Sicherheit auf Rastplätzen??

28 Antworten · 9'025 Aufrufe · gestartet 26. Jan. 2012 von Ingrid56
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Themenstarter88 Beiträge · seit 201226. Jan. 2012 · #1
Hallo liebe Forumsmitglieder,

ich habe versucht im Forum was zu finden, war aber bislang nicht erfolgreich, deshalb die direkte Frage:

Wir fahren im Mai/Juni nach Namibia für knapp 4 Wochen (wir sind das erste Mal in Afrika, haben aber sehr viel Reiseerfahrung) und wollen die Runde Windhoek, Kalahari Anib Lodge, Sossusvlei, Swakopmund, Erongo, Etosha, Windhoek machen, Uebernachtung in Lodges. Bisher haben wir nur positives über Namibia gehört. Beim Suchen nach Sicherheitshinweisen (u.a. auswärtiges Amt) findet man den dringenden Hinweis nur nicht auf unbewirtschafteten und einsamen Rastplätzen anzuhalten, "da die Gefahr dort überfallen zu werden, für Touristen enorm hoch ist".

Was genau haben wir uns darunter vorzustellen? Wenn ich mir unsere Reiseroute auf der Karte so anschaue, fährt man da sehr viel durch einsames Gebiet, heisst das man kann da nirgends anhalten und muss 5-6 Stunden durchfahren bis man bei der nächsten Lodge ist? Das wäre eigentlich nicht das, was wir uns vorgestellt haben, ich habe derartige Hinweise hier auch noch nirgends gelesen.

Für diesbezügliche Hinweise und generelle Sicherheitstipps wären wir sehr dankbar. Sollte ich hier das "Sicherheitsthema" nur nicht gefunden haben, bitte ich um Entschuldigung

Vielen Dank im voraus
Ingrid
1'942 Beiträge · seit 201126. Jan. 2012 · #2
Hallo Ingrid,
ich kann Dir jetzt nicht sagen, ob meine Variante sicher war oder nicht, aber ich hab eben auch diese Hinweise gelesen und nicht auf den Rastplätzen entlang der Straße gehalten. Zum Teil bin ich längere Strecken wirklich durchgefahren oder ich bin in kleiner Straßen eingebogen, ein Stück reingefahren, und hab dort dann gehalten. Die Aufenthalte habe ich aber wirklich nur zum Pink... und für eine kurze Jause genutzt. Entlang den Straßen ist es ohnehin nicht sehr malerisch und so habe ich mich dann immer erst an meinem Ziel wirklich entspannt.

Liebe Grüße
Solitaire
www.margit-noehrer.com FB und Insta: reisende.autorin Buch: Der glühende Atem der Wüste Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
723 Beiträge · seit 201126. Jan. 2012 · #3
Hallo Ingrid,
auch wir haben kein Patentrezept! Aber je weiter wir von Ansiedlungen weg waren je sicherer haben wir uns gefühlt! Manchmal waren wir direkt froh, wenn uns ein Auto entgegen kam oder wenn wir von einem Auto überholt wurden. Auf einem Parkplatz zwischen Sesriem und Swakopmund hielt plötzlich ein Auto neben uns, ein Südafrikaner stieg aus und kam mit strahlendem Gesicht und mit den Worten auf uns zu: "Mitten im Nichts habe ich Menschen gefunden!!" Ich glaube das trifft es recht gut! Mitten im Nichts ist die Gefahr meinen wir gering. Auf dem Weg von Etoscha nach Rundu und in den Caprivi lagen die Siedlungen an der Straße und die Armut war spürbar für uns. Hier haben wir auf den Parkplätzen nicht gehalten. Selbst das Pink.. haben wir uns da verkniffen!
Gruß Reinhard
zuletzt bearbeitet 26. Jan. 2012
9 Beiträge · seit 201226. Jan. 2012 · #4
Hallo Ingrid,

ein entfernter Bekannter, der in Namibia aufgewachsen ist, aber seit Jahrzehnten in Deutschland lebt, ist während eines Besuchs bei seinen dort lebenden Verwandten auf einem Rastplatz überfallen worden. Er war mit seiner Schwester unterwegs, sie hielten an um die Hunde kurz aus dem Auto zu lassen. Aus einem Busch kamen einige Leute, haben die beiden zusammengeschlagen, ich glaube sogar angeschossen, und sind mit dem Auto abgehauen.
Die beiden lagen da in ihrem Blut, haben überlebt, aber das hat mich schon sehr geschockt.
Ist jetzt einige Jahre her, aber ich würde doch sehr vorsichtig sein.

War auch schon mal in Namibia, alleine, und habe eine Bekannte dort besucht. Das war vor den Ereignis. Nicht eine schlechte Erfahrung habe ich gemacht.
Und in zwei Tagen geht es über Südafrika in den Süden Namibias los 🙂. Wir werden aber nur an übersichtlichen Stellen anhalten, an denen absolut sicher ist, dass nicht irgendwo jemand versteckt sein kann.

Lasst Euch deshalb nicht von einer Reise in dieses traumhafte Land abhalten, aber seid halt wachsam. Passieren kann Euch auch in Deutschland genug. Wenn ich hier, in Hannover, montags in die Zeitung schaue mag ich es manchmal auch nicht glauben.

Liebe Grüße
Ulrike
303 Beiträge · seit 201026. Jan. 2012 · #5
Hallo Ingrid,

wir sind jetzt schon zweimal quer durch Namibia gefahren, auch größtenteils eure Route und haben gefühlte tausend Mal angehalten. Teilweise alle 100 Meter, weil´s wieder ein tolles Fotomotiv gab.

Wo wir auch NICHT angehalten haben, das waren die Rastplätze, die sind eh nicht schön oder direkt am Rand von Siedlungen. Mitten in der Wildnis jederzeit gerne und wir haben uns immer sicher gefühlt. Wir haben da auch Frühstücks- oder Kaffeepausen gemacht. Nur bitte den Müll immer wieder mitnehmen, weil Mülleimer hat´s da dann natürlich keine. 😉

Ich hoffe das hilft dir weiter.

Viele Grüße
Tanja
Reisebericht Namibia 2010 Reisebericht Namibia+KTP 2011 Reisebericht Botswana 2012 Reisebericht Namibia&Botswana 2013 Reisebericht Südafrika 2014
723 Beiträge · seit 201126. Jan. 2012 · #6
Hallo Ingrid,
vielleicht noch etwas zum Mut machen:
Wir waren auf dem Weg in Richtung Palmwag. Wieder im "Nichts"! Ein paar hundert Meter vor uns sahen wir ein Fahrzeug auf der anderen Straßenseite stehen. Als wir näher kamen sahen wir, dass die Fahrertür offen war und ein Schwarzafrikaner auf dem Türschweller saß.
Wir waren sehr unschlüssig ob wir halten sollten und er hat wohl auch nicht mit uns gerechnet. Trotzdem fuhren wir mit verschlossenen Türen und einem mit kleinem Spalt geöffneten Seitenfenster heran und blieben stehen. Die strahlenden Augen hättest du sehen sollen! Leider konnten wir ihm nicht helfen! Er brauchte Diesel und wir fuhren Benzin. Nur wenige Kilometer später hatten wir eine Reifenpanne. Mit unserem Wagenheber war's zum verzweifeln. Plötzlich hielt ein Auto neben uns, die Seitenscheibe ging herunter und ein Schwarzafrikaner schaute uns mit fragendem Gesicht und erhobenen Daumen an. Ich schüttelte den Kopf, der Mann stieg aus, holte seinen Wagenheber aus dem Auto und in zehn Minuten war alles erledigt. Auch das ist Afrika!
Gruß Reinhard
1'250 Beiträge · seit 200926. Jan. 2012 · #7
Hallo Ingrid,

willkommen im Forum!

Du hast ja inzwischen schon einige Tipps hier erhalten; wir haben uns in Namibia noch nie unsicher gefühlt. Wie Du siehst, macht jeder seine Erfahrungen.

Wir haben bei unseren Reisen durch das Land immer darauf geachtet, nicht auf Rastplätzen mit Buschwerk drumherum anzuhalten, wo Menschen sich verstecken könnten.
Ansonsten haben wir es auch so gehalten wie die Vorredner hier - einfach auf der Strecke, wo es uns gefiel, angehalten und gerastet, das war nie ein Problem.

Lasst Euch nicht abhalten, in dieses wunderschöne Land zu reisen, denn "passieren" kann schließlich überall etwas.

Viel Spaß bei der Planung - und wenn Du noch weitere Fragen hast, bekommst Du hier sicher kompetente Antworten.

Viele Grüße vom Elch
Ein Freund ist ein Mensch, vor dem ich laut denken kann. R.W. Emerson Namibia 2013 - http://www.namibia-forum.ch/forum/17-news/278435-unterkunftsbeschreibungen-unserer-letzten-reise.html?start=12 Namibia 2015 - http://www.namibia-forum.ch/forum/8-camping/286282-unsere-campsites-im-maerz-2015.html
5'538 Beiträge · seit 200826. Jan. 2012 · #8
Hallo Ingrid,

diese Reisehinweise basieren auf ein oder zwei Raubüberfällen vor wirklich vielen Jahren. Ein wird oben geschildert. Und da das Auswärtige Amt eine besondere Fürsorgepflicht hat, schreiben Sie alles auf, was mal passieren könnte.

Seit einiger Zeit beobachte ich, dass hinter den Rastplätzen Zäune hochgezogen werden. Warum? Genau weiß ich es nicht. Aber es dürfte auf jeden Fall verhindern, dass Menschen direkt am Rastplatz im Busch auf Dich lauern. Ach ja, es ist schon gesagt worden, aber ich wiederhole es noch einmal - je weiter Du von der Stadt weg bist, umso gerinder ist das Risiko.

Halte Deine Augen auf und parke halt an Rastplätzen, die übersichtlich sind. Davon gibt es genug.

Liebe Grüße
Gerd
2'048 Beiträge · seit 200727. Jan. 2012 · #9
Hallo Ingrid,
LKW-Fahrer loben in Namibia, dass sie hier fast überall auf freier Strecke stehen bleiben können.
Als Tourist musst du aber immer bedenken, dass es ein sehr großes Einkommensgefälle gibt. Für viele Einheimische ist deine Kamera z.B oft ein Vielfaches ihrer Jahreseinkünfte. Für diese Menschen erscheinen Touristen unermesslich reich.
Deswegen solltest du immer vorsichtig sein. Mietwagen sind von weitem meist als solche erkennbar. Du identifizierst dich als reich, ohne Ahnung und oft sooo leichtsinnig.
Ich selbst habe an Rastplätzen in Namibia noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Pannen und Unfälle schaue ich mir sehr genau an und nähere mich nur langsam, hatte aber auch noch nie ein Problem damit.

Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
1'125 Beiträge · seit 200627. Jan. 2012 · #10
Zäune hochgezogen hinter den Rastplätzen? Ja, das habe ich auch beobachtet. Soll das der Sicherheit dienen? Ich glaube nicht. Die Wahrheit dürfte weit profaner und stinkiger sein. Früher war das Gelände dahinter eine reine Kloake. Das soll wohl unterbunden werden. Ist aber meine Privattheorie ...
Guat's Nächtle!
Rodrigo
Omnia vincit amor
2'240 Beiträge · seit 201127. Jan. 2012 · #11
Hallo
ich denke das richtige Konzept - wie ja schon von Vorrednern bestätigt - ist wie überall; gesunder Menschenverstand und Weitsicht (einen Schritt weiter denken).

Namibia ist verglichen mit anderen afrikanischen Ländern recht entspannt, sicher und übersichtlich (im Sinne von: zum falschen Zeitpunkt, am falschen Ort - kann überall etwas passieren).

Wenn man zu zweit/Gruppe unterwegs ist; gibt es ja auch ein paar Tricks, die relativ einfach durchführbar sind:
- nur an übersichtlichen Plätzen anhalten, wo man sieht was 100 m nebenan geschieht/auf Strassen anhalten, wo man sieht, ob sich ein Auto/Leute/Tier nähert
- falls es doch mal Situationen mit Leuten gibt (Städte): Gruppe trennen u. weiterlaufen
- lächeln u. bestimmt weitergehen - so tun wie man nichts versteht
- nicht gross in Gespräche verwickeln lassen (in Fällen wo man sich nicht wohl fühlt)
- immer so organisiert sein, dass man worst case auch alleine weiterkommt (z.B. Hilfe holen, etc.)
- etc.

Gruss Mari
Nächste Reiseziele: ab Mai 2025:Zentralasien https://www.polarsteps.com/marimariontour https://www.instagram.com/marimari_on_tour/
zuletzt bearbeitet 27. Jan. 2012
723 Beiträge · seit 201127. Jan. 2012 · #12
Hallo Ingrid,
habe dir eine PN geschickt!
Gruß Reinhard
72 Beiträge · seit 201027. Jan. 2012 · #13
Hallo Ingrid,
wir haben regelmäßig Kaffee- Pipi- Pausen gemacht. Von der Lodge haben wir uns heißes Wasser in einer Thermoskanne mitgenommen und dann gab es Nescafe.
Angehalten haben wir an Rastplätzen. Die lagen natürlich weiter weg von Siedlungen. Wegen dem Pipi.
Die Türen blieben offen, gehalten wurde in Fahrtrichtung und bei großer Unsicherheit lief auch noch der Motor.
Auch die Zäune gaben eine Sicherheit.

LG

Sabine
238 Beiträge · seit 201128. Jan. 2012 · #14
Hallo zusammen,

das Thema scheint immer wieder aktuell zu werden...dazu hat kürzlich jemand einen Bericht eingestellt, wonach in der Nähe der Vic.falls ein brutalerer Überfall auf einem eher belebteren Rastplatz stattfand (allerdings in der Dämmerung, was ein weiterer wichtiger Punkt ist zur Beachtung)

Ich möchte auch dazu raten, bei Übernachtungen in der Nähe von Orten/Städten auch auf Absicherung zu achten! So hat nicht jede Campsite o.ä. Strom in der Umzäunung, Security etc.

In Maun wurden Bekannte nachts 05.2009 auf dem Capingplatz (Maun, Audi-Camp) ausgeraubt. Kurz zuvor waren Südafrikaner ebenso überfallen und einer angeschossen worden, weil er sich wehrte. Grund der Überfälle: Der Absicherungszaun führte keinen Strom.

Ferner soll man bei einem Überfall die Leute NIE anschauen, sondern auf den Boden gucken. (die wissen dann, das man sie nicht wiedererkennt) Das, was sie verlangen, machen, nicht diskutieren oder das Verlangte teilweise vorenthalten. Das kann dann böse werden, wenn es entdeckt wird! Dann hat man eher die Chance, mit einem "blauen Auge" davonzukommen. Diese Empfhelung erhielt ich von einem Kollegen, der 1 Jahr in JNB arbeitete.

Ansonsten: Wir halten uns dieses Jahr viel in der Wildnis auf und sind nur eine Nacht in Maun und Livingstone, beides abgesichert. Auch in Kapstadt werden wir im sichereren Teil der Stadt sein (Waterkant) Da dürfte das Risiko gering(er) sein.

LG

Sven
zuletzt bearbeitet 28. Jan. 2012
1'362 Beiträge · seit 201128. Jan. 2012 · #15
Hallo Zusammen,
muss mich jetzt doch mal hierzu äußern, denn es gibt mir schön ein mulmiges Gefühl. 😕 😐
Es gibt ja einige Sicherheit -Threads, die ich mir am Anfang auch alle durchgelesen habe. Der große Tenor war: Namibia ist ein weitgehend sicheres Reiseland, wenn man -wie überall auf der Welt !! - eine "selbstverständliche" Vorsicht walten lässt ( nicht Schmuckbehangen durch die Gegen laufen, Auto sicher abstellen, etc.).
Diese Beiträge zeigen mit doch irgendwie ein anderes Bild.
Wir haben bislang auf eigene Faust Auto-Rundreisen gemacht durch Australien, Costa Rica und USA (Hawaii) und natürlich innereuropäisch und ich hatte mich NIE und NIRGENDWO dazu genötigt gefühlt mein Auto/ "Fluchtfahrzeug" bei einer Foto-, Kaffee-, Pinkel- oder sonstigen Pause mit laufenden Motor,offenen Türen und in Fahrtrichtung stehen zu lassen..!!!!!!!

Hmmm, wie sieht's denn dann aus mit mal in einem Städtchen/ Dorf anzuhalten um in einer Bäckerei einen Kaffe zu trinken, oder bei einem Verkaufsstand...
Darf ich nie aussteigen, wenn ein anderer eine Panne hat um zu helfen...

Mit sehr nachdenklichen Grüßen ob ich mich für das richtige Reiseland entschieden habe
Eura Nane
Meine Reiseberichte - Namibia/ Südafrika
zuletzt bearbeitet 28. Jan. 2012
96 Beiträge · seit 201228. Jan. 2012 · #16
Hallo Nane,
ich kann Dein mulmiges Gefühl verstehen. Vor der Reise kamen bei mir auch immer diese Gefühle auf, vor allem, weil wir mit unseren drei Kindern fuhren. Aber im Land habe ich mich nie unsicher gefühlt. Verteilt auf vier Mal waren wir ca. 15 Wochen unterwegs.
Garantie gibt es nie - aber die gibt es auch schon gar nicht mehr in Deutschland.
Beim Einkaufen haben wir den Campingbus - ersichtlich für alle, dass wir Touristen sind, zu vielen anderen Autos gestellt oder auch in Sichtweite. Aber ansonsten darf Angst und starke Vorsicht nicht im Vordergrund stehen, sonst kannst Du den Urlaub in diesem schönen Land nicht genießen.
Gruß Almut
zuletzt bearbeitet 28. Jan. 2012
5'538 Beiträge · seit 200828. Jan. 2012 · #17
Liebe Fomis,

das Thema Sicherheit ist und wird hier immer wieder mal Thema sein, so lange wir Neue hier im Forum haben, die sich sorgfältig auf die Reise vorbereiten. Dann lesen die u. a. eben auch die Empfehlungen vom AA und das AA wird sich aus Fürsorge- und erst Recht aus Haftpflichtgründen immer sehr, sehr zurückhaltend ausdrücken. Das gilt nicht nur für Namibia. (Schade, dass sie keine Reiseempfehlungen für Deutschland dort rausgeben. Da würden wir bestimmt staunen, was wir alles lassen und/oder beachten sollen).

Man muss als Tourist in allen Ländern der Welt, insbesondere in den Ländern, wo das Armutsgefälle erheblich stärker ist als in Deutschland, die Augen offen halten und sich normal vorsichtig bewegen. Wenn ich mich aber übervorsichtig verhalte, dann falle ich erst Recht als Tourist auf und dann provoziere ich die bösen Buben gerade. Das nennt man dann eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.

Liebe Grüße
Gerd
zuletzt bearbeitet 28. Jan. 2012
723 Beiträge · seit 201128. Jan. 2012 · #18
Gerd1942 schrieb: Das nennt man dann eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.
Oh Gerd! Schöner kann man das nicht sagen!


Hallo Nanne,
du schreibst zu den Posts "...es gibt mir schön ein mulmiges Gefühl...". Das ist aber doch eine ganz natürliche und auf Selbsterhaltung ausgerichtete Reaktion des Unterbewusstseins. Wir wollten die Reaktion bei dir weder auslösen oder verstärken sondern in erster Linie haben wir doch beschrieben, dass auch wir davon betroffen sind und das jeder seine eigene Methode hat damit umzugehen.
Wenn jemand aus Afrika zurückkommt ohne überfallen worden zu sein ist das kein besonderes Glück, es ist eher die Normalität! Vielmehr ist es ein besonderes Pech, wenn jemand überfallen wurde.
Ich hoffe das hilft!
Gruß Reinhard
zuletzt bearbeitet 28. Jan. 2012
361 Beiträge · seit 201128. Jan. 2012 · #19
Wir waren letztes Jahr das erstemal in Namiba und ich habe vorher auch wie wild diese Threads gelesen. Folge war, dass wir vor unserem Urlaub eher unsicher wurden.
Im Land angekommen haben wir festgestellt, dass wir uns jederzeit sicher gefühlt haben, auch beim Geld abheben in Swakopmund, beim Einkaufen, Tanken, etc.

Also, ganz entspannt mit gesunder Vorsicht den Urlaub genießen. 🙂
Und bei uns in Wiesbaden liest man jeden Tag, dass in der Innenstadt oder auch in "guten" Wohngegenden Leute überfallen worden sind. Ich habe mittlerweile mehr bedenken abends durch Wiesbaden zu gehen, als unsere nächste Namibiarundreise zu genießen.

Abgesehen davon wirst Du hier eher die negativen Erlebnisse lesen, als ein Thread finden: " Juhu, zurück aus Namibia und wir sind nicht überfallen worden" 😉 ... da es die Norm ist.

LG Sven
Reisebericht Namibia Glücksreise Oktober/November 2011 http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/213149-die-16-tage-qwas-haben-wir-fuer-ein-glueckq-reise.html
zuletzt bearbeitet 28. Jan. 2012
1'125 Beiträge · seit 200628. Jan. 2012 · #20
Guten Morgen, Ingrid und Nane!
Es stimmt bestimmt alles, was hier geschrieben worden ist. Natürlich muss man vorsichtig sein und bestimmte Regeln beachten. Andererseits - wie Reinhard schreibt - ist es eher die Regel, dass einem nichts passiert als umgekehrt. Ich war jetzt etwa 30mal in Namibia und bin - oft alleine - kreuz und quer herumgefahren. Ich gebe zu, man hat zweimal versucht, mein Auto aufzubrechen (beide Male in Okahandja; erfolglos übrigens (man bräuchte schweres Gerät dazu). Aber nie habe ich sonst etwas Gefährliches erlebt. Ich habe auf Straßen angehalten, habe mit Benzin, Wasser und Öl ausgeholfen, habe einen (schwarzen) Familienvater bis zur nächsten Werkstatt und einmal einen jungen Lodgeangestellten (auch schwarz) bis zu seinem Haus nach Koes mitgenommen. Das war übrigens der interessanteste Mensch, den ich dort kennengelernt habe, ich möchte das nicht missen. --
Wenn ein Parkplatz unübersichtlich ist, fahre ich weiter, ansonsten fahre ich eben rein; ich will ja auch nicht platzen. Und wenn ich tagsüber in einer Stadt eine Gruppe schwarzer junger Männer lungern sehe, dann parke ich mein Auto nicht direkt daneben. Aber ansonsten? Ich find's immer noch ungefährlich, in Namibia zu reisen.
Ich wünsche eine angstfreie Fahrt! "Angst fressen Seele auf ...."
Rodrigo
Omnia vincit amor