Hallo,
Diverse Firmen prüfen den Abbau von Rohstoffen im Kaokoveld westlich und südlich von Opuwo. Es geht vor allem aber nicht nur um die Förderung von Eisenerz. Die Dimensionen, die dabei seit Monaten durch die Medien geistern, sind atemberaubend. Eine staatliche chinesische Firma möchte z.B. 5 Millionen Tonnen Eisenerz pro Jahr abbauen. Auch Firmen aus der Bergbau-Großmacht Australien möchten in der Region aktiv werden.
Das Kaokoveld ist für mich das Beste, was Namibia zu bieten hat. Ein Bildband über die Gegend um Kaokoveld und Skeleton Coast hat nicht ganz zu unrecht den Titel "Afrikas letzte Wildnis". Wenn man solche Pläne hört, ist der erste Reflex: So ein Mist. Muss das denn sein?
Auf der anderen Seite machen wir Touristen es uns gern etwas einfach. Wir möchten, dass unsere heile Urlaubswelt erhalten bleibt. Bei jeglichen Minen-Projekten und gern auch bei Kraftwerken, Industrieansiedlungen oder Infrastrukturprojekten regt sich unser Widerstand. Nur kann man einem recht armen Land wie Namibia nicht pauschal die Verwertung seiner Bodenschätze verwehren. Man kann nur jeden Fall einzeln bewerten. Wird das Maximale zum Schutz der Umwelt getan? Profitieren primär ausländische Investoren oder profitiert auch Namibia hinreichend? Usw.
Ganz egal was das sonst für konkrete Auswirkungen auf die Umwelt hat (große Löcher, Gifte, etc.), würde eine Eisenerzförderung in dem Ausmaß das Kaokoveld wohl völlig umkrempeln. Mindestens ein neuer Hafen an der Skeleton Coast würde gebaut (Cape Fria). Mindestens ein Stahlwerk würde bei der oder den Minen oder am Hafen entstehen. Um 5 Millionen Tonnen p.a. zu transportieren, braucht man mindestens 500 LKW-Touren pro Tag oder (wahrscheinlich bevorzugt) eine Bahnstrecke. Da würden in der Summe wohl tausende Menschen arbeiten, was den Aufbau von Infrastruktur in großem Ausmaß bedeuten und die Gegend wohl total verwandeln würde. Das Touristen-Programm "Einsam und Natur pur" dürften dann vorbei sein. Da es chinesische Firmen sind und da der politisch wohl unantastbare "Gründungspräsident" Sam Nujoma Ratgeber und Unterstützer dieser chinesischen Firmen ist, dürfte es einigermaßen wahrscheinlich sein, dass die Pläne auch (schnell) umgesetzt werden.
Hier ein paar ältere Meldungen zum Thema:
http://allafrica.com/stories/201112071146.htmlhttp://www.china-ece.com/english/showcontent.asp?Articleid=81http://www.miningweekly.com/article/avonlea-explores-for-iron-ore-in-namibia-2010-09-03Etwas befremdlich mutet es für mich an, wenn die Chinesen immer wieder die enge Beziehung zur SWAPO und zu Nujoma herausstellen, was nun mal nicht die legitimen Entscheidungsträger in Namibia sind. Natürlich sponsoren die Chinesen zufällig auch Nujoma-Einrichtungen. Da stellen sich Befürchtungen ein, dass für die nicht die normalen Regeln in Namibia gelten...
http://www.china-ece.com/english/showcontent.asp?Articleid=154Beste Grüße
Guido