_Matthias_Themenstarter284 Beiträge · seit 201407. Nov. 2015 · #1Hallo Leute,
der Großteil der Schreiber hier liebt das südliche Afrika und besucht es immer wieder gerne. Jeder, der schon einmal dort war weiß, dass es dort Licht und Schatten gibt und nicht unerhebliche kulturelle Unterschiede, die einen manchmal zur Verzweiflung bringen. Es ist richtig und wichtig, dass auch Probleme und negative Erfahrungen diskutiert werden.
Die Grenze ist jedoch für mich erreicht, wenn von einzelnen Vorfällen auf alle verallgemeinert wird, wenn versucht die eigene Kultur und Verhalten als überlegen darzustellen, wenn andere auf Grund körperlicher Merkmale als minderwertig bezeichnet werden. Das kommt zum Glück nur sehr selten vor, aber es kommt hier vor.
Dieser thread soll dazu dienen solche Fälle diskutieren zu können ohne die eigentlichen threads mit off topic abzulenken. Einfach schweigend zu zu sehen halte ich für keine Option.
Es wird sich in solchen Fällen auch gerne auf die Meinungsfreiheit berufen, aber die gilt in beiden Richtungen: wenn jemand seine Meinung frei äußert, dann muss er auch damit leben, wenn jemand anderes seine Meinung darüber frei äußert.
Gruß,
Matthias
franzastische Reisen, Fotos und mehr -
https://franzastisch.de
_Matthias_Themenstarter284 Beiträge · seit 201407. Nov. 2015 · #2Und hier gleich der erste Fall um den Reisebericht (
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/286929-7-unterwegs.html?start=54#406300) nicht weiter abzuenken.
seelefant schrieb:Ich finde es sehr schade, dass man euren Reisebericht hier so dazu missbraucht, verschiedene Meinungen nicht gelten lassen zu wollen oder seinen Dampf ablässt. Gerade @Erika und @Matthias:
Wenn jemand seine Meinung äußert, dann muss er auch damit leben, dass jemand anderes seine Meinung über diese Meinung äußert. Hier hat keiner Dampf abgelassen, wir haben nur eindeutig rassistische Parolen nicht unkommiert stehen lassen.
seelefant schrieb:Beziehen die 7 in diesem Text irgendwo Stellung? Nein.
Doch, mehrfach. Zunächst einmal durch die unkommentierte Wiedergabe der rassistischen Äußerung, wenn jemand etwas so ausführlich zitiert ohne sich davon zu distanzieren, macht man sich die Aussage zu eigen. Desweiteren wird explizit von deckungsgleichen eigenen Erfahrungen geschrieben.
seelefant schrieb:Und auch wenn man es nicht glauben will, man macht halt viele so Erfahrungen wie diese:Im Fleischmarkt des Ortes wieder so ein nettes Einkaufserlebnis: „Hello, we would like to buy some meat.“
„What do you want?“
„Well, what do you have?“
„Here“ (etwas gelangweilte Verkäuferin zeigt auf die Tafel an der Wand).
„Okay, we'll take mutton.“
„Mutton we don't have.“
Well, what do you have?“
„What do you want?“
„Well, give us some beef chops then.“
„Okay. How much?“
„Five pieces, please.“
(geht, kommt wieder) „There are no beef chops.“
„Hm, what do you have?“
„Only T-Bone-Steak today.“
„Okay, T-Bone-Steak then.“ Nach einiger Zeit kommt ein Mann und bringt einen Karton, reißt ihn auf und stellt ihn uns hin: etwa 200 tiefgefrorene, eingeschweißte T-Bone-Steaks. Äh, so viel wollten wir gar nicht... Gut, wir dürfen auch drei nehmen, noch zwei
Tüten Semmeln und etwas Biltong, die Rechnung wird mit Kugelschreiber auf der Handinnenfläche fertiggestellt – nein, danke, wir brauchen wirklich keine Quittung...Das war schön. Morgen kommen wir wieder.
Niemand stört sich daran, wenn solche Erfahrungen geschildert werden, nur, wenn daraus verallgemeinert wird, dass alle Schwarzen dumm sind! Das ist genauso Quatsch, wie aus dem Nachmittagsprogramm von RTL auf den Bildungsgrad der Deutschen zu schließen.
seelefant schrieb:Und grundsätzlich muss noch gesagt werden, dass es zum Glück Meinungsfreiheit gibt, d.h. jede Meinung muss toleriert werden.
Wenn man sich so ärgert wie Erika, muss man hier nicht weiter mitlesen.
Nein, Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass jede Meinung toleriert werden muss, sie bedeutet, dass jeder seine Meinung äußern kann. Und wenn Erika und ich unsere Meinung dazu äußern, dass wir Rassismusch scheiße finden, dann verstößt das keineswegs gegen die Meinungsfreiheit.
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maggus785 Beiträge · seit 200807. Nov. 2015 · #3Hallo Matthias,
ich konnte jetzt aus dem Zitat von Seelefant die Hautfarbe des Verkäufers nicht erkennen, oder habe ich da etwas überlesen?
Oder war diese irgendwo vorher schon mal genannt, dann Asche auf mein Haubt!
Gruß
Markus
WOWoMaGast07. Nov. 2015 · #4Um den Zusammenhang herzustellen, muss man sich die entsprechende Seite die Matthias verlinkt hat mal durchlesen.
Es ist schon unglücklich formuliert. Rassismus gibt es in Namibia allerorten (auch zwischen Schwarz und Schwarz übrigens), aber man erlebt auch immer wieder ein nettes Miteinander der Bevölkerungsgruppen.
Man sollte die Aussagen der Einheimischen tatsächlich nicht so ernst nehmen. Und die Passage mit dem geringeren IQ fand ich persönlich allein deshalb schon nicht wert weiter darüber nachzudenken, weil ein IQ ganz klar auch davon abhängig ist, wie und wo jemand aufwächst (und welchen Test man anwendet 😉 ). Das wurde doch allein schon mit den DDR-Kindern bewiesen, wenn man schon sonst nicht differenziert darüber nachdenken mag 😐
Aber insgesamt finde ich persönlich dieses Thema nicht wirklich diskussionswürdig. Beide Seiten werden immer Argumente und Erfahrungen heranziehen können die ihre jeweilige Meinung unterstützen. Überzeugen wird man niemanden, der eine fest verankerte Überzeugung hat - derjenige muss schon bereit sein, die Sache aus einem anderen Blickwinkel anzusehen. Und wenn er dazu bereit ist, dann ist er auch kein Rassist mehr, sondern hat einfach nur nicht richtig nachgedacht. Dann kommt er auch ohne meine Überzeugungsarbeit irgendwann dahinter, vielleicht sogar schneller 😉
Wünsche einen friedlichen Samstag
lg
WoMa
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200607. Nov. 2015 · #5Hallo Matthias,
ich gebe Dir Recht mit der Aussage, dass Rassismus im Forum nichts verloren hat. Im nachfolgend zitierten Text kann ich allerdings keinen erkennen.
_Matthias_ schrieb:seelefant schrieb:Und auch wenn man es nicht glauben will, man macht halt viele so Erfahrungen wie diese:Im Fleischmarkt des Ortes wieder so ein nettes Einkaufserlebnis: „Hello, we would like to buy some meat.“
„What do you want?“
„Well, what do you have?“
„Here“ (etwas gelangweilte Verkäuferin zeigt auf die Tafel an der Wand).
„Okay, we'll take mutton.“
„Mutton we don't have.“
Well, what do you have?“
„What do you want?“
„Well, give us some beef chops then.“
„Okay. How much?“
„Five pieces, please.“
(geht, kommt wieder) „There are no beef chops.“
„Hm, what do you have?“
„Only T-Bone-Steak today.“
„Okay, T-Bone-Steak then.“ Nach einiger Zeit kommt ein Mann und bringt einen Karton, reißt ihn auf und stellt ihn uns hin: etwa 200 tiefgefrorene, eingeschweißte T-Bone-Steaks. Äh, so viel wollten wir gar nicht... Gut, wir dürfen auch drei nehmen, noch zwei
Tüten Semmeln und etwas Biltong, die Rechnung wird mit Kugelschreiber auf der Handinnenfläche fertiggestellt – nein, danke, wir brauchen wirklich keine Quittung...Das war schön. Morgen kommen wir wieder.
Niemand stört sich daran, wenn solche Erfahrungen geschildert werden, nur, wenn daraus verallgemeinert wird, dass alle Schwarzen dumm sind! Das ist genauso Quatsch, wie aus dem Nachmittagsprogramm von RTL auf den Bildungsgrad der Deutschen zu schließen.
Ich finde die von Dir erwähnte Verallgemeinerung nicht, dass alle Schwarzen dumm seien. Wenn Du den Teil irgendwie noch in Deinen Zitaten untergebracht hättest, könnte ich die Aufregung verstehen. So finde ich einfach die Schilderung eines Erlebnisses, wie man es in Afrika tatsächlich sehr häufig hat.
Wer allerdings der Meinung ist, dass Schwarze generell dümmer sind, der sollte sich mal folgende Antworten auf Fragen an Menschen in Deutschland anhören.
http://www.ffh.de/on-air/die-ffh-morningshow/themen/toController/Topic/toAction/show/toId/391/toTopic/der-ffh-dummfrager.html Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
piscator1'483 Beiträge · seit 200907. Nov. 2015 · #6Hallo Mathias,
Ich glaube nicht,dass sich eine Diskussion überhaupt lohnen würde, denn einen rassistisch eingestellten Menschen könntest du mit einer Forumsdiskussion niemals überzeugen. Der Thread würde aber wahrscheinlich entgleisen. Sollte es dir zu arg erscheinen, kannst du deine Bedenken Chrigu mitteilen.
Gruß Piscator
Matatu496 Beiträge · seit 200607. Nov. 2015 · #7Manche haben Probleme - mein Gott. Matatu
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200607. Nov. 2015 · #8Matatu schrieb:Manche haben Probleme - mein Gott. Matatu
... gibt es das Statement auch irgendwo in ganzen Sätzen und mit Zusammenhang zu lesen?
Wenn ja, wo?
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
deemha412 Beiträge · seit 201107. Nov. 2015 · #9Wo liegt nun genau Deutschland, nördlich oder südlich der Sahara? 😉
-->
https://www.youtube.com/watch?v=8MeIiJIzH3Qviel Spass
Dieter
Erika2'338 Beiträge · seit 200715. Nov. 2015 · #10Hallo zusammen
Da Matthias anstandshalber ein neues Thema eröffnet hat, weil er den Reisebericht der 7-unterwegs nicht weiter stören wollte, ist alles ein wenig auseinandergerissen worden, weshalb es eigentlich sinnvoller gewesen wäre, dort weiter zu fahren, wo alles begonnen hat, zumal wir uns ja dort auch schon dazu geäußert hatten.
In dem Reisebericht der Familie 7-unterwegs ging es mir persönlich vor allen Dingen um folgenden Abschnitt:
Wenn ein Auto mit einem Tempo von 80 Km/h fährt, wie weit kommt
es dann in einer Stunde? Sollten wir einen (schwarzen) Einheimischen finden,
der uns diese Frage richtig beantworten kann, dann sollen wir diesen bitte
fotografieren und den Namen notieren und ihm schicken. Henk ist sicher, wir
werden keinen finden. Das ist erstmal lustig, dann klingt es wahnsinnig
rassistisch, aber so politisch unkorrekt Aussagen wie diese auch sein mögen –
im Grunde deckt es sich mit Erfahrungen, die auch wir hier bisher gemacht
haben. Woran liegt das? Brian meint, weil den Menschen hier mit der
Kolonisation eine Kultur-, Lebens- und Denkweise übergestülpt wurde, die es
ihnen nicht erlaubt hat, sich selbst zu entwickeln. Andere sprechen von einer
genetischen Disposition bei den Völkern südlich der Sahelzone, die zu einem
eingeschränkten Intelligenzquotienten führt(e). Das sei Ergebnis seriöser
wissenschaftlicher Studien und z.B. bereits auf ZDFneo zu später Stunde
erklärt worden.
Wenn man das Fettgedruckte liest, stellt man erstaunt fest, dass der Schreiberling mit diesen krassen Behauptungen einverstanden ist, was jedoch im Reisebericht in der anschliessend entstandenen Diskussion vehement abgestritten wird.
Seit ich in diesem Forum unterwegs bin, habe ich noch nie erlebt, dass jemand nur annähernd solche rassistischen Äusserungen niedergeschrieben hat.
Das Erlebnis mit der Verkäuferin in der Metzgerei finde ich eher lustig, aber wenn es als Beweis dienen soll, dass wirklich alle Schwarzen südlich der Sahara dumm sind, ist es ausgesprochen diskriminierend und verletzend. Vielleicht waren es auch nur sprachliche Probleme, da ein Grossteil der Landbevölkerung eher Afrikaans spricht (Schwarz und Weiss).
Abgesehen davon könnte ich über ein Erlebnis mit meiner hiesigen Fahrzeugversicherung berichten, das in noch viel haarsträubendere Dimensionen ausuferte obwohl kein einziger Mitarbeiter schwarz war.
Es sind übrigens in der Vergangenheit Fomis aufgrund viel harmloserer Aussagen gesperrt worden!
Viele Grüsse
Erika
Sanne2'462 Beiträge · seit 200616. Nov. 2015 · #11Danke, Erika! Sprichst mir aus der Seele.
Diskriminierung wird im Übrigen auch nicht dadurch weniger, dass diese als Zitat beschrieben wird. Ich finde es auch überraschend, dass bei geringster Erfahrung mit afrikanischen Ländern und dann einer Reise in ein wahrlich dünn besiedeltes Land nach drei, vier "Erfahrungen" von einer Deckung dieser mit solchen Äußerungen gesprochen wird. Je mehr man die anderen Länder in Afrika bereist und mit mehr Einheimischen in Kontakt tritt, desto eher gelingt es sicher, sich von seinen Vorurteilen zu lösen und eben gerade die teils grauenhaft abwertenden Aussagen von Manchem in Namibia anders einzuordnen.
Das genannte Beispiel in der Schlachterei hätte sich auch gut bei meinem Bäcker um die Ecke abspielen können, wenn da nun nächste Woche drei Fomis Beratung und Engagement einfordern, wird man wohl zu dem Ergebnis kommen müssen, dass in Berlin viele Ungebildete und Unmotivierte rumlaufen, weil das Argument mit dem niedrigen IQ mangels Herkunft nicht greifen würde...
Viele Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Topobär5'479 Beiträge · seit 200916. Nov. 2015 · #12In der ziterten Textpassage schreibt der/die Autor/in lediglich, dass es auch seiner Erfahrung entspricht, dass es im afrikanischen Alltag mit den Rechenkünsten nicht allzu weit her ist. Diese Erfahrung habe ich auf meinen Reisen ebenfalls schon gemacht. Diese Erfahrung zu bestätigen sehe ich nicht als rassistisch an.
Die danach zitierten Äußerungen der weißen Südafrikaner/Namibier sind dagegen eindeutig rassistisch. Hier erfolgte aber auch keine Zustimmung des Reisebericht-Autors. Ich finde es allerdings auch nicht verwerflich, solche Erlebnisse mit weißen Afrikanern zu schildern, denn auch dies gehört zu den Erlebnissen, die man in Afrika hat - Begegnungen mit Menschen aller Art. Es wäre sicher glücklicher gewesen, diese Aussage nicht unkommentiert wiederzugeben, den Aufregung halte ich aber auch für überzogen.
LEleserGast16. Nov. 2015 · #13Wer in Rassismus kein Problem sieht (@ z. B. Matatu), hat m. E. selber eines oder kann leicht eines verursachen. Ich persönlich finde es gut, dass Erika, Matthias u. a. das kritisieren und thematisieren. Auf mich hat es auch so gewirkt, die Botschaft war eigentlich klar.
Ob der Verfasser nun wirklich ein Rassist ist oder „nur“ im Meinungsbildungsprozess laut gedacht hat, könnte nur er selber beantworten. Oberflächlich und gedankenlos war er für mich auf alle Fälle. Ein derartiges (Wert-)Urteil über ein Land nach ein paar Begegnungen mit Tankwarten, Gepäcksträgern u. a. einfachen Leuten abzugeben, ist schon xxxxxxx, da sind oberflächlich und gedankenlos noch eher freundliche Qualifizierungen.
Eigentlich war es m. E. mit echten oder grenzwertig rassistischen Äußerungen hier in letzter Zeit wohltuend ruhig, da gab es schon viel starken Tobak, was nicht nur, aber auch den seltenen Widersprüchen dagegen geschuldet ist; insofern schon Beiträge zur „Forumshygiene“, auch wenn es vom Mainstream als störend empfunden wird. Mein Eindruck ist, dass Leute die so etwas kritisieren aber eine vernachlässigbare Minderheit sind, der Mehrheit ist es einfach wurscht. Und die mit rassischem Überlegenheitsdünkel halten sich sowieso meistens bedeckt, werden einem Diskurs aus dem Weg gehen, kauen weiter an ihrem Frust und warten auf eine Gelegenheit um ihr Anliegen auf Umwegen zu artikulieren, ….und diese kommt bestimmt in Form einer afrikanischen Fehlleistung. Ich persönlich wundere mich ständig warum sie ununterbrochen nach Afrika fahren, grenzt für mich an Masochismus.
Grüße
PS. @ Personal: Seit Jahren klagen z. B. unsere Handelsketten, dass sie wegen gravierender Defizite in Rechnen.....bis Benehmen keine geeigneten Lehrlinge finden. Größere Unternehmen machen teure Nachschulungen für die letztlich ausgewählten Lehrlinge, hängen das aber nicht an die große Glocke.
WOWoMaGast16. Nov. 2015 · #14leser schrieb:
Ob der Verfasser nun wirklich ein Rassist ist oder „nur“ im Meinungsbildungsprozess laut gedacht hat, könnte nur er selber beantworten. Oberflächlich und gedankenlos war er für mich auf alle Fälle. Ein derartiges (Wert-)Urteil über ein Land nach ein paar Begegnungen mit Tankwarten, Gepäcksträgern u. a. einfachen Leuten abzugeben, ist schon xxxxxxx, da sind oberflächlich und gedankenlos noch eher freundliche Qualifizierungen
Und hier ist für mich jetzt das Problem. Warum muss man überhaupt Leute qualifizieren oder disqualifizieren, in jedem Falle aber beurteilen? Gerade im Moment ist es doch genau das, was Deutschland spaltet. Man "ist" ein Rassist, ein Gutmensch, ein Dunkeldeutscher, sucht euch was aus.
Wenn jemand "rassistische" Bemerkungen abgibt, kann das viele Ursachen haben - in jedem Fall aber hat er wohl entsprechende Erfahrungen gemacht, und alles, was man dazu sagen könnte wäre, dass man solcherlei Bemerkungen unpassend findet, da man selber einfach keinen Unterschied zwischen schwarzer und weisser Intelligenz macht (kann man ja auch nicht - höchstens zwischen afrikanischer und europäischer, was aber unabhängig von der Hautfarbe ist und in der unterschiedlichen Kultur und Bildung seine Begründung hat). Zum Beispiel. Oder man begründet es anders. Auf jeden Fall aber wäre es meiner Meinung nach für eine Diskussion passender und hilfreicher, wenn man nicht die Person als solches gleich in die berühmte Schublade steckt, sondern die Aussage kommentiert und die eigene Sichtweise dazu kund tut.
Sätze wie "weil ich Rassismus verabscheue" sind keine Option - schon wieder eine Beurteilung die, im besten Falle, Widerspruch hervorrufen wird.
leser schrieb:Und die mit rassischem Überlegenheitsdünkel halten sich sowieso meistens bedeckt, werden einem Diskurs aus dem Weg gehen, kauen weiter an ihrem Frust und warten auf eine Gelegenheit um ihr Anliegen auf Umwegen zu artikulieren, ….und diese kommt bestimmt in Form einer afrikanischen Fehlleistung. Ich persönlich wundere mich ständig warum sie ununterbrochen nach Afrika fahren, grenzt für mich an Masochismus.
Stell dir vor, manche von denen leben sogar hier. Und in der Regel sind sie auch froh und dankbar darüber.
Es gibt natürlich wie überall solche, die mit nichts zufrieden scheinen - in Deutschland würden sie wahrscheinlich auch Gründe dafür finden - und tatsächlich sehr oft von der Hautfarbe eines Menschen auf seinen IQ schliessen. Allerdings ist auch dies einfach ein Ergebnis von einschlägigen Erfahrungen. Wahrscheinlich auch deshalb, weil sie sich hauptsächlich in weissen Kreisen bewegen und noch kaum auf Schwarze getroffen sind, die eine bessere Bildung genossen haben. Ich lebe seit neun Jahren in Namibia, und ja, es gibt schon immer diese gewissen Erfahrungen die mich daran erinnern, dass ich in Afrika lebe. Da die Schwarzen nochmal eine (mehrere!) andere Kultur haben als die Coloured und die Buren, und dadurch dass sie zahlenmässig einfach den grössten Anteil an der Bevölkerung stellen, und ausserdem leider nicht den leichtesten Zugang zu guter Bildung haben, kann ich die Erfahrung, die in dem Reisebericht beschrieben wurde, auch so bestätigen. Ich kann allerdings auch Gegenbeispiele nennen - und ich kann auch nicht behaupten, dass alle Vertreter der weissen Rassen leuchtende Beispiele für herausragende Intelligenz sind.
Hier wird halt leider allzu oft vergessen, dass schwarz und arm sehr oft Hand in Hand gehen. Es ist richtig, dass wir mehr ungebildete Schwarze als Weisse haben. Und daran kann ich auch nichts Rassistisches erkennen. Wogegen ich mich wehre ist, wenn behauptet wird, dass Schwarze gar nicht schlau genug wären, um eine etwas anspruchsvollere Schule zu bewältigen. Den Gegenbeweis treten jeden Tag viele schwarze Schülerinnen und Schüler in Schulen wie das St Pauls und die DHPS an.
Fazit: Schwarze sind keine angemalten Weissen. Sie sind anders, sie lernen auch teilweise anders weil sie anders aufwachsen, und sie denken teilweise anders weil sie eine andere Kultur haben.
Das festzustellen muss erlaubt sein.
Darüber manchmal zu verzweifeln auch. Wer länger in Namibia lebt, kann das irgendwann nachvollziehen.
Trotzdem bin ich dankbar, dass ich hier leben darf. Und auch wenn ich mir manchmal die Haare raufen kann (ohne dass die Hautfarbe dabei eine Rolle spielen würde), liebe ich meine namibischen Mitbürger und freue mich, dass ich ein Teil der Gesellschaft bin.
lg
Maxi
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200616. Nov. 2015 · #15Topobär schrieb:In der ziterten Textpassage schreibt der/die Autor/in lediglich, dass es auch seiner Erfahrung entspricht, dass es im afrikanischen Alltag mit den Rechenkünsten nicht allzu weit her ist. Diese Erfahrung habe ich auf meinen Reisen ebenfalls schon gemacht. Diese Erfahrung zu bestätigen sehe ich nicht als rassistisch an.
... sehe ich auch so und kann die durchschnittlichen "Rechenkünste" bestätigen. Da schafft man es auch durchaus, den Preis von drei Dosen Cola mit dem Taschenrechner zu addieren und eine Summe zu erhalten, die gar nicht durch drei teilbar ist.
Etwas für sieben Dollar zu kaufen und mit einem Zehn-Dollar-Schein zu bezahlen ist eine Aufgabe die ohne Taschenrechner selten gelöst werden kann. In jedem Lehmhüttenshop, den ich im Damaraland, Kaokoveld und Ovamboland gesehen habe, lag ein Taschenrechner bereit. In anderen Ländern der gleiche Zustand.
Jetzt ist dieser Zustand aber nicht das Ergebnis mangelnder Intelligenz, sondern fehlender Schulbildung. Das ist es, woran es in Afrika krankt.
Schulbesuch kostet fast immer Geld und dazu kommt fast immer die vorgeschriebene Schuluniform, die zusätzlich Geld kostet. Zehn Kinder in einer Familie sind nicht ungewöhnlich, aber das Geld reicht oft nur, um den ältesten Sohn in die Schule zu schicken.
Selbst wenn dieser eine Sohn dann zur Schule geht, bestehen die Schulklassen aus 40-50 Kindern und es gibt kaum Bücher, Hefte und Schreibmaterial. Und dazu kommt noch, dass in Ländern wie Malawi und Swaziland die Lehrer an AIDS wegsterben.
In abgelegenen Regionen kommen noch riesige Entfernungen dazu, die die Kinder zurücklegen müssen. Bis die überhaupt in der Schule eintreffen, ist der halbe Unterricht vorbei.
Wenn wir nicht zur Schule hätten gehen können und unsere Eltern uns das aufgrund ihrerseits fehlender Schulbildung nicht hätten beibringen können, könnten wir auch nicht rechnen.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
LEleserGast17. Nov. 2015 · #16Hi WoMa, ich orte mich eigentlich auf deiner Linie, habe deinen ersten Beitrag hier sehr ausgewogen gefunden und mich bedankt. Ich kann nicht erkennen, einige Sachen die du mir im zweiten Beitrag unterstellst, gesagt zu haben, daher hier mein zweiter Versuch, der fällt aber leider länger aus.
@Darf/soll man Rassismus/rassistische Äußerungen kritisieren?
Ich meine ja. Das war eigentlich der Hauptgrund warum ich mich gemeldet habe, die meisten hier haben nämlich gemeint, dass man das nicht sollte. Die Erörterung der „genetischen Disposition“ von Afrikanern findet nämlich nicht in einem akademischen Seminar statt, sondern in einem Reiseforum über Länder die erst kürzlich ein Gesellschaftssystem überwunden haben, in welchem diese mit dem Argument ihrer rassischen Minderwertigkeit schwer benachteiligt waren. Ich finde daher, dass man sich dabei zurückhalten sollte und dafür geniere ich mich nicht. Ich hätte auch gedacht, dass zumindest etwas Interesse daran bestehen würde, diese Ecke sauber zu halten. Habe ich mich getäuscht?
Das war der einfache Teil.
@ was stellt Rassismus dar, was ist rassistisch?
Für jeden etwas anderes. Hier meine persönliche Meinung, unter Verzicht auf Wiki.
Ein Vorurteil, nach welchem Menschen nicht nach ihren Handlungen sondern nach ihrer Gruppenzugehörigkeit beurteilt werden (im Falle des Rassismus eben eine Rasse oder Ethnie), wo gewisse (meist negativ belegte) Merkmale pauschal einer Gruppe zugewiesen werden, z.B.: Die Zigeuner stehlen, die Juden betrügen, die Schwarzen sind doof……die Beamten faul. Diese Schablonen werden dann auch den Individuen aufgedrückt, da können diese machen was sie wollen, sie werden immer durch diese Brille gesehen werden.
Herr XXX hat mehr Erfolg mit einem Investment ...na ja, ein Jude eben.
Ein Schwarzer macht eine Fehlleistung...wen wundert’s, eben niedriger IQ, kann aber nichts dafür, ist genetisch bedingt, so zu sagen sein manifest destiny. Der Auslöser dieser Debatte fällt für mich in diese Kategorie, so habe ich es jedenfalls aufgefasst.
Hier werden beispielsweise oft Minderleistungen von Autovermietern kritisiert. Und würde jemand dabei den IQ eines Involvierten in die Debatte einbringen, dann wohl eher den des station managers, aber nicht den einer europäischen Rasse. Warum dann bitte pauschal so bei Afrikanern? Und wenn es nicht so gemeint war, können die das losgetreten haben, ja noch etwas dazu sagen (das war mit bedeckt halten gemeint).
Im Prinzip sehe ich derartige Vorbehalte/Vorurteile als das Gegenteil zum Leistungsprinzip und da ist der Rassismus nur eine Spielart dieser Sippenhaftung. Außer dem Rassenkampf wäre da noch der Klassenkampf, in welchem die Prolos für die Afrikaner doubeln (müssen). Läuft aber auch in umgekehrter Richtung, da werden dann echte Leistungsträger auf privilegierte Großkopferte reduziert…….bis zur „Genderfrage“. Und natürlich gibt es auch Rassismus innerhalb und zwischen Ethnien gleicher Rasse, die Bantu verachten und schikanieren die Buschleute, die Zulu sind überhaupt das Herrenvolk und verachten alle anderen…..
Für Andere beginnt der Rassismus schon bei der politisch korrekten Ausdrucksweise, ob Zigeuner/Rom, Neger/Schwarzer/Afrikaner/Afro-xx, Buschmann/San/Basarwa. Das nehme ich persönlich nicht so genau, weil sich diese Bewertungen im Lauf der Zeit immer wieder geändert haben. Nigger und kaffir war aber immer schon verächtlich und herabwürdigend gemeint.
@Kritik muss erlaubt sein.
Unbedingt. Man kann Israel kritisieren, ohne Antisemit zu sein, auch wenn Natanjahu u. a. das gerne so verdrehen. Man kann afrikanische Verhältnisse kritisieren (und da gibt es viel Kritikstoff), ohne rassistische Stereotype zu verwenden. Diese sind auch kontraproduktiv, weil es den Minderleistern in politischen Ämtern ein einfaches Ablenkungsmanöver ermöglicht, sie brauchen nur mehr Rassismus! zu schreien und das war’s dann.
Und zur Meinungsbildung gehören unbedingt auch authentische Erlebnisberichte, das ist der Grund warum ich hier lese und so habe ich aus diesem Austausch auf alle Fälle etwas dazu gelernt.
Grüße
Ps @ IQ:
Mangelernährung im Kindesalter schädigt Entwicklung und Potenzial nachhaltig.
PS@Schule.
In SA wurde schon öfters berichtet, dass der Lernerfolg im ländlichen Raum dürftig ist, weil das Niveau in den Unterrichtssprachen English und Afrikaans mäßig bis nicht vorhanden ist, und die Kinder es einfach sprachlich nicht verstehen. Wenn zuerst in der Ortssprache unterrichtet wird und erst später übergeleitet wird, soll das Ergebnis besser sein.
inimu221 Beiträge · seit 200817. Nov. 2015 · #17Es gibt auch bei uns in Europa Leute, die zum Addieren von 3 einstelligen Zahlen einen Taschenrechner benötigen.
Das ist meiner Meinung nach der Fluch des Taschenrechners.
Gruß
Inimu
swisschees1'715 Beiträge · seit 200617. Nov. 2015 · #18Oh, bin froh haben wir unsere Reiseberichte im eigenen Blog geschrieben. Es ist möglich, dass das eine, oder andere darin geschilderte Erlebnis, nicht ganz politisch korrekt ist.
Das einzelne ethische Gruppen bei einem IQ-Test schlechter abschneiden liegt nicht an deren Intelligenz, sonder daran dass der Test auf unsere westliche Denkweise uns Ausbildung ausgerichtet ist.
Kurz nach unserem 11 Monate Trip habe wir einiges erlebt bei dem wir uns sagten Afrika ist überall. Das meinen wir nicht herbsetzend für Afrika, sonder dass auch bei uns nicht alles so klappt wie es sollte.
Gruss
Emanuel
Botswanadreams1'737 Beiträge · seit 201017. Nov. 2015 · #19"Sie bauen keine Nahrung an, sie halten kein Vieh, sie brauchen keine Gesetze und Kalender. Sie leben ein Jäger-Sammler-Dasein, das sich seit 10.000 Jahren kaum verändert hat. Was sie wissen, haben wir längst vergessen."
So beschrieb Michael Finkel die Hadza Bushmen in einem National Geographic Artikel. Besser kann man es wohl nicht ausdrücken.
Ein eindrücklicher Satz für mich. Warum schliessen wir immer und immer wieder von unserer Denkweise auf andere Völker.
www.botswanadreams.de
"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
Battli128 Beiträge · seit 200617. Nov. 2015 · #20Hallo in die Runde!~
Meine Frau ist eine Xhosa (also schwarz). Ihre Kinder sind Coloured. Ich bin mit den Gepflogenheiten der kulturellen Usanzen vertraut. Ich akzeptiere, ich werde akzeptiert. Und trotzdem sin da hin und wieder Reibungspunkte, die sich in diversen Aeusserungen dokumentieren. Ich habe eben "Buure-Haare". Sie werden lang, wenn man sie nicht stutzt, oder ich habe eben Bartwuchs, anders als Schwarze. Sind solche Bemerkungen mir gegenueber nun rassistisch? Ich empfinde es nicht so, es sind eher Erkenntnisse. Schimpfe ich mal, weil eine Arbeit nicht "regelgerecht" (ach, was haben wir Weissen fuer Ansprueche und fuer was) ausgefuehrt wurde, fallen vielleicht mal - ganz unkontrolliert - Voten die korrekterweise nicht passen. Ist das rassistisch? Mensch was haben die "Erstlaender" denn so viel "Besseres" als die Afrikaner in "Drittlaendern"? Ich sehe nur - und dies vermehrt - dass sich die sogenannten Industrielaender abrackern fuer Ziele, die allesamt die Zerstoerung und Verachtung der Umwelt, ja des Lebens beinhalten. Wie viel weiter sind doch die Lebensweisen der Afrikaner, die noch wissen woher die Milch kommt und wie man ein gefangenes Wildtier als Nahrung zubereitet. Die ganze "Rassistenfrage" ist doch eine Erfindung der "Sesselfurzer" in den Parlamenten, die in Ueberzahl noch nie was von einer anderen Kultur oder Lebensweise mitbekommen haben.
Cheers
Battli