KarstenBThemenstarter2'396 Beiträge · seit 201109. Mai 2014 · #21
1.7.13, Dar – Selous Mbega Camp
Wir fahren früh los und haben Glück, der Ocean Drive ist noch nicht gesperrt, aber es sind schon Vorbereitungen im Gange. Wir fahren zum Hafen, am fürchterlich stinkenden 🤢 Fischmarkt vorbei zur Fährstation. Wir wollen die Fähre über den Hafen nehmen, die kürzeste Verbindung in den Süden. Ansonsten hätten wir einen Riesenschlenker durch die Stadt machen müssen und wären wohl an irgendwelchen Absperrungen hängengeblieben. (Für mich ist es das 2. Mal, dass ich diese Fähre nehme – aber dazu später mehr.) Wir müssen nicht mal aussteigen, jemand nimmt mir 2000 TZSh ab und schon können wir auf die Fähre fahren. Schnell und unkompliziert 🙂 !
Auf der anderen Seite ist die Straße asphaltiert (was man in dieser Gegend so Asphalt nennt). Wir folgen der Straße bis Kibiti. Dort biegen wir rechts ab.Von hier an bis zum Mtemere Gate fahren wir auf einer guten Piste durch wunderschöne Landschaft.
Kurzinfo zum Selous: Das Schutzgebiet ist unglaubliche 50.000 km² groß, also mehr als 3x so groß wie Schleswig-Holstein! Für Safaritourismus sind allerdings nur etwa 10% freigegeben, die restlichen 90% sind in 42 Jagdkonzessionen eingeteilt, die auch 90% der Parkeinnahmen generieren.
Ohne Probleme kommen wir zum Selous Mbega Camp. Dies liegt außerhalb des Selous, wenige km vor dem Gate am Ufer des Rufiji. Da es außerhalb liegt, braucht man die horrenden Parkgebühren nicht zahlen: 75 US$ ppd und 20.000 TZSh fürs Auto pro Tag, wenn es ein tanzanisches Nummernschild hat. Macht also für uns etwa 160 US$ pro Tag nur der Eintritt. Das Mbega Camp kostet 100 US$ ppd FB. Man ist in rustikalen Safarizelten untergebracht. Wir hatten in einem Reiseführer gelesen, dass die Zelte in schlechtem Zustand seien, das können wir nicht bestätigen. Auf luxuriösen Schnickschnack muss man aber verzichten. Die Zelte sind auf Plattformen über dem Steilufer des Rufiji errichtet. Durch die dichte Vegetation sieht man von den Nachbarn nichts, da die Zelte aber nicht sehr weit voneinander entfernt sind, kann man sie hören, jedenfalls wenn es sich um ein Paar laut schwätzender Frauen handelt 😈 . Die Lodge war höchstens zu einem Viertel belegt, warum man uns die Zelte nebeneinander gegeben hat, hat sich mir nicht erschlossen. (Kurze Wege fürs Reinigungspersonal vielleicht 😗 ?)
Könnte sein dass da neue Zelte sind, denn als wir im November 2011 da waren waren die Zelte hellgrün bzw. ausgebleicht und eingerissen, bei Dir sind sie dunkelgrün... Ich glaub ich war im Zelt links von Deinem... 😎
KarstenBThemenstarter2'396 Beiträge · seit 201109. Mai 2014 · #23
Hallo Picco,
dann hatte der Reiseführer wohl recht, und wir hatten das Glück, dass die Zelte zwischenzeitlich ausgetauscht worden sind 😎 . Denn Risse usw. haben wir nicht entdeckt, es war halt etwas Basic, aber alles in Ordnung.
KarstenBThemenstarter2'396 Beiträge · seit 201110. Mai 2014 · #24
2.7.13, Selous Mbega Camp
Da wir noch 3 weitere Tage im Park haben und weil wir gerne relaxen möchten, verbringen wir den Vormittag im Camp.
Nachmittags machen wir einen sehr zu empfehlenden Sunsetcruise, nur wir beide mit Guide. Hier einige Fotos von der Tour:
Nil-Waran:
Brown-hooded Kingfisher:
African Pied Wagtail:
Pied Kingfisher:
Hippo beim Markieren des Reviers:
Sykes' Monkey:
Ein Kolonie White-fronted Bee-eater:
Höhlengleichnis: 😗
Goliath Heron:
Hier der Sunset zum gleichnamigen Cruise:
Noch ein Wort zum Essen: es war eigentlich sehr lecker, kam größtenteils aber lauwarm auf den Tisch. Abschließende Bewertung des Mbega Camps: korrekt, aber nicht mehr.
Birgitt1'667 Beiträge · seit 200910. Mai 2014 · #25
Hi, Karsten
bin gerade auf deinen Bericht gestoßen, und werde ihn interessiert verfolgen. Falls ich auch mal nach Tanzania komme, dann in den Süden des Landes. Also hau in die Tasten.....bin selber mit meinem RB gerade fertig geworden..... 😛 daher weiß ich deine Arbeit zu honorieren.... 🙂
vielen Dank für die Infos zum Mbega Camp. Die Sache mit den verschlissenen Zelten hatte ich auch in irgendeinem RF gelesen.
Im Moment planen wir ja beim Mtemere Gate aus dem Selous rauszufahren. Falls uns dann nicht mehr nach Campen ist, werden wir die Lodges und Camps am Gate genau inspizieren.
Habt ihr die Boat Cruise auch beim Mbega Camp gebucht?
Herzliche Grüße und Dank für´s Mitnehmen in den Süden Tansanias Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
danke! Dann ist es ja nicht so schlimm, wenn wir das am Ende der Tour nicht mehr schaffen. Vielleicht haben wir die Möglichkeit zur Boat Cruise auf einer der Seen im Selous. Wir schauen uns das vor Ort mal an, oder?
Herzliche Grüße Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
KarstenBThemenstarter2'396 Beiträge · seit 201110. Mai 2014 · #29
Hallo Ihr Lieben,
Danke für die Rückmeldungen.
@ Birgitt:
Es freut mich, dass Du auch dabei bist. Aber:
Falls ich auch mal nach Tanzania komme, dann in den Süden des Landes.
"Falls" ist hier das falsche Wort - "wenn" muss es heißen 😎 ! Für mich ist Tanzania das afrikanische Land schlechthin! (Das kann natürlich daran liegen, dass ich dort 1992 angefixt worden bin 😮 ! Bitte jetzt keinen Streit über das tollste Reiseziel anfangen 😗 .)) Und wenn Du den Süden kennengelernt hast, wird es Dich als nächstes in den Norden ziehen 🤩 . Allerdings - wie ich Euch kenne - sind Euch die einsamen Plätze die liebsten, und da muss man im Norden die public CS (jedenfalls in der Serengeti) meiden und auf special CS gehen.
bin selber mit meinem RB gerade fertig geworden.....
Danke für Deinen Hinweis! Habe gerade mal einen kurzen Blick darauf geworfen und werde ihn mir noch ausführlich zu Gemüte führen. Wir waren seit '97 nicht mehr in ZIM, und meine Lust, Ghonarezhou, Matusadona, Mana Pools und, und, und ... wieder zu sehen, ist schon groß. Mal sehen, was Véro dazu sagt ... 😗 (Falls Dich unsere Abenteuer '97 in ZIM interessieren, wirf mal einen Blick auf "... 30 Tage Gefängnis" (Link in der Signatur), ein kurzer Erlebnisbericht ohne Fotos. )
@ Marina und Picco:
Ja, war ein Angebot von Mbega. Und uns hat es sehr gut gefallen! (Nun haben wir aber weder den Vergleich zum Nil oder zum Kazinga Channel. War aber um Welten besser (hier greife ich schon mal vor) als die Tour auf den Seen vom Lake Manze Camp aus.
Birgitt1'667 Beiträge · seit 200911. Mai 2014 · #30
Hallo, Karsten
Du hast Recht, wir lieben eher die einsamen Plätze. Also, WENN wir nach Tanzania kommen..... 😎 , würde ich deshalb auch erst einmal den Süden bevorzugen. Bestimmt folgt dann irgendwann auch der Norden.... 😗
Deine 30 Tage Gefängnis hatte ich damals natürlich schon gelesen . solche Berichte lasse ich mir doch nicht entgehen.... 🤩
KarstenBThemenstarter2'396 Beiträge · seit 201111. Mai 2014 · #31
3.7.13, Lake Manze Tented Camp
Am nächsten Vormittag wollen wir in den Selous, aber erst mal bleibt es beim Wollen. Unser Auto springt nicht an 😈 . Wahlhebel überprüft: er steht auf P, wie es sein soll 😗 ! (Wer hat da den Daumen nicht fest genug gedrückt 😈 😈 ?) Zurück ins Camp (der Parkplatz liegt ein ganzes Stück vom Camp entfernt) und jemanden gesucht, der helfen kann. Gerade jetzt ist keiner zu sehen. Aber irgendwann erwische ich den Manager, der einem Mechaniker bescheid sagt. Der findet den Fehler auch recht schnell: ein Batteriekabel ist lose. Es lässt sich auch nicht richtig festdrehen, aber der Mechaniker findet eine afrikanische Lösung: eine Schraube wird zwischen Kabelöse und Batteriepol geklemmt. Um es vorwegzunehmen: Dieses Konstrukt hielt die ganze Reise! (Gut, Daumendrücken hilft doch 😎 !)
Begegnungen auf der Fahrt zum Lake Manze Tented Camp:
Toilette und Dusche unter freiem Himmel hatten einen schönen Blick nach oben:
Allerdings hatten wir bei einer Lodge, die sich Lake Manze nennt, erwartet, dass die Unterkünfte an einem See liegen. Der See war leider nur in einiger Entfernung zu sehen:
Auch fanden wir es schade, dass sie keinen Sichtschutz zu den Nachbarzelten hatten, das war in Mbega besser. Und da wir schon mal beim Vergleichen sind: auch das Essen war, obwohl dort meist nur lauwarm, in Mbega besser, und das fanden wir dann doch sehr enttäuschend 🙁 . Die Abendmahlzeiten wurden unter freiem Himmel an einem langen Tisch zwischen 2 großen Lagerfeuern eingenommen. Das hätte sehr stimmungsvoll sein können, wenn nicht, tja, … Ich hole mal etwas aus: Die Lodge war (als einzige auf unserer Tour) total ausgebucht (12 Zelte, davon 2 Familienzelte, also etwa 28 Gäste). Wir waren allerdings die einzigen Selbstfahrer, alle anderen waren auf Fly-in Safari. Zum Abendessen wurde man platziert, Paare wurden an dem sehr breiten Tisch einander gegenüber gesetzt. Zweifellos sollte damit erreicht werden, dass nicht nur mit dem Partner, sondern auch mit den Nachbarn kommuniziert wird. Löbliche Idee, eigentlich … Unsere Nachbarn auf der einen Seite waren Italiener, deren Englisch gewöhnungsbedürftig war 😣 , auf der anderen Seite saß eine Gruppe von 4 Engländern. Auf dem langen Tisch waren überall Salatschüsseln deponiert zur freien Bedienung, leider nicht direkt vor uns. Also bat ich die Engländer, uns die Salatschüssel rüberzureichen. „Oh, he wants from our Salad!?“ 🙄 Eine kalte Dusche hätte nicht abschreckender wirken können. 😈
Kurz, es war die Lodge auf unserer Reise, in der wir uns am wenigsten wohl gefühlt haben, dafür aber die teuerste: 265 US$ ppn für self drive clients, FB, (HB wird nicht angeboten.)
KarstenBThemenstarter2'396 Beiträge · seit 201111. Mai 2014 · #34
Hallo Bamburi,
Schwupps, ich hab mich auch noch reingemogelt
Hmm, da frag ich mich doch, ob ich das gut finden soll 😐 . Deine RBs waren so witzig geschrieben, dass ich jetzt wahrscheinlich eine Schreibblockade bekomme 😊 ! Aber, sei's drum: willkommen an Bord 😎 !
Hallo Annick,
Finde ich schon eine Menge Geld 265US$ pro Person für so ein Zelt..... 🙄
Das fanden wir allerdings auch 😈 ! Generell sind die (meisten) Unterkünfte in TZ zu teuer für das, was sie bieten, aber Lake Manze hat da den Vogel abgeschossen! (Sorry an alle Ornithologen 🤩 !)
Hoffentlich war die Dusche warm und die Kloschüssel bequem!!! 😛
Doch, das war immerhin der Fall 😎 ! (Ich weiß, für Dich hätte ich eigentlich das Klo fotografieren müssen 🤪 . das fällt mir aber immer erst ein, wenn ich Deinen Namen im Forum lese 😣 !)
LG aus HH, wo das Wetter immerhin so ist, dass Véro einen Spaziergang machen will 😎 . Also erst mal tschüß!
KarstenBThemenstarter2'396 Beiträge · seit 201112. Mai 2014 · #35
4.7.13, Lake Manze Tented Camp
Vormittags machen wir einen Game-drive, bei dem wir nur die üblichen Verdächtigen sehen. Hier eine Auswahl, aufgelockert durch einige Landschaftsfotos:
Openbilled Stork:
Als wir zurückkamen, wurden wir von der Managerin gefragt, was wir denn gesehen hätten. Nun, Giraffen, Gnus, Impalas … „Oh, how marvellous! That must have been exciting!!!“ Wir fühlten uns so richtig Ernst genommen 😐 .
Nachmittags machten wir dann eine Bootstour (40 US$ pp). Wir hatten Glück und waren allein mit dem Guide (wie auch schon in Mbega). Er fragte uns nach unseren Wünschen. Birding! Gut, ja, aber er wüsste, wo demnächst Giraffen den Fluss kreuzen würden, dass würde uns doch sicher mehr interessieren? Er fuhr ohne weitere Diskussion mit uns dorthin. Es standen dort auch 4 Giraffen:
Als sie uns aber sahen, beäugten sie uns misstrauisch und machten keine Anstalten, den Fluss zu überqueren:
So lagen wir dort und warteten, und warteten, und warteten … Zeit genug, ein wenig die Landschaft zu fotografieren ...
Auch ein Krokodil zeigte sich ...
Irgendwann dämmerte unserem Guide wohl, dass sich die Giraffen unseretwegen nicht trauten, und fuhr weiter weg. Und wirklich, schon nach einer knappen Stunde Warterei kam Bewegung in die Giraffen und sie begannen, den Fluss zu überqueren. Der Außenbordmotor wurde hochgejagt, und wir preschten auf die Giraffen zu. Schöne Fotos konnten bei der Aktion nicht herauskommen, weil die Giraffen im Gegenlicht standen:
Immerhin blieb anschließend doch noch ein wenig Zeit für ein paar Vogelfotos:
Black-crowned Night-Heron:
Malachite Kingfisher:
Goliath Heron:
Sacred Ibis:
Hamerkop:
Water Thick-knee:
Long-toed Lapwing:
Spur-winged Lapwing
Und auch hier eine Kolonie Whitefronted Bee-eater:
Aber der Sonnenuntergang war wirklich spektakulär:
So lagen wir dort und warteten, und warteten, und warteten … Irgendwann dämmerte unserem Guide wohl, dass sich die Giraffen unseretwegen nicht trauten, und fuhr weiter weg. Und wirklich, schon nach einer knappen Stunde Warterei kam Bewegung in die Giraffen und sie begannen, den Fluss zu überqueren. Der Außenbordmotor wurde hochgejagt, und wir preschten auf die Giraffen zu.
🤩 🤩 🤩
Was, schon nach einer knappen Stunde kam Bewegung in die Giraffen? Das muss ja unbeschreiblich spannend gewesen sein 😄 😄 😄 .
Also ich hab mich nun auf Zusehen hin mal provisorisch zwischen euch gequetscht, aber sobald du wieder Probleme mit dem Fahrzeug kriegst, spring ich ab und nehme ein Taxi 😉
An den grossen Baobabbaum kann ich mich gut erinnern. Als wir dort waren, lag eine Gruppe Wildhunde dösend im Schatten.
Ansonsten freue ich mich auf die hoffentlich noch zahlreichen Fortsetzungen und noch mehr so schöne Fotos.
ich spring auch noch auf, wenngleich ich unterwegs nicht mehr eine Stunde Giraffen gucken will. 😐 Ich hatte mal einen Guide, der uns einen Wasserbock 20 Meter neben einem Wasserloch zeigte. Der war "quasi auf dem Sprung", daraus zu trinken... 😗 Jeden Moment würde es soweit sein 🤩 Nach 20 Minuten stand der immer noch wie eine Ölgötze vor dem Wasserloch 😐 Wir baten dann um Weiterfahrt, obwohl es wirklich ein sehr schönes, wenn nicht ein außergewöhnlich schönes Tier war 😉
Danke für die so schönen Bilder, freu mich auf mehr!
Viele Grüße Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
KarstenBThemenstarter2'396 Beiträge · seit 201112. Mai 2014 · #38
Hallo Erika,
Das muss ja unbeschreiblich spannend gewesen sein 😄 😄 😄 .
Ja, wahnsinnig 😵 . Véro hat es ganz entspannt genommen, ich weniger 😗
sobald du wieder Probleme mit dem Fahrzeug kriegst, spring ich ab und nehme ein Taxi 😉
Feigling 😠 (Und das mit dem Taxi dürfte nicht so einfach werden 🤩 ...)
lag eine Gruppe Wildhunde dösend im Schatten.
Gemein! Ich habe soooo lange keine Wildhunde mehr gesehen. Und meine Hoffnung war, sie im Selous oder Ruaha sehen zu können. (Im Ruaha sagte man uns, dass einen Tag zuvor sich ein Rudel in Sichtweite der Lodge aufgehalten hätte ... Ja, ja, einen Tag zuvor 😈 !)
LG aus HH, wo der schlimmste Regen für heute erstmal vorbei zu sein scheint,