Himba fotografieren

33 Antworten · 6'248 Aufrufe · gestartet 10. Dez. 2014 von klaramus
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319 Beiträge · seit 201213. Dez. 2014 · #21
Swakop1952 schrieb:
Da frage ich mich manchmal, wie so eine Kommunikation und der Austausch von Weisheiten statt findet, über die so manche Besucher recht laut tönen. In Denglisch? Oder über den Monologkanal?
Könnte mich da jemand aufklären?
Von meiner Seite ja. Ich hatte einen kelinen Sprachführer in Herero dabei (die Hereros sprechen ja auch nicht unbedingt englisch). So bekommt man eine Grundkommunikation hin. Dazu noch Gesten und was auch hilft, daß man immer ein Blatt Papier hat, um Dinge zu malen, die man nicht ausdrücken kann. Damit kann man schon eine Menge rüber bringen. Für tiefgründige Gespräche über Politik oder so ist das nicht richtig ausreichend, obwohl ich manchmal überrascht war, über was man sich austauschen kann.
Bei meine Reisen durch Syrien z.B. habe ich ich mich auch nur in arabisch verständigen können und ich war viel bei Familien eingeladen.
Ist natürlich auch aunstrtengend aber wahnsinnig bereichernd.

toumtoum
22 Beiträge · seit 201213. Dez. 2014 · #22
Wir planen auch eine Reise in den Norden Namibias für den kommenden Juli.
Ich überlege mir hierfür extra eine Poaroid Kamera anzuschaffen. Dann kann ich auch ein paar Fotos da lassen, so als Gegenleistung. Das ist natürlich nicht auf die Himbas beschränkt.

LG
Hartung
http://www.flickr.com/photos/79499366@N08/
zuletzt bearbeitet 13. Dez. 2014
2'346 Beiträge · seit 200613. Dez. 2014 · #24
Hallo Hartung,

da sagst du was. Mit einer popeligen Polaroid-Kamera kannst du sehr leicht einen Zugang zu den Menschen schaffen. Das haben wir schon mehrmals feststellen können. Es ist für die Menschen hundertmal interessanter, ein Foto von sich in der Hand zu halten, das erst vor ihren Augen langsam entsteht, als sich selbst auf dem winzigen Display der Kamera eines Besuchers zu betrachten, das dann einfach weggeklickt wird.

Leider gibt es ja schon seit vielen Jahren keine Original-Polaroid-Filme mehr und die Filme, die für sehr teures Geld noch in Auktionshäusern angeboten werden, sind mal mindestens vier Jahre abgelaufen. Unsere Polaroid-Kamera liegt bei unseren Freunden in Windhoek. Zuletzt benutzt haben wir sie in 2011. Unsere Filme waren zwar damals auch schon abgelaufen, was der Bildqualität aber keinen Abbruch getan hat - und der Freude der Himba erst recht nicht.

Für unsere nächste Reise habe ich mir einen kleinen Pocket-Printer von LG zugelegt, der über Bluetooth mit dem Smartphone kommuniziert. Die Fotos, die der Printer produziert sind zwar ziemlich klein, aber sicher kann man den Menschen auch damit eine Freude bereiten. Und außerdem sind der technische Aufwand und das Gewicht des Ganzen sehr gering. Bin mal gespannt, wie das im nächsten Jahr funktioniert.

Viele Grüße
Armin
zuletzt bearbeitet 13. Dez. 2014
2'048 Beiträge · seit 200713. Dez. 2014 · #25
Hallo Swakop,
du fragst dich zu recht:
Da frage ich mich manchmal, wie so eine Kommunikation und der Austausch von Weisheiten statt findet, über die so manche Besucher recht laut tönen. In Denglisch? Oder über den Monologkanal?
Könnte mich da jemand aufklären?
ich kann das nur für mich beantworten
in der Epuparegion war ich mit einer Grundschullehrerin unterwegs in entlegenere Dörfer. Sie brauchte einen Lift nach Windhuk, den ich ihr bei meiner Rückfahrt gegeben habe. In der Region von Opuwo hatte ich einen jungen Herero aus Windhuk mitgebracht, mit dem ich mehrere Tage unterwegs war und verschiedenen Stationen besucht habe. Beide sprachen sehr gut Englisch. Einen anderen Dolmetscher hat mir Himba-Uwe mal besorgt, ein Verwandter seiner Frau. 2x haben mich Farmarbeiter begleitet, die aber nur mäßig Englisch konnten und ich nur begrenzt Afrikaans verstehe. Ich arbeite auch immer wieder mit Tonaufzeichnungen. Sowohl dort als auch bei Besuchen bei Nama und Damara habe ich die Fragen und Antworten aufgenommen und in Windhuk von UNAM-Studenten nochmal übersetzen lassen, wenn ich mit unbekannten Dolmetscher vor Ort arbeiten musste. Lieber war es mir, wenn ich Gespräche mit vorher ausgewählten Dolmetschern führen konnte, Das war bei Herero oder Ovambo / Kanvangoregionen nie ein Problem interessierte Studenten der UNAM für einen Privat-Lift nach Hause für solche Aktivitäten anzuwerben.
Ich bin aber dann auch nicht als normaler Tourist im Lande unterwegs, sondern interessiere mich für spezielle soziale Probleme in den verschiedenen Regionen.

Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
319 Beiträge · seit 201213. Dez. 2014 · #26
Kirk schrieb:
Ich überlege mir hierfür extra eine Poaroid Kamera anzuschaffen. Dann kann ich auch ein paar Fotos da lassen, so als Gegenleistung.
Auf jeden Fall eine sehr gute Idee. Das Gute ist, daß sie daß Foto wirklich bekommen und du auch weißt, daß sie es bekommen haben.
Wie schon erwähnt, schicke ich immer hinterher die Bilder den Leuten zu (was übrigens viele Touristen auch immer versprechen und nicht wahrmachen). Aber du umgehst mit einer Polaroidkamera glecih mehrere Probleme, erstens die Leute haben keine Postanschrift (und auch keine Einrichtung (Kirche, Polizei , oder sonst was), wo man es hinschicken kann. Zweitens die Post kommt nicht an, weil sie geklaut wird ( es könnte ja Geld oder sonst was drin sein - Beamte auf dem Postamt etc.). Drittens du bekommst meistens keine Rückantwort, weil die Leute nicht Schreiben können oder das Geld fürs Porto nicht oder , oder...

Da hätte ich mir auch oft eine Polaroidkamera gewünscht. Aber auf dem Rad ist das dann noch ein Trum was man mitschleppen muß.

Kleine Anektode. Beim ersten Besuch in Syrien war ich in der Gasse für Metallverarbeitung in Aleppo. Ichj konnte dort irrsinnig tolle Bilder machen. Hinterher die Bilder hingeschickt, aber nie eine Rückantwort bekommen. Beim zweiten Besuch mit meiner Freundin wieder in der Gasse und da sehe ich einen alten Mann, der mir sehr in Erinnerung geblieben war. Ich hatte auch ein Bild von ihm dabei. Also habe ich ihn angesprochen und auch das Bild gezeigt. Er erinnerte sich und als er das Bild sah, fing er an zu weinen. Auf meine Nachfrage bestätigte er mir, daß die Bilder angekommen waren, aber da er Analphabet ist konnte er mir nicht schreiben. Auf jeden Fall wurden wir sofort wieder wie in eine Familie aufgenommen.

Aber wie gesagt - eine Polaroid wäre immer eine sehr gute Idee.

toumtoum
zuletzt bearbeitet 13. Dez. 2014
2'346 Beiträge · seit 200614. Dez. 2014 · #27
@ toumtoum

Ich möchte nur zur Klarstellung nochmal wiederholen: Original-Polaroids sind out Die letzten Filme wurden 2008 hergestellt. Auf dem Markt gibt es also nur noch Filme aus dieser Zeit (oder älter) mit längst abgelaufenen Haltbarkeitsdaten und das noch zu exorbitanten Preisen. Mit den sogenannten "Impossible"-Filmen gibt es zwar mittlerweile einen (ebenso exorbitant teuren) Ersatz, der aber angeblich (habe es noch nicht selbst ausprobiert) in keiner Weise mit dem Original-Polaroid-Film von früher vergleichbar ist. So beträgt die Entwicklungszeit der einzelnen Bilder - unter in Afrika nur schwer darstellbaren Rahmenbedingungen - über 30 Minuten. Da kommt die Freude bei den Himba - wenn überhaupt - wohl erst auf, wenn man schon längst wieder weg ist.

Ich werde meine Polaroid-Kamera in Windhoek jedenfalls beim nächsten Besuch - mit Wehmut - "in die Tonne kloppen", weil die gute, alte Polaroid-Zeit wohl endgültig vorbei ist. Mal schauen, ob der Pocket-Printer halbwegs ein Ersatz ist, aber auch diese Technik hat sich offenbar nicht durchgesetzt, da es jetzt schon schwierig ist, an die Geräte und vor allem das Spezialpapier zu kommen.

Viele Grüße
Armin
2'346 Beiträge · seit 200614. Dez. 2014 · #29
@ Swakop1952

Danke für den Hinweis. Das ist tatsächlich eine Alternative. Die Kameras von Polaroid nutzen z. T. die gleiche Technik, wie der von mir verwendete Mini-Printer, nämlich ZINK - zero-ink-Papier. Das funktioniert erstaunlich gut und schnell. Die ganze Technik scheint aber trotzdem eine absolute Nische zu sein, die in unserer papierlosen Zeit auch bald wieder vom Markt verschwunden sein wird.

Viele Grüße
Armin
zuletzt bearbeitet 14. Dez. 2014
Gast14. Dez. 2014 · #30
Hallo,

Original-Polaroid ist relativ tot, aber es gibt kleine Kameras mit einer Art eingebautem Drucker. Es gab in den letzten Jahren auch diverse Akku-Mini-Drucker unter der Marke Polaroid mit der Zink-Technologie, z.B. PoGo und GL10. Die sind ungefähr so groß wie die Hülle einer Audiokassette (Die Älteren werden sich erinnern...). Diese Drucker kann man an jede moderne Kamera anschließen (auch Spiegelreflex) und dann direkt von der Kamera ausdrucken. Eine Akkuladung reicht für etwa 20 Bilder.

Ich hatte 2011 so einen PoGo-Drucker für 60 EUR gekauft. Vielleicht gibt es die noch irgendwo als Restposten? Das Zinkpapier dafür ist auf jeden Fall noch erhältlich.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 14. Dez. 2014
2'346 Beiträge · seit 200614. Dez. 2014 · #31
@ Guido

s. meine Beiträge von vorhin und gestern. Ich verwende einen LG Smart Mobile Printer PD221.

Gruß
Armin
22 Beiträge · seit 201214. Dez. 2014 · #32
Da werde ich mich wohl noch ein bischen einfuchsen müssen.

Da ich ein bekennender Fuji X Fan bin, bietet sich da auch dieser mobile Drucker aus dem Instax Programm an.

Das wäre platzsparend mit dem Handy zu nutzen, wie auch mit einer X-a1/m1 und moderner.

Wobei mein Plan war eigentlich die Fotografierten dann mit dem Polaroidfoto abzulichten und dies kann dann leider nicht durch eine Alternative (sieht halt nicht aus wie ein Polaroid) ersetzt werden.
http://www.flickr.com/photos/79499366@N08/
2'346 Beiträge · seit 200614. Dez. 2014 · #33
@ Kirk

Ich habe ja nur wenig Ahnung von solchen technischen Features, aber der von dir verlinkte Drucker empfängt den Druckbefehl vom Handy per WLAN. Was aber, wenn du (im Kaokoveld) kein WLAN hast? Mein LG-Drucker empfängt den Druckbefehl per Bluetooth oder NFC. Das müsste eigentlich auch ohne WLAN-Verbindung funktionieren, oder?

Gruß
Armin
22 Beiträge · seit 201214. Dez. 2014 · #34
@ Armin: Das hatte ich mich auch gefragt. Habe gerade hier eine ausführlichen Bericht gefunden: http://www.qimago.de/wie-finde-ich-eigentlich-den-instax-share-sp-1/
Die geräte bauen also ihre Verbindung lokal selbst auf.

Der Charme des unmittelbaren ist aber bei einer reinen Sofortbildkamera größer. Allerdings könnte ich mit dem WLan Modul der neueren Fuji X Kameras bzw. der Smartphones direkt ausdrucken.

Alternativen gibt es sicher auch noch einige. Ist auch noch Zeit bis zum Sommer.....
http://www.flickr.com/photos/79499366@N08/