afrika-paulaThemenstarter309 Beiträge · seit 200921. Feb. 2013 · #21
Hallo Namibia07,
vielen Dank für Dein Mitgefühl. Ich kann es gut gebrauchen! Es tröstet mich, zu glauben, dass ich meine Jule irgend wann wiedersehen werde. Egal wo sie jetzt ist und sein wird, tröstet es mich, dass sie nun keine Schmerzen mehr hat. Sie war ja schon 14 Jahre alt! Trotzdem fehlt sie mir noch in jedem Moment. Ständig habe ich das Gefühl, dass sie von draußen hereinkommen möchte und dass ich ihr die Tür öffnen sollte. Ist schon verrückt, wozu Tierliebe einen treibt!
Liebe Grüße
Paula
piscator1'483 Beiträge · seit 200921. Feb. 2013 · #22
Hallo Paula, natürlich reise ich weiter mit dir mit, schreibe nur nicht immer einen Kommentar, auch wenn ich als Nichtschreiber interaktive Reiseberichte toll finde.Das steigert die Vorfreude auf unseren Urlaub, auch wenn wir in diesem Jahr leider nicht auf Wüstenquell sein werden. Wenn die Zäune mal fallen werden, dann kann Hermine ( es waren mal zwei von der Sorte) auch bis auf Wüstenquell wandern.
Gruß Piscator
afrika-paulaThemenstarter309 Beiträge · seit 200922. Feb. 2013 · #23
Donnerstag, 24.1.13
Sehr schlecht geschlafen, da ich kaum Luft bekommen habe. Meine Nase ist total dicht. Was ist das für ein klasse Urlaub! Allein und keine richtigen Medikamente mit. Ich habe doch glatt geglaubt ich bin nun durch mit der Erkälterei. Ich gehe erst mal eine Runde Richtung Rivier und danach zum Frühstück. Der heiße Kaffee tut mir gut. Ich kann auch wieder Luft bekommen, da die Nase jetzt wieder „läuft“. Nach dem Frühstück packe ich mir Müsliriegel und eine große Wasserflasche ein und laufe die große Wanderstrecke ab. Heut ist es sehr heiß und ich fange schnell an zu schwitzen! Puhh! Unterwegs treffe ich auf eine Oryxherde. Ich genieße mucksmäuschenstill diese schöne Situation. Einige Warzenschweine und Perlhühner bekomnme ich auch zu Gesicht wie auch 2 Erdmännchen. Sind diiiie drollig!!! Es ist schon Mittag vorbei als ich zurück komme und ich wage es trotz Schnupfen und Husten in den Pool und bin erstaunt, wie warm das Wasser darin ist. Anschließend ziehe ich aber gleich wieder trockenen Sachen an und packe mich abwechselnd in die Sonne und in den Schatten zum Lesen. Nach der Kaffeezeit fängt es plötzlich an zu regnen. Schöner warmer Regen. Das können die hier gut gebrauchen. Überall wächst hier nur noch Heu. Die dominierende Farbe überall ist gelb. Wann wird es endlich wieder grün??? Zum Abendessen bin ich wieder der einzige Gast und genieße die Ruhe und die angenehme Unterhaltung bei Tisch. Uwe berichte, dass er heute wieder zu einem Brand zum Löschen war. Es ist so trocken und ständig kommt es zu kleinen oder auch größeren Bränden hier und in der Umgebung und da helfen alle mit, wenn es brennt! Da wo es heute gebrandt hatte, ist kein Regen hingekommen. Nach dem Essen telefoniere ich noch mit zuhause und gratuliere meiner Schwiegermutter zum heutigen Geburtstag. Schade, da gibt‘s mal wieder keine leckere Torte für mich. Morgen geht’s weiter zum Tsauchab River Camp. Da war ich noch nicht und freue mich sehr darauf.
Ababis Gästefarm Zimmer mit Halbpension 840,-N$
Ababais ist eine tolle Gästefarm. Die Zimmer sind gemütlich eingerichtet und der Sanitärbereich ist klasse. Das Frühstück ist reichhaltig und das Abendessen bei Kerzenschein im Kreise der FarmerIn sehr unterhaltsam und megalecker! Preise und Leistungen sind stimmig! Ich kann die Unterkünfte und auch die Campsites wärmstens empfehlen. Ich komme wieder!
Gefahren: 0 km
afrika-paulaThemenstarter309 Beiträge · seit 200922. Feb. 2013 · #24
Freitag, 25.1.13
Heute wird unsere Patentochter Franziska 18 Jahre alt und ich kann ihr nur eine SMS senden. Den Rest werde ich zu Hause nachholen. Ich habe durch geschlafen und fühle mich gut. Mal sehen, wie lange das anhält?! In Ruhe wird das Morgenritual erledigt, der Koffer gepackt und alles ins Auto gebracht. Jetzt nur noch frühstücken, zahlen und los geht’s. Der Abschied fällt mir schwer, besonders von Anna, der Praktikantin. Die Schottepad bis Büllsport ist gut und gleich beim abbiegen auf die Straße, die nach Tsauchab führt, steht eine einheimische Frau und möchte mitgenommen werden. Ich halte an und steige aus und sehe dann auch gleich, dass sie noch 2 ganz kleine Kinder bei ihren Habseligkeiten sitzen hat. Alles was auf meinem Beifahrersitz liegt, und das ist nicht wenig, muss ich nun hinten im Jimmy verstauen, ebenso die Tasche und Decke der jungen Mutter. Sie selber und ihre beiden Kinder passen ohne Probleme auf den Sitz neben mir. Sie ist freundlich aber sehr ruhig und traut sich kaum zu reden. Erst als ich die Gummibärchentüte rüber reiche beginnt Christina, so heißt sie, zu erzählen. Sie will mit ihren beiden Kindern ihren Mann besuchen, der auf Tsauchab als Viehhirt arbeitet. Sie selber ist z.Zt. noch auf Büllsport. Auf Tsauchab angekommen reiche ich Christina ihre Sachen und wünsche ihr alles Gute. Die Gummibärchentute schenke ich den beiden Kleinen. Schön, dass man mit so einer für uns kleinen Gabe Menschen so glücklich machen kann. Ich bin beschämt. Im Haus treffe ich auf Nicky Steyn, wo ich mich für Camping und zum Abendessen anmelde. Ich wähle mir den Namaqua-Place aus und baue mein Zelt schnell auf. Badezeug, Handtuch und trockene Wäsche und Trinkwasser kommen in meinem Rucksack die Kamera in die Hand und zu Fuß geht es durch den Tsauchab. Unterwegs sehe ich meine 1. Schwarze Mamba!!! Oh, Gott, mein Puls fängt zu rasen an. Ich breche in Angstschweiß aus!!. Ich habe doch eine Schlangenphobie und stelle mich dieser! Schnell ist das lange Tier entschwunden und ich wandere weiter. In der Ferne sehe ich die farmeigenen Ziegen nach Futter suchen. Nach einer Stunde gehe ich zurück zur Farm und in den Pool. Der ist zwar klein, aber erfrischend. Nach dem Umziehen kommen die Töchter der Farmleute und sind nun Herrscher des Pools. Bin ich froh, dass ich vorher drin war. Ich lese und trinke 2 Kannen Tee. Es geht mir besser. Ich glaube ich bin jetzt fast gesund. Zum Abendessen bin ich mal wieder der einzige Gast und werde mit Köstlichkeiten reichlich bewirtet. Unglaublich lecker, aber zuviel für mich! Die Küche ist wirklich zu empfehlen. Zum Essen trinke ich mal wieder einen Rock Shandy. Mein Lieblingsdurstlöscher hier in Namibia. Es wird schon langsam dunkel, als ich zum Camp zurück gehe. Immer dabei in meinem „Überlebensrucksack“ die leuchtstarke Taschelampe. Micht auszudenken, würde ich jetzt auf ein Gewürm treten. Mein totaler Alptraum. Am Zelt zurück entfache ein Feuer und genieße mein Namibia, bei Feuerschein und einem süffigen Rotwein. Was für ein schöner Tag. Ich freue mich auf Morgen, da geht’s zum Desert Camp.
Tsauchab River Camp Campsite 250,-N$
Schöner Platz für Camping, interessanter Dekoschrott, den Johan produziert. Echt sehenswert. Es gibt auch schöne kleine Chalets zu mieten. Lecker und reichhaltiges Abendessen. Die Preise sind im oberen Bereich.
Gefahren: 79 km
Lotusblume1'933 Beiträge · seit 200923. Feb. 2013 · #25
Hallo Paula, ein sehr schöner Reisebericht und meinen Respekt, dass du dir das alleine zugetraut hast.
Was aber gar nicht geht, bei Schlangenphobie, im Bodenzelt schlafen. Das würde ich nie und nimmer machen (zumal du eine schwarze Mamba gesehen hast).
afrika-paulaThemenstarter309 Beiträge · seit 200923. Feb. 2013 · #26
Hallo Lotusblume,
Sorry, ich komme gerade von einem Tagesausflug aus Hamburg, daher auch erst jetzt eine Rückmeldung. Noch vor 2 Jahren wäre ich niemals auf die Idee gekommen in einem Bodenzelt in Afrika zu übernachten. UNDENKBAR!!!Da ich aber seit 9 Jahren jedes Jahr in Namibia war und ich bis dato nur eine einzige Schlange zu Gesicht bekommen habe, bin ich nun mutiger geworden. Und ich würde es wieder tun!! Immer habe ich darauf geachtet, das zumindest das Fliegengittre geschlossen ist und bleibt. Nicht einen einzigen Käfer, keine Insekt und keine anderen Tiere sind in mein Zelt gekommen. Dort fühlte ich mich immer geborgen und sicher! Manchmal muss man über seinen eigene Schatten springen um zu erleben wie schön auch ein Urlaub im Bodenzelt ist. Also, wer bis jetzt noch Angst hat; probiert es einfach mal aus! Das zelten auf den Boden hat auch den Vorteil gleich seine "Unterkunft" aufzubauen und dann mit dem Wagen wieder unabhängig fahren zu können. Ein Dachzelt im Dunkeln aufzubauen ist auch nicht so das Nonplusultra.
Liebe Grüße, auch an alle anderen Reiseberichtleser
afrika-paulaThemenstarter309 Beiträge · seit 200924. Feb. 2013 · #29
Samstag, 26.1.13
Es ist schon 6 Uhr. Ich bin hellwach und stehe auf. Ach ja, heute heißt es wieder Zelt abbauen. Das ist ja nun schon Routine. Als alles im Jimmy verstaut ist, mache ich mir ein lecker Obstmüsli und einen frisch gefilterten, großen Pott Kaffee. Was gibt’s Schöneres! Ich liebe diese Ruhe hier am Platz und könnt es mir vorstellen wiederzukommen. Nur darf der Platz dann nicht teurer werden, eher günstiger. 25 Euro die Nacht auf einer Campsite, finde ich schon ganz schön happig! Wenn da ein Frühstück mit bei wäre, wäre der Preis in Ordnung. Gegen halb 9 rolle ich vors Haus. Zahle meine Zeche und wünsche Nicky und ihrer Familie alles Gute. Es ist sooooo ruhig wieder unterwegs. Kein Auto kommt Jimmy und mir entgegen. Ich halte oft an um das schöne Morgenlicht mit schönen Landschaftsmotiven einzufangen. Auf der Engen Tankstelle bei Sesriem wird erst mal wieder nachgetankt und im Shop entdecke ich Hustensaft. Das muss mit!!! Vielleicht hilft’s ja?! Es passt zwar nicht zusammen, aber 2 Flaschen Wein müssen auch mit. In der Sossusvlei-Lodge bestelle ich mir einen kleinen Salatteller und quatsche anschließend eine kleine Ewigkeit mit Gerd, der ja Wochenende hat. An der Rezeption bezahle ich und melde mich zum Dinner am Abend an. Freu, freu!!! Ich fahre die 5 km zum Desert Camp zurück, wo ich die nächsten 3 Nächte bin. Anmeldung, „ Zelt-Chalet Nr.6 “ besichtigen und das Auto leer räumen, sind schnell gemacht und ich sitze mit einem Glas Sauvignon Blanc auf meiner kleinen Terrasse und lese in Ruhe in meinem Ebook. Gut, dass ist einen bequemen Klappsessel mit habe, denn auf den Holzbänken vor der Unterkunft, ist es nicht so gemütlich. Ein Runde wird die Matratze abgehorcht und gegen 16:30 Uhr geht’s in den süßen, kleinen Pool. Außer mir ist nur ein Pärchen hier, die schweigend auf ihrer Liege ausharren! Zum Dinner mache ich mich mal etwas chic, denn schließlich bin ich mal außerhalb vom Zelt und von vielen Menschen umgeben. Ich esse heute Straußensteaks mit frischem Gemüse und Salat und davon reichlich. Total lecker und sein Geld wert. Dazu gibt’s wie immer bei gutem Essen einen klasse Tropfen. Morgen gehe ich wandern und dazu muss ich fit sein. Na, dann, bis morgen.
Desert Camp 880,-N$ reine Übernachtungskosten
Gefahren: 88 km
Sonntag, 27.1.13
Da ich heute nur wanden will, schlafe ich ausgiebig aus und gehe in der Sossusvlei zum Frühstück. Das Frühstück ist klasse und reichhaltig. Ich lange mehrmals zu und genieße es mal nicht den Kaffee selber kochen zu müssen. Ein Ehepaar in meinem Alter, die zum 1. Mal in Namibia sind, sind für 3 Tag in der Sossusvlei Lodge. Gestern waren sie im Dead Vlei und am Nachmittag wollen Sie heute zur Düne 45, um Abschied zu nehmen. Die beiden werden nicht das letzte Mal hier gewesen sein. Nachdem ich viel von meinen Reisen hier in Namibia erzählt habe, haben wir zum Schluß unsere Visitenkarten gewechselt. Das wird zu Hause ein reger Schriftwechsel werden. Bis 11 Uhr bleibe ich in der Lodge und hole mir anschließend das Permit für den Sesriem Canyon. Schnell kauf ich noch eine große Flasche kaltes Wasser und Obst und los geht’s zum Canyon. Schon beim Abstieg ind den Canyon merke ich, wie heiß es hier ist. Hätte nicht so viel erzählen sollen, nun muss ich in der „Hölle“ laufen. Das Licht ist auch nicht so gut zum fotografieren, aber einige Aufnahmen kriege ich doch. Bin mal wieder allein unterwegs. Bei der Hitze sind sie wohl alle lieber in den Schatten gegangen oder machen Siesta. Ich mag es trotzdem hier und gehe erst zur Kaffeezeit wieder aus dem Canyon. Zurück am Desert Camp ziehe ich mich schnell um und gehe eine Runde in den Pool. Wie erfrischend. Anschließend umziehen und in die Sonne packen. Möchte ja auch etwas Farbe mit nach Hause nehmen. Später wechsel ich in den Schatten und lese. Zum Abendesse, grille ich mir Würstchen, die ich vom Shop mitgebracht habe. Ich bin heute ganz schön groggy und gehe früh schlafen und freue mich auf Morgen.
Vielen Dank für den tollen Reisebericht! Wir werden Anfang Juni im Desert Camp sein und es hört sich echt klasse an!
afrika-paulaThemenstarter309 Beiträge · seit 200924. Feb. 2013 · #31
Hallo Leggoa,
dann genieße auf jeden Fall die Ruhe und die tolle Aussicht im Camp. Gott sei Dank, gibt es da nur die 20 Zelthäuser samt Rezeption, Bar und Pool. Die Abstände zu den einzelnen Unterkünften sind groß genug, um auch wirklich Ruhe haben zu können. Wenn Ihr abends nicht allein essen wollt, keine Lust habt Euch selber zu bekochen oder Ihr Euch einfach mal verwöhnen lassen wollt, gönnt Euch das Dinner-Bufett in der Sossusvlei Lodge!!!
Liebe Grüße
Paula
peter 081'927 Beiträge · seit 200824. Feb. 2013 · #32
Hallo Paula,
bin eben auf Deinen RB gestoßen. Du warst heuer wohl ein paar Wochen früher als sonst unterwegs, wir saßen ja schon mal im gleichen Flieger 😉
Freue mich schon auf die Fortsetzung, wir sind seit Donnerstag wieder zurück.
Gruß Peter
NB: Auf Rooiklipp nur noch Selfcatering, was ist da mit der Küche los 😮
afrika-paulaThemenstarter309 Beiträge · seit 200924. Feb. 2013 · #33
Hallo Peter,
in diesem Jahr bin ich gleich am Tag nach Gerds Geburtstag los. Ich habe es so im letzten Sommer geplant um ganz früh loszukommen. Mir macht der dunkle Winter immer zu schaffen. Also gine es dieses Mal eher los!!!
Auf Rooiklip haben Lore und Frans auf Selfcatering umgestellt, um 1. kürzer zu treten, 2. mehr Zeit mit ihren Gästen verbringen zu können und 3. den Gästen eine günstige Unterkunftmöglichkeit zur Campingalternativer anbieten zu können. Fleisch kann auf der Farm gekauft werden. Den Rest bringt man halt mit. Vor Ort kann die Küche mitbenutzt werden. Ich finde die Selfcatering-Idee shr gut, da es immer weniger bezahlbare Unterkünfte in Namibia gibt. Sonst bleiben einem nur noch die Zelte.
So nun muss ich weiter am RB arbeiten.
Liebe Grüße
Paula
afrika-paulaThemenstarter309 Beiträge · seit 200924. Feb. 2013 · #34
Montag 28.1.13
Da ich gestern zu spät los gekommen bin, geht’s heute schon gegen 8:30 Uhr zur Trekkingtour um den Hausberg, der direkt am Camp ist, los. Stiefel an, Wasser und etwas Proviant eingesteckt. Zum Schluß die Kamera und los geht’s. Auf den Weg zum Berg ist nichts außer Sand und gelbes „Heu“. Ein Baum - und dann wieder nichts. Der Weg zieht sich. Ich setze mich oft einfach auf den Boden und lasse meinen Blick in die Ferne schweifen. An einer Stelle, am Berg, ist ein ausgetretener Fußweg der auf den Berg zu führen scheint. Ich folge ihm und klettere ungefähr auf halber Höhe. Die Aussicht ist grandios. So eine schöne Sicht auf die roten Dünen in der Ferne und die mächtigen Naukluftberge. Ich bin gerührt und da niemand da ist lasse ich meinen Gefühlen freien Lauf und heule vor Glück einfach ein paar Tränen!!! Was bin ich doch für ein glücklicher Mensch, dass ich hier sein darf, dass ich allein hier sein darf und dass Gerd mich allein hier sein lässt!!! Durst! Tränen raus, Wasser muss nachgefüllt werden. Der Joghurtriegel ist lecker und ich mache nach einer langen, langen Pause mich wieder auf den Rückweg. Ja, es ist schön, mal hier zu sein und nicht in die Sossusvlei zu fahren. Die letzten 5 Jahre bin ich morgens immer in den Park zu Dünen und ins Deadvlei, um zu fotografieren und dagewesen zu sein. Vor den andere, gleichzeit mit anderen und auch am späten Nachmittag fast allein. Die Dünen muss man erlebt haben, die Vlei’s erwandert und betreten haben. Was für Glücksgefühle! Dieses Mal bleibe ich draußen. Beim nächsten Mal geht’s dann wieder rein, egal wer dann mit mir mitfährt, der oder die möchte dann auf die Dünen und ich dann mit! Es ist schon Mittagszeit, als ich zurück bin darum dusche ich mich schnell und fahre zur Sossusvlei Lodge und esse eine großen leckeren Salat. Der starke Kaffee danach weckt Tote und ich fahre zum Desert Camp zurück und flegel mich in meinem Sessel, die Füße auf die Bank, auf der Terasse vor meinem „Häuschen“ und will lesen. Ich wollte lesen! Wirklich! Ich werde wach zur Kaffeezeit und bin total verdutzt so lange geschlafen zu haben. Erst mal Kaffee kochen , Kekstüte aufmachen und um mich herum abgestell,t zum genießen. Nun wird doch gelesen! Und immer wieder zwischendurch schweift mein Blick in die Ferne. An der nahen Wasserstelle kommen Oryx und später auch die Strauße wieder. Gegen 18 Uhr mache ich mir mein Abendessen. Bratkartoffeln mit Kräuterrührei. Als Nachtisch gibt’s nur eine süße Orange. Aber lecker. Da ein Fernseher hier in meiner Unterkunft nicht vorhanden ist, gehe ich zur Bar und hole mir einen großen Rock Shandy und bezahle anschließend meine Rechnung für die Unterkunft und Getränke. Ich gehe früh schlafen, bin müde, trotz Nachmittagsschlaf. Morgen geht’s nach Koiimasis. Ich freue mich schon Anke von der Farm und Roland von der Lodge wiederzusehen!
Desert Camp 880,-N$
Ein schöne Unterkunft mal so richtig zum Abhängen. Da nah (5km) am Eingang zur Sossusvlei gut geeignet um früh in den Park zu kommen. Nah um das klasse Abendbufett (230,-N$) in der Sossusvlei zu genießen. Schade, dass man nur Getränke im Camp bekommt. Der Preis ist obere Grenze für mich.
Gefahren: 12 km
afrika-paulaThemenstarter309 Beiträge · seit 200924. Feb. 2013 · #35
Dienstag, 29.1.13
Schon kurz nach 8 Uhr verlasse ich das Desert Camp. Da ich gestern Abend das meiste schon im Jimmy verstaut habe und das Getreidemüsli auch gestern Abend schon eingeweicht hatte, ging es nun ganz fix. Es ist herrlich kühl als ist starte und ich widerstehe dem Drang mit geöffneten Fenster zu fahren. Ne, ne, eine heftige Erkältung reicht! Ich genieße fast ohne Husten die Tour. In Betta halte ich zum Tanken an und esse einen leckeren Thunfischsalat. Es geht weiter Richtung auf der D707. Immer wieder sehe ich Strauße und Oryxe und dann passiert es!!!!!!!!!!! Neben mir springt ein prächtiger Oryx aus dem Schatten eines Busches und springt über den Zaun und bleibt mit einem Huf im Geflecht des Zaunes hängen!!!!!!!!!!! Oh Gott, was nun! Ich halte an, steige aus und erfasse die Situation. Der arme Oryx kommt da allein nicht mehr heraus! Er blutet etwas am Hals, da er sich an dem oberen Stacheldraht verletzt hat. Wozu braucht ein Zaun hier Stacheldraht??? Was nun? Gerade bin ich am Tor zur Farm Kanaan vorbei gefahren. Ich fahre die 3 km zurück und lese am Tor, noch 8 km zur Farm. Egal, dem Oryx muss geholfen werden!!! Ich bin total betroffen, dieses stolze Tier zu Fall gebracht zu haben. Ich weine und weine! Ich bin bei so etwas einfach zu sentimental. Wenn ich Tiere leiden sehe, blutet mein Herz! Als ich auf dem Hof der Farm ankomme, kommt mir eine Mitarbeiterin lächelnd entgegen und begrüßt mich auf herzlichste. Sie ist etwas irritiert über mein Aussehen. Ein Blick vorher in den Spiegel hat mich selber erschreckt. Aber egal! Ich frage nach dem Boss, nach Hermie Strauss. Ihn hole ich leider aus der Mittagsstunde, schildere ihm alles und bitte ihm eindringlich dem Tier zu helfen. Entweder so oder so. Er verspricht es mir! Auf dem Rückweg versuche ich stark zu bleiben, doch als ich nun mit dem Auto an dem liegenden Tier vorbeifahre und ich es kämpfen sehe, sich selber zu befreien, was so hoffnungslos ist. Ich sehe den Blick des Oryx und die Angst in den Augen!! Heul!!! Ich fahre weiter, ich kann nichts tun, nur hoffen, dass Hermie dem Tier schnell hilft! Gedanklich beschäftige ich mich nun mit der Ankunft auf Koiimasis und als ich das letzte der 5 Tore wieder schließe bin ich schon ganz hibbelig! Als erstes besuche ich Roland, in der Lodge „Fest im Fels“. Er kommt mir schon entgegen und und kann es nicht glauben, dass das Jahr schon wieder um ist. Stolz führt Roland mich zu seinem Haus, das gerade fertig ist und morgen früh kommen endlich seine Möbel, die seit Jahren in einem Container eingelagert sind. Ich melde mich für den nächsten Abend zum Dinner an und fahre dann gleich weiter zu Anke auf der Farm Koiimasis, um mich anzumelden. Ich kriege wieder die Campsite Nr.1 und das schon zum 4. Mal. Ich erzähle ihr von dem Oryx und sie ist sich sicher, dass Hermi dem Bocke geholfen hat. So oder so! Wir werden morge Abend weiter erzählen, denn Anke kommt bei Roland vorbei. Auf der Campsite baue ich meine Unterkunft für die kommenden 2 Nächte auf und packe dann gleich meine Badesachen und fahre, wie dekadent, zur Lodge zum Schwimmen. Die Kühle im Pool erfrischt, genau wie der große Rock Shandy . Später gibt’s noch Kaffee und Kuchen und ich lese bis gegen 18 Uhr sich bei mir der Hunger meldet. Heute mache ich mir Spaghetti mit Tomatensoße. Die müssen auch mal aufgegessen werden. Das obligate Glas Pinotage am Lagerfeuer schmeckt und ich träume so vor mir hin. Plötzlich Scheinwerfer! Oh, da bin ich dann wohl doch heute Nacht nicht allein hier in der Einsamkeit. Auf Campsite Nr.3 erwacht das Leben. Zwei ältere Herren bauen ihre Dachzelte auf und fangen an zu grillen. Sie kommen zu mir ans Feuer und laden mich auf ein Bier ein. Wie nett! Gern beantworte ich ihre unzählig vielen Fragen, denn es ist erst ihr 2. Urlaub und der erst in den Zelten. Gegen 22 Uhr krabbel ich in mein Zelt. Zuvor lösche ich die Glut in der Feuerstelle. Was für ein Tag! Ob der Oryx wohl noch lebt? Ob er frei ist? Wenn nicht hoffe ich, dass er erlöst im Oryxhimmel ist!
Koiimasis Campsite Nr.1 200,-N$
Gefahren: 270 km
TiaRosario215 Beiträge · seit 201224. Feb. 2013 · #36
Hallo Paula, wie gut kann ich das mit dem Oryx nachfühlen. Uns passierte dasselbe auch auf der D 707. Das arme Tier ist auch irgendwie über den Farmzaun gekommen und hat sich dann im Zaun verfangen. Aber unseres hatte Glück (wir auch, da wir sonst die nächsten Tage immer überlegt hätten, wie es dem armen Tier wohl gegangen ist) und kam nach langen angstvollen Minuten von selbst frei.
peter 081'927 Beiträge · seit 200824. Feb. 2013 · #37
Hallo Paula,
das kann passieren.
Wir fanden letzte Woche einen schreienden Kudu im Zaun hängend, war bereits von 5 bissigen Schakalen umlagert.
Wir konnten ihn befreien, war anschließend ein schönes Gefühl 🙂
schöne Grüße Peter
afrika-paulaThemenstarter309 Beiträge · seit 200925. Feb. 2013 · #38
Hallo Peter,
das ist ist klasse, dass der Kudu wieder frei kam!!
Ich selber werde gerade auf der D707 aber natürlich auch auf anderen Strecken noch vorsichtiger fahren und wenn ich ein Tier aufschrecken sollte, langsamer fahren und ggf. anhalten. Was nicht heißen soll, dass ich dann stundenlang warte bis es weg ist. Eben halt noch aufmerksamer und vorsichtiger. Sowas möchte ich nicht noch mal erleben!!
Es grüßt ganz herzlich
Paula
afrika-paulaThemenstarter309 Beiträge · seit 200925. Feb. 2013 · #39
Mittwoch, 30.1.13
Mitten in der Nacht bin ich wach geworden, denn ich muss mal raus. Bier treibt halt! Was ich immer wieder feststellen muss: ich habe meinen Urlaub falsch geplant! Wieso? Ich habe die ganze Zeit hier Mond und Vollmond und ständig ist es nachts so hell, dass ich keinen schönen Sternenhimmel habe, so wie in den anderen Jahren. Da passe ich nächstes Jahr bei der Planung aber auf! Es ist 7 Uhr und ich werde wach von meinen „Nachbarn“ die schon fleissig am zusammenpacken ihrer Zelte sind. Wir frühstücken heute zusammen. Ich decke den Tisch brate die Eier und koche frischen Filterkaffee. Den Rest bringen die beiden Herrn mit. Wie schön, mal nicht allein zu frühstücken. Nach dem Abwasch und aufräumen verabschieden wir uns, denn die beiden wollen heute zum Sesriem Campingplatz. Gute Pad! Ich selber fahre zum Köcherbaumwald den ich vor 2 Jahren schon besucht habe. Es lohnt sich dort hin zu fahren! Einige schöne Aufnahmen konnte ich machen und die Aussicht vom Hügel ist traumhaft. Dort mache ich eine lange Pause, bestaune anschließend ein riesiges Siedelwebervogelnest und fahre am frühen Nachmittag wieder zum Pool, an der Lodge. Bewaffnet mit dem Ebook verbringe ich dort den Nachmittag und freue ich schon aufs Abendessen. Roland ist noch am Container ausladen. Das riesige Monstrum hat tatsächlich den Weg hierher geschafft und es gibt heute keine glücklicheren Menschen als Roland. Vor dem Abendessen spendiert er darauf eine Runde Gin Tonic für Anke, einem weiteren Gast und für mich. Anschließend bekocht Roland uns wieder aufs Feinste. Wir quatschen und die Zeit vergeht im Flug. Gegen 23 Uhr fahre ich zum Zelt zurück und wenn ich nicht aufgepasst hätte, wäre ich in eine Kuh gefahren, die mit anderen Gehörten im Dunkeln hier noch rumläuft! Was für ein schöner Tag heute, und ich freue mich auf Morgen. Morgen geht’s um die „Ecke“ zur Farm Gunsbewys. Ich freue mich darauf!
Koiimasis Campsite Nr.1 200,-N$
Die Campsites liegen traumhaft schön und ruhig an Felsen geschmiegt. Ich bin jeder Mal ganz hin und weg von dem Gebiet! Trotzdem für die Benutzung des Pools auf der Lodge eine Gebühr zu zahlen ist, wozu ich gerne bereit bin, kann ich es nur empfehlen dort vorbei zu schauen. Die Lodge hat schöne Chalets und das Essen von Roland zubereitet ist megalecker!
Gefahren: 20 km
afrika-paulaThemenstarter309 Beiträge · seit 200925. Feb. 2013 · #40
Donnerstag, 31.1.13
Nun muss ich wieder von hier Abschied nehmen. Ich will das nicht!! Doch ich muss weiter. Es steht heute Gunsbewys auf dem Programm. Die letzte Nacht im Zelt für diese Reise. Danach kommen dann nur doch die Übernachtungen in Klein Aus Vista, Kalahari Anib Lodge und im Auto Hotel der Familie Giel. Endlich wieder in einem Bett schlafen! Supi! Ich bin fertig mit dem Zeltabbau und habe soweit alles im Auto verstaut. Nun geht’s zum Frühstück zu Roland. Mal kein Frischkornmüsli, mal wieder leckere Brötchen. Roland leistet mir Gesellschaft. Anschließend schaue ich mir noch sein neues Haus von innen an. Echt klasse geworden. Gegen 9:30 Uhr heißt es Abschied nehmen. Ich fahre langsam und sauge die schöne Welt hier in mich auf. Ein paar mal halte ich an um zu fotografieren. Ich liebe die Pferde hier und heute Morgen sehe ich einige. Wie schön! Ich erreiche die D707 und fahre die kurze Strecke bis Gunsbewys mit Genuss. Es ist später Vormittag als ich bei Jana auf der Farm ankomme. Sie macht Vertretung für ihre Großmutter die z.Zt. in Lüderitz weilt. Ich kann mir einen der 3 Campsites auf der Farm aussuchen und nehme den Schönsten, vorne links. Das Areal der eingezäunten Farm ist gut überschaubar und bevor ich mein Zelt aufbaue erkunde ich das Gelände. Da auf der Campsite nur ein „Plumpsklo“ gibt, suche ich nach einem normalen Abort und werde fündig im Gemeinschaftshaus. Dort gibt’s auch Duschen. Die Dusche unten am Platz finde ich wiederum toll. Im Gemeinschaftshaus gibt es auch eine Küche zur Nutzung für alle Camper und einen großen Kühlschrank mit eiskalten Getränken in großer Auswahl. Ich finde da auch Gemüse und Eier zu Kauf. Gut, so gibt es heute einen Gemüseeintopf ohne Fleisch zum Abendessen. Im Gemeinschaftshaus gibt es einen großen Raum mit sehenswerter Ausstellung über das Land und den Dünen. Echt sehenswert. Lange bleibe ich aber nicht dort. Es zieht mich zum Zeltaufbau. Was fertig ist, ist fertig! Mittagessen gibt es heute wieder nicht. Ein Apfel und ein paar Trauben reichen völlig aus. Ich mache ein Nickerchen im Schatten eine großen Baumes und werde wach, als ein Auto sich dem Camp nähert. Oh, schön, ich bekomme Gesellschaft. 2 nette Mädels springen aus dem Wagen und nach ihnen 2 Herren meines Alters. Na, die haben aber junge Freundinnen! Nee, nee, die Mädels sind die Töchter der beiden. Einmal noch wollten sie gemeinsam einen besonderen Urlaub mit ihren Mädels verbringen. In ein bis zwei Jahren haben Lina und Merle dann schon was anderes im Kopf und wollen dann ganz bestimmt nicht mehr mit dem Vater Urlaub machen. Wir unterhalten uns und ich stelle fest, dass die vier aus unserem Nachbarkreis kommen. Die Welt ist doch klein! Zum Sonnenuntergang fahren wir 5 in die Dünen. Ich habe mich den vieren angeschlossen und so fahren wir dann laufen wir zur höchsten Düne und kommen gerade rechtzeit oben an. Traumhaft!!! Als die Sonne verschwunden ist, kehren wir zur Farm zurück. Dort machen wir unser Abendessen und trinken noch einen Schoppen Rotwein. Gegen 22 uhr geht’s für mich in die horizontale Lage. Vorher schreibe ich noch ein meiner unzähligen SMS an Gerd. So weiß auch er, dass es mir gut geht. Was für ein schöner Tag heute! Ich freue mich auf Morgen und auf Klein-Aus-Vista!
Gunsbewys Farm Campsite 100,-N$
Gunsbewys ist der ideale Aufenthalt zum campen, wer Ruhe und Einsamkeit in traumhaft schöner Umgebung roter Dünen sucht. Hier wird er/ sie fündig! Gunsbewys kann ich wärmstens weiterempfehlen!