Spiegelreflexkamera für Einsteiger

27 Antworten · 7'961 Aufrufe · gestartet 20. März 2015 von holgiduke
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Themenstarter291 Beiträge · seit 201420. März 2015 · #1
Hallo zusammen,

ich habe zwar beim Durchstöbern der vorhandenen Beiträge bereits festgestellt, dass dies ein etwas heikles Thema ist, würde mich aber trotzdem über eure Hilfe bei meiner Entscheidungsfindung freuen.

Wir starten im Herbst zu unserer ersten Namibia-Reise und möchten dort natürlich auch schöne Fotos machen. Wir sind absolute Einsteiger im Bereich Fotografie (bisher nur stinknormale Kompaktdigitalkamera von einem bekannten deutschen Discounter) und möchten uns nun eine Einsteiger-Spiegelreflexkamera zulegen. Preislich sollte das Thema (war ja klar 😉 ) natürlich auch im Rahmen bleiben, geplant sind ca. 500-600 € für die Kamera mit Telezoomobjektiv.

Ich habe schon versucht, mich im Vorfeld mal ein wenig einzulesen und habe mir diese Modelle näher angesehen: Nikon D3300, Canon 1200D und Sony Alpha58. Nach dem Lesen verschiedener Testberichte stellt sich für mich als Laie die Sony A58 als beste Option heraus. Standardmäßig ist diese ja mit einem 18-55mm Objektiv bestückt (hat oftmals nicht so gut abgeschnitten), für halbwegs gute Tieraufnahmen auch auf größere Entfernung benötige ich aber anscheinend mindestens ein Objektiv bis 200mm. Bei meiner Suche bin ich nun über folgendes Angebot gestolpert: SONY Alpha A58 SLT Kamera 18-55 + 70-300mm Objektiv + Tasche + Zubehörpaket für 560 €.

Hört sich für mich erstmal ganz gut an, nur habe ich Bedenken bzgl. Objektivwechsel unterwegs (Staub) und ob es nicht sinnvoller ist, gleich ein Objektiv 18-200mm zu nehmen und damit die Objektivtauscherei beim Wechsel von Landschafts- zu Tieraufnahmen zu umgehen (nein, 2. Kamera kommt nicht in Betracht 😉 ).

Es wäre nett, wenn ihr mir hier mit eurer Erfahrung ein wenig weiter helfen könntet, und wie gesagt, es ist als Einstieg in den Bereich Fotografie gedacht, wie es danach weiter geht, wird man dann später sehen, für den Anfang muß es einfach bei dem geplanten Budget bleiben.

Viele Grüße
Holger
1'920 Beiträge · seit 200820. März 2015 · #2
Hallo Holger

Vor der selben Entscheidung stand ich vor 2 Jahren auch schon mal.
Bin aber letztendlich wieder davon abgekommen ,und hab mich für eine hochwertige Bridge Kamera entschieden.

Ich denke 5-600 € werden nicht reichen um den von dir gewünschten Bereich abzudecken.

Wenn du überwiegen im automatik Modus fotografierst, macht m.M nach eine Spiegelreflexkamera keinen Sinn.

Wenn du keine hochwertige Nachbearbeitung deiner Bilder machst, scheidet m.M nach die Spiegelreflexkamera auch aus.

Ich hab ne große bridgekamera mit 24 Fach optischen Zoom .
überwiegend fotografiere ich im automatik Modus, hab aber 2-3 Einstellungen im manuellen Modus drauf, die ich bei Sonnenuntergänge anwende.

Überlege dir , ob nicht ne bridgekamera die bessere Entscheidung ist, als einsteigen.

Lg
Bloke
408 Beiträge · seit 201420. März 2015 · #3
Naja, die Geschmäcker sind ja verschieden, also ich bin Canon-Fan. Es kommt ja drauf an, willst Du Profifotos machen oder nur schöne Erinnerungen. Vergiß zunächst einmal die Canon 1200D. Sie hat keine Sensorreinigung (Staub), dehalb greif, wenn es Canon sein soll, zur 100D. Ich habe sie als immer dabei, weil sie leicht und sehr robust ist. Sie liegt bei mir auf dem Nebensitz (bedenke: tansanische Holperstrassen) und hat einen 18MP-Sensor. Nimm nur den Body und kauf Dir das Tamron 18-270mm F/3,5-6,3 Di II VC PZD (Achtung: Auf genaue Bezeichnung achten, es gibt verschiedene Tamron 18-270). Das bekommst Du so um die 320 Euronen. Damit bist Du relativ günstig aufgestellt, das Objektiv hat relativ gute Beurteilungen in DP-Review, einem amerikanischen Fachmagatin. Wie alle diese Superzooms ist eines der Probleme die Tonnen- bzw. Kissenverzeichnung, aber das müsstest Du von Deinen Digikameras ohnehin kennen. Aber für den Einsteiger ist das die Lösung, die ich Canonseitig für die empfehlenswewrtere halte, auch in Hinsicht der Qualität des Bodys (ich habe/hatte mehrere). Alle meine Bodys, die ich im Moment habe (1000D, 100D, 600D), sind unzerstörbar durch mich.
So undjetzt kommen dann die Nikon-, Sony- und wie sie alle heissen Freaks, dann weisst Du endgültig nicht mehr, was Du machen sollst. Aber bis zum Herbst ist noch lange Zeit.

Viel Spass
Johannes
The Schimann Family - Man kommt als Gast und geht als Freund
6'369 Beiträge · seit 201120. März 2015 · #4
Hoi Holger

Zum Einen kann ich nur unterschreiben was Bloke schon geschrieben hat, zum Anderen seh ich keinen Grund sich eine Spiegelreflexkamera zu kaufen...ausser dem minim niedrigeren Preis gegenüber einer Systemkamera wie z.B. der Olympus OM-D E-M10 mit 14-150mm-Zoom (dank Cropfaktor 2 entspricht das etwa einem 19-200mm-Zoom bei einer Spiegelreflex, die ja meist einen Cropfaktor von 1,5 haben).
Eine vergleichbare Spiegelreflex ist etwa doppelt so gross und mindestens doppelt so schwer...und qualitativ bietet sie nicht mehr, einzig mehr Pixel und grössere Auswahl an Objektiven.
Lies mal die Testberichte durch, du wirst staunen...
Das heisst nicht dass die Spiegelreflexen schlecht sind, aber die Systemkameras haben auch sehr viel zu bieten.
Ich bin mit meinen mehr als zufrieden!
Bin auch Anfänger udn hab im Januar erstmals nicht nur im Automatikmodus fotografiert, das Ergebniss findest Du in meinem aktuellen Reisebericht (klick mich), die meisten Fotos sind unbearbeitet, nur beschnitten sind die Meisten, da ich im 4zu3-Format fotografiere.
Aber egal ob System oder Spiegel: Kauf Dir zwei Bodys!
Wenn einer ausfällt im Urlaub hast du voll ins Klo gegriffen wenn da nicht ein Zweiter da ist...
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 20. März 2015
1'292 Beiträge · seit 200720. März 2015 · #5
Hallo Holger,

ich möchte den Ausführungen meiner Vorschreiber noch etwas hinzufügen. Wenn du dich für eine Kamera entschieden hast, ob Bridge, Spiegelreflex oder Systemkamera ist da erst mal egal, mach unbedingt einen Fotokurs.

Den Zusammenhang von Blende, ISO und Belichtungszeit zu verstehen wird dir ungemein helfen brauchbare Bilder zu erstellen. Auch wenn du dann letztendlich (anfangs) im Automatikmodus fotografierst, so wird dir doch klarer warum das eine Bild etwas geworden ist und das andere eben nicht.

Fotokurse bieten meistens die Volkshochschulen, örtliche Fotoclubs oder Fotoschulen an. Es wird sich lohnen 😉

Gruß

Panther
Unsere Afrika-Reiseberichte im Forum || Vietnam 2025 | Japan 2019 |Costa Rica 2018|
2'610 Beiträge · seit 200720. März 2015 · #6
Hallo Holger,

wir hatten über viele, viele Jahre immer nur Canon Kameras und Objektive. Dann kam der Umstieg auf die Digitalfotografie - mein Mann kaufte sich eine Canon (450D) und ich eine DMCFZ30 von Panasonic. Zu dem Zeitpunkt war mein Mann immer noch der Canon Fan. Als ich mir für den letzten Urlaub die Panasonic DMC FZ 200 zugelegt habe, war der neue Panasonic Fan geboren 😄 . Wenn (eigentlich ein MUSS) du dir dazu noch das Buch von Frank Späth zulegst, dann beherrschst du das Teil auch. Vorteile der Kamera: du hast ein ganz vernünftiges Weitwinkel und dann auch noch einen tollen Zoombereich, die Panoramaaufnahmen sind hervorragend und du musst nicht einen Rucksack vollgepackt mit Objektiven schleppen. Und über den Preis muss man gar nicht reden, da ist das Preis-Leistungs-Verhältnis einfach toll.

Grüße
Jambotessy

P.S. Mein Mann fotografiert jetzt nicht mehr mit seiner Canon 😄
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
zuletzt bearbeitet 20. März 2015
1'796 Beiträge · seit 201420. März 2015 · #7
Hallo Holger,

ich stimme Jambotessy 100% zu. Uns hat auch für unseren ersten Namibia Urlaub in diesem Jahr die Kamera-Frage lange beschäftigt - und haben uns nicht zuletzt aufgrund der postiven Meinungen hier im Forum und nach einer ausführlichen Beratung im Fachhandel für die Panasonic DMC FZ 200 entschieden. Diese Entscheidung haben wir nicht bereut! Ich habe früher (zu analogen Zeiten) auch eine Canon mit drei Wechselobjektiven mit mir herumgeschleppt. Die Schlepperei und der Objektivwechsel (in Namibia ja auch öfter mal im sandigen/staubigen Umfeld) fällt komplett weg. Der Automatikmodus liefert tolle Aufnahmen und die Kamera ist schnell einsatzbereit.

Grüße
Sabine
Kaoko BA Light //"Nix als Wüste" // Botswana Bush Adventure Light // Von Wilderness zum Addo NP // Karibuni Tansania // ... und das Beste kommt zum Schluss! // Ein 80ster Geburtstag // Neulinge auf Tour
408 Beiträge · seit 201420. März 2015 · #8
So ist das, diese Frage wirft halt viele Meinungen auf, und Du musst für Dich selbst entscheiden, was wichtig ist und was nicht. Für zum Beispiel ist ein Sucher ein Muss, weil in starkem Sonnenlicht manchmal der Bildschirm einen Streich spielt. Ich möchte auch nicht immer beim Einschalten im Weitwinkelmodus sein, und eine Kontrolle der Brennweite haben. Und weil ich die Sensorreinigung hier in dieser staubigen Umgebung auch schätze, habe ich mich für das entschieden, was ich geraten habe (ich verwende allerdings für die Canon ein anderes Tele-Objektiv).

Aber ein altes Fotografensprichwort möchte ich nicht vergessen: Das Bild macht weder die Kamera noch das Objektiv, sondern das Auge und das Gehirn des Fotografen. Zum Beispiel habe ich für meinen Sechsjährigen ein Nikon L29 gekauft. 59 Euro. Ich habe die einmal so zum Spass mitgenommen und Strassenaufnahmen gemacht, da war ich schon erstaunt. Natürlich kein Vergleich mit den teuren Geschossen, aber immerhin, für den Preis. Und wenn man mit dem Beamer auf die Wand haut oder 30x20 macht (geht hier nicht weil 4:3) zum Einkleben in das Album, dann ist das ganz okay.

Es ist ja auch unkla, was Du mit den Bildern später vorhast, das spielt auch noch eine Rolle. VHS mach gute Kurse in Digitalfotografie, würde ich einmal machen an Deiner Stelle.

Johannes
(fotografiert noch immer mit Canon)
The Schimann Family - Man kommt als Gast und geht als Freund
Themenstarter291 Beiträge · seit 201420. März 2015 · #9
Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank für die vielen Antworten. Zu meiner Schande muß ich gestehen, dass ich mich mit Alternativen zu einer Spiegelreflex vor meinem Beitrag gar nicht beschäftigt habe. Für mich war halt Spiegelreflex die einzige Möglichkeit für hochwertige Fotos.

Nachdem ich nun aber eure Beiträge gelesen habe, habe ich mich mal versucht in das Thema Bridgekameras einzulesen (kannte ich vorher gar nicht) und mußte feststellen, dass das wahrscheinlich wirklich für mich die optimale Lösung ist. Ein geschlossenes System ohne Objektivwechsel, relativ leicht zu bedienen, kompakt und auch noch locker im Budget. Jetzt stellt sich mir nur noch die Frage, welchen Zoom ich nehmen sollte? Der Bereich (bis zu 65fach) ist ja relativ groß, was muß ich mindestens haben, um ungefähr das Äquivalent zu einem 200mm Teleobjektiv zu haben? Wenn das jetzt eine (für den erfahrenen Anwender) blöde Frage ist bitte ich um Nachsicht, für mich als Einsteiger ist das leider nicht so ganz klar und ich möchte halt wirklich eine vernünftige Kamera mit in den Urlaub nehmen.

Viele Grüße
Holger
1'483 Beiträge · seit 200920. März 2015 · #10
Hallo Holger,
Ich bin seit ewigen Zeiten ein Spiegelreflexfan und schleppe noch immer einige Kilo an Ausrüstung mit mir herum. Seit einiger Zeit fotografiert auch meine Frau Für sie haben wir eine FZ 200 gekauft i und sind begeistert. Inzwischen fotografiere ich mit dieser Kamera schon mehr als mit meiner Spiegelreflex. Die Qualität der Bilder ist inzwischen bei den Bridge- Kameras ganz prima Meine Spiegelreflex benutze ich eigentlich immer nur, wenn ich Aufnahmen machen möchte für die ich manuell einstellen will. Ich kann mir inzwischen gut vorstellen, ohne Spiegelreflex auszukommen.

Gruß Piscator
2'610 Beiträge · seit 200720. März 2015 · #11
Hallo nochmals,

bei der DMC FZ 200 deckst du einen Bereich von 24er Weitwinkel bis zum 600er Tele komplett ab. Du kannst/musst keine Objektive wechseln.

@Bongoländer:; bei der DMC FZ 200 hast du die Wahl zw. Sucher od. Display. Das Display ist dreh-/schwenkbar, so dass du dich nicht mehr auf den Boden legen musst um z.B. eine kleine Blume/Tier aus dem seitl. Blickwinkel zu fotografieren. Da hast aber Recht, die Kamera -egal welche - macht keine guten Bilder, sondern der, der sie bedient.

Grüße
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
1'680 Beiträge · seit 200720. März 2015 · #12
Nikon hat gerade die neue Coolpix P900 Superzoom-Bridge rausgebracht, mit etwas weniger Zoom ist auch die Coolpix P610 neu, mit einbeziehen würde ich auch die neue Canon PowerShot SX530 HS - alle Drei können zwar kein raw/nef, für mich persönlich als "alter Spiegelreflexer" Ausschlusskriterium, für Anfänger jedoch vermutlich zu vernachlässigen 😉 - wenn du auf keinen Hersteller festgelegt bist, sollte deine Auswahl nicht "per Papier" erfolgen, sondern vielmehr durch das Handling, heisst... zum Fachhändler und die, die in die engere Wahl kommen wortwörtlich in die Hand nehmen und probieren.
lG und bleibt gesund! M@rie M@rie's on the road again - Namibia-Botswana 2012 "Es kommt nicht darauf an, ob du gewinnst oder verlierst, es kommt nur darauf an nicht aufzugeben!" ~ "It always seems impossible until it is done." Nelson Mandela ~
284 Beiträge · seit 201320. März 2015 · #13
Hallo Holger,

es wurde schon viel richtiges geschrieben. Ich kenne deine geplante Tour nicht, kann aber aus meiner eigenen Erfahrung sagen, dass es bzgl. der Motive in Namibia ein recht breites Spektrum gibt. Diese Motive stellen mitunter recht unterschiedliche Anforderungen an die Kamera. Hier mal ein paar Anmerkungen allgemein und zu den aus meiner Sicht typischen Motiven, um aufzuzeigen, was ich meine:

1. Allgemeine Anmerkungen:
- Die Technik alleine macht kein gutes Bild. Das ist immer noch der Mensch hinter der Kamera!
- Neben den Kosten für die Kamera musst du auch an ausreichend Speicher und Akkus denken, dazu evtl. noch eine Tasche / Rucksack, Stativ ... (die Liste kann man beliebig verlängern)
- Staub ist ein Problem, wird aber oft überbewertet (wenn man sich an gewisse Regeln hält! D.h. Kamera grundsätzlich vor Staub schützen, auch im Auto! Objektivwechsel vermeiden, und möglichst nur in sauberer Umgebung durchführen, z.B. im Zimmer der Lodge, etc. ==> Hier kommt man mit einer einzigen DSLR und mehreren Objektiven schnell an Grenzen!). Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass integrierte Sensorreinigungsfunktionen von DSLRs mehr ein Verkaufs- als ein Kaufargument sind. So richtig helfen können sie nur sehr bedingt.
- In den "Grenzbereichen" (dazu später mehr) braucht es Können und Technik, dann kann es sehr schnell sehr groß und teuer werden.
- Wichtig: Soll es eine Reise mit guten Erinnerungsfotos werden, oder ist das Fotografieren der Hauptzweck? Hintergrund: Je größer und teurer das Equipment, desto mehr muss man schleppen und desto mehr muss man drauf aufpassen. Das kann (speziell für Mitreisende) ganz schön nervig werden, relativiert sich aber später beim Betrachten (guter) Bilder. 😄

2. Landschaften:
Meistens hat man da gutes Tageslicht, d.h. die Technik der Kamera selbst wird vernachlässigbar, da mit viel Licht auch relativ "kleine" Kameras sehr brauchbare Bilder erzeugen können. Kritischer ist immer das Objektiv der Kamera (ganz gleich ob DSLR, Bridge, oder was auch immer). Pauschal kann man sagen: Je größer der Zoom-Bereich, desto schwächer die Abbildungsleistung - aber das ist natürlich eine Frage der eigenen Ansprüche.
Für Landschaften sind oft Weitwinkelobjektive gut geeignet, da sie die Weite gut einfangen können, mein Favorit sind da 24mm (bei Kleinbildformat, d.h. ca. 16mm bei den DSLRs mit APS-C-Sensor). Im Weitwinkelbereich ist jeder einzelne mm deutlich merkbar!
Natürlich ist nicht nur Weitwinkel geeignet, aber das lange Tele braucht man typischerweise etwas seltener, es sei denn ...

3. Tiere:
... man sieht Tiere. Das kann nicht nur in den Nationalparks vorkommen, sondern fast überall.
Dann benötigt man dann oft schon wieder deutlich längere Brennweiten, also ein Tele. Natürlich nicht für einen Elefantenbullen, der plötzlich direkt neben dem Auto aus dem Gebüsch kommt, es sei denn man will Detailfotos von den Augen machen.
Aber: Auch hier gibt es Grenzen. Man kann nicht beliebig entfernte Motive nah heranholen, irgendwann flimmert es einfach zu stark und wird komplett unscharf. D.h. für "normale" Bedarfe sollte ein Bereich zwischen 300 und 600 mm (bezogen auf Kleinbild) in der Regel ausreichen.

4. Tiere abends/nachts am Wasserloch im Etosha:
Das ist deutlich anspruchsvoller, das Licht ist knapp, d.h. hier braucht man meist deutlich mehr Technik, angefangen vom Stativ über eine richtig gute Kamera bis hin zu guten Objektiven (= groß + schwer + teuer). Wir haben solche Bilder mit einer richtig guten DSLR und 2 verschiedenen Bridge-Kameras gemacht, da wird der Unterschied schon klar.

5. Sternenhimmel (MIlchstraße):
Noch ein absolutes Extrem, da es Nachts eben einfach dunkel ist. Auch hier kommt die Technik zum tragen, das können nur wenige der kompakten Kameras und noch weniger Bridge-Kameras leisten. Aber es gibt einige, mit denen man zumindest Ergebnisse erreichen kann, die als Erinnerung reichen. (Ist eben eine Frage des Anspruchs). Dieses Thema benötigt in der Regel einige Erfahrungen und Übungen (auch mit guten Kameras!).

6. es gibt sicher noch viel mehr ...

Ich war mit zwei DSLRs und einigen Objektiven unterwegs, dennoch habe ich oft neidisch auf meine Frau mit ihrer deutlich kompakteren Bridge geschaut! Sie hatte immer das passende Objektiv drauf und war damit oft schneller als ich. Sie hatte auch deutlich weniger Rückenschmerzen als ich, denn der Rucksack mit der Ausrüstung und Wasserflaschen brachte dann schon deutlich über 10 kg auf die Waage... Und: Am Fernseher oder im Fotobuch ist der Unterschied für viele Menschen gar nicht erkennbar (Fotoexperten sehen es natürlich deutlicher)

Eines ist klar: Es gibt nicht die eine Kamera, die das alles leisten kann. Bridge-Kameras kommen dem aber mitunter schon recht nah (wenn man keine Profi-Ansprüche hat). Interessanterweise ist die Qualität von DSLRs mit Objektiven, die einen so großen Bereich abdecken oft nicht besser oder gar schlechter, als die von Bridge-Kameras. Insofern würde ich mir das mit der DSLR sehr gut überlegen. Eine Beratung hier im Forum kann auch nicht ersetzen, die vorgeschlagenen Modelle mal in der Hand zu halten und idealerweise auszuprobieren! Jeder hat so seine Vorlieben und empfiehlt die Marke, die er besitzt, schlecht sind dabei keine, die Vor- und Nachteile liegen im Detail und es hängt immer vom Anwendungsfall ab, was für jeden einzelnen das Bessere ist.
Es wurde schon die FZ200 genannt, die hatte ein Freund dabei und sie hat mich oft überrascht. Ich würde allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen und die FZ 1000 wählen, die Qualität ist wirklich überraschend und auch überzeugend (ich ahbe inzwischen auch eine!). Wenn ich nicht unbedingt auch Bilder vom Sternenhimmel und vom Wasserloch machen wollte (und auch noch recht hohe Ansprüche hätte), dann könnte ich mir vorstellen eine Namibia Reise nur mit dieser Kamera zu bestreiten. Genauer gesagt: ich würde es wahrscheinlich tun!!!

Viele Grüße
Michael

Reisebericht Namibia 2014 (mit Bildern folgender Kameras: Nikon D800, Nikon D7100, Fuji X-S1, Panasonic FZ 200)
Meine Reiseberichte: Drei Wochen zu dritt in Namibia ...: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283595-drei-wochen-zu-dritt-in-namibia.html Die Hunde sind los! Zu dritt in Botswana 9.2019: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/298322-die-hunde-sind-los-zu-dritt-in-botswana-9-2019.html Gruppenreise Tansania September 2022: https://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/302189-reisebericht-gruppenreise-tansania-september-2022.html
Themenstarter291 Beiträge · seit 201420. März 2015 · #14
Hallo Michael,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort!

Der eigentliche Grund für unsere Reise ist sicherlich das Erlebnis Namibia mit seiner Landschaft und den Tieren, aber man möchte ja auch schöne Fotos haben, damit man sich später immer wieder an das Erlebte erinnern kann. Aber das Fotografieren ist nicht der Hauptzweck der Reise, deshalb sollte die Anschaffung der Kamera auch in einem überschaubaren Rahmen (bis max. 600€, wenn weniger, auch gut 😉 ) bleiben.

Als Motive kommen wahrscheinlich auch hauptsächlich die Landschaft und die Tiere in Betracht, wobei ich nicht unbedingt super Aufnahmen in der Dämmerung machen muß. Wichtiger ist mir, dass man tagsüber bei den Stopps auch weiter entfernte Tiere noch gut ablichten kann, deshalb auch meine Frage nach der möglichen Vergrößerung bei den verschiedenen Bridgekameras und was hier das Minimum (reicht 24x?) bzw. Optimum (Preis/Leistung) ist.

Das es halt auch wie immer eine Preisfrage ist und das es nach oben keine Grenzen gibt, ist mir klar. Die von dir genannte FZ1000 oder auch die Nikon P900 gefallen mir zum Beispiel sehr gut, liegen aber mit über 700€ auch schon über meinem Budget.

Das mit dem Besuch beim Fachhändler ist für nächste Woche auch schon fest eingeplant, allein um nur mal ein Gefühl für die verschiedenen Marken und Modelle zu bekommen. Vielleicht ergibt sich dann ja auch schon eine Tendenz zu einem bestimmten Modell.

Falls noch jemand Anregungen und Empfehlungen hat, immer her damit! Bisher bin ich noch auf keine Marke festgelegt, entschieden ist bisher eigentlich nur, dass eine Bridgekamera für mich wohl ideal wäre.

Viele Grüße
Holger
378 Beiträge · seit 201220. März 2015 · #15
Nachdem was ich so von dir gelesen habe, schätze ich auch, dass eine gute Bridgekamera für dich das richtige ist. Und sagt jemand, der eine Canon 60D mit einem Sigma 50-500 OS mit im Urlaub hatte (Gewicht ca. 3.5 kg). 😄
holgiduke schrieb:Wichtiger ist mir, dass man tagsüber bei den Stopps auch weiter entfernte Tiere noch gut ablichten kann, deshalb auch meine Frage nach der möglichen Vergrößerung bei den verschiedenen Bridgekameras und was hier das Minimum (reicht 24x?) bzw. Optimum (Preis/Leistung) ist.
Der Zoom-Faktor berechnet sich immer aus Telebrennweite durch Weitwinkelbrennweite (z.B. 25-500mm = 20-fach-Zoom) und ist daher kein vernünftig verwendbares Kriterium.
In der Regel wird aber für alle Kompakt und Bridgekameras auch der Brennweitenbereich in bezug auf KB (=Kleinbild = 36x24mm) angegeben.
Hier würde ich schauen, dass der erste Wert 24 mm oder weniger ist. Das ist wichtig um bei Landschaftaufnahmen möglichst viel aufs Bild zu bekommen. Und eine Panoramafunktion ist in Namibia sicherlich für die Landschaften auch sehr praktisch.
Der Telebereich hingegen sollte bis 400 oder 600 mm gehen, um größere Tiere auf mittlere Distanz bildfüllend auf das Foto zu bekommen. Hier sollte die Kamera auf jeden Fall auch einen optischen Bildstabilisator haben.

Wie hier auch schon erwähnt wurde, wird die Bildqualität mit zunehmender Hitze (=Luftflimmern), Staub und Distanz immer schlechter. Da helfen auch keine teuren DSLR-Kameras mit dicken Teleobjektiven. Es ist also immer besser möglichst nah ran zu fahren (natürlich ohne sich oder die Tiere/Natur zu gefährden 😄 ).

Und zum ersten einlesen in die Materie, habe ich hier noch einen Link zu einem Online-Foto-Grundkurs:
https://rofrisch.wordpress.com/anfangerkurs/
Mit "Safari" auf Safari (Namibia Mai 2014) "Safari" pur! Mit Löwin auf Tour! (Namibia April 2024) "Safari" am Ende der Welt (Australien Dez 2024) "Safari" , Löwinnen überall! (Namibia+KTP März 2026)
zuletzt bearbeitet 20. März 2015
408 Beiträge · seit 201420. März 2015 · #16
Ein kleiner Einschub noch von Fans der einfacheren Kameras. Ihr wisst schon, dass sRGB mehr für Computerbildschirme entwickelt wurde, wärend für die Druckausgabe Adobe RGB entwickelt wurde. Der Unterschied sind erweiterte Farben speziell im grünen und cyan (Blauton) Bereich. Den Unterschied bemerkt man am Bildschirm nicht, aber es kann sich sehr wohl beim Ausdruck bemerkbar machen. Speziell wenn man auf höherwertige Druckausgabe kommt.

Das wollte ich zur Ehre der Canon SLRs auch einmal angefügt haben. Ob Du das brauchst, ist natürlich eine andere Frage, wie gesagt, für Beamer oder nicht zu große Ausdrucke reicht es, aber wenn Du einmal Poster machen lassen willst (zB wie ich 120x80), dann sollte man sich schon Gednken machen. Speziell der Pixeleffekt, der bei kleineren Sensoren und hoher Pixelleistung auftritt, weil die einzelnen Elemente sehr nah beieinander sind und relativ schnell sich erhitzen, kann dann extrem störend sein. Resümee: Wenn es so einfach wäre, dann weiss ich nicht, warum selbst Reporter für Tageszeitungen mit ihren Keuchapparaten herumrennen.

Johannes
The Schimann Family - Man kommt als Gast und geht als Freund
93 Beiträge · seit 201420. März 2015 · #17
holgiduke schrieb:
Falls noch jemand Anregungen und Empfehlungen hat, immer her damit! Bisher bin ich noch auf keine Marke festgelegt, entschieden ist bisher eigentlich nur, dass eine Bridgekamera für mich wohl ideal wäre.
Na gut 🙂 Fuji X, z.B. X-E1 (älter, billig, aber erstklassig), X-E2 (aktuell), X-T1 (staubdicht), ...
Das sind spiegellose Systemkameras mit hervorragender Bildqualität auch bei den JPEGs, d.h. kein Nachbearbeiten nötig. Wirklich. 🙂
Relativ leicht und kompakt.

Das Thema Bridge mit Superzoom hatte ich auch schon durch. Die Ergbnisse waren zum k.... Die Sensoren sind einfach zu klein. Hatte ich in Kanada dabei und ärgere mit noch heute...
1'362 Beiträge · seit 201120. März 2015 · #18
Hallo Holger,
Ich geb' jetzt auch nochmal meinen Senf hinzu:
habe bisher für meine Urlaube immer Bridgekameras benutzt, aktuell besitze ich eine Sony HX 400V und bin super zufrieden damit. Hat 50fachen Zoom und mittlerweile für ca. 350€ zu bekommen...OK, in der Dämmerung oder bei schlechten Lichtverhältnissen muss man wirklich Abstriche machen, aber dies Problem ergibt sich ja in einem Namibia-Urlaub nicht so oft...(im Regenwald von Costa Rica sah es dann schon mal anders aus). Aber die Zoomleistung ist schon klasse, gerade bei Safaris...
BISHER sagte ich, weil ich mir jetzt eine Systemkamera zugelegt habe: die Olympus OM-D EM-1, mit der ich aber sicher noch fleißig üben muss...
Wenn Du auch zunächst v.a. im Automatik-Modus schöne Erinnerungsfots machen willst, würde ich auf jeden Fall eine Bridge wählen...
Viel Spass bei der Auswahl und liebe Grüße, Nane 🙂
Meine Reiseberichte - Namibia/ Südafrika
93 Beiträge · seit 201420. März 2015 · #19
Drechselschorsch schrieb:Hallo macfrank,
zu deinen Ausführungen ist zu sagen, das bei den von dir angesprochen Kameras das wechseln der Objektive erforderlich ist, sie also keineswegs mit einer Bridge Kamera zu vergleichen sind. Des weiteren ist die X-T1 nicht staubdicht sondern lediglich staubgeschützt.
Ob ein Bild der Nachbearbeitung bedarf ist immer eine subjektive Entscheidung.
Der letzte Abschnitt deiner Äußerungen ist so wie er geschrieben ist ohne Substanz,vielleicht hat das von die erwähnte schlechte Ergebnis nicht nur an der Kamera, sondern auch an dir und deinen Erwartungen gelegen.
Ja, sicher... Mein kurzer Beitrag sollte ja auch keine erschöpfende Dokumentation werden, sondern zum selber Recherchieren anregen 🙂 Denn diese Kameraklasse fehlte noch in der Diskussion.

Mehrere Freunde und Kollegen, die als Fotografie-Anfänger von Knipse auf DSLRs umgestiegen sind (meist, als die Kinder kamen 😉 ) waren von den Ergebnissen erstmal enttäuscht und sich des Themas RAW und Entwicklung bzw. Nachbearbeitung nicht bewusst. Deshalb halte ich das hier für wichtig.

Die erwähnten Fujis haben das geändert. Automatik und JPEGs direkt aus der Kamera sind für Einsteiger hervorragend und wenn man später mehr möchte, geht das auch.
284 Beiträge · seit 201320. März 2015 · #20
Das Thema Bridge mit Superzoom hatte ich auch schon durch. Die Ergbnisse waren zum k.... Die Sensoren sind einfach zu klein. Hatte ich in Kanada dabei und ärgere mit noch heute...
Das kann ich so nicht stehen lassen.
1. kommt es auf die eigenen Ansprüche an
2. Bridge ist nicht gleich Bridge! Es kommt vor allem auf die Sensorgröße und die Sensorgeneration an. Die von mir erwähnte Bridge hat einen 1" Sensor aktueller Technologie. Wenn ich die Ergebnisse mit denen einer noch gar nicht so alten hochwertigen DSLR wie einer Nikon D200 und auch einer D300 vergleiche, dann schneidet die Bridge da verdammt gut ab (für mich ähnlich wie die D300!) Bei einer Bridge von vor 5 Jahren mit einem winzigen Sensor kann ich deine Aussage allerdings zu 100% bestätigen, wobei auch da für viele die Qualität ausreicht.

@HolgerNoch eine Anmerkung zur Budgetfrage: Hast du schon mal durchgerechnet, was dich die Reise insgesamt kosten wird? Ich schätze, da kommt es auf 200,- mehr bei der Kamera vielleicht gar nicht mehr an...
Überlege dir einfach mal, wann du das nächste Mal dorthin kommen wirst.
Auch bei Speicherkarten würde ich nicht unbedingt sparen und hochwertige Karten kaufen. Wenn man soviel Geld für eine Reise ausgibt, sollte man alles tun, um sich nicht hinterher zu ärgern, dass man am falschen Ende gespart hat!
Auch wichtig: Übe lange genug vorher mit der neuen Kamera, dann klappt es auf jeden Fall, wenn es soweit ist.

Anbei mal drei ähnliche Bilder aus Namibia von der D7100 mit einem 80-400 Objektiv, einer FZ200 und der X-S1, die quasi zeitgleich gemacht wurden und dann leicht bearbeitet und verkleinert wurden. Ja, man kann die 3000,- teure Kamera erkennen, aber ist der Unterschied für "normale" Ansprüche wirklich so groß? (Die X-S1 wirkt hier durch die Bearbeitung etwas schlechter als sie wirklich ist)
h382907f.JPGhdcee813.JPGh9443570.JPG
Und dazu auch mal ein Vergleich Nikon D800 mit 24-120 (mit Lightroom bearbeitet) vs. FZ 1000 (direkt aus der Kamera) aus Berlin, wieder auf dieselbe Größe (Full-HD) verkleinert.
h330611c.JPGh6175e0f.JPG
Viele Grüße
Michael
Meine Reiseberichte: Drei Wochen zu dritt in Namibia ...: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283595-drei-wochen-zu-dritt-in-namibia.html Die Hunde sind los! Zu dritt in Botswana 9.2019: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/298322-die-hunde-sind-los-zu-dritt-in-botswana-9-2019.html Gruppenreise Tansania September 2022: https://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/302189-reisebericht-gruppenreise-tansania-september-2022.html
zuletzt bearbeitet 20. März 2015