay, eine Straßenkarte und ein Reiseführer hatten da im Gepäck wohl auch keinen Platz mehr gefunden. 😗 Ziemlich entgeistert schicken wir Sie auf Teer Richtung Aus, nicht ohne den Hinweis, dass sie da bis zum Mittagessen aber noch einige Kilometer vor sich hätten… 😮
In Rosh Pinah angekommen, suchten wir als erstes eine Reifenwerkstatt und wurden neben der Tankstelle auch gleich fündig. Der Ersatzreifen wurde von der Felge gezogen, das Loch fachmännisch von innen verschlossen und anstelle des Ersatzreifens wieder aufmontiert. Den hätten wir sinnvollerweise auch gleich auswuchten lassen sollen, aber wer glaubt schon an zwei Reifenpannen innerhalb eines Urlaubs, wenn man vorher noch nie eine hatte? Für eine gute halbe Stunde Arbeit haben wir gerade mal 60 N$ bezahlt. Dafür gab es dann für die Jungs noch ein großzügiges Trinkgeld in die Kaffeekasse. Wenn ich mir vorstelle, was wir dafür daheim bezahlt hätten…. 🤩
Weiter ging es auf der C 13 durch den Ais-Ais-Nationalpark. Landschaftlich einfach wunderbar. Hier werden wir sicherlich nochmals herkommen, um die Gegend näher zu erkunden. Besonders gut gefallen hat uns die Strecke direkt am Orange entlang. Es tat einfach gut, nach so vielen Tagen Sand und Steine wieder Wasser und grün zu sehen. 🙂
Auf der Höhe von Außenkehr sahen wir dann auch die ersten Weinberge. Der Anblick von Außenkehr selbst, das ja nur auf einfachsten Hütten besteht, war insbesondere für Mara ein Eindruck, der uns mal wieder zu einer arm/reich-Diskussion führte. Dabei kamen wir zu dem Ergebnis, dass die Menschen hier wahrscheinlich schon sehr zufrieden sind, regelmäßige Arbeit und genug zu essen zu haben und man unsere Maßstäbe von Glück, Zufriedenheit und Reichtum nicht ohne weiteres übertragen kann.
Dann bogen wir zwischen zwei Weinbergen (heißen die auch so, wenn sie flach sind?) zur Lodge ab. Ursprünglich wollten wir hier zwei Tage verbringen und dann für zwei Tage ins Naries Namaqua Retreat weiterfahren. Nachdem ich Nane, die eine ähnliche Tour letztes Jahr gemacht hat, von unseren Plänen erzählt habe, riet sie mir nur zu einer Zwischenübernachtung. An dieser Stelle ein herzliches Danke, sie hat vollkommen recht gehabt. 🙂 Dazu kam noch, dass ich ziemliche Problem mit dem Buchen hatte: Die Damen an der Rezeption schafften es in mehrmaligen Versuchen nicht, mir die richtige Anzahl Nächte mit dem dazugehörigen Preis zu bestätigen. Daraufhin habe ich Norotshama über Kathrin von info-namibia buchen lassen.
Zuerst das positive: Die Lodge liegt toll am Fluss (es ist alles grün und das Mitten im Spätwinter/Frühfrühling!) und auch das Abendessen war sehr lecker. Außerdem gab es für Mara einen netten Spielplatz.
Der Pool war leider nicht gereinigt. Die Temperaturen hätten ein kurzes Bad wohl schon hergegeben… Nicht so gelungen fanden wir unseren ziemlich dunklen und recht muffeligen Bungalow:
Außerdem liegen Camping und Bungalows direkt nebeneinander, was irgendwie ein bisschen merkwürdig war. Aber egal, als Zwischenstopp ist die Lodge absolut in Ordnung. Ich kann mir vorstellen, dass es zur Lesezeit durchaus auch etwas lauter werden könnte, da die Hallen des Weinguts und die Lodge direkt nebeneinander liegen:
Eigentlich hätten wir noch gerne einen Abstecher ins Außenkehr Nature Reserve gemacht, aber nach der doch recht langen Fahrtstrecke und dem außerplanmäßigen Stop in Rosh Pinah fehlte dann dazu doch die Lust.
Nach einem Spaziergang über das Lodgegelände und einer Lesepause genossen wir noch das wirklich gute Abendessen auf der Terrasse und gingen wie üblich früh zu Bett.
"Weinberge".. Hallo, Susanne, üblicherweise nennt man das dann "Weingarten"..... Einen interessanten Bericht schreibst Du da - wahrscheinlich war ich schuld an der Reifenpanne, weil ich auf dem Trittbrett mitgefahren bin..... Viele Grüße Friederike
mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200606. Nov. 2016 · #90
Hallo Friederike,
danke für den Wortvorschlag. 🙂 Bei uns gibt es Wein nur bergig... 😎 Ich würde vorschlagen, Du steigst vom Trittbrett in den Kofferraum, demnächst wird es nämlich ziemlich holperig... 😵
uns haben in diesem Jahr 2 Reifenpannen erwischt. Wir hatten ebenfalls einen Ranger. Die Kurbel des Wagenhebers lässt sich verlängern. Damit kannst du dann den Ersatzreifen vom Fahrzeugboden herablassen. Das haben wir in diesem Urlaub gelernt. LG Lothar
Ria2005244 Beiträge · seit 201516. Nov. 2016 · #92
Hallo Susanne,
bei dem Wetter draußen könnte ich mir den nächsten Reiseteil von Dir wohl schon wieder gefallen lassen... 🤩
Liebe Grüße Ria
speed66751 Beiträge · seit 201116. Nov. 2016 · #93
.... Danke Ria für die Vorrede.... ich wäre auch sehr bereit 😎 Nette
mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200617. Nov. 2016 · #94
Hallo ihr beiden,
danke für die Weiterschreiberinnerung! 🙂
Ich bin gerade viel beruflich unterwegs und komme weder zum Fotos bearbeiten oder zum Schreiben. Ich hoffe aber, heute abend oder spätestens am Freitag wieder einen Teil einstellen zu können.
laho147552 Beiträge · seit 201617. Nov. 2016 · #95
Hallo Susanne,
vielen Dank für den schönen Bericht.
Deine Route passt zwar nur in Teilen zu unserer im nächsten Jahr, aber gerade durch die Beiträge Lüderitz, Kolmanskuppe, Fish River Canyon Lodge konnte ich mir einige interessante Infos schon notieren. 🙂
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
Herzlichen Dank und liebe Grüße
Andrea
mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200617. Nov. 2016 · #96
Hallo ihr Lieben,
ich hoffe, dass sich alle noch an Bord befinden, denn sonst müsst ihr leider in Namibia zurückbleiben. Bei uns geht es heute weiter:
Mittwoch, 17.08.2016: Südafrika hat uns wieder!
Heute kommt leider ganz erst mal viel Text, bevor es dann blumig hübsch wird. Ich habe leider auf der Strecke bis Naries aus welchen Gründen auch immer kein einziges Foto gemacht. 🤢
Heute stand Länderwechsel auf dem Programm. Unsere sehr schöne Zeit in Namibia war leider vorbei und der Urlaub neigte sich immer mehr Richtung Ende. Nur noch eine knappe Woche… 🙁
Wir packten mal wieder unsere Siebensachen zusammen, verstauten alles im Auto (angesichts des doch recht einfach gehaltenen Schlosses an der Tür unseres Bungalows erschien und die Aufbewahrung des Fotogepäcks im Auto irgendwie sicherer) und machten uns auf den Weg zum Frühstück. Nachdem wir gestern Abend noch draußen essen durften, fand das Frühstück im recht einfach gehaltenen Speiseraum statt. Eierspeisen gab es auf Bestellung, der Rest war – wenn auch nicht immer aufgefüllt – auf einem kleinen Büffet aufgebaut. Das Besteck war interessanterweise etwas willkürlich verteilt worden. An manchen Plätzen gab es Gabeln, aber keine Messer, manche hatten nur einen Löffel. Mara war erst einmal damit beschäftigt, uns die Utensilien fürs Frühstück zusammenzusuchen. 😎
Insgesamt haben wir in Namibia schon deutlich besser gefrühstückt, aber im Rahmen eines reinen Zwischenstops absolut okay.
Nachdem wir uns beim letzten Geldziehen in Lüderitz bei der benötigten Menge doch ein bisschen verschätzt hatten, versuchte ich kurz vor der Abfahrt unsere restlichen Namibia-Dollar an der Rezeption noch in Rand umzutauschen. Nachdem gestern aber auch schon jemand diese Idee hatte, waren leider keine Rand mehr vorrätig. Egal, dann kommt der Restbetrag eben wieder in unsere Reisesammelkasse und wird für eine weitere NAM-Reise in ein paar Jahren verwendet. 🙂
Wir fuhren wieder zurück auf die C 13, von der wir gestern abgebogen waren und der Grenze entgegen bis nach Noordoewer. Die Fahrt führte uns wieder an vielen Traubengärten und einigen kleinen Farmstalls vorbei. Die Landschaft entlang des Oranje ist wirklich beeindruckend grün. In Noordoewer tankten wir noch einmal voll. Zu Maras Freude beschloss Micha, einen Teil unserer restlichen N$ noch in Eis umzusetzen. Okay, dann also Eis kurz nach dem Frühstück, es ist ja Urlaub… 😗
Und dann standen wir auch schon an der Grenze. Nachdem wir uns auf der namibischen Seite aufgrund unaufmerksamen Lesens der Beschilderung kurz auf die Einreiseseite verirrt hatten, klappte es dann auf der Ausreiseseite auch zügig und mit einem weiteren Stempel im Pass verließen wir unsere „Abenteuer Namibia“ mit doch etwas schwerem Herzen. Schön wars, Namibia hat uns erneut in seinen Bann gezogen. Wir werden sicher wiederkommen und Mara auch noch den Norden des Landes zeigen.
Wir fuhren ein kurzes Stück weiter, querten die Brücke über den Oranje und reisten an der Grenzstation Vioolsdrift wieder nach Südafrika ein. Dort ist das Ganze übrigens etwas logischer aufgebaut als in NAM. Jeder erforderliche Schritt ist mit den Ziffern 1- 2- 3 überschrieben, so kann man sich quasi nicht verirren. Auch hier wurde übrigens unsere internationale Geburtsurkunde für Mara wieder genau studiert.
Danach folgte eine relativ unspektakuläre Stunde Fahrt auf der N7 bis nach Springbok. Ab und an mal ein Blümchen am Wegesrand, aber wirklich viel zu sehen gab es nicht. Da waren die diversen Gespanne, die uns mit vollgepackten Allradfahrzeugen plus High-Tec-Anhänger entgegenkamen, fast spannender. 😉
In Springbok ließen wir uns von unserem Navi erst mal zum Supermarkt lotsen. Da wir im Naries Namaqua Retreat ja eines der beiden Ferienhäuser gebucht hatten und mit Mara nicht ins Restaurant zum Essen durften (dazu später noch mehr), war zumindest teilweise Selbstversorgung angesagt. Der Spar ist zwar von der Parksituation her leicht chaotisch, aber sehr gut sortiert. Auch die frisch gebackene Pizza, die man dort stückweise mitnehmen kann, ist sehr lecker. Von der großen Auswahl an diversen stückweise zu kaufenden Keksen ganz zu schweigen.
Voll beladen mit diversen notwendigen und weniger notwendigen, aber glücklichmachenden Dingen, verließen wir einige Zeit später Springbock und machen uns auf die ca. 27 km lange Strecke zum Naries Namaqua Retreat. Naries hatte ich aufgrund der diversen sehr positiven Bewertungen im Forum gebucht. Ich gebe allerdings zu, dass ich Naries immer bei Springbok und nicht fast 30 km außerhalb verortet habe. Das ist definitiv meine Schuld, ich hätte genauer hinschauen sollen. Als ich dann im Vorfeld der Reise mein Roadbook zusammengestellt habe und dabei festzustellen musste, dass wir egal ob auf dem Weg zum Goegap Nature Reserve oder in den Namaqua National Park diese Strecke jedes Mal wieder komplett zurückfahren müssen, war ich mit meiner Entscheidung nicht mehr ganz so glücklich.
In Naries angekommen, wurden wir erst mal von einem ziemlich großen Hund begrüßt. Keine Ahnung, welche Rasse, er war groß. Und definitiv nicht so nett und niedlich wie Amir. Als wir dann nach dem Klingeln ins Hauptgebäude gelassen wurden, kam gleich mal die Anweisung, dass Mara sich nur hier im ersten Raum aufhalten dürfe, weil alle anderen Räume für Kinder nicht erlaubt seien. Ähm, ja. Mara stand in diesem Moment übrigens ganz ruhig da und schaut sich die Auslage im Verkaufs-Schrank an. Weder sie noch wir machten Anstalten, uns weitere Räume anschauen zu wollen. 😐
Wir checkten ein und gingen nochmals ausführlich unsere Liste mit den Essensbestellungen durch. Naries bietet für die Gäste der Ferienhäuser die Möglichkeit, sich das Essen ins Haus liefern zu lassen. Da wir gerne das so leckere Naries-Essen probieren wollten, hatte ich für Micha und Micha zweimal Abendessen und einmal Frühstück für uns alle drei bestellt. Vorab per Mail mit konkretem Datum und beim Einchecken auch nochmals besprochen. Wir fragten noch nach Wanderwegen, da wir am Nachmittag noch ein bisschen losziehen wollten. Kein Problem, wir würden eine Karte mitbekommen. 😗
Die Fahrt von der Rezeption zum Ferienhaus dauerte nur wenige Minuten. Wir hatten Ferienhaus Nr. 2, das hintere.
Einziges kleines Manko: Die Straße, die man auf dem Bild sieht, ist die Straße von Springbok nach Kleinzee an der Küste. Es fahren nicht wahnsinnig viele Autos, aber in der Stille hört man sie doch recht deutlich.
Innen ist das Haus sehr schön eingerichtet:
Zwei Schlafzimmer, zwei Badezimmer, ein schöner offener Kamin (Holz kann man vorbestellen), sowie eine ordentlich eingerichtete Küche. Das hat uns sehr gut gefallen.
Ein bisschen merkwürdig fand ich, dass es zwar diverse Infobroschüren zur Naries selbst gab, aber keinerlei Infos, wie das mit dem Haus abläuft: Ob es einen Hausservice gibt, ob man selbst abspülen muss etc. Wenn ich gewusst hätte, dass es dazu nichts gibt, hätte ich beim Check-In natürlich gefragt. Aber solche Infos gibt es ja sogar bei Sanparks. 😗
Nach ein bisschen auspacken und ausruhen wollten wir das Nairies-Gelände ein bisschen erkunden. Nur fehlte in unseren Unterlagen der versprochene Plan. Also alles eingepackt und erst mal wieder zum Haupthaus gefahren (Mara und ich blieben gleich freiwillig im Auto), um dann mit dem Plan bis oben zum Aussichtspunkt zu fahren. Von dort aus starten die meisten Wanderungen.
Nachdem es sich dabei jeweils um One-way-Touren handelt, man also entweder anschließend die Strecke bis zum Auto wieder hochlaufen muss oder einen Fahrservice braucht, haben wir uns dazu entscheiden, einfach dort oben ein bisschen durch die Gegend zu streunen. Nachdem wir noch nie zuvor in dieser Gegend waren, kann ich zur Blumenblüte wenig sagen. Angeblich würde es dieses Jahr angesichts des geringen Regens eher verhalten blühen. Wir hatten trotzdem viel Spaß:
Von größeren Blumenfeldern war aber hier nichts zu sehen.
Auf dem Weg nach unten noch ein Blick auf die Mountain Suites:
Während ich in der Küche gerade das Nudelwasser aufsetzte, fiel mein Blick zu fällig nach draußen:
Ein XXL-Hase. Wirklich süß!
Nach einem leckeren Pasta mit Tomatensauce-Abendessen genossen wir noch eine Weile unsere gemütliche Sofalandschaft, bevor wir dann auch ins Bett fielen. Mara war total glücklich, endlich mal wieder ein Zimmer für sich alleine zu haben. Vorher richtete ich mir allerdings noch das Fotoequipment für morgen früh hin. Ich wollte den Sonnenaufgang einfangen….
speed66751 Beiträge · seit 201117. Nov. 2016 · #97
... wie schön, dass Drängeln geholfen hat 😉 und dann sogar noch früher als versprochen... 😉
Das ware eine sehr schöne Milchkaffee-Pause - danke dir! VG, Nette
mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200620. Nov. 2016 · #98
Hallo zusammen,
danke an alle treuen "Danke-Button-Drücker"! Nette, ich freu mich, dass ich Deine Pause versüßen konnte! 🙂
Donnerstag, 18.08.2016: Frühling im Namaqualand
Eigentlich wollte ich ja heute mit dem Sonnenaufgang starten. Aber irgendwie war das Bett so gemütlich, dass ich mir das Aufgehen der Sonne zwar gerne vom Bett aus anschaute, zu mehr aber noch nicht in der Lage war. Morgen ist ja auch noch ein Tag…. 😗
Heute stand ein Besuch des Namaqua Nationalparks auf dem Programm. Von Naries aus ist das eine reine Anfahrtsstrecke von über 100 km. Bis auf eine Baustellen mit ca. 10 min Wartezeit sind wir zwar auf der N7 flott vorangekommen, aber wie schon gestern geschrieben, fanden wir die Entfernung schon ziemlich weit. Vor allem, weil der Park so im Nachhinein betrachtet auch definitiv mehr als einen Tagesbesuch verdient. Ein Großteil des Parks lässt sich bei einem Tagesbesuch gar nicht kennenlernen. 🙁
Nachdem wir bei Kamieskroon von der N7 abgefahren waren, lagen noch 17 km Gravel vor uns, bevor wir das Tor zum Park erreichten. Dort wartete erst mal eine Autoschlange, da an erster Position ein Bus stand. Die drei Damen am Eingang waren aber äußerst effizient und sorgten dafür, dass die Fahrzeuge, die hinter dem Bus schon abgefertigt waren, an ihm vorbeifahren konnten und sich die Wartezeit so in Grenzen hielt. Man entschuldigte sich sogar bei uns, dass wir warten mussten. 😊
Unser erster Stop im Park war Infogebäude mit Shop, in dem wir uns zum einen mit einem wirklich schönen Information Guide zum Park versorgten und zusätzlich auch noch eine Erklärungshilfe zu den Blumen mitnahmen. Der Mitarbeiter erklärte uns noch ausführlich die Wandermöglichkeiten und gab und eine Karte mit.
Zunächst fuhren wir mit dem Auto die Skilpad Flower Route entlang. Start ist am Sklipad Office. Vorbei an der Abzweigung zum Restcamp und dem Viewpoint kommt man dann wieder zurück zum Office. Das Ganze ist eigentlich als Einbahnstraße gedacht und entsprechend ausgeschildert. Wir waren erstaunt, wie viele Menschen es trotzdem offenbar schwer fällt, die Tour in die richtige Richtung zu fahren. 😈
Wir haben für die Rundtour ungefähr 1 ½ Stunden gebraucht. Man kann dort sicherlich noch viel mehr Zeit verbringen, aber angesichts des doch recht regen Verkehrs und zweier Busse haben wir zwar oft zum Fotografieren angehalten, uns aber dazu entschieden, lieber später noch eine ausführliche Tour zu Fuß zu machen.
Ich weiß ja nicht, wie es hier aussieht, wenn es ein gutes Blumenjahr ist, aber auch dieses angelblich doch eher mäßige Blumenjahr hat uns absolut begeistert.
Es wird übrigens sowohl auf der Karte, die wir an der Info bekommen haben, also auch auf diversen Schilden darum gebeten, keinesfalls in die Blumenfelder zu laufen, sondern nur vom Rand aus zu fotografieren. Das hat viele Besucher leider gar nicht interessiert. Da wurde ohne Rücksicht auf Verluste quer durchs Feld getrampelt, um dann mit dem Handy ein Foto zu knipsen. 🙁
Vermutlich deshalb mussten sich sämtliche Bustouristen am Roof of Namaqua-Punkt von zwei Mitarbeitern des Busunternehmens säuberlichst die Schuhe mit einem Handfeger abkehren lassen, bevor sie wieder in den Bus steigen durften. Wirklich faszinierend, ich hätte das Spektakel zu gerne fotografiert…. 🤩
Hier noch ein paar Eindrücke unserer Sichtungen aus Flora und Fauna. Wobei sich die Fauna hier eher scheu zeigt und schnell die Flucht ergreift…
Am Viewpoint geht dann auch der Allrad-Trail ab, der Richtung Soebastsfontain und damit weiter ins Parkinnere führt, ab. Wir haben auf unserer Tour wirklich nur einen ganz kleinen Teil des Parks kennenlernen dürfen. Wenn wir nochmals in die Gegend kommen würde ich mehrere Nächte im Park planen und mich von der Sklipad-Region Richtung Küste vorarbeiten. Während der Blütezeit gibt es hier Tented Camps, die sicherlich ein besonderes Erlebnis sind. Schade, dass ich das nicht vorher wusste… 🙁
Da wir heute Morgen nicht allzu ausführlich gefrühstückt hatten, beschlossen wir vor der Wanderung noch einen Stopp im Farm Stall mit angeschlossenem Restaurant zu machen. Man kann dort sehr schön draußen sitzen. Auf der Karte stehen diverse Sandwiches, Pommes und andere Kleinigkeiten zu äußerst günstigen Preisen. Auch hier war der Service wieder sehr nett. Toll fanden wir übrigens auch, dass auf der Route ein Parkranger unterwegs ist, der wohl zum einen ein bisschen nach dem Rechten sieht, zum anderen aber auch für Infos zur Verfügung steht. Wer also näheres zu seinen Sichtungen wissen wollte, bekam dort ausführliche Informationen.
Fortsetzung folgt angesichts der zahlreichen noch kommenden Fotos in einem zweiten Teil…