Info zu D3700 Epupa Falls nach Kunene River Lodge

11 Antworten · 3'601 Aufrufe · gestartet 04. Juni 2016 von Ingrid56
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Themenstarter88 Beiträge · seit 201204. Juni 2016 · #1
Liebe Fomis,

wir sind gerade von unserer 4. Reise nach Namibia zurückgekommen und waren wieder sehr begeistert. Als Info für alle, die demnächst in die Gegend Kunene möchten: Die D3700 zwischen Epupa Falls Lodge und Kunene River Lodge wird zur Zeit ausgebaut und war vor 2 Wochen so weit fertig, dass man sie problemlos mit einem Hillux fahren konnte, mit einem normalen Auto (Golf etc) würde ich es allerdings nicht machen. Wir haben mit vielen Fotostops für die Strecke 4h gebraucht. Laut Reiseführer soll diese Strecke ja früher praktisch nicht befahrbar gewesen sein.

Viele Grüsse
Ingrid
538 Beiträge · seit 201204. Juni 2016 · #2
Hallo Ingrid,
das ist ja mal eine echte News!
Hättest Du noch ein paar Ergänzungen? - Wie ist die Strecke landschaftlich, wie ist sie im Vergleich zur bisherigen Strecke, von Epupa zurück bis Otjiveze, und dann über die D3701?

Vielen Dank im voraus, und liebe Grüsse,
Rolf
Themenstarter88 Beiträge · seit 201205. Juni 2016 · #3
Hallo Rolf,

landschaftlich würde ich sagen ist die Strecke schöner, da man oft den Kunene sieht, wenn man auch nicht immer direkt am Ufer fährt. Vom Fahranspruch ist es eine ziemliche Achterbahn, aber das ist die C43 ja eigentlich auch, wie gesagt mit einem 4x4 problemlos. Eine einzige Stelle (ca. 300m), die noch nicht ausgebaut war hat etwas Nachdenken erfordert, wie man fährt.
Die Strecke war vor 2 Wochen noch nicht ganz fertig, bei der Kuenene Riverlodge hat man aber damit gerechnet, dass dies in ca. 1 Monat der Fall sein wird (wie weit derartige Zeitabschätzung in Namibia verlässlich sind, weiss ich aber nicht 😎 ) . Auch die Strecke Kunene Riverlodge Ruacana soll ausgebaut werden, aber die konnte man so auch schon recht gut fahren.

Womit man rechnen muss, sind relativ viele Kinder, die 10 $ "Wegzoll" wollen, ob einem das stört ist sicher Geschmacksache.

Viele Grüsse
Ingrid
zuletzt bearbeitet 05. Juni 2016
538 Beiträge · seit 201205. Juni 2016 · #4
Hallo Ingrid,
vielen Dank für Deine Antwort, liest sich ja vielversprechend!
Ich denke, wir werden's einfach mal probieren. Tja und das "Kindergeld" - irgendwo werden sie's ja gelernt haben. Ich habe an anderer Stelle im Gegenzug auch schon mal um Geld gebeten - was man erntet ist ungläubiges Staunen, und dann Gelächter.
Immerhin durfte ich dann passieren ;))

Schreibt ihr einen RB?

LG,
Rolf
12 Beiträge · seit 201612. Juni 2016 · #5
Wir sind die D3700 gerade mit einem 17to Reisemobil gefahren. Es geht. Einige Bäume standen im Weg und eine neue Lackierung ist fällig 😉 . Schade, dass die Strasse ausgebaut wird. Mit dem normalen 4x4 auf jeden Fall machbar.

Dass die noch nicht ausgebauten 20km in einem Monat fertig sein sollen glaube ich nicht. Eher im selben Monat nächstes Jahr.

Grüße aus dem Epupa Camp
911 Beiträge · seit 200712. Juni 2016 · #6
Im März 2015 habe ich die Arbeiten etwas beobachten können und habe gestaunt, wie schnell das voran ging. Danach halte ich es - so erstaunlich das für Namibia ist - nicht ganz unwahrscheinlich, dass die 20 km bald fertig sind. Man wird sehen....
Aber etwas schade ist es um die Strecke, die zwar anspruchsvoll, aber interessant und landschaftlich schön war. Ob die "Autobahn" das noch bietet, bezweifle ich.

Grüße
Helgi
Reisebericht 2012: 8 Löwen und ein Oryx
zuletzt bearbeitet 12. Juni 2016
7'296 Beiträge · seit 200612. Juni 2016 · #7
heuchef schrieb:
Aber etwas schade ist es um die Strecke, die zwar anspruchsvoll, aber interessant und landschaftlich schön war. Ob die "Autobahn" das noch bietet, bezweifle ich.
... für mich war diese Strecke ein weiteres Ziel und es hätte eine Wanderung werden sollen. Jetzt ist es uninteressant geworden.
Danke an Ingrid für die Info.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
5'479 Beiträge · seit 200913. Juni 2016 · #8
Sehr schade. Damit ist ein weiteres Stück Einsamkeit und Abenteuer aus Namibia verschwunden.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
2'338 Beiträge · seit 200713. Juni 2016 · #9
Hallo zusammen

Wollt ihr den Afrikanern den Fortschritt verwehren nur weil ihr euch im Urlaub auf Rüttelpisten austoben möchtet?

Daheim regt man sich über jedes Schlagloch auf und schreit nach Ausbesserung. In Afrika hingegen sucht man möglichst schlechte Pisten und hofft, dass sie nie repariert werden. Mal darüber nachgedacht, dass es auch Einheimische gibt, die für jede neue, gut befahrbare Strasse dankbar sind, da sie im Gegensatz zu den Touristen nicht zum Spass unterwegs sind?

LG Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
5'479 Beiträge · seit 200913. Juni 2016 · #10
Hallo Erika,

ganz gewiss nicht. Deshalb hatte ich mich seinerzeit z.B. auch nicht in die Kritik an der Asphaltstraße von Ngoma Bridge nach Kachikau eingereiht, denn dort wurden Ortschaften an das Verkehrsnetz angebunden.
Epupa Falls ist aber schon gut angebunden und alle Bereiche östlich von Swaartbooisdrift ebenfalls. Dazwischen gibt es keine dauerhaften Siedlungen. Der Ausbau hat nichts mit Fortschritt zu tun, sondern mit Grenzsicherung zu Angola.
Abgesehen davon stehe ich dazu, in Afrika Natur und Abgeschiedenheit zu suchen. Sollte das aufgrund des "Fortschritts" irgendwann in Afrika nicht mehr zu finden sein, werde ich mich nach neuen Reisezielen umsehen. Afrika ist kein Selbstzweck für mich.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
2'338 Beiträge · seit 200713. Juni 2016 · #11
Hallo zusammen

Natürlich sucht man gerade in Namibia die Einsamkeit und Ursprünglichkeit, oder besser gesagt das, was noch davon übrig ist. Wenn ich aber zurückblicke, muss ich schon sagen, dass verglichen mit früher nicht mehr viele wirklich unberührte Gegenden übrig geblieben sind.

Nur ein Beispiel:
Als wir 1986 zum ersten Mal an den Epupa-Fällen waren, gabs noch keinen Campingplatz und erstrecht keine Lodge oder gar Souvenirstände. Keine einzige Hütte stand dort, wo sich jetzt eine ganze Siedlung befindet. Ich bin mir sicher, dass die Leute, die nun dort wohnen, nach und nach durch den Tourismus angelockt wurden und größtenteils gar keine Himbas sind. In den letzten Jahren hat sich Epupa dermaßen verändert, dass wir uns vor längerer Zeit dazu entschlossen haben, diesen Ort nie mehr aufzusuchen. Kein Vergleich mehr zu früher, als Epupa noch total unberührt und menschenleer war.

Ich könnte noch sehr viele Beispiele aufzählen, welche das Land so sehr verändert haben und mich auch irgendwie traurig machen. Aber das ist nicht nur in Namibia so, sondern in allen mir bekannten Ländern. Der Strassenbau und die Erschliessung ganzer Landstriche mit Strom ist halt für die Afrikaner sehr wichtig und unaufhaltsam. Wir dürfen uns nicht anmassen, die Ursprünglichkeit beibehalten zu wollen um dann aber gleichzeitig die Afrikaner um ihre Rückständigkeit zu bemitleiden.

Topobär schrieb:
Der Ausbau hat nichts mit Fortschritt zu tun, sondern mit Grenzsicherung zu Angola.
Die D 3700 wie auch viele andere Pisten im Kaokoveld wurden speziell aus diesem Grund lange vor der Unabhängigkeit von den Südafrikanern gebaut und auch unterhalten. Schliesslich lag man sich ja jahrelang mit Angola in den Haaren und musste dieses grosse Gebiet durch die Wehrmacht irgendwie überwachen können.

Für einmal haben wir Älteren auch mal Vorteile, denn wir haben Afrika noch ursprünglicher und jungfräulicher erlebt als ihr jungen Schnaufer 😛 .

LG Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
Gast14. Juni 2016 · #12
Hi, nicht als Widerspruch, sondern zur Erinnerung, anschließend an Erika.
Mehrere von Touristen sehr geschätzte Straßen und Fernverbindungen wurden aus militärisch-strategischen Gründen und wegen Konflikten mit Nachbarstaaten gebaut. Als reine Infrastrukturprojekte wären sie in der damaligen Situation nicht darstellbar gewesen.
Z. B.: Die B8 in NAM, die A33 in BW, in SA die 11 und praktisch alle solide gebauten Straßen an die BW- und ZIM-Grenze im Norwesten, die 1 in Mozambique.
Grüße
Meistens zieht Infrastruktur Menschen bzw. Besiedlung an, aber Menschen nicht notgedrungen Infrastruktur, zumindest nicht wenn sie arm sind.