Bald Eisenerzmine im Kaokoveld?

9 Antworten · 2'886 Aufrufe · gestartet 29. Aug. 2012 von Erika
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Themenstarter2'338 Beiträge · seit 200729. Aug. 2012 · #1
Hallo zusammen

Südlich von Opuwo wurden grosse Vorkommen an Eisenerz nachgewiesen:
http://www.hitradio.com.na/28-8-2012-nachrichten-am-mittag/

Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
zuletzt bearbeitet 29. Aug. 2012
33,1k Beiträge · seit 200629. Aug. 2012 · #2
Hi Erika,

südlich von Opuwo, nicht Purros.

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Themenstarter2'338 Beiträge · seit 200729. Aug. 2012 · #3
Danke Christian, hab's korrigiert 🙂 🙂

Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
Gast29. Aug. 2012 · #4
Hallo,

Diverse Firmen prüfen den Abbau von Rohstoffen im Kaokoveld westlich und südlich von Opuwo. Es geht vor allem aber nicht nur um die Förderung von Eisenerz. Die Dimensionen, die dabei seit Monaten durch die Medien geistern, sind atemberaubend. Eine staatliche chinesische Firma möchte z.B. 5 Millionen Tonnen Eisenerz pro Jahr abbauen. Auch Firmen aus der Bergbau-Großmacht Australien möchten in der Region aktiv werden.

Das Kaokoveld ist für mich das Beste, was Namibia zu bieten hat. Ein Bildband über die Gegend um Kaokoveld und Skeleton Coast hat nicht ganz zu unrecht den Titel "Afrikas letzte Wildnis". Wenn man solche Pläne hört, ist der erste Reflex: So ein Mist. Muss das denn sein?

Auf der anderen Seite machen wir Touristen es uns gern etwas einfach. Wir möchten, dass unsere heile Urlaubswelt erhalten bleibt. Bei jeglichen Minen-Projekten und gern auch bei Kraftwerken, Industrieansiedlungen oder Infrastrukturprojekten regt sich unser Widerstand. Nur kann man einem recht armen Land wie Namibia nicht pauschal die Verwertung seiner Bodenschätze verwehren. Man kann nur jeden Fall einzeln bewerten. Wird das Maximale zum Schutz der Umwelt getan? Profitieren primär ausländische Investoren oder profitiert auch Namibia hinreichend? Usw.

Ganz egal was das sonst für konkrete Auswirkungen auf die Umwelt hat (große Löcher, Gifte, etc.), würde eine Eisenerzförderung in dem Ausmaß das Kaokoveld wohl völlig umkrempeln. Mindestens ein neuer Hafen an der Skeleton Coast würde gebaut (Cape Fria). Mindestens ein Stahlwerk würde bei der oder den Minen oder am Hafen entstehen. Um 5 Millionen Tonnen p.a. zu transportieren, braucht man mindestens 500 LKW-Touren pro Tag oder (wahrscheinlich bevorzugt) eine Bahnstrecke. Da würden in der Summe wohl tausende Menschen arbeiten, was den Aufbau von Infrastruktur in großem Ausmaß bedeuten und die Gegend wohl total verwandeln würde. Das Touristen-Programm "Einsam und Natur pur" dürften dann vorbei sein. Da es chinesische Firmen sind und da der politisch wohl unantastbare "Gründungspräsident" Sam Nujoma Ratgeber und Unterstützer dieser chinesischen Firmen ist, dürfte es einigermaßen wahrscheinlich sein, dass die Pläne auch (schnell) umgesetzt werden.

Hier ein paar ältere Meldungen zum Thema:
http://allafrica.com/stories/201112071146.html
http://www.china-ece.com/english/showcontent.asp?Articleid=81
http://www.miningweekly.com/article/avonlea-explores-for-iron-ore-in-namibia-2010-09-03

Etwas befremdlich mutet es für mich an, wenn die Chinesen immer wieder die enge Beziehung zur SWAPO und zu Nujoma herausstellen, was nun mal nicht die legitimen Entscheidungsträger in Namibia sind. Natürlich sponsoren die Chinesen zufällig auch Nujoma-Einrichtungen. Da stellen sich Befürchtungen ein, dass für die nicht die normalen Regeln in Namibia gelten...
http://www.china-ece.com/english/showcontent.asp?Articleid=154

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 29. Aug. 2012
33,1k Beiträge · seit 200629. Aug. 2012 · #5
Hallo zusammen,

gerade aktuell von der namibischen Presseagentur erhalte ich neue Nachrichten dazu.

Es ist wohl beschlossene Sache und die Schürfrechte so gut wie vergeben. Das chinesische Unternehmen wird zusammen mit dem chinesischen Staat zwischen 24 und 40 Milliarden (!) Namibia Dollar investieren. Die Mine wird in 4 Jahren den Betrieb aufnehmen können und eine der fünf größten der Welt werden. Hierzu wird eine eigene Industriestadt errichtet, in der Endprodukte aus dem Eisenerz hergestellt werden sollen. Insgesamt sollen 10.000 Arbeitsplätze geschaffen werden... wie viele davon für Chinesen weiß ich nicht...

Sonnige Grüße
Christian
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5'538 Beiträge · seit 200829. Aug. 2012 · #6
Hallo Christian,

auch wenn Du jetzt gerade einmal der Überbringer "schlechter Nachrichten" bist, sage ich Dir ein herzliches Danke für die wieder sehr prompte Information.

Wie Guido in seinem sehr ausgewogenen Artikel ja schon gesagt hat - solche Entscheidungen muss man immer auch aus der Sicht der hiesigen Bevölkerung sehen, für die eine solche Investition eine Unmenge von Arbeitsplätzen schafft. Es wird - wie beim Gecko Projekt hier in Swakopmund - darauf ankommen, ob und was getan wird, den Abbau in einigermaßen umweltverträglicher Form zu gestalten. Da bin ich aber leider sehr skeptisch, den von den Chinesen (wie von den Asiaten allgemein) glaube ich nicht, dass sie zu viel Rücksicht auf Umweltbelange nehmen, wie man ja aus den Berichten über die Industrie ihres eigenen Landes weiß. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt und deshalb bleibt erst einmal abzuwarten, wie das ganze Planverfahren laufen wird.

Liebe Grüße von der sonnigen Atlantikküste
Gerd
Themenstarter2'338 Beiträge · seit 200729. Aug. 2012 · #7
Hallo zusammen

Die Chinesen sind ja im Copperbelt in Zambia auch stark engagiert und beteiligt. Wenn ich an die dortigen Arbeitsbedingungen mit den vielen Toten, Umweltzerstörung und unzufriedenen Arbeiter denke, kommen mir gewisse Bedenken.

Christian schrieb:
Die Mine wird in 4 Jahren den Betrieb aufnehmen können und eine der fünf größten der Welt werden
Dann müssen sie sich aber sputen! Dort steht doch wahrscheinlich noch nichts, oder?

Dass ein Hafen in Cape Fria gebaut werden soll, war ja schon vor einigen Jahren ein Thema. Wie ich mich erinnere, wurde damals das Projekt von einem kubanischen Ingenieur in Zusammenarbeit mit einem deutschen Spezialisten ausgearbeitet.

Das Kaokoveld hat sich seit der Unabhängigkeit stark verändert und für meine Begriffe bereits jetzt schon viel von seinem früheren Zauber verloren. Wenn „dort oben“ mal alles Geplante gebaut sein wird, werden ein paar Leute reicher 🙂 , aber Natur und Tierwelt umso ärmer sein 🙁 . Der Staudamm in der Nähe der Epupa-Fälle ist ja glaube ich auch noch nicht ganz vom Tisch.

Grüessli
Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
2'664 Beiträge · seit 201229. Aug. 2012 · #8
Guido,
der, wie man sagt halbsenile, Nujoma gibt die Parteiführung nicht aus der Hand und ist und bleibt der wahre Herrscher des Landes. Dafür hat er sogar eine Präsidentenausstattung an Fahrzeugen und Wächtern. Wenn Nujoma im Anmarsch ist, hat der gewählte Präsident Pohamba zu warten.

Die Chinesen waren die Waffenlieferanten der Swapo, und Nujoma hat offene Rechnungen zu bezahlen. Natürlich verfolgt er Eigeninteressen und ist vermutlich an allen Bergbauunternehmungen beteiligt. Deshalb versucht er auch seinen Flop-Sohn in Richtung Präsidentenamt zu pushen. Insider erwarten sowieso irgendwann einen Putsch, sobald sich abzeichnen könnte, daß die Swapo eine Wahl verlieren könnte.

Es gibt noch eine Menge mehr Insiderdetails, das man aber besser in einem Forum nicht breit treten sollte. Die ganze politische Entwicklung ist zur Zeit sehr chaotisch, ähnlich wie es bei der Air Namibia abläuft. Namibia ist vermutlich näher am Modell Mugabe als einem lieb sein könnte. Daher auch die große Liebe zwischen Nujoma und Mugabe. Was für Europäer eine Peinlichkeit ist, ist für Afrika Peanuts.
Gast27. Feb. 2014 · #9
Hallo,

hat jemand zu dem Thema aktuelle Informationen? Der letzte Stand vor ca. einem Jahr war, das die chinesische Staatsfirma ECE einen ziemlich dreisten Forderungskatalog an Namibia gestellt hat. Und Ende 2013/Anfang 2014 sollte dann eine umfassende Machbarkeitsstudie fertig sein. Im Gegensatz zum Uranpreis ist der Preis für Eisenerz in den letzten Jahren nicht in den Keller gegangen und anders als bei Uranminenprojekten in Namibia kann man hier wohl nicht darauf hoffen, dass das wegen verschlechterter Rentabilität auf Eis gelegt wurde.

Da nach früheren Planungen die Mine 2016 schon in Betrieb sein soll, müsste man nun eigentlich so langsam mal konkret anfangen, da in ziemlich gigantischem Ausmaß Infrastruktur hoch zu ziehen?

Beste Grüße

Guido
852 Beiträge · seit 200627. Feb. 2014 · #10
Hallo!

Wir sind ende September mal wieder in der Gegend gewesen, wir sind ueber den Khumib auf die D 3703 gefahren und dann Richtung Opuwo. Nach einiger Zeit haben wir mehrere Camps gesehen. Es waren Bohrtuerme zu sehen, und grosse Wasserdepots. Auf der weiteren Fahrt gab es immer mehr Schwerlastverkehr, die Piste war streckenweise voellig kaputtgefahren.

Wir hatten schon komische Gedanken (die suchen hier was). Habe eben erst diesen Thrad gelesen, es ist da also tatsaechlich was im Gange!

Jeder der das Gebiet noch einmal in seiner Urspruenglichkeit (einigermassen)
erleben moechte, sollte sich wohl beeilen....

Christian
0
zuletzt bearbeitet 27. Feb. 2014