Realistische Route in 18 Tagen?

7 Antworten · 1'875 Aufrufe · gestartet 18. Sept. 2011 von sjw
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Themenstarter2 Beiträge · seit 201118. Sept. 2011 · #1
Liebe Namibiakenner

Mitte Oktober reisen wir zu zweit mit einem 4x4-Camper 18 Tage durch Namibia. Flug und Fahrzeug sind gebucht und wir haben vor, meist auf Campingplätzen zu übernachten. Folgende Route habe wir geplant:

1.Tag: Fahrt ab Windhoek in Richtung Süden über Mariental und Tses nach Berseba
2.Tag: Fahrt über Keetmanshoop und Seehim an den Fish River Canyon bis Ai-Ais
3.Tag: Fahrt über Rosh Pinah und Aus nach Lüderitz
4.Tag: Lüderitz, Besuch Kolmanskop
5.Tag: Fahrt über Aus und Helmeringhausen nach Maltahöhe; Abstecher Schloss Duwisib
6.Tag: Fahrt nach Sesriem, Sossusvlei, Sesriem-Canyon
Evt. Zusatztag in Sesriem
7.Tag: Fahrt über Solitaire und Walvis Bay nach Swakopmund
8.Tag: Aufenthalt Swakopmund
Evt. Cape Cross
9.Tag:Fahrt nach Spitzkoppe
Evt. Besuch Ameib-Ranch
10.Tag: Fahrt nach Brandberg oder Khorixas
11.Tag: Fahrt nach Twyfelfontein
12.Tag: Fahrt nach Outjo und Anderson Gate, Abstecher nach Ugab Terrassen
Evt. Zusatztag nach Palmwag und Kamanjab
13.-15.Tag: Etosha
16.Tag: Fahrt nach Tsumeb
17.Tag: Fahrt über Otavi und Otjiwarongo nach Waterberg Plateau
Besuch des Hoba Meteroriten und des Waterberg Plateau Parks
18.Tag: Rückfahrt nach Windhoek; Rückgabe Fahrzeug

Scheint diese Route realistisch in dieser Zeitspanne?
Mit welchen Problemen ist allenfalls zu rechnen?
Gibt es Campingplätze, die sehr empfehlenswert sind?

Herzliche Grüsse sjw
4'129 Beiträge · seit 200819. Sept. 2011 · #2
Hallo, sjw!
Willkommen im Forum!

Holla, das ist aber ne ziemliche Gewalttour! Wir machen in 18 Tagen davon ein drittel.
Ihr habt die Destinationen zwar sinnvoll aneinandergereiht, aber es ist nicht sinnvoll das in der kurzen Zeit abzureißen.
Wie oft wart ihr schon im südl- Afrika, kennt Linksverkehr und Gravel?
Es geht auch nicht darum, ob das so machbar ist. Machbar ist das. Die Berufsfahrer in Namibia fahren noch ganz andere Strecken.
Scheint diese Route realistisch in dieser Zeitspanne?
Nein, nicht für einen Urlaub. Ihr geratet in Zeitstress, was zu überhöhter Geschwindigkeit führt und was dann passiert, ... sind Unfälle aufgrund überhöhter Geschwindigkeit und Fahrfehlern aufgrund von Unkenntnis der Verhältnisse auf Gravelroads.
Vollkommen unrealistisch sind die optionalen Zusatztage. Woher willst du die denn nehmen, die lassen sich doch nicht klonen?
Mit welchen Problemen ist allenfalls zu rechnen?
s.o.
– und ihr werdet bei eurem Pensum häufig in der Dunkelheit fahren müssen (und eure Campsites suchen...) und das ist in den tierreichen Gegenden Namibias sehr gefährlich. So ein Zusammenstoß mit einem Kudu hat schon manch einen Autofahrer in Namibia umgebracht.
Und dann am nächsten Morgen wieder sehr früh los, denn euer Programm fordert das.
Und wozu das alles? Um am Folgetag denselben Zeitstress zu haben.
Ihr werdet an vielem Schönen/Interessanten, was es außer der Hauptattraktionen zu sehen gibt vorbeifahren müssen, aus Zeitmangel.

Man kann durchaus mal einen strammen Fahrtag nach einen ruhigen Block von z.B. ‚4 Tage Etosha’ packen, aber eure Tour besteht fast nur daraus.

Gebt dem ganzen einen Regionalen Schwerpunkt und bastelt euch die Attraktionen der Region und für den An- und Abfahrtsweg (Rundweg) zusammen. Dann habt ihr wenigsten was davon, außer Kilometer abreißen.
Gibt es Campingplätze, die sehr empfehlenswert sind?
Ja, viele. Nutze den Th. Richter Campingführer, der ist sehr hilfreich (s. links im Menü: Camping)
Benutzt du auch einen Reiseführer? Dann ist auch das eine gute Möglichkeit sich zu orientieren, was es so an Campsites für dich gibt. Das klappt immer prima. Nutze auch hier im Forum die Suchfunktion, du wirst sehr viel Info finden.

Erfolgreiche Planung wünscht lilytrotter

PS: Nimm dir mal ein paar Reiseberichte von Fomis vor und lies dich ein. Du wirst viel darüber erfahren, was eine erlebnisreiche und entspannte Reise in Namibia ausmacht.
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 19. Sept. 2011
88 Beiträge · seit 200719. Sept. 2011 · #3
Hallo sjw,

wir sind die gleiche Route in 20 Tagen gefahren, haben aber einiges aus Zeitmangel ausgelassen bzw. schon vorher nicht eingeplant.

Der erste Fahrtag nach Mariental ist Teerstraße, da solltet Ihr relativ gut vorankommen.

Wir sind auch bis zum Fish River Canyon runtergefahren und so gut, wie er mir gefallen hat, würde ich beim nächsten Mal dieses Stück auslassen und von Keetmanshoop direkt nach Lüderitz fahren. Den Oranje bekommt man nur selten zu Gesicht, weil die Sicht durch unschöne steinige Hügel verdeckt ist. Außerdem zieht sich die Strecke vom Canyon über Rosh Pinah hinauf und bietet nicht viel.

In Aus gibt es das Klein-Aus Vista Camp, was ich Euch empfehlen kann. Schön sind die dortigen Wanderungen, z. B. der Sunset-Rundweg über eine tolle Aussichtsplattform, von der aus man einen wundervollen Weitblick hat, wobei ich die Tour nicht zum Sonnenuntergang laufen würde, um nicht im Dunkel zurücklaufen zu müssen.

Im Sesriem müsstet Ihr vorbuchen, um vor Sonnenaufgang in die Namib fahren zu dürfen. Der Sonnenauf- und untergang in der Namib sind eine der schönsten Erlebnisse in Namibia. Das Camp ist leider nur sehr früh ausgebucht, versucht unbedingt, mindestens zwei Nächte zu bekommen. Dann könntet Ihr morgens zeitig hinter fahren und abends erst nach Sonnenuntergang zurückkommen, was denjenigen, die außerhalb des Sesriem-Camp übernachten, vorenthalten bleibt. Buchen kannst Du über die Webseite des NWR http://www.nwr.com.na/

In der Nähe von Swakopmund gibt es einen empfehlenswerten halbtägigen Ausflug zu der uralten Welwitschia, vorbei am Moon-Valley. In Swakopmund würde ich deshalb auch zwei Nächte bleiben.

Den Brandberg könnte man auch auslassen, die White Lady ist jetzt nicht sooo besonders. Wir hatten dort einen Stop gemacht, aber wie gesagt, ja einiges anderes aus Eurer Route ausgelassen.

Twyfelfontein und das Damaraland dagegen sind sehr schön. Im Damaraland kann ich Euch das Camp Xaragu empfehlen, es ist nicht eingezäunt und nachts können da schon mal Zebraherden über den Platz laufen, was wir persönlich sehr schön fanden. Sie haben uns zwar um den Schlaf gebracht, aber zu Hause hat man sowas nicht 🙂

Drei Tage Etosha finde ich jetzt nicht zu wenig. Wenn Ihr am ersten Tag allerdings erst am Nachmittag dort ankommt und am dritten Tag schon am Vormittag den Park verlassen wollt, ist das schon ganz schön kurz. Ich finde, gerade für eine Safari sollte man sich Zeit nehmen und ein bisschen das Verhalten der Tiere beobachten. Es ist ja nicht wie ein Zoobesuch, wo man so an den Tieren, die den ganzen Tas das gleiche machen, vorbeiläuft. Im Etosha sollte man einfach mal inne halten, sich ein oder zwei Stunde an eine Wasserloch stellen und einfach nur genießen. Außerdem sind die meisten Tiere morgens und abends aktiv, tagsüber liegen alle faul herum 🙂 Also lieber einen Tag mehr im Etosha, dafür auf etwas anderes verzichten.

Am Waterberg kann man toll wandern gehen. Hinauf auf's Plateau kommt man allerdings nicht, aber am Fuße des Berges gibt es Rundwege. Ich empfehle wegen der trockenen Luft und dem Staub Nasentropfen mitzunehmen, falls sie vor lauter Staub bluten sollte.

Probleme können natürlich überall auftreten. Wir sind z. B. trotz 4x4 im Sand stecken geblieben und ein Reifen ist uns auch kaputt gegangen. Ich hatte mal gelesen, dass man auf einer Reise durch Namibia mindestens einen Reifen platt fährt. Also stellt Euch darauf ein, wenn es nicht passiert, umso besser.

Viele Grüße und eine schöne Reise wünscht
Nicky
Rundreise Namibia 2008 www.sausebrausmaus.de www.the-world-in-pictures.de
zuletzt bearbeitet 19. Sept. 2011
915 Beiträge · seit 201019. Sept. 2011 · #4
Hallo,
die beiden Vorschreiber/innen haben das wesentliche zu Eurer Route schon ausgeführt.

Was Du während einer Reise ansteuern willst haben wir nach bisher 3, jeweils 3-4 Wochen dauernden Reisen durch Namibia noch nicht gesehen.
Mit einem täglichen Ortswechsel tust Du Dir keinen Gefallen. Rein fahrtechnisch gesehen wird das schon machbar sein. Das Land dabei in seinen verschiedenen Facetten auch wirklich zu erleben und aufzunehmen wird dabei jedoch kaum möglich sein. Nahezu reine Fahrerei eben, zu schade für das Land.

Du solltest Dich, wie hier schon so oft beschrieben, auf den Norden o d e r Süden beschränken.
Die klassische Nordroute wäre:
Windhoek - Sesriem/Sossusvlei - Swakopmund - Spitzkoppe/Erongo/Damaraland - Vingerklip - Etosha. Dabei solltest Du zuvor vielleicht überlegen, wo Deine Hauptinteressen liegen. Aus Deiner Route geht nicht so recht hervor, was Euch wichtig ist.
Gruß
Günter
REISEBERICHT NAMIBIA 2010: http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/171342-3-wochen-nambia-ein-kurzbericht-mit-bildern.html#171342 REISEBERICHT SÜDAFRIKA 2013: http://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/280789-elefanten-satt-und-kein-rhino.html
4'129 Beiträge · seit 200819. Sept. 2011 · #5
Nicky2 schrieb:
wir sind die gleiche Route in 20 Tagen gefahren, haben aber einiges aus Zeitmangel ausgelassen bzw. schon vorher nicht eingeplant.
Ist das nun gleich oder doch eher nicht so ganz gleich?

2 Tage mehr,
dafür nicht angefahren: Lüderitz, Kolmanskop, Maltahöhe, Schloss Duwisib, Walvis Bay, Spitzkoppe, Ameib-Ranch, Palmwag und Kamanjab...



Wichtig ist, sich zu entscheiden, wie man reisen will und was man am einzelnen Ort will, dann ergibt sich alles andere, eben auch die tägliche Kilometerleistung und Fahrzeit automatisch. Alles was man an Kilometern zuviel reinpackt, zieht man von den eigentlichen genussreichen Aktivitäten/Relaxen ab. Ganz einfache Rechnung.
Hilfreich zu eigenen Einschätzung seiner Route sind hierfür auch die Zeitangaben auf der T4A Karte (hier links im Menü: Karten)

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 19. Sept. 2011
88 Beiträge · seit 200719. Sept. 2011 · #6
lilytrotter schrieb:
Ist das nun gleich oder doch eher nicht so ganz gleich?
Die Reiseroute ist ähnlich gewesen, also die Streckenführung, aber mit weniger Orten, weil wir an auserwählten Orten mehrere Tage waren.
Rundreise Namibia 2008 www.sausebrausmaus.de www.the-world-in-pictures.de
Themenstarter2 Beiträge · seit 201119. Sept. 2011 · #7
Liebe Kenner

Herzlichen Dank für eure Tipps. Wir haben schon gedacht, dass es etwas stressig sein könnte, wir werden die Route nochmals überdenken.

Wahrscheinlich lassen wir Fish River und Lüderitz ganz weg, fahren nach Mariental Richtung Westen und machen etwa die Nordtour, die Günter vorschlägt.

Muss man ausser Sesriem und Etosha in einer anderen Gegend noch Camps vorreservieren? Wie ist eure Einschätzung?

Herzlichen Dank und Gruss
sjw
4'129 Beiträge · seit 200819. Sept. 2011 · #8
Hallo, sjw!

Zum Buchen:
Ich glaub ihr müsst euch damit jetzt aber wirklich sputen!

Kann es sein, dass eure Reisezeit in der deutschen Herbstferienzeit ist? Dann ist Hochsaison in Nam.
Ich will ja nicht unken, aber wahrscheinlich seid ihr fürs Buchen hoffnungslos zu spät dran.

Ansonsten bleiben euch nur noch Tagesausflüge in den Park.
Auch die guten bezahlbaren Lodges in der direkten Umgebung des Parks sind dann häufig schon lange zuvor ausgebucht.
Das Gleiche gilt besonders auch für Sessriem.

Viel Glück. lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt