Hallo,
ich mache hier einen neuen Thread auf, weil ich die Threads über den Tod des Guides Quinn Swales nicht mit meinen Erlebnissen vermischen will.
Wir haben 1997 in Zimbabwe eine mehrtägige (4 tage, 3 Nächte) Walking Safari gemacht. Ziel war ein Zeltplatz in Mana Pools. Teilnehmer: 7 Touristen (ein befreundetes Ehepaar mit ihrem 17-jährigen Sohn, 2 Amerikanerinnen und wir), ein bewaffneter Guide und ein Koch. Bedingt durch Organisationsprobleme gab es keine Zeit, das Gepäck, dass wir bekommen hatten, gründlich auf Überflüssiges durchzusehen. Véro und ich hätten natürlich eins der beiden Zelte zurücklassen können. So waren wir viel zu schwer bepackt.
Schon bald stießen wir auf die erste Elefantengruppe, die wir in ca. 200 m Entfernung ausmachten. Unser Guide wies uns an, leise zu sein und uns vorsichtig zu bewegen. Ich, mit meiner unendlichen Afrika-Erfahrung (war ja immerhin schon mein 4. Aufenthalt), lächelte innerlich und dachte mir: "Der Gute zieht hier für die unbedarften Touris eine Show ab, naja, lass ihn." (Hatte ich doch erst wenige Tage vorher beim Spaziergang am Zambezi (außerhalb des NP) einen Elefanten mitten auf dem Weg an einem Busch fressen sehen. Ich bin dann hinten um den Elefanten rum - hätte ihm eigentlich auch ein Schwanzhaar ausreißen können, so entspannt kam er mir vor.)
Jedenfalls setzten wir unseren Marsch fort. Wir bewegten uns in einem engen, ausgetrockneten v-förmigen Flussbett, als wir wenig später einen einzelnen Elefanten in recht großer Entfernung (ca. 150 m) vor uns sahen. Wieder wies uns unser Guide an, leise zu sein und uns zurückzuziehen. Der Elefant kam auf uns zu, Guide und Koch machten Lärm, um ihn zu verscheuchen. Der Elefant näherte sich weiter, inzwischen laufend. Unser Guide schrie uns an: "Go back, go back!", legte das Gewehr an und schoss 2x. Der Elefant stürzte 5 m vor ihm zu Boden. Aus seiner Stirn sprudelten 2 Blutfontänen. Wir waren alle geschockt. Unser Freund fragte: "Der ist doch jetzt nicht tot?" Der Guide, ein sehr erfahrener "alter Hase", sagte immer wieder, dass er in seiner langen Laufbahn noch nie ein Tier habe töten müssen. (Er erklärte uns später, dass erstens die Elefanten in dieser Gegend sehr misstrauisch und scheu waren, da ein Jagdgebiet nicht weit war, und dass es sich zweitens bei dem Elefanten um einen Jungbullen gehandelt hatte, der dabei war, sich von seiner Herde abzunabeln, aber bei Gefahr und Stress instinktmäßig wieder in die Sicherheit seiner Herde zurückwollte. Und die war nun mal hinter uns.)
Dieses Erlebnis hat einen großen Schatten auf die restliche Safari geworfen, um es mal vorsichtig auszudrücken.
Und die Moral von der Geschicht'?
1. Elefant ist nicht gleich Elefant
2. Walking Safaris haben ein ganz anderes Gefahrenpotenzial als Game-Drives im Auto.
LG aus HH (herrliches Aprilwetter 😕 ),
Karsten
PS: Sollte ich die Geschichte schon mal geschildert haben, bitte ich um Nachsicht 😗 !
ich mache hier einen neuen Thread auf, weil ich die Threads über den Tod des Guides Quinn Swales nicht mit meinen Erlebnissen vermischen will.
Wir haben 1997 in Zimbabwe eine mehrtägige (4 tage, 3 Nächte) Walking Safari gemacht. Ziel war ein Zeltplatz in Mana Pools. Teilnehmer: 7 Touristen (ein befreundetes Ehepaar mit ihrem 17-jährigen Sohn, 2 Amerikanerinnen und wir), ein bewaffneter Guide und ein Koch. Bedingt durch Organisationsprobleme gab es keine Zeit, das Gepäck, dass wir bekommen hatten, gründlich auf Überflüssiges durchzusehen. Véro und ich hätten natürlich eins der beiden Zelte zurücklassen können. So waren wir viel zu schwer bepackt.
Schon bald stießen wir auf die erste Elefantengruppe, die wir in ca. 200 m Entfernung ausmachten. Unser Guide wies uns an, leise zu sein und uns vorsichtig zu bewegen. Ich, mit meiner unendlichen Afrika-Erfahrung (war ja immerhin schon mein 4. Aufenthalt), lächelte innerlich und dachte mir: "Der Gute zieht hier für die unbedarften Touris eine Show ab, naja, lass ihn." (Hatte ich doch erst wenige Tage vorher beim Spaziergang am Zambezi (außerhalb des NP) einen Elefanten mitten auf dem Weg an einem Busch fressen sehen. Ich bin dann hinten um den Elefanten rum - hätte ihm eigentlich auch ein Schwanzhaar ausreißen können, so entspannt kam er mir vor.)
Jedenfalls setzten wir unseren Marsch fort. Wir bewegten uns in einem engen, ausgetrockneten v-förmigen Flussbett, als wir wenig später einen einzelnen Elefanten in recht großer Entfernung (ca. 150 m) vor uns sahen. Wieder wies uns unser Guide an, leise zu sein und uns zurückzuziehen. Der Elefant kam auf uns zu, Guide und Koch machten Lärm, um ihn zu verscheuchen. Der Elefant näherte sich weiter, inzwischen laufend. Unser Guide schrie uns an: "Go back, go back!", legte das Gewehr an und schoss 2x. Der Elefant stürzte 5 m vor ihm zu Boden. Aus seiner Stirn sprudelten 2 Blutfontänen. Wir waren alle geschockt. Unser Freund fragte: "Der ist doch jetzt nicht tot?" Der Guide, ein sehr erfahrener "alter Hase", sagte immer wieder, dass er in seiner langen Laufbahn noch nie ein Tier habe töten müssen. (Er erklärte uns später, dass erstens die Elefanten in dieser Gegend sehr misstrauisch und scheu waren, da ein Jagdgebiet nicht weit war, und dass es sich zweitens bei dem Elefanten um einen Jungbullen gehandelt hatte, der dabei war, sich von seiner Herde abzunabeln, aber bei Gefahr und Stress instinktmäßig wieder in die Sicherheit seiner Herde zurückwollte. Und die war nun mal hinter uns.)
Dieses Erlebnis hat einen großen Schatten auf die restliche Safari geworfen, um es mal vorsichtig auszudrücken.
Und die Moral von der Geschicht'?
1. Elefant ist nicht gleich Elefant
2. Walking Safaris haben ein ganz anderes Gefahrenpotenzial als Game-Drives im Auto.
LG aus HH (herrliches Aprilwetter 😕 ),
Karsten
PS: Sollte ich die Geschichte schon mal geschildert haben, bitte ich um Nachsicht 😗 !
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0
RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0
Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html
Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html
Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html
Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html
Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12]
Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0