@ Schenken, Spenden und Trinkgeld
Ich fahre nicht so oft nach Afrika wie die meisten hier im Forum, möchte aber trotzdem etwas dazu sagen.Ich habe alles aufmerksam gelesen und fand die Bandbreite an Assoziationen mit „Schenken“ interessant.
Ich persönlich habe noch nie extra "Geschenke für unterwegs" mit genommen, auf diese Idee wäre ich gar nicht gekommen. Dass Manche das tun, habe ich erst hier erfahren. Ich halte das zwar nicht für notwendig oder angebracht, aber auch nicht für so ein Drama, es ist gut gemeint und m. E. harmlos. Der Hauptgrund für das Betteln ist noch immer Armut gepaart mit Perspektivelosigkeit und nicht das Geben. Dass man am Ende der Reise oder wenn es sich eben so ergibt oder passt, Kleidung und/oder Nahrungsmittel gibt/überlässt, ist m. E. ganz natürlich (selbstverständlich) und solche Bagatellen begründen keine (gewollte oder ungewollte) Gutmenschenqualifizierung.
Wenn jemand mehr tun möchte, halte ich die direkte Unterstützung von Personen, Projekten oder Institutionen, wie hier genannt und vorgeschlagen, für sinnvoller als unterwegs Kleinigkeiten zu verteilen. Das erfordert aber bereits Interesse für das Gastland und Initiative.
Was allerdings jeder tun kann, ist ein angemessenes Trinkgeld für erhaltene Dienstleistungen geben. Das Personal in Gastronomie und Tourismus ist oft unterbezahlt und ausgebeutet, auch in den reichen Ländern, dank globaler Personalrekrutierung. Die Preisbildung orientiert sich nach oben an der Kaufkraft der (reichen) Klientel und der Lohn nach unten an der Armut und Arbeitslosigkeit vor Ort. Auf der Strecke bleiben die ortsansässigen Kunden (die sich das dann nicht mehr leisten können) und das unterbezahlte Personal, das vom Lohn nicht leben kann. Wenn zu betteln einträglicher ist als zu arbeiten (Beispiel Poppa Falls), ist etwas faul im System, darüber sollte diskutiert werden. „Fair Trade“ im Tourismus ist leider noch nicht Standard, dann wäre diese Debatte auch teilweise hinfällig. Nachdem sich das nicht so schnell ändern wird, würde ein angemessenes Trinkgeld für die, die uns den Urlaub so angenehm gemacht haben, zumindest einen kleinen Ausgleich schaffen. Ich habe aber leider oft das genaue Gegenteil beobachtet. Durch Kreditkarten- oder Vorausbezahlung fällt das Personal sowieso oft um das Trinkgeld um und wenn welches in bar gegeben wird, ist es oft beschämend wenig.
Dass arme Leute ohne Perspektive, wenn mit dem Reichtum Anderer konfrontiert, frustriert und manchmal auch aggressiv werden, ist kein neues Phänomen und bedarf m. E. keiner „Provokation“ durch vorenthaltene milde Gaben. Eigentlich wundere ich mich oft, dass das nicht öfters passiert. Es ist nicht angenehm, wenn man ohne persönliches Zutun zum Ziel von Aggression wird, gehört aber auch irgendwie zum „Berufsrisiko“ für Weltenbummler.
Ist natürlich alles Ansichtssache.
Grüße Werner
Ich fahre nicht so oft nach Afrika wie die meisten hier im Forum, möchte aber trotzdem etwas dazu sagen.Ich habe alles aufmerksam gelesen und fand die Bandbreite an Assoziationen mit „Schenken“ interessant.
Ich persönlich habe noch nie extra "Geschenke für unterwegs" mit genommen, auf diese Idee wäre ich gar nicht gekommen. Dass Manche das tun, habe ich erst hier erfahren. Ich halte das zwar nicht für notwendig oder angebracht, aber auch nicht für so ein Drama, es ist gut gemeint und m. E. harmlos. Der Hauptgrund für das Betteln ist noch immer Armut gepaart mit Perspektivelosigkeit und nicht das Geben. Dass man am Ende der Reise oder wenn es sich eben so ergibt oder passt, Kleidung und/oder Nahrungsmittel gibt/überlässt, ist m. E. ganz natürlich (selbstverständlich) und solche Bagatellen begründen keine (gewollte oder ungewollte) Gutmenschenqualifizierung.
Wenn jemand mehr tun möchte, halte ich die direkte Unterstützung von Personen, Projekten oder Institutionen, wie hier genannt und vorgeschlagen, für sinnvoller als unterwegs Kleinigkeiten zu verteilen. Das erfordert aber bereits Interesse für das Gastland und Initiative.
Was allerdings jeder tun kann, ist ein angemessenes Trinkgeld für erhaltene Dienstleistungen geben. Das Personal in Gastronomie und Tourismus ist oft unterbezahlt und ausgebeutet, auch in den reichen Ländern, dank globaler Personalrekrutierung. Die Preisbildung orientiert sich nach oben an der Kaufkraft der (reichen) Klientel und der Lohn nach unten an der Armut und Arbeitslosigkeit vor Ort. Auf der Strecke bleiben die ortsansässigen Kunden (die sich das dann nicht mehr leisten können) und das unterbezahlte Personal, das vom Lohn nicht leben kann. Wenn zu betteln einträglicher ist als zu arbeiten (Beispiel Poppa Falls), ist etwas faul im System, darüber sollte diskutiert werden. „Fair Trade“ im Tourismus ist leider noch nicht Standard, dann wäre diese Debatte auch teilweise hinfällig. Nachdem sich das nicht so schnell ändern wird, würde ein angemessenes Trinkgeld für die, die uns den Urlaub so angenehm gemacht haben, zumindest einen kleinen Ausgleich schaffen. Ich habe aber leider oft das genaue Gegenteil beobachtet. Durch Kreditkarten- oder Vorausbezahlung fällt das Personal sowieso oft um das Trinkgeld um und wenn welches in bar gegeben wird, ist es oft beschämend wenig.
Dass arme Leute ohne Perspektive, wenn mit dem Reichtum Anderer konfrontiert, frustriert und manchmal auch aggressiv werden, ist kein neues Phänomen und bedarf m. E. keiner „Provokation“ durch vorenthaltene milde Gaben. Eigentlich wundere ich mich oft, dass das nicht öfters passiert. Es ist nicht angenehm, wenn man ohne persönliches Zutun zum Ziel von Aggression wird, gehört aber auch irgendwie zum „Berufsrisiko“ für Weltenbummler.
Ist natürlich alles Ansichtssache.
Grüße Werner