BAbabsiThemenstarter67 Beiträge · seit 201627. Aug. 2016 · #1
Wir 7 hatten eine ziemliche Standardroute durch Namibia gebucht und so wäre dies wohl einer der vielen Standard-Reiseberichte (da hat sich doch kürzlich wer in einem Thread beschwert,oder?) geworden, wenn nichts passiert wäre. So berichte ich nun live aus der Lady Pohamba Lodge in Windhuk 😗 was mir passiert ist. AfrikaFieber oder sowas kommt dabei bestimmt nicht auf. Daher kann ich es niemandem verdenken, wenn er/sie nicht mitfahren möchte. Dem Auto ist aber nichts passiert - versprochen - es fährt immer noch und ihr wärt darin sicher. Leider habe ich jetzt viel viel Zeit und schreibe mal drauflos. Wem es zu lang wird der soll..... ja weiß ich jetz auch nicht......schneller lesen oder so 😛 Entschuldigt Bitte auch die Schreibfehler, ich tipple am Handy. Los geht's.
Wer nicht den ganzen, langen Bericht lesen möchte, findet hier eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse und ein paar Tipps/Gedanken zu sicherem Reisen in Namibia
BAbabsiThemenstarter67 Beiträge · seit 201627. Aug. 2016 · #2
Öhhh, Fomis,bin ich da jetzt richtig? Schreib ich weiter mit "Thema beantworten "? Danke Babsi
Riedfrosch1'335 Beiträge · seit 200627. Aug. 2016 · #3
Du klickst unten rechts unter Deinem Beitrag oder Thema beantworten.
Bin gespannt! Würde gerne was lesen darüber.
Du triffst damit auf ein eher verschwiegenes Thema, eines, das wir mitunter gerne ignorieren! Ich finde das sehr wichtig, dass wir auch darüber mal sprechen: Was ist, wenn der Urlaub durch besondere Erlebnisse negativ tangiert wird? Was ist, wenn inmitten der südafrikanischen Schönheit etwas passiert, das mir den Urlaub und/oder die Urlaubslaune nimmt.
Wir haben das schon erlebt. Dann zählen keine Elefanten mehr, wie Du schon schreibst.
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Riedfrosch1'335 Beiträge · seit 200627. Aug. 2016 · #4
BAbabsiThemenstarter67 Beiträge · seit 201627. Aug. 2016 · #5
Hallo Riedfrosch, passt schon so. ( Der vorige Thread war kein Bericht sondern meine Frage um Hilfe, als ich in der ersten Nacht verzweifelt im Bett lag. ) Also los jetzt mit "beantworten" LG Babsi
BAbabsiThemenstarter67 Beiträge · seit 201627. Aug. 2016 · #6
Also, here we go: Wir sind zu siebt am 13. August in Windhuk gelandet. Alles super. Danach Station in Bagatelle Game Ranch, Desert Quiver Camp, Beach Hotel in Swapokmund, Onduruquea bei Omaruru und sind dann, am Montag, den 22. AUGUST in der Rustig Toko Lodge bei Kamanjab angekommen. Die Lodge liegt nach 13 km Gravelpad, abseits der Route Korixas, Kamanjab, Outjo. Sie ist in einen Hang gebaut. Davor, unten in der Ebene gibt es ein beleuchtetes Wasserloch. Durch die Dürre in Zentralnamibia ist es wahnsinnig staubig und es gibt kaum Tiere. Leider war auch das Fahrzeug der Lodge kaputt und so konnte der allseits gelobte Nightdrive leider nicht stattfinden. Wir beschlossen daher am nächsten Tag eine nahe gelegene Geparde Farm zu besuchen.
Hi Babsi, also so eine SCHE...., das braucht kein Mensch und sicher nicht in der wichstige zeit im Jahr im URLAUB 🤢 🤢
Ich finde es total abgefahren, das Du nun aus dem Krankenhaus einen Reisebericht schreibst, DAS nenne ich FOMIE Treue 😘 😘
Mache Dir keinen Kopf wegen Fehler, wenn wir was nicht verstehen, können wir ja fragen oder ? Sehr gut , das es ein gutes Krankenhaus ist, weil dann kan man ja mal sicher sein das die Knochen wieder richtig zusammen kommen. Ich sitze im "Auto" und warte auf eine Weitere Folge.. 😁
Liebe Grüße
Cécile 😁
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway
Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia"
http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html
Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung....
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html
2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana.
2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik.
2012 Namibia und KTP
2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP
2014 Kapstadt und Kruger NP
2015 Kruger National Park
2016 kruger National Park
2017 Kruger National Park
2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
BAbabsiThemenstarter67 Beiträge · seit 201627. Aug. 2016 · #8
Dienstag, 23. August, Rustig Toko Lodge
Nach einem ordentlichen Frühstück besuchten wir das Himbadorf direkt bei der Lodge. Man kann zu Fuß hingehen. Das war für mich eine eher unangenehme Erfahrung, aber das erzähle ich mal an anderer Stelle. Nachmittags machten wir uns auf den Weg zur Gepardenfarm. Man hat dort direkten Kontakt zu 3 dieser wundervollen Tiere. Verschwitzt und staubig kehrten wir pünktlich zum Sundowner in unsere Lodge zurück.
Das Lapafeuer war uns zu rauchig, also gingen wir zum Pool. Das Licht war dort ausgeschaltet worden, denn andere Gäste hofften Stachelschweinis zu beobachten. Dann machte ich mich auf den Weg zur Dusche. Den Pool hatte ich komplett vergessen und es gab jauch kein Licht. Da ist es passiert. Mein rechter Fuß tritt ins Leere (also ins Wasser ), mein linker Fuß holt aus und kracht mit dem Innenrist auf die Kante des Pools und wird dabei nach außen weg gedreht. Noch bevor ich ganz untergetaucht bin, weiß ich, Ende Gelände, Fuß kaputt. Die anderen fangen an zu lachen bis ich den Kopf aus dem Wasser bekomme und der Ernst der Lage klar wird. Meine Leute ziehen mich schnell raus. Den Fuss lass ich gleich im Pool hängen, den der ist schön kalt. Ich schlotterte vom Schock, aber der war nicht so arg schlimm. Mir war nicht übel. Vielleicht hat auch da das kalte Wasser geholfen. Noch am Pool Rand helfen mir alle, trockene Sachen anzuziehen. Die Lodge Besitzer Nico und Carola kümmern sich rührend um mich. Nicole bietet an, mich nach Outjo zu fahren. Nachdem es aber stockdunkel ist und er bereits 500km an dem Tag gefahren ist, haben wir diese Idee wieder verworfen. An einen Bruch hat da eh noch niemand so recht geglaubt.
So, bin erledigt. Morgen geht's weiter.
BAbabsiThemenstarter67 Beiträge · seit 201628. Aug. 2016 · #9
Immer noch Dienstag, 23. August, Rustig Toko Lodge
Mein Knöchel wird innerhalb von Sekunden dick. Ich wimmere ein wenig, aber alles im Rahmen. Alle Anwesenden poolen ihre Medikament. Ibuprofen, Voltaren und ein paar Salben. Unter den Gästen gibt es leider keinen Arzt. Wir beschließen also in der Lodge zu bleiben und mich mit Voltaren über die Nacht zu retten. Mein Mann telefoniert da schon ausgiebig mit der Versicherung. Sie rät uns sofort nach Korixas in die staatliche Klinik zu fahren. Nachts??? 100 km Wellblech??? Die Klinik dort ginge überhaupt gar nicht, meinen noch dazu Lodge Besitzer Nico und Carola!!! Schon da kommen uns erste Zweifel ob die Versicherung irgendeinen Plan hat bezüglich der Verhältnisse in Namibia. Irgendwen zu fragen hat man sich wohl auch die Mühe nicht gemacht.
(Zu diesem Zeitpunkt machte ich mir erstmals richtige Sorgen um die ärztliche Versorgung in Namibia. Man meint ja immer, man wäre gut versichert und damit nicht in Gefahr. Aber was wäre, wenn eine echt gefährliche Verletzung (SchädelBruch, Wirbelsäule, offener Bruch etc,) entstanden oder ein Kind betroffen wäre? Zwischen uns und Outjo, also einem Arzt, lagen zum Beispiel 13km Wellblech (aktuell mittelgut) und 180 km Straße. Nachts ist ein sicherer Transport so gut wie unmöglich. Gerade wer mit Kindern unterwegs ist, sollte sich darüber im Klaren sein. Ob die Flugrettung nachts vielleicht fliegen würde, weiss ich allerdings nicht.)
So, aber weiter mit meiner Geschichte. Ich schluckte 2 Voltaren, aß ein paar Löffel Süppchen und einen Bissen Fleisch. Der Gedanke mich jetzt ins Bett zu legen , eswar erst 20 Uhr, und mich dann bis zum nächsten Tag zu wälzen, schien mir unerträglich. Zu dritt, zwei Mann mich, und einer das Bein, schleppten sie mich auf den vorbereiteten Thron in meinem Zimmer. Dort versammelten wir uns, tranken zur allgemeinen Beruhigung ein, zwei Glas Wein und spielten 6 nimmt.
BAbabsiThemenstarter67 Beiträge · seit 201628. Aug. 2016 · #10
Liebe Cecile, schön, dass Du dabei bist. Danke fürs Mitfühlen LG Babsi
oh mein Gott, ist das ein Scheiß !!! 🙁 🙁 🙁 Ich wünsche Dir, dass alles gut geht in den OPs und die Knochen schnell wieder zusammen wachsen. Sei froh, dass Du inzwischen in einem modernen Krankenhaus untergebracht bist. Das ist tatsächlich Glück im Unglück. Ich war mal mit einer Lungenentzündung 5 Tage in Botswana stationär in einem (schwarzen) Krankenhaus. Der Arzt war spitze, die Unterbringung - das war nicht witzig! 🤩 🤩 🤩
BAbabsiThemenstarter67 Beiträge · seit 201628. Aug. 2016 · #12
Liebe Petra, Du hast recht. Ich bin unglaublich sehr froh in diesem Krankenhaus zu sein, nachdem wir ja auch schon ein paar Varianten durch hatten. Aber dazu später mehr. Die Nacht hier war soeben unerfreulich und kurz, deswegen bin ich schon wiedher online. Schön, dass Du dabei bist. LG Babsi
BAbabsiThemenstarter67 Beiträge · seit 201628. Aug. 2016 · #13
Immer noch Dienstag, 23. August, Rustig Toko Lodge
Mein Mann und die übrige Familie kümmert sich mit vollem Einsatz um mich. Jeder Wunsch wird von den Augen abgelesen, nix ist zuviel. Nur so hält man allerdings psychisch auch gut durch. Ich werde also nach unserem heiteren Spieleabend ins Bett verfrachtet, der Fuß schön auf Decken gelagert und durchgehend gekühlt. Noch ein Ibuprofen eingeworfen und ... Gute Nacht. Ich liege soweit ganz ok. Die Schmerzen sind da, aber erträglich. An Schlaf ist aber nicht zu denken denn mir gehen tausend Gedanken durch den Kopf. Das will jetzt niemand wissen, aber die Medikamente bringen meine Verdauung in Schwung und ich muss durch die Nacht viermal meinen Mann wecken, der mich dann von hinten unter den Armen packt wärend ich meinen Fuß halte und so, halb gehüpft und halb geschleift begeben wir uns zum stillen Örtchen. . Also Mädels, was lernen wir daraus???Immer schön auf die Linie achten! Gute 60 kg gingen gerade noch so.
Mein Akku schwächelt. Muss Pause machen. Bis später.
BAbabsiThemenstarter67 Beiträge · seit 201628. Aug. 2016 · #14
Immer noch Dienstag, 23. August, Rustig Toko Lodge
Aber ganz im Ernst. Es war sehr anstrengend und nicht lustig durch die Nacht zu kommen. Jede kleine Erschütterung war aua, drehen unmöglich. Als ich einmal den Fuß mit den Händen umzulagern versuchte, fühlte ich wie sich innen knurspelnd Knochenteile verschoben. Das ist ein schreckliches Gefühl, wie umgebogen Fingernägel, nur schlimmer. Da war ich dann mit den Nerven etwas am Ende und schrieb meinen ersten Post an Euch. Leider hatte ich keine Gelegenheit mehr, die Antworten noch zu lesen. Doch sogar diese Nacht ging zuende.
auch von mir gute Besserung. Ich hoffe, die OP ist gut verlaufen und es geht jetzt wieder bergauf.
Als ich 2013 in Namibia ein Krankenhaus benötigt habe, wurde ich von unserer Versicherung sofort nach Windhoek geschickt. Dort bist Du auf jeden Fall in sehr guten Händen. 🙂
Herzliche Grüße Kerstin
BAbabsiThemenstarter67 Beiträge · seit 201628. Aug. 2016 · #18
Danke für die guten Wünsche.
Mittwoch, 24. .August, auf dem Weg nach Otjewarongo
Frühstück wurde mir ans Bett gebracht. Ein Toast, ein Löffel Rührei, 2 Ibuprofen, mehr ging nicht. Mein Mann telefoniert wieder eifrig mit der Versicherung. Aber die wollten erst mal Fakten, ärztliche Befunde und RöntgenBilder. Geholfen wurden wir da nicht. Vielleicht hätte ich ihnen ein Sammelbildchen von meinem Fuß schicken sollen. Der Fuß war bei Tageslicht besehen um 45 Grad nach außen verdreht ,geschwollen, und hatte AusbeuLungen von Knochen wo keine sein sollten. Nach Anraten von Nico und Carola machten wir uns auf den Weg nach Otjewarongo, wo es eine ordentliche Klinik geben sollte. Im Auto wurde ein neuer Thron über drei Sitze gebaut, die Prinzessin wurde angeliefert und los ging die Fahrt. Die ersten 13 km sind Pad, da beißt die Maus keinen Huckel ab. Wir ...au... haben...aua...fast .... uahh ...eine Stunde für die Strecke gebraucht. Dann lief es aber rund bis Outjo. Dort Pinkelpause, alle Mann raus, Schlepp, schlepp, Schlepp, alle Mann wieder rein. Weiter geht's. In Otjewarongo angekommen war mein Geduldsfaden schon etwas knapp bemessen. Wir fragen nach der Klinik und folgen den Anweisungen. Endlich sind wir da. Alle wieder raus und schlepp, schlepp, schlepp rein in die Klinik. Ohaa, wo sind wir denn da gelandet? Es sieht nicht gerade einladend aus. Alles alt und schäbig und nicht arg sauber und die Leute erst! Niemand sagt was, fragt was oder würdigt uns auch nur eines Blickes. Es laufen eine Menge Leute herum. Also von rechts nach links und wieder zurück. Und dann kommen sie wieder. Meistens dickliche Matronen mit Hühnerbeinen und geglätteten Kurzhaarfrisuren, die alle gleich intensiv desinteressiert dreinschauen. Hin und her und her und hin. Wir stoppen ein Hühnerbein und fragen nach einem Arzt. "X-Ray only at 2 o clock" erfahren wir. Ich würde jetzt wirklich gerne einen weißen Kittel mit Schmerzmittel auftauchen sehen, aber Fehlanzeige. Neben Matronen Hühnerbein gibt es auch eine junge Frau mit wachen, intelligenten Augen. Die merken wir uns, denn die kommt später noch mal vor. Nachfragen ergeben dass wir "sheet" von Doctor brauchen um eine RöntgenAufnahme zu bekommen. Weiteres Nachfragen ergibt, wir sind an der falschen Adresse. Wir müssen in die Mediclinic ein paar Ecken weiter, und dies war die Government Clinic. Also nach 20 Minuten schlepp, schlepp, schlepp, alle wieder ins Auto und los. Ich bin froh aber mein Geduldsfaden ist selbstauflösend.
BAbabsiThemenstarter67 Beiträge · seit 201628. Aug. 2016 · #19
Mittwoch, 24. .August, Otjiwarongo
Um zwei Ecken ist die Mediclinic gefunden. Mein Mann saust rein und ich schluchze ein wenig denn von dem vielen hin und her tut mein Hühnerbein nun doch ordentlich weh. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt mein Mann mit einem Rollstuhl und noch ein Hub und Schub (aua Pflastersteine, autsch die Türschwelle) und ich bin drin. Hell, sauber, freundlich und, u.a., auch weißhäutiges Personal. Gerettet! Ich muss nicht warten und werde sofort zum Arzt gebracht. "Labert nicht so lange", denke ich mir. Ich will ein Schmerzmittel! JETZT! !!" Ich bekomme endlich eine Spritze, also ein Spritzchen und merke auch kaum was davon. Zum Röntgenlabor müssen wir nochmal mit dem Auto fahren. Ich will nicht mehr und protestiere, aber hilft nix. Also nochmal ins Auto, wieder raus. Irgendwer stößt dabei immer an meinen Fuß an. Der Röntgenassistent ist freundlich und sehr,sehr vorsichtig. Nach 8 Aufnahmen ist nun wenigstens klar, ich habe nicht umsonst rum gejammert. 2 Brüche im Sprunggelenk und irgendwas von Luxation wurde gesagt. Bitte jetzt ein richtiges Schmerzmittel und ein Bett! Der Doktor ist sehr freundlich und macht einen kompetenten Eindruck, auch wenn er mich dauernd "my dear" nennt. Er baut mir eine provisorische Schiene ans Bein und die Schwester spritzt Morphin, von dem einiges daneben läuft. Schon 2 Stunden später brauche ich noch mehr. Nach einigem Hin und Her stimmt Dr. My dear zu und ich bekomme mehr und dann abends nochmal mehr. Dr. Klaasen, wie er richtig heißt, erkennt die Situation und will uns direkt am nächsten Tag per Ambulanz nach Windhuk zur OP schicken.Hätten wir mal einfach machen sollen. Aber wir waren ziemlich durcheinander, wollten lieber nach Hause und der Versicherung nicht vorgreifen.