Kaokoveld, Khaudum aktuell

Reisebericht 28 Antworten · 9'608 Aufrufe · gestartet 13. Apr. 2016 von Guido.
ThemenstarterGast13. Apr. 2016 · #1
Hallo,

einige hatten vor ein paar Wochen nach Infos zum Kaokoveld gefragt:

Der Hoanib war Anfang April völlig trocken und einfach zu befahren. Wir haben aber nicht nur keine Wüstenelefanten sondern auch sonst sehr wenig Tiere gesehen. Die Wüstenelefanten waren wohl noch in den Hoanib Floodplains, in die normalsterbliche Nicht-Luxus-Touristen nicht dürfen.


Giraffendame mit Baby beim Mudorib Wasserloch


Giraffen am Hoanib


Langhals

Wir sind dann über den Obias (Wellblech der üblen Sorte), den Fearless Pass, das O.-Wasserloch und den Sawurogab nach Puros gefahren. Die Purros Community Campsite ist seit 3 Wochen wieder voll in Betrieb. Der Hoarusib war Anfang Februar aber mit Rekordpegel gelaufen und hat ein paar bis zu 2 Meter tiefe Gräben in die Campsite gefräst. Die Anfahrt zu einigen Plätzen, z.B. unserem Favoriten Platz Nummer 2 ist aktuell ein bisschen ambitioniert. Aber je mehr das fahren, umso weniger steil dürfte der Anstieg im Tiefsand in einigen Wochen sein, weil jeder etwas Sand vom Ufer runter drückt.


Kaokoveld beim Fearless Pass


Puros Campsite. Graben zwischen Rezeption und Campsite 2

Der Hoarusib nördlich von Purros war noch an einigen Stellen etwas mehr feucht, so dass man gelegentlich auf die Piste am Ufer ausweichen musste. Dürfte in Kürze wieder durchgängig im Flussbett befahrbar sein.


Hoarusib nördlich von Puros vom Jan-Joubert-Hügel aus

Der Rooidrom-Pass hat bei den Rekordregenfällen Anfang Februar im Vergleich zu früheren Jahren stark gelitten. Viel ist ausgespült und nackter Fels. Das ist mit einem Hilux noch machbar, aber man sollte da vielleicht nicht gerade seine ersten Offroad-Fahrversuche machen. Die Umfahrung über Bloudrom ist einfacher, bedeutet aber 40 km Umweg. Zeitlich macht es wahrscheinlich kaum einen Unterschied.


Bloudrom

Marienflusstal und Hartmannstal waren einfach befahrbar. Die Hauptpiste im Marienflusstal hat es an einer Stelle weggespült, aber es gibt eine Umfahrung. Nach den Rekordregenfällen Anfang Februar (100 Liter an einem Tag) ist das im Moment ein fantastisches, duftendes Grasmeer. Es gab Springbockherden mit 200 Tieren. Wirklich wunderschön da im Moment.


Marienflusstal


Hartmannstal


Hartmannstal


Hartmannstal

Der Kunene hat immer noch einen sehr hohen Wasserstand. Nahe beim Okahirongo River Camp gibt es ein "Swim hole" das zumindest in früheren Versionen von T4A als "Safe of Crocs" bezeichnet wurde. Wir haben da früher auch gebadet. Sarah und Ryan vom Camp Syncro haben da abhängig vom Wasserstand schon Crocs gesehen. Man sollte vom Baden absehen ...

Camp Syncro bietet jetzt auch 2 rustikale Bungalows. Bei einem davon guckt man vom Bett schön auf den Kunene. Wer kein Campingfreund ist und aber auch nicht 1000 EUR die Nacht für Okahirongo und Co. blechen will, bekommt jetzt also auch eine schöne Kaokoveld-Tour zusammen: Fort Sesfontain oder Khowarib Lodge - Purros Bush Camp via Hoanib - Etambura oder House on the Hill - Camp Synchro - Etambura oder House on the Hill - Opuwo. Self Catering muss man allerdings auf die Reihe bekommen. Aber das ist für ca. 5 Tage nicht schwer.


Bungalow Camp Syncro

Rund um Orupembe ist gerade ein Grader unterwegs und viele Pisten dürften da demnächst außergewöhnlich gut aussehen. Die D3707 zwischen Orupembe und Opuwo hat in der Regenzeit auch gelitten und die Schäden sind teilweise so, dass das mit einem Grader nicht zu beheben ist (tiefe Rinnen oder freigespülter Fels). Man sollte für die Strecke 1 Stunde mehr einplanen als normal. Spritmenge/Reichweite sind in der Ecke ja auch häufig ein kritischer Punkt: Man sollte 5-10 Liter mehr als bisher einplanen, weil man an all den Ausspülungen dauernd am abbremsen und wiederanfahren ist. An den 3 Stellen, an denen der Hoarusib die bisherige Straße komplett weggespült hat, gibt es gut erkennbare Umfahrungen.

Zum Khaudom schreibe ich die nächsten Tage noch mal was.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 20. Apr. 2016
1'166 Beiträge · seit 200813. Apr. 2016 · #2
Hallo Guido,

vielen Dank für deine aktuellen Infos.

kannst du etwas zur Beschaffenheit/Befahrbarkeit des Fearless Pass sagen. Ist dieser dem Reddrum Pass ähnlich?

Grüße
Axel
Solo die zweite 04/19 - Namibia-Teil Kalahari/Nordwest Nam (April/Mai 2018) - Botswana / Kalahari/Nordwest Nam (April/Mai 2018) - Namibia Rastlos durchs Kaokoveld und Damaraland ... (2017) Stippvisite im Damaraland und Kaokoveld (2016)
2'497 Beiträge · seit 201113. Apr. 2016 · #3
Hallo Guido,

vielen Dank für Deinen aktuellen Bericht. Wir kommen zwar leider die nächste Zeit nicht ins Kaokovelt, sind aber letztes Jahr von Khowarib nach Purros, Orupembe, Camp Syncro, Orupembe, Opuwo gefahren, sind durch den Hoanib und Hoarusib gefahren und haben uns im Camp Syncro so besonders wohl gefühlt. Die Häuschen haben wir auch angeschaut, Die beiden machen dort alles mit viel Herzblut.

Bei unserer ersten Namibiareise war diese Gegend schon unser Traum, von dem wir lange dachten, er sei für uns als Selbstfahrer nicht zu verwirklichen und ich weiß noch genau, dass ich alle Deine Berichte über die Gegend verschlungen habe. Du warst so was wie mein Held und nach ein paar mal "üben" und mit guter Vorbereitung haben wir es prima hinbekommen.

Daher freue ich mich über die schönen Fotos, die Erinnerungen wecken und mich daran erinnern, dass der Besuch voriges Jahr nicht der letzte gewesen sein sollte.

Danke und liebe Grüße
Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein. Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung" Namibia 2015: Namibia - Mein Seelenland Namibia und Botswana 2014: Überraschungstour Namibia und Botswana mit Guide Namibia 2013: Drei Heidjer in Namibia - Guck mal, Elefanten!
135 Beiträge · seit 201413. Apr. 2016 · #4
Hallo Guido,

lieben Dank für diese aktuellen, hilfreichen Infos (sind in Kürze in der Region unterwegs).

Grüße,
Tom
5'538 Beiträge · seit 200813. Apr. 2016 · #5
Auch von mir, lieber Guido, ein herzliches Dankeschön. Du hast Erinnerungen in mir geweckt, aber leider auch Sehnsüchte und Träume, die inzwischen leider nur Träume bleiben müssen.

Noch einmal vielen Dank und liebe Grüße

Gerd
2'060 Beiträge · seit 201313. Apr. 2016 · #7
Herzlichen Dank - was für ein toller Bericht, sowohl für Reisende, die demnächst die Gegend besuchen wollen, als auch für solche, die schon dort waren.

Erinnerungen, Sehnsucht, ... eine wunderbare Gegend; ich bin dankbar, sie einmal gesehen zu haben, und es ist immer wieder schön, Fotos von dort von anderen Jahreszeiten anzuschauen.

Wir waren übrigens auch im Mai dort (2015), war alles gut fahrbar.

P. S.: Zu "gut fahrbar" siehe nächsten Beitrag von Guido, dem schließe ich mich an.
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
zuletzt bearbeitet 13. Apr. 2016
ThemenstarterGast13. Apr. 2016 · #8
Hallo,

vielen Dank für das Feedback. Vielleicht noch zur Präzisierung, weil es auch Feedback gab, dass ich das zu positiv darstelle, ggf. falsche Hoffnungen mache und Leute verleite: Das bleibt eine sehr abgelegene Gegend und Offroad-Fahren. Wir haben weder auf der Strecke zwischen Hoanib und Puros, noch zwischen Puros und Marienflusstal oder Hartmannstal und Orupembe auch nur ein einziges anderes Auto gesehen. Man ist da auf sich allein gestellt. Nur in Purros und Camp Syncro
gab es mal andere Autos.

Hinter dem Rooidrom Pass haben wir noch einen havarierten Local mit seinem alten Mazda-Pickup getroffen, der die Fahrspur blockiert hat. Der hatte schon die verbogene Kardanwelle ausgebaut und meinte, er könnte das reparieren. Wir haben die mit ein paar Litern Getränken und etwas zu essen ausgestattet. Wenn in der Ecke etwas passiert, leisten auch Autovermieter dort meist keine Hilfe und es wird sehr teuer. Abschleppen durch die Falkenberg Garage in Kamanjab hat ein 4stelliges Preisschild (in Euro). Bei den meisten Vermietern besteht da auch null Versicherungsschutz - wenn sie das Fahren da überhaupt erlauben. Wenn man das fährt, muss man also ein bisschen bekloppt und/oder ziemlich sicher sein, dass man das packt.

"Einfach zu fahren" meint meistens Sand wie auf den letzten 5 km zum Sossusvlei, was vielen als Gradmesser bekannt sein dürfte (Schwierig ist, wenn die Bodenfreiheit eines Standard-Hilux nicht mehr reicht oder es matschig statt sandig ist).

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 13. Apr. 2016
2'497 Beiträge · seit 201113. Apr. 2016 · #9
Hallo Guido,

falls ich gemeint war mit zu überschwenglicher Reaktion (und auch, falls ich nicht gemeint war): gerade Deine Berichte haben einerseits Sehnsucht geweckt, andererseits für uns deutlich gemacht, dass man nicht mal eben so ins Kaokovelt vordringt.

Wir haben uns akribisch vorbereitet und viele Dinge, die immer wieder gesagt werden, auch beherzigt. Ausreichend Wasser, Vorräte, von denen man auch abgeben kann, ein Navi, eine Ersatzmöglichkeit bei Ausfall, trotzdem Karten, Satphome MIT Telefonnummern, die auch nutzen, einiges an Off-road-Erfahrung, ein gutes Auto mit guter Bereifung, die Fähigleit, einen Reifen allein zu wechseln, einen Druckverband anzulegen ... stabile Gesundheit, und vor allem haben wir sichergestellt, dass wir BEIDE schwieriges Gelände bewältigen können, falls einer ausfällt.

Dann haben wir unsere Route noch von erfahrenen Fomis "absegnen" lassen, was mir persönlich sehr wichtig war, und wir hatten wirklich kurze Tagesetappen.

Bei uns gab es keine unangenehmen Zwischenfälle, Glück gehabt, wir lieben die Landschaft dort, aber wir haben auch ewig keine anderen Fahrzeuge gesehen.

Viele Grüße und nochmals danke, dass ich durch Deine Bilder in Erinnerungen schwelgen durfte.
Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein. Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung" Namibia 2015: Namibia - Mein Seelenland Namibia und Botswana 2014: Überraschungstour Namibia und Botswana mit Guide Namibia 2013: Drei Heidjer in Namibia - Guck mal, Elefanten!
ThemenstarterGast13. Apr. 2016 · #10
Hallo Karin,

nein Du warst nicht gemeint (und auch sonst keiner der sich in dem Thread geäußert hat). Das kritische Feedback und dass da ein "Disclaimer" fehlt, gab es auf anderen Kanälen.

Beste Grüße

Guido
4'129 Beiträge · seit 200813. Apr. 2016 · #11
🤪
Sehr hübsch, das wär doch mal was, jeder schreibt einen Standart-Disclaimer unter seinen Post.

Danke und Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
2'060 Beiträge · seit 201313. Apr. 2016 · #12
Dann haben wir bald amerikanische Verhältnisse, wo in der Beschreibung eines Reisemobils steht, dass man während der Fahrt den Fahrersitz nicht verlassen darf, um sich hinten in der Küche einen Kaffee zu kochen! 😄
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
ThemenstarterGast14. Apr. 2016 · #13
Hallo,

Kommen wir zum Khaudum, in dem wir noch nie waren, weil uns das zu weit weg von Kaokoveld und Damaraland war. Wenn man von Rundu in den Park fährt, ist es etwas sandig. Eigentlich trotzdem gut zu fahren, aber mit einem Hilux mit Standard-Fahrwerk ist man bei den tief ausgefahrenen Fahrspuren am Limit der Bodenfreiheit. Beim Khaudom-Eingang beginnt ein Zaun und eine Fahrspur läuft östlich und eine westlich davon am Zaun lang. Die Westliche ist verlockend weil in besserem Zustand. Man muss aber die Östliche nehmen. Einige haben wohl die Westliche genommen und dann später ihren Fehler festgestellt. Statt 6 km zurück zu fahren, haben sie offensichtlich das Green Gate umgefahren um wieder in den Park zu kommen. Beim Cwiba River musste man ein bisschen durch Wasser und Schlamm fahren.

Wir haben zunächst im Khaudom-Camp übernachtet. Die Lodge sieht von außen fertig aus, ist aber immer noch nicht offen und wird wohl auch in den nächsten Monaten noch nicht eröffnen. Es gibt 6 Campsites. Alle mit Private Ablutions. Von 1 und 2 hat man den besten Blick auf die Ebene davor. Kosten 300 NAD pro Nase und 100 für das Auto (passt nicht in die Dusche). Das Office für die Campsites ist immer noch das alte Office, an dem man wegen maroden Zustands schnell achtlos vorbei fährt.


Campsite No. 1



Links die Dusche, rechts das WC, davor Waschbecken und Abwaschbecken


Um es vorweg zu nehmen: Wir haben es geschafft, bei 2 Nächten/3 Tagen keinen einzigen von den rund 4.000 Elefanten im Park zu sehen. Auch sonst waren keine Tiere zu sehen. Es war etwas frustrierend. Das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich hatte vor der Reise regelmäßig auf die Wetterstationen in der Gegend geschaut. Wohenlang fast kein Regen und die Bedingungen schienen perfekt. Was ich dann nicht wusste, weil ich in Rundu vergessen hatte, noch mal nachzuschauen: 2 Tage bevor wir da durch gefahren sind, hat es heftigst geschüttet. Die Wetterstation im nahen Tsumkwe hat 70 Liter Regen in wenigen Stunden aufgezeichnet. Die Tiere haben überall Wasser gefunden und an den Wasserlöchern war absolut nichts los. Dafür haben sich viele Wege in Pfützen und Schlammlöcher verwandelt. 30 mal geht's gut aber bei der Umfahrung einer Pfütze haben wir uns gepflegt im klebrigen Tonmatsch festgefahren, der das Auto nicht mehr hergeben wollte. Als ich einen der herbeigeschleppten dicken Äste unter das high-geliftete Rad packen wollte, war dann plötzlich ein Skorpion neben meiner Hand, der sich unter der losen Rinde versteckt hatte. Mehr Glück als Verstand gehabt... Es hat dann 4 Stunden Wühlen im Schlamm gebraucht, um das Auto da raus zu bekommen. Die offiziöse 2-Auto-Regelung hat da einen gewissen Charme entfaltet, aber wir waren an den Tagen das einzige Auto im Park.


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Der Regen


Einer der vielen Hides


Festgefahren


Piste zwischen Omurumba und Sikereti nach dem Regen

Wir sind dann weit nach Sonnenuntergang in Sikereti angekommen und hatten weitere nette Pfützen im Dunkeln zu bewältigen. Nach der Schlammpackung wollte ich aber irgendeine Form von Dusche an dem Tag. Weil die Ablutions auf der alten Campsite wohl am gleichen Tank wie das Ranger-Camp hängen, gibt es in Dusche und WC immer noch Wasser. Wenn man den Donkey davor selbst anmacht, hat man wahrscheinlich sogar warmes Wasser. Campen darf man da for free. Parkeintritt 40 NAD pro Nase und 10 für das Auto. Der eine Ranger dort hatte ein überaus sonniges Gemüt, war superfreundlich und pausenlos am Lachen. Sehr angenehm.


Campsite Sikereti


Ablutions

Wir haben vor dem Park mit einem Südafrikaner geklönt, der gerade den Auftrag hat, in den nächsten 16 Monaten 3 neue Ranger-Camps zu errichten (Sikereti, Khaudom und eins nördlich davon - finanziert von Deutschland). Später soll es laut Ranger dann auch für die Campsite in Sikereti einen privaten Betreiber geben. Zwischen dem südlichen Eingang und Tsumkwe war ein Grader unterwegs - für die Weichsandfelder ist das aber eher eine Verschlimmbesserung.

Viele Wege im Norden des Parks sind generell schlechter als im Süden und stark zugewachsen. Kratzer sind kaum vermeidbar - kann je nach Auto-Vermieter ein Thema sein. Viele Hides im Park liegen wunderschön an Wasserlöchern in gut einsehbaren Ebenen. Wenn es da Tiere hat, muss es fantastisch sein und wir haben einen Grund, das irgendwann noch mal anzugucken - außerhalb der Regenzeit.



Hide



Ausblick vom Hide

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 20. Apr. 2016
ThemenstarterGast14. Apr. 2016 · #14
Hallo,

Gleich hinterher noch ein paar sonstige Beobachtungen (muss alles nicht repräsentativ sein, aber so haben wir es erlebt):
Bei der Gepäckabfertigung am Flughafen Windhoek wird anscheinend immer noch geklaut - auch aus unserem Gepäck (Rückflug). Dafür brauchte man beim Hinflug mehr als eine Stunde, um das Gepäck vom Flugzeug auf's Band zu bekommen. Die viel kritisierten Damen bei der Immigration waren zumindest beim Rückflug ausgesprochen freundlich.

Internet via MTC war in der Fläche vor 5 Jahren viel besser nutzbar als jetzt. Egal ob Puros, Opuwo, Kamanjab, Tsumkwe usw.; egal ob Morgens, Mittags oder Abends: Im Prinzip war das unbenutzbar (GPRS/Edge). Datendurchsatz nahe null. Man konnte meistens nicht mal ein E-Mail-Postfach checken. Nicht mal den Account-Status mit der MTC-eigenen Android-App konnte man checken (Dazu werden via Internet wahrscheinlich weniger als 1Kb an Daten empfangen). Gut war es in Windhoek und einigermaßen nutzbar da, wo es G3/UMTS gab, z.B. Gobabis, Rundu.

Wer nahe Windhoek eine nette Campsite sucht: Naankuse hat seit wenigen Monaten eine. Das Camping-Konzept ist ein bisschen sonderbar - so richtig hat man vielleicht noch nicht begriffen, wie Camping funktioniert. Zu unserer Überraschung gab es auf der Campsite 4 große permanente Zelte (jeweils mit mit Wasser und Strom, aber ohne Licht) an einem kleinen Wasserloch . Man muss also nicht sein eigenes Zelt aufbauen und nur Matratzen und Schlafsäcke auspacken (zur Not halt die Dachzeltmatratze). Jeweils 2 Parteien teilen sich einen schmucklosen aber neuen Ablution-Block. Das Wasserloch wird von Kuhantelopen, Springböcken, Warzenschweinen usw. frequentiert wird. Man ist da einfach in der Natur, kann da frei umherwandern und auch als Camper den Pool am Restaurant als auch das Restaurant selbst benutzen. 3-Gänge-Dinner kostet 240 NAD und war gut. Auch wenn das teils noch etwas uneingespielt/unfertig wirkt, ist das für aktuell 150 NAD/Person die beste Camping-Option, die ich in und um Windhoek kenne. Google hat topaktuelle Satfotos von der Gegend (vom 29.02.2016), auf denen das schon zu sehen ist. Von den möglicherweise etwas zooigen Aktivitäten im Naankuse Sanctuary bekommt man in Lodge und Campsite nichts mit. Kann man alles buchen, muss man aber nicht. Wir haben aus speziellen Gründen aber am Ende in der Lodge geschlafen.
https://goo.gl/maps/WRP399HdnoK2


Naankuse Campsite


Ablution

Die Hoada-Campsite hatten wir (ungeplant) erstmals besucht. Wirklich sehr schön da und das Geld wert (aktuell 185 NAD pro Nase). An Olifantsrus hatten wir höhere Erwartungen. Ist sicher die beste Camping-Option im Etosha und als wir da waren, war an der Rezeption eine außergewöhnlich freundliche und sehr engagierte NWR-Mitarbeiterin. Diverse Details sind aber nicht so gut umgesetzt. Einiges ist verfällt nur 1,5 Jahre nach Eröffnung bereits sichtbar.


Hoada


Hoada-Pool

Die Campsite der Opuwo Country Lodge konnte ich noch nie leiden, aber es hat sich mal wieder ergeben, dass wir da was für die Nacht brauchten. Am Abend kam die Security und warnte eindringlich vor Dieben. Man sollte auch Tische und Stühle nachts wegschließen. Der Nachtwächter, den er danach vorstellte, sprach genau null English und war weder am Abend noch in der Nacht zu sehen. Die Ablutions sind langsam sanierungsbedürftig. Ob absichtlich oder versehentlich: Zu viel berechnet wurde uns vom Rezeptionisten auch. Sohnemann durfte abends nicht in den Pool. Insgesamt über alle Campsites/Lodges bei der Reise das schlechteste Preis-Leistungsverhältnis.

Viele Gravelpisten waren aktuell in gutem Zustand. Besser als in früheren Jahren. Kommt natürlich auch immer darauf an, welchen Maßstab man anlegen will. Im Vergleich zu Deutschland ist das Straßennetz schlecht. Wenn man berücksichtigt, wie riesig Namibia ist, wie wenig Menschen da leben und wie wenig Autos es gibt, dann hat Namibia ein überragend gutes Straßennetz.

Soweit hier. Ausführlicher vielleicht mal an anderer Stelle.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 20. Apr. 2016
68 Beiträge · seit 201227. Mai 2016 · #15
Hallo Guido
Vielen Dank für deinen Bericht vom Kaokoveld und dem Khaudom. Wir freuen uns schon wenn wir Mitte August dorthin fahren werden.
Grüsse Walter und Iris
www.fahrtwend.ch
4'382 Beiträge · seit 201527. Mai 2016 · #16
Hallo Guido,
vielen Dank für Deine Hinweise. Die Lodge im Khaudom sah doch im August 2015 schon fast fertig aus und man erwartete zu Saisonbeginn Oktober/November schon "rich people from oversea.....", war wohl nix....

CuF
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
1'920 Beiträge · seit 200828. Mai 2016 · #17
Guido. schrieb:Hallo,




Giraffendame mit Baby beim Mudorib Wasserloch


Giraffen am Hoanib


Langhals

Wir sind dann über den Obias (Wellblech der üblen Sorte), den Fearless Pass, das O.-Wasserloch und den Sawurogab nach


Kaokoveld beim Fearless Pass


Puros Campsite. Graben zwischen Rezeption und Campsite 2




Hoarusib nördlich von Puros vom Jan-Joubert-Hügel aus




Bloudrom




Marienflusstal


Hartmannstal


Hartmannstal


Hartmannstal

Der Kunene hat immer noch einen sehr hohen Wasserstand. Nahe beim Okahirongo River Camp gibt es ein "Swim hole" das zumindest in früheren Versionen von T4A als "Safe of Crocs" bezeichnet wurde. Wir haben da früher auch gebadet. Sarah und Ryan vom Camp Syncro haben da abhängig vom Wasserstand schon Crocs gesehen. Man sollte vom Baden absehen ...

Camp Syncro bietet jetzt auch 2 rustikale Bungalows. Bei einem davon guckt man vom Bett schön auf den Kunene. Wer kein Campingfreund ist und aber auch nicht 1000 EUR die Nacht für Okahirongo und Co. blechen will, bekommt jetzt also auch eine schöne Kaokoveld-Tour zusammen: Fort Sesfontain oder Khowarib Lodge - Purros Bush Camp via Hoanib - Etambura oder House on the Hill - Camp Synchro - Etambura oder House on the Hill - Opuwo. Self Catering muss man allerdings auf die Reihe bekommen. Aber das ist für ca. 5 Tage nicht schwer.


Bungalow Camp Syncro

Beste Grüße

Guido
Hallo Guido...

Einfach nur schön

LG
56 Beiträge · seit 201428. Mai 2016 · #18
Hallo Guido
Ich war zur gleichen Zeit an den gleichen Orten 😉
Kann nur bestätigen was du schreibst...!!!
Baden in Kunene würde ich auch nicht empfehlen 😮

LG Irene
IMG_1601.jpg


IMG_1489.JPG
2'530 Beiträge · seit 201128. Mai 2016 · #19
Schöner Thread Guido. Tolle Photos. War vier Wochen später im Damaraland.
Eine Menge Elephanten gesehen und die Musketeers.
Gruß vom Flip. 😉
Best Regards Adolf Conservation is our passion! Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'! Sponsor of Desert Elephant Conservation. Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA. Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
911 Beiträge · seit 200728. Mai 2016 · #20
Hallo Guido,
Dein Bericht schürt die Vorfreude enorm an. Ab 23.08. sind wir auch wieder unterwegs, u. a. Hoanib - Hoarusib - Purros - Epupa (das vierte mal 😎 ). Im April 2015 war der Harusib aufwärts wegen Wasser nicht zu befahren, also die südlichere Strecke nach Purros. Ansonsten ging das bis auf kleineres Steckenbleiben immer gut.
image-2.jpeg

War aber schnell zu lösen.

Im Khaudum waren wir 2013 (ohne regen) und da gab's dan schon Tiere:

image-2-3.jpeg


image-2-3-4.jpeg


Die Camps waren damals beide ziemlich heruntergekommen, aber die Landschaft großartig.
Grüße aus Dresden
Helgi
Reisebericht 2012: 8 Löwen und ein Oryx
zuletzt bearbeitet 28. Mai 2016