Schutz für Kamera

20 Antworten · 5'966 Aufrufe · gestartet 08. Mai 2015 von Namibia-Neuling
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Themenstarter663 Beiträge · seit 201508. Mai 2015 · #1
Welcher Schutz für die eigene Kamera ist den empfehlenswert wenn man mit dem Auto in Namibia auf Tour ist. Habe gelesen, dass man wegen des Sandes zusätzlich zur Kamerhülle (habe für meine "kompakte Urlaubsausrüstung" bestehend aus EOS 100D+ Tele eine weiche Neoprenhülle) auch noch eine Plastiktüte mitnehmen sollte um die Kamera vor Sand und Staub zu sichern. Wie sind da Eure Erfahrungen? Ist das wirklich notwendig oder übertrieben?
281 Beiträge · seit 201408. Mai 2015 · #2
Moin,

um die Frage pauschal zu beantworten. Ja, Namibia ist sehr sandig 🤩

Wenn du keine professionellen staub und spritzwasserdichten Objektive hast würde ich in der Tat daran einen Gedanken verschwenden.

Eine unangenehme Sand und Wind Kombination hast du in der Namib. Das nächste Mal werde ich mir eine Schutzhülle für Kamera und Objektiv zulegen. Das sind kleine Capes in Tarnfarbe.

Weniger problematisch ist der Transport, da die Kamera dann in der Fahrerkabine keinem Sand ausgesetzt ist.
Beim Tanken und Einkaufen im abgeschlossenem Canopy beim Parken, sollte dort auch kein Sand eindringen.

Problematisch werden Objektivwechsel auf sandigen Flächen bei Wind. Hier empfielt es sich einen Wechselsack oder ein Cape in Augenschein zu nehmen, oder halt eine Plastiktüte mit Gummiband um die Kamera wickeln.

Ein anderer Aspekt ist der Transport in den Städten. Entweder so unsichtbar wie möglich, oder so schwer und kompliziert wie möglich.

Ich habe jemanden getroffen, der hatte seine 500mm Linse in einem dieser Staub und Wasserdichten LKW-Planensäcke.

Ich selber habe kleine Handtücher dabei. Mit denen wickel ich die Objektive ein und kann sie dann beliebig stauen, ohne dass sie irgendwo gegenschlagen. Auch kann man die Kamera dann auch mal auf Fels oder so ablegen, ohne dass sie verkratzt. Mein Material ist auch etwas robuster und muss bei mir eh einiges Aushalten. Bis auf ein Objektiv von Sigma habe ich aber keine Schäden zu beklagen.
Ordentlicher Rucksack, der immer am Mann ist (Beim Einkaufen im Canopy). Wir hatten mal einen nicht ordentlich abschließbaren Canopy, auch dass ging mit drei prof. Ausrüstungen. Müssen ja nicht gleich oben auf liegen. Vielleicht habe ich aber auch bisher immer nur Glück gehabt. 😄

Gruß
Reisi
--------------------------------------------- carpe diem
2'536 Beiträge · seit 200708. Mai 2015 · #3
So wie immer und überall: It depends.

Sitzt du den ganzen Tag im Auto und machst vielleicht in der Etoscha ab und zu mal das Fenster auf, um aus dem Auto raus Tiere zu fotographieren, brauchst eher nichts weiter.

Gehst du in Sossusvlei stundenlang in den Sanddünen spazieren, auch wenn der Wind ordentlich bläst, würde ich dir raten, deine Kamera zusätzlich zu schützen bzw. dort überhaupt "nur" eine kleine, sand- und wasserdichte Kamera zu verwenden.

lg
Wolfgang
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026
2'610 Beiträge · seit 200708. Mai 2015 · #4
Da mache dir mal nicht zu viel Sorgen. Wir fahren immer mit offenem Fenster - auf Teer, Sand oder Geröll - unsere Kameras liegen dabei in ein Handtuch gewickelt auf dem Gepäck auf der Rückbank/zwischen einem Schlafsack (schön gepolstert). Bei Pirschfahrten - da rechnet man ja mit Tieren und möchte möglichst sofort fotografieren - habe ich meine Lumix auf dem Schoß (Handtuch drüber) und mein Mann seine Canon - mit langem Tele bestückt - griffbereit auf der Rückbank ebenfalls unter einem Handtuch.

Wir haben es bisher auf vielen Reisen so gemacht und haben noch keine Verluste zu beklagen.

Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
3'883 Beiträge · seit 201108. Mai 2015 · #5
reisetiger schrieb:

Problematisch werden Objektivwechsel auf sandigen Flächen bei Wind. Hier empfielt es sich einen Wechselsack oder ein Cape in Augenschein zu nehmen, oder halt eine Plastiktüte mit Gummiband um die Kamera wickeln.

Wir haben uns extra für Namibia ein Tamron 18 - 270 gekauft, das wir nie gewechselt haben. Zum Transport steckt die Kamera in einer Schutzhülle aus Neopren. Wir nehmen es in Kauf, das wir mit diesem Mini-Equipment eingeschränkt sind. Aber wir gehen nicht nach Südafrika, um tolle Fotos mitzubringen, sondern um es zu erleben. Die Fotos dienen der Dokumentation. Aber das ist natürlich Geschmacksache.

LG freshy
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Themenstarter663 Beiträge · seit 201508. Mai 2015 · #6
Danke mal für die Antworten.

Objektivwechsel wird es keinen geben, habe mir extra das neue 16-300 von Tamron gekauft. Klar, kein perfektes Objektiv, und die Bilder werden nicht so sein wie wenn ich sie mit meinem 70-200L machne würde, aber wie freshy schon sagte, es geht halt auch in erster Linie darum ein paar "Andenken" an den Urlaub mit zu bringen und nicht Fotos zu machen die sich später vermarkten lassen.

Handtuch kommt mir als guter Tip vor, werde ich auf jeden Fall einpacken.
Themenstarter663 Beiträge · seit 201508. Mai 2015 · #8
Das stimmt, aber extra noch eins für die Kamera ist ansonsten nicht eingeplant 😉
7'296 Beiträge · seit 200608. Mai 2015 · #9
reisetiger schrieb:Ich selber habe kleine Handtücher dabei. Mit denen wickel ich die Objektive ein und kann sie dann beliebig stauen, ohne dass sie irgendwo gegenschlagen. Auch kann man die Kamera dann auch mal auf Fels oder so ablegen, ohne dass sie verkratzt.
... ich hatte über Wechselobjektive immer einen Socken gestülpt. Das schien mir ausreichend und empfand ich als weniger fummelig als ein Handtuch.
dergnagflow schrieb:
Ohne Handtuch geht man ohnehin überhaupt nicht auf Reisen 😉
... seit Douglas Adams weiß man ja auch, dass ein Handtuch eins der wichtigsten Dinge im Universum ist. 😉

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
728 Beiträge · seit 200608. Mai 2015 · #10
Handtücher oder Socken können auch ganz schön fusseln 🤨
Ich pack alles in einfache Plastikbeutel: kein Staub, kein Fussel.

Noch ein Schutz, auf den man achten sollte:
Ich kam mit einer Dame auf einer Gästefarm ins Gespräch. Es war Oktober und wir standen in der prallen Sonne. Sie hatte ein Stativ mit Kamera obendrauf auf der Schulter und wir standen wohl eine halbe Stunde in der Stunde. Mir wurde ganz schön heiß (durch die Sonne) und die Dame erzählte, die Kamera sei ganz neu und sehr teuer gewesen aber sie mache laufend falsch belichtete Aufnahmen. Die Kamera war schwarz ... Wenn sie die schwarze Kamera immer so lange in die Sonne hält, fängt die Elektronik an zu spinnen. Die Gehäuse und das Innere werden nämlich knalle heiß.
Also: Direkte Sonnenbestrahlung, wo immer geht, verhindern. Nicht stundenlang auf dem Rücksitz in der Sonne liegen lassen.
Gruß
Reinhard
0
zuletzt bearbeitet 08. Mai 2015
412 Beiträge · seit 201109. Mai 2015 · #11
Namibia-Neuling schrieb:Objektivwechsel wird es keinen geben, habe mir extra das neue 16-300 von Tamron gekauft.
Hi
Das hilft leider nicht wirklich weiter, denn Staub kommt nicht primär beim Transport oder beim Objektivwechsel in die Kamera, sondern beim zoomen und fokussieren. Gerade Zooms mit grossem Brennweitenbereich pumpen bei jedem Zoomvorgang (einmal ein- und auszoomen) bis zu einem halben Liter Luft in den Body, mitsamt dem darin enthaltenen Staub. Da hilft selbst eine abgedichtete Kamera nichts.
Dennoch sind abgedichtete Kameras, wie z.B. jene von Pentax, besser als nicht abgedichtete. Ich selber verwende 2 Pentax-Bodies mit je einem abgedichteten innenfokussierten Objektiv. Das kommt sebst bei einem Sandsturm kein Staub in die Kamera.
In deinem Fall hilft nur:
- Möglichst wenig ein- und auszoomen
- Objektivwechsel vermeiden, und wenn, dann geschützten Ort suchen
- Kamera für den Transport einpacken
- Regelmässig Sensorreinigungsfunktion aktivieren (sofern deine Kamera das hat, ich kenne sie nicht)

Gruss Dieter
2'610 Beiträge · seit 200709. Mai 2015 · #12
Also, wenn ich das alles vorher gewusst hätte 😄 , ich hätte doch niemals meine heißgeliebte Kamera mit nach Afrika genommen, sondern sie lieber zu Hause im Tresor eingeschlossen! Garantiert staubfrei 😛 !

Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
Themenstarter663 Beiträge · seit 201509. Mai 2015 · #13
Reinhard schrieb:ie Kamera war schwarz ... Wenn sie die schwarze Kamera immer so lange in die Sonne hält, fängt die Elektronik an zu spinnen. Die Gehäuse und das Innere werden nämlich knalle heiß.
Da geht es ja nicht nur um die Elektronik. Es ist ja teils schon bei Langzeitbelichtungen so, dass es zu Pixelfehlern oder ganzen fehlerhaften Bereichen im Bild kommt weil der Sensor zu warm wird. Gibt dafür extra Sensorkühlungen.
Themenstarter663 Beiträge · seit 201509. Mai 2015 · #14
deemha schrieb:Das hilft leider nicht wirklich weiter, denn Staub kommt nicht primär beim Transport oder beim Objektivwechsel in die Kamera, sondern beim zoomen und fokussieren. Gerade Zooms mit grossem Brennweitenbereich pumpen bei jedem Zoomvorgang (einmal ein- und auszoomen) bis zu einem halben Liter Luft in den Body, mitsamt dem darin enthaltenen Staub. Da hilft selbst eine abgedichtete Kamera nichts.
Ist bekannt. Langsam zoomen hilft da schon.

Ansonsten muss man sich aber halt auch klar sein: Man will seine Kamera schützen, aber am Ende ist sie ein Gebrauchsgegenstand. Und wenn am Ende der Reise 3 Sandkörner im Objektiv sind und ich dafür einige schöne Bilder habe, dann ist es eben so. Zumal einen zwar jedes Staubkorn im Objektiv ärgert, aber realistisch gesehen ist es am Ende ziemlich egal für die Bilder wenn ein paar Körner im Objektiv sind. Schlimm ist's nur auf dem Bildsensor. Zur extremen Verdeutlichung:
http://www.lensrentals.com/blog/2008/10/front-element-scratches
7'296 Beiträge · seit 200609. Mai 2015 · #15
Jambotessy schrieb:Also, wenn ich das alles vorher gewusst hätte 😄 , ich hätte doch niemals meine heißgeliebte Kamera mit nach Afrika genommen, sondern sie lieber zu Hause im Tresor eingeschlossen!
... und womit hättest Du dann die Zeltheringe in den Boden geschlagen? 😉

Um die Kameras selbst hatte ich mir nie Gedanken gemacht. Die haben im Laufe der Zeit fast alle Schrammen und richtige Dellen abbekommen und trotzdem funktioniert. Die Objektive waren wenigstens ein bisschen "gepolstert", denn mein Fahrzeug hat ja in der Regel keine Federung.
Aber selbst wenn - abfallende Objektivdeckel und verschmutzte Frontlinsen konnte ich durch übergestülpte Socken prima verhindern.

Gruß
Wolfgang
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962 Beiträge · seit 200709. Mai 2015 · #16
Aber wir gehen nicht nach Südafrika, um tolle Fotos mitzubringen, sondern um es zu erleben. Die Fotos dienen der Dokumentation. Aber das ist natürlich Geschmacksache
Allerdings!
Zu diesem Hinwies muss ich als passionierter Fotograf doch etwas sagen:
Hervorragende Fotos machen doch die Erlebnisse erst unvergesslich, die Erinnerungen an das Erlebte verflachen mit der Zeit, da unsere Hirnzellen nicht ewig jung bleiben.
HG
myrio
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/193547-afrika-2011-so-qbeautiful-greenq-1teil.html http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/193761-afrika-2011-so-beautiful-green-teil-2.html http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/195398-a-f-r-i-k-a-2011-so-beautiful-green-teil-3.html
7'296 Beiträge · seit 200609. Mai 2015 · #17
myrio schrieb:Aber wir gehen nicht nach Südafrika, um tolle Fotos mitzubringen, sondern um es zu erleben. Die Fotos dienen der Dokumentation. Aber das ist natürlich Geschmacksache
Allerdings!
Zu diesem Hinwies muss ich als passionierter Fotograf doch etwas sagen:
Hervorragende Fotos machen doch die Erlebnisse erst unvergesslich, die Erinnerungen an das Erlebte verflachen mit der Zeit, da unsere Hirnzellen nicht ewig jung bleiben.
... und da man nicht alle Momente und Gedanken fotografieren kann, schreibe ich auf Reisen Tagebuch. Altmodisch, mit Kugelschreiber in Heft. Kann ich jedem nur empfehlen. Ein paar Jahre später darin lesen bringt ungeahnte Erinnerungen hervor.

Gruß
Wolfgang
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412 Beiträge · seit 201109. Mai 2015 · #18
Hier noch ein nettes Video zu Pentax-Kameras:

Bei YouTube ansehen ↗

Themenstarter663 Beiträge · seit 201505. Juni 2015 · #19
Bin seit heute zurück und muss sagen: War an sich überhaupt kein Problem. Ein ganz klein wenig Staub, aber nichts was nicht schnell wieder weg gewesen wäre. Kurzum, alles halb so wild 😎
246 Beiträge · seit 201505. Juni 2015 · #20
Das freut mich zu hören. Zum einen für deine Kamera und zum anderen für meine Nerven 🤩
Ich hatte gerade beim lesen dieses Themas ein bisschen Angst bekommen, dass bei meinem ersten Namibia-Urlaub im August meine Kamera stark zu leiden haben wird. Aber diese Angst hast du mir gerade etwas genommen. Danke.