Sicherheit auf Rastplätzen??

28 Antworten · 9'025 Aufrufe · gestartet 26. Jan. 2012 von Ingrid56
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387 Beiträge · seit 200928. Jan. 2012 · #21
Hallo!
Vor unserer Reise 2010 habe ich auch die ganzen "Sicherheitsthreads" gelesen und mich verrückt gemacht, ob wir uns für das richtige Reiseland entschieden haben. Dabei soll es in Südafrika inzwischen ja sogar gefährlicher sein.
Vor Ort war es dann OK, aber wir hatten immer die Geschichten im Hinterkopf, wo mal was passiert war. Letztendlich ist die Gefahr eines Autounfalls aber mit Sicherheit viel größer. Trotzdem bleibt ein mulmiges Gefühl, dass einem sowas passieren könnte.
Um unseren Camper haben wir uns wenig Sorgen gemacht, dachten, den wird schon niemand klauen, so auffällig wie er ist... Außerdem waren wir entweder in der Wildnis oder es gab Parkplatzwächter.
Angst hatte ich aber dann an der Spitzkoppe. Landschaftlich war es wunderschön dort, aber das Dorf befindet sich direkt in der Nähe, und am Abend wurden wir an unserer Campsite noch von bettelnden Kindern bedrängt. Da gingen mir in der Nacht die wildesten Gedanken durch den Kopf.🤔
An unserem Anreisetag hatten wir kurz hinter Windhoek auch gleich eine Panne und mussten auf so einem Parkplatz anhalten. Nichts ging mehr. Wir mussten ein paar Stunden warten, bis ein Ersatzfahrzeug kam. Da war mir auch überhaupt nicht wohl bei der Sache und wir haben ständig geguckt, wer gerade am Parkplatz anhält oder in der Gegend herumläuft... 😐
Trotzdem würde ich wieder nach Namibia fahren. Denn ich denke, dass das Risiko eines brutalen Überfalls (dem ich in westlicheren Ländern sicher noch weniger ausgesetzt bin), eher gering ist. Aber die doofen Gedanken bleiben...
Deshalb finde ich es aber wichtig, wenn Leute davon berichten, wenn ihnen etwas passiert ist, denn dann kann man sich darauf vorbereiten.

Laut Risk Map http://www.welt.de/reise/Fern/article13770676/Das-sind-die-gefaehrlichsten-Laender-der-Welt.html?wtmc=google.editorspick ist es in Namibia nicht gefährlicher als in Deutschland...

Viele Grüße
Katja
1'250 Beiträge · seit 200928. Jan. 2012 · #22
Hallo Hängematte,

Off Topic; Du schreibst:

"Ich habe mittlerweile mehr bedenken abends durch Wiesbaden zu gehen, als unsere nächste Namibiarundreise zu genießen."

Stimmt! Geht uns genau so!!

Gruß vom Elch
Ein Freund ist ein Mensch, vor dem ich laut denken kann. R.W. Emerson Namibia 2013 - http://www.namibia-forum.ch/forum/17-news/278435-unterkunftsbeschreibungen-unserer-letzten-reise.html?start=12 Namibia 2015 - http://www.namibia-forum.ch/forum/8-camping/286282-unsere-campsites-im-maerz-2015.html
Themenstarter88 Beiträge · seit 201229. Jan. 2012 · #23
Liebe Forumsmitglieder,

vielen Dank für eure Antworten, das hilft wirklich sehr. Wir sind schon viel in der Welt herumgereist, meist mit Mietwagen und es ist klar, dass man überall aufpassen muss, aber wir waren doch etwas verunsichert, auch über diese vielen Meldungen über Ueberfälle, die man im Internet lesen kann. Eure Antworten relativieren es sehr.

Also nochmals vielen Dank
Ingrid
1'130 Beiträge · seit 200629. Jan. 2012 · #24
Hallo Ingrid,
du mußt das alles in der richtigen Relation sehen. Wenn in SA oder NAM ein deutscher Tourist überfallen wird, steht das groß in allen Zeitungen, wird ein Einheimischer überfallen eher nicht. In Dänemark wird während der Hochsaison ständig vor Übernachtungen auf Autobahnparkplätzen gewarnt, in D haben wir während dieser Zeit um die 60-100 Einbrüche in Camper auf solchen Parkplätzen, während die Leute drin liegen und schlafen, im südlichen Frankreich und rund um Barcelona ist es eher die Regel, das was passiert.
Nimmst du die Zahl der Touris ins Verhältnis zu den Überfällen ist NAM sehr ruhig, nimmst du die Überfälle im Vergleich zu den Einwohnern ist der Vatikanstaat eins der verbrechensreichsten Länder dieser Welt. Die Wahrscheinlichkeit, das etwas passiert, während du ruhig, gelassen aber sorgfältig alle "normalen" Regeln beherzigst ist eher gering, sollte ein pot. Täter merken, dass du voller Angst bist und zitterst bist du sicher ein potentielles Opfer.
Ich bin immer für geteilte Meinungen, Hauptsache man teilt meine. "The Only Easy Day Was Yesterday"
Gast29. Jan. 2012 · #25
Hallo,

es hat in vielen Reiseforen eine große Tradition, die Warnungen des AA als lächerlich, übertrieben oder völlig inkompetent darzustellen. In anderen Foren waren Leute z.B. in Mali. Danach kamen die üblichen Aussagen (sinngemäß): "Habe mich völlig sicher gefühlt. Völliger Unsinn was das AA da erzählt". Aktuell wurde nun wieder ein Deutscher erschossen und weitere entführt. Gleiches Spiel gerade in Äthiopien. Sinngemäß: "War grandios, haben uns nicht eine Sekunde bedroht gefühlt". Aktuell gab es auch dort erschossene und entführte Touristen am Erta Ale. Das AA hat in beiden Fällen letztlich leider Recht gehabt.

Die Qualität der Warnungen des AA hängt immer stark vom jeweiligen Botschaftspersonal vor Ort ab und da sind sicherlich auch ein paar Ausfälle dabei. Im allgemeinen sind die Warnungen des AA durchaus fundiert. Was offenbar gern misinterpretiert wird: Wenn das AA vor etwas warnt, dann heißt das mitnichten, dass das 100 Prozent der Reisenden betreffen wird. Der übergroßen Mehrheit passiert auch in mehr oder weniger gefährlichen Gebieten nichts. Von 100 kommen eben mindestens 99 zurück, die alles super und völlig sicher fanden.

Ich denke man sollte die Warnungen des AA durchaus ernst nehmen. Insgesamt ist das Kriminalitätsniveau in Namibia meines Erachtens aber keinesfalls so, dass man deswegen von Reisen absehen sollte. In den letzten 2 Jahren scheint es in Namibia auch große Fortschritte beim Schutz der Touristen gegeben zu haben. In Windhuk wurde u.a. eine Touristenpolizei etabliert und das scheint etwas zu bringen. Dafür darf man Namibia bei aller sonstigen Kritik (Preise, etc.) dann auch mal loben. In der AZ gab es eine Zeit lang im Wochenrhythmus Berichte von Überfällen auf Touristen: Im Stadtgebiet von Windhoek, auf Okonjima, Duensterbrook, im Trans Kalahari Inn, in der Opuwo Country Lodge usw. Da ist seit Monaten Ruhe.

Beste Grüße

Guido
709 Beiträge · seit 201129. Jan. 2012 · #26
Hi,

zuerst einmal: die totale Sicherheit gibts nicht.

Wir wohnen in einer Großstadt und nach der Wende (vorher nicht) wurden in unsere KFZ ca. 14x eingebrochen und eines gestohlen. Der Diebstahl wurde aufgeklärt, da ein Hausmeister einer Schule die Polizei informierte und Angaben zum Fahrer machen konnte. Geahndet wurde der Diebstahl nicht, da der Dieb unter 14a war.

Bei unseren Urlauben (meist Nordafrika, RO, BG, RUS, UA, Baltikum usw), ist uns nie etwas abhanden gekommen und es gab nie eine gefährliche Situation.
Einmal wurden KFZ unserer Gruppe im Hafen von Marseille nachts aufgebrochen, obwohl die Leute darin schliefen.
In F wurden wir auf der Autobahn an Raststellen auch mehrmals von der Polizei angesprochen, unserer KFZ nicht ohne ständiger Aufsicht zu lassen.

Selbstverständlich halten wir unterwegs nur an Stellen, welche eine weite Rundumsicht bieten oder völligen Blickschutz gegen Andere bieten.

Auch an Geldautomaten im Ausland sichern wir uns gegenseitig.

Unsere Bekleidung und Ausrüstung auf solchen Reisen ist weder neu noch teuer. Also einfache Safariklamotten aus dem Militaryladen, wie z.B. beige BDU-Hosen, Safariwesten für unter 50€ usw.

Wir treten nicht dominant, aber auch nicht ängstlich auf, sondern eher bestimmt und sicher.
Vielleicht hilft uns auch mental, daß 2 von uns 3 viele Jahre Kampfsport machten bzw machen.

Man sollte weder wie ein Hummeldumm und auch nicht wie Kongomüller auftreten. Wer wie ein leichtes unbedarftes Opfer oder Depp rumläuft ist gefährdet und Rambotypen machen sich auch keine Freunde.

Bisher sind wir so gut unterwegs gewesen. Trotzdem kann immer etwas passieren...

Gruß

Rocky
-------------------------- ...der schon öfter 4x4 in Afrika war... http://www.4x4club-leipzig.de/ http://www.baja-deutschland.de/
zuletzt bearbeitet 29. Jan. 2012
2'048 Beiträge · seit 200729. Jan. 2012 · #27
Hallo Guido,
du hast völlig recht und ich stelle ausdrücklich fest, dass die Warnungen des AA nicht unbegründet sind.
Aber es ist alles relativ - sehr relativ.
Meine Frau war sehr besorgt wegen der Sicherheit bevor ich sie 2008 zusammen mit allen 4 Kindern mit nach Namibia genommen habe.
Bei den Reisevorbereitungen brauchten wir eine größere Menge Bargeld, dass wir bei unserer Hausbank in einem kleinen Städtchen in Süddeutschland persönlich abholten. Nachdem wir gerade unser Geld erhalten hatten kam ein Typ mit Revolver in die Bank und überfiel diese Filiale. Ging alles komplikationslos ab und wie ein Wunder hat meine Frau dann viel weniger über ihre Sicherheitsbedenken in Namibia gesprochen. Es ist eben alles sehr relativ.
Nur mir ist wichtig: Das subjektive Gefühl von Sicherheit ist sehr bestimmend für die Qualität eures Urlaubes. Nur: Fast alle fühlen sich sicher, oft einfach zu sicher - bis es passiert.
Ich war in den letzten 5-6 Jahren insgesamt ca. 14 Monate im südlichen Afrika unterwegs, bin 40 bis 50.000 km überwiegend im eigenen Auto oder mit Autos von Freunden gefahren und habe viel auch abseits der normalen Tourismusziele besucht (soziale Projekte, abgelegene kommerzielle Farmen etc.). Dadurch habe ich viele, auch sehr persönliche Kontakte zur einheimischen Bevölkerung bekommen. Ich habe dabei keine Angst, also ich fühle mich gut, auch wenn ich in Katutura oder in Squattercamps bin. Aber ich bin vorsichtig, versuche umsichtig zu sein und rechne immer mit Leuten, die es nicht gut und freundlich mit mir meinen. Das ist deutlich mehr als hier in D, aber es hindert mich nicht, das zu tun, was ich tun will. Es bestimmt höchstens die Art, wie ich es tue, wo ich parke und was in meinem Auto sichtbar rumliegen darf. Aber auch hier in Leipzig würde ich mein Auto nicht mit sichtbarem Navi, Foto oder Fernglas parken und an meinem Arbeitsplatz habe ich eine Parkplatz mit Videoüberwachung gemietet. Und ebenso lasse ich mein Auto in Namibia bewachen oder nehme auch oft Leute mit, die sich besser auskennen, wenn ich z.B. einzelne Familien in den Wohngebieten besuche.
Mir ist einfach auch immer die enorme Einkommensdifferenz bewußt. Ich bin als potentielles Opfer für potentielle Täter unermesslich reich. Also unterlasse ich alles, was meinen / diesen Reichtum noch demonstrieren könnte.
Trotzdem kann mir schon bei der nächsten Tour etwas passieren. Aber ich denke, auch für den Fall eines Falles habe ich mir genügend Gedanken gemacht. Außerdem bin ich nicht bereit für einige € mein Leben zu riskieren.

Viele Grüße
jaw

P.S. jetzt wurde ich beim Schreiben durch ein längeres Telefonat gestört und habe den Post von Rocky erst danach gesehen - ich denke er hatte die gleichen Motive wie ich - hätte es mir also sparen können und entschuldige mich für die Doppelung
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
zuletzt bearbeitet 29. Jan. 2012
55 Beiträge · seit 201029. Jan. 2012 · #28
Hallo zusammen,

ich habe 2008 meine erste Afrika Reise unternommen. Ich war zusammen mit meinen Schwiegereltern und meiner Frau (alle 3 sehr afrikaerfahren) 4 Wochen in Südafrika, Mosambique, Swasiland und Botswana unterwegs.

Im Vorfeld habe ich natürlich viel recherchiert (Forum, Reiseführer, Auswärtiges Amt, etc.) und mir so einige Gedanken über die Sicherheit gemacht.

Auf der Reise haben wir versucht auf Überlandfahrten nur an Rastplätzen zu halten, die übersichtlich und ohne andere Besucher waren. Zudem haben wir, wie oft empfohlen, nicht bei vermeintlichen Autopannen anderer angehalten und unsere Hilfe angeboten.

Nach ca. 1,5 Wochen sind wir über Pafuri Gate in den Krüger NP gefahren. Als wir ca. 10 km in den Park gefahren waren, sahen wir etwas zuerst unindentifizierbares am Rand der Starsse liegen. Wie glaubten einen Menschen im Gras liegen gesehen zu haben. Nach kurzer Diskussion habe ich den Rückwärtsgang eingelegt und es lag tatsächlich einen Mann im Gras . Wir hielten an und machten das Fenster ein wenig herunter und sprachen Ihn auf Englisch an. Der Mann schein nicht bei Bewusstsein, hatte keine Schuhe und zerrissene Klamotten und2 Rohe Maiskolben in seinen Taschen.

Da wir uns aufgrund von Pressemeldung, Reiseführern, etc. (wenn wir aussteigen kommen seine Kumpels aus den Büschen gesprungen etc.) nicht trauten auszusteigen, entschieden wir zum Gate zurückzufahren und die Ranger zu holen. Als wir zurückfahren wollten kamen uns 2 Südafrikaner entgegen, welchen wir über den Mann am Straßenrand informierten. Sie wollten sich um den Mann kümmern und sagten wir sollen die Ranger holen.

Als wir mit den Rangern zurückkamen, hatten die Südafrikaner dem völlig dehydrierten Mann schon Wasser gegeben und es waren keine andern Männer aus den Büschen gesprungen 😎

Der Ranger erzählte uns, es handele sich bei dem Mann um eine Flüchtling aus Simbabwe. Es käme in letzter Zeit immer öfter vor, dass junge Männer versuchen durch den Krüger von Simbabwe nach Südafrika zu flüchten. Sie würden auf Bäumen schlafen
und manche würden es nicht schaffen. Der Ranger nahm den Mann mit und wahrscheinlich wurde er ein paar Tage später nach Simbabwe zurück geschafft.

Ich will nicht sagen, dass wenn wir nicht angehalten hätten, der Mann gestorben wäre. Doch es hat uns schon nachdenklich gemacht, dass wenn alle sich an die Ratschläge aus Internet, etc. halten würden, gerade in einsamen Gebieten wirklich hilfesuchenden nicht geholfen würde.

Nach weiteren 3 Afrikareisen (Botswana, Namibia) kann ich sagen, dass wir bisher auf keiner Reise auch nur annährend in eine gefährlich Situation geraten sind!
Wir sind dennoch weiter vorsichtig und halten meist nur ungern auf Rastplätzen auf denen schon andere Autos stehen.

Ich denke man sollte schon vorsichtig sein und sich von seinem gesunden Menschenverstand leiten lassen.

Generell empfinde ich die hier besprochenen afrikanischen Länder für Selbstfahrer als sehr sicher!

Beste Grüße

Wilson
zuletzt bearbeitet 29. Jan. 2012
962 Beiträge · seit 200730. Jan. 2012 · #29
Hier mein Kommentar:
in den letzten 6 Jahren ist uns , bis auf eine kritische Situation in Maun, wo wir im Zentrum mit Aufmerksamkeit und resolutem Handeln einen Autoeinbruch vereiteln konnten, nie was passiert. Aber trotzdem, ohne in Panik zu verfallen:
Immer Augen auf!
Resolut und selbstbewusst auftreten, beim Shopping auf Personen achten, die in verschiedenen Geschäften auffällig auftauchen, diese ansprechen.
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.
Beim ATM durch Begleitperson sichern lassen.
Auf sich dem Rastplatz nähernde Fahrzeuge achten, ggf. schnellen Abzug sichern.
Immer Zentralverrieglung auch während der Fahrt schliessen, auch den Kofferraum!!!!!!
Auch auf Campingplätzen nicht leichfertig sein und die abgewandte Tür verschlossen halten, Gelegenheit macht Diebe!
Niemals in Windhoek im Strassencafe eine Kamera auf den Tisch legen, ruck zuck, ist sie weg!! (Warnung einer Bedienung!)
Sich in Städten nie auf Gespräche einlassen, um abgelenkt zuwerden.
Das sind Erfahrungen die wir gemacht haben.
Aufmerksamkeit wünscht allen Interessierten Frank
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/193547-afrika-2011-so-qbeautiful-greenq-1teil.html http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/193761-afrika-2011-so-beautiful-green-teil-2.html http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/195398-a-f-r-i-k-a-2011-so-beautiful-green-teil-3.html