Nairobi/Kenia - Zürich-Kloten/Schweiz, 28. Januar 2015Mein Gegenüber, der Mann der Patientin ist sehr schweigsam. Nach einigen Versuchen, mit ihm ins Gespräch zu kommen, gebe ich auf. Wahrscheinlich ist er sauer, weil der Jet unseretwegen den Umweg über Nairobi fliegen musste, oder vielleicht stinkt es ihm auch, dass er wegen des Unfalls seiner Frau die Ferien abbrechen musste 😵 .
Die Ärztin und die Krankenschwester sind fast immer bei den Patienten. Und auch wenn sie sich mal kurz hinsetzen springen sie sofort auf, sobald ein Überwachungsgerät piepst und es piepst relativ oft.
Der Ambulanzjet ist eine Bombardier - Challenger CL 604. Es sind vier Piloten im Einsatz, da der Flug insgesamt über 24 Stunden dauert. Bei einem Einsatz bis höchstens 12 Stunden müssen es laut Gesetz zwei sein, bei 18 Stunden drei und bei 24 Stunden - wie in unserem Fall - eben vier.
Einen Cateringservice wie in einem Passagierflugzeug gibt es nicht. Die Mannschaft holt sich die Verpflegung selbst aus dem Kühlschrank. Ich darf zwischen verschiedenen Früchtejogurts auslesen und bekomme auch ein Brötchen. Dazu gibt’s Kaffee und Wasser. Hunger hab ich eh keinen, vielmehr kann ich‘s kaum erwarten, endlich daheim anzukommen. Die Patienten kriegen wegen der Verschluckungsgefahr gar nichts.
Um 03.00 Uhr machen wir einen Tankstop auf Kreta. Um 03.35 Uhr sind wir wieder in der Luft und um 06.20 Uhr landen wir nach 9 Stunden endlich in Zürich-Kloten. Die Maschine rollt mit uns direkt in den Rega-Hangar.
Toni wird mitsamt der Liege die Rampe runtergelassen und ins bereits wartende Ambulanzfahrzeug verfrachtet, welches ihn direkt nach Aarau ins Kantonsspital bringen wird. Ich habe nur ganz kurz Zeit, mich von ihm zu verabschieden.
Tonis Schwester fährt mich nach Hause. Daheim angekommen, muss ich mich erst mal sammeln. Nun bin ich schon wieder allein, aber wenigstens in den eigenen vier Wänden.
DER ALPTRAUM IST ZU ENDE
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Zum Schluss noch ein kurzes Update:Toni wurde wie bereits erwähnt am 28. Januar nach der Landung ins Kantonsspital Aarau gebracht. Da man sich scheinbar doch nicht ganz sicher war, ob er eine ansteckende Krankheit einschleppt 😵 , wurde er isoliert 😐 . Anfänglich hatte er echtes Heimweh nach Nairobi 🙁 . Dr. Hookers fröhlich lachender, roter Schaumstoff-Ball lag immer in Sichtweite 😁 .
Für mich war die Entfernung zum Spital ziemlich stressig, da ich jeden Tag hin und zurück ca. 100 km zurücklegen musste.
Am 6. Februar wurde Toni mit dem Krankenwagen in die nur 7 km von uns entfernte RehaClinic nach Bad Zurzach verlegt. Er konnte zu dem Zeitpunkt noch nicht ohne Hilfe aufstehen.
Als ich an seinem Geburtstag am 3. März an sein Bett trat, konnte Toni zum ersten Mal seinen Kopf anheben. 😁 Das war für mich ein unbeschreiblicher Glücksmoment. 🙂 🙂 🙂
Am 22. März wurde sein Rollstuhl gegen einen Rollator eingetauscht. 🙂
Am 31. März hat er den Rollator abgegeben. 🙂
Am 11./12. April durfte er zum ersten Mal über‘s Wochenende nach Hause, hat den Rasen gemäht und ist eine kleine Runde mit meinem Smart gefahren. 🤩
Am 24. April wurde Toni aus der Reha entlassen. 😘
Gewichtsverlust:
Toni 15 kg 🙂
ich 5 kg 🙁
Ganz der Alte ist Toni noch nicht, aber…….
Kopf hoch mein Schatz, das wird schon wieder. Mit etwas Training wirst du bald wieder so fit sein, wie früher.
😎 😉 🤩 😎 😉 🤩
Liebe Grüsse und danke für alle netten Kommentare und auch für‘s fleissige Dankeknopf-Drücken.
Erika + Toni