miganz81139 Beiträge · seit 202104. Jan. 2024 · #81
Hoi Bele, d.h. der Boteti hat gar kein Wasser erhalten? Wir fahren im März u.a. auch dort hin, und müssten dann mit sehr viel Trockenheit rechnen? Lg, Michael
Champagner8'681 Beiträge · seit 201004. Jan. 2024 · #82
miganz81 schrieb:Hoi Bele, d.h. der Boteti hat gar kein Wasser erhalten? Wir fahren im März u.a. auch dort hin, und müssten dann mit sehr viel Trockenheit rechnen? Lg, Michael
Hi Michael, ja genau, der Fluss wird sicher nicht fließen! Aktuell (siehe auch diverse Reiseberichte) gibt es einige Wasserlöcher, die gepumpt werden, vielleicht ist auch ein bisschen Grundwasser dabei.
Es ist aber durchaus möglich, dass es im März viele Pfützen/Wasserlöcher durch den Regen geben wird, wenn genug runterkommt. "Trockenheit" ist im März sicher relativ.... 😉 .
Servus Stand 16.12.23 in Khumaga bei der Fähre, ww Hippopool 10 km nördlich.
Bei einem Kurzbesuch auf der Camelthorn Farmstead hatten wir die Gelegenheit mit den Besitzern zu sprechen, die schon seit 2019 ( ? ) , seit der Boteti wieder trocken gefallen ist Wasser für die Tiere mit Pumpen und Fahrzeugen an den Fluss bringen- Viel Hoffnung das sich daran etwas in absehbarer Zeit ändert hatten Sie nicht
TAtacitus1'127 Beiträge · seit 202204. Jan. 2024 · #84
miganz81 schrieb:....Wir fahren im März u.a. auch dort hin, und müssten dann mit sehr viel Trockenheit rechnen? Lg, Michael
Daran solltest du dich gewöhnen. Damit musst du immer rechnen, denn historisch betrachtet ist es eher die Ausnahme, dass der Boteti Wasser bis dorthin führt, wo du hin willst. Deswegen ist auch die Leier von der „Lebensader“ Boteti für die Tierwelt der westlichen Makgadikgadi größtenteils eine Mär. Deswegen wird für den Tourismus (und zum Schutz deren Anlagen) gepumpt. Spätestens seit Zuwanderung und Sesshaftmachung der Elefanten dort mit schwerwiegenden Konsequenzen für die „Botanik“ der Ufer. Grüße
miganz81139 Beiträge · seit 202106. Jan. 2024 · #85
Danke für die Inputs - da hatte ich wohl ein etwas falsches Bild der letzten Jahre... hoffen wir mal, dass noch genug Regen bis im März fallen wird... Lg, Michael
GinaChris4'984 Beiträge · seit 201607. Jan. 2024 · #86
@tacitus ...denn historisch betrachtet ist es eher die Ausnahme, dass der Boteti Wasser bis dorthin führt, wo du hin willst. Deswegen ist auch die Leier von der „Lebensader“ Boteti für die Tierwelt der westlichen Makgadikgadi größtenteils eine Mär...
Champagner8'681 Beiträge · seit 201007. Jan. 2024 · #87
Vielen Dank Gina für diesen sehr interessanten Artikel! 🙂 Ganz nach meinem Geschmack an einem trüben Sonntag 🤩 .
Was immer wieder vergessen wird bei den Diskussionen (in dem Artikel aber erwähnt wird), mir aber vor allem von Bahefesia Sango aus Khwai(Face) nachdrücklich an selbst erlebten Beispielen erklärt wurde und mich als Fan der Plattentektonik (eins der wenigen Themen die mich in meinem Geografie-im-Nebenfach-Studium interessiert haben) besonders fasziniert, sind die Einwirkungen von tektonischen Bewegungen, die in der Kalahari dank der dicken Sandschicht nicht oder kaum wahrgenommen werden, aber oft recht große Auswirkungen haben können.
Man kann daher anhand der Stärke der Flutwelle trotzdem nicht sicher vorhersagen, wie weit das Wasser kommt und ob es den Boteti oder gar die Pfannen erreicht.
Face hat wohl in seinen Anfangszeiten als Guide mal ein Auto versenkt, weil über Nacht - und das kann laut seinen Aussagen nicht von der Flut, sondern nur durch eine tektonisches Ereignis bedingt gewesen sein - an einer Stelle plötzlich viel mehr Wasser stand als bisher, und er dies morgens im Tran nicht richtig wahrgenommen hatte.
Auch die neulich an anderer Stelle angesprochene Ansammlung von toten Bäumen in der Khwai Concession kann u.U. darauf zurückgeführt werden. Es gab eine zeitlang dort Wasser und die Bäume starben ab. Diteko meinte 2021, dass es den Bäumen in dem See, der 2021 da zwischen South Gate und First Bridge entstanden ist, auch so ergehen könne. Als wir dieses Jahr dort waren, war der See allerdings fast ausgetrocknet. Was es mit den Bäumen auf lange Sicht macht, wird man sehen.
Ich habe den Boteti übrigens 2013 mit sehr viel Wasser erlebt, 2016 hatte er auch definitiv Wasser (siehe Beitrag von Eulenspiegel), 2021, als wir dort waren, auch.
GinaChris4'984 Beiträge · seit 201607. Jan. 2024 · #88
Hi Bele,
falls du diese Publikation noch nicht kennst... New insights into the tectonics and geodynamics of Botswana from intracrustal structures revealed by receiver function analysis Accepted 2023 July 7. Received 2023 July 7; in original form 2022 September 8 (klick auf PDF im link!) https://academic.oup.com/gji/article/235/2/1086/7225297
Gruß Gina
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200807. Jan. 2024 · #89
Zu „die Leier von der „Lebensader“ Boteti für die Tierwelt der westlichen Makgadikgadi größtenteils eine Mär.“ (tacitus)
Es ist zwar grundsätzlich sinnvoll, sich daran zu gewöhnen, dass der Boteti, wie früher auch, jahrelang (Jahrzehnte!) kein Wasser führt und die vielfältigen Gründe sind hier alle schon genannt. Aber deswegen ist der Boteti immer noch eine LEBENSADER in wasserlosem Buschland für die Tierwelt und die Bevölkerung, das war er auch in den letzten 40 Jahren Trockenheit! bis 2008. Denn nur hier gab es eine reelle Chance durch Graben und Bohrungen relativ sicher an Wasser zu kommen. Das ist keine Mär.
Zu „Deswegen wird für den Tourismus (und zum Schutz deren Anlagen) gepumpt. Spätestens seit Zuwanderung und Sesshaftmachung der Elefanten dort mit schwerwiegenden Konsequenzen für die „Botanik“ der Ufer.“ (tacitus)
Die „Konsequenzen für die Botanik der Ufer“ sind mit katastrophalem Ergebnis immer da zu beobachten, wo Elefanten stark überzählig sind oder eigentlich nicht hingehören! Elefanten sind verschwenderische Esser. Aber am Boteti fand keine Sesshaft-Machung der Elefanten für den Tourismus statt! Dass mittlerweile Wasser von „privat“ zugeführt wird, kann man seriös nicht als Sesshaft-Machung bezeichnen. Es ist einfach ein großes Problem vorhanden, dass nicht durch den Tourismus am Boteti ausgelöst wurde (vielleicht im weitesten Sinne durch Tourismus/Jagd/sozialmedia-effekte: die Überpopulation im Chobe stieg sprunghaft nach dem Elefanten-Jagdverbot, ausgelöst durch den Skandal des Rey Juan Carlos I…). Darüber hinaus hat seit 2009 der wasserführende Fluss die Tiermassen und deren Wanderverhalten entsprechend verändert. In der aktuellen Situation könnte man dort natürlich auch einfach nichts tun. Quasi „ganz natürlich“… Das würde dann zu einigen ganz natürlichen Dramen bis hin zum Massensterben einiger Arten und erneuten großen Wanderbewegungen führen. Alle Beteiligten, von DWNP bis ansässige Lodgebetreiber und die wissenschaftliche Begleitung der problematischen Elefanten-Wanderung in Gebiete in denen sie zuvor nie ansässig waren, wussten schnell, dass es keine Möglichkeit gibt, die Elefanten dorthin zu treiben, wo sie hergekommen waren, denn der Populationsdruck war dort sehr groß und die Jungbullen-Banden waren „dank“ guter Regenjahre und saftigem Busch nach Süden ausgewichen, bis hin in den Khutse wo man in einer Landschaft, die die Ernährung von Elefanten garnicht hergibt (es gibt nur Buschland, keine (Mopane)Wälder) die traurigen Spuren ihrer vernichtenden Ernährungsweise beobachten kann. Weit weg von „erzieherischen“ Altbullen und Mutterherden, permanent hungrig und durstig belagern sie im Khutse in aggressiver Weise von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang das Molose WH, das nur wenig Wasser hergibt, kein Grasfresser wird dort geduldet, die direkte Umgebung ist mittlerweile eine kahle Staubwüste… Überall werden Wege zur Problemlösung gesucht und auch so halbwegs gefunden, mit der neuen Situation zurecht zu kommen, denn rund um den Boteti hat die Bevölkerung/Landwirtschaft ein großen Problem. Im CKGR haben sie versucht, durch Schließen von Wasserlöchern und Öffnen anderer Wasserlöcher die Elefanten außerhalb am Park vorbei zu leiten und so aus dem Park rauszuhalten, was erstaunlicherweise rel. gut geklappt hat, soweit ich es weiß.
Das alles (sicher unvollständig) nur mal so zum Erweitern des Horizonts, bevor man den Vorwurf der angeblichen Sesshaft-Machung an die Tourismusbetreiber vor Ort macht.
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
Champagner8'681 Beiträge · seit 201007. Jan. 2024 · #90
GinaChris schrieb:Hi Bele,
falls du diese Publikation noch nicht kennst... New insights into the tectonics and geodynamics of Botswana from intracrustal structures revealed by receiver function analysis Accepted 2023 July 7. Received 2023 July 7; in original form 2022 September 8 (klick auf PDF im link!) https://academic.oup.com/gji/article/235/2/1086/7225297
Gruß Gina
Hallo Gina, nein, kenne ich nicht! Wo gräbst du solche Sachen immer aus? 🙄 Ich hab mal kurz quergelesen, das ist dann doch recht wissenschaftlich schwere Kost, da steige ich an einigen (vielen?) Stellen sicherlich aus. Mal schaun, wann ich mir das zutraue! Aber danke auf jeden Fall!
TAtacitus1'127 Beiträge · seit 202207. Jan. 2024 · #91
Danke GinaChris für den interessanten Artikel. Interessantes über die Veränderungen der Wasserführung in der Deltaregion im Lauf der Zeit gibt es auch hier: Cecylia Małgorzata Dziewięcka The Life & Times of Ngamiland. The story of Maun. Botswana. Wydanie II ISBN: 978-83-8019-193-8 Published:: 2015
@
GinaChris schrieb:.... Jetzt kommts drauf an was du hier unter "historisch" verstehst... ansonsten.......
weiß nicht, ob es eine Altersgrenze gibt, ab der auch eigene Erinnerungen „historisch“ werden….. 😎 😄 😄
In den 1970ern waren jedenfalls überall historisch hohe Wasserstände (siehe Diagramm von GinaChris) Im Norden war der Savuti Kanal gefüllt. 1974 haben Regenfälle ganz Zentralbotswana angefüllt, war wie eine riesige Wasserschüssel, Maun Monate am Landweg nicht erreichbar. Ende August 1976 sah es am Boteti so aus, das dürfte ungefähr bei Khumaga gewesen sein. Richtung Lake Ngami breitete sich das Wasser großflächig aus, der Wald wurde tw. geflutet
und man musste aufpassen um nicht von der Straße abgeschnitten zu werden. Der Lake Ngami war maximal voll. Das dürfte ungefähr der Höhepunkt der Wasserführung im Süden gewesen sein. Nur ein Jahr später (1977) war am Weg zum See alles trocken, der See nur mehr am westlichen Horizont zu erahnen und man konnte den Weg nach Westen direkt durch den ausgetrockneten See abschneiden. Ab dann ging mW das Wasser südlich von Maun Jahr für Jahr zurück bis es jahrzehntelang ganz weg war. Das jetzige Restwasser stammt wohl aus der mW letzten Flutung aus ca. 2010/11, die bis Lake Xau lief. In den letzten 50 bis 60 Jahren, hat der Boteti demnach vielleicht 10 bis 15 Jahre lang (höchstens) große zusammenhängende Wasserkörper geführt. Davor wird es komplizierter, weil zusätzlich zur niederschlagsbedingten Wasserführung auch die Auswirkungen tektonischer Ereignisse kommen (Champagner), die die Wasserführung sukzessive von der Südwestseite des Deltas nach Nordosten verlagert haben. Diese Vorgänge waren ja auch der Grund dafür, dass die Batawana Anfangs des 20. Jahrhunderts ihren Lebensmittelpunkt um Lake Ngami/Toteng aufgaben und nach Maun verlegt bzw. dieses gegründet haben.
@meine inkriminierten Sager zu Flurschäden und den der Besiedlung durch Elefanten später.
TAtacitus1'127 Beiträge · seit 202208. Jan. 2024 · #92
@meine inkriminierten Sager zu Wasser, Flurschäden durch Elefanten zuerst Anekdotisches (1) und dann meine persönliche Meinung zur Interaktion von künstlichem Wasser, Elefanten und Tourismus (2)
(1) Es gab im damaligen „Makarikari“ anfänglich nur einen U-förmigen Weg. Am Boteti entlang ein Stück flussabwärts, an der Grenze zwischen Buschland und Uferwald, dann nach Osten bis zum Grasland und durch dieses wieder nach Norden zur Straße Nata<>Maun. Den Fluss hat man selten gesehen, der Wald war dicht und intakt. Außer ein paar Duiker oder Buschbock und ein abgenagtes Zebra haben wir nix gesehen, trotz der Wasserführung im Boteti (siehe Bild zuvor), es war allerdings vormittags bis Mittag. Dagegen waren im offenen Grasland überall Gruppen von Zebras und Oryx. Eine Bewegung zum Fluss hin war nicht erkennbar, ganz im Gegenteil. Wir und Freunde haben in unabhängigen Vorbeifahrten dort größere Zahlen von Zebras die Straße nach Norden überqueren gesehen, also nicht zum Fluss. Erklären kann ich es nicht, aber es war so. Der „wasserführende Fluss“ war für sie offensichtlich nicht das Maß aller Dinge und es war immerhin erst August und in der Zeit vor den Pumpen für Tiere.
Dass mit „Lebensader“ OBERFLÄCHENwasser gemeint war, hatte ich leider nicht explizit gesagt und dass Zebras nach Wasser graben, nicht gewusst.
TAtacitus1'127 Beiträge · seit 202208. Jan. 2024 · #93
(2)
Elefanten in großer Zahl hat man, in „unserer historischen“ Zeit, derart weit südlich der Deltaregion ganzjährig nie gesehen. Das ist wohl unbestritten, oder? Deswegen waren alte Baumbestände, am Boteti und anderswo, auch intakt (meine subjektive Kausalität). Die Fachleute hier werden sicher wissen, wann der Zuzug der Elefanten in Makgadikgadi und Kalahari in moderner Zeit genau begonnen hat, aber es wird wohl (zuerst nur saisonal) vor ca. 25 Jahren begonnen haben. In älteren Reiseführern wurden Elefanten dort zuvor nicht erwähnt, jetzt liest man von bis ca. 2.000 regional „ansässigen“.
Nachdem so reagiert wurde, als hätte ich eine proaktive Anlockung von Elefanten behauptet, nur zur Klarstellung (obwohl es in der Konsequenz so und so auf’s selbe rauskommt):
Der Grund für den Zuzug ist/war mE der Bevölkerungsdruck im Norden auf Grund jahrzehntelanger massiver Vermehrung, zuletzt begünstigt durch das Jagdverbot von 2014, falsch verstandenen Naturschutz, der einzelne Arten auf Kosten von Vielfalt bevorzugt …. der die Rechtfertigung für diese Politik besonders im Zuspruch der Touristen und „Naturschützer“ an die „unermesslichen Elefantenherden“ BWs fand. Altafrika „revived“, das zieht im Marketing!
Wenn nun in Gegenden ohne ganzjähriges NATÜRLICHES Oberflächenwasser Elefanten sich ganzjährig niederlassen (können), geht das wohl nur dann, wenn man sie mit KÜNSTLICHEN Wasserstellen aus Brunnen versorgt. Das ist zunächst dadurch geschehen, in dem sie sich die für andere etablierte Arten (oder Haustiere und Landwirtschaft) angelegten Brunnen aneigneten. Wer (s)eine Wasserstelle in Notzeiten für andere Wild- oder auch Haustiere intakt und für sich behalten möchte/muss, muss folglich für die Elefanten eine Alternative anlegen, ansonsten werden sie erstere okkupieren oder zerstören. Sowas wird ja gemacht (lilytrotter) und ist allen Interessierten bekannt, es ist aber nur eine Verteilungsmaßnahme, die nichts am grundsätzlichen Problem ändert. Durch die Versorgung mit Wasser verfestigt sich ihr Aufenthalt und sie werden „sesshaft“ und bei entsprechender Mannschaftsstärke wird die Umgebung bald auch eine Landschaftsruine sein. Um sie daran zu hindern, müsste man die Brunnen stilllegen oder sie durch Bejagung oder gewaltsam vertreiben, was weder gewollt noch erlaubt ist.
Wer das für (m)einen Blödsinn hält, kann sich ja zur Meinungsbildung fragen, warum Baumdichte und –größe bei der Lodge besser sind als im Umland. Oder in älteren Reiseführern- oder Büchern über dichte Vegetation und Wald am Boteti oder Chobe lesen und vielleicht bemerken, dass unter Fauna am Boteti Elefanten nicht erwähnt werden.
Ich bleibe auch dabei, dass die Südexpansion der Elefanten, und vor allem der Umgang damit, im Gesamtkontext und in speziellen Situationen, durchaus auch mit dem Tourismus und der geschürten Erwartungslage zu tun haben, die einen rationalen Umgang damit verhindert haben. Und wenn behauptet wird, dass in BW und anderswo kein Elefantenkino für Touristen mittels Pumpen veranstaltet wird, bin ich tatsächlich am falschen Dampfer 😮 .
Natürlich ist das sowieso nur mehr eine „Nachlese“, weil längst gelaufen und irreversibel. Ich melde(te) mich nur, weil mir ein paar Dutzend Elefanten am Tag in einer intakten Landschaft wertvoller wären, als viele Hunderte in einer schwer beschädigten. Viele Leute können das Erlebnis der Tierbeobachtung von der Ästhetik der Landschaft entkoppeln oder betrachten Ersteres als höherrangig. Ich gehöre halt nicht (mehr) dazu. Es bestürzt mich nämlich die Zukunftsperspektive, wenn von immer mehr Leuten geglaubt wird, dass ein afrikanisches Flussufer eben so ausschaut, wie die Landschaftsruine z. B. im Bild von Gerhard 2025 und unzähligen anderen hier. Man könnte kann das als meine „versponnene Geschmackssache“ abtun, aber die Auswirkungen einer massenweise Ansiedlung von Tieren dieser Biomasse auf die andere Tierwelt werden gravierend sein. mM und Grüße
diesen Beitrag (2) kann ich so "unterschreiben". Er deckt sich mit meinem Empfinden und meiner Anschauung von Natur. Immer im Zusammenhang von Flora und Fauna, beides sollte intakt sein. Ich kann leider nichts "historisches" aus eigenem Erleben zu dieser Diskussion beitragen, da wir das südliche Afrika erst 2011 für uns entdeckt haben. In Botswana waren wir 2014, 2016, 2018 und 2023. Und schon in dieser kurzen Zeit sind große Veränderungen zu sehen und wir sind immer Jan/Feb unterwegs gewesen. Bei der Zufahrt ins CKGR 2014 über Tsau-Gate entdeckte ich kurz vor dem Eingang Elefantenknödel. Entsprechende Fragen zur Elefantenpopulation stellte ich der Rangerin. Ihre Antwort: Im CKGR gibt es keine Elefanten, zu trocken, für Elefanten die "falsche Vegetation". Ab und zu verirrt sich einer vom Boteti kommend bis hier her, zieht aber wieder ab. In der Gegend um Xade gab es 2016 schon Elefanten, viele Knödel am Wasserloch und eine Sichtung weit entfernt. Als wir 2018 in Xade waren, war das Elefantenproblem sichtbar. Ausgegrabene Fernwasserleitung (Ghanzi-Xade), und am Wasserloch ein kommen und gehen über Stunden, nur junge Bullen. Der Chef der in Xade stationierten Anti Wilderer Einheit formulierte es so: "Wir haben kein Elefantenproblem, wir haben hier in der Gegend über 1000 Elefantenprobleme!" Mit geändertem Wassermanagment im CKGR hat man es möglicherweise wieder etwas abmildern können. Dieses Jahr haben wir in Xade nur 2 Elefanten gesehen, dazu noch einen an der Piper-Pan. Bei unserem diesjährigen Aufenthalt im Delta beobachteten wir lange einen Elefantenbullen beim schälen eines Baumes. Unser Guide sagte dazu: "Etwa 85% aller toten Bäume in Botswana gehen auf das Konto der Elefanten, weil sie geschält werden." Am Boteti gab es 2016 noch gut Mopanewald, im Nationalpark. Dieses Jahr waren große Flächen dabei, da konnte man denken , jemand hat über eine Riesenfläche Latten und Stöcke in den Sand gerammt, ohne grün, ohne Zweige.
Gruß Till
GinaChris4'984 Beiträge · seit 201609. Jan. 2024 · #95
Die Elefanten sind zweifelsfrei ein Teil des Problems, aber eben nur ein Teil. Wie auch wir Touristen, für welche div Infrastruktur gebaut wird, ebenso wie das Bevölkerungswachstum und der daraus resultierende Platzbedarf, sowie auch sich verändernde landwirtschaftliche Nutzung ein Teil des Problems sind. Schlagwort: Abholzung Land use and land cover changes along the Boteti-Thamalakane River system in Ngamiland District, Botswana https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2468227623000534
Gruß Gina
Champagner8'681 Beiträge · seit 201019. Jan. 2024 · #96
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Champagner8'681 Beiträge · seit 201006. März 2024 · #99
Guten Morgen zusammen,
leider tut sich immer noch nicht viel in Sachen "Flut", der Kavango dümpelt so vor sich hin, zwar auf einem relativ hohen Niveau, aber begleitet von der Tatsache, dass der Februar laut Hennie Rawlinson wohl der trockenste seit 40 Jahren in Botswana war 🙁 . Das heißt, die Böden sind ausgetrocknet und werden erstmal mehr oder weniger alles aufsaugen.
Graphik zur Verfügung gestellt von "NAMIBIA HYDROLOGICAL SERVICES" am 5.März 2024
Mal schaun, ob da nochmal was aus Angola kommt 😵 .
Übrigens hat mir der sehr freundliche Hennie (Moderator der Facebookgruppe "Maun Flood Arrival 2020 & Beyond") verraten, wie man an die ganzen Graphen und Statistiken gelangen kann: einfach an Namibia Hydrological Services schreiben (Mailadresse darf man meines Wissens hier nicht posten, kann man aber selber rausfinden oder auf Nachfrage gerne per PM von mir) und sich in den E-Mail-Verteiler eintragen lassen. Dann bekommt man (zwar nicht jeden Tag, aber sehr häufig) die Daten per Mail. Das sieht dann so aus wie das, was Christian (travelNAMIBIA) in den letzten beiden Beiträgen verlinkt hat. Man findet darin also auch noch andere interessante Infos, die nichts mit der Okavango-Flut zu tun haben.
FAFabianPl63 Beiträge · seit 201902. Apr. 2024 · #100
Hallo zusammen, ich hole das Thema nochmal hoch, vielleicht gibt es ja Neuigkeiten. Wir sind aktuell in den Endzügen unserer Reisevorbereitungen und in 4 Wochen gehts nach Namibia und Botswana.
Vom 31.05. bis 02.06. habe ich noch 2 Nächte ab / bis Maun zu verplanen. Es soll via Fly In ins Delta gehen. Vielleicht ergattern wir ein Last Minute Schnäppchen ins Pom Pom Camp oder ins 4Rivers Camp, vielleicht auch nicht, dann hätte ich ein ganz gutes Angebot für Oddballs Enclave. Das macht aber für uns nur Sinn, wenn Wasser im Delta ist.
Wagen die Experten schon eine Prognose, ob zumindest eine Chance besteht, dass das Wasser in diesem Zeitraum schon bei Chiefs Island angekommen ist? Die Regenfälle in Angola sollen ja äußerst üppig gewesen sein.