Quo vadis, SA?

1'048 Antworten · 262k Aufrufe · gestartet 26. Sept. 2006 von Yoshikawa
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Gast14. Jan. 2008 · #401
ich würde gern davon wegkommen, sich hier auf historischer Basis nur gegenseitig Vorwürfe zu machen. Mich interessiert eher die zukünftige Entwicklung.
Verzeihung, wenn ich um Entschuldigung bitte, aber mir geht es nicht darum irgendwem Vorwürfe zu machen. Mich interessieren, als Afrikaner 2 Fragen:
(1) wie konnte das passieren
(2) wie kommen wir da raus

Wenn du Aktien kaufen willst, bist du natürlich an ihrer zukünftigen Entwicklung brennend interessiert, aber, mal Hand aufs Herz, schaust du Dir nicht ihren vorigen Verlauf an?
Wie sieht Du beispielsweise die Person Jacob Zuma als designierten nächsten Präsidenten von Südafrika?
Gegen den Zuma würde ich mal sicherheitshalber ein Ermittlungsverfahren einleiten lassen. Es ist so viel Rauch um den Herr, ich wäre nicht überrascht, daß man bei näherer Betrachtung, ein Feuer endeckt.

Und überhaupt, ich finde, daß ANC ausgedient hat. Oder anders ausgedruckt, die glaubten vielleicht, daß mit dem Ende der Apartheid, alles erledigt wäre. Dabei fing es erst richtig an. Naja mag sein, daß unsere alten Kämpfer in einer "Ernte"-Mentalität verfallen sind, und mehr daran interessiert sind, ihre Renten zu sichern.

Entweder andere Ziele oder (eine) andere Partei(en) müssen(muss) her:
- Apartheid wurde aus den Texten gebannt. Jetzt muss man an Köpfen ran. Das Zauberwort heisst Bildung, Bildung, Bildung.
- die Afrikanische Union, an ihr muss zügig gearbeitet werden. Gegen Europa oder Asien oder USA sind unsere kleine und verwundbare Staaten einfach zu schwach und ungünstigt geteilt. (nur gemeinsam können wir zB das Problem mit Waffen- und sonstigen schmuggler in den Griff kriegen)
Und so weiter, und so fort.
- stimmt bei jeder Gelegenheit "Bring mir mein Maschinengewehr" an
Naja, der Bush in diesem Hinsicht tickt auch nicht anders. Das hat er uns in Irak blendend bewiesen, und würde am liebsten, weil es so schön war, auch nach Iran los marschieren.
982 Beiträge · seit 200614. Jan. 2008 · #402
Wenn du Aktien kaufen willst, bist du natürlich an ihrer zukünftigen Entwicklung brennend interessiert, aber, mal Hand aufs Herz, schaust du Dir nicht ihren vorigen Verlauf an?
Das stimmt. Allerdings habe ich den Eindruck, dass du dich zu sehr mit der Vergangenheit als mit der Zukunft beschäftigst.
IMHO ist das Wichtigste am Blick in die Vergangenheit zu erkennen, wie man Fehler zukünftig vermeidet und Dinge besser macht.
- Apartheid wurde aus den Texten gebannt. Jetzt muss man an Köpfen ran. Das Zauberwort heisst Bildung, Bildung, Bildung.
ich bin mir nicht sicher, wie lange du hier im Forum mitliest, aber genau das wurde hier bereits mehrfach thematisiert.
- die Afrikanische Union, an ihr muss zügig gearbeitet werden. Gegen Europa oder Asien oder USA sind unsere kleine und verwundbare Staaten einfach zu schwach und ungünstigt geteilt.
Ich frage mich gerade, wie lange es gedauert hat (oder immer noch dauert), bis die EU ihre Position gegenüber den USA etabliert hat.
Naja, der Bush in diesem Hinsicht tickt auch nicht anders.
😄 Allerdings.
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3'766 Beiträge · seit 200614. Jan. 2008 · #403
Mooli Mo Wanga schrieb:
Virus Africanum schrieb:
Lieber Moli Wanga,

(..)
Sei mir nicht böse, aber nur gegen Yoshikawa anzuschreiben finde ich nicht sehr kreativ und es wird die Welt auch nicht in Schwung bringen

Gruss Kurt alias VA
Warum sollte ich Dir böse sein, wenn du deine Meinung äusserst?
Kein einziges Zeichen hier im Forum wird je die Welt in Schwung bringen.


Steter Tropfen hölt den Stein . Siehe das Apartheitsystem Südafrikas, nicht nur aber auch durch den Westen (Auch eigene interessen spielten sicherlich ein Rolle)

Was mich irritiert, und das haben die wenigstens kapiert, ist nicht so sehr die (ob übertriebene oder nicht will ich darüber gar nicht diskutieren) negative Berichterstattung, sondern die Schlußfolgerung.

Liegt vielleicht daran das Afrikaner und Europäer immer noch Berührungsängste haben. Kleines Beipiel, ich versuche immer mit den Schwarzen, Coloreds und Weissafrikanern (die gibt es auch) in Kontakt zu kommen selbst in Zimbawe, wo ich feststelle dass nachdem einige Vorurteile auf beiden Seiten abgebaut wurden sich über einiges Reden lässt politisches, soziales und auch mal halt nur Smaltalk. Selbst das Thema Mugabe ist kein Tabu auch wenn es (noch)nicht so öffentlich diskutiert werden darf in gewünschtem Masse, was mich auch nicht wundert, ich würde auch nicht so gerne in den Knast gehen! Und hier sehe ich den grossen Konflinkt mit den Nachbarstaaten die sich aus früheren Zeiten auf immer und ewig diesem Regime verplichtet sehen. Aber so ist nun mal halt auch Politik siehe Balkankonflickt in Europa.

In Frankreich wurde ein Ermittlungsverfahren gegen Chirac eingeleitet. In DE erinnern wir uns an Kohl und seinem Ehrenwort. Also Berlusconi in Italien erwähne ich lieber nicht. Und so weiter, und so fort.
Da heisst es immer "korrupte Politiker", "unfähige Politiker", usw.
Passiert aber das gleiche in Afrika, dann sind afrikaner korrupt, unfähig und ähnliche Nettigkeiten
.

Vielleicht, in meiner Wahrnehmung sind diese Politiker auch Korrupt. Aber durch das die einfachen Staatsangestellten am Zoll, Polizei ect. einigermassen anständig entlöhnt werden sind sie zu mindest nicht gezwungen korrupt zu sein, was dieses auch nicht ganz ausschliesst.
In Afrika, Südamerika ist Korruption zT ein überlebeswichtiges Einkommen.
Meine bescheidene Meinung, Korruption ist ein Oekonomisches Problem. Auch meine persönliche Meinung ist das nicht alle Regierenden wirkliches Interesse an der Armutsbekämpfung haben und der Bildung ihrer Landsleute und dies bei weitem nicht nur in Afrika.
Siehe die Vorindustrielle Zeit in Europa, dummgehaltene Massen lassen sich besser manipulieren.


Zweitens wollte ich einfach mal, auch wenn man sie ungern hört, meine Sicht der Dinge erläutern. Man kann nicht ernsthaft behaupten, daß Sklaverei, Kolonialismus und Neokolonialismus spurlos an uns vorbeigegangen ist.
Das ist ein riesiges Kapitel: 600 Jahren afrikanischer Geschichte. Sie verschwindet nicht einfach mal so spurlos, behaupte ich einfach mal.

Mooli Wanga
Yep, da kann keiner Wiedersprechen man kann es auch nicht ungeschehen machen. Vergangenheitsbewältigung beider Seits ist gefragt. Aber eine Voraussetzung wäre auch ein Neubeginn, dieser wird aber eher behindert wenn man immer nur die Tempi passati hochleben lässt, dies macht befangen und behindert die Zukunftsbildung erheblich mE.

Ich verstehe die Vorurteile Schwarzer gegenüber Weissen, aber mann muss auch mal den Weissen oder Teilen dieser weissen Gesellschaft die Chance geben einen Neuanfang zu machen.

Gruss Kurt
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ThemenstarterGast15. Jan. 2008 · #405
Moin zusammen,

heute einmal keine meiner „apokalyptischen Linksammlungen“, sondern meine Gedanken zu der zuletzt entstandenen Diskussion. Ich möchte hier nicht auf die vergangenen 600 Jahre abheben, denn dann würde man mit einem Kontinent beginnen müssen, der zur Zeit seiner beginnenden Eroberung durch die Kolonialmächte weder die Schrift entwickelt hatte, noch den Gebrauch des Rades oder des Pfluges kannte, jedoch sehr wohl die Einrichtung der Sklaverei.

Ehe mir jetzt jemand mit dem Argument kommt, die Eroberung des Kontinents habe deren Menschen an einer fulminanten Entwicklungsgeschichte gehindert, sei an die wenigen staatlichen Beispiele erinnert, die es gibt: Haiti wird seit Anfang des 19. Jahrhunderts von den Nachfahren der dort angesiedelten schwarzen Sklaven regiert, Liberia wird seit 1847 nicht von Weißen regiert und Äthiopien, ethnisch etwas aus der Reihe tanzend, war, mit Ausnahme der kurzzeitigen italienischen Besetzung im 20. Jahrhundert, niemals eine Kolonie.

Diese Länder passen mit ihrer Entwicklungsgeschichte zu dem, was sich in Schwarzafrika seit der Dekolonialisierung beobachten lässt. Ich sehe das Problem nicht darin, 600 Jahre aus den Köpfen heraus, sondern 600 Jahre außerafrikanische Entwicklung in die Köpfe hinein zu bringen. Die immer wieder zu hörende Argumentation, man dürfe nicht einfach „xx“-Werte und –Vorgehensweisen auf Afrika übertragen, kleistert das Problem meines Erachtens zu.

Die Welt ist so, wie sie ist, und Veränderungen dauern in der Regel Generationen. Statt nun, wie die asiatischen Länder - zuletzt insbesondere China – zu lernen und letztendlich die lange geltenden Regeln zu seinen eigenen Gunsten zu brechen, verharren die Regierungen und Gesellschaften Schwarzafrikas im Gestern, die Schuld immer und immer wieder anderen zuweisend.

Wo der Einzelne genauso viel oder wenig Tatkraft und Unternehmergeist hat, wie jeder andere Mensch auf der Erde, versagt die Gesellschaft als Ganzes regelmäßig. Hier kommen wir wieder in die „Bwana-Debatte“, aber ich bin gespannt auf Eure Beispiele von Installationen, Systemen, Institutionen, die ihre Wirkung unter einheimischer Leitung behalten konnten oder vielleicht sogar besser geworden sind.

Einschub: Vielleicht ist nicht jedem bekannt, dass es auch nicht-weiße „Bwanas“ in der Geschichte Schwarzafrikas gab, nämlich die Chinesen. Die haben in den Siebzigern des letzten Jahrhunderts die Eisenbahn aus dem sambischen Kupfergürtel an die tansanische Küste gebaut, damit Sambia sein Kupfer exportieren konnte, ohne auf das Eisenbahnsystem Rhodesiens, Südafrikas oder das der portugiesischen Kolonien angewiesen zu sein. Die Bahn ist in dem in Afrika zu erwartenden Zustand.

Auch Kurts zuletzt eingestellter Link zeigt das afrikanische Dilemma genauso wie Konnos im letzten Jahr eingestelltes Beispiel der Salzwassernutzung in Eritrea. So lange die Leitung in ausländischer Hand ist, funktioniert das Ganze. Nach der Übergabe in einheimische Hände bleibt den Dingen nur noch die ihnen von vornherein innewohnende Lebensdauer.

Ehe die PC-Fanatiker jetzt „Rassismus!!“ schreien, sei es noch einmal wiederholt: Das Problem Schwarzafrikas ist nicht eine wie auch immer geartete „Unfähigkeit“ seiner Menschen, sondern die innere Beschaffenheit seiner Gesellschaften, welche offensichtlich Initiative und Unternehmertum so ausbremsen, dass Afrika auf immer und ewig der Problemkontinent zu bleiben scheint.

Im Jahr 2006 waren wir zur Zeit der verheerenden Regenfälle, die die Traubenernte in Aussenkehr und große Teile der zugehörigen Location zerstört haben, in Norotshama. Einer der dortigen Angestellten hatte in der Location ein Shebeen und einen normalen Laden. Er war Angolaner. In einem anderen Urlaub habe ich mich zum Sonnenaufgang mit einem Taxi zum Flughafen fahren lassen. Der Mann hatte auch noch einen Bully, mit dem er Touren veranstaltete. Er kam aus Mozambique.

Mir ist klar, dass dies Einzelbeispiele sind. Es ändert jedoch nichts an der Fragestellung: Warum sind Einzelne erfolgreich, die Staaten (Gesellschaften) im internationalen Vergleich jedoch so schlecht?

Gruß, Michael

P.S. Unter den erfolgreichen Einzelnen möchte ich in keinem Fall die Profiteure von BEE (Sexwhale etc.) verstanden wissen, sondern Menschen, die durch Arbeit, nicht durch politische Vernetzung, zum -vielleicht auch nur bescheidenen- Erfolg gekommen sind.
3'766 Beiträge · seit 200615. Jan. 2008 · #406
Nur mal so,

der Mord war wiederlich und die politische Tragweite in einem aufgeheizten Land nicht abzusehen.

Hier wird nach harter Bestrafung gerufen (was auch richtig ist) und da es vermulich Weisse waren ist es auch "sehrwarscheinlich" rassitisch!

Aber mal ehrlich, über 1500 Morde an weissen Farmern die kaum je bestraft oder geklärt werden haben natürlich keinen rassistischen Hintergrund.

Dieser Link soll nur zeigen wie komplex und gestört das zusammenleben zwischen Weissen und Schwarzen ist.

Ein Lösung wird da sehr lange Wege gehen müssen.
http://derstandard.at/?url=/?id=3182639

Frust, VA
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zuletzt bearbeitet 15. Jan. 2008
982 Beiträge · seit 200615. Jan. 2008 · #407
Virus Africanum schrieb:
Aber mal ehrlich, über 1500 Morde an weissen Farmern die kaum je bestraft oder geklärt werden haben natürlich keinen rassistischen Hintergrund.
Afrika bildet da keine Ausnahme. Den meisten Menschen geht es so. Es fehlt ihnen an Selbstreflexion und es ist zu einfach, die Schuld auf die "Reichen" zu schieben, dass sie Probleme haben (selbst, wenn es in einem gewissen Umfang stimmt). Zufälligerweise sind die meisten Reichen weiß und dadurch gibt es den Anstrich des Rassismus. Dass man selber aktiv werden muss, um sich zu verändern/verbessern, ist schließlich ein zu steiniger Weg und wird mangels Selbstreflexion ignoriert.

Diese Abhängigkeiten arm/reich sind letztlich überall zu beobachten. In dem ach so freien Amerika werden an der Westküste arbeitende Mexikaner gnadenlos ausgebeutet und verdienen vielleicht 2$/h (man beachte das Preisniveau).
Was hier in Deutschland mit Schwarzarbeitern aus dem Ostblock passiert, brauche ich wohl nicht beschreiben.
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zuletzt bearbeitet 15. Jan. 2008
Gast15. Jan. 2008 · #408
Das stimmt. Allerdings habe ich den Eindruck, dass du dich zu sehr mit der Vergangenheit als mit der Zukunft beschäftigst.
Weil die Vergangenheit eine unverzichtbare und kostbare Quelle ist, wenn man irgendwas verstehen oder nachvollziehen möchte.
Weil die Vergangenheit bei den meisten ziemlich unbekannt ist, und in manchen Fällen, von manchen Personen sogar bedrängt wird.
Weil die Vergangenheit noch nicht vergangen ist, ich flehe dich an, mir zu glauben. Sie lebt weiter in unseren Köpfen. Wir erleben sie täglich in unserem Leben.

Gruß
Mooli Mo
Gast15. Jan. 2008 · #409
Yep, da kann keiner Wiedersprechen man kann es auch nicht ungeschehen machen. Vergangenheitsbewältigung beider Seits ist gefragt. Aber eine Voraussetzung wäre auch ein Neubeginn, dieser wird aber eher behindert wenn man immer nur die Tempi passati hochleben lässt,
Und was macht man, wenn man merkt, dass viele nocht nichts aus der Vergangenheit gelernt haben, oder sie gar verleugnen und Lügen verbreiten?
Gast15. Jan. 2008 · #410
Warum sind Einzelne erfolgreich, die Staaten (Gesellschaften) im internationalen Vergleich jedoch so schlecht?
Genau das versuche ich hier zu erklären. Aber irgendwie habt ihr eine genaue Vorstellung wie die Antwort auszusehen hat. Ich kann doch keine ausschliesslich in der Gegenwart beschränkte Erklärung herzaubern, nur damit "sie passt", oder doch?

Gruß
Mo Wanga
Gast15. Jan. 2008 · #411
denn dann würde man mit einem Kontinent beginnen müssen, der zur Zeit seiner beginnenden Eroberung durch die Kolonialmächte weder die Schrift entwickelt hatte, noch den Gebrauch des Rades oder des Pfluges kannte, jedoch sehr wohl die Einrichtung der Sklaverei.
Mein lieber Mann, da tanzst du aber auf wackligem Boden!
Hegel, Gobineau & Co, diese Dreckskerle haben die Köpfe für eine lange Zeit noch verseucht!

Ich bin leider etwa busy, lass mir bitte bis Morgen Zeit.
zuletzt bearbeitet 16. Jan. 2008
3'766 Beiträge · seit 200615. Jan. 2008 · #412
Hallo,

dieser Satz vom vll zukünftigen Staatsoberhaupt Kenias...

Odinga: Das kommt darauf an, welche Position die internationale Gemeinschaft einnimmt. Sie haben Robert Mugabe in Zimbabwe, den man zu lange toleriert hat, bis er ein Monster geworden ist. Ich glaube nicht, dass es richtig ist, einen anderen Mugabe zu erschaffen hier in Kenia, der Mwai Kibaki heißt. Ich glaube, die internationale Gemeinschaft hat eine Verpflichtung, klare Signale an Kibaki zu senden, dass sie das, was er tut, nicht tolerieren wird.

... finde ich mutig und gradlinieg !!

das ganze Interview unter

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/723530/

Gruss VA
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92 Beiträge · seit 200615. Jan. 2008 · #413
Erst mal grundsätzlich: Wenn Yoshikawa hier wenige mit positiven Sachen antworten, liegt das zum grossen Teil daran, dass Leute zu tun haben und nicht den Grossteil des Tages mit "Recherchen" verbringen;-)

Yoshikawa schrieb:
Ich möchte hier nicht auf die vergangenen 600 Jahre abheben, denn dann würde man mit einem Kontinent beginnen müssen, der zur Zeit seiner beginnenden Eroberung durch die Kolonialmächte weder die Schrift entwickelt hatte, noch den Gebrauch des Rades oder des Pfluges kannte, jedoch sehr wohl die Einrichtung der Sklaverei.
Ein Standardwerk zur afrikanischen Geschichte, Fischer Weltgeschichte Band 32 schreibt (willkürlich herausgegriffen) über das Reich Gana:
"Dies alles zeugt von einem Kulturniveau, das einen Vergleich mit dem Reich seiner Zeitgenossen, der Karolinger und Ottonen nicht zu scheuen braucht."

Dies nur als kurzer Satz dazu (aber ich verstehe schon, dass es Yoshikawa mit solchen Statements nur um Provokation geht;-))

Viele Grüsse

Remo
Remo Nemitz auf Google+ Reisezeiten
zuletzt bearbeitet 15. Jan. 2008
3'766 Beiträge · seit 200615. Jan. 2008 · #415
@CA1130 schrieb:
Vielleicht sollte man das Thema in einem anderen Chat weiterbehandeln.
Wie wäre es damit?
http://www.psychiatriegespraech.de/chat.php
Hi Hi Hiiiiii 😄 😄 😄 😄

ich werde meinen Benutzernamen nicht nennen, könnte ja sein das mir dann empfohlen wird im Namibia Forum tätig zu werden 😛

Gruss VA
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ThemenstarterGast16. Jan. 2008 · #416
Moin zusammen,

heute einmal wieder einige Links.

AIDS in Zimbabwe bald ausgerottet!
http://www.int.iol.co.za/index.php?art_id=nw20080114105518719C861299

Zum Glück hatte je schon Marie Antoinette einen guten Tip für die Armen, die sich kein Brot mehr leisten konnten: Wenn sie sich Brot nicht leisten können, warum essen sie keinen Kuchen?“ (Freie Adaption meinerseits)
http://www.sowetan.co.za/News/Article.aspx?id=681295
Schaut einmal unter dem Stichwort „Land use“ nach:
https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/sf.html

Diese Nachricht hat es heute sogar in die Süddeutsche Zeitung geschafft. Da kann man sehen, auf welche Stichworte Presse reflexhaft reagiert. Die andere Seite, die heute durch den unteren Link repräsentiert wird, schafft es hier nicht in die Presse. Interessant ist die Tatsache, dass Weiß-gegen-Schwarz-Kriminalität immer sofort mit der Beschreibung Rassismus unterlegt wird, wohingegen die um Potenzen größere Schwarz-gegen-Weiß-Kriminalität mit der Beschreibung Diebstahl oder Raub unterlegt wird, selbst wenn gemordet und vergewaltigt, jedoch nichts gestohlen wird:
http://www.news24.com/News24/South_Africa/News/0,,2-7-1442_2252145,00.html
http://www.int.iol.co.za/index.php?art_id=vn20080115064659825C932653

Gruß, Michael
zuletzt bearbeitet 16. Jan. 2008
Gast16. Jan. 2008 · #417
der zur Zeit seiner beginnenden Eroberung durch die Kolonialmächte weder die Schrift entwickelt hatte, noch den Gebrauch des Rades oder des Pfluges kannte, jedoch sehr wohl die Einrichtung der Sklaverei.
Also ich weiss nicht, was du damit sagen willst, aber eins steht fest:
- die Schrift stammt nicht aus Europa.
- das Rad, der Pflug stammten nicht aus Europa.

Und was die Sklaverei angeht, hat Europa weltmeisterliche Leistung erbracht, in einer noch nie da gewesenen "Perfektion". An deiner Stelle würde ich das Thema lieber sein lassen. Europa ist unfähig nur eine Zeile unserer Geschichte zu erkennen, weil sie meint, wir hätten keine, wir sind nichts, aber wenn es um die Sklaverei geht, dann plötztlich kennt sie doch unsere Geschichte. Lächerlich!

Die Wahrheit ist, und Professor Simiyu Wandibba von der Universität of Nairobi hat es sehr treffend formuliert:
"if you want to rule a people, you don't want to give them credit."

Man konnte nicht Leute wie Tiere behandeln und gleichzeitig denen irgendwas menschliches (Geschichte, Soziale Organisation, ...) zuschreiben. Also haben Denker und Philosophen unsere Geschichte einfach ausradiert.

Fakt ist, afrikaner lebten, genauso wie in Europa, in Städten und ländlichen Gegend. Diese müssten ernährt, organisiert und versorgt werden, und das zeugt für verwaltungstechnische, handelstechnische und medizinische Kenntnisse.

Ich möchte gerne Emma George Ross, von The Metropolitan Museum of Art zitieren:
"the Portuguese actually experienced far less culture shock than we might expect. In fact, they encountered urban centers in West Africa comparable to those back in Europe, governed by elaborate dynasties, organized around apprenticeship-based artistic guilds, and with agricultural systems capable of feeding their large populaces".

Wer sich mit dem Thema schon einmal beschäftigt hat, kennt sicherlich schon:
die Asante Konföderation
die Nubier
das Meroereich
das Malireich (nicht zu verwechseln mit der jetztigen Republik Mali)
das Songhaireich
das Benin Königreich
das Ghanareich (nicht zu verwechseln mit dem jetztigen Ghana)
das Kongoreich (nicht zu verwechseln mit den jetztigen Kongos)
das Monomotapareich

und so weiter, und so fort
Abschließend folgender Auszug aus Kulturzeit von 3SAT
"Jahrhundertelang galt Timbuktu als Zentrum der islamischen Gelehrten und der Wissenschaft. Während in Europa nur wenige lesen und schreiben konnten, entstanden hier zehntausende Manuskripte. Religion, Physik, Astronomie und Mathematik - alles wurde hier studiert und zu Papier gebracht" Quelle


Obwohl ich, bewusst, einen sehr sehr (2x) großen Bogen um die antiken Ägypter gemacht habe, möchte ich hier Cheikh Anta Diop unbedingt erwähnen.

-----------
Ein paar Bücher

1- African cities and towns before the european conquest
von Richard W. Hull

2- Travels in the Interior Districts of Africa ( London, 1799)
von Mungo Park

3- The lost cities of africa
von Basil Davidson

4- Die alten Kulturen Afrikas
(aus der Reihe untergegangene Kulturen)

Und natürlich, wie immer, google ist dein Freund.

Mooli Mo Wanga
zuletzt bearbeitet 16. Jan. 2008
Gast16. Jan. 2008 · #418
Virus Africanum schrieb:
(...)

Ich verstehe die Vorurteile Schwarzer gegenüber Weissen, aber mann muss auch mal den Weissen oder Teilen dieser weissen Gesellschaft die Chance geben einen Neuanfang zu machen.

Gruss Kurt
Beziehungsweise müssen sich Europäer, oder Teilen von Ihnen manchmal "selber" die Chance für einen neuen Anfang geben.
Wer mich, nur wegen meiner Hautfarbe, für ein wildes Tier hält, unfähig irgendwas zustande zu bringen, mit dem werde ich bestimmt nichts anfangen. So einer bleibt bei sich, ich bei mir, und gut ist.

Mooli Mo
3'766 Beiträge · seit 200616. Jan. 2008 · #419
Aber Hallo,

sollten wir der Neigung erliegen gewisse Dinge zu verwechseln oder neue Fakten schaffen 🙂

Afrika in der Subsaharazone kannte lange Zeit die Schrift nicht: Die ganze Geschichtschreibung (wobei der Teil schreiben nicht ganz zu trifft) bassierte bis weit in das 19. Jahrhundert nur durch mündliche Ueberlieferung.

Die Runenschrift die eine vollwertige Schrift ist ist anzusiedeln vor den ersten arabischen Schriftzeichen.

Das Rad per definition als Teil einer Machine ist eine Europäschie Erfindung die weit über das alte Rom hinausgeht während in Arabien das Rad als definition Scheibe eine arabische Erfindung ist wie vermutet wird anhand der ältesten gefunden Töpferwaren die auf diese weise hergestellt wurden und ist nachweisbar älter als das Rad in der Definition Machinenteil.

Meines Wissen wurden in Great Zimbawe der grössten Kultur in der Subsahrazone keine Schriften oder Zeichen gefunden. Lasse mich aber gerne eines besseren belehren.

Aber typish für diesen Post ist das er wieder in die Urzeit abgleitet und bei allem Respekt vor der Geschichte bringt es keinen Nutzen für die Bewältigung der aktuellen Probleme.

Die jüngste Vergangenheit 18. bis 19. Jahrhunder heran zu ziehen ist i. O aber nimend würde in Europa für die heutigen soziliale Problem die Stein oder Broncezeit verantwortlich machen wollen.

Mit der Energie die hier verpufft wird für gegenseite Schuldzuweisungen könnte man wirklich etwas positives bewirken die das heuitige Afrika weiterbringen könnte!

Gruss Kurt
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zuletzt bearbeitet 16. Jan. 2008
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