Raubüberfälle auf Campingplätze in Malawi

22 Antworten · 11,3k Aufrufe · gestartet 31. Okt. 2015 von swisschees
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Themenstarter1'715 Beiträge · seit 200631. Okt. 2015 · #1
Innerhalb von wenigen Jahren habe ich nun von drei bewaffnten Überfälle auf Touristen in malawischen Campingplätze gelesen.

Zuerst war das eine junge Deutsche, welche mit einem Messer am Arm verletzt wurde. Dann ein Südafrikaner der erschossen wurde. Im July hat es Liliana und Emil Schmid getroffen.

Hier könnt Ihr ihren Bericht lesen:
Bewaffneter Überfall in Malawi am 31.7.2015

Damit werden wir Malawi wohl oder übel von unsere Wunschliste streichen.

Gruss
Emanuel
http://africanomads.wordpress.com/ www.nelson2africa.blogspot.com https://europenomads.travel.blog/ YouTube Kanal https://bit.ly/3uEEK59
7'296 Beiträge · seit 200601. Nov. 2015 · #2
Hallo Emanuel,

wenn Du alle Länder als potentielle Reiseländer streichst, in denen in einem Zeitraum von mehreren Jahren drei bewaffnete Überfälle auf Touristen stattfanden, dann wird nicht viel an Auswahl übrig bleiben.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
4'129 Beiträge · seit 200801. Nov. 2015 · #3
Danke, für deinen Hinweis, swisschees.

Wir halten es für klug, sein Urteil nicht ausschließlich über positive Erfahrungsberichte zu bilden.

Es ist dort schon ein erhebliches Potential zu massiver Gewaltanwendung bei Überfällen vorhanden.
Das ist natürlich ein großer Unterscheid zu einem Überfall mit „nur“ Gewaltandrohung oder gar einem gewöhnlichen Diebstahl!



swisschees hat nur seine persönlichen Konsequenzen aus der sehr hohen Gewaltbereitschaft mitgeteilt.
Ich denke, das ist sehr verständlich!

Allgemein ist es nicht üblich, sich bewusst dorthin zu begeben, wo gehäuft lebensbedrohliche Überfälle geschehen (z.B. Somalia/Kenia Grenzgebiet).
Das darf natürlich jeder so halten, wie er will.
All diejenigen, denen so was nix ausmacht, die können doch hinfahren, nach Nkhotakota.


Die einen meiden ein Land, weil sie dort nicht genug Tiere sehen oder zu viele Deutsche, swissches weil er o.g. Risiko nicht will.
Können wir gut nachvollziehen.


Man sollte froh sein, wenn es einen noch nicht erwischt hat, bzw. man „nur“ beklaut wurde, ohne Gewaltanwendung.
Das ist ein Thema, das man besser ernst nimmt.

Weitere Info zum Thema:

http://www.runterwegs.de/bewaffneter-raubueberfall-auf-uns/
„Leider war der Überfall auf uns in Malawi doch nicht so ein Einzelfall. Jetzt haben wir gehört, das in einer anderen Lodge am Malawisee, wo wir nebenan auch schonmal gecampt haben, Schweizer Reisende überfallen worden sind. Das sind ausgerechnet unsere großen Vorbilder, die schon seit 30 Jahren mit demselben Landcruiser die Welt bereisen. Außerdem haben wir leider auch von mehreren bewaffneten Überällen in Senga Bay, Nkhata Bay und in der Luawa Forest Lodge erfahren.“
Quelle: https://www.facebook.com/runterwegs/posts/929589547114278

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/MalawiSicherheit.html
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 01. Nov. 2015
1'523 Beiträge · seit 201101. Nov. 2015 · #4
......die Hilflosigkeit und das Gefühl des Alleingelassenwerdens in so einer Situation..........

macht schon sehr betroffen.............!!!!!!!

BMW
Themenstarter1'715 Beiträge · seit 200601. Nov. 2015 · #5
Wolfgang hat grundsätzlich recht und wir hatten in Namibia auch schon unangenehme Erlebnisse, aber nichts so brutales wie ich nun aus Malawi in letzter Zeit erfahren habe.

Ich rufe auch nicht zu einem Boykott auf, sonder entscheide für mich persönlich.

Eine Warnung an alle kann ja wohl nicht schaden.


Gruss
Emanuel
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33,1k Beiträge · seit 200601. Nov. 2015 · #6
Hi Lilytrotter,

ich denke der Hinweis von Wolfgang ging nicht um die Überfälle selber (sowas ist immer unschön), sondern eine Entscheidung, die auf Grundlage von "drei Überfällen in mehrere Jahren" gezogen wird. Eine - von Dir auch erwähnte - "hohe Gewaltbereitschaft" zeichnet sich eben, meiner Meinung nach, nicht durch "wenige Überfälle in Jahren" aus, sondern eher, wenn sowas wöchentlich passiert. Und auch dann kann man kaum generell davon ausgehen, überall in Malawi (oder wo auch immer) überfallen zu werden. Der Vergleich mit Somalia-Kenia hinkt da eben gewaltig (Terrorismus vs. Einzelüberfälle).

Viele Grüße aus Windhoek
Christia
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
4'129 Beiträge · seit 200801. Nov. 2015 · #7
Hi, auch,

da unterscheiden sich unsere Sichtweisen eben.

Ich denke, swisschees ist kein dummer Jung.
Sein Hinweis bezog sich auf das, was nachweisbar geschehen ist, - zu all dem was man eben sonst noch hört, - was aber aufgrund der Tatsache, es nur gehört zu haben (und man hört ja noch viel mehr...), kein Argument ist. Da muss jeder für sich entscheiden, was er damit anfängt.
Ich sehe seine Entscheidung keineswegs nur auf der Grundlage von "drei Überfällen in mehreren Jahren" bezogen.

du schreibst mir:
„Eine - von Dir auch erwähnte - "hohe Gewaltbereitschaft" zeichnet sich eben, meiner Meinung nach, nicht durch "wenige Überfälle in Jahren" aus, sondern eher, wenn sowas wöchentlich passiert. Und auch dann kann man kaum generell davon ausgehen, überall in Malawi (oder wo auch immer) überfallen zu werden. “
Das ist aber nun auch eine sehr freie Interpretation von dir. 😎

Natürlich habe weder ich noch swisschees behauptet, dass „man generell davon ausgehen“ könne, „überall in Malawi ...überfallen zu werden.“
So ein Quatsch.

Hohe Gewaltbereitschaft ist keine Äußerung in Bezug auf die Quantität sondern auf die "Qualität": Die Waffe auf den Kopf gerichtet zu bekommen und sein Leben nur dadurch retten zu können, weil man rechtzeitig vor dem Schuss ausweicht..., - da ist eben "hohe Gewaltbereitschaft" festzustellen - ...im Gegensatz zu albernen Trickbetrügereien und Diebstahl. Die sind dagegen ja fast niedlich.

Auch habe ich keinen Vergleich mit Somalia-Kenia angestellt, ich habe es nur als Beispiel genannt, denn dort haben die somalischen Shifta schon vor 35 ebenso die Fahrzeuge mit Waffengewalt überfallen und nie damit aufgehört, bis heute, - wo sie sich nun die kriminellen Banden "dank" Al Shabab „weiterentwickelt“ haben. 🤢 Das dortige Problem auf Terrorismus zu reduzieren geht m.E. an der Sache vorbei.

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 01. Nov. 2015
33,1k Beiträge · seit 200601. Nov. 2015 · #8
Hi Lilytrotter,
da unterscheiden sich unsere Sichtweisen eben.
aber grundsätzlich, da stimme ich Dir zu!
Hohe Gewaltbereitschaft ist keine Äußerung in Bezug auf die Quantität sondern auf die "Qualität": Die Waffe auf den Kopf gerichtet zu bekommen und sein Leben nur dadurch retten zu können, weil man rechtzeitig vor dem Schuss ausweicht..., - da ist eben "hohe Gewaltbereitschaft" festzustellen - ...im Gegensatz zu albernen Trickbetrügereien und Diebstahl. Die sind dagegen ja fast niedlich.
da muss ich dann zu 100% Wolfgangs Posting Recht geben - damit scheiden dann etwa 95% der Staaten weltweit aus.

Aber bei einer Sache sind wir wieder einer Meinung: Das muss jeder für sich selber entscheiden 🙂

Viele Grüße und schönen Restsonntag noch
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
76 Beiträge · seit 201501. Nov. 2015 · #9
ich kann swisschees einstellung/denken vollkommen verstehen. wenn man "angst" davor hat opfer zu werden, kann/soll man es eben meiden. völlig verständlich. die einen haben eben mehr und die anderen weniger, angst.

andererseits ist man doch davor NIRGENDS auf der welt sicher und besonders nicht in afrika oder südamerika ?!?

ich hoffe dass ich in 2 monaten in malawi sein werde...allerdings nicht mit dem 4x4 :-P

egal in welchem afrikanischen land ich bin, ich lebe immer mit dem gedanken, es KÖNNTE passieren.

allerdings hätte ich mich vllt. auch anders verhalten als der fahrer vom verlinkten erlebnis. dieses einsperren und somit widerstand leisten hätte ihm auch das leben kosten können und nicht nur einen kratzer...was er ja DANACH auch gemerkt hat. glück im unglück also.

will mich jemand ernsthaft überfallen(mit waffen), kann er alles von mir haben.....kauf ich es halt am nächsten tag neu....mein leben oder meine gesundheit kann ich eben nicht neu kaufen 😉
zuletzt bearbeitet 01. Nov. 2015
4'129 Beiträge · seit 200801. Nov. 2015 · #10
siebenstein schrieb:
allerdings hätte ich mich vllt. auch anders verhalten als der fahrer vom verlinkten erlebnis. dieses einsperren und somit widerstand leisten hätte ihm auch das leben kosten können und nicht nur ein kratzer...was er ja DANACH auch gemerkt hat. glück im unglück also.
😊 ??
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
7'296 Beiträge · seit 200601. Nov. 2015 · #11
lilytrotter schrieb:All diejenigen, denen so was nix ausmacht, die können doch hinfahren, nach Nkhotakota.
... Danke, kein Bedarf.
Ich war schon dort. Der Ort ist nicht wirklich interessant. Das spannendste ist der Markt, aber solche Märkte gibt es auch anderswo.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
7'296 Beiträge · seit 200601. Nov. 2015 · #12
Siebenstein schrieb:andererseits ist man doch davor NIRGENDS auf der welt sicher und besonders nicht in afrika oder südamerika ?!?
... ich hatte einmal eine Maschinenpistole am Kopf und das war in der damaligen Tschechoslowakei, als die Grenzen noch zu waren.
Und ich hatte mal (unverschuldet) einen Unfall, bei dem die Wahrscheinlichkeit des Überlebens vielleicht 5% war. Es kann so schnell vorbei sein, auch auf dem täglichen Weg zur Arbeit. Zum Sterben muss man nicht extra nach Afrika.

Man muss ja nicht die Gefahr suchen, aber auch wenn man denkt, ihr aus dem Weg zu gehen, ist sie ein ständiger Begleiter.

Ich persönlich hätte kein Problem, nach Malawi zu reisen und werde es auch nochmal tun, da ich ein Patenkind dort habe. Malawi ist eines der ärmsten Länder der Welt mit einem Durchschnittsverdienst um die 20 Euro/Monat. Wenn man mal durch Nkhotakota oder Senga Bay läuft und die Lebensbedingungen sieht oder über den Markt in Lilongwe geht und sieht, was dort (für unsere Augen) an Schrott und Müll verkauft wird, dann ist klar, dass erhebliches Konfliktpotential besteht, wenn man dort mit Auto, Kamera oder auch nur ordentlichen Klamotten unterwegs ist. Dort ist auch mein Fahrrad ein Wertgegenstand, den sich die meisten Menschen in ihrem Leben niemals werden leisten können.
Ich habe in Malawi viel Armut gesehen, viel Bettelei, mehr Ratten und Kakerlaken als in allen anderen bereisten Ländern zusammen, aber auch sehr viele freundliche Menschen.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
76 Beiträge · seit 201501. Nov. 2015 · #13
lilytrotter schrieb:siebenstein schrieb:
allerdings hätte ich mich vllt. auch anders verhalten als der fahrer vom verlinkten erlebnis. dieses einsperren und somit widerstand leisten hätte ihm auch das leben kosten können und nicht nur ein kratzer...was er ja DANACH auch gemerkt hat. glück im unglück also.
😊 ??
🙄 🙄 ???????????
2'338 Beiträge · seit 200701. Nov. 2015 · #14
Hallo zusammen

Gerade in Malawi haben wir beobachtet, dass die Nachtwächter meistens ältere Männer sind, die aus der unmittelbaren Nähe des Übernachtungsplatzes stammen. Scheinbar setzt man darauf, dass sie wegen ihres Alters Respektpersonen sind und auch die meisten Leute aus ihrer näheren Umgebung kennen und identifizieren könnten, sollte es zu einem Überfall kommen.

Wenn es nun tatsächlich trotzdem zu einem ungebetenen Besuch kommt, ist es natürlich für den Nachtwächter schwierig, seine Bekannten - die ihm sicher näher stehen als ein fremder, reicher Tourist - zu verpfeifen.

Wir haben mal zusammen mit Freunden in Mzuzu im Garten einer Lodge campiert. Am Morgen stellten unsere Freunde fest, dass ihnen ein Kochtopf und eine Bratpfanne fehlte, welche sie draußen stehen gelassen hatten. Ausserdem hat jemand durch das leicht geöffnete Seitenfenster ihres Fahrzeuges mit einem Stock einige Klamotten aus dem Wageninneren gefischt, darunter eine extrem hässliche, riesige, bunte Pumphose unserer Freundin 😄 . War ja alles kein grosser Verlust, aber unsere Freunde wollten das doch der Polizei melden, nachdem der Lodge-Manager sehr gleichgültig auf den Vorfall reagiert hatte.

O.k., irgendwann nach langem Warten kam dann endlich die Polizei, um den Schaden aufzunehmen. Für uns wäre wichtig gewesen, den Nachtwächter zu befragen, was ja eigentlich auf der Hand liegen würde. Die Polizei verweigerte das aber mit der Begründung, dass der Mann nun ja müde sei, da er die ganze Nacht Wache geschoben habe und deshalb keinesfalls geweckt werden dürfe 🤩 .

Man bestellte uns auf 13 Uhr auf den Polizeiposten, wo aber niemand von dem Fall wusste und auch kein Protokoll verfasst worden war. Wir sollen um 15 Uhr nochmals vorbei kommen, hieß es. Um 15 Uhr eröffnete man uns dann, dass der Chef bereits Feierabend gemacht habe und bei seiner Frau sei 🙄 .

Als wir ein paar Wochen später wieder an der selben Lodge vorbei fuhren, sahen wir die hässliche Pumphose unserer Freundin draußen an der Wäscheleine hängen 🤩 🤩 🤩 .
Unseren Freunden haben wir erst am Abend von unserer Sichtung erzählt, sonst hätten sie dort am Ende nochmals Stunk gemacht und dafür war uns die Zeit zu schade.

Für uns war dieser Zwischenfall überhaupt nicht beängstigend, sondern schon wegen dem ganzen Ablauf sehr lustig. Nicht zu vergleichen mit dem Horror, den die anderen Leute erlebt haben. Die tun mir echt leid. Das muss grauenvoll gewesen sein.


Viele Grüsse
Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
1'287 Beiträge · seit 200801. Nov. 2015 · #15
Siebenstein schrieb:
allerdings hätte ich mich vllt. auch anders verhalten als der fahrer vom verlinkten erlebnis. dieses einsperren und somit widerstand leisten hätte ihm auch das leben kosten können und nicht nur einen kratzer...was er ja DANACH auch gemerkt hat. glück im unglück also.
Hallo,


irgendwie kann ich dieses auf neudeutsch sogenannte “victim blaming” nicht nachvollziehen. Ein Überfall ist eine Extremsituation in der man sich weder logisch verhält noch irgendwie ernsthaft kontrolliert handelt. Zu allererst ist der Täter ja der Schuldige und nicht das Opfer. Da ist es auch egal wie viel Verständnis man als Unbeteiligter für die jeweiligen Lebenssituation (extrem arm zu relativ reich) hat.

Ich denke, man kann einfach nicht vorher sagen, wie es einem im Fall der Fälle ergeht und wie man reagiert. im Nachhinein schlaue Ratschläge zu geben hilft aus meiner Sicht auch nur sehr bedingt weiter.

Alle die bisher von derlei Erfahrungen verschont geblieben sind, sollten sich darüber freuen. Ich denke, dass nach einer solchen Erfahrung das Reisen (ob nun in Afrika oder anderswo) nicht mehr dasselbe sein wird.

Einen Eindruck dieser Gefühlswelt nach dem Raubüberfall kann man sehr gut auf der hier schon erwähnten Seite von Verena und Patrick nachlesen.

Gruß
Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15) "Bacon and Eggs - A day's work for a chicken; A lifetime commitment for a pig." (Anon) "I will go anywhere, provided it be forward" (David Livingston)
zuletzt bearbeitet 01. Nov. 2015
1'667 Beiträge · seit 201102. Nov. 2015 · #16
swisschees schrieb:Wolfgang hat grundsätzlich recht und wir hatten in Namibia auch schon unangenehme Erlebnisse, aber nichts so brutales wie ich nun aus Malawi in letzter Zeit erfahren habe.

Ich rufe auch nicht zu einem Boykott auf, sonder entscheide für mich persönlich.

Eine Warnung an alle kann ja wohl nicht schaden.


Gruss
Emanuel
Hallo Emanuel,

erstmal danke für Deine Infos. Es ist auch für uns ein Grund, darüber nachzudenken, ob wir im Frühjahr nach Malawi fahren. Trotzdem muss ich Wolfgang recht geben, es bleiben kaum Länder im südlichen Afrika, in denen so etwas nicht passieren kann.

Namibia sollte man dann wohl als erstes von der Liste streichen:

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/Nodes/NamibiaSicherheit_node.html

Wir machen uns auch immer Gedanken, wenn wir nicht ganz weit weg in einem einsamen Park campen, sondern in bewohnten Regionen. Aber das in jedem Land auf der Welt.
Welche Länder man bereisen möchte und wo und wie man dort reist, muss jeder für sich entscheiden. Ein Restrisiko wird bleiben, weltweit.

LG

Montango
Botswana 2016 Sambia 2016 Zimbabwe 2016 KwazuluNatal 2015 KTP-Namibia-Kapstadt 2013 Zimbabwe 2012 Noch keiner hat am Ende gesagt "Ich hätte mehr Zeit im Büro verbringen sollen"
33,1k Beiträge · seit 200602. Nov. 2015 · #17
OFF TOPIC
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Hi Erika,
Gerade in Malawi haben wir beobachtet, dass die Nachtwächter meistens ältere Männer sind, die aus der unmittelbaren Nähe des Übernachtungsplatzes stammen. Scheinbar setzt man darauf, dass sie wegen ihres Alters Respektpersonen sind und auch die meisten Leute aus ihrer näheren Umgebung kennen und identifizieren könnten, sollte es zu einem Überfall kommen.
das ist z.B. auch im westafrikanischen Sierra Leone Gang und Gebe. Dort stellt man als Hausbesitzer einen "Watchman" an (meist alte, gebrechliche Männer, die sicher nichts beschützen können). Mit dem Gehalt wird die Familie über Wasser gehalten und somit vom Einbrechen - in dem "bewachten" Haus - abgehalten. Ist also eine Art "Schutzgeld".

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
76 Beiträge · seit 201502. Nov. 2015 · #18
ähnlich wie in südamerika die parkwächter, die man bezahlt, dass sie dir dein auto nicht zerkratzen etc. =)
zuletzt bearbeitet 03. Nov. 2015
Themenstarter1'715 Beiträge · seit 200605. Nov. 2015 · #19
Hallo Montango

Ich schaue nicht welche Warnungen das Auswärtige Amt für meine Ziele heaus gibt. Das schweizerische hat z.B. kürzlich, dunkelhäutige Personen einen Besuch in den neuen Bundesländer abgeraten.

Wenn man nach diesen Ämter geht kann man kaum ein afrikanisches Land ohne mehr Risiko besuchen. Ich informiere mich in Foren und Blogs und entscheide auf dieser Basis.

Gruss
Emanuel
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