McDomThemenstarter51 Beiträge · seit 201406. Juli 2016 · #41
Heute werden wir früh an unserem Zelt abgeholt, da es gleich morgens mit dem Mokoro auf Tour geht. Die Stimmung ist fantastisch, was auch an der Umgebung liegt. Mystisch und wunderschön.
Dann werden die beiden netten Amis und wir in die Mokoros verfrachtet und los geht’s durch die Floodplains.
Kurze Geschichte dazu. Ich hatte am Tag zuvor ein orangenes T-Shirt an und wurde am Abend doch gebeten, wenn wir auf die Mokoro-Tour gehen und danach den Nature Walk machen, doch bitte ein möglichst naturfarbenes T-Shirt anzuziehen, sonst werde ich leichter zum Frühstück… Wir werden im Laufe des Tages auch sehen (im wahrsten Sinne des Wortes) dass das was bringt, sich „zu tarnen“.
Die Mokoro-Fahrt ist ein Genuss und absolute Entspannung. Es ist absolut ruhig (mal angesehen von den Insekten und Tieren die schon wach sind) und total friedlich. Unsere beiden Guides pohlen uns durch die Plains und zeigen uns immer wieder auch die kleinen Wunder der Natur, wie klitzkleine Frösche in verschiedenen Farben.
Als wir nach ca. 1 Stunde an unserem Ziel, Chief’s Island“ ankommen, bekommen wir erst einmal eine ausführliche Sicherheitseinweisung – nicht laut reden (wenn überhaupt dann flüstern), nicht pfeifen, auf den Boden achten, auf die Umgebung achten, nicht auf trockene Zweige treten und immer genau das machen, was die Guides uns vormachen. OHA – das kann ja spannend werden. Zu Fuß durch hüfthohes Gras mitten im Nirgendwo und überall wollen die Tiere Frühstück… Und wir laufen da einfach so rum. Da ich zu angestrengt in der Gegend herum geschaut habe, gibt es da leider nicht viele Bilder davon. Aber nach ca. 1 Std. Spaziergang durch den Busch sind wir am Ziel angekommen – einer riesigen Lichtung/Steppe mit Wasserloch. Wir machen an einem Termitenhügel halt, können etwas trinken und die Natur beobachten. Das alles auf Augenhöhe mit den Tieren und in absoluter Stille – etwas Schöneres kann man sich kaum vorstellen. Und tatsächlich, da sind dann auch die Tiere:
(wer kann helfen, welche Antilope das ist?)
Nach einer halben Stunde machen wir uns auf den Rückweg, aber einer der Ranger macht mich davor noch darauf aufmerksam, dass am anderen Ende der Lichtung eine weitere Gruppe von Nature Walkern angekommen ist, und ob ich die sehen kann. KLAR KANN ICH DAS! Die Teilnehmer leuchten wie Fackeln vor grünbraunem Hintergrund mit ihren Neon-T-shirts….
Nach unserer Rückkehr im Gunns Camp müssen wir uns auch schon wieder verabschieden. Schwerenherzens, denn hier hält man es auch länger aus. Aber für uns steht nun die letzte Nacht im Delta an, es geht ins Schwestercamp, nach Moremi Crossing. Dort angekommen haben wir ein wirklich schönes Empfangskomitee, ein Eli nimmt genüsslich auf der Wiese sein Mittagessen zu sich.
Die Zelte in Moremi Crossing sind auch sehr schön und denen des Gunns Camps sehr ähnlich, nur etwas weniger luxuriös.
Nach der Siesta machen wir uns wieder auf den Weg um die Flüsse des Deltas zu erkunden. Dieses Mal mit einer deutlich größeren Gruppe, sodass wir sogar auf zwei Boote verteilt werden. Leider haben wir das Boot mit den Deutschen erwischt, bei denen absolutes Fremdschämen angesagt war, so haben die sich aufgeführt. Es waren auch die drei Spanierinnen vom Hinflug dabei und unsere Deutschem Begleiter lästern ununterbrochen über die drei ab und machen sich auch über unseren Guide lustig, natürlich auf Deutsch, sodass es keiner versteht. Trotzdem peinlich und mir sehr unangenehm in Erinnerung geblieben. Die Tour ist die Selbe wie am Vortag. Wir sehen wieder die vielen vielen Marabus (heute aber deutlich weniger als gestern, die scheinen weiter gezogen zu sein…
… wir halten am Bekannten Hippopool. Doch die Hippos sind alle unter Wasser, sodass man kaum welche sieht. Nach mehrfacher Beschwerde unserer deutschen Reisebegleiter lässt der Guide den Motor des Boots aufheulen und schon sind alle Hippos da. Komische Situation und ich weiß nicht ob ich mich mehr über die Touris aufrege oder über den Guide, der denen den Gefallen macht. Die Hippos sind auch nicht sehr glücklich darüber:
Dann fahren wir noch um die nächste Biegung und sehen eine Gruppe Elefanten im Wasser toben und baden.
Doch auch die finden den Lärm des Boots nicht sehr angenehm und verziehen sich nach kurzer Zeit in das Gebüsch. Auf dem Rückweg gibt es wieder einen wunderbaren Sonnenuntergang zu bestauen.
Nach dem gemeinsamen Abendessen, welches lecker ist, aber nicht an die Qualität der letzten Camps ran kommt verziehen wir uns müde und erschöpft ins Bett.
Morgen früh geht es zurück nach Maun. Um 9.00 Uhr sollen wir abgeholt werden um zum Flugfeld zu kommen. Und dann von Maun nach Windhoek um die letzten beiden Tage auf der Onjala Lodge zu verbringen, noch etwas zu relaxen und den Urlaub abzurunden. Wir wollten nicht direkt aus dem Delat zum Flughafen und zurück nach Deutschland, da wäre der Cut zu groß gewesen.
McDomThemenstarter51 Beiträge · seit 201406. Juli 2016 · #43
Tschüss Delta. Es war wunderschön, eine der tollsten Erfahrungen meines Lebens und wir werden mit Sicherheit wiederkommen, denn irgendwann will ich das Delta auch mal „gefüllt“ sehen.
Bevor es zurückgehen kann müssen wir jedoch zum Airstrip. Leichter gesagt/geschrieben als getan. Wir stehen abmarschbereit um viertel vor Neun, ja ja typisch Deutsch, an der Lodge bereit. Der Manager sieht uns und meint, der Guide kommt gleich, der uns zum Flugzeug bringt. OK, wir fliegen um 9.00 Uhr ab (das hat uns Mitch, der Pilot gestern Abend beim Abendessen nochmal gesagt) und sind noch nicht unterwegs. Der Weg dauert ca. 15 Min bis zum Flugzeug. Aber gut, kein Stress. Die anderen Reisegruppen fahren schon zur Morning Tour – der Hinweis mit den Klamotten hat wohl (fast) überall gewirkt…
8.50 Uhr – niemand ist zu sehen, 8.55 Uhr – der Koch baut das Frühstück ab - als es dann 9.00 Uhr ist frage ich den Koch ob er weiß wo unser Guide ist. „Nö, aber ich suche ihn mal“. 09.05 Uhr wir hören ein Flugzeug starten. 09.07 Uhr, wir sehen eine Maschine der Moremi Air über uns hinweg fliegen. 09.10 Uhr – der Guide kommt. Oh sorry, ich habe euch vergessen zum Flugfeld zu bringen. Aha – Flugzeug weg. Wir stehen noch hier. Ich frage den Manager, der mittlerweile aufgetaucht ist nach einem Job - er lächelt noch… 09.15 Uhr wir sitzen im Boot zum Flugfeld, das geht schneller?!?! Aber das Flugzeug ist doch weg?!?!
09.30 Uhr wir stehen am Flugfeld, sehen ein Flugzeug am Himmel erscheinen und sehen erleichtert, dass es die Moremi Air ist. Mitch ist zurückgekommen um uns abzuholen. Die Lodge hätte ihn kontaktiert. Alles kein Problem – TIA!!!
Wir sind also um 10.00 Uhr am Flughafen Maun, bekommen unsere Koffer von Safari Desitantions an den Flughafen gebracht, packen um und sitzen um 10.30 Uhr am Gate für unseren Flug nach Windhoek.
Der startet dann auch pünktlich und wir fliegen (kein Scherz) über Viktoria Falls, wo wir das Flugzeug verlassen müssen, nach Windhoek. Auch interessant… Aber dafür sehen wir die Vi Falls nochmal von oben. (die Gischt im Hintergrund)
Wir landen pünktlich in Windhoek – die Einreiseformalitäten machen wir mittlerweile im Schlaf - werden von einem Fahrer der Onjala Lodge abgeholt und fahren dann knapp 45 Min. ins Landesinnere zur Lodge.
Dort angekommen genießen wir die Landschaft, die wieder so ist wie ich mir Afrika vorstelle (also wie in Namibia, nicht wie im nassen Botswana 🙄 )
Wir schauen uns den Pool mit herrlicher Aussicht an
ich buche eine Massage für morgen früh
wir gehen noch eine Runde Wandern auf dem Gelände der Lodge. Einfach toll. Das Abendessen ist gut, endlich wieder Wildfleisch und so genießen wir den vorletzten Abend unserer Reise.
Und es fängt ganz leicht an zu regnen... Passt irgendwie...
Namibia 2015 - SamBotNam 2016 - NamRSA 2017 ?
McDomThemenstarter51 Beiträge · seit 201406. Juli 2016 · #44
Der letzte volle Tag bricht an. Wir genießen noch einmal das schöne Wetter, gehen vormittags Wandern (ich hole mir natürlich noch einen Sonnenbrand…) und sehen dabei nochmal tolle Tiere in wunderbarer Umgebung. Es ist einfach etwas anderes, die Tiere zu Fuß zu finden, als sie aus dem Auto zu sehen. So zum Beispiel die Zebras und Strauße, an die wir (für Fußgänger) relativ nah heran kommen.
Auch der Blick auf die Lodge vom Gelände weiß zu gefallen.
Und im Vorbeigehen sehen wir noch einmal Gnus. Ich merkte, wie ich etwas traurig wurde. Meine Frau wohl auch, denn sie fragte: Warum so traurig, heute Abend haben wir noch einen Game Drive! Yay, den hatte ich ganz vergessen! Der Urlaub ist noch nicht vorbei!!!
Den Nachmittag verbringen wir am und im Pool, in der Ferne sehen wir die Regenschauer, die dem Land gut tun!
Am frühen Abend setzten wir uns mit anderen Gästen in das Safariauto und ich genieße es ein letzte Mal, von hier aus die Natur zu bewundern, nach Tieren Ausschau zu halten und die namibische Luft einzuatmen.
Unterwegs treffen wir auch noch auf verschiedene Tiere, unter anderem auch endlich ein Weißschwanzgnu! Das hatten wir bisher noch nicht!
Mit leichter Melancholie gehe ich am Abend ins Bett und will eigentlich am nächsten Morgen gar nicht aufstehen. Doch wir müssen, das Zimmer muss frei werden und wir werden erst um 15.00 Uhr zum Flughafen gefahren. Also machen wir morgens nochmal einen Spaziergang, bei dem ich auch auf die kleinen Tiere versuche zu achten, wobei mir doch tatsächlich fast der Karakal durch die Lappen gegangen. Wir haben ihn zwar nur kurz gesehen, aber wir haben uns riesig gefreut.
Ohne die Affenbande, die uns zum Anhalten verleitet hat, wären wir da wieder nicht stehen geblieben. Darum eben auch das Motto des Urlaubs und die Überschrift des Reiseberichts Right place – right time…
Wir machen uns noch schnell frisch im Zimmer nach dem Spaziergang, spielen den Rest des Mittags Kniffel oder Karten und vertreiben uns die Zeit im Souvenierladen der Lodge – mit Erfolg – für die Lodge…
Dann geht es auf zum Flughafen. Zum Flug und alledem brauche ich nicht viel zu schreiben. Air Namibia ist pünktlich, die Flieger sind sauber und das Personal freundlich. Das Entertainmentprogramm ist gut und so kommen wir einigermaßen erholt im kalten Deutschland an.
Mein Fazit ist schnell gezogen - es war wieder traumhaft schön im südlichen Afrika. Die nächste Tour ist schon in Planung, denn ich habe immer noch keine freilebenden Erdmännchen gesehen, keine Eland Antilope und auch kein Stachelschwein. Es fehlen noch also noch viele! Und Afrika hat uns einfach in seinen Bann gezogen!
Vielen Dank an alle aktiven „Danke-Drücker“, Mitleser- und Fahrer ob still oder laut 😄 und vielen Dank vor allem für eure Geduld, da es jetzt doch lange gedauert hat mit dem kompletten Bericht. Vielleicht schreibe ich im Herbst den Bericht zu unserem ersten Urlaubs in Namibia im letzten Jahr - wobei das die übliche Standarttour ist, die hier schon oft beschrieben wurde. Jetzt hoffe ich erst einmal auf einen schönen Sommer hier bei uns, den EM Sieg der „la Mannschaft“ und wünsche euch allen eine tolle und gesunde Zeit, egal wo ihr seid und in welche Länder es euch verschlägt!
Liebe Grüße
Euer Domi
Namibia 2015 - SamBotNam 2016 - NamRSA 2017 ?
Lotusblume1'933 Beiträge · seit 200906. Juli 2016 · #45
Hallo Domi, vielen lieben Dank für diesen tollen Reisebericht mit wunderschönen Bildern. Ich habe mir viele Anregungen für unseren nächsten Namibia Urlaub in deinem RB geholt und freue mich nun umso mehr darauf. 😘 Noch eine Frage: wann war eure Reisezeit (oder habe ich das überlesen)? Vom Wetter/Temperatur/Mücken scheint es eine sehr gute Reisezeit gewesen zu sein.
McDomThemenstarter51 Beiträge · seit 201407. Juli 2016 · #47
@Lotusblume,
vielen Dank für deine netten Worte. Ich freue mich, dass der RB etwas zu deiner Vorfreude beitragen konnte. Unsere Reisezeit waren die letzten beiden Aprilwochen. Das Wetter war wirklich super, ohne Abstriche. Die Temperaturen waren angenehm und gut aushaltbar. Ich würde sagen zwischen 25°C und 35°C. Nachts natürlich etwas kühler. Da konnte ich teilweise nur mit Ventilator, vorher durch Klimaanlage heruntergekühltem Zimmer oder offener Tür (dann mit Mückennetz) schlafen. Ich bin da aber auch etwas „empfindlich“. Meine Frau hatte gar keine Probleme.
Im Delta hat man nachmittags eine Siesta gehalten von ca.12.00 – 15.00 Uhr, da es dort wirklich sehr warm wurde und kein „Programm“ stattgefunden hat. Bei sonstigen Aktivitäten tagsüber haben wir uns schon eingecremt – bis auf am letzten Tag… Grrrrr….
Mücken waren tatsächlich das einzig Nervige im Urlaub. Wir wurden schon viel gestochen. Wenn ich schätzen müsste, dass so ca. 100 Stiche über den ganzen Urlaub verteilt – trotz regelmäßigem Nutzen von Peacefull Sleep. Aber das wäre auch so, wenn ich hier am Bodensee, in den Rheinauen oder irgendeinem anderen Gewässer gewesen wäre. Anfangs haben wir uns noch ein bisschen Gedanken gemacht wegen Malaria, das war aber nach der ersten Woche und vielen Gesprächen mit den Locals und Lodgemitarbeitern vorbei (und zu Malaria hat ja jeder seine eigene Meinung, Einstellung und Vorgehensweise - wir haben keine Prophylaxe genommen und hatten auch sonst nix dabei). Dann war es nur noch nervig und hat gejuckt…. Aber wenn man sich abends was Langes anzieht, wenn wie die Sonne untergeht, dann ging das wirklich. Beim Essen war es dann aber teilweise störend, vor allem das *bzzzzzzzbzzzzz* ständig im Ohr – man is(s)t ja immer im Freien…
Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen?!
@ Daxiang: Vielen Dank für die lieben Worte und das schöne Foto. Wir fanden es auch sehr schade, als die Reise zu Ende war. Aber das Ende einer Reise bedeutet Vorfreude auf die Nächste, was ja auch nicht schlecht ist
Namibia 2015 - SamBotNam 2016 - NamRSA 2017 ?
Lotusblume1'933 Beiträge · seit 200907. Juli 2016 · #48
Hallo Dominik, vielen besten Dank für deine Infos zum Wetter/Mücken.
Ich wünsche dir viel Spaß bei der Planung einer neuen Reise und alles Gute!