KUkudu1Themenstarter5 Beiträge · seit 201203. Sept. 2012 · #1
Ich kam vor ca 14 Tagen mit meinem Leihwagen auf einer Schotterstraße von der Fahrbahn ab und der PKW fiel aufs Dach. Lt Vermieter Totalschaden. Jetzt wirft er mir grobe Fahrlässigkeit vor, da die Straße mit 30 km/h beschränkt gewesen wäre und will von mir den vollen Zeitwert seines PKW. Dazu drohte er mir an, dass ich bei keiner Einigung betreffend des Schadens Sorge um meine Ausreise haben müsste, bzw er mich auch zu Hause in Österreich aufsuchen würde. Aus diesen Gründen unterschrieb ich seine Forderungen von immer noch 7.000.-Euro. Zu Hause angekommen suchte ich sofort einen Rechtsanwalt auf und habe keine Zahlungen an den Autohändler durchgeführt. Außerdem konnte ich nachweisen, dass auf der genannten Straße eine 100 km/h Beschränkung besteht. Was mich erbost ist der Umstand, dass ich mehreren Nepps aufgesessen bin. Auf seiner Web-Seite gibt der Händler bekannt, dass sein Fahrzeuge Vollkasko versichert sei. Im Kleingedruckten auf der Rückseite des Mietvertrages steht aber, dass bei selbstverschuldeten fahrlässigen Unfällen, keine Versicherung bestehe. AN ALLLE NAMIBIA-REISENDE: Überprüft genau, was ihr dem Mietwagenhändler unterschreibt. Lest euch den Text übersetzen. Das ich bei diesem Vermieter nie mehr einen Leihwagen mieten werde, versteht sich von selbst.
erstmal natürlich keine schöne Geschichte im Urlaub. Nur als Hinweis: Es gibt in Namibia keine Vollkaskoversicherung im Sinne einer z.B. deutschen Vollkasko. Zudem gilt immer die englische Version eines Mietvertrages, da Englisch hier Gerichtssprache ist. Und darum gibt es ja das Kleingedruckte im Mietvertrag, damit man es sich durchliest! Also kein wirklicher Nepp des Vermieters, zumal solche Unfälle ohne Einwirkung eines beweglichen Gegenstandes nie in Namibia versichert sind. Dennoch heißt die Versicherung hier umgangssprachlich Vollkaskoversicherung.
Hoffe, dass Dir persönlich nichts passiert ist bei dem Unfall?
Sonnige Grüße aus Windhoek Christian
P.S. Wie kam er denn auf eine Beschränkung von 30 km/h... habe ich hier noch nirgends wirklich gesehen. Wo war der Unfall denn genau?
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zunächst herzlichen Glückwunsch, dass Ihr den Unfall anscheinend ohne größere Blessuren überstanden habt. Das Glück hat nicht jeder. Ansonsten sind Mietwagen-Versicherungen neben Malariaprophylaxe hier wohl das meist diskutierte Thema überhaupt.
Es wird in Namibia in der Regel nicht zwischen einfacher und grober Fahrlässigkeit unterschieden. Fahrlässigkeit ist grundsätzlich nicht versichert, auch wenn man eine Super-Cover-Zero-Excess-Blabla-CDW abgeschlossen hat. Wie Du selbst sagst, hast Du die entsprechenden Versicherungsklauseln im Kleingedruckten unterschrieben und somit akzeptiert. Ob nun 30 oder 100 km/h galten, dürfte auch nicht relevant sein, wenn Du aufgrund von Unaufmerksamkeit oder zu hoher Geschwindigkeit von der Fahrbahn abgekommen bist. Was Du beschreibst ist eher der Standard als die Ausnahme, auch wenn es zuletzt einige Berichte gab, bei denen Totalschäden über die Versicherung reguliert wurden. Das die Vermieter den Kunden nicht ausreisen lassen, solange sie ihr Geld nicht haben, ist leider auch kein Einzelfall. Das beschreibt selbst das Auswärtige Amt in seinen reisehinweisen zu Namibia. Die Durchsetzung der Ansprüche ist für den Vermieter schließlich aufwändig, wenn der Kunde erst mal wieder in Europa ist. Insgesamt befürchte ich, dass Du nicht die beste Position hast.
Im Übrigen ist es erschreckend, wie viele Berichte über Unfälle/Überschläge es hier in letzter Zeit gibt. Ist das Zufall oder hat das Gründe?
Hallo Kudu, willkommen hier im Forum. 🙂 Danke Dir für diese Unfallschilderung, es ist hoffentlich ohne Personenschaden abgelaufen. 😉 Wie Christian schon schreibt, andere Länder andere Sitten.;) Vollkasko ist nicht Vollkasko.Im Ausland ist das natürlich immer schlecht , weil man wenn mal was passiert, dann erst genau gesagt bekommt wie es abläuft. Wir Fomies sind wiedermal sensibilisiert, was eine Vollkasko Versicherung im Ausland betrifft.Das Kleingedruckte sollte man immer lesen, egal wie kaputt man ist vom langen Flug.:( Liebe Grüße Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway
Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia"
http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html
Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung....
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html
2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana.
2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik.
2012 Namibia und KTP
2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP
2014 Kapstadt und Kruger NP
2015 Kruger National Park
2016 kruger National Park
2017 Kruger National Park
2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
Das die Vermieter den Kunden nicht ausreisen lassen, solange sie ihr Geld nicht haben, ist leider auch kein Einzelfall. Das beschreibt selbst das Auswärtige Amt in seinen reisehinweisen zu Namibia. Die Durchsetzung der Ansprüche ist für den Vermieter schließlich aufwändig, wenn der Kunde erst mal wieder in Europa ist. Insgesamt befürchte ich, dass Du nicht die beste Position hast.
auch mit einem kleineren Schaden, uns wurde den Fahrerspiegel im KTP abgefahren. Es war ein SA der mit mindestends 100 Sachen an uns vorbei schoss, der dann auch noch Fahrerflucht beging. 😉 Wir haben ihn zwar , weil sich ein Ranger bemüht hat , in 2 Rivieren gekriegt, dennoch gezahlt haben wir den Schaden, er hat zur Protokoll gegeben , wir wären so komisch gefahren.;) Eigentlich wer hinten auffährt, mit seinem Anhänger unseren Spiegel abfährt.... Wir haben den Schaden bezahlt , weil es sich nie rentiert in SA ein Gericht zu bemühen.
Liebe Grüße Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway
Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia"
http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html
Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung....
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html
2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana.
2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik.
2012 Namibia und KTP
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TOtoumtoum319 Beiträge · seit 201203. Sept. 2012 · #6
Hallo Kudu1,
sei froh, daß Du unverletzt geblieben bist (so klingt es jedenfalls). Geld ist verschmerzbar, Gesundheit ist aber nicht ersetzbar!! Hier: http://www.bwana.de/auto-versicherungen.html unter Verlust des Versicherungsschutzes kannst Du nachlesen, was im Allgemeinen darunter fällt. Allerdings ist es in Ordnung, daß Du einen Anwalt genommen hast (der sich aber mit den Gepflogenheiten da unten etwas auskennen sollte, oder sich genau belesen sollte). Deine Kaution ist auf jeden Fall schon mal weg (wie hoch war die, wenn man fragen darf). Alles andere wird sich dann hinziehen.
toumtoum
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201203. Sept. 2012 · #7
Guido, deshalb muß man auf den Begriff "Comprehensive Insurance" achten, der bei Eigenverschulden den eigenen und den gegnerischen Schaden reguliert. Aber es gibt auch da Unterschiede von Versicherer zu Versicherer, zum Teil werden sogar Schäden bei Überschlägen reguliert, wenn man z.B. einem Stück Wild ausweicht. Deshalb wäre es gut, sich vorab die Versicherungsbedingungen schicken zu lassen, vorausgesetzt man kann juristisches und versicherungstechnisches Englisch lesen und verstehen. Und da sind die meisten Versicherungsnehmer aus dem deutschsprachigen Raume eindeutig gekniffen, weil sie sprachlich ganz einfach überfordert sind. Nur wenige Länder haben im Verhältnis so viele durch Besucher mit Mietwagen verursachte Totalschäden wie Namibia, weil niemand auf die Warnungen hört, mit der Haltung "mir wird schon nichts passieren". Nicht umsonst sind die Mietwagen in NAM so viel teurer als in Südafrika. Schau Dir doch nur die morgens um 5:00 Uhr beginnende Raserei ab Sesriem Camping nach Sossusvlei an, oder die Raserei zwischen Solitaire und Walvis Bay. Fast alles Mietwagen! Es darf einen nicht verwundern, wenn die Versicherer anfangen dagegen zu steuern. Gruß H.
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200803. Sept. 2012 · #8
Hallo Kudu1,
gut, dass Dir gesundheitlich offensichtlich nichts passiert ist und danke für den Bericht. Sicher hast Du vor der Reise die hier im Forum gerade zu dem Thema Versicherungen geführten Diskussionen verpasst, denn dass die Versicherung bei Selbstverschulden bzw. bei einem Unfall ohne Beteiligung eines anderen Lebewesens - egal ob Mensch oder Tier - nicht zahlt, ist hier schon oft gesagt worden. Vielleicht kann Dein Anwalt noch etwas retten für Dich, aber ich bin da sehr pessimistisch.
Ich möchte ALLEN Fomis, die Wert auf eine Vollkaskoversicherung nach deutschem Recht legen, dringend empfehlen, Ihre Fahrzeuge bei einem deutschen Autovermieter z. B. ADAC oder www.billiger-mietwagen.de oder ähnlich zu mieten. Denn dort kann man sich so versichern, dass die Ausschlüsse der namibischen Gesellschaft nicht gelten.
Liebe Grüße von der Atlantikküste Gerd
giraffenmog649 Beiträge · seit 200703. Sept. 2012 · #9
Ich schließe mich bezügich der Personenschäden meinen Vorschreibern an - ich hoffe, es ist nichts kaputt gegangen, dass nicht mit Geld zu ersetzten wäre.
Alles andere sehe ich ein klein wenig anders:
1) Zunächst einmal hast Du einen Schaden verursacht, für den DU haftbar bist. Wenn das Auto auf dem Dach gelandet ist, dann ist ein Totalschaden mehr als wahrscheinlich - und Wagen landen nicht auf dem Dach, wenn kein Fahrfehler begangen worden ist.
2) Nur weil Du Dir den Mietvertrag nicht ricthig durch gelesen hast - und jetzt für den Schaden selber gerade stehen sollst - kannst Du dafür nicht den Vermieter verantwortlich machen, Keiner hat Dich dazu gezwungen, den Vertrag quasi ungelesen zu unterschrieben. Oder: Du hättest Dich vorher erkundigen sollen. Da Du nach entstandemem Schaden den Weg hier ins Forum gefunden hast, sollte Dir das auch vorher möglich gewesen sein.
3) Es muss sich niemand mehr wundern, dass die Vermieter mit Verhinderung der Ausreise drohen bzw. diese auch durchsetzten. Dem Vermieter ist erheblicher finanzieller Schaden entstanden - und wann und wie er den von Dir ersetzt bekommt scheint ja eher fragwürdig zu sein.
Du hast hier mehr als einen Fehler begangen - und ich würde an Stelle des Vermieters auch verlangen, dass Du für Deine Handlungen gerade stehst!
Elli
Topobär5'479 Beiträge · seit 200903. Sept. 2012 · #10
Gerd1942 schrieb:Ich möchte ALLEN Fomis, die Wert auf eine Vollkaskoversicherung nach deutschem Recht legen, dringend empfehlen, Ihre Fahrzeuge bei einem deutschen Autovermieter z. B. ADAC oder www.billiger-mietwagen.de oder ähnlich zu mieten. Denn dort kann man sich so versichern, dass die Ausschlüsse der namibischen Gesellschaft nicht gelten.
Gibt es denn auch deutsche Vermieter (sind ja eigentlich nur Vermittler), die Dachzelt-Camper anbieten? Mir sind keine bekannt.
kudu1 schrieb: Außerdem konnte ich nachweisen, dass auf der genannten Straße eine 100 km/h Beschränkung besteht.
Nur mal so als Ergaenzung: bei den Autovermietern die ich kenne (und das sind schon so ein paar) ist laut Mietvertrag die Geschwindigkeit auf Gravelroads auf 80km/h beschraenkt, bei dem einen oder anderen sogar auf 60km/h. Dies hat durchaus seine Berechtigung moechte ich meinen. Wenn du also schneller unterwegs warst als laut Mietvertrag erlaubt (was ich jetzt nicht unterstellen moechte, ich erwaehne es nur), erlischt sowieso jeglicher Versicherungsschutz.
lg WoMa
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200803. Sept. 2012 · #12
Hallo Topobär,
das weiß ich nicht, aber frag doch einfach mal nach. Ich war auch überrascht, was es unter www.billiger ...... alles so gibt. Es gibt ja auch Camperseiten und warum soll es keine Zelteanbieter geben?
Hallo Kudu, es tat mir schon leid, als ich Euch genau das als Möglichkeit genannt habe, als wir uns auf Tigerquelle getroffen haben und du mir deinen Unfallschaden berichtet hast.Das stößt natürlich uns "Vollkaskoverwöhnten" übel auf, aber das ist halt so. Dank durchorganisierter Reise und Katalogangeboten mit wunderschönen Bildern vergessen eben viele, es ist und bleibt ein Abenteuerurlaub mit nicht zu unterschätzenden Risiken. Und leider meinen viel zu viele, dass ihre Fahrpraxis in Europa sie zu sicheren Fahrern in Namibia befördert. Die Bedingungen auf Gravel mit den dabei meist gefahrenen Geschwindigkeiten sind völlig andere - da nützt die Fahrpraxis von noch so vielen km hier in Europa nichts. Ab 60km fängt es an ein mehr oder weniger kontrolliertes Schleudern zu sein. Da reicht dann ein Stein, eine Bodenwelle oder eine Absenkung zum Revier und das Auto nimmt seine eigene Richtung. Wer dann bremst ist nur noch Passagier. Und diese Technik lernt man vielleich bei Straßenralleys aber nicht im normalen Verkehr in Europa. Nur verstehen das die super erfahrenen Autofahrer meist nicht - und meistens geht es halt auch irgendwie gut. Nur nicht immer. Sei froh, dass ihr alle unverletzt geblieben seid. Viele Grüße jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
TSTsumeb75 Beiträge · seit 201103. Sept. 2012 · #14
giraffenmog schrieb: Alles andere sehe ich ein klein wenig anders:
3) Es muss sich niemand mehr wundern, dass die Vermieter mit Verhinderung der Ausreise drohen bzw. diese auch durchsetzten. Dem Vermieter ist erheblicher finanzieller Schaden entstanden - und wann und wie er den von Dir ersetzt bekommt scheint ja eher fragwürdig zu sein.
Du hast hier mehr als einen Fehler begangen - und ich würde an Stelle des Vermieters auch verlangen, dass Du für Deine Handlungen gerade stehst!
Elli
Hallo,
mit meinem europäischen Rechtsverständnis ist die Drohung mit Problemen bei der Ausreise Erpressung und Nötigung. Bei einem gerichtlich nicht festgestellten Sachverhalt hat kein Vermieter der Welt das Recht einen Menschen festhalten zu lassen. Das ist kein Rechtsstaat in meinen Augen.
Dann sollen die namibischen Vermieter doch so eine hohe Kaution nehmen, dass der Schaden an einem Wagen beglichen werden kann.
Die die sogut Englisch können, um versicherungs- und rechtliche Themen g e n a u verstehen zu können, nach einem fast 10 stündigen Flug beglückwünsche ich. Des Weiteren wissen die hoch gebildeten Mietwagenangestellten von H..... noch nicht einmal was in Ihren Verträgen mit DERTOUR ausgehandelt wurde, aber das nur am Rande, da darf doch ein nicht versierter Kunde auch mal ins Straucheln kommen.
Tsumeb schrieb: mit meinem europäischen Rechtsverständnis (...)
Okay, aber Namibia liegt in Afrika, und jeder muss sich an lokale Gesetzgebung halten, ob sie einem verstaendlich erscheint oder nicht. Ein Rechtsstaat ist ein Staat der sich an seine eigenen Gesetze haelt, oder nicht? Soweit mir bekannt ist kann ein Vermieter ganz schnell eine einstweilige Verfuegung bekommen um einen Kunden festzuhalten wenn die Bezahlung noch nicht geregelt ist.
Tsumeb schrieb:(...)aber das nur am Rande, da darf doch ein nicht versierter Kunde auch mal ins Straucheln kommen.
Es gibt einen schoenen (deutschen) Satz: Unwissenheit schuetzt vor Strafe nicht. (Musste ich mir mal von einem deutschen Polizisten sagen lassen...) Klar koennte man kulanter mit Leuten umgehen, die der englischen Sprache nicht so maechtig sind, aber irgendwie waere das doch auch ungerecht den anderen gegenueber, oder nicht? @kudu1 Du hast uns ja nun noch nichts ueber den Unfallhergang berichtet, nur dass dein Wagen auf dem Dach gelandet ist. Ich stimme mit Giraffenmog und Jaw ueberein dass dies fast ausschliesslich durch einen Fahrfehler passiert - meist einfach unangepasste Geschwindigkeit. Ich habe ja schon etwas zu den erlaubten Geschwindigkeiten geschrieben. Ich weiss nicht welche Hoechstgeschwindigkeit dein Vermieter festgelegt hat, aber 80km/h sind schnell ueberschritten wenn die Pad gut ist, und damit erlischt einfach jeder Versicherungsschutz. Ich glaub dir dass das aergerlich ist, aber ich kann dir nur sagen, sei dankbar, sehr sehr dankbar dass dir gesundheitlich nichts passiert ist. Ich bekomme immer wieder mal Unfaelle mit, und glaub mir, die gehen nicht immer so glimpflich ab...
Tsumeb schrieb:mit meinem europäischen Rechtsverständnis ist die Drohung mit Problemen bei der Ausreise Erpressung und Nötigung. Bei einem gerichtlich nicht festgestellten Sachverhalt hat kein Vermieter der Welt das Recht einen Menschen festhalten zu lassen. Das ist kein Rechtsstaat in meinen Augen.
Der Vermieter sperrt Dich nicht gewaltsam in seinen Keller. Er beauftragt einen Anwalt, der auf dem Rechtsweg in einem Eilprocedere erwirkt, dass Du wegen nicht bezahlter Rechnungen nicht ausreisen darfst. Dem Rechtsstaat wird damit Genüge getan.
Tsumeb schrieb:Dann sollen die namibischen Vermieter doch so eine hohe Kaution nehmen, dass der Schaden an einem Wagen beglichen werden kann.
Ein entsprechend hohes Limit haben nur die wenigsten auf der Kreditkarte. Dann müsste jeder 15.000 bis 40.000 EUR in bar nach Namibia einfliegen und die Strecke Windhoek-Namibia dürfte von Touristen dann wohl nur noch im Militär-Konvoi befahren werden.
Ja - und genau das wird dann irgendwann passieren, wenn immer mehr Overseas die Autos schrotten und der Schaden dann nicht beglichen wird. Und dann muß man zwei oder noch mehr Kreditkarten beibringen, um die Deckung dieser Kaution hin zu bekommen.
Und der nächste Schritt ist dann, dass die Kaution direkt bei Übergabe abgebucht und Wochen nach der Wagenrückgabe erst wieder zurück gebucht wird - wobei der Mieter das Währungsrisiko trägt. Wird so oder so ähnlich in USA schon gerne praktiziert.
So eine Geschichte ist nichts, was nur den Fahrer und den Vermieter betrifft. Da sich die Unfälle scheinbar gerade mal wieder häufen, werden alle, die in Zukunft einen Wagen in Namibia mieten wollen, die Zeche dafür zahlen.
steenbok143 Beiträge · seit 200904. Sept. 2012 · #18
Giraffenmog schreibt: "Da sich die Unfälle scheinbar gerade mal wieder häufen, werden alle, die in Zukunft einen Wagen in Namibia mieten wollen, die Zeche dafür zahlen."
Dem ist sicherlich so, wenn sich Vertragspartner nach Vertragsabschluss bei Schadenseintritt uneinig sind und hier der Vermieter auf seinem Schaden sitzen bleibt.
Werden jedoch die Kautionen in x-beliebiger Höhe vor Mietbeginn bereits von der Kreditkarte abgebucht (max wäre ja der Zeitwert/Wiederbeschaffungswert von Fahrzeug und Ausrüstung), dann gehen auch die Mietvolumen insgesamt zurück, d.h. es werden weniger Fahrzeuge vermietet (weil es sich nur noch wenige dann leisten können oder wollen), worauf der Markt normalerweise mit verstärkter Werbung, Skonti, Boni, etc. reagieren dürfte. Dies führt unter dem Strich zum Preisabfall in Teilsegmenten.
Hierüber freuen sich jedoch dann "Nischenanbieter" weniger, denn diese profitieren ja gerade von den sowieso bereits sehr hohen Mietpreisen für neue oder neuwertige Fahrzeuge, indem sie ältere Fahrzeuge für bislang geringere Preise anbieten können.
Alternativen wären dann wieder für König Kunde Rundreisen mit Fahrer, Gruppenreisen etc., die ggf. auch wirklich Spaß machen und gleichsam interessante Reiseinhalte anbieten, bzw. Kundensegmente bedienen, die nicht unbedingt selbst fahren wollen oder müssen.
Wir fahren zwar meist ständig selbst mit eigenem Fahrzeug, finden es aber auch entspannend, wenn jemand Fahrzeug nebst Fahrer/Guide stellt und man diese Sorge quasi "übertragen" hat.
Im Ergebnis bleibt dem Kunden die Wahl zwischen vielen "Grundsatzangeboten", dennoch ist er immer gut beraten die jeweiligen AGBs oder Vertragsinhalte und deren Einschränkungen vor Unterzeichnung inhaltlich gelesen zu haben.
@steenbock: Soweit zur marktiwirtschaftlichen Theorie. Du vergisst bei Deinen Ausfürhungen allerdings die zeitliche Dimension: Eine solche Marktkonsolidierung kann einige Jahre dauern - und bis dahin spielt der Endverbraucher Zahlenmann & Söhne.
steenbok143 Beiträge · seit 200904. Sept. 2012 · #20
Hi zurück Giraffenmog! Genau, und da wir dieses ja auch schon länger beobachten mit der Konsolidierung der Märkte, haben wir uns ja auch wieder einmal für ein eigenes Fahrzeug entschieden, das wir zusammen mit unserem Sohn gut nutzen und auch etwas zeitlich "auslasten". Allerdings geht dann auch schnell der Trend zum "Zweitwagen" im Ausland, d.h. wenn da schon einer wartet, können auch zwei dort warten - schon hat man sein eigenes "Expeditionsteam" zsuammen.
Diesen "Luxus" kann, muss und will sich ja aber auch nicht jeder leisten. Insofern der Hinweis auf andere Möglichkeiten, wie gesagt, noch gibt es ja auch noch Anbieter für ältere Mietfahrzeuge - allerdings muss diese dann auch König Kunde "mögen".
Manche Reisefreunde kaufen auch zusammen einen neuwertigen 4x4 und nutzen den dann auch zusammen zu unterschiedlichen Reisezeiten, was auch Sinn machen kann. Aber darum ging es ja eigentlich nicht, eher um die Schadenregulierung nach Unfall.
Hohe Ansprüche bergen eben auch das Risiko hoher Preise; hohe Risiken dito. Die betragsmäßigen Ergebnissen kann man ja hier nachlesen.
Und manche Dinge passieren doch schneller als man so langläufig meint, das gilt auch für sich wandelnde Märkte in Namibia; fragt sich nur ob dann alles auch (wieder!?!) preiswerter werden wird.
Falls Du auch während der Unabhängigkeit in Namibia gewesen bist, hast Du sicherlich auch diese Erfahrungen gemacht, denkt Steenbok