diangelikaThemenstarter138 Beiträge · seit 201103. Nov. 2012 · #1
Liebe Fomis, ja es hat eine Weile gedauert, aber heute will ich beginnen, unsere Eindrücke von unserer Reise im Sommer niederzuschreiben. Ich bekam von Euch bei der Vorbereitung der Reise so viele Tipps und hilfreiche Ideen, dass ich mich mit einem Reisebericht dafür bedanken will.
Botswana-Namibia-Rundreise Juli 2012
Am 2. Juli sind wir mit einem Rail § Fly-Ticket von Berlin nach Frankfurt gestartet und landeten am 3.Juli um 5.00 Uhr Ortszeit in Windhoek. Die Einreiseformalitäten dauerten eine Weile, doch bis unser Autovermieter uns abholte, hieß es noch mal warten. So hatten wir Zeit, Geld zu tauschen und noch einen Kaffee zu trinken. Das Büro von KEA war zwar besetzt, aber bis uns ein Mitarbeiter abholte und zur Vermietstation fuhr, war es halb Neun. Wir besprachen den Vertrag und gingen das Fahrzeug anschauen. Leider fehlten einige Sachen, als wir die Checkliste durchgingen und wir "klagten die fehlenden Ausrüstungsgegenstände ein. Die zusätzlichen Benzinkanister mußten erst geholt werden und auch der Brenner für die Gasflasche fehlte. Decken und Schlafsäcke waren vorhanden, da hatten wir eigene, aber der Spaten und die Matten als Hilfe falls man sich festfährt, fehlten. Die Reifen waren diesmal neu und mit gutem Profil, doch einen Kompressor zum Aufpumpen hatten sie nicht vorrätig. Man sagte uns, dass wir diesen und die fehlenden Vorhängeschlösser in Windhoek bei Cymot kaufen sollten. Nun war das Auto, auch ohne unsere Reisetaschen schon voll! Also ein bisschen schieben, denn der Einkauf sollte ja auch noch hinein. Schließlich fuhren wir gegen 11 Uhr vom Hof in Richtung Windhoek zu "Sense of Afrika", wo wir ein Fahrertraining gebucht hatten. Dort wartete man schon sehnsüchtig auf uns, hatte man doch gegen 10 Uhr mit uns gerechnet. Das Gelände fahren war gut, um sich an das Auto zu gewöhnen, brachte aber nicht viel neue Erkenntnisse. Danach fuhren wir zu "Bwana Tucke Tucke" um unser Naiv abzuholen. Nun konnten wir uns auf den Einkauf stürzen. Bei Cymot bekamen wir die fehlenden Ausrüstungsgegenstände und gingen dann gleich zur Wernhill Mall, um unseren ersten Einkauf zu tätigen. In einem Elektronikmarkt kauften wir uns gleich einen Transmittier, mit dem wir unsere mp3-Player über´s Autoradio abspielen konnten, denn CDs machen beim Gelände fahren wenig Sinn. Im "Pick`n Pay kauften wir Lebensmittel, dort gibt es auch "international Food" zum Beispiel Mühlhäuser Pflaumenmus und Rügenfisch. Bei der Autovermietung hatte man für uns ein Zimmer im "Roof of Afrika" gebucht und es war inzwischen schon später Nachmittag, als wir dort ankamen. Wir optimierten die Einrichtung unseres Autos und gönnten uns ein Bier an der Bar. Etwas später gab´s Abendessen vom Buffet. Unser Reisestart am Vormittag in der Nähe von Berlin, der Nachtflug und der ereignisreiche Tag hatte uns ganz schön müde gemacht, so dass wir bald das Bett aufsuchten.
diangelikaThemenstarter138 Beiträge · seit 201103. Nov. 2012 · #2
4.7.12 Voller Tatendrang stürzten wir uns nun ins Abenteuer Afrika. Nach dem Frühstück machten wir uns auf die 525 km lange Strecke nach Ghanzi in Botswana. Wir kamen wieder am Airport vorbei und passierten Seeis, wo es einige Schutztruppengräber aus der Kolonialzeit gibt. Unterwegs kamen wir in 2 Polizeikontrollen, doch man winkte uns durch. Nach 2,5h waren wir in Gobabis, rund 100 km vor Buitepos/ Mamuno, dem botswanischen Grenzübergang. In Gobabis legten wir eine Pause ein, kauften noch ein paar Sachen im Shoprite und im Liqueurshop, tankten das Auto voll, sowie die beiden Kanister und sahen uns die deutschen Gebäude an. An die "afrikanische Ruhe" beim Einkaufen und Tanken muß man sich erst gewöhnen.Torsten hatte sich beim Einräumen des Einkaufs ins Auto eine Platzwunde zugezogen, aber nachdem wir vor einigen Jahren mit einer Verletzung mal schlechte Erfahrungen gemacht hatten, haben wir immer Desinfektionsmittel griffbereit und konnten die Wunde gleich ordentlich versorgen. Danach verließen wir die Stadt auf einer guten Asphaltstraße. In einer Baustelle bat man uns anzuhalten und gab uns Wasser für die Kollegen am anderen Ende mit. Um 13.30 Uhr kamen wir an die botswanische Grenze, hier war es bereits eine Stunde später, also Uhren umstellen! Wir mussten Formulare ausfüllen, alle waren freundlich, dann ging´s schnell weiter. In Botswana verläuft die Straße schnurgerade durch langweilige Steppenlandschaft. In Ghanzi wollten wir botswanische Pula tauschen, bevor wir zur Thakadu Farm fuhren. Kurz vor der Stadt entdeckten wir einen Blitzer, so die gibt´s hier also auch. Die Bank hatte schon geschlossen, aber wir fanden noch einen Geldautomaten, der Geld herausrückte. Ungefähr 5 km zurück liegt die Einfahrt zur Thakadu Farm, wo wir von Deutschland aus für 2 Nächte gebucht hatten. Auf dem Weg zur Farm mußten wir zum ersten Mal durch losen Sand fahren und uns begegneten Kudus und Strauße. Bald darauf kam das Farmhaus in Sicht und wir wurden von 3 Hunden willkommen geheißen. Nachdem wir uns eingeschrieben hatten, bot man uns ein Bier an, danach suchten wir unsere Campsite auf. Der Campingplatz war großzügig angelegt, wir hatten Strom, Wasser und eine Feuerstelle, ein schönes Plätzchen unter einem Kameldornbaum. In unserer Nachbarschaft war eine größere Gruppe aus Südafrika mit mehreren Fahrzeugen und vielen Kindern. Es war schon wieder nach 17 Uhr, also hop hop, denn um 18 Uhr ist es dunkel. Zum ersten Mal bauten wir unser Dachzelt auf, Laken Kopfkissen und Schlafsäcke werden hineingelegt, die Verpackungen kommen unter die Matratze. Nun noch die mitgelieferten Decken, damit wir nicht frieren. Das Zelt hat Querverstrebungen aus Gummi, die gelöst werden müssen und beim Zusammenlegen früh wieder gespannt werden, um die Zeltwände zusammenzuziehen. Außerdem gibt es an den Innenseiten kleine Taschen, in denen man etwas verstauen kann. Dann bemerkten wir, dass der Deckel der Kühlbox nicht richtig schloß und Torsten mußte es reparieren. Wir richten nun unsere "Schränke" ein. Das linke Schubfach ist unser Kleiderschrank, das rechte die Küche. Auch auf den Rücksitzen im Fahrerhaus bringen wir einige Sachen unter. Nach erfolgreichem Einrichten gab es ein Begrüßungsbier. Für den ersten Abend hatten wir im Farmhaus das Essen bestellt. Hier ist es anders als wir es auf Farmen in Namibia kennengelernt hatten. Dort saßen alle Gäste zusammen mit den Gastgebern am Tisch, hier bestellten wir unser Essen a la carte. Torsten wollte Eisbein in Botswana ausprobieren und ich bestellte einen landestypischen Potjie. Dazu tranken wir eine Flasche südafrikanischen Riesling. Wir kehrten zu unserer Campsite zurück und bewunderten bei einem Glas Wein den wunderschönen Sternenhimmel und den Vollmond. Unsere Weingläser sind nicht aus Glas, sondern aus Edelstahl, so ein silberner Pokal hat was... Bald kletterten wir in unser Zelt und schliefen schnell ein.
diangelikaThemenstarter138 Beiträge · seit 201104. Nov. 2012 · #3
5.Juli
Wir wurden um 7 Uhr wach. Nach dem Duschen kam das Experiment Kaffee kochen… Wir setzten einen Topf mit Wasser auf den Gaskocher, doch der ging vom Wind dauernd aus. Als kurz vor 8 Uhr das Wasser erst lauwarm war, brachen wir die Sache ab, tranken Wasser und teilten uns ein trockenes Brötchen. Ich bin ein absoluter Frühstücksfan, also ein erster Härtetest im Urlaub. Um 8 Uhr begann unser Bushwalk mit San. Wir trafen uns am Farmhaus mit 2 Männern, die uns zu einer San-Familie begleiteten.
diangelikaThemenstarter138 Beiträge · seit 201104. Nov. 2012 · #4
Wir gingen durch das Grasland und die Buschmänner zeigten uns, wie sie Wurzeln finden und ausgraben und wofür sie gut sind. Auch ein Straußenei als Wasserbehälter wird vorgeführt. Dann soll Feuer gemacht werden und wir dürfen uns auch daran versuchen, mit den Holzstäben einen Funken herbeizuzaubern. Es klappt natürlich nicht und sie machen es uns vor. Sie drehen zu zweit das Stöckchen auf dem Holzbrettchen und schon ist der erste Funke da und mit etwas Gras und Pusten entsteht tatsächlich ein kleines Feuer. Zum Schluß bekommen Guide und Buschmann etwas Geld und ich verteile paar Geschenke.
diangelikaThemenstarter138 Beiträge · seit 201104. Nov. 2012 · #5
Das Wasserloch am Farmhaus ist am Vormittag mit Antilopen bevölkert, wir schauen einen Moment zu und kehren dann zu unserer Campsite zurück und machen Frühstück. Wir bekommen jetzt auch das Feuer an, so ein Frühstück nach 10 Uhr hat was! Danach packten wir alles zusammen und fuhren wir nochmal nach Ghanzi . Das Zusammenbauen des Zeltes ging ganz schnell. In Ghanzi tankten wir wieder und kauften im Choppies Supermarkt noch mal Wasser, Saft und Äpfel. Wir suchten eine Butchery mit Game Meat, mußten aber im Supermarkt Fleisch kaufen. In Ghanzi gibt es einen Busbahnhof, mehrere Supermärkte, auch Super Spar und natürlich einen Markt. Als wir das Tor von Thakadu passierten stellten wir fest, dass dort Game Meat dran steht und kauften Elansirloin. Nachdem wir wieder auf der Campsite waren, habe ich noch mal umgeräumt, denn ich hatte beim zusammenpacken gemerkt, dass es so nicht optimal war. Morgen früh wollen wir sehr früh aufbrechen, weil wir eine lange Strecke vor uns haben. Da soll es schnell gehen. Den Nachmittag nutzten wir zum Tagebuch schreiben bei einem Windhoek Draught und Torsten bereitete das Lagerfeuer für den Abend vor. Es ist total still auf dem Campingplatz und ich ging mit dem Fotoapparat eine Runde über den Campingplatz. Inzwischen war unser Feuer soweit, dass unser Beef aufgelegt werden konnte, dazu gab´s gekochte Butternut. Wir bekamen Besuch, ganz in unserer Nähe zog eine Herde Kudus vorbei. Nach 18 Uhr ging die Sonne unter und 2 h später entwickelte sich wieder ein herrlicher Sternenhimmel.
Hallo Diangelika, schöner Reisebericht, weil wir genau diese Route so auch gemacht haben. 😁 Wir waren auch im Thakadu und dann von daraus bei den Bushmänner, da kommen wieder schöne Erinnerungen hoch. Freue mich sehr das ich mitfahren darf.
Liebe Grüße Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway
Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia"
http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html
Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung....
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html
2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana.
2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik.
2012 Namibia und KTP
2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP
2014 Kapstadt und Kruger NP
2015 Kruger National Park
2016 kruger National Park
2017 Kruger National Park
2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
das verspricht, ein toller Bericht zu werden. Vielen Dank für Deine Arbeit.
Bei den Fotos könntest Du versuchen, diese in Deinen Text einzubinden und nicht "nur" als Anhang. Probier´s einfach mal aus. Zuerst "Datei hinzufügen" und dann im Text mit dem Cursor reinklicken, wo Du das Bild haben willst und dann auf "Einfügen". Wenn Du dann am Ende Deines Berichtes auf "Absenden" klickst, dann dauert´s a bisserl und Du hast das Bild IM Text.
diangelikaThemenstarter138 Beiträge · seit 201104. Nov. 2012 · #9
Hallo Bayern Schorsch, danke für den Tipp. Das erste Bild ging hinten dran an den Text und dann war´s irgendwie vorbei. Ich weiß auch nicht, aber ich versuch es mal mit deinem Tipp. Schönen Sonntag!
diangelikaThemenstarter138 Beiträge · seit 201104. Nov. 2012 · #10
6.Juli
Manche Leute denken, wenn sie wach sind, können alle anderen auch aufstehen. Seit kurz vor 5 Uhr kramten unsere Nachbarn ihre Habe zusammen, um loszufahren und lärmten dabei, als ob sie allein wären. Um halb sechs standen wir auch auf. Wir wollten ja sowieso früh los. Ich ging zu den Duschen und wunderte mich, daß auf der Seite der Duschen für Frauen kein Licht brannte. Beim Eintreten bekam ich einen Heidenschreck! Da lag zusammengerollt auf dem Fußboden ein Mann und schlief. Das heißt, dann nicht mehr. Er war genauso erschrocken wie ich, sprang auf und meinte, dass er jetzt Feuer machen würde. Nun konnte ich duschen, zwar noch nicht warm, aber trotzdem angenehm… Gegen 7 Uhr verließen wir die Farm in Richtung Veterinärzaun.
diangelikaThemenstarter138 Beiträge · seit 201104. Nov. 2012 · #11
Kurz vor 9 Uhr bogen wir in die Pad direkt neben dem Vet. Zaun ein, um 10.30 Uhr erreichten wir das Tsau Gate dem Eingang zum Central Kalahari Game Reserve im Nord/Westen. Alles ging problemlos mit unserer Buchung und der Registrierung. Auf dem Weg war eine kurze Strecke mit etwas losem Sand, die aber einfach zu meistern war. Unterwegs sahen wir ein paar Kudus, Oryxe, Strauße und eine kleinere Katze lief schnell über den Weg und verschwand im hohen Gras. Bis zum Campingplatz durchfuhren wir mehrere Pfannen, dank Navi ohne Orientierungsprobleme. Die Strecke zog sich hin, auch bergauf mit tieferem Sand waren gut zu bewältigen. Plötzlich kam aus der Böschung ein Böckchen gesprungen und wir hätten es beinahe erwischt- Schrecksekunde auf beiden Seiten. In den Pfannen waren viele Springböcke, aber auch Schakale und Strauße. Kurz nach 15 Uhr fanden wir unsere Kori Campsite Nummer 1 und bauten unser Zelt auf.
diangelikaThemenstarter138 Beiträge · seit 201104. Nov. 2012 · #12
Wir waren hier ganz allein, die nächste CS war ca. 1 km entfernt. Am Abend fuhren noch einige Autos etwa 100 m entfernt von uns vorbei, wir winkten uns zu und dann war Ruhe. Die Asche vom Lagerfeuer war noch vom Vorgänger heiß und Torsten verbrannte sich die Finger. Beim Holz suchen trat er sich noch einen langen Dorn durch die Sohle bis in den Zeh, aber wir haben ja Desinfektionsmittel dabei. Wir grillten Börewors und dazu gab es Avocado, Tomaten und geröstetes Brot. Und ein Amarula rundete den Abend ab. Der Sonnenuntergang entsprach jedem Klischee von Afrika, wie aus dem Bilderbuch! Wir waren allein auf unserer Campsite, hatten Buschdusche und -toilette ganz für uns. Ich wollte den Sternenhimmel fotografieren, aber es waren Wolken aufgezogen. Aber es entwickelte sich, der Sternenhimmel mit Milchstraße und Kreuz des Südens waren gut zu sehen. Bis ca. 21 Uhr hielten wir es am Feuer aus, dann verzogen wir uns in unser Hochbett :)) Die Nacht war so was von still, keine afrikanischen Buschgeräusche!
diangelikaThemenstarter138 Beiträge · seit 201104. Nov. 2012 · #13
7. Juli
Bei Sonnenaufgang brachen wir zur Frühsafari auf. Wir fuhren in Richtung Letiahau durch´s Deception Valley. Es ließen sich nicht viele Tiere sehen. Springböcke, ein Schakal, ein paar Buschböckchen und Kudus. Dann etwas später auch ein Oryx und ein Honigdachs. Auch in der Deception Pan ist nicht viel los, wir freuen uns über eine braune Hyäne, Giraffen und einige größere Vögel.
Unterwegs trafen wir 2 Fahrzeuge mit südafrikanischen Touristen, die auch nicht mehr Glück als wir mit den Tiersichtungen hatten. Etwas enttäuscht kehrten wir zum Frühstück zu unserer Campsite zurück. Wir mussten zuerst einmal Schadenbegrenzung machen, weil uns bei dem Geruckel auf den Pisten unsere Flasche mit dem Geschirrspülmittel ausgelaufen war. Zum Glück hatten wir genug Küchenpapier gekauft und konnten damit alles auftitschen. Es war sonnig, aber sehr windig, was auf unserer Campsite ordentlich den Staub aufwirbelte und wir fühlten uns nach kurzer Zeit gesandstrahlt. Unseren Gaskocher bekamen wir nur an, indem wir den Tisch umkippten und als Windschutz benutzten. Alles musste gut befestigt werden, damit es uns nicht fortflog. Als ich unsere Karte aufklappen wollte, wäre sie uns beinahe zerrissen. Man hört und sieht weit und breit keine Menschenseele, nur 100 Tokos leisten uns Gesellschaft.
Wir beobachteten einen Falken, der sich blitzschnell einen von den kleinen Vögeln von der Tränke an unserem Baum holte. Es gab ein klatschendes Geräusch und schon Schoß er wieder hoch mit sener Beute. Nachdem wir wieder mal versucht hatten, Ordnung in "unseren Haushalt" zu bringen, setzten wir uns in die Sonne und schrieben Tagebuch und lasen. Die Feststellung des Tages und bekannte Tatsache: Afrika ist staubig! Du ziehst eine frische Hose an, gehst einmal vom Auto zum Tisch und schon hast du Flecken in der Hose.
Am Nachmittag probierten wir unsere Buschdusche aus, eine Wohltat für den Moment. Ich habe das Gefühl, dass die Haut extrem austrocknet, bin dauernd am Fetten. Nachmittags drehten wir noch eine kleine Runde, sahen aber auch wieder nur Springböcke und Kudus, weiter entfernt noch Strauße. Dann zog sich der Himmel zu und wir warfen unseren Grill an, es gab das in Thakadu gekaufte Wildfleisch und dazu Pellkartoffeln. Ein Sonnenuntergang fand nicht statt, die Sonne hat sich einfach so hinter den Wolken davongemacht. Auch in der Nacht hielt der Sturm an, inzwischen hatte sich die Windrichtung geändert. Ich stand gegen Mitternacht noch mal auf und befestigte das flatternde Überzelt. Aber trotz allem hörte ich das flatternde Geräusch die ganze Nacht. Gegen halb vier wurde es ruhiger.
KarstenB2'397 Beiträge · seit 201104. Nov. 2012 · #14
Hallo,
Danke für Deinen interessanten Bericht und die schönen Fotos. Mit dem Honigdachs hattet Ihr ja richtig Glück. Eigentlich sollen die ja nachtaktiv sein. Wir haben erst einmal einen gesehen, nachts an der Ihaha CS.
Hallo Angelika, danke für Deinen schönen und ausführlichen Bericht. Ich habe mir letzte Woche grade den Ilona Hupe Botswana gekauft und mich ein wenig mit CKGR beschäftigt. Da kommt mir Dein RB gerade recht. Ich bin dabei! 🙂 LG Philipp
diangelikaThemenstarter138 Beiträge · seit 201105. Nov. 2012 · #16
8.Juli
Um 6 Uhr war die Nacht vorbei. Heute war es besonders schwierig, das Zelt zusammenzuklappen. Beide hatten wir so kalte Finger, dass sich nichts greifen ließ. Die Sonne ging gerade auf und wir hofften nun vielleicht auch Katzen zu sehen.
📎 C:\fakepath\_MG_6728 sonnenaufgang 8.7..JPG
Wir schlugen die östliche Richtung ein, ein Sekretär ließ sich sehen, dann dort am Rand…. Löwenspuren… aber wirklich nur die Spuren, ein paar Kudus sprangen durch´s Gras und mehrere Straußenpärchen schauten neugierig zu uns herüber.
Wir verließen den Nationalpark durch das Matswere Gate, kein Mensch da und hier gehört die Pfannenlandschaft den Hirten mit ihren Herden. Es folgten 70 km staubige Landschaft mit vielen Rinderherden, die wir manchmal weghupen mussten. Auch tiefsandige Abschnitte absolvierten wir erfolgreich.
Als die Asphaltstraße in Sicht kam, bogen wir zuerst rechts nach Rakops ab und tankten wieder unser Auto voll.
Auf der asphaltierten Straße, die zuerst bemerkenswert gut war, dann aber löchrig wurde gelangten nach 250 km nach Maun. Ich fuhr und wir kamen mal wieder in eine Polizeikontrolle, aber mein normaler europäischer Führerschein war genug. Wir durften weiterfahren. Bevor wir den Veterinärzaun passierten, machten wir am Straßenrand eine kleine Pause und aßen auf, was man uns abknöpfen würde. Am ersten Tag erzählte ich Torsten, dass ich im Namibia Forum von Geschwindigkeitskontrollen gelesen hätte und in Ghanzi sahen wir tatsächlich einen Blitzer. Heute früh hatte ich von den Löchern in den Straßen berichtet, über die ich gelesen hatte… und prompt fing die Lochpiste an. Dank des Navis wurden wir direkt zur Okavango River Lodge geleitet, die wir auch schon in Deutschland vorgebucht hatten. Wir durften uns einen Platz auf der Wiese aussuchen und hatten Strom und einen schönen Blick auf den Thamalakane River.
Nachdem wir uns häuslich eingerichtet hatten und die Duschen und Toiletten begutachtet hatten, gingen wir hinüber zur Bar und tranken ein local Beer (St. Louis). Zurück in "unserem Heim" fiel uns beim Durchsuchen unserer Sachen auf, dass wir unseren Adapter wohl in Thakadu haben stecken lassen!!!! Oh, wer "Hummel dumm" gelesen hat, weiß dass sich daraus eine Psychose entwickeln kann! Also nichts mit Aufladen von Fotoakkus, Kamera, Telefon, MP3-Player usw. Aber wir blieben ganz ruhig: Es war Sonntag und unsere Vorräte waren ja auch alle! Wir beschlossen den Abend im Restaurant der Lodge zu verbringen und dort zu essen. Die Preise sind nicht hoch und es macht auch mal Spaß sich im Restaurant bedienen zu lassen. Gleich neben der Bar stand ein Zitronenbaum mit reifen saftigen Zitronen, die wir probieren durften. Wir saßen an dem Abend noch lange beim Wein und schauten auf den Fluß und als es kühl wurde, stellten die Leute von der Lodge überall Feuerkörbe auf. So blieb es lange gemütlich. Als wir da so saßen, gesellte sich ein Gast zu uns und erzählte, dass er aus Australien käme und hier allein herumreist.
📎 C:\fakepath\_MG_6794.JPG
diangelikaThemenstarter138 Beiträge · seit 201105. Nov. 2012 · #17
tut mir leid, ich hab immer Probleme, die Bilder hochzuladen. Angelika
diangelikaThemenstarter138 Beiträge · seit 201105. Nov. 2012 · #18
hier liefere ich die Lodge noch nach
diangelikaThemenstarter138 Beiträge · seit 201105. Nov. 2012 · #19
9.7.12
Gegen 7 Uhr wurden wir wach und Torsten ging als erster duschen. Als ich vom Duschen zurückkam, war der Kaffee schon fertig ! 🙂 Übrigens zum Verschließen der Türen von Dusche und Toilette muß man einen Stein vor die Tür legen, damit sie zu bleibt und zu sehen ist, dass sie besetzt ist. Das Wasser wird mit einem Durchlauferhitzer warm. Wir frühstückten "gemütlich", es gab 1 Woche altes Brot und einen Rest Grillfleisch von vorgestern. Aber der Kaffee schmeckte gut. Dann fragten wir in der Lodge nach, ob wir Flug und Bootsfahrt hier buchen könnten. Es war Montag und wir fuhren zum Einkaufen nach Maun. Zuerst gingen wir in den Super- Spar in der Old Mall.
Das Gebäude, wo das dran steht hat nicht das drin… aber gegenüber entdeckte Torsten einen solchen Laden. Dort gab es Bier und andere Sachen, z.B. Mehl und Reis. Na gut, wir kauften eine Palette Castle Beer. Als wir nach Wein fragten, führte uns der Verkäufer in einen Hinterraum. Dort gab´s verschiedene Schnäpse, aber keinen Wein. Das war fast am Ende von Maun, also fuhren wir zurück. Da - ein Choppies, also 2. Versuch Lebensmittel zu fangen. Auch hier bekamen wir wieder ein paar Sachen von unserer Einkaufsliste. Im Vorbeifahren hatte ich einen Campingausstatter entdeckt, dort wollten wir Batterien für die Stirnlampe kaufen. Der Campingladen entpuppte sich dann mehr als asiatischer Kramladen, aber die Batterien gab es. Wieder auf der gegenüberliegenden Straßenseite war eine Butchery, dort kauften wir 2 Portionen Beef. Weiter die Straße entlang zur anderen Mall. In den dortigen Choppies und Spar- Läden bekamen wir den Rest von unserer Liste zusammen. Unterwegs am Straßenrand hielten wir nochmals an und kauften Holz, dann ging´s zurück zur Lodge. Nun holten wir alle Geräte zum Aufladen heraus, schlossen sie an und setzten uns mit unseren Büchern in die Sonne.
diangelikaThemenstarter138 Beiträge · seit 201105. Nov. 2012 · #20
Dann kam die Nachricht, dass wir um 16 Uhr von Mahn aus fliegen könnten. Wir packten alles zusammen und fuhren zum Büro von Major Blue am Airport in Maun. Unsere Tickets wurden ausgestellt, wir legten unsere Pässe vor. Bis zum Abflug war noch Zeit ,die wir damit verbrachten, dass wir im Curioshop ein paar Postkarten kauften, uns in ein Straßencafe setzten und sie gleich schrieben. Im Terminal vom Flughafen war eine Post, es gab Briefmarken und die Karten gingen auf die Reise nach Deutschland. Inzwischen hatten sich noch 2 Mitflieget eingefunden, ein Paar aus Südafrika. Ein Mitarbeiter von Major Blue begleitete uns zum Flughafen und durch die Kontrollen, die wie bei einem internationalen Flug sind. Wir gingen zu Fuß über´s Rollfeld, wo gerade frischer Asphalt gemacht wurde, hinüber zu unserem Flieger. Der Pilot teilte uns die Plätze zu: Torsten durfte neben dem Piloten sitzen, wir Frauen dahinter und der Partner der Südafrikanerin schachtelte sich ganz hinten ein. Dann ging´s los, der Sonne entgegen… wunderbar! Der Pilot machte uns auf die Tiere dort unten aufmerksam, man mußte sich erstmal eingucken, dann entdeckten wir viele Elefantenherden. Zuerst hatte ich immerzu Gegenlicht, aber irgendwann flogen wir ja in die andere Richtung und ich hatte auch gute Sicht. Dort unten zogen Giraffen, Springböcke Elefanten durch die Landschaft, auch Hippos sahen wir! Es war toll!