Quo vadis, SA?

1'048 Antworten · 262k Aufrufe · gestartet 26. Sept. 2006 von Yoshikawa
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843 Beiträge · seit 200808. Dez. 2008 · #841
@Volker

Hallo Volker,

mich hat's halt "in den Fingern gejuckt" 😉 ! Kennst Du doch, gell?

Sonst liefert Michael wenigstens noch ein "Begleitschreiben", aber das hier soll bestimmt "für sich stehen", oder so. Das ist für mich etwas befremdlich.
Evtl. kann er auch gerade nicht mehr dazu schreiben - sucht vielleicht noch nach mehr "blutigem Allerlei" in der Presse.

Grüße
Dirk
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982 Beiträge · seit 200608. Dez. 2008 · #842
Hallo Dirk,

es ist mal wieder ein typischer "Yoshikawa"....


Grüße,

Holger
Follow me on Twitter. Kontaktiere mich per Facebook Reiseberichte, Bilder und Panoramen aus Afrika: http://travel-pictures.net
982 Beiträge · seit 200608. Dez. 2008 · #843
...als ob Fremdenfeindlichkeit bzw. Vorurteile gegen "Andersartige" ein rein afrikanisches Problem wäre.
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zuletzt bearbeitet 08. Dez. 2008
2'612 Beiträge · seit 200708. Dez. 2008 · #844
Ok, einen Beitrag habe ich schon seit Tagen auf Halde liegen - konnte bisher den juckenden Fingern widerstehen 😉

Yoshikawa schrieb:
Was habe ich Dir eigentlich getan, Volker?
Hallo Yoshi,

Eigentlich wollte ich auf Deine Eingebung hin gar nicht mehr reagieren, aber da steht einfach zuviel Unwahrheit drin. Ein Diskurs über Wahrheit möchte ich mit Dir hier aber gar nicht führen, sie reduziert sich jedenfalls nicht auf das geschriebene und von Dir zitierte Wort. Es ist bezeichnend, dass Du immer noch nicht begriffen hast bzw. begreifen willst, worum es mir mit meinen teils provozierenden Postings geht. Ich habe in der Vergangenheit Dritte einige Postings nachlesen lassen, ob ich mich wirklich so missverständlich ausdrücke - Echo zusammengefasst: der will es nicht verstehen. Von daher im Prinzip vergeudete Zeit, ich fühle mich durchaus an Don Quijote erinnert.

Mir geht es weiterhin um die Beantwortung der Frage nach Deiner Motivation. Die Antwort bleibst Du schuldig oder ich habe sie einfach nur überlesen oder sie als solche gar nicht erkannt, vielleicht kannst Du mir auf die Sprünge helfen und Deine Antwort explizit posten. Ich verweise nur auf folgenden Thread:

http://www.namibia-forum.ch/index.php?option=com_fireboard&Itemid=80&func=view&catid=31&id=72617

Aber gehen wir auch noch weitere Punkte durch.
Ach ja, ich habe Dir widersprochen! Das scheint für Dich problematisch zu sein, Widerspruch zu erfahren.
Komisch, der Satz könnte von mir sein. Was lässt Dich zu der Einschätzung kommen?
Bringe ich es öffentlich unter Berufung auf die hier bereits zitierte Meinungsfreiheit auf den Punkt: nicht nur der südafrikanischen Regierung kann man Rassismus vorwerfen, Du konntest mich in Deiner Einstellung bisher auch nicht vom Gegenteil überzeugen.
Ich habe Dich schon in unserem PMS-Austausch dazu aufgefordert, mir anhand von Beispielen aufzuzeigen, welche Form des Rassismus mir vorzuwerfen wäre.
http://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus

Nicht ich habe Dich von meiner Lauterkeit zu überzeugen, sondern Du hast Dein Vorwürfe zu belegen!
Ich werde ganz sicher nicht die Tausende von Links durchgehen und einzelne Beispiele herausziehen, aber Deine Schlussfolgerung – Südafrika ist dem Untergang geweiht und wird dem Beispiel Zimbabwes folgen – und deren Begründung [bisher hat es noch jede (schwarze) Regierung geschafft, ihr Land herunter zu wirtschaften, nachdem es in die Unabhängigkeit entlassen wurde] lässt auf eine gewisse Geisteshaltung schließen. Es werden ausdrücklich weisse Opfer hervorgehoben (Beispiel Landenteignung), von weißen „Tätern“ oder schwarzen Opfern ist nirgendwo die Rede. Nach eigenem Bekunden verbindest Du mit dem jetzigen schwarzen Establishment nur Negativmeldungen. Wohlmeinend kann man es vielleicht Diskreditierung nennen. Auch die von Dir geposteten Karikaturen zeigen nur die Unfähigkeit der Schwarzen. Deine Kernaussage – der Niedergang Südafrikas ist nicht aufzuhalten – begründest Du mit 8-10 Argumenten/Themenkreisen. Neue Argumente kommen kaum hinzu. Positives willst Du nach eigenem Bekunden gar nicht erwähnen. Das hat in Summe nichts mit objektiver Berichterstattung zu tun, sondern verfolgt ein Ziel.

Und hier bin ich wieder bei der Frage nach der Motivation und deren Relevanz: wer so einseitig argumentiert und mit soviel Akribie (Flut von Links) diese Sichtweise untermauert, ist im besten Fall nur ein „Rechthaber“.
Deine unterschwelligen, durch nichts belegten Unterstellungen weisen Dich als einen Demagogen erster Güte aus.
Demagogie betreibt, wer bei günstiger Gelegenheit öffentlich für ein politisches Ziel wirbt, indem er der Masse schmeichelt, an ihre Gefühle, Instinkte und Vorurteile appelliert, ferner sich der Hetze und Lüge schuldig macht, Wahres übertrieben oder grob vereinfacht darstellt, die Sache, die er durchsetzen will, für die Sache aller Gutgesinnten ausgibt, und die Art und Weise, wie er sie durchsetzt oder durchzusetzen vorschlägt, als die einzig mögliche hinstellt.“
– MARTIN MORLOCK 1977
http://de.wikipedia.org/wiki/Demagogie
Ich verfolge keine politischen Ziele, wenn wir uns schon an der Definition halten wollen – ich habe aber etwas gegen Rassismus.
Fragen nach Deiner Motivation blieben unbeantwortet, wieso eigentlich?
Hier lügst Du. Ein Nachlesen Deiner eigenen Postings im Zuge unserer letzten relativen Deeskalationsphase hilft Dir vielleicht auf die Sprünge.
Siehe oben...
Persönliche Gespräche wurden von Dir seit einem Jahr abgelehnt, wieso? Brauchst Du die Öffentlichkeit? Hast Du Ansgt vor mir oder wieso ist Dir an einem privaten Meinungsaustausch nichts gelegen?
Hier wird wieder einmal Deine Methoden deutlich: sachlich hast Du den von mir hier verlinkten Berichten nichts entgegenzusetzen, also muss ich auf andere Weise niedergemacht werden, mein Charakter muss in Zweifel gezogen werden. Ein zweifelhafter Charakter der allen IRONIE EIN gut gemeinten Ratschlägen einer moralisch hochstehenden Persönlichkeit, den Irrtum einer so schlimmen Un-PC-Meinung, einzusehen, widersteht. Du hast es schon schwer, Volker. Und, nagtürlich, das kann man ja aus meinem ganzen Verhalten rückschließen, habe ich vor Dir eine Heidenangst. IRONIE AUS
Du kannst mir sicherlich erklären, was unter Un-PC-Meinung zu verstehen ist. Ein persönliches Telefonat hätte den Konflikt aber sicherlich frühzeitig deeskalieren lassen.
Aber komme ich zu den Fakten: Südafrika lebt in einer demokratischen Grundordnung, offensichtlich gefällt der Mehrheit der Bevölkerung eine farbige Regierung. Das ist zu akzeptieren, auch wenn sich nachweislich in einigen Bereichen die Lebensverhältnisse verschlechtert haben.
Wieder die gleiche Methode: die Wortwahl „Das ist zu akzeptieren“ unterstellt, ich täte das nicht. Wieder die Aufforderung an Dich, Volker, dies mit Beispielen aus meinen Postings zu belegen.
Wenn Du es akzeptieren würdest, würdest Du nicht so massiv gegen eben diese Regierung wettern – auch wenn es nur mittelbar durch die Verlinkung entsprechender Artikel geschieht.
"Besserwisserei" hat in der Vergangenheit und in der Gegenwart schon für genügend Schaden gesorgt. Du brauchst in dem Land nicht zu leben. Wenn Dir die Verhältnisse nicht gefallen, adressiere es doch an die, die es betrifft. Wie wäre es mit einem Brief an die südafrikanische Regierung?
Was ist an dem Verlinken von Informationen –die Du, da sie von mir kommen, offensichtlich überhaupt nicht zur Kenntnis nimmst- Besserwisserei?-
Besserwisserei bezieht sich nicht auf Deine Links, sondern die Kolonialgeschichte und die Entwicklungs“hilfe“ alter Couleur. Lass Südafrika seinen eigenen Weg machen. Auch wenn wir nach europäischen Maßstäben Vieles anders und vielleicht auch besser machen würden. Wie lange haben wir in Deutschland für die Demokratie und ein Sozialsystem gebraucht? Manchmal muss man eigene (sehr) schmerzhafte Erfahrungen machen, um dann doch den richtigen Weg einzuschlagen. Das gehört zum Heranwachsen dazu – kennst Du doch als Familienvater und Erziehungsberechtigter 😉 Oder anders formuliert: selber erlebt ist anders als erzählt bekommen.
Danke für die Belehrung, ehrlich gesagt habe ich die Artikel gar nicht gelesen 🙂 Schon schlimm, wenn man immer recht haben will...
Der Smilie, den Du eingefügt hast, heißt LOL, laughing out loud. Du bist also auch noch stolz darauf, dass Deine vorherige Einlassung den Eindruck erweckt hat, Du könntest die Artikel gelesen haben.
Anders formuliert: man bracht den Inhalt nicht zu lesen, da der Tenor klar ist. Du zeigst ein Problem auf, ich erwähne in Themenverwandtschaft zur Überschrift „Sicherstellung der Wasserversorgung“ das Brunnenbauprojekt, was im kleinen Rahmen helfen kann. Was ich zum Ausdruck bringen wollte: Du zeigst ein Problem auf, ich erwähne die Idee, die wir hier im Forum geboren haben. Aber selbst da siehst Du direkt wieder ein Problem.
Mir erscheint es durchaus plausibel, dass Dein Grundproblem mit mir eher der Tatsache geschuldet ist, dass meine Einschätzungen sich häufig als richtig heraus stellen.
Welche Einschätzungen? Nenne mir bitte konkrete Beispiele. Südafrika existiert weiterhin, die Fußball-WM ist weiterhin in Südafrika geplant, die Opposition in Person von z.B. Hellen Zille ist noch nicht mundtot gemacht worden, Zuma ist noch nicht gewählt.

Im Übrigen habe ich keine Probleme, anderen Leuten Recht zu geben. Ich reklamiere für mich nicht, dass ich die Weisheit mit Löffeln gegessen habe und lasse mich durchaus überzeugen.
Kritisieren ist so wunderbar einfach - und destruktiv, wenn daraus nicht Konsequenzen gezogen werden. Wo sind Deine Vorschläge zur Änderung der Situation?
Ich habe schon mehrmals, auch Dir gegenüber, geäußert, dass ich als Einzelperson nicht die Macht besitze, die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Probleme eines Staates mit mehr als 40 Millionen Einwohnern zu lösen, besitze.


Und da Du nichts ändern kannst oder willst, legst Du im Gegenzug schön den Finger in die Wunde – ist ja logisch...
Die letztendliche Konsequenz Deiner Aussage ist, dass nur derjenige kritische Informationen bereit stellen darf, der eine Lösung besitzt.
Wer nur kritisiert, darf sich nicht wundern, dass er nicht mehr gehört wird. Kann man das nicht auch im Berufsleben beobachten?
Mich wundert es nicht, dass viele Schwarze von weisser "Bevormundung" genug haben. Diese Wesensart gilt sicher längst nicht für alle Weissen, genausowenig wie die korrupten Regierungen in Afrika repräsentativ für die Masse der Bevölkerung sind. Nur wenn sich Schwarz und Weiss auf Augenhöhe begegnen, ist ein friedliches Miteinander möglich.

Wie wahr!
Wie wahr, Volker!
Und wenn Du auch Informationen an Deine gefestigte Weltanschauung heran ließest, die ihr widersprechen, könntest Du bemerken, dass es in einem großen Prozentsatz von mir geposteter Artikel genau darum geht!
Kannst Du mir das bitte erklären? Ich will es gerne verstehen. Wer ist mit wem nicht auf Augenhöhe?
Lies doch mal den Reisebericht von Chris und Andrea aus Sambia, vielleicht geht bei Dir doch noch ein Herz für die Menschen dort unten auf - aber vermutlich urteilst Du über solche Belletristik ähnlich wie Reich-Ranicki über das Deutsche Fernsehen...
Wieder die gleiche demagogische Technik: Du unterstellst mir, ohne es zu beweisen, Herzlosigkeit.
Da ich Dich nicht persönlich kenne, leite ich aus dem Geschriebenen einige Vermutungen ab – so wie Du aus den Artikeln Prognosen ableitest. Dem könntest Du abhelfen, wenn wir uns mal persönlich austauschen würden(s.o.).
Fazit:
Volker hat sein Schreiben geschickt aufgebaut. Im ersten Teil die Character Assassination (http://en.wikipedia.org/wiki/Character_assassination). Im zweiten Teil eine pseudo-sachliche Fortsetzung, gespickt mit Unterstellungen. Und zum Schluss das Erlebnis für die Tränendrüse und den Vorwurf der Herzlosigkeit mir gegenüber.
Dann können meine Lehrer stolz auf mich sein 🙂 Vielleicht sollte ich doch noch in die Politik gehen???
Aber Du kalkulierst falsch, Volker. Ich weiß nicht, von wem das Zitat stammt, es geht ungefähr so:
Man kann alle Menschen zeitweise täuschen. Man kann einen Teil der Menschen dauerhaft täuschen. Aber man kann nicht alle Menschen dauerhaft täuschen.


Wen will ich täuschen? Doch nicht etwa die Fomis???
Du wirst nach meiner Überzeugung in nicht allzu ferner Zukunft mit der Wirklichkeit kollidieren.
Ich "kollidiere" jeden Tag mit der Wirklichkeit. Und die ist hier in Frankfurt auf wenigen Quadratmetern schon sehr facettenreich.

Das soll es gewesen sein von Jemandem, den Du als Opfer, Träger einer rosaroten Brille, Demagogen und Lügner bezeichnest.

Volker
Bye bye Forum
ThemenstarterGast12. Dez. 2008 · #845
Das soll es gewesen sein von Jemandem, den Du als ... Demagogen und Lügner bezeichnest.
Stimmt Volker, das bist Du.

Der öffentliche Aufschrei zu den Links hat wieder eines gezeigt: Es geht nicht um die Tatsachen als solche, sondern darum, dass es einfach nicht sein darf, dass man sie öffentlich macht. Es kann einfach nicht sein, was nicht sein darf!

Die Links zeigen eine afrikanische Wirklichkeit in vier Ländern, die es nach teilweise Jahrzehnten der Unabhängigkeit dann nicht geben dürfte, wenn die Regierungen ihre Völker gebildet hätten.

Gruß, Michael
ThemenstarterGast12. Dez. 2008 · #846
Moin zusammen.
Zimbabwe cholera is over - Mugabe
President Robert Mugabe has said Zimbabwe has contained cholera - as the UN and a UK charity warned the deadly outbreak was getting worse.
http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/7777178.stm
Cholera is 'S African disaster'
South African officials have declared part of their border with Zimbabwe a disaster area amid a cholera outbreak.
...
http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/7776897.stm
South Africa fears cholera spread

There are not many refugee camps where money litters the floor, but you do not have to look far at the showground in the border town of Musina.
Fragments of worthless 50,000 and 100,000 Zimbabwe dollar notes are everywhere, constant reminders of the hyper-inflation which has accompanied the country's collapse.
Strictly speaking, this is not a refugee camp.
The South African government has stopped tents being put up, and is determined to keep the barbed wire fence across its land as merely a processing point.
But most of the Zimbabweans in the camp say they have been here at least two weeks, sleeping in the open while they wait for their asylum claims to be processed.
http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/7771643.stm

Gruß, Michael
2'612 Beiträge · seit 200712. Dez. 2008 · #847
Yoshikawa schrieb:
Das soll es gewesen sein von Jemandem, den Du als ... Demagogen und Lügner bezeichnest.
Stimmt Volker, das bist Du.

Der öffentliche Aufschrei zu den Links hat wieder eines gezeigt: Es geht nicht um die Tatsachen als solche, sondern darum, dass es einfach nicht sein darf, dass man sie öffentlich macht. Es kann einfach nicht sein, was nicht sein darf!
Der einfache "Erklärungsansatz" eines Menschen, der mit Kritik bzw. kritischen Fragen nicht umgehen kann. Nicht nur ich stelle sie.

Mehr ist dazu wirklich nicht zu sagen...
Bye bye Forum
89 Beiträge · seit 200612. Dez. 2008 · #848
Hallo Yoshikawa, hallo Volker,

wenn Anschuldigungen wie "Rassist" oder "Demagoge" fallen, wird es zu persönlich. Ich möchte euch bitten, den eingeschlagenen Weg nicht weiter zu verfolgen.

Grüße,

Holger
ThemenstarterGast12. Dez. 2008 · #849
Gebongt, Holger!

Moin zusammen.

Hier jetzt einmal keine (oder fast keine) Nachrichtenlinks, sondern eine reine Meinungsäußerung. Ich wurde auf Lösungsmöglichkeiten der Probleme Südafrikas angesprochen, die habe ich selbstverständlich nicht, die hat allein die dortige Regierung. Aber bevor man in der IT an Lösungen denkt, macht man eine Problemanalyse, und an einer solchen groben(!) und wegen der Kürze auch vereinfachenden Problemanalyse werde ich mich im Folgenden versuchen. Ebenfalls werde ich versuchen, die darin gemachten Aussagen mit einem, zugegeben, nicht ganz passenden Beispiel zu verdeutlichen. Und hierfür beginne ich nicht in Afrika….

…sondern in Deutschland. 1989 übernahmen 80% der deutschen Nation die restlichen 20%. Eine äußerst wohlhabende Republik kapitalistischer Wirtschaftsordnung übernahm eine durch Sozialismus marxistischer Prägung herunter gewirtschaftete DDR, die nahezu ihre gesamte Substanz, sprich Infrastruktur, verfrühstückt hatte. Die Übernahme war herbeigesehnt und in der Folge wurde das übernommene Fünftel wieder aufgebaut. Die Übernommenen freuten sich über die Übernahme, und da sie im Grundsatz gut ausgebildet waren, konnten sie die (leider zu wenigen verbliebenen) Arbeitsplätze aus dem Stand kompetent ausfüllen. Für die übernehmende Volkswirtschaft jedoch war der Mitteltransfer für den Aufbau-Ost an der Grenze des Leistbaren.

Wechseln wir nun nach Südafrika. Auch dort haben 1994 90% des Staatsvolkes den bis dahin von 10% allein bestimmten Staat übernommen. Der erste ins Auge fallende Unterschied ist, dass in Südafrika die kapitalistisch organisierte staatliche und wirtschaftliche Organisation der 10% von einer Mehrheit zumindest sozialistischer, in großen Teilen kommunistischer, Prägung übernommen wurde.

Der zweite Unterschied ist, die übernommene, für die 10% erstklassige, Infrastruktur. Für die übernehmenden 90% war eine teilweise funktionierende Infrastruktur hinsichtlich der Versorgung mit Wohnraum, Wasser und Elektrizität und ein, auf niedrigerem Niveau, als für die 10%, aber in allen Landesteilen funktionierendes Gesundheitswesen vorhanden. All dies wurde mit den Steuergeldern der 10% zu 100% finanziert.

Der dritte Unterschied ist, die Bildung der übernehmenden 90%. Seit den Township-Unruhen Anfang der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts galt die Parole „Liberation before Education!“ Dies führte zu ~20 Schulabgängerjahrgängen, die keinerlei, den Anforderungen der modernen Welt genügenden, Ausbildung genossen haben.

Aus der südafrikanischen Geschichte heraus ist eine der schwierigsten Startbedingungen zu erklären, die immense Arbeitslosigkeit unter der schwarzen Bevölkerungsmehrheit und der dominierende Anteil von „Manual Labour“ unter deren Arbeitsplätzen in der formalen Wirtschaft. Ironischerweise hat eine der ältesten kommunistischen Parteien der Welt, die SACP, in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, für Zugangsbeschränkungen Schwarzer zu „weißen“ Minenjobs ziemlich gewaltsam gestreikt. Während der Apartheidsjahrzehnte erhielten Schwarze nur die Ausbildung, die sie für die Übernahme der ihnen zugedachten Arbeitsplätze benötigten. Die Zahl der gut ausgebildeten Kader waren also bei Machtübernahme äußerst überschaubar und zum großen Teil durch die marxistisch dominierte Ausbildung nicht besonders gut geeignet, ein kapitalistisch ausgerichtetes Land zu übernehmen. Die höchsten Prioritäten der ersten Mehrheitsregierung hätten also sein müssen: 1. Bildung, 2. Bildung und 3. Bildung.

Wie sieht`s nun tatsächlich aus? Das öffentliche Schulwesen ist zerstört, Gewalt regiert, Mädchen werden von ihren Mitschülern oder gar Lehrern vergewaltigt. Der Zerfall erreicht zurzeit die staatlichen Universitäten. Die Abschlussergebnisse werden, insbesondere in den Naturwissenschaften, von Jahr zu Jahr schlechter, durchfallende Schüler und Studenten bezeichnen die Prüfungen als „rassistisch“. Ebenfalls rassistisch sind die noch bestehenden kostenpflichtigen privaten Bildungseinrichtungen.

Jedoch, selbst unterstellt, die Priorität der ersten Mehrheitsregierung Südafrikas hätte auf dem Bildungssektor gelegen, so wäre ein Erfolg dennoch erst in zwei Jahrzehnten spürbar geworden. Die Zwischenzeit hätte also in jedem Fall überbrückt werden müssen. Wegen der Entwicklung eines guten Jahrhunderts waren Wirtschaft und öffentlicher Dienst eine Domäne der 10%.

Dass Polizei, Armee und Sicherheitsapparat von den Schergen der Apartheid gesäubert werden mussten, dürfte niemand ernsthaft bestreiten. Wobei in Deutschland sowohl nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs als auch nach dem Zusammenbruch der DDR oberflächlich geläuterte Spezialisten weiterhin ihr Auskommen unter neuen Herren fanden.

Festzuhalten bleibt, dass die südafrikanischen Regierungen ihre Leute in den öffentlichen Dienst auf allen drei administrativen Ebenen des Landes unterbrachten, obwohl sie regelmäßig von ihren Ausbildungsvoraussetzungen hierfür überhaupt nicht qualifiziert waren. Dieses Muster lässt sich auf alle Bereiche übertragen, bei denen die neue Mehrheitsregierung die Möglichkeit des Zugriffs hatte.

Eine teilweise Lösung des Problems der Arbeitslosigkeit weiter Teile der 90% sah also so aus, dass sie, trotz fehlender fachlicher Qualifikation, die Arbeitsplätze entlassener oder ihrer Aufstiegsmöglichkeiten beraubter Angehöriger der 10% einnahmen. Angehörige der 10% wurden durch Einführung administrativer Regelungen wie AA und BEE aus dem öffentlichen Dienst entfernt.
Wer aber erledigt nun die anfallende Arbeit tatsächlich?
In den Anfangsjahren waren dies wahrscheinlich die in ihrer Position verbliebenen Angehörigen der 10%. Mit deren, im Laufe der Jahre, zunehmenden Outsourcing bleibt die Arbeit, in Würdigung der in den dortigen lokalen Medien erfolgten Berichterstattung, ganz einfach unerledigt. Das System „Südafrika“, welches in 14 Jahren so manche Ladung Sand in seine Zahnräder verkraftet hat, kollabiert zunhemend. Beispiele hierfür sind insbesondere das Gesundheitswesen, Polizei und Justiz sowie die Energie- und, zunehmend, die Trinkwasserversorgung.
Wer aber finanziert nun die anstehenden staatlichen Aufgaben?
Es sind die schon lange nicht mehr 10% ausmachenden Bevölkerungsteile! Natürlich ist hier auch „Big Business SA“ gemeint. Einen nennenswerten Beitrag aus den 90% gibt es schlicht noch nicht.
Ist die gewählte Vorgehensweise erfolgversprechend?
Wenn man diese Frage anhand der geschaffenen Arbeitsplätze, insbesondere der Anzahl der Arbeitsplätze im formalen Sektor festmacht, so sind zwar Fortschritte erkennbar, allerdings halten sie lange nicht mit den tatsächlich erforderlichen Zahlen mit. Insbesondere die häufig kollabierende Stromversorgung stellt sich hier als ein Investitionshindernis erster Güte aus. In diesem Zusammenhang ist die Nachricht nahezu untergegangen, dass ESKOM den Bau eines zweiten Atomreaktors wegen Kapitalmangels zu den Akten gelegt hat. Unabhängig vom Umweltaspekt bedeutet dies, dass es eine grundsätzliche Verbesserung der Versorgungslage in den nächsten Jahren wohl nicht geben wird.
Don't blame affirmative action - Mantashe
Affirmative action cannot be blamed for South Africa's skills shortage, ANC secretary-general Gwede Mantashe said on Wednesday.

"This country is running so short of skills. If you blame apartheid you are barking up the wrong tree," Mantashe told a media briefing in Johannesburg.

Speaking after a meeting with the business organisation Afrikaanse Handelsinstituut (AHI), Mantashe said linking the two issues was polarising the debate.

"We need to shift the focus [to] real issues - that there is a chronic shortage of skills, and we need to accelerate [gaining these skills]."

AHI CEO Stef Coetzee said the organisation had many skilled people who could help provincial and local governments.

Mantashe said in order to continue meeting affirmative action targets, mentorship and coaching should take place when, for example, a retired engineer could be partners with a newly-qualified one.

"It takes time and therefore you partner these people and are actually getting skills into the economy. Eventually the skills issue becomes neither black or white," Mantashe said – Sapa
http://www.iol.co.za/index.php?set_id=1&click_id=13&art_id=nw20081210142251702C757733

Und in dieser Meldung zeigt sich wieder einmal das Grundübel:
Aus ideologischen Gründen wird der für jedermann ersichtliche Zusammenhang zwischen dem Feuern von Fachleuten und dem Heuern von Unausgebildeten sowie dem Vertreiben der gutausgebildeten wirtschaftlich aktiven Menschen aus den 10% der Bevölkerung und dem rapiden Schwund aller derjenigen Dinge, die ein Staat seinen Bürgern zur Verfügung stellen sollte, schlicht und einfach geleugnet.

Zwar werden die tausende Minenarbeiter, die zurzeit ihren Job verlieren in ihrer Mehrheit zurück nach MOZ, Lesotho und Swasiland gehen, aber auch die sonstige südafrikanische Wirtschaft wird unter den Auswirkungen der wirtschaftlichen Krise in der Welt Arbeitsplätze abbauen.

Wie viele Menschen werden durch einen formalen Arbeitsplatz mit unterstützt? Sechs, zehn? Wo soll das Geld herkommen, welches es diesen Menschen ermöglichte, zu überleben?

Und wie will Südafrika die Auswirkungen des „Somalia-in-the-making“ an seiner Nordgrenze aushalten?

Gerade diejenigen, die sich zum Beweis ihrer Behauptungen nicht durch alte Postings wühlen wollen, sind gut beraten, wenn sie sich einmal die Mühe machten, die Berichterstattung über Zimbabwe aus den Jahren 2000 bis 2002 anhand der Überschriften nachzulesen. Die Parallelen zur derzeitigen Entwicklung in Südafrika sind nicht zu übersehen. Aber das wird natürlich nicht passieren, da nicht sein kann, was nicht sein darf.

„Zimbabwe? Vergiss es! Südafrika ist anders.“ Und später dann: „Südafrika? Vergiss es, Namibia ist anders!“

Gruß, Michael
zuletzt bearbeitet 12. Dez. 2008
2'612 Beiträge · seit 200712. Dez. 2008 · #850
Moderator schrieb:

Ich hatte gebeten, nicht weiter zu provozieren. Nachricht gelöscht.

Grüße,

Holger
Bye bye Forum
zuletzt bearbeitet 12. Dez. 2008
2'462 Beiträge · seit 200612. Dez. 2008 · #851
Lieber Volker,

vielleicht kannst Du auf die Beantwortung Deiner Fragen in einem etwas privateren Kreis drängen. Auch wenn ich kein Moderator, sondern ein 0815-FoMi bin, fände ich es schön, wenn Eure zwischenmenschlichen Querelen nicht vor allen ausgebreitet werden. Dies ist doch auch nicht der Sinn dieses Forums oder des Threads, oder?

Herzliche Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
2'612 Beiträge · seit 200712. Dez. 2008 · #852
Yoshikawa schrieb:
Gebongt, Holger!

Moin zusammen.

Hier jetzt einmal keine (oder fast keine) Nachrichtenlinks, sondern eine reine Meinungsäußerung. Ich wurde auf Lösungsmöglichkeiten der Probleme Südafrikas angesprochen, die habe ich selbstverständlich nicht, die hat allein die dortige Regierung. Aber bevor man in der IT an Lösungen denkt, macht man eine Problemanalyse, und an einer solchen groben(!) und wegen der Kürze auch vereinfachenden Problemanalyse werde ich mich im Folgenden versuchen. Ebenfalls werde ich versuchen, die darin gemachten Aussagen mit einem, zugegeben, nicht ganz passenden Beispiel zu verdeutlichen. Und hierfür beginne ich nicht in Afrika….

…sondern in Deutschland. 1989 übernahmen 80% der deutschen Nation die restlichen 20%. Eine äußerst wohlhabende Republik kapitalistischer Wirtschaftsordnung übernahm eine durch Sozialismus marxistischer Prägung herunter gewirtschaftete DDR, die nahezu ihre gesamte Substanz, sprich Infrastruktur, verfrühstückt hatte. Die Übernahme war herbeigesehnt und in der Folge wurde das übernommene Fünftel wieder aufgebaut. Die Übernommenen freuten sich über die Übernahme, und da sie im Grundsatz gut ausgebildet waren, konnten sie die (leider zu wenigen verbliebenen) Arbeitsplätze aus dem Stand kompetent ausfüllen. Für die übernehmende Volkswirtschaft jedoch war der Mitteltransfer für den Aufbau-Ost an der Grenze des Leistbaren.

Wechseln wir nun nach Südafrika. Auch dort haben 1994 90% des Staatsvolkes den bis dahin von 10% allein bestimmten Staat übernommen. Der erste ins Auge fallende Unterschied ist, dass in Südafrika die kapitalistisch organisierte staatliche und wirtschaftliche Organisation der 10% von einer Mehrheit zumindest sozialistischer, in großen Teilen kommunistischer, Prägung übernommen wurde.

Der zweite Unterschied ist, die übernommene, für die 10% erstklassige, Infrastruktur. Für die übernehmenden 90% war eine teilweise funktionierende Infrastruktur hinsichtlich der Versorgung mit Wohnraum, Wasser und Elektrizität und ein, auf niedrigerem Niveau, als für die 10%, aber in allen Landesteilen funktionierendes Gesundheitswesen vorhanden. All dies wurde mit den Steuergeldern der 10% zu 100% finanziert.

Der dritte Unterschied ist, die Bildung der übernehmenden 90%. Seit den Township-Unruhen Anfang der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts galt die Parole „Liberation before Education!“ Dies führte zu ~20 Schulabgängerjahrgängen, die keinerlei, den Anforderungen der modernen Welt genügenden, Ausbildung genossen haben.

Aus der südafrikanischen Geschichte heraus ist eine der schwierigsten Startbedingungen zu erklären, die immense Arbeitslosigkeit unter der schwarzen Bevölkerungsmehrheit und der dominierende Anteil von „Manual Labour“ unter deren Arbeitsplätzen in der formalen Wirtschaft. Ironischerweise hat eine der ältesten kommunistischen Parteien der Welt, die SACP, in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, für Zugangsbeschränkungen Schwarzer zu „weißen“ Minenjobs ziemlich gewaltsam gestreikt. Während der Apartheidsjahrzehnte erhielten Schwarze nur die Ausbildung, die sie für die Übernahme der ihnen zugedachten Arbeitsplätze benötigten. Die Zahl der gut ausgebildeten Kader waren also bei Machtübernahme äußerst überschaubar und zum großen Teil durch die marxistisch dominierte Ausbildung nicht besonders gut geeignet, ein kapitalistisch ausgerichtetes Land zu übernehmen. Die höchsten Prioritäten der ersten Mehrheitsregierung hätten also sein müssen: 1. Bildung, 2. Bildung und 3. Bildung.

Wie sieht`s nun tatsächlich aus? Das öffentliche Schulwesen ist zerstört, Gewalt regiert, Mädchen werden von ihren Mitschülern oder gar Lehrern vergewaltigt. Der Zerfall erreicht zurzeit die staatlichen Universitäten. Die Abschlussergebnisse werden, insbesondere in den Naturwissenschaften, von Jahr zu Jahr schlechter, durchfallende Schüler und Studenten bezeichnen die Prüfungen als „rassistisch“. Ebenfalls rassistisch sind die noch bestehenden kostenpflichtigen privaten Bildungseinrichtungen.

Jedoch, selbst unterstellt, die Priorität der ersten Mehrheitsregierung Südafrikas hätte auf dem Bildungssektor gelegen, so wäre ein Erfolg dennoch erst in zwei Jahrzehnten spürbar geworden. Die Zwischenzeit hätte also in jedem Fall überbrückt werden müssen. Wegen der Entwicklung eines guten Jahrhunderts waren Wirtschaft und öffentlicher Dienst eine Domäne der 10%.

Dass Polizei, Armee und Sicherheitsapparat von den Schergen der Apartheid gesäubert werden mussten, dürfte niemand ernsthaft bestreiten. Wobei in Deutschland sowohl nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs als auch nach dem Zusammenbruch der DDR oberflächlich geläuterte Spezialisten weiterhin ihr Auskommen unter neuen Herren fanden.

Festzuhalten bleibt, dass die südafrikanischen Regierungen ihre Leute in den öffentlichen Dienst auf allen drei administrativen Ebenen des Landes unterbrachten, obwohl sie regelmäßig von ihren Ausbildungsvoraussetzungen hierfür überhaupt nicht qualifiziert waren. Dieses Muster lässt sich auf alle Bereiche übertragen, bei denen die neue Mehrheitsregierung die Möglichkeit des Zugriffs hatte.

Eine teilweise Lösung des Problems der Arbeitslosigkeit weiter Teile der 90% sah also so aus, dass sie, trotz fehlender fachlicher Qualifikation, die Arbeitsplätze entlassener oder ihrer Aufstiegsmöglichkeiten beraubter Angehöriger der 10% einnahmen. Angehörige der 10% wurden durch Einführung administrativer Regelungen wie AA und BEE aus dem öffentlichen Dienst entfernt.
Wer aber erledigt nun die anfallende Arbeit tatsächlich?
In den Anfangsjahren waren dies wahrscheinlich die in ihrer Position verbliebenen Angehörigen der 10%. Mit deren, im Laufe der Jahre, zunehmenden Outsourcing bleibt die Arbeit, in Würdigung der in den dortigen lokalen Medien erfolgten Berichterstattung, ganz einfach unerledigt. Das System „Südafrika“, welches in 14 Jahren so manche Ladung Sand in seine Zahnräder verkraftet hat, kollabiert zunhemend. Beispiele hierfür sind insbesondere das Gesundheitswesen, Polizei und Justiz sowie die Energie- und, zunehmend, die Trinkwasserversorgung.
Wer aber finanziert nun die anstehenden staatlichen Aufgaben?
Es sind die schon lange nicht mehr 10% ausmachenden Bevölkerungsteile! Natürlich ist hier auch „Big Business SA“ gemeint. Einen nennenswerten Beitrag aus den 90% gibt es schlicht noch nicht.
Ist die gewählte Vorgehensweise erfolgversprechend?
Wenn man diese Frage anhand der geschaffenen Arbeitsplätze, insbesondere der Anzahl der Arbeitsplätze im formalen Sektor festmacht, so sind zwar Fortschritte erkennbar, allerdings halten sie lange nicht mit den tatsächlich erforderlichen Zahlen mit. Insbesondere die häufig kollabierende Stromversorgung stellt sich hier als ein Investitionshindernis erster Güte aus. In diesem Zusammenhang ist die Nachricht nahezu untergegangen, dass ESKOM den Bau eines zweiten Atomreaktors wegen Kapitalmangels zu den Akten gelegt hat. Unabhängig vom Umweltaspekt bedeutet dies, dass es eine grundsätzliche Verbesserung der Versorgungslage in den nächsten Jahren wohl nicht geben wird.
Don't blame affirmative action - Mantashe
Affirmative action cannot be blamed for South Africa's skills shortage, ANC secretary-general Gwede Mantashe said on Wednesday.

"This country is running so short of skills. If you blame apartheid you are barking up the wrong tree," Mantashe told a media briefing in Johannesburg.

Speaking after a meeting with the business organisation Afrikaanse Handelsinstituut (AHI), Mantashe said linking the two issues was polarising the debate.

"We need to shift the focus [to] real issues - that there is a chronic shortage of skills, and we need to accelerate [gaining these skills]."

AHI CEO Stef Coetzee said the organisation had many skilled people who could help provincial and local governments.

Mantashe said in order to continue meeting affirmative action targets, mentorship and coaching should take place when, for example, a retired engineer could be partners with a newly-qualified one.

"It takes time and therefore you partner these people and are actually getting skills into the economy. Eventually the skills issue becomes neither black or white," Mantashe said – Sapa
http://www.iol.co.za/index.php?set_id=1&click_id=13&art_id=nw20081210142251702C757733

Und in dieser Meldung zeigt sich wieder einmal das Grundübel:
Aus ideologischen Gründen wird der für jedermann ersichtliche Zusammenhang zwischen dem Feuern von Fachleuten und dem Heuern von Unausgebildeten sowie dem Vertreiben der gutausgebildeten wirtschaftlich aktiven Menschen aus den 10% der Bevölkerung und dem rapiden Schwund aller derjenigen Dinge, die ein Staat seinen Bürgern zur Verfügung stellen sollte, schlicht und einfach geleugnet.

Zwar werden die tausende Minenarbeiter, die zurzeit ihren Job verlieren in ihrer Mehrheit zurück nach MOZ, Lesotho und Swasiland gehen, aber auch die sonstige südafrikanische Wirtschaft wird unter den Auswirkungen der wirtschaftlichen Krise in der Welt Arbeitsplätze abbauen.

Wie viele Menschen werden durch einen formalen Arbeitsplatz mit unterstützt? Sechs, zehn? Wo soll das Geld herkommen, welches es diesen Menschen ermöglichte, zu überleben?

Und wie will Südafrika die Auswirkungen des „Somalia-in-the-making“ an seiner Nordgrenze aushalten?

Gerade diejenigen, die sich zum Beweis ihrer Behauptungen nicht durch alte Postings wühlen wollen, sind gut beraten, wenn sie sich einmal die Mühe machten, die Berichterstattung über Zimbabwe aus den Jahren 2000 bis 2002 anhand der Überschriften nachzulesen. Die Parallelen zur derzeitigen Entwicklung in Südafrika sind nicht zu übersehen. Aber das wird natürlich nicht passieren, da nicht sein kann, was nicht sein darf.

„Zimbabwe? Vergiss es! Südafrika ist anders.“ Und später dann: „Südafrika? Vergiss es, Namibia ist anders!“

Gruß, Michael
Hallo Michael,

der Vergleich mit Deutschland hinkt gewaltig, das schreibst Du selbst. Deswegen will ich darauf gar nicht weiter herumreiten.

Wir gehen d´accord, dass Bildung ein wesentlicher Schlüssel für positive Veränderungsprozesse ist - und dass dies nicht in einer Generation geschehen kann. Es braucht seine Zeit und auch seine Lehren aus manchen Irrwegen.

Das Schulwesen ist keineswegs komplett zerstört - wenn auch auf dem absteigenden Ast, wie hier in D übrigens auch. Ich habe auf eine meiner Reisen nach SA einen weißen Schuldirektor kennen gelernt, der für Südafrika auf internationalen Bildungskonferenzen unterwegs war und auch im Parlament über Bildungsstrategien referiert hat. Ich kann Dir bei Interesse gerne seine Telefonnummer nennen, dann hast Du Informationen aus erster Hand.

Ich teile im übrigen nicht Deine Meinung, dass nur die südafrikanische Regierung etwas an den Umständen ändern kann. Auch wir Touristen können beispielsweise einen kleinen Beitrag zur besseren Verständigung beitragen.

Machen wir einen Deal: Du hast hiermit Deine Botschaft klar herüber gebracht, dazu bedarf es keiner weiteren "Link"-Bombardements (inkl. Gemetzelbeschreibungen). Jetzt wartest Du mal ein Jahr ab und dann schauen wir gemeinsam, wie es sich entwickelt hat.

Mit der gewonnenen Zeit kannst Du soviele sinnvolle positive Dinge tun - Du schreibst es ja selbst, dass Du (mit Deinem Schreiben) als Einzelperson nichts erreichen kannst.

Viele Grüße,

Volker

(der jetzt erst einmal ein paar Tage in die "weiße" Wüste nach Österreich fährt)
Bye bye Forum
11 Beiträge · seit 200812. Dez. 2008 · #853
Lieber Volker, lieber Michael,

auch wenn Ihr beide manchmal gehörig nervt, und der Moderator zu Recht allzu persönliche Ausschweifungen unterbunden hat, so wäre es doch jammerschade, wenn ihr diesen Thread einstellen würdet.

Bitte, Euren gelegentlichen Kleinkrieg, Eure Hassliebe gar, will ich nicht missen, denn beides gibt dem eigentlichen Thema des Threads, die Zukunft Südafrikas (und damit automatisch auch Namibias), das für sich genommen bierernst ist, auch gelegentlich eine humorvolle Note. Es gibt bedrohliche Tendenzen, und ich finde es gut, wie Michael (Yoshikawa) diese manchmal so erbarmungslos aufzeigt -- verdrängen hilft nicht. Aber weiter an einen guten Ausgang zu glauben, wie Volker das so leidenschaftlich tut, ist ebenso wichtig.

Also, Jungs, bitte weitermachen, denn dass man sich zu diesem Thema Gedanken machen muss und auf dem Laufenden bleibt, finde ich unerlässlich. Und so wie ihr das tut, gibt dem Ganzen eine Würze, die dem Thema angemessen ist -- es gibt keine einfachen Lösungen.

HG, Henrik
Der Namibia-Blog neoliberaler Südwester unter http://www.i-namibia.de/ -- denn ja, es gibt entspannte Deutsche, auch in Namibia und Südafrika.
ThemenstarterGast12. Dez. 2008 · #854
Moin Henrik,

ich wiederhole mich wieder einmal:
Niemand muss diesen Thread lesen.
Niemand muss meine verlinkten Informationen lesen.
Niemand muss meine Sicht teilen.

Aber solange ich mich hier nicht strafrechtlich relevant äußere oder die Forums-Etiquette bewusst verletze, gibt es nur eine einzige Instanz, die das Recht hat, auch über meine Äußerungen zu bestimmen, und das ist der Forumsbetreiber.

Wem die Tendenz meiner verlinkten Informationen nicht gefällt, der kann gerne Gegenbeispiele einstellen. Das Argument aber, man käme dazu aus xxx Gründen nicht, kann man nun wirklich nicht dazu heranziehen, mir die Tendenz meiner Postings vorschreiben zu wollen, so etwa in der Art IRONIE EIN "auf zwei negative Links muss aber mindestens ein positiver folgen". IRONIE AUS

Darüber hinaus betrachte ich es als mein gutes Recht, den Personenkreis, mit dem ich persönlichen Kontakt pflegen möchte, selbst zu bestimmen.

Ich habe mich mit meinen Prognosen weit aus dem Fenster gelehnt und werde -zurecht- daran gemessen werden. Ein Verzicht auf das Verlinken, mir bedeutsam erscheinender Informationen, ist für den weiteren Gang der Geschichte nun wirklich irrelevant.

Was mich bei vielen Gutmenschen so völig verblüfft, ist die häufig grenzenlose Naivität gegenüber der geschichtlichen, sozialen und wirtschaftschaftlichen Entwicklung nahezu aller schwarzafrikanischen Länder nach ihrer Unabhängigkeit.

Wo sind denn die Guten, die man Idi Amin, Jean-Bédel Bokassa, Joseph-Désiré Mobutu, Robert Gabriel Mugabe, Charles Taylor, Mswati III., Daniel Arap Moi, Mwai Kibaki entgegen stellen kann? Auf Anhieb fallen mir da nur Seretse Khama und Nelson Mandela ein.

Hier das Spiegel-Forum zur Zimbabwe-Berichterstattung:
http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=5823

Und hier der heutige Kommentar von Gwen Lister aus dem Namibian über Tendenzen in Namibia:
http://www.namibian.com.na/columns/full-story/archive/2008/december/article/political-perspective-3/

Gruß, Michael
118 Beiträge · seit 200614. Dez. 2008 · #855
Ich möchte hier nur kurz das anmerken, was vermutlich viele denken und teils schon gesagt wurde:

1. Mich interessieren die Meldungen, die Michael postet, sehr!

2. Wer meint, dass diese Meldungen nicht die Realität wiedergeben, dass die Veröffentlichung rassistische motviert sei und sich aus sonstigen Gründen darüber aufregt, der soll doch auf das Lesen des Threads einfach verzichten. Wer dennoch nicht verzichten will, der soll doch das Gegenteil mit den vermeintlich zahlreichen Meldungen über die südafrikanische Regierung und Entwicklung veröffentlichen. Wo sind diese Meldungen? Michaels Kritiker spricht oft davon, ist aber offenbar bisher nicht in der Lage, sie zu verlinken. Gibt es sie denn in dieser Masse tatsächlich?

3. Michael, weiter so!
ThemenstarterGast16. Dez. 2008 · #856
...nicht an ihren Worten!
SA blocks censure of Mugabe at UN security councilWestern nations withdraw non-binding statement after SA opposition


UNITED NATIONS (Sapa-AFP) - British Foreign Secretary David Miliband on Monday slammed "the denial of reality" by Zimbabwean President Mugabe's regime as the UN Security Council reviewed the dire situation in the southern African country.

The closed-door meeting, also attended by US Secretary of State Condoleezza Rice, heard a briefing from UN chief Ban Ki-moon on Zimbabwe's mounting woes, including a political stalemate, economic meltdown and a deadly cholera epidemic.

US diplomats had initially hoped to have the council adopt a non-binding statement condemning Mugabe for his failure to protect his people from the cholera outbreak, but a Western diplomat said the plan had run into South African opposition.
...
http://www.politicsweb.co.za/politicsweb/view/politicsweb/en/page71627?oid=112853&sn=Detail
85 Beiträge · seit 200616. Dez. 2008 · #857
Ich schließe mich der Meinung von Okavango an. Die Beiträge von Yoshikawa sind wertvoll und erspart mir das suchen im Web. Wenn Volker, positive Beiträge postet habe ich auch nichts dagegen, nur wird er da leider nicht allzuviel finden....... Würde mich ehrlich freuen, wenns anders wäre, aber die Realität ist leider anders.
Ich schlage mich durchs Leben und das Leben schlägt zurück, doch manchmal schlägt´s daneben, dann hab ich eben Glück
ThemenstarterGast17. Dez. 2008 · #859
Moin zusammen.
Police spoil COPE's party
Fearing a violent clash between ANC and COPE supporters, the police prevented members of the breakaway party from driving through Bloemfontein, triggering an ugly standoff.

COPE supporters had planned a campaign motorcade to drum up support for Tuesday's rally following its inaugural congress.

The rally coincides with an ANC gathering - within spitting distance - expected to be attended by MK war veterans and where party leader Jacob Zuma was scheduled to speak.

On Monday, hundreds of frustrated COPE supporters eventually backed down after security officials blocked the exit of the University of the Free State and COPE co-founder Mluleki George intervened, appealing to supporters to abandon the planned street caravan.
http://www.iol.co.za/index.php?art_id=vn20081216064315259C950421
'ANC paralysing people with fear'
The ANC's response to the formation of the Congress of the People has left sections of society paralysed with fear akin to the terror that gripped the nation under apartheid leaders John Vorster and PW Botha, interim party chairperson Mosiuoa Lekota has told party delegates in Mangaung, Free State.

Without mentioning the ANC by name, Lekota on Sunday said public servants - fearing victimisation - now "talk in whispers when they discuss COPE".

"Men and women with whom we worked and shared jokes now have to look the other way when we chance upon each other along the corridors of state buildings. And when we meet elsewhere, they report that they risk losing their jobs if they are seen to befriend us," he claimed.
http://www.iol.co.za/index.php?art_id=vn20081215053623188C802612
COPE suggests international poll observers
The international community should consider sending observers to South Africa to determine whether next year's general election was free and fair, newly announced president of the Congress of the People, Mosioua Lekota, said on Tuesday.

Addressing delegates at the closing session of Cope's founding conference in Bloemfontein, he also announced that the party would launch its election manifesto in mid-January next year.

He said he was raising the issue of the polls because, for the first time since the 1994 elections, many people in South Africa and abroad were concerned about the recent tone of political campaigning.

Cope has complained repeatedly that the ANC has interfered with its meetings, and also claimed that voters in recent municipal by-elections were intimidated.
http://www.iol.co.za/index.php?art_id=nw20081216133352910C738983

Es wird spannend werden. Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass der endgültige Niedergang Zimbabwes in einem repressiven Regime mit dem Auftreten einer glaubhaften und wählbaren Oppositionspartei einsetzte. Es wird abzuwarten bleiben, ob der Feindrhetorik in Südafrika Aktionen folgen werden.

Gruß, Michael
11 Beiträge · seit 200817. Dez. 2008 · #860
Das südafrikanische Wirtschaftswachstum lässt stark nach, für das nächste Jahr wird nur noch 1% projiziert (Durchschnitt der letzten drei Jahre bis 2007 war 5.2%), der Rand wird höchstwahrscheinlich zusätzlich an Wert zu verlieren. In den ersten neun Monaten dieses Jahres ist der Bergbau um 8%, die verarbeitende Industrie um 6,9% gefallen -- der größte Fall seit 17 Jahren.

Nicht alles ist verloren, doch das Jahr 2009 wird schwer -- auch abhängig von den politischen Entscheidungen, die im Mai/April des nächsten Jahres fallen.

Siehe "Hard times in South Africa -- http://www.economist.com/agenda/displaystory.cfm?story_id=12797724
Der Namibia-Blog neoliberaler Südwester unter http://www.i-namibia.de/ -- denn ja, es gibt entspannte Deutsche, auch in Namibia und Südafrika.
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