Dürfen Farmer wildernde Raubtiere töten?

16 Antworten · 2'391 Aufrufe · gestartet 05. Feb. 2015 von Geli65
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Themenstarter27 Beiträge · seit 201505. Feb. 2015 · #1
Hallo,

im Reisebericht 2014 Namibia von Fotomatte, schreibt er von einem Kalb welches von einem Leoparden gerissen wurde.
Und wenn ich es nicht komplett falsch verstanden habe, wollte der Farmer den Leoparden in eine Falle locken.

Jetzt ist meine Frage: Dürfen geschädigte Farmer wildernden Raubtiere töten? Bei uns darf doch ein wildernder Wolf auch nicht getötet werden. Wenn das auch manch einer gerne so hätte.

Gruß

Angelika
3'080 Beiträge · seit 200905. Feb. 2015 · #2
Hallo Angelika,

soweit ich es weiss dürfen sie es. Aus dem KTP sind vor einigen Jahren mal drei Löwen nach Namibia gelangt, davon ist auch einer von einem Farmer getötet worden, die anderen sind wieder eingefangen worden. Die Löwen tragen nun Halsbänder und sobald sie den Park wieder verlassen werden die Farmer auf namibischer Seite gewarnt und informiert dass jemand unterwegs ist um die Tiere wieder einzufangen. Das war jedenfalls der Plan.

lg sasowewi
4'382 Beiträge · seit 201505. Feb. 2015 · #3
Hallo Angelika,
leider ja, Abschuß, auch durch Jäger ist sehr limitiert, bedarf aber einer Cites-Bescheinigung,
(Washingtoner Artenschutzübereinkommens ( WA = CITES ))
In Botswana seit letztem Jahr ist die Jagd verboten, in Namibia nicht.

Gruß
CuF
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
33,1k Beiträge · seit 200605. Feb. 2015 · #4
Hi Angelika,

Farmer in Namibia dürfen Raubtiere, die Nutztieren Schaden zufügen töten, sofern ein Schaden nachweisbar ist. Nach der Tötung muss diese zwingend beim Umweltministerium gemeldet werden. Ein solcher Schutzabschuss darf jedoch nicht gegen Bezahlung, z.B. durch Trophäenjäger erfolgen.

Das Problem ist vor allem an der Südgrenze von Etosha ein alltägliches. Hier werden zig Raubtiere, v.a. Tüpfelhyänen jedes Jahr erlegt.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Themenstarter27 Beiträge · seit 201505. Feb. 2015 · #5
Hallo,

ich bin doch schon etwas schockiert, dass das Töten von Raubtieren so einfach ist.
Da schreibt sich Namibia den Umweltschutz so groß auf die Fahne, aber ein echter Schutz ist das doch nicht.
Es kann doch nicht sein, dass immer mehr Raubtiere, z.B. Geparden von unserem Erdball verschwinden u.a. weil die Farmer ihr Vieh schützen.
Ich habe gelesen, das innerhalb der letzten 20 Jahre der Bestand an Geparden von 100 000 auf 10 000 zurück ging.
Das kann doch nicht im Interesse der Regierung sein. Die Natur und damit die Tiere, ist doch das Kapital von Namibia. Deswegen kommen doch die ganzen Touristen.

Angelika
33,1k Beiträge · seit 200605. Feb. 2015 · #6
Hi Angelika,

tja, in unserer grausamen Welt geht Wirtschaft überall über Naturschutz...

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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582 Beiträge · seit 201005. Feb. 2015 · #7
Hallo Christian,

ich bin bisher davon ausgegangen, dass ein Tier, welches Schaden bei den Farmern oder in den Communities anrichtet, wie z.B. ein Leopard oder Elefant, erst einmal gemeldet werden muss, als "Problemtier deklariert" und der Abschuß ausdrücklich genehmigt werden muss. Aber vielleicht ist die Info auch falsch oder schon überholt....

Schöne Grüße,
Volker
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1'162 Beiträge · seit 201205. Feb. 2015 · #8
Hallo,

ich möchte jetzt nicht schulmeisterlich wirken, aber schon die Fragestellung ist komisch! Es gibt keine wildernden Raubtiere! Selbst der Begriff Raubtiere wurde schon vor Jahren durch Beutegreifer ersetzt. Das hat jetzt alles nichts mit der gängigen Praxis in Namibia zu tun, so lange aber solche negativ besetzen Begriffe im Umlauf sind fühlt sich jeder im Recht, der das Raubzeug ausrottet.

Beste Grüße
Michael
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
857 Beiträge · seit 201405. Feb. 2015 · #9
Hallo zusammen,

soweit ich das von befreundeten Farmern mitbekommen habe, schiessen sie "so", ohne Erlaubnis (und dürfen das auch). Sie dürfen dann aber auch nicht, wie schon geschrieben, Geld damit verdienen, also den Abschuss durch einen Jagdgast vornehmen lassen, oder Teile des Tiers als Trophäe verkaufen.
Ansonsten sollte man den Farmern aber schon etwas Verständnis gegenüberbringen, zuallererst ist ein Leopard (oder mehrere) in dem felsigen Land sehr schwer zu erlegen, und frisst viel Nutzvieh weg. Selbst große Farmen kann das empfindlich treffen. Und solange der Farmer nichts vom Tourismus hat, fehlen ihm einfach nur Einnahmen in Form von verlorenen Bockies, Kälbern und Kühen (die wohl weniger..).

Und Angelika, der Tourismus ernährt recht wenige Leute im Vergleich..
Übrigens bin ich weder absoluter Jagdverfechter noch absoluter Jagdgegner. Abgesehen davon esse ich sehr gern und nur Wild in Namibia, das fällt auch nicht von allein tot um.. und zwischen Kudu und Leopard/Gepard sehe ich in Punkto Lebensrecht nicht soviel Unterschied.. Löwe und Nashorn mal ausgeklammert, da wirklich extrem dezimiert...
Viele Grüße
Alex
2'516 Beiträge · seit 200905. Feb. 2015 · #10
Hallo,

da Geli65 sich auf meinen Bericht beruft,sage ich mal ein paar Worte dazu.
Geli65 schrieb:

Jetzt ist meine Frage: Dürfen geschädigte Farmer wildernden Raubtiere töten? Bei uns darf doch ein wildernder Wolf auch nicht getötet werden. Wenn das auch manch einer gerne so hätte.

Gruß

Angelika
Grundsätzlich ist es in Namibia so, dass auf Privatland -hier : eine kommerzielle Farm - alles vorkommende Wild dem Eigentümer gehört, es ist also an den Grundbesitz gebunden. Deshalb zäunen ja die ganzen Jagdfarmen wildsicher ein, damit "ihr" Wild nicht einfach zum Nachbarn abhauen kann. Also gehört der zu Schaden gehende Leopard dem Farmer, und natürlich wird er versuchen, diesen zu töten, denn ein Leo, der einmal erfolgreich ein Kalb gerissen hat, wird dieses immer wieder tun, weil es sehr viel einfacher ist, als Wild zu reissen.
Im Unterschied dazu ist es in Deutschland so, dass hier Wild grundsätzlich nicht dem Grundstück zugeordnet werden kann, denn Wild ist herrenlos. So hat der Jäger halt Pech gehabt, wenn "sein" Kapitalbock in der Nachbarjagd zur Strecke kommt.
Ferner: einen "wildernden" Wolf gibt es nicht, man müsste ihm erst mal den Unterschied zwischen "jagen" und "wildern" beibringen.
Und ob ein Wolf bei uns nicht erlegt/gewildert werden darf, und was dann tatsächlich jedes Jahr mehrfach trotzdem passiert, sind grundsätzlich zweierlei Paar Schuhe. Gilt leider natürlich für alle Grossräuber wie auch den Luchs.

@Volker/magic-vibes: Das mit den Problemtieren bezieht sich ausschliesslich, soweit mir bekannt, auf die Conservancies. Aber auch da funktioniert das nicht, siehe die immer wieder vorkommenden illegalen Abschüsse, aber auch Vergiftungen bei Löwen und Elefanten im Nordwesten.

Trotzdem: von den rund 10000 noch lebenden Geparden weltweit gibt es zwischen 4000 und 5000 alleine in Namibia, davon viele ausserhalb von Nationalparks. Das gibt es so sonst nirgends mehr.

Es ist halt sehr leicht, sich im fernen Deutschland ein bisschen zu echauffieren.
Etwas Vorab-Recherche könnte aber nicht schaden.
So stellt sich die Situation vor Ort dann gerne etwas differenzierter dar.

viele grüsse,
Matthias
NAM die Fünfte – und immer noch kein Sossusvlei - 2013 , Der (ganz alte) Südwesten - 2014 , Die Märchentour - 2014/15 , Kavango, Kwando, Kalahari - 2016 , Just Birds - 2017 , Unter Eulen und anderen Käuzen - die O-S-T 2017 , NAM die Elfte 2018, Caprivi satt - 2019
33,1k Beiträge · seit 200605. Feb. 2015 · #11
Hi Volker, hi Matthias,

bestimmte Wildtierarten gehören auch in Namibia grundsätzlich dem Staat. Dazu zählen Elefanten und auch Nashörner (für diese übernehmen Farmer immer nur "Partenschaften"). Jüngstes Beispiel ist der "Kalahari-Elefant", der seit einigen Woche nahe des KTP durch namibisches Farmland streift. Dieser wurde zum Problemtier erklärt und darf vom Umweltministerium getötet werden.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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454 Beiträge · seit 200606. Feb. 2015 · #12
elefenten und nashorener gehoeren nicht grudnsaetzlich dem staat, nur wenn sie von dem gepachtet sind wie z.b. spitzmaul rhino
wenn separat gekauft oder ersteigert gehoeren sie ebenso dem farmer und er kann damit machen was er will..
grundsaetzlich ist es doch so, wo kein klaeger da kein richter...heisst wenn die farmer schiessen, wer will es sehen, wissen und wen interessierts wirklich...
und wie schon geschrieben, aus der ferne laesst sich immer leicht kritisieren...ohne hintergrund zu haben, ist eben schoen leicht wenn man nicht beide seiten kennt einfach etwas zu verurteilen...
33,1k Beiträge · seit 200606. Feb. 2015 · #13
Hi Shanti,
elefenten und nashorener gehoeren nicht grudnsaetzlich dem staat, nur wenn sie von dem gepachte
was alle mir bekannten in Namibia auf privatem Farmland sind. Alle versteigerten Nashörner gehen nämlich nach Südafrika. Die 120 Elefanten, die Erindi gerade bekommen hat, gehören z.B. auch dem Staa. Ist aber im Prinzip auch unerheblich, da es ja um Raubtiere hier im Thread ging 🙂
und er kann damit machen was er will..
Natürlich nicht, denn sie unterliegen internationalen Gesetzgebungen und können deshalb nicht wie eben Raubtiere "einfach so" geschossen werden. Es bedarf für jedes Nasorn einer CITES-Genehmigung zum Abschuss etc.

Viele Grüße
Christian
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1'455 Beiträge · seit 200606. Feb. 2015 · #14
Moin zusammen,

es gibt ja immer 2 Seiten (und erstmal Empoerung)....:

Wir wohnen auch ausserhalb von Windhoek auf einer Farm mit Rindern. Unser Landlord ist dem naturschutz sehr zugetan, wenn mal Jagdgaeste kommen duerfen die nur Warzenschweine, Hartebeest und Gemsboecke schiessen. Schakale und Katzen werden bei uns gar nicht geschossen. Leider sind die Verluste durch Schakal, leo und Cheetah in letzter Zeit sehr viel mehr geworden, besonders mit Schakalen und den Kaelbern. Da die Rinder seine Einkommensquelle sind, sollt ejedem klar sein, dass ab einer gewissen Grenze (was man noch verschmerzen kann) die Farmer sauer werden.

Auf der Nachbarfarm hat ein Leo 30 Kaelber gerissen, wurde dann mit einer Kastenfalle geschnappt und dann begann das Problem. Unser Nachbar fragte alle wie Africat & Co. an, keiner wollte ihn haben, auch andere Wildfarmen lehnten ab. Er hat es aber nicht ueber das Herz gebracht den Leo zu toeten. Letztendlich wurde der Leo zum Forschungsobjekt und bekam ein Halsband mit Sender. Deswegen wird er aber trotzdem weiter Nahrung brauchen. Ich ziehe dafuer meinen Hut vor ihm!

Ich kann die Not der Farmer verstehen. Bei den "Rettungsfarmen" fristen die armen Tiere ein Dasein im (mittlerweile etwas groesseren) Gehege, Auswilderungsrate bei 2%.

Warum kann man nicht statt spenden fuer diese Einrichtungen in einen Fonds spenden, der Farmer fuer gerissene Tiere entschaedigt? Die Katzen koennnten da blieben, wo sie hin gehoeren (in die freie Natur, auch wenn es Farmland ist) und der Farmer haette keine oder nur geringe Verluste??

Waere doch viel sinnvoller. Nur kann man diese Tiere als Tourist nicht sehen, streicheln,.....und das ist mittlerweile ein Wirtschaftszweig.

Also nicht immer gleich die Farmer verteufeln und vorschnell ohne Wissen der Parameter Urteile faellen.

LG Jens
Themenstarter27 Beiträge · seit 201506. Feb. 2015 · #15
Hi zusammen,

es ist ja nicht so, dass ich kein Verständnis für die geschädigten Farmern habe. Ich bin aber überrascht, wie einfach es ist ein lästiges Tier zu töten. In meinen Augen sollte es die letzte Möglichkeit sein. Um nochmal auf den Wolf zurück zukommen, warum entschädigt man die Farmer nicht? So wie einen Bauern dessen Schaf von einem Wolf gerissen wurde.

Ich denke man darf das System durchaus auch kritisch sehen. Auf der einen Seite steht die Landwirtschaft für Arbeitsplätze und
Ernährung der Leute, aber auf der anderen Seite steht auch die Bedrohung der Natur mit Überweidung, Nahrungskonkurrenz, Abschuss der natürlichen Feinde.

Und der Tourismus ist inzwischen der drittgrößte Wirtschaftszweig und die Mehrheit der Touris will eine heile Tierwelt und Natur vorfinden.

Und greift mich doch nicht so an. Ich reise im Herbst zum ersten mal nach Afrika und möchte das Land und die Leute auch ein bisschen verstehen und nicht nur mit der rosaroten Brille durchs Land reisen. Dazu finde ich Beispiele aus der Praxis wie von Jens ganz interessant und hilfreich.
Aber natürlich komme auch ich wegen der heilen Natur.


Grüße

Angelika
857 Beiträge · seit 201406. Feb. 2015 · #16
Hallo Angelika,

zumindest mein Kommentar war nicht als Angriff gemeint. Es ist eben auch so, dass man zwischen Tierschutz (jedes Tier) und Artenschutz (die Art zählt) unterscheiden muss. Bezüglich Artenschutz ist Namibia sehr aktiv, schau Dir mal an, wieviel Prozent der Fläche Nationalparks sind, im Vergleich zu Deutschland zum Beispiel. Hier werden ja (leider) Wölfe oder Lüchse sofort erschossen oder vergiftet, sobald sie auftauchen, auch in unseren Nationalparks. In Namibia haben sie große Rückzugsflächen, und leider kommen auch dort unerlaubte Abschüsse oder noch schlimmer, Vergiftungen, vor.

Was Touristen wollen ist auch nicht immer rational. Ein Land, in dem der Großteil der Menschen arm ist, wird immer sehr genau über die Art der Nutzung nachdenken müssen, ob Tier- oder Menschenschutz überwiegt. Fahr erstmal hin, und schau Dir die Weiten und riesen Flächen der Nationalparks an, live erleben macht schon noch einmal einen Unterschied, und heile Natur wirst Du mehr als genug finden 😉

Natürlich kann man sich wünschen, dass noch mehr geschützt wird, aber hinbekommen muss man es eben auch.. und bezahlen. Und schau Dir das Beispiel der Elefanten an: In bestimmten Gegenden gibt es soviele, dass sie extrem die Umwelt verändern, und damit andere Tiere gefährden. Nationalparks vergrößern und mehr Wanderung ermöglichen ist eine Sache, aber was machen mit den (meistens nicht sehr reichen) Menschen?
Trivial ist die ganze Geschichte leider nicht..
Viele Grüße
Alex
2'516 Beiträge · seit 200906. Feb. 2015 · #17
Hallo Angelika,

schön, wenn du dir schon vorab, vor der ersten Reise, Gedanken machst über den Alltag der Menschen dort.
Deshalb empfehle ich dir, bei deiner Tour möglichst auf ein paar Gästefarmen zu übernachten, da bekommst du oft einen direkten und intimen Einblick. Ist jedenfalls etwas anderes, als nur in Lodges abzusteigen.

Ja, man darf das System ( welches System ) hinterfragen, es gibt immer mehrere Seiten. Aber zur "Heilen Welt" sei gesagt : der "schnelle" Tourist beglotzt "seinen" Leoparden in solchen Einrichtungen wie Düsternbrook. Dort vegetieren die Viecher in mehr oder weniger kleinen Gattern vor sich hin.Und wenn er denn stirbt, gibt es Nachschub genug-siehe das Beispiel von Jens Dietzel.
Und wenn man Glück hat, findet man einen Leo in den NP´s, denn dort sind sie -da sie nicht bejagt werden- auch tagaktiv.
Auf einer Farm wird man eher selten bis gar nie einen Leo finden, denn hier sind sie nachtaktiv, da sie verfolgt werden. Und Leos sind sehr schlau, die wissen sofort, wo was geht, oder eben nicht.

Will sagen, für den "normalen" Touri spielt es keine Rolle, ob Leos auf Privatland geduldet werden oder nicht. Er sieht deshalb nicht einen Leo mehr oder weniger.
Und trotzdem gibt es sie, in Namibia sogar in einer recht grossen und stabilen Anzahl. Und wiederum die wohl meisten Ex. auf Privatland, und nicht in NP´s.

Und "einfach" ist es auch nicht gerade, einen Leo in die Falle zu locken, denn sie sind wie gesagt sehr schlau, und sehr vorsichtig.

Und jetzt wünsche ich dir vorab eine tolle Zeit dort im Land, und viele anregende und erhellende Gespräche mit den Menschen vor Ort.

liebe Grüsse,Matthias
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